12 points go to – der Eurovision Song Contest 2016

Am 14. Mai 2016 fand der 61. Eurovision Song Contest, kurz ESC, in der schwedischen Hauptstadt Stockholm statt. Im letzten Jahr siegte der Sänger Måns Zelmerlöw aus Schweden mit seinem Song „Heroes“ und sorgte dadurch für die diesjährige Ausstragung des ESC in seinem Heimatland. Zusammen mit der Komikerin Petra Mede moderierte er den Musikwettbewerb, an dem in diesem Jahr 26 Länder teilnahmen.

Neues Punktesystem

Ein neues Punktesystem, bei dem die Punkte von Fachjury und Publikum der 42 stimmberechtigten Länder erstmals getrennt vergeben worden sind, sorgte für einige Überraschungen am Abend und machte den ESC spannend bis zum Schluss. Zuerst wurden die Punkte der Fachjurys der jeweiligen Länder verkündet. Danach hätte die Sängerin Dami Im aus Australien mit ihrem Song „Sound of silence“ den ESC gewonnen.

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Gutaussehender Sänger: Amir aus Frankreich (Foto: Anna Velikova (EBU))

Platz zwei und drei wären nach Juryabstimmung an Sängerin Jamala aus der Ukraine und den sympathischen Sänger Amir mit seinem französisch-englischen Gute-Laune-Hit J’ai cherché” aus Frankreich gegangen. Der polnische Sänger Michał Szpak bekam für seinen Song „Colour of your life“ von der Jury lediglich sieben Punkte, was den vorletzten Platz bedeutet hätte.

Zuschauer teilten Jurymeinung nicht

Doch das Zuschauervoting kippte das Ergebnis. Das führte dazu, dass Michał Szpak vom Publikum 222 Punkte erhielt und mit einem guten achten Platz äußerst zufrieden sein konnte. Damir Im aus Australien hatte sich zu früh gefreut. Durch das Zuschauervoting stieß die Ukrainerin Jamala sie mit insgesamt 534 Punkten vom ersten auf den zweiten Platz und siegte mit ihrem Song „1944“ beim diesjährigen ESC.

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Grund zur Freude: Jamala aus der Ukraine gewinnt den diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Der Song hatte bereits im Vorfeld des ESC aufgrund seines Inhalts für Kritik gesorgt, denn er handelt von der Geschichte von Jamalas Uroma, die unter Stalin von der Krim vertrieben wurde. Auch nach dem Sieg gab es Kritik an der dadurch entstandenen Politisierung des ESC. Wäre es nach dem Publikum gegangen, hätte der Russe Sergey Lazarev den Wettbewerb gewonnen. Er konnte nicht nur gesanglich mit „You are the only one“, sondern auch mit seiner spektakulären Show, bei der die Videoanimationen im Hintergrund perfekt auf seine Performance abgestimmt waren, überzeugen. Da ihn die Jury jedoch nicht ganz so weit vorne sah, schaffte er es mit insgesamt 491 Punkten nur auf den dritten Platz.

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Bewegungen auf die Videoleinwand abgestimmt: Sergey Lazarev aus Russland bei seinem Auftritt beim diesjährigen Eurovision Song Contest (Foto: Andres Putting (EBU))

Viele Höhepunkte und Jamie-Lee als Schlusslicht

Zu den Höhepunkten gehörten auch der Schwede Frans mit seinem Liebeslied „If I were sorry“ (Platz fünf) und der Niederländer Douwe Bob, der in seinem Song „Slow down“ dazu aufruft, im stressigen Alltag öfter mal innezuhalten, was er bei seiner Darbietung sowohl durch eine zehnsekündige Pause als auch durch eine rückwärtsgehende Uhr im Bühnenbild verdeutlichte (Platz elf). Jamie-Lee Kriewitz konnte mit ihrem Song „Ghost“ und ihrem Manga-Look weder Jury noch Publikum begeistern und belegte mit nur elf Punkten den letzten Platz.

Der diesjährige Eurovision Song Contest überzeugte durch viele tolle Songs und Auftritte sowie auffallend viele hübsche Sänger, die den ESC auch optisch zu einem Highlight machten.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier mehr über Miles Davis.

