Entspannung pur? Schluss mit den Yoga-Klischees

Wer hat eigentlich das lächerliche Gerücht in die Welt hinausposaunt, Yoga sei entspannend? Es hält sich nämlich hartnäckig. Erst kürzlich kam mir so ein Kommentar wieder zu Ohren. Ich war gerade vom Yoga nach Hause gekommen, hatte mich frisch geduscht und wollte meine Freundin in Empfang nehmen. Eher beiläufig erwähnte ich, dass ich ziemlich erschöpft sei. Was mir mit meinen roten Bäckchen durchaus abzukaufen war! Sie blickte mich darauf ungläubig an. „Vom Yoga etwa?“ „Das ist doch entspannend, oder?“ Da wunderte ich mich, nicht zum ersten Mal darüber, wieviel Unwissen und Skepsis über die Yoga-Praxis herrscht. Ich muss allerdings gleich zu Beginn anmerken – eigentlich habe ich mit Yoga erst vor wenigen Monaten begonnen. Ich bin also alles andere als eine Yoga-Expertin. Ich habe allerdings genügend Einblicke erhalten, es quasi am eigenen Körper erfahren, um klarstellen zu können – Yoga ist alles andere als Entspannung pur! Aber beginnen wir von Anfang an:

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt.(©Paulwip  / pixelio.de)

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt! (©Paulwip / pixelio.de)

Das Yoga eine uralte philosophische Lehre ist, die aus Indien stammt, ist den Meisten wohl bekannt. Yoga beruht auf sehr alten Schriften – die älteste geht dabei auf das zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Diese heiligen Schriften von verschiedenen Gelehrten, bilden heute das Grundgerüst einiger Yoga-Arten. Die Körperübungen, sogenannte Asanas, gesellten sich erst sehr viel später dazu, machen heute aber einen bedeutenden Teil des Yogas, wie er zumindest in westlichen Ländern gelehrt wird, aus. Gegenwärtig existiert eine breite Fülle an Yoga-Ausrichtungen, welche sich in den Übungen und in der Intensität in der Asanas ausgeführt werden, wesentlich unterscheiden. Das Tolle daran ist – für jeden Geschmack ist etwas dabei! Für diejenigen, die Spaß an körperlichen Herausforderungen haben, aber auch für jene, die es lieber ruhiger angehen lassen. Noch toller: Yoga lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Matte ausgerollt und los geht‘s! (zugegeben eine gehörige Portion Motivation gepaart mit Disziplin ist unabdingbar!)

Ganzheitliche Beansprunchung: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe  / pixelio.de)

Ganzheitliche Beanspruchung des Körpers: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe / pixelio.de)

Ich übe mich im Hatha-Yoga, einer sehr körperbetonten, klassischen Yoga-Form, in der die Übungen langsam und bewusst im Wechsel mit Entspannungsphasen ausgeführt werden. Dieses Yoga eignet sich besonders für Anfänger, da Fehlhaltungen von den „Yogis“ (so nennen sich die, die Yoga praktizieren, sich allerdings schon auf einem fortgeschrittenen Level befinden) schnell erkannt werden. Wer ordentlich schwitzen will, sollte sich im Ashtanga-Yoga probieren, welches viel Kondition erfordert und in dem die Übungen in einer flotten Tempoabfolge durchgeführt werden. Schwitzen ist also Programm! Und wer Schwitzen im wortwörtlichen Sinne versteht, sollte mal eine Runde Bikram-Yoga in Erwägung ziehen – In einem auf 40 Grad Celsius aufgeheizten Raum, werden 26 Asanas in einer genauen Abfolge ohne Pause vollführt. Klingt nach purer Entspannung, oder? Wer aber wirklich die Absicht hat, im Yoga zur Ruhe zu kommen, dem sei Kundalini-Yoga ans Herz gelegt. Hier wird der spirituellen Seite des Yogas viel Raum gegeben und die Meditation steht im Vordergrund. Wer gerne dem Beispiel von Prominenten wie etwa Madonna folgt, der könnte Freude am dynamischen Jivamukti-Yoga haben. Hier werden kraftbetonte Übungen in einem fließenden Ablauf praktiziert und mit der Lehre von heiligen Schriften und Mediation vereint. Jivamukti setzt sich aus Jiva (Seele) und mukti (Befreiung) zusammen und bedeutet so viel wie „Befreiung der Seele“. Klingt doch vielversprechend, oder?

