Neues Jahr, neue Mode – oder doch nicht?

Man sagt ja bekanntlich „alle Jahre wieder“. Soll heißen: Irgendwann kommt jeder Trend wieder in Mode. Ob Schlaghosen aus den 70ern oder Karottenhosen aus den 80er Jahren – alles hat man die letzten Jahre schon mal gesehen. Doch was ist der neue Trend für das Jahr 2016?

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Fangen wir von unten an, bei den Schuhen. Letztes Jahr waren weiße Snikers hoch im Kurs. Die Lieblingsmodelle unter ihnen: Stan Smith und Superstar von Adidas. Doch was kommt dieses Jahr? Nike scheint Adidas abzulösen. Der Schuhklassiker für 2016 wird der Cortez von Nike sein. Er kam 1972 das erste Mal auf den Markt. Schauspieler-Ikone Farrah Fawcett, bekannt aus der Fernsehserie „Drei Engel für Charlie“, war großer Fan von ihnen. Das Original des Modells ist weiß mit einem roten Nike-Haken. Es ist übrigens auch das Modell, in dem Schauspieler Tom Hanks als Forrest Gump im gleichnamigen US-Drama 1994 läuft. Der kultige Schuh wurde im Rahmen der „Holiday“-Kollektion von Nike neu aufgelegt. Untenrum bleibt es im Jahr 2016 also bei weiß, nur die Marke ändert sich.

Und was tragen Frau und Mann im neuen Jahr drunter? Bunte Socken als Hingucker waren 2015 schon in, auch 2016 dürfen sie nicht fehlen. Mit Neonfarben zu einem ansonsten minimalistischen Look und weißen Snikern könnt ihr also nichts falschmachen!

Bleiben wir bei weiß. Wer denkt, weiß im Winter sei zu sommerlich, der hat sich getäuscht. Gerade jetzt in den kalten Wintermonaten sind weiße oder cremefarbene Strickpullis total angesagt. Fotogarfen sichteten Model-Ikone Heidi Klum in solchen Teilen auf den Straßen Amerikas.

Wer Schwarz liebt, muss jetzt stark bleiben, denn: Die Trendfarbe wird durch dunkles Blau ersetzt. Fashion-Bloggerin Leandra Medine trägt gerne Ton-in-Ton-Looks und kombiniert dazu bunte Accessoires. Was früher mal als ein Mode-Tabu galt, wird heute zum Trend. Die Kombination von Schwarz und Blau ist jetzt erlaubt! Auch bei anderen Farben darf wieder experimentiert werden. Color Blocking ist jetzt wieder in. Plakative Streifen in Farben wie Gelb, Lila oder Orange werden zum Trend. Auch Ringelshirts, die 2015 in keinem Kleiderschrank fehlen durften, bleiben ein modisches It-Piece.

Oben angekommen sind wir beim Schmuck, genauer bei den Ohrringen. Falls ihr Creolen in Gold oder Silber habt, dürft ihr sie wieder herauskramen. Der Ohrschmuck aus den 90er Jahren mit mindestens zwei bis drei Zentimetern Durchmesser feiert sein Comeback.

Wer aufgepasst und mitgedacht hat, ist beim nächsten Aussortieren des

Kleiderschranks etwas vorsichtiger, und behält manche Teile lieber noch ein oder zwei Jahre länger. Denn alles kommt irgendwann wieder – auch die heißesten Fashion-Trends der 70er, 80er oder 90er Jahre!

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den Fastnachts-Chic: Zu lesen gibt es einen Styleguide für die fünfte Jahreszeit.

Sport-Chic und Presswurstalarm – die Trends und No-Gos des Frühlings und Sommers 2012

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Von links: Nadine Kollmar, Eva-Maria Obermann, Simon Deobald und Sonja Lukenda (Fotos: privat)

Sonne satt – so wünscht sich die Face2Face-Redaktion die kommende Frühlings- und Sommersaison. Doch mit welchem Outfit startet man beziehungsweise frau am besten in die warme Jahreszeit und was geht gar nicht? Um das in Erfahrung zu bringen, haben sich fünf Face2Face-Mitarbeiter auf die Suche nach Trends und No-Gos gemacht. Und hier ist das Ergebnis:

Das Lieblingsstück von Modejournalistin Nadine Kollmar: Ihr bunter Sommerstrickpullover von COS (Foto: Kollmar)