Castingshows: Deutschland vs. Großbritannien

Zur Primetime hat man im Fernsehen die Qual der Wahl im großen Angebot der verschiedenen Sender. Immer öfter stößt man dabei auf Castingshows. Der Zuschauer bekommt dort Unterhaltung geboten, die ihn magisch zu fesseln scheint. Ob diese aus talentfreien oder vielversprechenden Auftritten besteht, ist im ersten Moment nicht wirklich wichtig. Doch im Laufe der Zeit ändert sich diese Einstellung, die Zuschauer scheinen langsam an der großen Präsenz von Castingshows zu ermüden.

Stellt man die Casting- und Talent- Shows in Deutschland und Großbritannien einander gegenüber, sieht man im Großen und Ganzen ein einheitliches Prinzip. Die Sendungen sind gleich aufgebaut: Es gibt immer mehrere Jurymitglieder, die selbst Profis sind und bereits das erreicht haben, wovon die Kandidaten noch träumen. Gerade im Musik-Bereich scheinen sich die Macher der Castingshows einig zu sein, dass nicht nur ein Gesangstalent gesucht wird, sondern auch eine Persönlichkeit, die eine Geschichte mitbringt, mit der sich der Zuschauer identifizieren kann.

Wichtig für ein erfolgreiches Format ist in beiden Ländern die Sympathie der Zuschauer mit den Teilnehmern. Dazu zählt einerseits die bereits genannte Identifizierung mit dem Kandidaten, andererseits aber auch Personen, die die Gemüter spalten. So ist das eigentliche Casting ein wichtiger Bestandteil des Wettbewerbs, da hier nicht nur die guten Sänger gezeigt werden, sondern auch Kandidaten, die nicht mit einer ansprechenden Gesangsstimme gesegnet wurden. Der Zuschauer amüsiert sich über die Situation und fühlt sich überlegen – und schaltet in der Woche darauf wieder ein, weil er mehr davon sehen will.

In dieser Hinsicht sind also beide Länder gleich eingestellt. Doch geht es um den eigentlichen Erfolg des Formats und auch der Teilnehmer erkennt man große Unterschiede. Castingshows haben eine lange Tradition im Fernsehen. Und die erfolgreichsten halten sich auch lange. Gerade das Format „The X Factor“, das von dem Briten Simon Cowell 2004 ins Leben gerufen wurde, ist in Großbritannien ein Erfolgsschlager. Jahr für Jahr schaut immer wieder ein Millionenpublikum zu. Doch wie bei allen Castingshows nagt auch an diesem Format der Zahn der Zeit. Die Zuschauerzahlen sinken. Auch wenn es im letzten Jahr mehr als neun Millionen Menschen interessiert hat, wer den „X-Faktor“, also den „Star-Faktor“ hat, sind es rund fünf Millionen weniger als noch im Jahr 2010.

Bleibt man bei dem Beispiel „X Factor“ und schaut nach Deutschland, sieht man keine erfolgreiche Castingshow. Im Gegenteil. Nach drei Staffeln gibt es keine Pläne für eine Fortsetzung der Show, die anfangs noch sehr vielversprechend war. Weitere Castingsendungen haben ein ähnliches Schicksal, denn selbst der Dauerbrenner „Deutschland Sucht Den Superstar“ (DSDS) muss mit dem Verlust von Quoten kämpfen.

Letztendlich gibt es auch deutliche Unterschiede bei dem Erfolg der Künstler. Während in Deutschland der Gewinner der ersten Staffel von „DSDS“, Alexander Klaws, zunächst als Sänger und später als Schauspieler und Musical-Darsteller Erfolge feierte, wurde es bei den „Popstars“-Gewinnern „NoAngels“ nach einem gelungenen Karrierestart ruhig um die Gruppe. Vielleicht lag dies aber auch an der misslungenen Teilnahme beim Eurovision Song Contest 2008, der ein erfolgreiches Comeback verhinderte. Andere Gewinner der vielen Castingshows, die es im deutschen Fernsehen gibt, sind bis heute eher unbekannt. Zwar gab es ein oder zwei, die zunächst eine erfolgreiche Karriere vor sich hatten, doch um sie ist es mittlerweile auch wieder still geworden.

