Ein Kalender im Advent

Alle Jahre wieder kommt die Weihnachtszeit und mit ihr Lebkuchen, Glühwein, Adventskranz und Adventskalender. Von letzteren werde ich beim Einkaufen geradezu erschlagen. In jeder erdenklichen Form strahlen sie mir entgegen. Die kleinen Kalender für die Vorweihnachtszeit sind schon lange kein bunter Spaß für kleine Kinder mehr.

Einfache Bildchen? Gibt es schon fast gar nicht mehr. Mindestens Schokolade muss sein. Dabei wird vor den einfachen Schoko-Kalendern seit ein paar Jahren wegen Verunreinigungen durch Erdöl gewarnt. Ist auch wirklich keine so leckere Vorstellung. Und mal ehrlich, komisch geschmeckt haben diese Dinge schon, als ich klein war. Aber es gibt ja auch noch genug andere, so dass niemand auf Erdöl-Kalender zurückgreifen muss – außer er will natürlich.

Kleine Freude im Advent: der Adventskalender (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Kleine Freude im Advent: der Adventskalender (© Stefan Bayer / pixelio.de)

Sämtliche Schokoladenhersteller, so scheint es mir, haben beschlossen, eigene Adventskalender zu machen. Ob als Mischung verschiedener Sorten oder einfach nur unterschiedlicher Geschmacksrichtungen, aufgebaut wie der Big Ben oder als riesiges Herz, kein Wunsch bleibt unbeantwortet im Konsumspiel der Vorweihnachtszeit. Kein Wunder, dass viele nicht nur einen Kalender zu Hause haben. Warum nur Schokolade der einen Marke, wenn die andere auch schmeckt?

Aber bei Süßigkeiten macht die Industrie ja schon lange nicht mehr Halt. Kalender voller Spielzeug, Bücher oder Drogerie-Produkte, Teesorten, Kaffeeproben, Bier oder Sexspielzeuge – für jeden etwas, für alle Alles. Selbst unsere Apotheke verschenkte einen Streifen mit 24 Hustenbonbons und am Montag wurden am Mannheimer Bahnhof Kalender mit Schokokugeln verteilt. Mir wird dabei ganz schwindelig. Habt ihr einmal einfach im Internet nach Adventskalendern gesucht? Es gibt Tassen zum Abrubbeln und Kerzen zum Abbrennen. Der Advent ist fast noch wichtiger geworden als Weihnachten.

Überblick verloren? Manche Adventskalender sind keine Kleinigkeit mehr (© Uwe Wagschal / pixelio.de)

Überblick verloren? Manche Adventskalender sind keine Kleinigkeit mehr (© Uwe Wagschal / pixelio.de)

Wobei natürlich klar ist, wenn das Crescendo bereits am Anfang kräftig ist, wird es am Ende ein Knall. Sprich: Wenn es im Advent schon täglich eine Geschenkeorgie gibt, ist Weihnachten der Multiorgasmus. Natürlich steigt unsere Erwartung, wenn wir schon im Vorneherein überschüttet werden. Schon zu meiner Zeit auf der Schule haben wir Kinder den Inhalt unserer Kalender verglichen. Und schon damals konnte ich nicht glauben, was manch einer da angeblich bekommen hat. Ist das Maß denn nie voll?

Und ich behaupte hier nicht, an mir ginge dieser Kelch vorüber. Natürlich habe ich meinem Gatten und den beiden großen ihre Kalender bereits aufgehängt. Natürlich kein Kalender von der Stange, sondern eigens befüllt. Natürlich ist die Vorfreude bereits jetzt riesig und mehr als die Tage bis Weihnachten zählt mein Großer die Tage bis zum ersten Dezember. Sogar auf meinem Blog gibt es wie bei so vielen eine Adventsaktion. Und natürlich plagt mich jetzt das schlechte Gewissen. Wie kann ich da nur mitmachen und die Erwartungshaltung meiner Kinder schüren?

Besinnliches Warten? Adventskalender können auch Kleines groß machen (Foto: Obermann)

Besinnliches Warten im Advent? Adventskalender können auch Kleines groß machen (Foto: Obermann)

Vielleicht ist es die eigene Erinnerung an den Kalender, den meine Mutter uns damals selbst gebastelt hat und den wir zwei Kinder abwechselnd öffnen durften. Es waren nie große Dinge darin. Gebrauchsgegenstände, die wir wahrscheinlich auch so bekommen hätten. Aber im Kalender wurden sie zu einer großen Überraschung, einem Geschenk, einer Besonderheit. Das Normale wurde entrückt und gewann an Wert. Der Advent wurde tatsächlich besinnlich, auch weil wir eben die Alltäglichkeit neu schätzten. Und natürlich sind deswegen auch die Kalender meiner Lieben mit alltäglichen Dingen gefüllt, die so zu einem kleinen Fest werden.

„Ein Buntstift, hurra“, „Labello, super“ und „Ja, ein Lesezeichen“. Wenn wir den Adventskalender vorsichtig zelebrieren kann er uns vielleicht tatsächlich vorbereiten und besinnlich werden lassen. Und darum glaube ich auch, dass wir nie zu alt werden für einen kleinen Kalender, der uns die Vorweihnachtszeit versüßt, solange er sie uns nicht überzuckert.

Mein Mann sprach neulich übrigens davon, er wünsche sich einmal einen Werkzeug-Adventskalender (nein, kein Witz). Also liebe Industrie: hier ist eine Marktlücke, denn auch Hobbyhandwerker feiern Weihnachten.

