Zurück auf´s Fahrrad?

Diesel-Skandal, Feinstaubalarm, Umweltverschmutzung – da kann einem die Lust aufs Autofahren schon mal kurzfristig vergehen. Vielleicht sieht eure „urbane Mobilität“ aber auch so aus: Rauf aufs Fahrrad, fünf Minuten strampeln – ankommen.

Es war einmal eine Rettichkönigin…

Ursprünglich hatte er die sogenannte Laufmaschine als eine Alternative zum Reitpferd erdacht – vor 200 Jahren fuhr Karl Drais zum ersten Mal mit dem Vorgänger des Fahrrads durch Mannheim. Seitdem hat sich einiges getan. Das Fahrrad gilt als das weltweit am meisten genutzte Transportmittel. Aktuell ist sogar von einer Rückeroberung der Städte die Rede. In meinem Heimatort ist das Fahrrad definitiv angekommen (oder war es vielleicht nie weg?). Viel gibt´s in Schifferstadt halt auch nicht… Selbst der Goldene Hut, der in der Bronzezeit auf einem Acker gefunden wurde und als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, steht inzwischen im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Schifferstadt besitzt nur noch eine Nachbildung.
Das, was es gibt, ist dafür wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar: Eine Volksbank, gleich zwei Bahnhöfe, diverse Restaurants und mein geliebter Hofladen, der neben Rettich – im Gegensatz zu den meisten anderen pfälzischen Gemeinden hat Schifferstadt keine Wein-, sondern stattdessen eine Rettichkönigin – auch anderes Gemüse und Obst aus der Region verkauft.

Große Kleinstadt, kleine Mittelstadt

Bisher habe ich immer behauptet, dass ich in einem Dorf lebe. Wikipedia ist da ein winziges bisschen genauer: Mit seinen etwa 20.000 Einwohnern schwankt Schifferstadt zwischen einer sogenannten „großen Kleinstadt“ (10.000 Einwohner bis 20.000 Einwohner) und einer „kleinen Mittelstadt“ (20.000 bis 50.000 Einwohner). Das ist natürlich nichts im Vergleich zu einer „richtigen“ Stadt. Stuttgart hat 30-mal so viele Einwohner und ist mehr als siebenmal so groß wie Schifferstadt. Da kann man mit dem Fahrrad bestimmt vieles, aber sicher nicht alles erledigen.
Wäre für mich jetzt kein Problem gewesen, wenn ich mich nicht dafür entschieden hätte, für zwei Jahre als Backup-Frau für eine werdende Mutti bei der Mercedes-Benz Bank auf dem Stuttgarter Pragsattel einzuspringen. „Sachbearbeiterin Kommunikation“ lautete fortan mein offizieller Titel, inoffiziell stelle ich mich gerne ein klein wenig adeliger vor: „Tatjana von der Kom“.

Vom Gemüsegarten in die Feinstaubmetropole

Vier Tage in der Woche pendelte ich nun mit dem Zug vom Gemüsegarten Deutschlands, wie es die Website der Stadt Schifferstadt so wunderbar bildhaft beschreibt, in die Feinstaubmetropole Baden-Württembergs (auch recht bildhaft *hust*). Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, stellten sich mir anfangs zwei Fragen: 1. Wie zum Teufel komme ich hier raus? Bisher dachte ich ja Bahnhöfe wären leicht zu durchschauen – ein Häuschen und ein paar Gleise eben. Von verschiedenen Ebenen, die gefühlt bis zum Erdkern vordringen, und glitzernden Einkaufpassagen, die einen vom Wesentlichen – zur Erinnerung, falls Sie auch gerade abgeschweift sind: Wie zum Teufel komme ich hier raus? – ablenken, war nie die Rede.

