Motivation – „Le sacre feu“

Warum ist es eigentlich so schwer, sich zu motivieren und dann auch motiviert zu bleiben? Alles wäre doch viel einfacher, wenn Motivation auf Knopfdruck möglich wäre: Der Chef würde bessere Ergebnisse in kürzerer Zeit sehen und wir hätten endlich mehr Freude und Genugtuung bei der Arbeit.

Motivation brennt wie eine Flamme in uns und spornt uns an.

Le sacre feu: Motivation wirkt wie eine Flamme, die uns antreibt (©Kay Bengelsdorf/Pixelio.de)

Was also tun? Das wohl schlechteste, was wir machen können, ist dazusitzen und darauf zu warten, dass irgendwann schon jemand kommen wird, uns zu animieren. Erstens ist Warten äußert unzuverlässig, schließlich ist nicht garantiert, dass überhaupt jemand uns motivieren wird. Zweitens wirkt Motivation eher kurzfristig, wenn sie von außen kommt und sie flaut genauso schnell wieder ab, wie sie ihre Wirkung entfaltet. Der Antrieb muss im Endeffekt von innen, von einem selbst kommen.

„Und wenn ich an meine furchtbar stupide Arbeit denke, da kann man sich doch nicht motivieren.“ – Ich bin einmal so frei und behaupte, dass jede Arbeit, jede noch so unscheinbare Aufgabe einen Sinn hat. Jede Arbeit ist es wert verrichtet zu werden, jede Tätigkeit verdient Respekt. Diese Sinnhaftigkeit des eigenen Tuns zu erkennen ist ein wichtiger Schritt in Richtung Motivation.

Immerhin steht am Ende jeder Arbeit jemand, der auf die korrekte und zuverlässige Ausführung der Tätigkeit angewiesen ist. Manchmal ist es offensichtlicher, wenn beispielsweise der Verkäufer den Kunden bedient und ihm frische Lebensmittel zur Verfügung stellt. Ein andermal ist derjenige, der von der Arbeit abhängt, nicht ganz so leicht zu erkennen. Wenn beispielsweise die Sekretärin wieder einmal zahllose Stunden am Kopierer verbringen muss und sich fragt, was sie hier eigentlich verloren hat, dann steht auf der anderen Seite ein Vorgesetzter, der darauf angewiesen ist, dass jeder Mitarbeiter eine Kopie mit den wichtigen Informationen erhält. Genauso wollen die Mitarbeiter gut informiert sein und sind so auf die Kopien angewiesen.

Vielleicht ist die Arbeit ja nicht schlichtweg blöd, sondern eher nicht adäquat. Nicht nur Unterforderung, auch Überforderung ist Gift für jegliche Motivation. Zu hohe Ansprüche bergen die Gefahr von Frustration und Selbstzweifeln, während zu wenig Anspruch eher für Langeweile sorgt und dem Mitarbeiter suggeriert, er werde für nicht kompetent gehalten.

Wenn ein KFZ-Mechaniker-Lehrling bereits in der ersten Arbeitswoche die Aufgabe erhält, einen kompletten Motor auseinander zu bauen, dann ist das ein klarer Fall von Überforderung und Frustration ist die Konsequenz. In solch einer Situation hilft nur noch, sich aktiv Hilfe zu suchen und die zu hohen Anforderungen anzusprechen. Und sollte man am Ende die Lage doch irgendwie in den Griff bekommen und eine Lösung gefunden haben, dann ist der Stolz für diese Leistung umso größer.

Egal ob stupide Arbeit oder herkulische Aufgaben: Das Mittel der Wahl ist, den Mund aufzumachen und das Problem anzusprechen. Kommunikation ist meistens die beste Methode, um wieder auf die richtige Spur zu kommen.

Wenn wir dann auf der richtigen Spur angelangt sind, können wir endlich wieder Freude und Zufriedenheit bei der Arbeit genießen. Dann spüren wir, wie „le sacre feu“, das „heilige Feuer“ in uns brennt. So wird im Radsport das Gefühl der Energie und der Leidenschaft für das eigene Tun genannt. Und tatsächlich: Motivation wirkt wie eine helle Flamme, die uns Kraft gibt.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Eva über die Zeit der Drachen.


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Sascha Resch

Über Sascha Resch

Jahrgang 1992. In München geboren und aufgewachsen, beendete er 2015 erfolgreich seine Ausbildung zum Fachinformatiker, Schwerpunkt Software-Development. Nebenbei sammelte er journalistische Erfahrungen in der Redaktion des TOUR-Rennradmagazins, beim Magazin der Jungen Presse Bayern, durch seine eigene Webseite Alpenvettern.de und natürlich seit 2012 auch bei Face2Face. Seit 2015 studiert er in München am Institut für „Deutsch als Fremdsprache“ und arbeitet parallel als Deutschlehrer in einer Schwabinger Sprachschule. Auch bei Face2Face ist er flexibel: Zunächst als Autor unterwegs, kümmert er sich jetzt zusammen mit Denis Pollach um die IT-Infrastruktur des Magazins.

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