DIY-Projekt: Süße Advents- und Weihnachts-Präsente

Von Herzen: Selbstgemachte Präsente für Jung und Alt (Foto: Onat)

Von Herzen: Selbstgemachte Präsente für Jung und Alt (Foto: Onat)

Da der Advent zum Greifen nahe ist, verrät die Tipps&Tricks-Redaktion diese Woche, wie ihr im Handumdrehen kleine aber feine Präsente für die Weihnachtszeit herzaubern könnt: Ein schokoladiges Hand- und Fuß-Peeling sorgt für genügend Pflege in der kalten Jahreszeit. Wärme in den vier Wänden garantiert wiederum selbstgemachte Trinkschokolade samt Löffel, die sowohl optisch als auch geschmacklich begeistert. Doch auch Tee-Trinker kommen nicht zu kurz, da die mit Herzen dekorierten Zuckerwürfel jedes Herz höher schlagen lassen.

Zuckersüß: Mit Herzen dekorierter Würfelzucker versüßt jedes Getränk. (Foto: Onat)

Zuckersüß: Mit Herzen dekorierter Würfelzucker versüßt jedes Getränk. (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Zuckerherzen:

  • Puderzucker
  • Wasser
  • Zuckerdekor in Herzform
  • Zuckerwürfel
  • Schüssel, Löffel, Zahnstocher

Zubereitung der Zuckerherzen:

Etwas Puderzucker in eine Schüssel geben und einige Tropfen Wasser hinzufügen. Alles mit einem Löffel verrühren, bis eine klebrig-zähe Masse entsteht. Hierfür je nach Konsistenz den Guss mit mehr Puderzucker oder mehr Wasser anreichern. Nun den Zahnstocher in dem Zuckerkleber eintunken und auf dem Zuckerwürfel anbringen. Schließlich wird das Zuckerdekor darauf angeklebt und für eine halbe Stunde zum Trocknen liegen gelassen. Als Geschenk kann der Zucker in Einmachgläser gefüllt und mit Schnüren verziert werden.

Schokoladig: Warme Trinkschokolade ist in der kalten Winterzeit genau das richtige Geschenk. (Foto: Onat)

Schokoladig: Warme Trinkschokolade ist in der kalten Winterzeit genau das richtige Geschenk. (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für Schokoladenlöffel:

  • Schokolade oder Kuvertüre
  • Wasser
  • je nach Belieben Zimt, Vanille, Rum und Chili für den Geschmack
  • zum Dekorieren nach Belieben Zuckerdekor, Marshmallows und Schokoladenraspel
  • Schale, Topf, Löffel, Eiswürfelform oder Schnapsgläser

Zubereitung der Schokoladenlöffel:

Die Schokolade in eine Schale geben und über dem Wasserbad zum Schmelzen bringen. Hierfür Wasser in einen Topf füllen, dieses zum Kochen bringen und die Schokoladen-Schale darauflegen. Nach Belieben kann die Schokolade dabei mit Gewürzen und Aromen angereichert werden. Die flüssige Kuvertüre anschließend in die Form geben. Für runde Trinkschokolade eignen sich dabei Schnapsgläser, für eckige wiederum Eiswürfelformen. Die Schokolade etwas fester werden lassen und erst dann die Löffel und Dekorationselemente dazugeben. So wird garantiert, dass nichts in der Schokolade versinkt, der Löffel stabil positioniert wird und nichts beim Herauslösen abbricht. Wenn die Schokolade schließlich fest geworden ist, diese vorsichtig aus der Form lösen und als Geschenk in Klarsichtbeuteln verpacken.

Süße Versuchung: Mit dem schokoladigen Hand- und Fuß-Peeling lässt sich die Haut im Winter optimal pflegen. (Foto: Onat)

Süße Versuchung: Mit dem schokoladigen Hand- und Fuß-Peeling lässt sich die Haut im Winter optimal pflegen. (Foto: Onat)

Zutaten und Materialien für ein schokoladiges Hand- und Fuß-Peeling:

  • zwei Esslöffel weißen Zucker
  • zwei Esslöffel braunen Zucker
  • ein Esslöffel Kakaopulver
  • ein halber Esslöffel Oliven- oder Kokosöl
  • flüssige Handseife
  • Schüssel und Löffel

Zubereitung des schokoladigen Hand- und Fuß-Peelings:

Den weißen Zucker, den braunen Zucker, das Kakaopulver und das Öl in eine Schüssel geben und grob mit einem Löffel mischen. Nun etwas flüssige Handseife hinzugeben und alles miteinander vermengen, bis ein angenehmes Peeling daraus entsteht. Sollte dieses zu grob sein, einfach etwas mehr Handseife hinzufügen. War wiederum zu viel Seife im Spiel, kann man dieses durch Zucker wieder grobkörniger gestalten. Als Geschenk kann das Peeling mit geraspelter Schokolade oder Schokoladenstücken dekoriert, in Einmachgläser gefüllt und mit Schnüren verziert werden.

Früh übt sich, wer Weihnachtsmann werden will: Geschenkeplanung leicht gemacht

Ja ist‘s denn schon wieder Weihnachten? Diese Frage stellen sich viele Menschen Jahr für Jahr. Das Fest der Liebe kommt immer wieder überraschend, auch wenn das Datum eigentlich bekannt sein sollte. Damit ihr dieses Jahr nicht vom Christkind überrascht werdet, gibt es hier ein paar Tipps für eine frühzeitige Weihnachtsplanung:

1: Wem, was und wann

Anstatt einen Tag vor Heiligabend planlos in der Stadt rumzulaufen und zu überlegen, was Tante Mimi geschenkt bekommt und ob der Freund der kleinen Schwester überhaupt ein Geschenk erwartet, lohnt es sich, frühzeitig zu überlegen, wer überhaupt auf dem Bescherungszettel stehen soll. Danach sollte man sich Gedanken über das Budget machen. Dann fällt es meist viel einfacher, passende Geschenke zu finden.

