Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Deutschland hat sich von der Atomenergie abgewandt und will weiter seinen Weg in Richtung erneuerbare Energien gehen. Soll heißen: Mehr Solarstrom- und Windkraftanlagen. Was auf den ersten Blick klimaeffizient wirkt, hat trotzdem Auswirkungen auf die Natur – die Folgen sind noch nicht in ihren vollen Maßen absehbar.

Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Sind in der Luft nicht mehr alleine: Vögel und Fledermäuse (©Hannelore Louis, pixelio.de)

Windkrafträder stellen mit ihren rotierenden Blättern eine Todesfalle für viele Vogel- und Fledermausarten dar. Nicht nur die Rotorblätter und der Mast sind gefährlich. Auch die Luftverwirbelungen, die beim Drehen entstehen, ziehen die Vögel und Fledermäuse in einen unaufhaltsamen Sog. Einige Tiere, wie zum Beispiel der Kranich, weichen den Mühlen aus. Doch andere erkennen die Anlagen nicht als Gefahr und ändern ihre Flugbahnen nicht. Vor allem Abendsegler, Mäusebussarde, Rote Milane und Singvögel fallen Windkraftanlagen zum Opfer.

Seit 2002 beschäftigen sich verschiedene Forschergruppen mit dem Sammeln und Auswerten von Kollisionsdaten. Zudem werden Verhalten und Lebensweisen von Vögeln in der Nähe von Windkraftparks studiert, um Lösungen zu schaffen.

Doch genau Zahlen zu erheben und diese zu verallgemeinern ist nicht einfach. Nur die Spitze des Eisbergs kann wirklich nachgewiesen werden. Die meisten Vogelkadaver werden von Füchsen und anderen Raubtieren schon vor einer Zählung aufgefressen. Eine kürzlich erschiene Hochrechnung ergab des Michael-Otto-Institut des Naturschutzbundes Deutschland e.V., dass an den 3.300 Windkraftanlagen in Deutschland insgesamt jedes Jahr 15.000 Fledermäuse und 12.500 Vögel sterben.

Wenn die Studie beendet wird, sollen konkrete Punkte erarbeitet sein, die vom Bau der Windräder bis zum Standort gewisse Richtlinien vorgeben. Zum Beispiel belegen jetzt schon Zahlen, dass weiße Masten für mehr Vogelschlag verantwortlich sind als grüne. Bei diesen konnten in Deutschland bisher noch keine Vogelkadaver gefunden werden.

Der Tod in der Luft – Vogelsterben durch Windkraftanlagen

Vielleicht weniger tödlich: Rotorblätter mit Streifen (©uschi dreiucker, pixelio.de)

Vor allem Greifvögel sind gefährdet, da Windkraftanlagen häufig auf offenen Feldern stehen, in denen sie ihre Jagdbeute finden. Der genaue Grund, warum gerade Greifvögel, wie der Rote Milan oder der Mäusebussard, am schlimmsten betroffen sind, ist den Forschern bisher ein Rätsel. Vermutet wird, dass der tagaktive Vogel kaum Scheu vor festen Bauwerken, also auch Windkrafträdern, hat.

Um die steigenden Strompreise etwas zu dämpfen, müssen jedoch neue Anlagen gebaut werden. Doch wenn beim Schutz der Umwelt vor einem nuklearen Ernstfall viel Einsatz gezeigt wird, dann sollte auch der Schutz der restlichen Natur und Umgebung in den Vordergrund rücken.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Artikel über Fledermäuse.


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