Die Insel Gozo ist noch ein echter Geheimtipp

 

Idyllisch und farbenfroh: Der Hafen von Mgarr (Foto. F. Teuchert)

Idyllisch und farbenfroh: Der Hafen von Mgarr (Foto. F. Teuchert)

Gozo ist mit seinen ca. 40.000 Einwohnern weitaus kleiner als Malta, viel ländlicher und ruhiger als die größere und bekanntere Schwesterninsel Malta.

Nach einer ca. 30-minütigen Fahrt mit der Fähre von Cirkewwa erreicht man den idyllischen, kleinen Hafen von Mgarr. Neben den großen Fähren legen hier auch viele bunte Fischerboote an.

Das Leben auf dieser kleineren und ländlicheren Insel verläuft gemächlich, der Lebensrhythmus wird bestimmt durch die Jahreszeiten, die Fischerei und die Landwirtschaft. Im Winter und Frühjahr bedeckt ein dichter Teppich aus duftenden Kräutern und üppiger Flora die Insel.

Beeindruckend: Der prähistorische Tempel des maltesischen Archipels - Ggantija (Foto: F. Teuchert)

Beeindruckend: Der prähistorische Tempel des maltesischen Archipels – Ggantija (Foto: F. Teuchert)

Das geschichtliche Highlight – der sogenannte Ggantija Tempel, befindet sich im Südosten von Xaghra. Dieser Megalithtempel gehört wohl zu den bedeutendsten, archäologischen Stätten weltweit. Bereits 1980 wurde er Teil des UNESCO-Weltkulturerbes.

Die Einheimischen hielten den Tempel von jeher für heilig und betrachteten das besondere Werk als gigantisch. Daher auch der Name Ggantija. Eine maltesische Legende besagt, dass eine Riesin das Bauwerk in nur einer einzigen Nacht errichtet haben soll. Diese beeindruckende Anlage gehört zu den archäologischen Highlights im Mittelmeerraum. Sie besteht aus zwei Tempeln, die geschichtlich auf zwischen 3.600 und 3.200 v. Chr. zurückdatiert werden konnten.

In Folge dessen wird Ggantija als eine der ersten, von Menschenhand erschaffenen, freistehenden Konstruktionen der Welt angesehen und ist somit sogar noch älter als Stonehenge. Der Baubeginn dieses legendären Bauwerks lag schätzungsweise bei 2.600 v. Chr. Die Pyramiden in Gizeh, Ägypten entstanden im Vergleich dazu etwa zwischen 2620 bis 2.500 v. Chr.

Auch in der Antike spielte das kleine Gozo bereits eine Rolle. Hier, in dieser friedlichen, fast mystischen Idylle, soll die Meeresnymphe Kalypso Homers Odysseus sieben Jahre lang im „Calypso Cave“ oberhalb der Ramla Bay festgehalten haben.

Die Inselhauptstadt Victoria ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Früher trug die Stadt den arabischen Namen Rabat, was so viel wie Vorort bzw. Vorstadt bedeutet. Victoria entwickelte sich über die Jahrhunderte hinweg und wurde 1887 zu Ehren von Queen Victorias diamantenes Thronjubiläum im Jahr 1887 in Victoria umbenannt. Heute leben ca. 6.500 Einwohner in der Hauptstadt der maltesischen Insel Gozo.

Die dortige Zitadelle (maltesisch Cittadella) wurde auf einem Fels nördlich des Stadtzentrums erbaut. Diese Anlage beherbergt die Kathedrale Santa Marija und den Bischofsplatz des Bistums Gozo. Nach einem kurzen Spaziergang durch die verschlungenen, alten Gassen rund um die St. George’s Basilica, kehrt man am besten zum Mittagessen in das traditionelle Lokal Ta Rikardu ein.

Geheimtipp: Das traditionelle Lokal Ta Rikardu (Foto: F. Teuchert)

Geheimtipp: Das traditionelle Lokal Ta Rikardu (Foto: F. Teuchert)

Rikkardus Weinstube ist ein echter Geheimtipp und befindet sich in einem alten Haus in der Nähe der Zitadelle. Rikkardu Zammit und seine Familie servieren in ihrem Lokal nur typische gozitanische Antipasti wie beispielsweise der in Öl eingelegte Ziegenkäse Gbejna, die hausgemachten Ravjul – so nennen die Einheimischen die Ravioli oder eine traditionelle Gemüsesuppe. Wer sich auf die Dachterrasse des Restaurants traut, wird bei schönem Wetter mit einem phänomenalen Ausblick über ganz Gozo belohnt.

Ein weiteres Highlight von Gozo ist mit Sicherheit das Azure Window – auch bekannt als das Blaue Fenster. Es ist eine Art imposanter Felsbogen, der über Jahrtausende hinweg durch verschiedene Umwelteinflüsse wie Wind, Regen und Wellen geformt wurde. Heute ist das 100 Meter lange und 20 Meter hohe Azure Window ein bekanntes Wahrzeichen und die Hauptattraktion der Insel Gozo.

Azure Window

Imposanter Felsbogen: Das Azure Window – hier mit Tauchern (Foto: F. Teuchert)

Noch ein kurzer Einblick zur Geschichte von Gozo:

Der Name Gozo steht für Freude. Die Insel erhielt den Namen unter den Aragonesern, die unter der Herrschaft von Peter III. im Jahr 1282 Sizilien erworben hatten und somit auch über die Inseln Malta und Gozo regierten. Auch die Römer behielten den Namen Gozo bis zur arabischen Herrschaft ab 800 n. Chr. bei. Die Araber änderten den Namen allerdings in Ghawdex um, weshalb Gozo auch heute noch in der maltesischen Sprache Ghadex genannt.


Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Reise und verschlagwortet mit , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , von Frances Teuchert. Permanenter Link zum Eintrag.
Avatar

Über Frances Teuchert

Frances Teuchert – Jahrgang 1981. Sie studierte Medienwirtschaft an der Rheinischen Fachhochschule in Köln. Um für ihre Diplomarbeit vor Ort recherchieren zu können lebte sie insgesamt fünf Monate in Australien. In dieser Zeit arbeitete sie in einem großen Verlag in Sydney und belegte zusätzlich einen Journalismus-Kurs an der University of Technology. Gleichzeitig schrieb sie Artikel für verschiedene deutsche Tageszeitungen und Magazine. Nachdem sie ihr Diplom in der Tasche hatte, entschied sie sich für ein weiteres (Fern) Studium an der Freien Journalistenschule in Berlin und besuchte weiterhin Workshops und Seminare, um ihre journalistischen Kenntnisse und Fähigkeiten weiter auszubauen. Inzwischen arbeitet Frances in Erfurt und schreibt als freie Journalistin für diverse Print- und Onlinemedien mit den Schwerpunkten Kultur, Medien, Reisen und Sport. Zusätzlich ist sie freiberuflich als Social Media Manager und Referentin im Bereich Social Media tätig. Seit Januar 2015 ist Frances für die Reise- und FilmKunstKultur-Rubrik bei Face2Face unterwegs. Website: www.francesteuchert.de | Twitter: @FrancesTeuchert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.