2: Zusammen schenkt es sich schöner

Alleine Geschenke suchen ist langweilig: Tut euch doch mit anderen zusammen.. Nicht nur das Geschenkbudget steigt dadurch. Vielmehr haben zwei kluge Köpfe auch bessere Ideen. Zudem macht es viel Spaß, zusammen durch die Geschäfte zu laufen oder im Internet zu stöbern. Ein weiterer Vorteil: Vielleicht entdeckt man beim gemeinsamen Shoppen auch eine Kleinigkeit, über die sich der „Geschenkpartner“ freut. Dann schlägt man sozusagen zwei Weihnachtsfliegen mit einer Klappe.

Wer früh plant ht mehr Zeit, denn: selbst gemacht kommt immer gut an (Foto: Möller)

Wer früh plant hat mehr Zeit, denn: selbst gemacht kommt immer gut an (Foto: Möller)

3: Früh übt sich, wer es selber macht

Die besten Geschenke sind die, die man selber macht. Doch kurz vor Heiligabend hat kaum jemand Zeit und Nerven dazu. Wer jedoch frühzeitig plant, kann in aller Ruhe Geschenke herstellen. Das kann, muss aber nichts Ausgefallenen sein. Die Hauptsache ist und bleibt, dass es von Herzen kommt. Wie wäre es zum Beispiel mit einem schönen Fotoalbum?

Vorschau: Im Sinne der frühen Weihnachtsplanung zeigen wir euch nächste Woche, wie ihr schöne Geschenke selber machen könnt.

Das Geschenk: richtig, wahr und immer mehr

Das Geschenk: oft eine halbherzige Sache (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Das Geschenk: oft eine halbherzige Sache (©Tim Reckmann / pixelio.de)

„Bekomm ich dann auch Geschenke“, fragt mein Ältester mit großen Augen. Es geht um den Familiengeburtstag, den er sich mit mir jedes Jahr teil, weil wir nur eine Woche nacheinander Geburtstag haben. Ich nicke, er strahlt – Kind sein ist so schön. Von meiner Warte her sieht das ganze schon etwas anders aus. Denn: Jedem, er mir etwas schenkt, schenke ich ja auch etwas. Übers Jahr verteilt, aber am Ende ist es wie an Weihnachten. Ein Übertrumpfen an Wertigkeit der Geschenke bei den Kleinen, ein Ausgleich bei den Großen. Manchmal, ja, manchmal denke ich, da können wir das doch gleich lassen. Anstatt Geld und Zeit zu investieren, einfach Geschenke abschaffen und gut ist.

Oh, jetzt kommt der große Aufschrei. Es geht doch nicht ums Geld, nicht um den Wert an sich, sondern um Zeit und Mühe. Ja, ja, alles schon gehört. Doch was ist mit Zeit und Mühe, wenn das Geschenk absolut nicht gefällt oder gebraucht werden kann? Verloren?! Ein dritter Geldbeutel, der doch wieder zu klein ist, ein Buch, das schon im Regal steht, Duschgel, das meine Haut nicht verträgt. Und das von Menschen, die es besser wissen sollten. Ja, es mag undankbar erscheinen, frech und egoistisch solche Worte zu Papier zu bringen. Aber wehe ich komme mit so etwas an, dass ernte ich verdrehte Augen, ein großes „Aber“, oder ein ironisches „Toll“. Erzählt mir, was ihr wollt, aber wenn nach Weihnachten große Umtauschaktionen sind, dann nicht von ungefähr.

Geld als Geschenk? Als lieblos verpöhnt (© I-vista / pixelio.de)

Geld als Geschenk? Als lieblos verpöhnt (© I-vista / pixelio.de)

Und auch mit einem gefüllten Briefumschlag wird doch kaum noch jemand froh. Unkreativ und langweilig nennt es der Volksmund und steckt die Scheine dann doch so schnell wie möglich ein. Nur Bares ist Wahres. Dass ich da die Lust auf Geschenke und Schenken verliere ist vielleicht ja doch zu verstehen. Ein Geschenk ist nicht nur eine unausgesprochene Aufforderung, ebenfalls zu schenken, es verliert in unserem Alltag das Magische der Überraschung, die Freude der unerwarteten Belohnung und den Reiz der Seltenheit. Denn neben dem Problem, was denn im Päckchen so drinnen sein mag, gibt es noch den Faktor der Masse. Und die Masse macht‘s eben auch hier.

So werden bei uns zu Ostern, Weihnachten, Nikolaus und Geburtstagen auch mal ganze Transportkörbe mit Eingepacktem gefüllt. Völlig Überfordert sitzen die Kinder in einem Meer aus Geschenkpapier und wissen gar nicht mehr, was sie alles bekommen haben und wann sie damit spielen sollen. Das Ergebnis ist eben kein zufriedenes Kind, sondern eines, das die Regale voll hat und jeden Tag quengelt „Mir ist langweilig“. Reizüberflutung mit Plastikschleife. Und nein, für uns große wird es nicht besser, nur anders. Denn mir laufen sämtliche Nachrichteneingänge schon Wochen vor diesem oder jenen Festtag heiß, womit mir denn eine Freude gemacht werden könnte. Von wegen also kreativ und sinnvoll.

Geschenkeflut: tückische Überforderung ©Lupo / pixelio.de)

Geschenkeflut: tückische Überforderung ©Lupo / pixelio.de)

Ja, ich stänkere, ich bin genervt, bis über beide Ohren. Und doch, ich könnte mir auch gut vorstellen, solche Festtage ohne Geschenke zu verbringen, weder von mir noch für mich. Ich würde meinen Kindern gerne die Konsumgeilheit aus den Familienfeiern ziehen und einfach nur mit den Menschen, die ich mag eine schöne Zeit verbringen. Geht nicht, ich hab‘s versucht. „Ja, ist doch nur ne Kleinigkeit“, heißt es dann. Ermüdend, oder? Ein Wettrennen ohne Sieger und irgendwie kein Land in Sicht. Wir verziehen uns selbst, erwarten immer mehr, werden undankbar und wissen auch Kleinigkeiten, liebe Gesten, nicht mehr zu würdigen.