Einst gefeierte Girlgroup: Von den fünf NoAngels sind nur noch Jessica Wahls, Sandy Mölling und Lucy Diakovska (von links) dabei gewesen. (Foto: Robert Maschke)

Einst gefeierte Girlgroup: Von den fünf NoAngels sind nur noch Jessica Wahls, Sandy Mölling und Lucy Diakovska (von links) dabei. (© Robert Maschke)

Anders sieht das in Großbritannien aus. Sieger und auch Teilnehmer, die es nicht bis in die finalen Runden geschafft haben, konnten sich in Großbritannien in den Charts platzieren und haben teilweise auch den Sprung nach Amerika geschafft. Beispiele dafür gibt es genug. Von Leona Lewis, die die dritte Staffel von „The X Factor“ gewonnen hat, bis zu One Direction, die es noch nicht mal in das Finale ihrer Castingshow geschafft hatten und nun umschwärmte Teeniestars sind.

Wie man es dreht und wendet: Castingshows geben den Teilnehmern und auch den Zuschauern Hoffnung. Aber letztendlich sind die Teilnehmer nur so lange aktuell, wie die Castingshow im Fernsehen läuft. Danach ist es ein Kampf der Kandidaten im Haifischbecken der Musikindustrie und um einen Platz in den Gedächtnissen der Menschen. Denn mal ehrlich, wer erinnert sich heute noch an die Siegerin der zweiten Staffel von „DSDS“, Elli Erl?

Vorschau: Nächste Woche stellt Euch Sebastian die Band Rakede vor.

Der Eurovision Song Contest – einschalten oder abschaffen?

Im Monat der Europawahlen flimmert mal wieder der Eurovision Song Contest über den Bildschirm. Bei uns in der Musikredaktion hat das Thema für ordentlichen Diskussionsstoff gesorgt und wir wollen euch gerne mit einbeziehen. Hier zwei Kommentare zum Eurovision Song Contest  von Selin und Vanessa.

„Seit Jahrzehnten existiert er schon, der Eurovision Song Contest und seitdem hat Deutschland nur zweimal gewonnen“ weiß Selin. „Den Gewinnern winkt eine erfolgreiche, steile Karriere zu, während die Verlierer im wahrsten Sinne des Wortes im Nichts versinken. Die Gewinnerinnen Nicole (mit dem Song „Ein bisschen Frieden“) und Lena Meyer-Landrut nutzten ihren Erfolg beim ESC aus und hielten noch Jahre nach der Veranstaltung ihren Erfolgsstatus. Leider kann man das nicht von allen sagen, denn die Verlierer waren nicht nur qualitativ nicht gut, sondern wurden auch den Erwartungen ihrer Zuschauer, die sie gewählt haben, nicht gerecht. Ein Beispiel dafür ist die ehemalige Girlgroup No Angels. Sie machte 2008 beim Wettbewerb mit und verlor haushoch. Danach konnte sie im Musikgeschäft nicht mehr erfolgreich Fuß fassen. Alle ihre Versuche scheiterten. So erging es auch der, bis zur Nominierung, erfolgreichen Gruppe Cascada, die nach der Schmach keinen Erfolg mehr vorweisen konnte. So spricht eindeutig mehr gegen eine Kandidatur beim ESC als dafür, denn so beliebt die Sendung auch bei den Zuschauern ist – ebenso deutlich ist, dass ein Misserfolg der Musikerkarriere nur schadet. Hinzu kommt, dass bei einem dem Titel nach europäischen Musik-Wettbewerb schon lange nicht mehr nur Europa teilnimmt, sondern auch viele weitere Länder, wie beispielsweise Aserbaidschan. Damit ist das eigentliche Konzept nicht erfüllt. Die gesamte Veranstaltung ist somit überholt und kontraproduktiv. Um es wieder interessanter zu gestalten, müsste man das Gesamtkonzept der Veranstaltung überarbeiten. Doch das liegt in den Händen der Verantwortlichen, nicht in denen der Zuschauer.“