Was der Trend im Frühling und Sommer 2012 ist? „Ganz klar: der lässige Sport-Chic mit Basic-Oberteilen, Blousonjacken, Shorts und Sneakers“, ist sich Modejournalistin Nadine Kollmar sicher, „außerdem werden Pastellfarben, Sommerstrick, Pyjamahosen und für Mutige gerne auch Wide Leg-Hosen in den Sommerkleiderschrank wandern.“ Obwohl viele No-Gos einer Saison wenige Jahre später als Trends gefeiert werden würden und sie sich daher ungern festlege, seien die unschönen „Presswurst-Looks“ frei nach dem Motto knapp, knapper, am knappsten jeden Sommer zu sehen – „bei hitzigen Temperaturen darf es ruhig luftig sein – aber doch bitte immer mit Geschmack!“ Während ein luftiger Maxirock, ein Sommerhut und eine coole, hochgeschnittene Jeansshorts zum Startschuss des Sommers noch vom Einkaufszentrum in den Kleiderschrank wandern sollen, enthält dieser schon jede Menge Lieblingsstücke: „Ganz allgemein freue ich mich zu Sommerbeginn endlich wieder auf flache, offene Schuhe. Nichts strahlt für mich mehr Sommergefühl aus als hübsche, braungebrannte Füße in flachen Sandalen! Zudem habe ich mir erst vergangene Woche einen wunderbar bunten Sommerstrickpulli von COS gekauft – der machte mir bereits beim Anprobieren Sommerlaune!“
Pastelltöne wie Mint oder Zitronengelb werden laut Kollmar der Farbtrend der Frühling- und Sommersaison. Und was tragen die Männer dieses Jahr? „Ich mag lässige Outfits an Männern: Basic-Shirts, Chinos, kurze Shorts, Sneaker von Nike oder New Balance“, erzählt die 22-Jährige, „trägt der Mann dann noch einen Bart, bin ich verzückt!“

„Nach dem dominierenden Grau im Winter werden erst mal weiche Farben im Trend sein – Pastelltöne oder kräftige Farben mit Weiß kombiniert“, meint Kolumnistin Eva-Maria Obermann. Besonders freue sie sich darauf ihre beiden Lieblingsröcke wieder aus dem Kleiderschrank holen zu können – „sie sind sehr romantisch, leider nicht so klassisch und mehr für die Freizeit geeignet, aber ich fühle mich sehr wohl in beiden.“ Für die Arbeit brauche sie jedoch noch etwas Klassischeres. „Meine Röcke sind alle sehr verspielt, da muss etwas Einfacheres her“, erklärt sie, „auf der Suche nach vernünftigen Blusen bin ich seit Jahren und mache mich auch dieses Jahr wieder dran.“ Der Frühjahrs- und Sommertrend 2012 werde ihrer Meinung nach hin zu weiten Röcken und Sommerkleidern gehen. Enge Leggins in Kombination mit ebenso engen Oberteilen sind in den Augen der 24-Jährigen hingegen ein No-Go. Männer sollten im Frühling und Sommer zu lockeren Hemden und dünnen Shirts greifen – „ da kann man sich super dran kuscheln und meist betonen sie den Oberkörper besser, als zu enge, dickere T-Shirts.“

Als bekennender Modemuffel bevorzugt Face2Face-Fotograf Simon Deobald auch im Frühling und Sommer 2012 den zeitlosen Look: „Ein paar Jeans und dazu ein schlichtes T-Shirt oder Polo-Hemd. Falls es kühler werden sollte, wird passend zur Hose eine Jeans-Jacke übergeworfen.“ T-Shirts mit Aufdrucken, mit denen sich der Träger nicht identifizieren kann, sind für den 24-Jährigen ein No-Go. In der kommenden Jahreszeit freue er sich weniger auf ein bestimmtes Kleidungsstück als vielmehr über die Tatsache, dass die Pullover bald im Schrank bleiben werden. „Was ich wieder öfter auspacken werde – gerade, solange es noch nicht wieder so heiß ist – ist meine Outdoor-Weste. Das hat allerdings weniger mit Style, als mit den praktischen Taschen zu tun“, erzählt er, „ein Accessoire, das ich auch gerne trage, ist ein zum Stirnband umfunktioniertes Bandana, wahlweise in rot, weiß oder schwarz.“ Passend dazu sind seine Prognosen für die Trendfarben des Sommers schwarz und rot – „rot leuchtet schön und wirkt frisch“, ergänzt er. Als jemand, der sich modisch wahrscheinlich außerhalb des Trends befinde, wage er es nicht, ein Urteil darüber abzugeben, was die Frauen in diesem Jahr tragen sollen. „Ich bevorzuge aber auch bei Frauen einen schlichten, natürlichen Look mit wenigen Accessoires.“ In seinem Kleiderschrank fehle es bisher an kurzen Jeans – „auf die Dauer sind lange Jeans doch etwas warm bei 30°C im Schatten“, sagt Deobald lachend.