Und dann, dann ist dieser Text nur die Folge des Geschenk-Crescendo, logisch, ein Gefühl, das Viele kennen, und sich doch zum nächsten Fest wieder ins Chaos werfen. Nein, aufgeben will keiner. Und das ewige Mantra lautet mehr, mehr, mehr.

Vorschau: Anne schreibt hier nächste Woche über Leistungsdruck und was er mit uns macht.

Alle Jahre wieder – Deutschland im Weihnachtskaufrausch

Es beginnt wieder. Oder eigentlich muss ich sagen, dass es sich schon vor einer ganzen Weile ankündigte. Etwa in Form von Scharen in der Innenstadt herumwuselnder Menschen. Auffällig bepackt mit bunten Einkaufstüten der unterschiedlichsten Warenhäuser gleichen sie emsigen Ameisen, die ihren Beitrag zum prachtvollen Ameisenhaufen leisten. Was im übertragenen Sinne sogar zutrifft – Denn Weihnachten steht vor der Tür! Und da hat jeder gefälligst seinen Beitrag zu leisten. Am besten in Form von überteuerten und besonders kreativen Geschenken.

Glitzernde Geschenke: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza  / pixelio.de)

Glitzernde Weihnachten: Zur Weihnachtszeit bleibt der Gang ins Kaufhaus meist nicht erspart (© Helene Souza / pixelio.de)

Ich habe mich damit abgefunden, dass es ab Oktober Lebkuchen und andere Weihnachtsgebäcke zu kaufen gibt und reagiere auch nicht mehr völlig verstört, wenn im Supermarkt das erste Weihnachtslied ertönt, ich selbst aber noch meinen Gedanken an den Sommer nachhänge. Doch woran ich mich nie gewöhnen werde, sind die Menschen, die schon im November beginnen, sich den Kopf über Weihnachtsgeschenke zu zerbrechen. Menschen die mir drei bis vier Wochen vor Weihnachten, damit auf die Nerven gehen, dass sie noch nicht alle Geschenke zusammen haben. Ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie jemand sich für das Fest der Liebe, solch einem Stress aussetzt und zum Sklaven seiner selbst macht.

Okay, verständlich, dass den meisten Christen etwas darin liegt, ein besinnliches Weihnachten im familiären Kreise zu feiern, und dafür nun mal auch viel Zeit für Vorbereitungen und Besorgungen aufgeopfert wird.

Doch es ist sicherlich niemandem entgangen, dass in den letzten Jahren die Zahl der kaufsüchtigen Zombies, die zur (Vor)Weihnachtszeit in der Stadt herumtingeln, überhandgenommen hat. Ich kann die Unruhe dieser Zombies, die mit ihren glühenden Augen alles nach potenziellen Geschenken absuchen, förmlich spüren und weiche automatisch aus, sobald mir ein solcher über den Weg läuft. Ich mache das aus dem ganz einfachen Grund – Ich muss mich schützen. Ich habe Angst, dass mich diese Zombies mit ihrer Panikmache und ihrem krankhaften Kaufverhalten anstecken.

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn alles sich nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ  / pixelio.de)

Besinnliche Weihnachten? So richtig Weihnachtsstimmung will gar nicht aufkommen, wenn sich alles nur ums Geschenke kaufen dreht (© Julien Christ / pixelio.de)

Zur Vorweihnachtszeit scheinen die meisten nur noch damit beschäftigt ellenlange Geschenkelisten notorisch abzuarbeiten. Schnell ein, zwei, drei Tassen Glühwein runterkippen, um den Stress für einen Moment zu entkommen und sich selbst vorzutäuschen, dass die Vorweihnachtszeit ja im Grunde eine ganz besondere, besinnliche Zeit ist. Mit dem Duft von Zimt in der Nase und dem zirkulierenden Alkohol im Blut wird die Lüge glaubhafter. Dann geht der Shopping-Marathon auch schon in die zweite Runde.

Was ist passiert, dass sich zu Weihnachten bei einigen alles nur noch um die Geschenke zu drehen scheint?

Gehen wir ein paar Jahrtausende zurück. Weshalb beschenken wir uns überhaupt zu Weihnachten? Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit geht ursprünglich zurück auf Bischof Nikolaus. Dieser Heilige soll um 280 nach Christi an der türkischen Mittelmeerküste gelebt haben und es ranken sich allerhand Legenden um seine Person. Er soll ein sehr großzügiger Mann gewesen sein, der sich zum Beispiel den Armen annahm. Sein Todestag, der 6. Dezember, wurde fortan ihm zu Ehren gefeiert und die Kinder erhielten Geschenke.

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder könen es bis zur Bescherung an Heiligabend  kaum abwarten  (© Lupo  / pixelio.de)

Endlich Heiligabend: Vor allem Kinder können es bis zur Bescherung an Heiligabend kaum abwarten (© Lupo / pixelio.de)

Martin Luther und die evangelische Kirche wollten Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Reformation die Verehrung Heiliger ganz abschaffen. Damit die Bescherung aber nicht ganz wegfiel, wurde diese auf Weihnachten verlegt. Plötzliche war es das Christkind, das den Kindern die Geschenke unter den Weihnachtsbaum legte. Nach und nach stoß dies sowohl bei Protestanten als auch Katholiken auf Anklang. Das Sich-Beschenken zur Weihnachtszeit blickt also schon auf eine lange Tradition zurück auch wenn die Beweggründe dafür nicht ganz so durchschaubar scheinen.