Klassiker: Schon seit 1956 treten Künstler beim ESC gegeneinander an. (Foto: Wahlig)

Klassiker: Schon seit 1956 treten Künstler beim ESC gegeneinander an. (Foto: Wahlig)

„Selins Worte sind für mich nachvollziehbar“, sagt Vanessa. „Wenn ich an den ESC denke, denke ich vor allem an Musiker, die man nicht kennt und an ein Programm, das ich nur schaue wenn gerade nichts anderes im Fernsehen läuft und an ABBA. Gut, die schwedische Erfolgsgruppe kennt man, aber als sie den Eurovision Song Contest gewann, war ich noch nicht einmal auf der Welt. Früher war alles besser. Naja, so würde ich das nicht sagen, aber was den ESC angeht stimmt es wohl. Vor einigen Jahren war es noch die Talentschmiede um Bands in ganz Europa bekannt zu machen. Heute hat sich das geändert: Es scheint als suchen die einzelnen Länder schon verzweifelt nach einem mehr oder minder würdigen Vertreter. Schon nach der Hälfte der Lieder hänge ich ermüdet quer über dem Sofa und zappe lieber um. Dass beim ESC nur „Schrott“ herauskommt, würde ich dennoch nicht unterschreiben. Lena Meyer-Landrut ist aus deutscher Sicht ein richtiger Knaller beim ESC gewesen! Gut: manchen wird es schlecht, wenn sie an „Satellit“ denken und würden die gute Lena genau zu diesem schießen, aber scheinbar hat sie alles richtig gemacht. Ein bisschen zu extrem hier und ein bisschen zu durchgeknallt da und schon hat man den Sieg in der Tasche. Lieder, die im Kopf bleiben sind eben das Geheimrezept. Das Aus so mancher bekannten Band nach dem ESC, rechne ich aber nicht dem Wettbewerb zu. Die No Angels zum Beispiel haben sich vom ESC ein großes Comeback erhofft, das schnell durch andere Skandale zerschlagen wurde. Für mich ist der ESC, trotz des echt langweiligen Programms wenigsten im Schnelldurchlauf ein Muss. Zu wissen, was die Musiktrends aus anderen Ländern sind, interessiert mich da schon wirklich brennend! Außerdem sieht man auch etwas von der Kultur der teilnehmenden Ländern und das ist gerade bei Ländern wie Aserbaidschan sehr interessant.“

Vorschau: Das nächste Mal stellen wir euch die neusten Musiktrends aus Europa vor.

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten…

Stimmengemurmel. Rascheln. Lachen. Irgendwo hinter dem schwarzen Vorhang sitzen unsere Zuschauer und warten darauf, dass das Stück „Küsschen, Küsschen“ beginnt. Wir haben uns eingeschworen, jedem über die Schulter „Toi, toi, toi“ gewünscht und sind ganz nervös. Für mich ist es das erste Mal, dass ich selbst auf der Theaterbühne stehe und nicht Zuschauer bin. Einerseits freue ich mich wahnsinnig, gleich in eine andere Rolle zu schlüpfen, auf der anderen Seite habe ich Angst, dass etwas schief geht. Meine Hände zittern und mein Magen scheint einen Salto rückwärts hinzulegen, als es endlich losgeht.

 Acht Geschichten des bekannten englischen Schriftstellers Roald Dahl hat die Theatergruppe Dicke Luft aus Speyer unter Norbert Franck auf die Bühne gebracht. Roald Dahl wurde in den 50-iger und 60-iger Jahren durch seine Kindergeschichten wie „Charly und die Schockoladenfabrik“ oder „Matilda“ sowie durch seine makaberen, oftmals mit schwarzem Humor versehenen Kurzgeschichten für Erwachsene bekannt. Die berühmtesten Kurzgeschichten finden sich in den Sammelbänden „Küsschen, Küsschen“ oder „… und noch ein Küsschen“. Die Zuschauer durften sich also auf einen schaurig-schönen Abend freuen und auf die Umsetzung gespannt sein.

