Wasserverbrauch in Deutschland – eine Recherche

„Das Wasser, das du nicht trinken kannst, lass fließen“ – dieser schöne Spruch aus Mexiko bedeutet, dass man nicht gierig sein sollte. Das, was man nicht bekommt, kann man eben so anderen gönnen. Wir in Deutschland haben keine Trinkwassernot, im Gegenteil: wir können unser Wasser in Flaschen verpackt oder direkt aus dem Hahn trinken. Welch ein Luxus! Wie hoch jedoch ist unser Trinkwasserverbrauch, und was bedeutet dies für die Umwelt? Eine Recherche.

Im deutschen Wasserverbrauchs-Atlas von 2015 ist der Verbrauch nach Bundesländern aufgezeigt. Es wird in Litern pro Tag pro Kopf gerechnet.

Trinkwaser ist in Deutschland nicht knapp - so wirkt es zumindest. (c) pixelio.de

Trinkwaser ist in Deutschland nicht knapp – so wirkt es zumindest. (c) pixelio.de


Eindeutiger Spitzenreiter im Wasserverbrauch ist das Land Nordrhein-Westfalen mit 135 Litern Verbrauch! Dicht auf dem Fuße folgen Hamburg und Schleswig-Holstein mit jeweils 134 Litern Wasserverbrauch.
Am sparsamsten ist der Osten Deutschlands: Sachsen-Anhalt verbraucht 91 Liter am Tag, Thüringen 89 und Sachsen sogar nur 84.
Wenn man sich diese Art des Verbrauches anschaut, fällt trotz dessen auf: Dies ist eine sehr hohe Summe für einen einzigen Weltbürger, wenn man überlegt, dass momentan 2,1 Millionen Menschen keinen Zugang zum Trinkwasser haben
. Der Weltatlas Haack schreibt zu dieser Problematik: „Die jährliche Zahl der Menschen, die an durch verunreinigtes Trinkwasser ausgelösten Krankheiten sterben, liegt bei etwa 2,2 Millionen. Mehr als 250 Millionen Menschen leiden an derartigen Krankheiten. Die Abwässer von ca. 2,4 Milliarden Menschen gelangen ungeklärt in Oberflächengewässer oder versickern im Boden, in Entwicklungsländern werden etwa 90 % der Abwässer nicht behandelt. Nach UN-Angaben liegt der minimale Wasserbedarf eines Menschen bei 50 Litern am Tag, fünf Liter zum Trinken, zehn für die Nahrungszubereitung und der Rest für die Hygiene. Milliarden Menschen jedoch müssen heute schon mit weniger als zehn Litern am Tag auskommen.“
Dies sind erschreckende Zahlen.
Wofür jedoch nutzen die Deutschen dieses Wasser?
Zum Baden, Duschen und zur Körperpflege werden täglich etwa 36 Liter Wasser verbraucht. 
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. veröffentlichte 2014 folgende Zahlen:
Die Toilettenspülung verbraucht 33 Liter Wasser, das Waschen der Wäsche 14 Liter. Die Reinigung des Hauses, das Putzen des Autos und der Garten verbrauchen 7 Liter Wasser, das Geschirrspülen 5 Liter und das Essen und Trinken insgesamt ebenfalls etwa 5 Liter.
Da für Warmwasser im Schnitt 12 mal mehr Energie benötigt wird als für Beleuchtung, lohnt sich das Wassersparen besonders: Nicht nur der Wasserverbrauch sinkt, sondern auch der Energieverbrauch und die CO2-Emissionen sinken. 

Am Tag fünf Liter zu trinken ist ein Richtwert, den die wenigsten von uns erreichen. (c) Pixelio.de

Am Tag fünf Liter zu trinken ist ein Richtwert, den die wenigsten von uns erreichen. (c) Pixelio.de


Wir haben daher fünf Tipps für euch vorbereitet, wie ihr selbst täglich Wasser sparen könnt:
1.) Während man Zähne putzt oder sich rasiert, sollte das Wasser abgestellt werden.
2.) Beim Einseifen oder Shampoonieren in der Dusche muss das Wasser ebenfalls nicht laufen!
3.) Das Duschen kann dem Baden immer vorgezogen werden, es verbraucht lediglich einen Bruchteil des Wassers.
4.) Geschirrspüler immer erst komplett füllen vor dem Waschgang. Bei Handwäsche: Das Becken volllaufen lassen, nicht unter laufendem Wasser spülen.
5. Bei Toilettenspülungen: Start- und Stopp-Taste benutzen.


Viel Erfolg wünschen wir euch beim zukünftigen Wassersparen! So schont jeder mit nur ein bisschen Mühe unsere Umwelt.

Vorschau: Am Donnerstag, 18. Juni berichtet Bernd euch von den Top 10 der neuen Spezies 2015.


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Über Svenja Strohmeier

Jahrgang 1988. Sie wurde in Gehrden bei Hannover geboren und war schon immer umgeben von Tieren. Der Tierschutz lag ihr besonders am Herzen. 2008 schloss sie ihr Abitur ab, um darauf folgend das Lehramtsstudium für die Realschule mit den Fächern Englisch und Geschichte zu beginnen. Zeitgleich mit dem Beginn des Referendariats engagierte sie sich in der Politik für Haustier- und Nutztierrechte sowie Landwirtschaft im Land Niedersachsen. Ihr besonderes Herzensprojekt sind die Straßenhunde Rumäniens. Im Juni 2014 begann die Mitarbeit beim Face2Face-Magazin in der Rubrik Tier & Umwelt, was ihr großen Spaß bereitet.

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