Der ganze heutige Wahnsinn, der Weihnachten begleitet, ist wohl dem Kapitalismus und seinen folgenreichen Auswüchsen, wie dem zunehmenden Materialismus, zu Schulden. Ich für meinen Teil beginne eine Woche vor Weihnachten langsam mir Gedanken über das ein oder andere Geschenk zu machen. Ich finde auch nichts Verwerfliches daran, Menschen mit einem Geschenk eine Freude zu machen. Bis jetzt bin ich aber eben immer gut damit gefahren, mich von diesem Weihnachtsstress nicht anstecken zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren. In diesem Sinne: Ein frohes und vor allem besinnliches Weihnachten.

Vorschau: Eva berichtet nächste Woche davon, warum sie kein großer Freund von Silvester ist.

Weihnachten im Wandel – Wie erlebten wir das Fest als Kind, wie erleben wir es heute?

Christbaumschmücken, Geschenke auspacken, in die Kirche gehen, deftig Essen. All diese und viele weitere Traditionen gehören für einige Menschen zur Weihnachtszeit dazu. Die drei Mitglieder der Panorama-Redaktion haben sich für das Weihnachtsspecial Gedanken darüber gemacht, wie sie das Geschehen rund um den Heiligen Abend mit Kinderaugen betrachtet haben und wie sie heute darüber denken und empfinden. Tatjana, Julia und Rebecca berichten:

Tatjana: Romantische Gedanken eines Gewohnheitstieres

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Voller Vorfreude: Tatjana an Weihnachten 1993 (Foto: privat)

Weihnachten ist mein Lieblingsfest – das hätte ich gesagt, wenn man mich als Kind gefragt hätte, auf welche Feierlichkeit im Jahr ich mich am meisten freue. Was würde ich wohl heute antworten? – Genau dasselbe! Obwohl ich mir fast sicher bin, dass weder Weihnachtsmann noch Christkind die Geschenke bringen und trotz dem ganzen Stress, den Weihnachten nun mal so mit sich bringt – kreative Geschenkideen entwickeln, Geschenke kaufen und verpacken, unzählige Weihnachtsfeiern besuchen – ist und bleibt das „Fest der Liebe“ meine Nummer 1. Aber wieso? Als meine Schwestern und ich noch klein waren, hieß es am Nachmittag des 24. Dezember: Ab in den Kindergottesdienst! Singen, beten und natürlich das Krippenspiel. Über die Jahre nahmen wir so ziemlich jede Rolle ein, die das Krippenspiel so hergibt – Engel, Hirten, Erzähler. Danach ging´s ab nach Hause zur Bescherung. Im Anschluss gab es Fondue – lecker! Und heute? Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, lautet die Antwort auch hier: Genau dasselbe! An unserem Weihnachtsfest hat sich nichts, aber auch gar nichts verändert und das ist das Wunderbare daran. Nüchtern betrachtet könnte man sagen, ich liebe Weihnachten, weil ich ein Gewohnheitstier bin. Aber ich bevorzuge diese Formulierung: Ich liebe Weihnachten, weil es mir die Möglichkeit gibt mit den Menschen, die ich liebe, zusammenzukommen – in einem vertrauten (man könnte auch sagen „gewohnten“) und deshalb umso schöneren Rahmen – und ihnen in Form von Geschenken, Gesten und Gesprächen etwas von dem zurückzugeben, was sie mir tagtäglich und wie selbstverständlich zuteilwerden lassen. In diesem Sinne wünsche ich euch allen ein frohes Fest!

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Familiäres Weihnachten 2013: Tatjana (links) mit ihren Schwestern Steffi (Mitte) und Caro (rechts) (Foto: privat)

Julia: Kein Stück Festlichkeit im Blechbehälter zurücklassen

Tage vor dem Fest wurde bei uns bereits der Weihnachtsbaum in unserem Wohnzimmer aufgestellt. Meine jüngere Schwester und ich tanzten um den noch schmucklosen Baum und freuten uns über den Duft der Tanne. Der grüne Baum überragte uns Kinder um viele Zentimeter und wir reckten unsere Köpfe, um die Tannenspitze zu sehen, auf der später ein Stern Platz nehmen sollte. Dann ging es an Heiligabend ans Schmücken: Unsere Mutter bewahrte in vielen bunten Keksdosen, die sie auf dem Dachboden über das Jahr stapelte, unzählige Kugeln, Strohmännchen, Sterne, Lametta, Lichterketten und Kerzenhalter für den Baum auf. Meiner Schwester und mir war es wichtig, dass jede Dose mit Schmückmaterial leer wurde, sodass wir sicher sein konnten, kein Stück Festlichkeit im Blechbehälter zurück zu lassen.

Julia und Andrea 1998

Warten auf den Weihnachtsmann: Julia (rechts) und ihre Schwester Andrea 1998 (Foto: privat)

Bereits ab vier Uhr nachmittags wurden wir ganz hibbelig, liefen von unserem Kinderzimmer hin zum geschmückten Baum und wieder mit langen Gesichtern zurück in unser Zimmer – da noch immer keine Geschenke für uns unter dem Baum bereit lagen. Es dämmerte schon, als Papa das Festmahl auf den gedeckten und dekorierten Tisch stellte und wir kräftig zulangten. Traditionell gab es in unserer Familie nach dem Essen zunächst gemütliches Zusammensitzen beim Weihnachtsbaum, Tee und gegebenenfalls ein paar süße Kekse zwischen die Zähne. Als wir Kinder die Spannung kaum noch ertragen konnten, durften wir in unserem Zimmer warten – denn gleich sollte der Weihnachtsmann die Geschenke bringen. Wir drängten uns dicht an die Zimmertür, die direkt an das heimische Wohnzimmer anschloss, schielten durch das Schlüsselloch, um Blicke auf den Rauschebart zu erhaschen. Es gelang in keinem Jahr. Roter Mantel, Rute und Geschenksack waren immer schon wieder verschwunden, als Mama mit einem kleinen Glöckchen klingelte, das für uns das Zeichen für wildes und lautes Herausstürmen aus dem Kinderzimmer war. Alle Geschenke waren mit Namen versehen und ganz versunken, saßen wir zu Füßen des Baums und packten andächtig unsere Geschenke aus. Das Schönste war Spielzeug, mit dem man sogleich spielen wollte. Gemeinsames Singen, Sitzen und Sprechen folgte weit später am Abend, als wir Kinder das erste Vergnügen mit den neuen Sachen zu spielen, vorerst etwas ausgekostet hatten.

