Land in Sicht

Während in Deutschland bis vor einer Woche noch vom „trockensten Winter des Jahrhunderts“ die Rede war und alle Hoffnungen auf weiße Weihnachten begraben wurden, machte man sich auch 8.500 Kilometer weiter südöstlich Sorgen wegen des Wetters. Nur war es in diesem Fall die Sorge um zu wenig Trinkwasser und von Winter kann in Bangkok – egal zu welcher Jahreszeit – selbstverständlich keine Rede sein.

Land in Sicht

Ein Opfer der verheerenden Flut in Thailand: Der Industriepark in Ayutthaya (Foto: Cpl Robert J. Maurer, U. S. Marine Corps)

In Thailand ist zurzeit das schlimmste Hochwasser seit fast 50 Jahren auf dem Rückmarsch. Diese Naturkatastrophe, die besonders den Süden des südostasiatischen Landes sowie die Nachbarstaaten Kambodscha und Laos traf, dauert seit Anfang August diesen Jahres an. In der Folge mussten mehrere 10.000 Menschen evakuiert werden, das Trinkwasser wurde knapp und Cholera und andere „waterborne diseases“ (Anm. d. Red.: das sind Krankheiten, die durch verschmutztes Wasser übertragen werden) breiteten sich aus. Von offizieller Seite wurden bisher 689 Todesopfer bestätigt (Stand: 10.12.2011).

Nun sind Überschwemmungen in der Region nichts Neues und sie treten auch jährlich auf. Neu ist jedoch, dass sie so stark sind und selbst die Hauptstadt Bangkok, die durch mehrere Dämme geschützt war, so stark überflutet wird, dass die thailändische High-Tech-Industrie für mehrere Wochen ausfällt: Zulieferer aus der Automobilbranche aber auch die großen Festplatten- und Kamerahersteller mussten ihre Werke schließen. Im vierten Quartal dieses Jahres konnten weltweit mit 120 Millionen gefertigten Festplatten nur etwa 70% der Nachfrage bedient werden. In der Folge waren die Preise für Festplatten um bis zu 250% gestiegen. Der Festplattenhersteller „Western Digital“ rechnet mit Lieferengpässen bis März 2012.

Aber auch in Europa spürt man die Auswirkungen der Flut deutlich. Der Rückversicherer „Munich Re“ und „Swiss Re“ erwarten jeweils Belastungen in Höhe von 500 Millionen Euro. Die Gesamthöhe der versicherten Schäden wird auf 20 Milliarden Euro geschätzt. Die volkswirtschaftlichen Schäden für Thailand werden jedoch wesentlich höher ausfallen.

Es bleibt zu hoffen, dass sich das Land und seine Bevölkerung möglichst schnell wieder erholen werden und die thailändische Regierung zukünftig mehr in die Hochwasservorsorge und den Schutz der Bevölkerung investiert.

In diesem Sinne: „Ein frohes Fest!“


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.