Paradise Valley–Das neue John Mayer Album

John Mayer, hierzulande wohl eher bekannt als Herzensbrecher von Hollywood Starlets wie Jessica Simpson oder Jennifer Love Hewitt, hat sein sechstes Album herausgebracht. Es trägt den epischen Namen „Paradise Valley“ und kommt ruhiger daher als Mayers vorherige Alben.

Der Name ist Programm. Schon das Cover zeigt Mayer selbst, nebst schwarzem Labrador in einem Feld stehend, dahinter eine weite, bergige Landschaft. Mayer blickt nachdenklich in die Ferne und trägt ein Cowboy Outfit. Man könnte vermuten, das Bild stelle Mayers persönliches „Paradise Valley“ dar. Ein bisschen wolkig ist es da, aber das passt zum amerikanischen Staat Montana, in den Mayer kürzlich gezogen ist und wo er sich anscheinend sehr wohl fühlt. Hier sind die Songs für das Album entstanden und das erklärt auch, warum Alles etwas countrylastiger und ruhiger, ja sogar nachdenklicher klingt.

Braucht nur seine Gitarre: John Mayer (© Thomas Siepmann  / pixelio.de)

Alles was John Mayer braucht: Seine Gitarre(© Thomas Siepmann / pixelio.de)

Der siebenfache Grammy Gewinner wird in Deutschland noch etwas unterschätzt, doch auch auf diesem Album zeigt er, was er an der Gitarre kann. Er kombiniert Blues, Rock, Country und Pop und schreibt dazu noch gute Texte. Bereits der Eröffnungssong „Wildfire“ verbindet eingängige Texte mit musikalischem Können. „Dear Marie“ ist ein sympathischer Song über eine verflossene Jugendliebe. Selbst ein Herzensbrecher wie Mayer scheint sich noch an seine ersten Liebschaften zu erinnern. Der nachfolgende Song „Waiting on the day“ ist eher unauffällig, je länger man jedoch das Album hört, verspürt man ein Verlangen nach Lagerfeuer, Marshmellows und Geschichten erzählen. „Paper doll“ – ob es nun für Countrypoppüppchen Taylor Swift geschrieben ist, mit der sich Mayer auch mal vergnügt hat, oder nicht, erfahren wir wohl nicht so schnell. Es lässt sich auf jeden Fall dank des Refrains mit Ohrwurmcharakter sehr gut anhören.

Es folgt das Cover „Call me the breeze“ von Blues Legende JJ Cale, mit dem Mayer zeigt, dass Country nicht nur das Pendant zum deutschen Schlager ist. Nein, bei Mayer klingt Country sogar ziemlich modern und animiert zum Grooven. Es scheint eine Eigenart Mayers zu sein, seine aktuellen Freundinnen – vorausgesetzt sie können einigermaßen singen– auf seinen Alben zu verewigen. Bei „Battle Studios“ gab sich Taylor Swift die Ehre, auf „Paradise Valley“ ist es Mayers aktuelle Freundin Katy Perry, die mitträllert. „Who you love“ ist kein typisches Liebeslied, aber genau das macht den Song aus. Beide singen über Mayers Unbeständigkeit und darüber, dass sie eigentlich gar nicht damit gerechnet haben, sich zu treffen. Das Überraschungsmoment des Songs ist Katy Perry. Ihre Stimme klingt ungewohnt erwachsen und so gar nicht nach „I kissed a girl“. Vielleicht sollte sie weniger schreien und mehr singen, denn das klingt richtig gut, vor allem in Kombination mit ihrem möglicherweise bald Verlobten.

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw  / pixelio.de)

Hier hat sich John Mayer niedergelassen: Montana (©Miroslaw / pixelio.de)

Dass Mayer bis vor Kurzem nicht zu bändigen war, besingt er in „I will be found“ und beschreibt sich selbst als „runaway train“. Der nächste Gastsänger, Soul Star Frank Ocean, singt auf dem kurzen „Wildfire“ mit. Warum zwei Songs denselben Namen haben, weiß wohl nur Mayer alleine, trotzdem ist Wildfire Nummer Zwei ebenfalls ein wunderbares Lied. Wer sich bis dahin noch nicht wirklich ins „Paradise Valley“ reinhören konnte, bekommt spätestens bei „You’re No One“ die Möglichkeit. Ein ruhiger Song, der einem förmlich die Weite und Leere Montanas aufzeichnet. Auch „Badge and Gun“ ist eher ruhig und passt zum Coverbild. Das Kopfkino zeigt nun einen Western. Das Album klingt perfekt aus mit „On the way home“. Man hat nach Hören der Lieder das Gefühl, dass John Mayer zu Hause angekommen ist. Selbst das wildeste Pferd in der Herde ist wohl zu bändigen.

Kontakt: John Mayer Homepage

John Mayer bei Facebook

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle eine Review von ZSK in Hamburg.


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