Julia und Andrea 2013

In weihnachtlicher Stimmung: Julia (rechts) und Andrea 2013 (Foto: privat)

Heute fahre ich an Heiligabend selbst erst zu meiner Familie, weil ich arbeiten muss. Ich genieße die Zugfahrt, um zur Ruhe zu kommen und freue mich auf leckeres Essen, Entspannung und Elterngespräche. Endlich hat die Familie Zeit miteinander zu sprechen und sich über alles Erlebte intensiv auszutauschen. Am Telefon ist das nicht immer ergiebig. Ich freue mich viel mehr darauf, meine Lieben zu beschenken, als dass ich mich auf meine Präsente freue. Sobald ich in meiner Heimatstadt ankomme, vergesse ich Unistress, Abgabetermine und Nebenjob – vor der Haustür der Eltern kann Weihnachten endlich beginnen.

Rebecca: Die Magie von Weihnachten

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Auf dem Sofa nach der Bescherung: Rebecca (rechts) mit ihrer Schwester Vanessa 1992 (Foto: privat)

ich und mama 2013

Kleiner Baum, große Freude: Rebecca (links) und ihre Mutter Veronika an Weihnachten 2013 (Foto: privat)

Weihnachten war schon immer etwas Magisches. Als Kind habe ich mich schon lange vorher auf die Geschenke gefreut – sie waren das Highlight der Weihnachtszeit. Sobald das Glöckchen an Heilig Abend läutete, also das Christkind sein Hab und Gut unter dem echten Nadelbaum mit den roten und goldenen Christbaumkugeln verteilt hatte, war es Zeit für die Bescherung. Ich kann mich an Wäschekörbe voller Geschenke erinnern – meine Eltern haben mir und meinen Geschwistern keinen Wunsch abgeschlagen. Ich erinnere mich auch an viel Schnee und lustige Schlittenfahrten, an die Weihnachtsfilme von Walt Disney oder an den Duft einer ausgeblasenen Adventskranzkerze. Wir haben zusammen Lieder wie „O Tannenbaum“ und „O du Fröhliche“ gesungen. Manchmal haben wir Kinder den Erwachsenen auch etwas vorgetragen, ein kleines Theaterstück einstudiert oder auf der Flöte Weihnachtslieder geträllert. Es war immer schon ein Fest der Familie – hieran hat sich bis heute nichts geändert. Jahr für Jahr freue ich mich auf unser traditionelles Weihnachtsessen: Spätzle mit Schweinelende in einer Camembert-Pilz-Soße und Salat. Lecker! Davor und danach gibt es die besten Vanillekipferl und Marmeladeplätzchen auf der ganzen Welt – gebacken von meiner Mama. Heute besteht der Weihnachtsbaum aus künstlichen Nadeln und trägt blauen und silbernen Schmuck. Das Glöckchen wird traditionell immer noch geläutet, allerdings von uns „Kindern“, eher aus Spaß und zur Erinnerung an alte Zeiten. Ich freue mich heutzutage vor allem auf das Zusammensein mit der Familie, da wir ja nicht mehr zu Hause wohnen und uns dementsprechend selten sehen. Die Vorweihnachtszeit finde ich wunderbar, die Weihnachtsmärkte laden einen geradezu zu Glühwein und Waffeln ein. Die Geschenke an Heilig Abend sind mittlerweile eher zweitrangig geworden, aber trotzdem freue mich natürlich darüber. Vor kurzem bin ich Tante geworden und freue mich jetzt schon darauf, meine Nichte zu sehen, wie sie Ihr erstes Weihnachten bewusst wahrnimmt, den Tannenbaum mitschücken darf und das erste Weihnachtsgeschenk auspackt. Zwischen all der Weinachtsplanung und dem Geschenkekaufen liegt für mich immer noch ein wenig Magie: Die Erinnerung an die Kindertage oder die funkelnden Augen der Nichten, Neffen und irgendwann vielleicht die der eigenen Kinder.

Vorschau: Am Dienstag, 30. Dezember erwartet euch im Panorama unser Silvesterspecial – lasst euch überraschen.

Weil auch die äußeren Werte zählen – zumindest bei den Weihnachtsgeschenken

Aus der Gourmetküche kennt man den Spruch „Das Auge isst mit“. Wenn es um Mode geht, sagt man „Kleider machen Leute“. Warum also nicht auch bei den Weihnachtsgeschenken ein klein wenig auf die Verpackung achten? Vorfreude – so sagt man – ist die schönste Freude. Und ein Päckchen, das bereits von außen viel hermacht, lässt auf einen ebenso tollen Inhalt hoffen. Zudem sehen viele wundervoll eingepackte Geschenke unter dem Weihnachtsbaum sehr festlich aus.

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Geschenkbänder in vielen Variationen: So werden die Geschenke einzigartig und festlich (Foto: A. Schwalb)

Das A und O ist, dass die verschieden Materialien ein wenig aufeinander abgestimmt sind. Geschenkpapier, Deko-Elemente und Geschenkbänder sollten farblich zueinander passen, sodass man viele Kombinationsmöglichkeiten hat.

