Adler Mannheim sind Meister – WM voller Fragezeichen

Die Adler Mannheim haben es geschafft. Mit dem 3:1-Erfolg beim ERC Ingolstadt sicherten sich die Mannheimer zum siebten Mal die deutsche Eishockeymeisterschaft und entrissen dem Titelverteidiger, trotz zwischenzeitlichem 1:2-Serienrückstand, den Pokal. Unterdessen steht dem deutschen Eishockey eine WM voller Fragezeichen bevor 

Es war 21.59 Uhr als am vergangenen Mittwoch Helme, Stöcke, Handschuhe und sonstige Gegenstände den Weg aufs Eis fanden. Die Adler Mannheim waren zum siebten Mal deutscher Meister. Minuten später stemmte Adler-Kapitän Marcus Kink dann auch den großen Silberpokal in die Höhe. Er hatte sich zuvor mit seinen Mannen eine begeisternde Finalserie gegen den Titelverteidiger ERC Ingolstadt geliefert und diese am Ende mit 4:2-Siegen für sich entschieden.

Besser konnte es im Vorfeld dieses Finals sowieso nicht kommen: Der Vorrundenerste Adler Mannheim trifft auf den Titelverteidiger aus Ingolstadt. Mannheim galt aufgrund des beeindruckenden Saisonverlaufes zwar als Favorit, doch es waren die Ingolstadter, die in den ersten drei Partien größtenteils den Ton angaben. Glück für die Adler, dass sie die erste Begegnung zuhause mit 2:1 nach Verlängerung für sich entscheiden konnten. Ronny Arendt erlöste die 13.600 überwiegenden Adler-Anhänger in der SAP-Arena mit einem Rückhandschuss. Einen Schuss, den ERC-Torwart Timo Pielmeier später als „Wurstsemmel“ titulierte. Und in der Tat: Der ansonsten so stark haltende Pielmeier ließ ausgerechnet diesen haltbaren Puck in seinen Kasten rutschen.

Das Momentum lag nun bei den Adlern. Sollte man zumindest meinen. Es war der ERC, der in Form eines Meisters zurückschlug. 5:2 und 6:1 standen in den darauffolgenden Partien für den ERC auf der Anzeigetafel. Die Adler waren entnervt, die Meisterschaftseuphorie verflogen. Doch nun war es die Mannschaft aus der Quadratestadt, die – wie schon so oft in den diesjährigen Play-offs – zurückschlug. Mit einem beeindruckenden 6:2-Auswärtsserfolg läutete die Mannschaft von Cheftrainer Geoff Ward das Titelrennen ein. Zwei folgende 3:1-Erfolge krönten schließlich die Adler zum verdienten Meister. „ Wir haben so viel Scheiße gefressen die letzten Jahre“, sagte Arendt, aber nun: „Ich liebe diese Mannschaft!“. Adler-Schlussmann Dennis Endras gestand: „Ich hatte beim 3:1 Tränen in den Augen.“ Und „Sprachrohr“ Christoph Ullmann ließ verlauten: „Wir haben acht Jahre darauf gewartet, dann können wir jetzt auch acht Tage lang feiern!“

Eine Sause erwartete die Adler bereits bei ihrer Ankunft in der SAP-Arena. Knapp 3000 Fans harten in dieser noch aus, um dem neuen Deutschen Meister um halb vier morgens (!) einen entsprechenden Empfang zu bereiten. Bereits zuvor hatten sich 10.787 Fans in der Mannheimer Arena zum Public-Viewing getroffen und verfolgten von dort aus den Meistercoup ihrer Mannschaft.

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Meisterlich: über 10.00 Fans schauten beim Public-Viewing in der SAP-Arena das entscheidende Finalspiel. Foto: Privat

Nach dem Empfang einen Tag später im Rathaus – inklusive anschließendem Autokorso bis zum Mannheimer Wasserturm – luden die Adler zur offiziellen Meisterfeier in der SAP-Arena. Zwei Tage waren seit dem entscheidenden Meisterschaftsspiel vergangen. Klar, dass da die einen Adler-Akteure etwas mehr, die anderen etwas weniger Schlagseite hatten. Gefeiert wurde trotzdem, als gäbe es keinen Morgen. Mit teilweise nacktem Oberkörper präsentierten die Spieler ihren Fans das Objekt der Begierde.