Liebt ihre verspielten Röcke: Kolumnistin Eva-Maria Obermann (Foto: privat)

Ganz im Gegensatz zu den übrigen befragten Face2Face-Mitarbeiterinnen findet Kolumnistin Sonja Lukenda den Pastellfarben-Trend schrecklich. „Nach dem tristen Winter gehören bunte Farben in Frühling und Sommer einfach dazu. Natürlich immer gut dosiert, sonst wirkt es schnell überladen“, erklärt sie, „eine ausgefallene Tasche vom Flohmarkt, ein oder zwei schöne Ketten und eine Retro-Uhr machen das Outfit komplett.“ Auch die Männer der Schöpfung können ihrer Meinung nach mal „in den Farbtopf greifen“, weiße Hosen und weiße Schuhe sollten dabei aber tabu bleiben. Außerdem sollten sie auf den Modefauxpas-Klassiker, weiße Socken in Sandalen verzichten. „Das ist echt schlimm!“, fügt die 26-Jährige an. Die No-Gos bei Frauen seien zu viel Glitzer, zu viel rosa und zu viele Rüschen – „zu viel ist meistens nicht gut.“ In ihrem eigenen Kleiderschrank freue sie sich am meisten auf bunte Kleider, Röcke und Sandalen. „Mein liebstes Kleid habe ich gleich in zwei Farben vor Jahren im Sale bei Zara erstanden“, sagt sie. Trotzdem fehle auch ihr noch das ein oder andere Kleidungsstück für die warme Jahreszeit: „Ich brauche definitiv mehr Basics. Ich habe zu viele Sachen, die irgendwie speziell und zu vielem anderen wiederrum nicht gut kombinierbar sind. Außerdem brauche ich schöne schwarze Ballerinas – die sind echt schwer zu finden, die meisten sehen einfach zu langweilig aus.“

Vorschau: Nächste Woche berichtet Sonja von der Internationalen Designmesse „Blickfang“ in Stuttgart. Ihr dürft gespannt sein!

 

Weiße Stiefel darf nur der Sandmann tragen

Designer wie Calvin Klein oder auch Derek Lam zeigten bereits für das Frühjahr 2011 weiße Ensembles, die die Fashionistas überzeugten, dass die Nichtfarbe weiß eine große Rolle spielen würde.

Doch wie wir alle wissen, ist die Kleidung, die auf den Runway-Shows präsentiert wird, nicht immer tragbar, sodass von diesem Trend auf den Straßen nichts zu sehen war. Wer ein Fan von diesem Look ist, hat jetzt aber die Chance noch eine Saison lang, seine weiße Klamotten auszupacken. Denn der frische und glatte Trend wird auch im Frühjahr und Sommer 2012 nochmals getragen. Seien wir doch

mal ehrlich: weiß ist niemals nicht im Trend. Aber nächstes Jahr, könnt ihr euch darauf gefasst machen, dass ihr um die Farbe nicht mehr drum herumkommt. Ob als Schuh, kurzes Kleidchen, langes Kleidchen, Bluse, T-Shirt, Hemd oder Hose: weiß ist DIE Farbe – ich meinte, Nichtfarbe der Saison. Und mit silbernen Accessoires kann man das weiße Outfit glamourös wirken lassen.

Doch Achtung: Die Kombination ist hier das A und O. Die Herausforderung lautet: Finden Sie das passende Zusammenspiel der einzelnen Kleidungsstücke, damit Sie am Ende nicht wie der/die Mitarbeiter/in einer Zahnarztpraxis aussehen. Und auch bei der Auswahl der Unterwäsche ist Vorsicht geboten: alle Farbe außer Nude oder Hautfarbe sind tabu – alles andere wäre unter den weißen Klamotten sichtbar und würde uns nur in peinliche Situationen bringen.

Lieber Sandmann, nimm dich in Acht: Nächsten Frühling kriegst du große Konkurrenz.

Vorschau: Nächsten Donnerstag berichtet Nadine über das Einkaufserlebnis: Concept Stores.