Saubere Umwelt: Da ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

Saubere Umwelt: Dahingehend ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

2. Wie komme ich am geschicktesten durch den Stadtverkehr? Gar nicht mal so einfach, wenn man es gewohnt ist, vom Balkon aus das Feld und damit den Stadtrand zu sehen…
Die U-Bahn stellte sich als die schnellste, komfortabelste aber vor allem unterhaltsamste Lösung heraus. Hier habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass man niemals aussteigen sollte, wenn die Bahn laut Durchsage defekt ist. Denn ganz bestimmt fährt sie genau in dem Augenblick los, wenn ich draußen in der Kälte stehe.
In der U-Bahn kann man sogar seinen Fremdwortschatz erweitern. Oder wissen Sie, was „Kwienohaaa“ ist? Gut, die Dame, die darüber sprach, hatte selbst auch keine Ahnung und fragte deshalb ihre Freundin. Es dauerte einen Moment, bis ich aus dem Lautbild, das sie gezeichnet hatte, ableiten konnte, was sie wohl meinte: Quinoa! Diese kleinen, getreideartigen Kügelchen, die sich als Beilage zu allem möglichen eignen. Mit diesem Hintergrundwissen wirkte der Tipp der Freundin – „ich glaub, das ist sowas wie Risotto“ – leider wenig förderlich auf meine Beherrschtheit und ich konnte ein kleines Schnauben nicht unterdrücken.

Ohne Auto in der Großstadt?

Ich komme dann jetzt mal zurück auf das Fahrrad. Im schwedischen Malmö entsteht gerade ein Gebäude, das speziell auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern abgestimmt ist. 55 Wohnungen, 33 Motel-Zimmer und kein einziger Pkw-Parkplatz. Dafür gibt es einen Fahrradabstellraum, Leihräder für Gäste und eine kleine Werkstatt. Ohne Auto geht also nicht nur in Schifferstadt, sondern auch in Großstädten. Nicht so ganz!
Die zukünftigen Mieter des Hauses bekommen eine Mitgliedschaft bei einem Carsharing-Anbieter und eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel als Ausgleich für die fehlenden Parkmöglichkeiten. Neun Carsharing-Stationen befinden sich im Umkreis von 500 Metern um das Gebäude. Der Hauptbahnhof ist 1.400 Meter entfernt und mit dem Fahrrad (ja, da ist es wieder!) in etwa drei Minuten zu erreichen. Die nächste Bushaltestelle ist 50 Meter entfernt, Supermärkte, Bars und Restaurants im unmittelbaren Umkreis.
Auch wenn die Bewohner vermutlich keine Autobesitzer sein werden, so nutzen sicher viele die Carsharing-Option. Den Wocheneinkauf für eine fünfköpfige Familie mit dem Fahrrad oder in der Bahn zu transportieren, ist halt auch eher unpraktisch.

Die Mobilität der Zukunft

Die Häuslebauer müssen die Wirksamkeit ihres Mobilitätskonzepts übrigens über einen Zeitraum von zehn Jahren nachweisen. Ob das die sagenumwobene „urbane Mobilität der Zukunft“ ist? Ich glaube ja, dass sich die Mobilität von morgen nicht dadurch von der heutigen unterscheidet, weil das Fahrrad dem Auto vorgezogen wird. Stattdessen wird sich die gesamte Infrastruktur wandeln und immer mehr den Bedürfnissen der Großstädter angepasst. Die Carsharing-Station vor der Haustür, die Bus-Haltestelle um die Ecke, das Fahrrad im Keller und wenn man sich mal nicht entscheiden kann, helfen Mobilitäts-Apps.
Puh, so viele Möglichkeiten… Ich schwing mich dann jetzt mal auf mein Fahrrad und kaufe ein bisschen Nervennahrung – diese Multi-Mobilitäts-Zukunft kann einen auch überfordern.

