Mit Tieren an seiner Seite, nicht zwischen den Zähnen – Vegetarier-Serie Teil 1

„Ein Gebet vor dem Essen bringt den Tieren nichts“

Einige Tierarten werden heutzutage nur noch zum Verzehr gezüchtet – und das unter Lebensbedingungen, gegen die Tierschützer seit jeher kämpfen. Tierliebe, eine bewusste Ernährung, manchmal sogar Kostengründe: Das sind oft die Ursachen dafür, dass Menschen sich für ein Leben ohne Fleisch, für ein Leben als Vegetarier, entscheiden. Face2Face fragt nach, wie sie dazu kamen und sie nun ihr Leben gestalten.

Tierlieb: Hessert hat ihre Vierbeiner den ganzen Tag um sich herum. (Foto: Hessert)

Tierlieb: Hessert hat ihre Vierbeiner den ganzen Tag um sich herum (Foto: Hessert)

Face2Face:Wie kamst du dazu Vegetarier zu werden und wann?
Tanja Hessert: Als ich in der 7. Klasse war, hat unser Lehrer uns ein Video von einem Tiertransport gezeigt. Das, was ich da sah, hat mich erschüttert.
Von da an habe ich beschlossen, vollkommen auf Fleisch zu verzichten.

Face2Face: Was ist dein Beweggrund dafür?
Hessert: Ich bin gegen die Massentierhaltung und ich toleriere den Umgang mit diesen armen Tieren nicht. Ich bin überzeugt davon, dass nur das Fleisch von glücklichen Tieren auch gesund sein kann. Gegen meine Überzeugung geht es mir, dass wir Lebewesen essen, die Augen und eine Seele haben. Diese für den Verzehr gezüchteten Tiere haben oft kein Tageslicht in ihrem Leben gesehen, geschweige denn Gras gefressen und den Regen gespürt. Das macht mich unsagbar traurig.
Wir haben einfach nicht das Recht, so mit Lebewesen umzugehen und sie dann zu töten.
Abgesehen davon, ganz aktuell – Mastbetriebe produzieren immense Mengen an Co2. Da sollten sich die Menschen gerade ernsthaft überlegen, ihren Fleischkonsum drastisch zu reduzieren. Dadurch ließe sich nämlich auch endlich die Überproduktion von Fleisch vermeiden.

Face2Face: Würden Tiere artgerechter gehalten werden vor der Schlachtung, würdest du dann Fleisch essen?
Hessert: Wenn sie nicht nur artgerechter sondern artgerecht gehalten würden, dann in Maßen sicher.

Face2Face: Was hat sich für dich verändert seither? Fühlst du dich besser?
Hessert: Ich tue etwas Gutes, darum fühle ich mich viel besser als zuvor. Ich kann von mir sagen, dass ich einen so grausamen Umgang mit Lebewesen, wie wir es auch sind, nicht unterstützte und zudem noch etwas für den Schutz unserer Umwelt tue. Wenn mehr Menschen so denken, kann das schon einiges verändern.

Face2Face: „Vegetarier essen den Tieren das Essen weg“: Provokante Sprüche wie dieser – was sagst du dazu?
Hessert: Nun ja – darüber lache ich nur und fühle mich nicht angesprochen!

Face2Face: Was würdest du dir wünschen in Bezug auf den Fleischverzehr in der heutigen Gesellschaft?
Hessert:Ich wünsche mir den Sonntagsbraten zurück! Man muss und sollte nicht jeden Tag Fleisch essen, sondern Fleisch als ein kostbares Gut sehen, dass nur an besonderen Tagen verzehrt wird.

Vegetarisch kochen und leben: Hessert, ihre Schildkröten und ihr Hase. (Foto: Hessert)

Vegetarisch kochen und leben: Hessert, ihre Schildkröten und ihr Hase (Foto: Hessert)

Face2Face: Wie stehst du selbst zu Tieren?
Hessert: Ich liebe Tiere. Ohne sie wäre die Welt nur halb so schön. Deshalb sollten wir anfangen, sie zu respektieren! Ein Gebet vor dem Essen ändert leider nichts.

Face2Face: Wie ernährt man sich ohne Fleisch? Dein Lieblingsrezept?
Hessert: Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Im Internet und in der Buchhandlung gibt es eine große Vielfalt an vegetarischen Kochrezepten und Büchern, da ist sicher für jeden etwas dabei! Fleischersatz ist bei uns kein Thema. Nudeln, Reis, Kartoffeln, Gemüse, tolle Gewürze – daraus lässt sich immer etwas Leckeres zaubern!

Vorschau: Am nächsten Donnerstag könnt ihr eine zweite spannende Geschichte über Linda Tellington-Jones Arbeit in Dudenhofen mit einem Haflinger [für die nicht-Pferdekenner: eine kräftigere, kaltblütige Pferderasse, die früher in der Landwirtschaft zum Einsatz kam]und einem Menschen lesen.

Hier geht es zum ersten Teil der Vegetarier Serie.


Ein Gedanke zu “Mit Tieren an seiner Seite, nicht zwischen den Zähnen – Vegetarier-Serie Teil 1

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