Stadt der Tempel, Affen und Wasserfälle

Nikko ist eine Stadt in der Präfektur Tochigi wenige Stunden von Tokio entfernt. Japan ist in mehrere Präfekturen aufgeteilt, ähnlich wie bei uns Bundesländer. Aufgrund ihrer guten Lage im Nikko-Nationalpark, wunderbarer Naturschauspiele sowie seiner schönen Tempelanlagen ist Nikko bei Japanern und Touristen als Ausflugsziel sehr beliebt. Wir zeigen euch, was ihr dort Stadt alles erleben könnt.

Besonders bekannt ist Nikko für seine schönen Tempelanlagen (Quelle: Möller)

Berühmte Affen: Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen

Besonders bekannt ist Nikko für seine großen Tempelanlagen. Diese sind vom Hauptbahnhof sowohl zu Fuß, in einem ca. 40-Minütigen Spaziergang, als auch mit dem Bus gut zu erreichen. Bedenken sollten Besucher nur, dass es im Winter und auch noch zur beliebten Reisezeit zur Kirschblüte im Frühling in Nikko sehr kalt werden kann, sodass dann dicke Winterkleidung dringend von Nöten ist. Zu den bekanntesten Tempeln in Nikko gehören der Nikkō Futarasan-Schrein, ein Shintō-Schrein, der Teil einer Stätte des UNESCO-Weltkulturerbes, ist.

Nichts hören, Nichts sehen, Nichts sagen: Das Ursprungsbild der berühmten Affen ist in Nikko (Quelle: Möller)

In der Weltkulturstätte – eine Zusammenhängende Fläche mehrerer Tempel – ist ebenfalls eine weltweite Bekanntheit zu finden: An einem kleinen, eher unscheinbaren Gebäude – der Stall der heiligen Pferde – befindet sich als Fassadenschnitzerei das Wahrzeichen Nikkōs, die drei Affen, die nichts (Böses) sehen, hören und sagen. Ein Foto hiervor lohnt sich ebenso wie ein Besuch der Drachenhalle, in der neben einem tollen Deckengemälde ein einzigartiges Echo zu hören ist.

Für die Tempelanlage sollten Besucher sich genügend Zeit einplanen. Einerseits ist sie

Die Brücke befindet sich in der Nähe der Tempelanlagen (Quelle: Möller)

sehr großflächig verteilt, andererseits ist sie sehr imposant, sodass man an vielen Orten stehen bleibt, um Schnitzereien zu betrachten oder Fotos zu schießen. Auf dem Weg zurück in die Stadt lohnt sich ein Blick auf die Shinkyo-Brücke, die über den Fluss Daiya führt. An der Stelle, an der die Shinkyo-Brücke steht, hat der Legende nach der Priester Shodo Shonin, der den ersten budhistischen Tempel in Nikko errichtete, den Daiya auf zwei Schlangen überquert.

Nationalpark: Kegon Wasserfälle und unberührte Natur

Naturspektakel: Die Kegon Wasserfälle nahe Nikko (Quelle: Möller)

Mit dem Bus gelang man vom Busbahnhof Nikko in den Nationalpark zu dem berühmten Kegon-Wasserfällen, die für viele Reiseführer zu den drei schönsten Wasserfällen Japans zählen. Die Fallhöhe des aus Vulkan-Gestein kommenden Wasserfalls beträgt knapp 100 Meter.  Zwölf kleinere Wasserfälle liegen unterhalb der Kegon-Fälle oder parallel zu ihnen. Das Wasser tritt durch zahlreiche Spalten zwischen dem Gebirge und den erkalteten Lavaströmen aus.