Am morgen erlebte Arendt bereits eine Begegnung der dritten Art: Im Café traf der Stürmer seinen Nachbarn. Dieser ist kein geringerer als Marcus Kink. Und der Adler-Kapitän hatte nicht etwa einen Kaffe oder eine Tüte Brötchen in der Hand – nein! Es war, wie sollte es auch anders sein: Der silberne Henkelpokal!…

Aber nach der Meisterschaft ist wie jedes Jahr vor der WM: Bundestrainer Pat Cortina ist bei dieser allerdings alles andere als zu beneiden. Bereits 21 Spieler, darunter die vier NHL-Legionäre Marcel Goc (St. Louis Blues), Dennis Seidenberg (Boston Bruins), Christian Erhoff und Thomas Greiss (beide Pittsburgh Penguins) haben Cortina für die Titelkämpfe in Prag (01. bis 17. Mai) bereits abgesagt. Auch die Adler-Spieler Frank Mauer, Dennis Reul (beide Knieverletzung) und Sinan Akdag (Schulter-OP) winkten ab. Mit Dennis Endras, Nikolai Goc, Christoph Ullmann, Marcus Kink, Matthias Plachta und Kai Hospelt stehen aber dennoch sechs Akteure aus der Quadratestadt für Deutschland auf dem Eis. Vom Vizemeister Ingolstadt stoßen Timo Pielmeier, Benedikt Kohl und Patrick Hager zum deutschen Aufgebot dazu. Zwei Jahre vor der Heim-WM und ein Jahr vor der Olympia-Qualifikation wird es für die Jungs mit dem Bundesadler auf der Brust dennoch schwer, sich eine gute Platzierung zu erkämpfen. Deutschland steht eine WM voller Fragezeichen bevor. Etwas Hoffnung gibt zumindest NHL-Stürmer Tobias Rieder, der es in seiner ersten Saison für die Arizona Coyotes auf 13 Tore und sieben Vorlagen brachte.

Das vorläufige deutsche WM-Aufgebot: 

Tor: Dennis Endras (Adler Mannheim), Timo Pielmeier (ERC Ingolstadt), Danny Aus den Birken (Kölner Haie)

Abwehr: Benedikt Kohl (ERC Ingolstadt), Moritz Müller (Kölner Haie), Justin Krueger (SC Bern), Nikolai Goc (Adler Mannheim), Oliver Mebus (Krefeld Pinguine), Björn Krupp (Grizzly Adams Wolfsburg), Jens Baxmann (Eisbären Berlin), Stephan Daschner (Düsseldorfer EG)

Sturm: Kai Hospelt, Marcus Kink, Matthias Plachta, Christoph Ullmann (alle Adler Mannheim), Daniel Pietta (Krefeld Pinguine), Patrick Reimer, Yasin Ehliz (beide Ice Tigers Nürnberg), Tobias Rieder (Arizona Coyotes), Michael Wolf, Yannick Seidenberg (beide EHC München), Patrick Hager (ERC Ingolstadt), Thomas Oppenheimer, Nicolas Krämmer (beide Hamburg Freezers), Brent Radeke (Iserlohn Roosters).

 Vorschau:  Basenfasten – eine andere Art um sich gesund zu ernähren. Lest mehr darüber am 06.05.

Für schmucke Spielerfrauen – Fußball trifft Mode

Frauen und Fußball – da wird vielleicht mancher Mann sagen: „Das passt doch nicht zusammen!“ Frau kann daraufhin ab sofort entgegnen: „Weit gefehlt!“ Mit den Schmuckstücken vom Wiesbadener Online-Shop 12te Frau bringen nun die Frauen die Fußballwelt zum Glänzen.

Die Fußballweltmeisterschaft ist nun seit fast einem Monat vorbei und die Bundesliga steckt in den Startlöchern, um in die neue Saison zu starten. Genau der richtige Zeitpunkt um sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Thema Fußball ins Alltagsoutfit integrieren kann. Blumenkette in Deutschlandfarbe ist da schon etwas zu auffällig für den Job. Abhilfe für unser modisches Problem schafft nun Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau.

Sportlich: Das Logo des Online-Shops zeigt wie es geht (Grafik: 12te Frau.de)

Sportlich: Das Logo des Online-Shops zeigt wie es geht (Grafik: 12te FRAU.de , C. Germann)

„12te Frau ist ein Online-Shop für weibliche Fußballfans mit Style, so beschreibe ich das immer ganz gerne“, erzählt Germann. Die Erklärung zum er Namen des zum Online-Shops ist simple. Während der 12te Mann natürlich immer der männliche Fan ist, ist die 12te Frau das weibliche Gegenstück. „Der Gedanke hinter 12te Frau ist, dass es viele weibliche Fans gibt, rund elf Millionen, die nicht nur während der WM ihr Team anfeuern, sondern auch ins Stadion gehen. Und Frau möchte dann natürlich nicht nur das Männertrikot ein bisschen kleiner tragen“, erklärt Germann die Idee ihres seit Mai existierenden Shops.

