Valentinstag – Kitsch und Kommerz

Valentinstag – Kitsch und Kommerz

Das typische Geschenk an Valentinstag: eine rote Rose für die Liebste (Foto: Appelt)

Alle Jahre wieder am 14. Februar kommt Amor, der römische Gott der Liebe, mit seinen Löckchen und herzigen Liebespfeilen zu uns geflogen und verbreitet Liebe auf der Welt. Genau, bald ist wieder Valentinstag! Wie sollte man das auch vergessen, wo doch allmählich schon überall die Werbetrommel geschwungen wird?

Sei es die Parfümerie, der Fotoladen, der Blumenhändler, die Lidl-Filiale oder auch der Bäcker um die Ecke. Überall kommen uns rote Herzchen, Blumengestecke mit roten Rosen und Efeu in Herzform entgegen. Nichts gegen Herzchen – ich liebe die Herzform. Ich wollte sie mir zwischenzeitlich auch schon als Tattoo auf der Haut verewigen lassen. Aber was ich nicht liebe, wenn nicht gar nervtötend finde, ist dieser Herzchenwahn an Valentinstag. Wenn sogar gestandene Männer sich dazu niederlassen, mit roten Rosenblütenblättern eine Herzform auf das Bett der Liebsten zu zaubern. Okay, das war nun doch ein krasses Beispiel, welches sehr gut in die Kategorien ultraschnulziger Liebesfilm und Flitterwochen passen würde. Oder auch in die neue RTL2-Sendung „Traumfrau gesucht“. Aber bestimmt gibt es auch im echten Leben Männer, die das so machen. Man(n) kann es mit der Romantik auch übertreiben.

Nichtsdestotrotz, die meisten Männer machen an diesem Tag dennoch Dinge – oder müssen Dinge machen – die so gar nicht zu ihnen passen. Es gibt wohl tatsächlich einige Frauen, die das so erwarten. Warum? Das verstehe ich nicht. Warum müssen Männer sich auf den Kopf stellen und partout der Liebsten ein – irgendein – Geschenk machen, damit sie zufrieden ist? Es ist doch nichts Besonderes, kein Zeichen von großer Aufmerksamkeit an diesem einen Tag fünf rote Rosen geschenkt zu bekommen. Oder eine Schachtel Milka-Pralinen in Herzform, die womöglich gerade noch schnell an der Tankstelle gekauft wurden.

Valentinstag – Kitsch und Kommerz

Fliegen uns an Valentinstag nur so um die Ohren: Herzchen (Foto: Lukenda)

Vielleicht bin ich da auch etwas eigen. Ich muss einfach jedes Mal schmunzeln und in mich hinein grinsen, wenn ich am 14. Februar unterwegs bin und die halbe Menschheit um mich herum irgendwie verrückt spielt. Wenn Jungs dann eine rote Rose mit etwas grünem Gestrüpp, Schleierkraut und durchsichtiger Folie, die sie ihrer Freundin schenken möchten, in den Händen halten. Soll das schön sein? Hauptsache irgendetwas in Händen zu halten? Nein, das ist ganz und gar nicht meins und das soll auch ganz und gar nicht heißen, dass ich mich nicht über Geschenke freuen würde. Das Gegenteil ist der Fall. Ich selbst würde diese Art Präsent allerdings auch nicht wählen, denn wenn ich schon etwas verschenke, dann sollte es möglichst etwas sein, das nicht jeder haben kann. Ein Geschenk mit persönlicher und kreativer Note.

Als Single fand ich den Valentinstag schon überflüssig. Aber nicht, weil ich Single war und mir Paare auf den Keks gingen, sondern weil ich diesen Tag schlichtweg unnötig fand. Eine reine Kommerz-Veranstaltung. Das finde ich heute als Nicht-Single übrigens immer noch. Ich habe meinen Freund daher von der Pflicht – oder dem Glauben – entbunden, ja sogar gebeten, mir bitte keine kitschigen Dinge oder roten Rosen an Valentinstag zu schenken. Und bitte auch keine Fotomotiv-Tasse, die dann in einer Ecke verstauben würde.

Ich glaube, darüber ist er sehr froh. Und schenkte mir vor ein paar Tagen eine einzelne rote Rose. Was mich viel mehr gefreut hat, weil er selbst daran gedacht hatte und sich nicht von Massen von Leuten an einem einzigen Tag dazu verleiten ließ. Diese Tatsache zeugt meiner Meinung nach von viel mehr Aufmerksamkeit und ist dadurch besonderer. Besonders finde ich auch einfach einen schönen Abend zu verbringen oder gemeinsam etwas zu unternehmen, ohne all diesen Kitsch und Kommerz. Das alles braucht doch niemand ernsthaft.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Eva über Avaaz & Co. und ihre Online-Petitionen. Ein interessantes Thema!


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