Zusätzlich könnt ihr zum Beispiel darauf achten, dass ihr ein Papier wählt, welches auf beiden Seiten einen schönen Aufdruck hat – beziehungsweise zwei verschiedene Farben. So bringt iht von vornherein mehr Vielfalt ein, ohne Unmengen an Material zu kaufen.

Dinge, die ihr zum Verzieren nehmen könnt, findet ihr praktisch überall. Wie wäre es mit ein paar Tannenzapfen? Diese könnt ihr zusätzlich mit Farbe einsprühen, sodass alles farblich harmoniert. Oder ihr klebt Tortenspitze auf das eingepackte Geschenk, um es noch einzigartiger zu machen. Sie sieht ein wenig nach Schneeflocken aus und erinnert somit an eine weiße Weihnacht. Auch sehr festlich zum Verzieren sind Tannenzweige, Christbaumschmuck oder Ornamente, wie kleine Engel oder Weihnachtsmänner.

Das Tolle an selbsteingepackten Geschenken ist, dass man auch eine persönliche Widmung mit einfließen lassen kann. Soll es etwas Romantisches sein? Schreibt einen Brief – handschriftlich oder mit Computer – und packt das Geschenk darin ein. Bestimmte Passagen kann man mit besonderen Farbakzenten hervorheben. Vielleicht solltet ihr zur Sicherheit eine weitere Kopie anfertigen, falls er bei hastigem Auspacken zerrissen wird.

Viel Spaß beim Einpacken und ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest wünscht die Tipps & Tricks-Redaktion!

Vorschau: Nächste Woche gibt es einen weiteren Teil unserer „Gesunde Snacks“-Reihe.

Do they know it´s Christmas? – Zum 30. Jubiläum des Songs

Es weihnachtet wieder sehr. Der Duft von Maronen, die Wärme des ersten Punschs und das Glänzen der Weihnachtskugeln sind wohl jetzt in jeder deutschen Stadt angekommen. Das Fest der Liebe steht vor der Tür und die meisten sind schon am Geschenke kaufen für die Liebsten. Beim Bummeln durch die Stadt wird man hier und da um eine weihnachtliche Spende für Menschen in Not gebeten und auch im Radio werden wieder Charitysongs hoch und runter gespielt, immer mit dem Appell  verbunden das Lied doch zu kaufen, um etwas Gutes zu tun.

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Weihnachtlich: Die Gemüter sind langsam weihnachtlich gestimmt (Foto: V.Wahlig)

Die Face2Face-Musikredaktion hat sich den diesjährigen Charitysong von Band Aid mal genauer angeschaut und wirft für euch auch einen Blick zurück auf vergangene Versionen.

Vor 30 Jahren entstand die Idee durch den Verkauf von Platten etwas Gutes für die dritte Welt zu tun. Die Ideengeber waren die Sänger Bob Geldof und Midge Ure. Zusammen mit zahlreichen internationalen Stars nahmen sie den Weihnachtssong „Do They Know It’s Christmas?“ auf. Damals galten die Gewinne der Bekämpfung der Hungersnot in Äthiopien. Aber auch im Jahr 2014 kämpft die Welt gegen Katastrophen. Wieder wendet sich unser Blick in Richtung Afrika. Diesmal heißt die Notlage Ebola.

Die allererste Version des Weihnachtsklassikers wurde am 28. November. 1984 in Großbritannien veröffentlicht. In 13 Ländern erreichte der Song Platz 1, auch in der Bundesrepublik Deutschland. Durch den Erfolg des Projekts wurde auch bei anderen Krisen der Welt wieder auf die musikalische Spendenidee zurückgegriffen. Fünf Jahre später, also 1989, wurde mit dem Projekt Band Aid II „Do they know it´s Christmas?” nach einer erneuten Dürre in Äthiopien nochmals aufgenommen. In Großbritannien erreichte diese zweite Version des Songs wieder Platz 1 der Charts, in den anderen Ländern blieb der Erfolg leider aus.

Anders war dies 2004 mit der dritten Version des Songs. Auf Anregung des Musik-Journalisten Dominic Mohan wurde 20 Jahre nach der Erstveröffentlichung des Songs eine neue Fassung aufgenommen. Auch diesmal richtete sich der Blick in Richtung Afrika. Im Jahre 2004 herrschte in Dafur im Sudan eine Hungersnot. Im Heimatland des Projekts stieg das Lied wieder für elf Wochen auf Platz 1 der Charts. In den anderen Ländern konnte der Song zwar nicht an die Erfolge der ersten Fassung anknüpften, stieg jedoch beispielsweise in Deutschland in die Top 10 der Charts ein.