Kreativ: Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau (Foto: C. Germann)

Kreativ: Christina Germann, die Gründerin von 12te Frau (Foto: Jens Fischesser, 12te FRAU)

Neben Ohrringen, Armbänder und T-Shirts werden in insgesamt acht Kategorien allerlei modische Fan-Ausstattungen bereitgehalten. „Ausgerichtet sind wir tatsächlich auf den weiblichen Fan, aber auch für ihre Liebsten ist was dabei. Für den Nachwuchsspieler, also für Kinder und Babys. Für den Sturmpartner, den Mann an ihrer Seite. Deko für Zuhause gibt es in der Kategorie Heimspiel. Die passende Deko für Unterwegs gibt es in der Kategorie Auswärtsspiel wie zum Beispiel mit einer Grillschürze.“

Im Rahmen der Fashion Week Berlin brachte Germann auch die Stars in 12te Frau-Stimmung. „Unter den 11 Millionen weiblichen Fans sind auch viele Stars, die sich zum Fußball bekennen. Na klar, zur Fußball- WM sind alle Fan. Aber auch erstaunlicherweise sehr, sehr viele neben der WM, die sagen: „Ich stehe zu meinem Verein, gehe ins Stadion“. Deswegen war es sehr leicht im Rahmen der Fashion Week auch Stars zu erreichen, die sagen: „Ich finde das toll, ich mag die Produkte und trag das gerne!“, so Germann zu ihren Erlebnissen auf der Fashion Week.

Neben Sport und Mode möchte Germann aber auch etwas Gutes tun. Vom Erlös des verkauften Produkts geht ein Teil an die Hilfsorganisation Care. „Care ist für mich eine Herzensangelegenheit. Während viele Organisationen Wasser bringen, hilft Care einen Brunnen zu bauen. Also Hilfe zu Selbsthilfe.“

Eins der modischen Highlights des Online-Shops sind zum Beispiel die Armbänder „Deine Farben“. Dahinter steckt die Idee, dass sich der weibliche Fan aus verschieden farbigen Kristall-Armbändern die Farben seines Lieblingsvereins passend zum Outfit zusammenstellen kann. „Wir haben dieses Armband, aber auch viele andere Produkte, in sechs verschiedenen Farben. Mit diesen Farben lassen sich alle Bundesligavereine und auch viele Länder darstellen“.

Stylisch: Auch auf den Ohrringen kann meine seine Liebe zum Verein zeigen (Foto: V.Wahlig)

Stylisch: Mit Ohrringen und Armbändern ist Spielerfrau bestens fürs Stadion gewappnet.  (Foto: V.Wahlig)

Eine weitere Besonderheit des Online-Shops ist die Kategorie Ballkünstler. Hier bekommen Künstler, die Produkte mit Fußballbezug herstellen, die Möglichkeit ihre Produkte vorzustellen. „Ballkünstler ist eine besondere Sparte, da wir diese immer wieder wechseln werden. Zurzeit haben wir Silberringe vom offiziellen Schmuckgestalter vom FC St.Pauli.“ In dieser Kategorie erwarten den Besucher des Shops immer Besonderheiten, die es sonst nicht sooft gibt, erklärt Germann.

Bei so vielen stylischen Schmuckstücken hält jetzt auch endlich der Fußball Einzug in unseren Kleiderschrank – abseits vom zu groß geratenen Männer-Trikot und plumper Deutschlandfarben-Kette. Jetzt muss sich Frau nur noch für einen Verein entscheiden. Oder sich doch lieber gleich sich mit allen sechs Farben eindecken.

 

Weltmeisterliche WM-Rezeptideen

Endlich ist es so weit: Der große Kampf um den Weltmeistertitel 2014 hat begonnen. Das Fußballfieber hat sich unweigerlich verbreitet. Weltweit feiern die Menschen eine riesen WM-Party.
Damit auch eure nächste Fußball-Party mit leckeren Drinks und Snacks zum Sommermärchen wird, haben wir für euch eine bunte Reihe leckerer WM-Rezeptideen in Schwarz-Rot-Gold zusammengestellt.

Deutschland-Spieße: Einfach und schnell (Foto: Beyl)

Deutschland-Spieße: Einfach und schnell (Foto: Beyl)

Deutschland-Spieße

Zutaten:
Schwarze Oliven
Cocktailtomaten
Käse (z.B. Emmentaler)
Spieße oder Zahnstocher

Tomaten waschen und den Käse in Würfel schneiden. Anschließend die Oliven, die Tomaten und den Käse aufspießen. Und fertig!

Deutschland-Cocktail: Anstoßen und Jubeln (Foto: Beyl)

Deutschland-Cocktail: Anstoßen und Jubeln (Foto: Beyl)

Deutschland-Cocktail

Zutaten:
Maracujasirup
Kirschnektar
Heidelbeeren
Sekt

In das Glas zuerst den Maracujasirup gießen und dann vorsichtig mit einem Löffel den Kirschnektar dazugeben. Die Heidelbeeren anschließend auf das Sirupgemisch legen. Nun könnt ihr den Schwarz-Rot-Gold-Cocktail euren Gästen servieren und ihn dann erst mit Sekt auffüllen.
Unser Tipp: Für eine alkoholfreie Variante statt des Sekts einfach süße Limonade oder Mineralwasser verwenden.

Deutschland-Törtchen

Deutschland-Törtchen: Süßes für die Nerven (Foto: Beyl)

Deutschland-Törtchen: Süßes für die Nerven (Foto: Beyl)

Zutaten:
Kleine Wiener-Tortlettböden
Mandelsplitter
Vanillepudding
Himbeeren (Erdbeeren etc.)
Heidelbeeren
Ananas (Pfirsiche etc.)