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert  / pixelio.de)

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist – Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert / pixelio.de)

Yoga bedeutet weitaus mehr als ausschließlich verrenkende, fast akrobatisch anmutende Körperübungen zu vollführen. Vielmehr ist es die philosophische Lehre auf der alles begründet. Gerade in heutigen Zeiten, wo ein häufiges Volksleiden Stress ist und nie dagewesene Krankheitsbilder wie Burn-Out auftauchen, wo Menschen gehäuft an körperlichen Beschwerden leiden, scheinen die Yoga-Studios Hochkonjunktur zu verzeichnen. Nicht umsonst ist mittlerweile bei vielen Krankenkassen Yoga als Präventionsmaßnahme anerkannt.

Wer seine Vorurteile einmal von Bord wirft und sich auf Yoga einlässt wird bemerken, dass Yoga neben schweißtreibenden Übungen, auch ein völlig neues Lebensgefühl verleiht. Yoga lehrt den Mensch, auf sich Acht zu geben, seine Gedanken zu fokussieren, zugleich aber auch die eigenen Grenzen und Ängste zu überwinden und sich so vom „inneren Leiden“ zu heilen. Und deshalb ein kleiner Wink an denjenigen, der dieses unsinnige Gerücht, von wegen Yoga sei entspannend, in die Welt setzte: Yoga wirkt sogar entspannend UND anstrengend zugschleich! Schreib dir das gefälligst hinter die Ohren. Namaste!

Vorschau: Eva setzt sich nächste Woche mit einem hochaktuellen Thema auseinander: 70 Jahre nach Ausschwitz gibt es AfD und Pegida.

 

Traumberufe, Teil 4: Feng-Shui-Beraterin

Diplom Feng-Shui-Beraterin – klingt nach Traumberuf vor allem für junge Frauen. Und das ist es auch, findet zumindest die 24-jährige Eva Steiner.

 „Der Umgang mit Menschen, denen ich durch mein Know-How Unterstützung geben kann, ist wunderbar“, erklärt sie die Leidenschaft zu ihrem Beruf, „es erfüllt mich, wenn ich sehe, dass ich helfen konnte und dass das vom Kunden erhoffte Ziel mit vollster Zufriedenheit erreicht wurde.“

Bei ihrer Berufswahl wurde Steiner durch ihre Mutter inspiriert: „Sie ist seit vielen Jahren Feng Shui-Beraterin und bildet auch Feng-Shui-Berater aus.“ Sie habe sich schlichtweg von der Begeisterung ihrer Mutter für den Beruf anstecken lassen, gesteht die junge Frau.

In einer halbjährigen Intensiv-Ausbildung unter den strengen Augen ihrer Mutter habe sie so schließlich den Abschluss zur Diplom Feng-Shui-Beraterin erreicht, berichtet Steiner stolz. „Nach dieser Ausbildung ist es wichtig, sofort in die Praxis einzusteigen. Wenn noch kein Auftrag vorliegt, kann man als frisch gebackene Feng-Shui-Beraterin zuerst einmal Verwandten oder Freunden beraten – das ist sehr lehrreich“, erzählt Steiner.

Aber was genau versteht man eigentlich unter Feng Shui? „Wörtlich bedeutet „Feng“ Wind und „Shui“ Wasser. Wind und Wasser haben sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf unser Leben und unsere Umwelt. Feng Shui kann die Wirkungen von Yin, also weiblicher Energie und Yang, das ist die männliche Energie, ausgleichen, so dass Harmonie entsteht“, erläutert Steiner die Begrifflichkeiten. „Ich würde sagen, dass die Umgebung der Menschen – sowohl beruflich als auch privat – durch Feng Shui positive Energien erhält, so dass Gesundheit, Glück, Wohlstand und Erfolg verstärkt werden“, fügt sie an.