Die Trumpmania: „Make America great again!“

KOMMENTAR: 219 Millionen Menschen waren an diesem Dienstag, dem 8. November 2016 berechtigt den 45. Präsidenten, Donald Trump (Republikaner) oder erstmals eine Präsidentin, Hillary Clinton (Demokraten) zu wählen. Noch während Wählerstimmen am Mittwochmorgen ausgezählt werden,  ist die Entscheidung schon lange gefallen: Als Florida an den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Trump ging, war der Traum von einem Durchmarsch Clintons ausgeträumt. Bisher haben 306 Wahlmänner und -frauen ihre Stimme für Trump gegeben – sie sind es, die eine Wahl in den USA entscheiden. Sobald 270 Wahlmänner und -frauen einen Kandidaten gewählt haben, ist die Wahl de facto beendet. In 48 der 52 Staaten gilt dabei die Regel, dass alle Wahlmännerstimmen an den Kandidaten gehen, der eine Mehrheit erhält. Dieses „The Winner-Takes-It-All-Prinzip“ bringt das indirekte Wahlrecht vieler US-Bürger auf den Punkt. Wie bereits zuletzt im Jahr 2000 zieht dadurch der Kandidat ins Weiße Haus ein, der insgesamt weniger Wählerstimmen erhalten hat, aber die Wahlmänner und -frauen überzeugen konnte. Deshalb wird auch das Wahlsystem in Amerika regelmäßig kritisiert; neben den beiden etablierten Parteien und deren Vertretern, die sich konstant bekriegen, gibt es keine Opposition. Andere Parteien haben keine Chance auf politische Mitbestimmung. Und so hat es der Mann geschafft, den die Macher der „Simpsons“ schon vor 16 Jahren in diesem Amt gesehen haben. Es ist nicht nur das Symptom einer fragwürdigen Demokratie, die sich selbst unterläuft, sondern auch beängstigend. Indem er zum Beispiel den Klimawandel als von Menschenhand unabhängig beschreibt, gibt er sich selbst die Erlaubnis, Bodenschätze auszubeuten und dadurch Arbeitsplätze zu schaffen. Machen wir uns nichts vor: Trump als Wirtschaftsliberaler wird bald politische Tatsachen schaffen, im Amt des Präsidenten. In diesen Tagen muss dieser Schock erst einmal verdaut werden.

In gewisser Weise führt die Wahl eines frauenverachtenden Populisten aber auch vor Augen, wie zumindest knapp die Hälfte der amerikanischen Wähler tickt. „Women for Trump“ sagen, sie wollen nicht länger Opfer sein. Natürlich leben wir in schnelllebigen und teilweise unüberschaubaren Zeiten, in der einfache Lösungen Mangelware sind. Aber was macht diese Frauen oder andere Anhänger der Trumpmania zu Opfern? Vielleicht fühlen sie sich durch diesen Mann repräsentiert, der beweist, dass absolut jeder Präsident sein kann – sozusagen dem american dream in Person. Er will Dinge vereinfachen, klare Tatsachen schaffen: Die Mauer an der Grenze zu Mexiko, die Einreisesperre und Ausweisung aller Muslime. Diese Entschlossenheit ist es, die viele nachdenklich und zuweilen besorgt stimmt. In den USA gibt es zwar Studentenproteste, aber dass die Wahl angefochten wird, gilt doch eher als unwahrscheinlich. Für die Bürger der USA bleibt nur zu hoffen, dass sie für sich die richtige Wahl getroffen haben. Die Ehrfurcht vor dem Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten zumindest ist nach dieser Wahl größer denn je. Gleichzeitig drängt sich das Gefühl auf, die Amerikaner halten sich selbst mit Trump einen Spiegel vor. Ob ihnen dieser Anblick gefällt, wird sich im Laufe der Amtszeit des 45. Präsidenten der USA zeigen.

Digitale Technologien erobern die Laufstege

Ein Shirt-Ärmel, auf dem man SMS lesen kann, oder ein integriertes Headset in einer Krawatte?! Aktuell sind dies noch Zukunftsvisionen, doch auch vor der Modebranche macht die Digitalisierung nicht halt – Technologie und Mode nähern sich immer weiter an.

