Ska vi gå fika? – Kaffeepause auf schwedische Art

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Typisch für eine Fika: Kanelbullar und Tee. (Foto: N. Schwalb)

Ereilt die Einen schon zu Beginn eines längeren Auslandsaufenthaltes ein Kulturschock, können sich Andere mit den neu entdeckten kulturellen Gegebenheiten und Traditionen bestens anfreunden.
In Schweden zählt die Fika definitiv zu den leicht hinzunehmenden Gebräuchlichkeiten, die ein fremdes Land zu bieten hat.

Fika, ob als Verb oder Substantiv benutzt, mag einem Deutschen zuerst vielleicht komisch vorkommen. Tatsächlich bezeichnet Fika aber die schwedische Kaffeepause, die von Jung und Alt mit Freuden zelebriert wird. Zu Kaffee oder Tee werden dabei laut Tradition sieben selbstgebackene Kekse oder Gebäckstücke gereicht. In der Universität oder auch im Arbeitsleben wird die Fika zwar auf schlichtes Kaffeetrinken reduziert, im privaten Bereich zeigt diese Gepflogenheit jedoch althergebrachte Kontinuität.

Laut Statistik trinkt ein Schwede durchschnittlich vier Tassen Kaffee am Tag. So ist es nicht verwunderlich, dass eine Fika zu jeder Tageszeit eingenommen werden kann. Ist die Förmiddagsfika vormittags zwischen zehn und elf Uhr anzusetzen, kann eine Fika aber auch am frühen Nachmittag oder sogar nachts vor dem Schlafengehen eingenommen werden.

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Darf bei keiner richtigen Fika fehlen: Fikabröd. (Foto: N. Schwalb)

Ein typisches schwedisches Gebäck, das bei kaum einer Fika fehlt, sind Kanelbullar, zu Deutsch Zimtschnecken. Fikabröd aller Art, seien es Kekse, Kuchen oder anderes Gebäck, gibt es sogar in jedem Supermarkt zu kaufen, in dem die umfangreichen Auslagen der einer kleinen Bäckerei ähneln. Seit 1999 hat die Zimtschnecke in Schweden nebenbei ihren eigenen Feiertag, den Kanelbullenstag, der sich immer am 4. Oktober jährt.

Abgesehen vom Essen und Trinken ist der soziale Aspekt der Fika jedoch der wichtigste. Ob es sich um ein unkompliziertes Treffen zwischen Mann und Frau handelt, eine Mittagspause unter Arbeitskollegen oder Kommilitonen oder den Austausch zweier guter Freundinnen spielt keine Rolle. Ebenso ob sie zuhause oder in einem Café abgehalten wird.

Die Schweden sind jedenfalls davon überzeugt, dass eine Fika die perfekte Möglichkeit ist, den stressigen Alltag hinter sich zu lassen und Herz und Geist zu läutern – wenn auch nur für wenige Minuten.

Vorschau: Nächste Woche berichtet die Film Kunst Kultur-Rubrik vom Computerspielemuseum im Berlin.


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Über Nadine Schwalb

Jahrgang 1992. Nadine wuchs in einem kleinen Dorf im beschaulichen Odenwald auf. 2011 begann sie ihr Studium der Germanistik und BWL an der Universität Mannheim. Sie engagierte sich im Allgemeinen Studierendenausschuss der Universität sowie in der universitätseigenen Theatergruppe Compagnia Palatina. Weiterhin absolvierte sie Praktika im Kulturbüro Ludwigshafen, am Mannheimer Nationaltheater und als Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache an einer privaten Sprachschule. Verbrachte sie schon ihr Auslandssemester im hohen Norden Schwedens, zieht es sie nun nach ihrem Abschluss in die USA, um eine Stelle im Bereich Event Management zu anzutreten. In naher Zukunft beabsichtigt sie ein Masterstudium, das die beiden Elemente ihres Bachelorstudiums vereinen kann. Aufgrund ihres hohen Interesses an Kultur aller Art, ihrer Begeisterung für Film, Theater und Literatur begann ihre Mitarbeit bei Face2Face in der FilmKunstKultur-Redaktion im August 2012.

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