Konzentriert: Feng-Shui-Beraterin Eva Steiner beim Durchführen von Berechnungen (Foto: privat)

Als Feng Shui Beraterin benötige man ein gutes Einfühlungsvermögen, um bestehende Energien zu orten und gezielt zum Wohle des Kunden einzusetzen. Aber auch ein wenig Übung kann nicht schaden, wie Steiner erklärt: „Man kann zum Beispiel fremde Grundrisse aus Zeitschriften zur Hand nehmen und anhand dieser Grundrisse fiktive Berechnungen und Auswertungen vornehmen. Ebenfalls kann man mit der Rute beziehungsweise dem Pendel nach Draußen gehen, um Wasseradern oder sonstige geopatische Störfelder im Umfeld zu finden.“

Wie sieht nun also ein ganz gewöhnlicher Arbeitstag einer Feng Shui Beraterin aus? „Wenn ich einen Auftrag erhalte, fahre ich zum Kunden hin, um über die Details zu sprechen. Ich benötige einen maßstabsgerechten Plan sowie einige Informationen, wie zum Beispiel Geburtsdaten, Einzugsdatum und so weiter. Mit dem Feng Shui-Kompass messe ich an einer definierten Stelle die Gradzahl, um dem Grundstück beziehungsweise dem Haus oder der Praxis ein entsprechendes Element zuordnen zu können. Vor Ort gehe ich mit der Rute durch die Räume und über das Grundstück, um geopatische Störfelder finden zu können“, berichtet Steiner. Danach fahre sie nach Hause, um am Schreibtisch diverse Berechnungen durchzuführen, beispielsweise über die sogenannten „Fliegenden Sterne“, die Auskunft über den Verbleib von Wasser geben können. „So entsteht allmählich ein Plan, in dem unter anderem Farb- und Möblierungsvorschläge eingezeichnet werden. Außerdem werden die Kreuzpunkte der Curry- und Hartmann-Linien ermittelt – auf diesen sollte weder geschlafen noch gearbeitet werden“, weiß die 24-Jährige. Sobald schließlich alle Unterlagen schriftlich vorliegen, treffe sie sich wieder mit dem Kunden, stelle die Beratung mündlich vor und überreiche die Pläne.

Und das Ergebnis: „Ein Feng Shui-Raum fühlt sich harmonisch an und man fühlt sich sicher und geborgen. Dort kann man Energie tanken, anstelle Energien zu verlieren. Der Geist und die Kreativität werden angeregt und die Menschen sind in der Regel gesund und erfolgreich.“

Sich ohne professionelle Beratung nach den Regeln des Feng Shui einzurichten, sei oftmals wenig erfolgreich, so Steiner. „Für gutes Feng Shui ist es notwendig, Berechnungen durchzuführen und diese Berechnungen auszuwerten. Das geben Bücher oft nicht her.“

Eine spezifische Ziel- und Altersgruppe habe die Feng-Shui-Beratung nicht, meint Steiner. „In der Regel wünschen sich Menschen eine Beratung, wenn neu gebaut oder renoviert wird, wenn Krankheiten in der Familie auftauchen, die Unfallhäufigkeit zunimmt oder wenn Geschäfte nicht gut laufen oder besser laufen sollten“, fügt sie hinzu.

Das schönste an ihrem Beruf sei das positive Feedback nach getaner Arbeit: „Wenn dich Kunden loben, indem sie sagen, dass sich die Atmosphäre in ihrem Haus so anfühlt als wären sie im Urlaub oder dass die Geschäfte in ihrer Praxis oder ihrem Unternehmen besser laufen als erwartet, ist das ein unbeschreiblich tolles Gefühl.“

Vorschau: Nächsten Sonntag verrät euch Gülcin wie man Cake Pops macht – das sind Lollys, die aus Kuchen bestehen. Ihr dürft gespannt sein!