Dortmund vs. Bayern in Wembley?

Es ist das Jahr der deutschen Teams in der Championsleague. Das deutsche Meisterteam des FC Bayern München schoss sich mit einer wahren Fußballgala gegen die vermeintlich beste Mannschaft der Welt, den FC Barcelona, in eine hervorragende Ausgangssituation in Hinsicht auf das Endspiel im Wembley-Stadion in England.

 Im Hinspiel brillierten die Bayern mit 4:0 vor heimischem Publikum in der Allianz-Arena, ein grandioses Spiel, vor allem für Thomas Müller. Der Rechtsaußen-Spieler war immer da, wenn er gebraucht wurde, bereitete Tore vor, ließ die Gegner auflaufen – und schob den Ball auch selbst über die Torlinie. Von den Katalanen aus Barcelona war im Münchner Hexenkessel kaum etwas zu sehen – trotz der höheren Ballbesitzquote konnten die Spanier kaum Torchancen herausspielen. Einzig Weltfußballer Lionel Messi kam Münchner Torwart Manuel Neuer gefährlich nahe, wurde jedoch von Dante ausgebremst. Ansonsten konnte der Argentinier seine Spielstärke nicht zeigen, wurde aus dem Spiel genommen und dadurch wurde auch das berühmt-berüchtige Kurzpassspiel der Spanier unterbunden. Das Rückspiel wird in Spanien stattfinden – fünf Tore müssten die Jungs unter Barcelona-Trainer Tito Vilanova schießen (und das ohne Gegentor), um ins Finale zu kommen. Eine schier unmögliche Aufgabe bei der derzeit überragenden Form der FC Bayern-Spieler.

Der bereits sichere Final-Kandidat aus Deutschland ist die Truppe um den Noch-Dortmunder (und bald FC Bayern-Spieler) Mario Götze. Borussia Dortmund hat nach der letztjährigen verkorksten CL-Saison, bei der sie bereits frühzeitig ausschieden, gezeigt, dass sie auch international zu den ganz Großen gehören. Sprach man ihnen die letzte Saison noch Nervosität vor internationaler Stärke und Unerfahrenheit zu, ließen sie in diesem Jahr keine Zweifel an ihren Ambitionen, ganz oben mitzuspielen. Im Hinspiel besiegten sie Spieler von Real Madrid mit 4:1. Im Signal Iduna Park patzte einzig Mats Hummels – diesen Fehler nutzte Reals Superstar Cristiano Ronaldo eiskalt aus und machte das Tor. Ansonsten kann das Spiel nur als Lewandowski-Gala bezeichnet werden – alle vier Treffer gingen auf das Konto des polnischen Nationalspielers. Nach diesem Spiel dürfte der Marktwert des ohnehin schon auf dem Transfermarkt umkämpften Dortmunders noch etwas höher geworden sein. Im Rückspiel ließen es die Rheinländer etwas ruhiger angehen – ein 2:0-Sieg der Madrilenen reichte den Dortmundern dennoch für den Einzug ins Finale. Und doch war es gegen Ende spannend, nach 83 Minuten torlosen Fußballs schossen Sergio Ramos und Karim Benzema die Spanier in Reichweite – ein 3:0 hätte ihnen zum Finale gereicht.

Ein deutsch-deutsches Finale ist nun kein Traum mehr, sondern höchstwahrscheinlich. Der FC Bayern wird am heutigen Mittwoch, den 1. Mai kaum eine plötzliche Formschwäche erreichen und fünf Tore des FC Barcelona zulassen. Championsleague-Finalbegegnungen aus demselben Land gab es bis jetzt erst zwei Mal in der Geschichte, 2000 spielte Madrid gegen Valencia und 2008 Manchester United gegen den FC Chelsea. Chancen auf den Sieg werden eher dem FC Bayern zugerechnet, sieht man sich deren Dominanz und spielerische Größe in der Bundesliga an. Doch wer weiß – die Borussen aus Dortmund sind immer für eine Überraschung gut.

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