Der Nationalpark umfasst  eine Fläche von 114.753 Hektar und erstreckt sich über die drei Präfekturen Tochigi, Gunma und Fukushima. Der Park bietet neben einer reichen Tier- und Pflanzenwelt auch eine große Zahl von Bergen und heißen Quellen – sogenannte Onsen. Ein Besuch und ein ausgedehnter Spaziergang lohnen sich hier. Auch ein Besuch des Chūzenji-See, der in der Nähe der Kegon-Fälle liegt, ist empfehlenswert, da dieser malerische See wunderschön gelegen ist und zum Träumen einlädt. Zudem finden sich auf dem Weg von den Wasserfällen zum See

Wunderschöner Ausblick im Nationalpark (Quelle: Möller)

einige kleine Geschäfte und Restaurants, bei denen Besucher leckere, traditionell japanische Gerichte genießen können.

Sieben Kilometerstiefel und ein Hauch Mittelerde

In den letzten zehn Jahren hat sich Island für die Deutschen zu so etwas, wie dem Mallorca des Nordens entwickelt. Das liegt vor allem an der weitestgehend unberührten Natur mit gewaltigen Gletschern, heißen Quellen und enormen Wüsten aus schwarzer Vulkanasche. Face2Face beschreibt für euch heute die Gefahren unterwegs, das Muss an Ausrüstung und welche Gegenden mit welchem Schwierigkeitsgrad zu empfehlen sind.

Gegend um Pörsmörk

Gletscherflüsse, kage Landschaften: Islands Hochland (Foto: Homolka)

Seit den 2000er Jahren fliegen Lufthansa, Germanwings, AirBerlin und die kleine isländische billig Charterairline WOW die Insel mitten auf der Plattengrenze zwischen Europa und Amerika nun an. Inzwischen kommen jährlich mit 350.000 Touristen jährlich mehr Ausländer nach Island, als die Insel Einwohner besitzt (300.000) fast ausschließlich mit einem Ziel: Wandern, die Natur erkunden.

Besonders wir Deutschen machen inzwischen einen Großteil der Besucher aus. Meistens gut erkennbar anhand der Sprache, dem Komplettpacket aus Jack Wolfskin-Kleidung und den Wanderstöcken. Doch was ist davon wirklich notwendig?
Gute Wanderschuhe sind unerlässlich. zwar sind die meisten Routen nur auf 1000 Höhenmetern, es fühlt sich teilweise aber eher an wie auf 3000m Höhe in den Alpen. Der Grund wechselt von feinkörnigem Vulkansand, zu groben Schuttbrocken, zu Flussbeten von Gletscherbächen bis hin zu ganz jährig schnee- und eisbedeckten Arealen.

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Beindruckend: Der Wasserfall Dettifoss (Foto: Homolka)

 Auch im Sommer benötigt man unbedingt regenfeste, schnelltrocknende Kleidung in einem Land mit maximal 17C und manchen Sommermonaten mit lediglich 3 Sonnentagen. Jeans und andere Stoffkleider können da zu einer echten Beschwerde werden. Wanderstöcke sind, je nach Alter, eher optional, da die meisten Routen auch ohne in den Sommermonaten ohne Probleme gegangen werden können. Auch Kompass und Thermometer sind eher optional, da die gängigen Wanderrouten von Juni-Anfang September von tausenden Touristen belaufen werden und die offiziellen Wanderwege auch mit Markierungen ausgestattet sind. Ansonsten gilt bei mehrtägigen Wanderungen das Gepäck im Rucksack auf ein Minimum zu reduzieren, da ein großer Teil der Last dazu auf Nahrung ausfällt.

Gefahren sind unter anderem Nebel, heftiger Regen und einer Unterkühlung zu erliegen, falls Zielpunkte nicht rechtzeitig erreicht werden können. Bis vor ein paar Jahren konnte man sich vor diesen Gefahren schützen und sich von Hütte zu Hütte an- und abmelden, um in Notfall als vermisst registriert zu werden. Da jedoch in den letzten Jahren die Zahl der Wandertouristen immer mehr angestiegen ist, haben die Hütten dieses Verfahren wieder eingestellt.

Dettifoss

Eingegraben: Ein Fluss im Südwesten Islands (Foto: Homolka)

Schöne Wanderouten einfacheren und mittleren Schwierigkeitsgrads finden sich in der Gegen um Þórsmörk und Landmannalaugar im Südwesten Islands und im Norden in der Gegend, um den größten Wasserfall Europas Dettifoss. Anspruchsvolle Touren sind besonders in der Nähe des größten Gletschers Vatnajökull und des Gebiets Askja zu finden, aber auch an den anderen drei größten Gletschern.