Elektronische Kleidungsstücke ermöglichen die Verbindung digitaler Technologien mit Modedesigns. „Wearables“ werden die stylishen Geräte genannt, die unsere Outfits in Form von multifunktionalen Armbändern oder Brillen aufpeppen. Bei Stoffen, sogenannten „E-Textilien“, ist die Software direkt im Gewebe integriert. Das neue Luxussegment der Mode ist zukünftig also nicht mehr Kaschmir oder Pelz, sondern qualitativ hochwertige „E-Mode“.

Viele Modehäuser reagieren bereits auf die Entwicklung und stellen Apps zur Unterstützung des Shopping-Erlebnisses bereit. So brachte Nike die App „Making“ auf den Markt, die es ermöglicht Kleidungsstücke einzuscannen und Informationen über deren Material, Produktionsbedingungen und Nachhaltigkeit abzufragen. Die „Picalook-App“ hilft bei der Suche nach einem bestimmten Kleidungsstück, indem man dieses abfotografiert und eine Produktsuche startet.

Aber auch Unternehmen machen große Fortschritte, indem sie marktreife Ideen und Produkte entwickeln, die elektrische Geräte in Textilien integrieren. Bereits 2010 stellte das Fraunhofer-Institut ein Fitness-Shirt vor, das die Atmung des Sportlers erfasst. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos und bieten nicht nur Sportlern einen Mehrwert.

Tragbare Elektronik wird bald fester Bestandteil der Modeindustrie sein. Solargeladene Kleidung mit integriertem iPod ist also nicht mehr lange ein Traum der Zukunft.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Bloggerbazar in FFM

Zukunftsvision Arbeitsplatz

„Morgen“, murmele ich schlaftrunken, während ich mir eine Tasse Kaffee eingieße. Dem Gang eines Untoten gleich schlurfe ich zur Coach und lasse mich in die weichen Kissen sinken. „Wie sieht dein Tag heute aus?“, fragt mich mein Freund, der eindeutig fitter ist als ich. „Och, heute Morgen arbeite ich im Homeoffice, dann brauch ich mich wenigstens nicht fertig zu machen. Heute Mittag gibt´s dann eine Hologramm-Schaltung mit dem Chef. Dafür sollte ich mir vielleicht die Haare kämmen.“ Beim Gedanken daran, dass mich mein Chef ungeschminkt, mit zerzaustem Haar und in meinen heiß-geliebten rosa Hausschuhen sehen könnte, muss ich schmunzeln. „Und bei dir so?“, frage ich. „Wir arbeiten immer noch an dem Virtual Reality-Problem“, erklärt er, „deshalb fahre ich heute zu den Kollegen und erledige im Zug via Tablet schon einmal das Tagesgeschäft. Ich hoffe mal, dass wir das heute wieder in den Griff bekommen. Unsere Kunden in Shanghai haben schon nachgefragt, wann wir uns mal wieder im virtuellen Raum die Hände schütteln können.“ „Verrückt, was heute alles möglich ist“, sage ich gedankenversunken.

Nervennahrung und Sencha-Tee: So lässt es sich arbeiten, findet FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (Foto: Peternek)

Nervennahrung und Sencha-Tee: So lässt es sich arbeiten, findet FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (Foto: Peternek)

Und tatsächlich könnte sich die Arbeitswelt, so wie wir sie heute kennen, wesentlich verändern. Moderne Technik und innovative Ideen machen´s möglich.

Die Gamescom im vergangenen Jahr lieferte schon einmal erste Ausblicke auf das, was in einigen Jahren vielleicht sogar schon Alltag in einigen Unternehmen sein könnte. Der wie eine Art Laufstall wirkende Virtualizer ermöglicht beispielsweise Bewegungen in virtuellen Welten ohne Änderung der Position in der Realität. Taucherbrillen-ähnliche Konstruktionen lassen den Gamer – in Zukunft vielleicht auch den Angestellten? – in eine Parallelwelt abtauchen.