Die Tortletts mit Mandelsplittern auslegen, damit diese durch den Pudding nicht einweichen. Nun den Pudding nach Anweisung zubereiten, kurz abkühlen lassen und auf die Tortletts geben. Bevor dieser ganz abkühlt die Früchte nach Belieben – mit Querstreifen oder Kreisförmig – darauf verteilen. Fertig!
Unser Tipp: Mit Tortenguss oder Sahne verfeinern.

Wir wünschen euch viel Spaß beim Nachmachen und eine siegreiche Fußball-Party!

Vorschau: Nächste Woche wird euch an dieser Stelle ein Ergebnisbericht zum Thema „Video on demand“ vorgestellt.

Die Weltmeisterschaftsverblendung

KOMMENTAR: Ein ganzes Land ist im Ausnahmezustand: die Fußball-Weltmeisterschaft findet dieses Jahr in Brasilien – auf dem Rücken der Einheimischen – statt, die sich von ihrer Regierung verkauft fühlen. Bereits im Vorfeld der Spiele kam es deshalb zu Massenprotesten. Es muss die Frage gestellt werden, wie viel eine solche Weltmeisterschaft „im eigenen Land“ der Bevölkerung und wie viel sie eigentlich den Investoren einbringt. Viel wird aus dem zerrütteten Land berichtet – auch kritische Stimmen dringen an die Öffentlichkeit. Dennoch wird für den Zeitraum von knapp einem Monat bis zum Finalspiel die rosarote Fußballbrille aufgesetzt und jegliche national- oder globalpolitische Entwicklung weggelächelt. Während sich die ISIS-Front zu einer Armee entwickelt und Teile des Nahen Ostens unter seine Kontrolle bringt, wird in derselben Woche ein ukrainisches Flugzeug abgeschossen und China ringt mit seinen Anrainerstaaten um Territorialhoheit. Die vorhandenen Konflikte schwelen weiter an, so dass das Fass überzulaufen droht – aber nicht, während alle friedlich im Fußball vereint zu sein scheinen. So lange muss der Krieg warten: Er wird zwar nicht real ausgesetzt, aber aus den Köpfen getilgt.

Beinahe die ganze Nacht hindurch kann der geneigte Fußballfan sich die technisch-aufgerüsteten – etwa durch die langerwertete Torlinientechnik optimierten – Weltmeisterschaftsspiele verfolgen – denn schließlich wird bei jedem Spiel Geschichte geschrieben: „Das früheste Tor dieser WM schießt…“, „der höchste Spielausgang dieser WM“ und andere Fakten werden jedes Mal aufs Neue generiert. Die Statistiken werden also mit neuem Material gespeist, während das Weltgeschehen im Abseits steht, in der Tagesschau beinahe schon grotesk vermischt: Gibt es Krieg zwischen Israel und den Palästinensern, denen die Entführung dreier Jugendlicher angelastet wird? Seit Tagen sucht ein enormes Militäraufgebot nach den Jungen. Es wurden bereits 80 Verdächtige festgenommen, während der Hass weiter geschürt wird. Der nächste Beitrag beschäftigt sich dann – wie zu erwarten war – mit dem Spielausgang oder –Zwischenstand. Diese Ambivalenzen zu ordnen erscheint angesichts der Informationsflut beinahe unmöglich. Balotelli schießt ein Tor für Italien, Christiano Ronaldo hat Kniebeschwerden, die deutsche Nationalelf trainiert fleißig – der Stolz der Nationen trifft sich auf dem Rasen, der dieser Tage die Welt bedeutet. So viel, dass alles neben dieser Fußball-Weltmeisterschaft zu einer Kleinigkeit verkommt.

Nichts regt sich hierzulande, abgesehen von dem Höhlenforscher, der gerade den WM-Auftakt aufgrund eines Schädel-Hirn-Traumas im Riesending-Schacht des Unterbergs.

