Alles App oder was?

Lange habe ich mich gewehrt. Nie wollte ich ein Smartphone haben. Ich war der letzte unter meinen Fachinformatiker-Kollegen, der noch mit einem stinknormalen Mobiltelefon durch die Gegend gerannt ist. Mein altes Klapp-Handy ging wunderbar, war «unkaputtbar», finnische Qualität eben, mit der man zur Not auch mal einen Nagel in die Wand schlagen konnte, um danach einfach weiter zu telefonieren.

Die Generationen des Handy von alt nach neu.

Generationenwechsel: Das Smartphone, hier links, hat das konventionelle Handy bereits verdrängt. (© Dirk Kruse/Pixelio.de)

Schließlich habe ich dann doch klein beigegeben, ich habe mir in der Tat ein Smartphone gekauft. Natürlich nicht das teuerste, für den Anfang tut es auch ein günstiges Einsteiger-Modell, aber immerhin – ich bin nun in der Welt der Apps und des Touch-Pad angekommen.

Klar, dass ich mir das neue Handy nicht ohne Grund gekauft habe – Smartphones sind mehr als nur nette Spielzeuge, sie sind auch extrem praktisch.

Mit meinem alten Klapp-Handy konnte ich telefonieren und SMS schreiben. Aber schon das simsen war eher mühselig. Mit dem Ziffernblock Buchstaben einzugeben geht zwar mit etwas Übung recht flott, so konnte ich am Ende eine normale SMS in gut 30 Sekunden ins Gerät hacken. Trotzdem blieb es einfach unbequem und unpraktisch. Internet wäre mit meinem alten Handy theoretisch auch möglich gewesen, aber wenn schon das SMS schreiben nervt, dann kann man sich ja vorstellen, wie angenehm es war, im Interent unterwegs zu sein.

Deshalb habe ich mir gedacht, dass es nun endgültig Zeit wird, auf ein Smartphone umzusteigen. Bequemes SMS-Schreiben, Mail-Zugriff, Facebook, alles an einem Ort, immer verfügbar, wenn ich es brauche. Die Betonung liegt hier auf dem ‚Ich‘, denn immer verfügbar zu sein, wenn es die anderen wollen, das ist es, was ich gerade nicht will, was mich unter anderem auch lange Zeit von einem Smartphone abgehalten hat.

Damit ich alle Vorteile meines Smartphones nutzen kann, brauche ich auf jeden Fall ein paar Apps. Schon einmal je eine für Mail und Facebook, denn so geht es einfach schneller und bequemer als wenn ich den Browser dafür verwende. Dann auch noch die MVG Fahrinfo App. Dieses kleine Tool hat mich schon lange gereizt, jetzt mit meinem Smartphone kann ich es endlich nutzen. Es handelt sich um eine App, die mir für München alle Fahrzeiten der öffentlichen Verkehrsmittel live anbietet. Ich sehe also sofort, ob die U-Bahn Verspätung hat, ob ich zum Beispiel besser auf die Tram umsteigen sollte. Außerdem bekomme ich immer und überall die kürzesten und schnellsten Verbindungen angeboten – das ist echt praktisch, ohne hier Werbung machen zu wollen. Ich spare mir mit diesem wie mit anderen kleinen Helferlein jede Menge Zeit im Alltag.

Einziger Wehrmutstropfen: Um diese tollen Apps nutzen zu können, muss ich mir doch tatsächlich ein Google-Konto anlegen, denn auf meinem Handy läuft Android. Ohne Google-Account kein Google PlayStore und ergo keine Apps – dann hätte ich ja gleich bei meinem alten Handy bleiben können. Im Endeffekt ist es ja auch egal, ob ich nun einen Google-Account habe oder nicht – irgendjemandem muss ich eben meine Daten verfügbar machen, darum führt leider kein Weg vorbei, wenn ich mein Smartphone optimal nutzen will. Daran hätte auch ein iPhone nichts geändert, dann wäre ich jetzt eben bei Apple in der Datenbank.

Trotzdem: unterm Strich bin ich einfach nur zufrieden mit meinem neuen Gerät. Es ist bequem und der Akku hält auch länger als befürchtet. Und das Beste: Wenn ich keine Lust mehr auf Facebook oder WhatsApp habe, dann schalte ich einfach das Handy aus – ja auch ein Smartphone kann man abschalten. Denn trotz Smartphone, auf eines will ich nicht verzichten: Meine Freiheit, selbst zu bestimmen, wann ich wie erreichbar bin.

Vorschau: Blogger schenken Lesefreude – Was es mit dieser Aktion zum Welttag des Buches im April auf sich hat, erfahrt ihr nächste Woche von Eva.


Dieser Eintrag wurde veröffentlicht in Kolumne und verschlagwortet mit , , , , , von Sascha Resch. Permanenter Link zum Eintrag.
Sascha Resch

Über Sascha Resch

Jahrgang 1992. In München geboren und aufgewachsen, beendete er 2015 erfolgreich seine Ausbildung zum Fachinformatiker, Schwerpunkt Software-Development. Nebenbei sammelte er journalistische Erfahrungen in der Redaktion des TOUR-Rennradmagazins, beim Magazin der Jungen Presse Bayern, durch seine eigene Webseite Alpenvettern.de und natürlich seit 2012 auch bei Face2Face. Seit 2015 studiert er in München am Institut für „Deutsch als Fremdsprache“ und arbeitet parallel als Deutschlehrer in einer Schwabinger Sprachschule. Auch bei Face2Face ist er flexibel: Zunächst als Autor unterwegs, kümmert er sich jetzt zusammen mit Denis Pollach um die IT-Infrastruktur des Magazins.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.