Krebs – die Angst vor der Zivilisationskrankheit

Krebs: die meist gefürchtetste Krankheit von allen. Was in den 80ern noch AIDS war, wurde nach und nach von Krebs abgelöst. Die Medien erzählen uns, was alles Krebs auslöst und was wir tun sollen, um uns davor zu schützen- Doch was ist Krebs eigentlich wirklich?

Als Krebs bezeichnet man eine Vielzahl von Krankheiten, bei denen Körperzellen sich unkontrolliert vermehren, gesundes Gewebe verdrängen und zerstören und oft bildet sich auch ein bösartiger Tumor. Dies hat viele Auslöser, die alle eine Störung des Gleichgewichts der Zelle zwischen Zellwachstum und Zelltod nach sich ziehen.
Die unterschiedlichen Auslöser sind auch der Grund, weshalb es schwer ist den Krebs auf eine Ursache zurückzuführen und dies führt ebenfalls zu einer Vielzahl von Mythen über diese Krankheit, die sich hartnäckig halten: Es ist keine moderne, menschengemachte Krankheit, sondern kann ebenfalls Tiere (auch Haie) treffen. Kleine Tiere sind sogar anfälliger als Große. Selbst Pflanzen sind nicht sicher davor. Lebensmittelzusätze oder Zucker sind auch keine Ursache, besonders Zucker wird von allen Zellen des Körpers gebraucht. Aber eine ausgewogene Ernährung ist trotzdem eine gute Vorbeuge. Auch gibt es keine Beweise, dass Parabene oder Aluminiumsalze in Deodorants zu (Brust-)Krebs führen. Ebenso steht es um Handystrahlen. Leider sind auch oft angepriesene Krebsverhindernde (Super-)Lebensmittel und Früchte nur ein Mythos, die Beweise dafür fehlen.

Tropf im Krankenhaus (Foto: NicoLeHe  / pixelio.de)

Tropf im Krankenhaus (Foto: NicoLeHe / pixelio.de)

Alter ist ein großer Risikofaktor für Krebs, weshalb mit der Zahl der immer älter werdenden Menschen der Moderne natürlich auch die Zahl der Betroffenen ansteigt. Doch warum Alter? Und warum bekommen wir nicht alle Krebs? Unsere Zellen teilen sich Billionen Mal (zwölf Nullen) an einem Tag. Bei jeder dieser Zellteilungen muss unsere Erbinformation, die DNA, bestehend aus 3 Milliarden (neun Nullen) Basenpaaren kopiert werden. Dabei entstehen manchmal Fehler, die Mutationen genannt werden. Unser Körper hat Reperaturmechanismen, die 99 Prozent aller Fehler wieder beheben. Und doch sammeln sich Mutationen an. Die meisten davon sind harmlos, andere könnten sogar sich positiv auswirken. Doch eine Mutation kann auch dazu führen, dass sich die Zelle abnorm verhält, sie sich ungewollt vermehrt und Signale zum Wachstumsstopp ignoriert.

Mutationen entstehen zufällig, können aber auch vererbt werden oder durch Umwelteinflüsse entstehen. Umwelteinflüsse sind zum Beispiel UV-Strahlung oder chemische Stoffe, wie sie im Zigarettenrauch vorkommen. Eine Studie im Januar 2015 zeigte, dass der Zufall der wohl einflussreichste Faktor bei der Krebsentstehung ist. Deshalb gibt es auch Raucher, die jahrzehntelang rauchen und trotzdem keinen Krebs bekommen. Doch das heißt nicht, wie es in den Medien oft dargestellt wurde, dass Krebs reine Glückssache ist und der Lebensstil von keinerlei Bedeutung ist. Vielen Krebsarten kann leicht vorgebeugt werden.

Fast eine halbe Million Menschen erkranken jedes Jahr neu an Krebs, die unterschiedlichen Arten sind geschlechtsspezifisch ausgeprägt. Wann finden wir endlich ein Heilmittel gegen Krebs? Die Wahrheit ist: Nie. Es wird nie „das Heilmittel“ gegen Krebs geben. Da Krebs eine Vielzahl von Krankheiten darstellt, die auch von Person zu Person unterschiedlich ausgeprägt sind, ja sogar innerhalb einer Person unterschiedlich auftreten können, und durch eine Ansammlung unterschiedlicher Mutationen, die zu unterschiedlichen Effekten führen, entsteht, ist es unmöglich mit nur einem Hilfsmittel alles zu heilen. Die Forschung versucht durch eine Serie an Tests herauszufinden, was die beste Medizin für eine Person zu einem bestimmten Zeitpunkt ist. Doch das heißt nicht, dass die Forschung nicht dabei ist Fortschritte zu machen. An Impfstoffen wird geforscht, bereits mit menschlichen Testreihen, Nanobots werden entwickelt. Dies sind nur einige Beispiele und durch weitere Forschung wird in Zukunft die Überlebensrate bei einigen Krebsarten deutlich reduziert werden können.


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