Zwischen Wahn und Sinn: die Weltmeisterschaft

Der Ball ist rund - An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Der Ball ist rund – An Weisheit mangelt es den Fußballwahnsinnigen nie, schon gar nicht zur Weltmeisterschaft (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Oh weh! Wir sind alle hoffnungslos verloren. In den nächsten Wochen werden Züge zu spät kommen, Schulstunden werden ausfallen und das Grillfleisch im Supermarkt zur hochgesuchten Mangelware. Die WM steht vor der Tür. Und mir ihr kommen Autokorsos, die Tote wecken könnten, brasilianische Schokoriegel und ein Farbenmeer aus Schwarz-Rot-Gold. Wahnsinnig, wahnsinnig sind wir alle und am wahnsinnigsten sind die, die meinen, unbeteiligt davon zu kommen.
Auf meinem Esstisch türmen sich die Fußball-WM-Sammelkarten, meine Tochter mischt sie jeden Tag, wirft sie durch die Luft und tunkt sie in ihre Essen, wenn sie satt ist. Meine Tochter ist eins und, ohne es zu wissen, schon Teil des grassierenden WM-Fiebers. Auch den Spielplan, den ich mir im Wohnzimmer vorsorglich zurecht gelegt habe, zerpflückt sie regelmäßig und ich falte ihn artig wieder zusammen. Ja, ich bin es, die meine Familie mit den Namen der Spieler und den Terminen der Spiele vertraut macht, immerhin will ich auch diesmal wieder einen lyrischen Kommentar zu den deutschen Spielen auf meiner Facebookseite bieten. Doch ich fiebere auch wirklich mit, wenn Klose aufs Tor zustürmt, Schweinsteiger die Vorlage liefert und Neuer hinten die Schussrichtungen der Gegner vorhersagen kann.
Schuld daran ist mein Vater, dessen „Tor“-Rufe mich schon als Kind nachts aus dem Schlaf gerissen haben. Mein Mann dagegen lächelt gütig, wenn ich rechtzeitig zum Startschuss vor dem Fernseher sitzen will. Er zuckt mit den Schultern. Fußball, na und? Schön finde ich das, denn wie die meisten Pseudo-Fußball-Verrückten sind mir Bundesligaspiele ziemlich egal. Den leichten Patriotismus von Weltmeisterschafts-Länderspielen aber, finde ich gut und gesund. Immerhin hat sich vor der WM in Deutschland 2006 kaum jemand getraut, eine deutsche Fahne in seinem Garten zu hissen. Heute schmückt das gute Stück Autospiegel, Hauswände und Wangen.

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Ausstaffiert? Die Wochen der Weltmeisterschaft dominieren die Aussicht in Deutschland (©Timo Klostermeier / pixelio.de)

Wie immer treiben wir Deutsche es bunt, bunter, am buntesten. Das Gastgeberland Brasilien bietet für den „normalen“ Deutschen, für den das Internet Neuland ist und Snowden so ein komischer Amerikaner, genug Fernländisches und Exotisches, um mit dem Vuvuzelawahn der WM in Südafrika mithalten zu können. Wann immer es um die anstehende WM geht, sehen wir halbnackte Tänzerinnen, bekommen geschärftes Grillfleisch und mit exotischen Früchten versehene Schokolade vorgesetzt. Als wären ballrunde Mini-Würstchen und Schokolinsen in den Farben der Deutschlandfahne nicht schon ein Wink mit dem Zaunpfahl. Mensch, Leute, es ist WM. Habt ihr wirklich gedacht, ihr kommt drum rum?
Mal ehrlich. Wer glaubt schon daran, die Ergebnisse des Turniers nicht brühwarm von Arbeitskollegen, Kommilitonen, dem Nachbarn am Gartenzaun oder der Autokarawane, die hupend durch die Straßen fährt, mitgeteilt zu bekommen. Froh sein kann, wessen Nachbar vom letzten Feuerwerk nicht noch ein paar Knaller aufgehoben hat, um eventuellen Torschüssen zu huldigen. Und all denen, die jetzt schon sagen, sie wollen nicht, aber auch gar nichts von der WM zu hören bekommen, rate ich sämtliche Nachrichtenplattformen und soziale Netzwerke in den nächsten Wochen zu meiden. Am besten ihr versteckt euch mit einer „Nichts-sehen-nichts-hören“-Brille im Bett und wartet, bis die Welt das WM-Fieber ausgeschwitzt hat.

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft(©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Öffentliches Zusehen? Eintauchen in das Meer von Zuschauern zur Weltmeisterschaft (©Steffen Kowalski/ pixelio.de)

Nein, schön ist das nicht mehr. Öffentliches Fußballgucken kann aber auch amüsant sein. Die Bilder aus den Nachrichten, wenn tausende Menschen mit offenen Mäulern auf die Leinwandstarren, gemeinsam die Arme nach oben werfen oder sie enttäuscht wieder fallen lassen zeigen: wir sind Hühner auf der Stange, Lemminge auf den Weg in den Abgrund. Die Diskussionen um den Austragungsort Brasilien sind nicht vom Tisch, aber doch weit im Hintergrund. Und mal ehrlich, das ist nicht in Ordnung, das ist Mist, es ist weder fair noch gerecht, was in Brasilien vor sich geht. Die unwürdigen Baubedingungen der WM-Stadien sind bereits vergessen, die Proteste gegen miese Bezahlung und miese Behandlung sind Bilder von Menschen, die das Medienaufgebot auszunutzen scheinen. Pustekuchen. Die Brasilianer protestieren immerhin nicht erst seit gestern. Und von unserem hohen Ross einer Nation, die gerade den Mindestlohn einführt, ist schnell ein mitleidiger Blick in Richtung Südamerika geworfen.
Ein bitterer Nachgeschmack, den die Weltmeisterschaft uns bietet. Und doch ist es mit ihm, wie mit der WM selbst. Wir können nicht nicht darauf reagieren, denn selbst die, die die Proteste eiskalt ignorieren zeigen nur ihre Ignoranz. Wir sind Wahnsinnige, Fußballwahnsinnige, die bereit sind, wegzuschauen, um hinschauen zu können. Mit Würstchen in Ballformat und kleinen Gummi-Fahnen als Nascherei. Wer gewinnt, wollt ihr jetzt noch wissen? Auf keinen Fall die brasilianische Bevölkerung, die diversen Anbieter der WM-tauglichen Produktpaletten auf jeden Fall, und der Wahnsinn sowieso. Denn eines wissen wir alle: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Vorschau: Nächste Woche erklärt Sascha euch hier, warum manche Sportler trotz Doping-Verstößen noch Vorbilder für ihn sind.