Das Potenzial dieser Datenbrillen hat scheinbar auch Facebook erkannt und übernahm für 2,3 Milliarden Dollar Ocolus VR, deren Brille wir 2013 auf der Gamescom testeten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg begründete den Kauf so: „Wir bereiten uns auf die Plattformen der Zukunft vor.“ Weiter sagte er: „Oculus hat die Chance, die sozialste Plattform aller Zeiten zu erschaffen und damit die Art und Weise zu verändern, wie wir arbeiten, spielen und kommunizieren.“ Die Tatsache, dass eine Persönlichkeit wie Zuckerberg, dem man ein gewisses Gespür für moderne Entwicklungen zugestehen muss, voraussagt, dass die Datenbrillen nicht nur unsere Freizeitgestaltung, sondern auch unseren Arbeitsalltag revolutionieren können, ist ein weiteres Indiz für die Zukunftsfähigkeit der Virtual Reality.

Hat Spaß an ihrer Arbeit beim SWR, auch wenn der der Schreibtisch auch mal etwas chaotischen ist: Anja, Mitarbeiterin der Face2Face-Sport-Redaktion (Foto: Rambacher)

Hat Spaß an ihrer Arbeit beim SWR, auch wenn der der Schreibtisch ab und an mal etwas chaotisch ist: Anja, Mitarbeiterin der Face2Face-Sport-Redaktion (Foto: Rambacher)

Einen Überblick über mögliche Entwicklungen zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“ liefern die Betreiber des CeBit-Blogs im Rahmen einer von ihnen gestarteten Blogparade. Die Zukunftsvisionen der Blogger reichen von Homeoffice statt Büro über digitale Netzwerke und sogenannte Collaboration Tools zur Kontaktaufnahme mit Kollegen und Kunden bis hin zur Abschaffung der E-Mail.

Die Face2Face-Mitarbeiter haben ihre ganze eigene Sicht zum Thema Arbeitsplatz der Zukunft. „Ich glaub, dass keine noch so ausgefeilte Technik den persönlichen Kontakt ersetzen kann“, ist sich Anja (24) aus der Sport-Redaktion sicher. Konferenzen via Videochat oder Telefon seien ja heute schon üblich, dennoch erzielt ein persönlichen Gespräch ihrer Meinung nach viel besseren Konsens, zumal Verständnisschwierigkeiten eingedämmt werden könnten. „Ich finde es angenehm, mit mindestens zwei anderen Kollegen im Büro zu sein, das pflegt einerseits die Nähe und andererseits kann man schneller gemeinsam an Ideen feilen“, erzählt die Volontärin der SWR Media Services.

Schlicht und ordentlich: So mag Denis, bei Face2Face für IT und Support zuständig, seinen Arbeitsplatz (Foto: Pollach)

Schlicht und ordentlich: So mag Denis, bei Face2Face für IT und Support zuständig, seinen Arbeitsplatz (Foto: Pollach)

FilmKunstKultur-Mitarbeiterin Elisabeth (23) befürchtet, dass wir uns trotz mehr und mehr Möglichkeiten für Work-Life-Balance, wie Homeoffice und flexible Arbeitszeiten, auf eine ständige Erreichbarkeit per Telefon und Mail 24×7 einstellen müssen. „Die Wochenenden nur für Familie und Freunde ohne Gedanken an den Job sind wohl passé“, glaubt sie, „dann checkt man zwischen Fußballspiel des Sohnes und Ballettaufführung der Tochter nochmal schnell die Mails, um montagmorgens keine bösen Überraschungen im Büro zu erleben.“