 Etwas über zwei Monate hatten wir an den einzelnen Stücken geprobt und viel Herzblut hineingelegt – und nun war es so weit: Wir durften vor einem Publikum spielen. Während ich auf meinen Einsatz als schwarzhaarige Hebamme wartete, lugte ich ab und an durch den schwarzen Vorhang, um einen kurzen Blick auf die Zuschauer und deren Gesichter zu erhaschen. Erleichterung durchflutete mich. Das Stück gefiel. Auf manchen Gesichtern erkannte ich ein breites Grinsen, auf anderen Skepsis, um bei manch einem Zuschauer auf Verwunderung oder gar leichten Ekel zu treffen. Alles in allem Reaktionen, die unsere kleinen Geschichten hervorrufen sollten.

 Schließlich war es auch für mich an der Zeit – zusammen mit Dorothea Förster, Bernhard Friedmann und Stefan Sold – die Bühne zu betreten und unsere Geschichte aufzuführen. Im schummrigen Dunkel traten wir nach draußen, nahmen unsere Plätze ein und warteten, bis das Scheinwerferlicht wieder anging und wir beginnen konnten. In diesem Augenblick schoss mir ein passender Auszug aus dem Lied von Juli durch den Kopf: „Elektrisches Gefühl, ich bin völlig schwerelos; elektrisches Gefühl, wie beim ersten Atemzug…“. Genauso fühlte ich mich, als das Licht anging und ich einfach alles um mich ausblendete. Adrenalin floss durch meinen Körper und ich konzentrierte mich nur noch auf das Spielen. Es war unglaublich – alles, was zählte, war das, was ich gerade tat. Nichts weiter…

 Der Abend verging wie im Flug. Keine Pannen und fast fehlerfrei brachten wir zweieinhalb Stunden hinter uns. Der Applaus der Zuschauer zum Schluss riss uns wieder zurück in die Realität. Die Premiere war geschafft, und wir mit unseren Leistungen zufrieden. Mittlerweile haben wir sechs weitere Aufführungen hinter uns und bisher eine gute Resonanz bekommen. Die vorerst letzte Aufführung von „Küsschen, Küsschen“ wird am 21. Juni 2011 um 20Uhr im Kulturbeutel im Domgarten in Speyer stattfinden.

 Ich habe während dieser Zeit viel über mich selbst gelernt. Rollenspiele können uns eine Menge erkennen lassen und uns einen Spiegel vorhalten. Ich bin über mich selbst hinausgewachsen, in dem ich in zwei verschiedene Rollen geschlüpft bin, die mit mir so gar nichts zu tun haben. Kein einfaches Unterfangen und dennoch ist es mir zum Schluss gelungen. Diese Erfahrungen sind wertvoll. Theaterspielen kann wirklich gut für die eigene Psyche sein, denn man lernt fast spielerisch – bedingt durch den Perspektivenwechsel – einerseits Fremdes aber auch sich selbst besser zu verstehen. Ansätze, die sich beispielsweise bei Kaspar H. Spinner und auch im heutigen Unterricht oft finden lassen. Außerdem wird die Imaginationsfähigkeit gefördert und das eigene Ich-Verständnis, da man sich teilweise recht intensiv mit der zu spielenden Figur auseinandersetzen muss.

 Aber nicht nur das zeichnet das Theaterspielen an sich aus, sondern auch der Kontakt zu neuen Menschen, das Sammeln neuer Erfahrungen und die Erinnerungen an lustige, schaurige und großartige Momente. Es kann uns dabei helfen, mehr über uns selbst zu erfahren und unseren oft hektischen Alltag hinter uns zu lassen. Denn mit dem Theaterspielen machen wir uns ja nicht nur selbst eine Freude, sondern schenken auch anderen – nämlich denjenigen, die uns zuschauen – einen Moment jenseits des Alltagsgeschehens. Voraussetzung ist natürlich, dass man selbst Theater spielen möchte und auch Spaß daran hat, sonst ist das Ganze wohl eher kontraproduktiv

 In diesem Sinne wünsche ich euch eine kreative Woche!

Eure Lea

Vorschau: Was EHEC eigentlich ist, und warum Eva der ganze Medienrummel suspekter ist, als der Erreger selbst, lest ihr hier nächste Woche.