Der vorweltmeisterschaftliche Kulturcheck – Zahlen, Fakten und Besonderheiten des Gastgeberlandes Brasilien

Die unzähligen Deutschland- Fan-Artikel, die bereits seit einigen Wochen die Regale der Supermärkte füllen und von Trikots über Hüte, Fahnen und Hawaiketten bis hin zu schwarz-rot-goldenen Cola-Krachern, reichen, deuten es schon überdeutlich an: Am Donnerstag, den 12.Juni 2014 ist es nach fast genau vier Jahren wieder soweit: Die 20. Fußball-Weltmeisterschaft der Männer steht bevor. Dort kämpfen 32 Mannschaften in insgesamt 64 Spielen um den ehrenvollen Titel. Das diesjährige Gastgeberland ist Brasilien – Face2Face hat sich den Austräger des Fußball-Spektakel einmal genauer angeschaut und euch die wichtigsten Zahlen, Fakten und die ein oder andere Besonderheit  von Brasilien zusammen gestellt. So seid ihr passend zum Anpfiff bestens über den Gastgeber informiert.

Die Föderative Republik Brasilien, so der offizielle Name des Landes, liegt in Südamerika und ist mit circa 195 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat des Kontinents. In dem ungefähr 8.5000.000 km² großen Land vereinen sich zahlreiche Naturwunder, wie beispielsweise die Iguacu-Wasserfälle, der Amazonasstrom oder der riesige Regenwald. Ist von der großartigen Tier- und Pflanzenwelt Brasiliens die Rede, kommen Besucher meist nicht mehr aus dem Schwärmen heraus. „Eine unglaubliche Blütenpracht, die Vielzahl der Tiere, die dort leben und das Wunder des Regenwalds haben mich sehr fasziniert. Man muss das mal mit eigenen Augen gesehen haben, um zu begreifen, wovon ich spreche“, berichtet beispielsweise eine zufriedene Rucksack-Touristin, die ein halbes Jahr in Brasilien verbracht hat, über die artenreichste Fauna der Welt.

Weiterhin sehenswert sind neben der unbelassenen Natur selbstverständlich auch die Städte der Republik. Neben Salvador, Belém , Sao Paulo und der in den 1960er Jahren von dem Architekten Oscar Niemeyer neu errichteten Hauptstadt Brasilia läd selbstverständlich besonders Rio de Janeiro zu einem Besuch des Zuckerhuts oder den Corcovado mit der 30 Meter hohen Christus-Figur ein.

Ein absolutes Highlight ist hier selbstverständlich der weltberühmt- und ebenso berüchtigte- Karneval! Ist man zur Faschings-Zeit im Land, sollte man sich dieses einzigartige Spektakel auf keinen Fall entgehen lassen und bestaunen, wie die berühmtesten Samba-Schulen des Landes mit prunkvollen Kostümen, Wagen und ebenso eindrucksvollen Tanzeinlagen und Show-Darbietungen zeigen, was sie können.

Nirgends lässt sich die Lebensfreude der Brasilianer deutlicher zeigen als am Beispiel des Karnevals. Musik und Tanz gehört für sie zum Leben einfach dazu. Samba, Lambada, Bossa-Nova, und Pagode sind nur eine der wenigen Tänze, die in dem südamerikanischen Land mit den heißen Rythmen entstanden sind. Man könnte sagen, das Tanzen und Singen liegt den Brasilianern im Blut und sie verstehen, wie man das Leben genießt. Außerdem ist das brasilianische Volk aufgrund der verschiedenen kulturellen Strömungen von indianischer, afrikanischer und japanischer Richtung aufregend vielfältig und aufgeschlossen.

Der Face2Face-Kulturcheck zeigt also: Brasilien hat auch außerhalb der Stadien einiges zu bieten und mit ihrer fröhlichen, lebensfreudigen Art begrüßen die Brasilianer die 32 Anwärter auf den Titel gerne in ihrem Land. Die Weltmeisterschaft kann also kommen!

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier etwas über die Reihe „Theater der Welt“ in Mannheim und das „Hotel Shabby Shabby“

 

Schwimm-WM steht an

Für die meisten deutschen Schwimmer ist die Wettkampfsaison zu Ende, doch für die Spitzensportler des Deutschen Schwimmverbands (DSV) steht das wichtigste Event des Jahres noch vor der Tür. Vom 19. Juli bis am 4. August finden im katalonischen Barcelona die 25. Schwimmweltmeisterschaften statt. Hier werden Wettkämpfe im Beckenschwimmen sowie im Wasserspringen, Synchronschwimmen und Wasserball ausgetragen. Die deutsche Schwimmnationalmannschaft tritt mit 28 Sportlern in der spanischen Großstadt an, zwölf Frauen und sechzehn Männer kämpfen um Spitzenpositionen im internationalen Vergleich.