„Mein Arbeitsplatz der Zukunft ist nicht allzu weit entfernt von meinem Arbeitsplatz heute“, ist sich Denis (23) sicher. Videokonferenzen, Instant Messenger und mobiles Internet sind in seinem Betrieb an der Tagesordnung. Für das tägliche Geschäft sei das sehr gut. Dennoch glaubt Denis, dass persönlicher Kontakt immer noch notwendig sein wird: „Das ist aus meiner Sicht eine wichtige Basis für ein gutes Miteinander.“

Alles griffbereit: So mag Redaktionsleiterin Tatjana ihren Schreibtisch (Foto: T. Gartner)

Alles griffbereit: Der Schreibtisch von  Face2Face-Redaktionsleiterin Tatjana (Foto: T. Gartner)

Als Redaktionsleiterin des Online-Magazins Face2Face kann ich mit Stolz sagen: Das Unternehmen der Zukunft ist bei uns bereits Realität. Allerdings auch mit all seinen Herausforderungen. Die Face2Face-Mitarbeiter arbeiten von daheim aus, die Kommunikation innerhalb der Redaktion findet größtenteils über Soziale Netzwerke und E-Mails statt. Obgleich diese Form der Zusammenarbeit viele Vorteile hat – jeder kann nach seinem eigenen Rhythmus arbeiten und hat gleichzeitig den Rückhalt einer flexiblen, da mehrheitlich mobil erreichbaren Community – so liegt die Herausforderung darin, eine persönliche Bindung herzustellen, sowohl zwischen Kollegen als auch zwischen den Mitarbeitern und dem Unternehmen selbst. Mit Konferenzen und persönlichen Mitarbeitergesprächen versuchen wir genau das zu erreichen. Ob sich das Konzept des Virtuellen Unternehmens, wie Face2Face eines ist, bewährt, wird die Zukunft zeigen.

Wie stellt ihr euch den Arbeitsplatz der Zukunft vor?

Vorschau: Am Dienstag, 22. April lest ihr bei uns im Panorama eine Umfrage zum Thema Kindheit in der DDR.

Mit Volldampf voraus: Was hat es mit der E-Zigarette auf sich?

E-Zigarette

Die Zukunft sieht grün: Sind die Tage der klassischen Zigarette gezählt? (Foto: Bierbrauer)

Auf den ersten Blick könnte es alles Mögliche sein: ein extravaganter Kugelschreiber oder aber auch eine Art LED-Taschenlampe. Der Laie weiß zunächst nicht, was man mit diesem „Ding“ anfangen soll. Aber: Wozu gibt es Fachleute? Face2Face hat sich beim Einzelhandelskaufmann Christian Schneider (31) – er betreibt das Vapor´s Inn in Mannheim – und bei dem Maschinenbautechniker Toni Udiljak (25) – ebenfalls Betreiber eines Shishabedarf-Geschäfts – schlau gemacht und einiges über den modernen „Glimmstängel“ erfahren.

„Eine E-Zigarette ist eine elektrische Zigarette, welche aus einem Akku sowie einem Verdampfer besteht“, erklärt Christian. „Zur Inbetriebnahme wird ein so genanntes Liquid in den Tank gefüllt und dann an die eigentliche Verdampfereinheit geführt, wo dieses letztlich verdampft wird. Bei den meisten Modellen drückt man hierzu einen Knopf am Akku und hält diesen während des Zuges gedrückt – dadurch gibt der Akku Strom an den Verdampfer ab, so dass Dampf entsteht“, lässt der 31-Jährige uns weiter wissen.