30 Jahre nach der Entstehung des Charitysongs für Menschen in der dritten Welt, tragen die Medien wieder schlechte Nachrichten aus Afrika an uns heran. Die Krise heißt Ebola und diesmal scheint die Reichweite eine ganz andere zu sein wie die der Hungersnöte. Im Jahr 2014 wird eine Krise aus Afrika auch in Deutschland greifbar, denn Ebola-Patienten werden auch in Deutschland behandelt. Die Bilder, die währenddessen über den Fernsehbildschirm flattern, versetzen alle in Hilflosigkeit. Kann man überhaupt etwas tun? Bob Geldof glaubt auch dieses Mal an die „Power of Music“ und trommelt diesmal nicht nur in Großbritannien Künstler für eine neue Version zusammen, sondern beauftragt auch den Toten Hosen Frontmann Campino damit, für Deutschland eine Version schreiben und produzieren zu lassen. Für die deutsche Version haben Campino, Marteria, Thees Uhlmann und der Textdichter Sebastian Wehlings einen neuen Text geschrieben. Zu den Künstlern gehören bekannte Größen aus der deutschen Musikbranche. Musiker wie 2raumwohnung, Adel Tawil, Andreas Bourani, Anna Loos, CRO, Clueso, Die Toten Hosen, Donots, Gentleman, Ina Müller, Jan Delay, Jan Josef Liefers, Jennifer Rostock, Joy Denalane, Max Herre, Max Raabe, Michi Beck (Die Fantastische Vier), Milky Chance, Patrice, Peter Maffay, Philipp Poisel, Sammy Amara (Broilers), SEEED, Silbermond, Sportfreunde Stiller, Udo Lindenberg, Wolfgang Niedecken haben sich unentgeltlich dazu bereit erklärt an dem Projekt mitzuwirken. Veröffentlicht wurde der Song am 21. November 2014. Am selben Tag wurde das Video in einer gekürzten Fassung vor der Tagesschau um 20 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Die Gewinne, die mit dem Verkauf des Songs erzielt werden, kommen der Bekämpfung der Ebola-Katastrophe zu Gute. Momentan ist die deutsche Version Platz 1 der Downloadcharts, dicht gefolgt von der diesjährigen englischen Version. Es scheint also, als ob das Projekt auch in diesem Jahr erfolgreich werden wird.

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Gestenreich: Vielleicht legt ja der Weihnachtsmann eine CD unter den Baum. (Foto: V.Wahlig)

Aber auch Kritik wird bei dieser Form von Charity laut. Besonders dieses Jahr wurde über das Lied und vor allem über den Videoclip der deutschen Version viel diskutiert. Entfacht wurde die Kritik dabei von einem Mitwirkenden der deutschen Version. So sagte Patrice, dass er die Darstellungsweise als „krassen Charity Porn“ empfindet. Grund sei die Darstellung einer Ebolakranken in der Anfangssequenz des Videos. Bereits in den Jahren zuvor ernteten die englischen Versionen Kritik, da das Band Aid-Projekt laut den Kritikern einen unreflektierten Blick auf den afrikanischen Kontinent zeigt und die Menschen dort von der westlichen Welt in eine reine Opferrolle gedrängt werden. Auch wenn diese Kritik nachvollziehbar ist, sollte man sich die neuen Versionen nicht entgehen lassen. Denn die Idee dahinter ist doch, am Fest der Liebe an all seine Mitmenschen zu denken. Wenn man mit einer kleinen Spende helfen kann, dann ist das doch schon eine schöne Geste!

Falls ihr die deutsche Version nicht kennt, dann schaut sie euch doch einfach mal an!

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

Do It Yourself – Adventskalender

Mit dem heutigen Beginn des ersten Advents dauert es nun nicht mehr allzu lange – dann steht auch schon das Christkind vor der Tür. Doch zuvor kann man sich die 24 Tage noch versüßen, indem man anderen oder sich selbst eine Freude bereitet. Dies geht mit einem selbstgebastelten Adventskalender besonders gut. Romantisch ist es auch, wenn man sich einen Kalender mit dem Partner teilt und jeder dem anderen 12 kleine Überraschungen beschert.
Hierzu gibt es viele Möglichkeiten. Face2Face stellt euch heute eine Bastelvariante vor.

24 kleine Überraschungen: Der selbst gemachte Adventskalender beschert viele kleine Freuden (Foto:Sharifi)

24 kleine Überraschungen: Der selbst gemachte Adventskalender beschert viele kleine Freuden (Foto:Sharifi)

Zubehör:

  • 24 oder am besten 48 Frühstückstütchen
  • eine lange Kordelschnur
  • zwei Nägel
  • einen Rotstift
  • 24 kleine, rote Klammern
  • bei 2 Partnern jeweils 12 kleine Geschenke, wie z.B.: Süßigkeiten, Badeöle, Entspannungsbäder, Duftkerzen, Nagellack, Handkreme, Wärmekissen für Unterwegs und vieles mehr.

Bastelanleitung:

1. Zunächst benötigt man eine leere Wand, an der man den Kalender anbringen möchte. Steht die Länge des Kalenders fest, werden die Nägel an die Wand genagelt und die Kordelschnur befestigt.
2. Nun sind die Frühstückstütchen dran. Da sie recht durchsichtig und dünn sind, empfiehlt es sich zwei ineinander zu tun. Demnach erkennt man die innere Überraschung nicht und das Gewicht kann von der hängenden Tüte auch getragen werden.
3. Nachdem nun die Tüten fertig sind, werden sie mit einem Rotstift beschriftet. Natürlich mit den Zahlen von Eins bis 24.
4. Vor dem Aufhängen die Geschenke hineingeben und mit einer roten Klammer an der Kordelschnur befestigen. Wenn es sich um einen gemeinsamen Kalender handelt, sollten abwechselnd die Geschenke verteilt sein, d.h. der eine Partner öffnet am 01. Dezember das Tütchen und der andere hat das Vergnügen am folgenden Tag. Eine Alternative ist verschiedene Stifte zu benutzen, sodass die Zahlen in verschiedenen Farben auf den Tüten stehen.

Sicherlich können die Tütchen auch rot oder grün sein, ebenso können die Klammern goldfarben sein, wobei diese etwas schwieriger zu finden sind. Je nach Kreativität kann man die Tütchen auch schön bemalen und jedem Tag eine individuelle Note geben. Anstelle von Tütchen ist es auch möglich, selbst gestrickte Socken oder Säckchen aufzuhängen. Allerdings sollte man die Größe und das Gewicht der Geschenke nicht vergessen, denn so kann es schnell passieren, dass sie an der Schnur nicht hängen bleiben.

Face2Face wünscht euch einen schönen ersten Advent und viel Vergnügen beim Basteln eines Adventskalenders.

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle Tipps, wie man die stressige Vorweihnachtszeit gut übersteht.