Machte bei den Deutschen Meisterschaften einen Leistungssprung: die erst 16-jährige Selina Hocke (Foto: Mirko Seifert)

Machte bei den Deutschen Meisterschaften einen Leistungssprung: die erst 16-jährige Selina Hocke (Foto: Mirko Seifert)

Die deutsche Schwimmerriege war nach dem katastrophalen Abschneiden bei den Olympischen Spielen in London schwer in die Kritik geraten, die Wettkämpfe in Barcelona sind nicht nur ein Orientierungspunkt, wie sich die persönliche Entwicklung der einzelnen Athleten weiter fortgesetzt hat, sondern auch inwiefern sich Strukturveränderungen und Trainingslager auf die Gesamtleistung des deutschen Schwimmteams ausgewirkt haben.

Im Vorfeld haben die deutschen Topathleten einige Leistungen gezeigt, die auf viel hoffen lassen. Bei WM-Generalproben in Frankreich und Spanien standen deutsche Schwimmer stets mit auf dem Treppchen und zeigten saisonale Bestleistungen. Eine wichtige Stütze des Teams fehlt allerdings: Paul Biedermann verzichtete aufgrund von Formschwäche auf die deutschen Meisterschaften im Mai in Berlin – und damit auch auf die Qualifikationsmöglichkeit zu den Schwimmweltmeisterschaften. Der ehemalige Weltmeister ist jedoch nicht der einzige, der im internationalen Vergleich auf seine Teilnahme und damit auch auf seine Paradestrecke 200 Meter Freistil verzichtet. Auch der französische Olympiasieger Yannick Agnel wird in Barcelona über diese Distanz nicht an den Start gehen, genau wie der chinesische Superstar Sun Yang. Damit rückt der Russe Danila Izotov als Topfavorit nach. Izotov war bei der Universiade eine neue Weltbestzeit geschwommen und stellt damit schon große Titelambitionen auf dieser so hart umkämpften Strecke.

Die deutschen Hoffnungen liegen unter anderem auf der Nachwuchsschwimmerin Selina Hocke, die sich bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin mit einem riesigen Leistungssprung in die Spitze der Schwimmcharts katapultierte und zwei Titel über 50 Meter und 200 Meter Rücken einfahren konnte. Auch Schwimmstar Britta Steffen scheint in guter Form zu sein, sie präsentierte beim Open de France in Vichy Spitzenleistungen.

Gold für Eric Frenzel

In den vergangenen Tagen fand einer der wichtigsten Wettbewerbe für Wintersportler überhaupt statt. Bei der Nordischen Ski-WM in der italienischen Region Val di Fiemme wurden die Weltmeisterinnen und Weltmeister Ski Nordisch, sprich Skilanglauf, Skispringen und der Nordischen Kombination (Anm. d. Red.: besteht aus Skilanglauf und Skispringen) gekürt.

Die besten Skisportler aus 57 Nationen traten an, um sich miteinander zu messen. Im Medaillenspiegel lagen letzten Endes die Athletinnen und Athleten aus Norwegen vorne, mit acht Goldmedaillen, fünf Silbermedaillen und sechs Mal Bronze standen sie deutlich vor den zweitplatzierten Franzosen (3x Gold, 1x Bronze) und den Sportlern aus Russland (2x Gold, 3x Bronze).

Die Mannschaft aus Deutschland kam auf den siebten Platz (1/1/3). Den größten Erfolg für das Team schaffte der Nordische Kombinierer Eric Frenzel. Der 24-jährige aus dem Erzgebirge holte die einzige Goldmedaille für Deutschland in der Kombination aus Springen von der Großschanze und Lauf auf der zehn Kilometer langen Piste. Er war auch am Gewinn der Bronzemedaille im Sprint (Großschanze / 2x 7,5 km) beteiligt, zusammen mit Tino Edelmann. Zweiter wurde das Team im Skispringen der Männer, Severin Freund, Andreas Wank, Michael Neumayer und Richard Freitag mussten sich nur der Mannschaft aus Österreich (unter anderem mit Gregor Schlierenzauer und Thomas Morgenstern) geschlagen geben. Die dritte Mannschaftsmedaille gewann das Team im dieses Jahr zum ersten Mal ausgetragenen Mixed-Wettbewerb im Skispringen. Zusammen mit Ulrike Gräßler und Carina Vogt sprangen Severin Freund und Richard Freitag auf den Bronzerang hinter Japan und Österreich.

Vorschau: Bald geht die Formel1-Saison in die nächste Runde: Nächste Woche lest ihr über Änderungen im Reglement – und ob es denn schon Geheimfavoriten gibt.