Akkus

Farbenfroh: Akkus in vielen Varianten (Foto: Vapor´s Inn)

Das Prinzip erinnert sehr an das einer gewöhnlichen Zigarette. Der einzige Unterschied – so könnte man meinen – ist der elektrische Betrieb. An dieser Stelle kommt das Liquid ins Spiel. Aufgereiht stehen die kleinen Fläschchen mit allen erdenklichen Geschmacks- und Geruchsrichtungen wie etwa Granatapfel, Waffel, Cool Lemon, Kaffee, Peitsche oder auch Kirsche auf der Vapor´s Theke. Als ehemaliger Raucher und gegenwärtiger E-Zigaretten-Dampfer ist Christian über vermeintliche Gesundheitsrisiken aufgeklärt: „Laut einer Übersichtsstudie aus den USA sind die Chemikalien in E-Zigaretten unbedenklich für die Gesundheit des Nutzers sowie des Passiv-Dampfers.“

Das Liquid besteht aus Propylenglycol (PG), Glycerin (VG) – in der EU sind beide Stoffe als Lebensmittelzusätze zugelassen – sowie Aromen, gegebenenfalls auch aus Nikotin. Propylenglycol verursacht dieses leichte Kratzen im Hals und simuliert das Zigerattengefühl wenn es inhaliert wird. Das verdampfte Glycerin produziert primär die Dampfwolken und simuliert so den Rauch einer Zigarette. „Der große Unterschied im Vergleich zu einer klassischen Zigarette ist, dass man bei dem E-Zigaretten-Prinzip einen Verdampfungsprozess und keinen Verbrennungsprozess mehr hat. Dadurch fallen die zugesetzten giftigen Stoffe wie Teer, Blausäure und Kohlenmonoxid komplett weg“, weiß der Fachmann. „Neben den nikotinfreien Liquids gibt es auch welche mit verschiedenen Nikotinstärken“, erwähnt Christian. Eine Garantie, hiermit die Nikotinsucht zu reduzieren oder ganz zu überwinden, gibt es natürlich nicht. Aber: Probieren geht bekanntlich über studieren.

Verdampfer

So kann er aussehen: der Verdampfer einer E-Zigarette (Foto: Vapor´s Inn)

Heutzutage scheint einfach alles möglich zu sein. Wer hätte gedacht, dass „rauchen“ irgendwann nicht mehr umwelt- und gesundheitsschädlich ist! Aber irgendeinen Haken muss es doch geben, oder? Der 25-jährige Toni hat ihn entdeckt: „Es kam schon vor, dass der Akku bei manchen E-Zigaretten nicht einwandfrei lief. Selbstverständlich wurden diese sofort ersetzt.“ Dem kann Christian nur beipflichten: „Wie bei allem Elektronischen gibt es auch hier technische Defekte.“

Ein paar Worte zum öffentlichen Gebrauch sollen an dieser Stelle nicht fehlen: „E-Zigaretten werden grundsätzlich nur an Volljährige verkauft“, lässt uns Toni wissen. Bei dem fruchtigen Duft in der Nase stellt sich die Frage, ob man in Kneipen, Restaurants oder anderweitigen öffentlichen Räumen seinem neuen Hobby frönen darf. „Das Dampfen fällt zwar nicht unter das Nichtraucherschutzgesetz, allerdings gilt immer das Hausrecht“, klärt uns Christian auf. Kurzum: immer nachfragen!

E-Liquids

Liquids: in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen erhältlich (Foto: Vapor´s Inn)

Gefragt wird auch oft nach dem Preis: Hier sind wohl alle Preisklassen vertreten. „Einweg-E-Zigaretten gibt es schon ab zwölf Euro, Premiumexemplare drüfen schon mal 200 Euro kosten“, sagt Toni. Christian holt weiter aus: „Die empfehlenswerten Modelle starten bei etwa 50 Euro im Doppelset, Profigeräte haben preislich gesehen keine Grenzen – sicher kann man hierfür auch bis zu 500 Euro ausgeben.“ Nach einem kräftigen Zug an der eigenen E-Zigarette – diese dürfen selbstverständlich im Laden gedampft werden – geht der Kundenbetrieb weiter.

Vorschau: Im nächsten Panorama-Artikel erfahrt ihr etwas über das Projekt „Zeit statt Zeug“ und warum es schön ist, immaterielle Dinge zu verschenken.