Trotz Niederlage: Deutsche Handballer überzeugen

„Schade, wirklich schade“, wird sich jeder Handballfan dieser Tage gedacht haben, als sich das deutsche Nationalteam nach einer mehr als starken Leistung bei der diesjährigen Handball-Weltmeisterschaft gegen Gastgeber Spanien mit 28:24 im Viertelfinale denkbar knapp geschlagen geben musste.

So hatten die Spieler um Kapitän Oliver Roggisch sich in der ersten Halbzeit als durchaus gleichwertig mit den Lokalmatadoren präsentiert und waren sogar mit einer Führung von 14:12 in die Kabine gegangen. Doch in der zweiten Hälfte konnte die Mannschaft von Bundestrainer Martin Heuberger das starke Niveau nicht mehr halten und musste sich den souverän spielenden und von tausenden Fans in der Halle getragenen Spaniern geschlagen geben.

Doch sollte die Weltmeisterschaft trotz des ärgerlichen Ausgangs allen Handballfans eins gezeigt haben: Der deutsche Handball lebt wieder. So hatte im Vorfeld keiner der deutschen Mannschaft einen so furiosen Auftritt in Spanien zugetraut. Doch das Team um Heuberger hat alle Kritiker vom Gegenteil überzeugt. Jetzt heißt es, an den Erfolgen weiterzuarbeiten und Selbstvertrauen zu gewinnen. Denn ein Land, das mit dem deutschen Handballbund den größten Handballverband der Welt besitzt, hat es verdient, auch eine Nationalmannschaft zu haben, die diese Größenverhältnisse widerspiegelt.

Die nächste Aufgabe steht dabei schon vor der Tür: 2014 findet die Europameisterschaft in Dänemark statt. Vielleicht ist dann ja sogar der Einzug in das Halbfinale möglich – zu wünschen wäre es dem deutschen Team.

Vorschau: Nächste Woche folgt ein Bericht über den Super-Bowl, der in der Nacht von Sonntag, 03.02. auf 04.02. stattfindet.

 

Ab Donnerstag fliegen wieder die Pfeile

Bald schallt es wieder durch die Halle „One-Hundred and Eighty“. Die PDC Darts-Weltmeisterschaft startet am 15. Dezember in London. Viele fiebern schon darauf hin, die Leistungen der Spieler im Voraus weisen auf spannende und knappe Wettkämpfe hin.

Bei der Darts-WM geht es nicht um einfachen Zeitvertreib, wie in der Kneipe üblich. Die Teilnehmer trainieren hart, um mit den Pfeilen in die richtigen Felder zu treffen. Die Spieler können auch sehr hohe Gewinne mit nach Hause nehmen, insgesamt wird ein Preisgeld von einer Million Pfund ausgeschüttet, davon bekommt der Gewinner 200.000 Pfund. Außerdem gibt es ein zusätzliches Preisgeld von 10.000 Pfund für einen Neun-Darter, ein perfektes Spiel. Was das bedeutet, wird im Folgenden erklärt.

Das klassische Dartspiel wird „501“ genannt. Der Spieler muss durch das Treffen verschieden punktwertiger Felder am Ende genau auf 501 Punkte kommen, um das Spiel zu beenden. Er kann hierbei mit jedem beliebigen Feld einsteigen, muss jedoch mit seinem letzten Wurf ein doppelwertiges Feld treffen.

Auf der Grafik rechts ist zu erkennen, dass die farbigen Felder des äußeren Rings doppelt, die farbigen Felder des inneren Rings dreifach gewertet werden. Das sogenannte „Bulls-Eye“, das Feld, welches sich genau in der Mitte der Scheibe befindet, ist auch ein doppelt gewertetes Feld.

Ein Wurf setzt sich aus drei geworfenen Darts-Pfeilen zusammen, man muss jedoch beachten, dass abgeprallte oder zu Boden gefallene Darts nicht mehr in diesem Wurf verwendet werden dürfen. Ein Spieler kann mit einem Wurf maximal 180 Punkte erreichen, und zwar indem er drei Pfeile auf das dreifach 20 Feld wirft.

Ein „perfektes Spiel“, beziehungsweise ein „Neun-Darter“ setzt sich also rechnerisch so zusammen, dass der Spieler sieben Mal in das dreifach-20 Feld wirft, einmal in das dreifach gewertete 19-Feld und einmal in das doppelt gewertete Zwölfer-Feld. Es gibt natürlich auch andere Möglichkeiten, dies war nur eine davon. Jedoch sind neun Darts das Minimum an Pfeilen, was für die 501 Punkte benötigt wird.

Seit dem Jahr 1995 stand der Brite Phil Taylor sechzehn Mal im Finale der PDC Darts-WM, ganze fünfzehn Mal konnte er sich den Titel sichern. Er gilt als bester Spieler der Welt und trägt den Beinamen „The Power“, deshalb lautet auch seine Erkennungsmelodie bei wichtigen Turnieren immer „The Power“ von „Snap!“. Er zählt mit Sicherheit auch in diesem Jahr zum engsten Favoritenkreis.