Egal welche Wanderroute man sich zu traut und erwandert, manchmal auch erwartet oder erklettert, es lohnt sich. Wie im Titel dieses Artikels schon angedeutet erinnern sie oft an die Landschaft aus Herr der Ringe und man kann die Isländer verstehen, wenn sie bei solchen Bergen, Vulkanen und Gletschern um sich herum, auch eine reichhaltige Sagenwelt in ihnen angesiedelt haben.

Vorschau: Am Dienstag, 21. Oktober geht es weiter in der Reiserubrik mit einem Beitrag über und aus Brüssel.

Tipps für abwechslungsreiche Unternehmungen als Paar

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Deborah Willig und Jens Eisenhauer (Foto: privat)

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Frau Willig und Herr Eisenhauer (Foto: privat)

Ob man sich nun als Paar unter der Woche oder am Wochenende sieht oder gar zusammen wohnt – jeder freut sich auf die gemeinsamen Stunden. Oft wird vorher schon geplant, was zu zweit gemacht wird: Essen oder ins Kino gehen, einen gemütlichen Abend zu Hause verbringen oder über das Wochenende einen kurzen Ausflug machen. Allerdings kann dies auf die Dauer auch langweilig werden. Was man dagegen machen kann verraten bei Face2Face fünf junge Männer und Frauen:

Ungestörte Wanderungen in der Natur oder Konzertbesuche kann der duale Student Benjamin J. Paaren empfehlen. Vor allem sind Spaß und eine nicht all zu hohe Erwartung an die Treffen wichtig. Trostlose Aktivitäten gehören für den 22-Jährigen zu den No-Go’s, als Beispiel nennt er Schlagerpartys. Jedoch hat Benjamin für abwechslungsreiche und häufige Unternehmungen nicht viel Zeit – „Dank Arbeit und sonstigen Hobbys fallen diese Treffen eher kurz und auch nicht so unheimlich häufig aus.“ Die Seltenheit empfindet er keinesfalls negativ, denn für das Planen von vielfältigen Paarbeschäftigungen sieht er sich nicht als kreativ genug. Daher bevorzugt der 22-Jährige unregelmäßige Treffen, um den Prozess der Langeweile innerhalb der Beziehung zu verhindern. Auf die Frage hin, ob sich Langeweile vorbeugen lässt antwortet er wie folgt: „Meiner Ansicht nach ist es leider nur eine Frage der Zeit bis die Treffen nichts Besonderes mehr sind.“

Wandern, Klettern, Schwimmen, Radtouren oder Sportausflüge gehören für die 23-Jährige Nina Darmstadt zu den lustigen Unternehmungen. Außerdem geht sie gerne mit dem Partner Essen oder ins Kino und findet Wochenendtrips schön. Um Langeweile vorzubeugen genügen ihr bereits kleine Abweichungen von der alltäglichen Routine – wie zum Beispiel ein neues Restaurant ausprobieren oder anstelle eines Kinobesuchs einen Kurztrip zu machen. Ebenso können Spontanität oder ein selbstgemachtes Frühstück diese Wirkung erzielen. Jedoch ist für die gelernte Kauffrau im Einzelhandel und derzeitige Berufsoberstufenschülerin auch der persönliche Freiraum wichtig. Je nachdem wie die Interessen beider Partner sind, können auch gemeinsame Kurse und Aktivitäten für Abwechslung sorgen. Täglicher Unternehmungsdrang von seitens des Partners, Unlust, Lan-Partys, übertrieben lange Shoppingausflüge und Technoschuppen sind einige der vielen No-Go’s für die 23-Jährige. Darüber hinaus mag Nina es nicht, wenn sie alleine die Organisation und Entscheidungen für Aktivitäten tragen muss oder wenn der Partner diese ohne Rücksprache nach seinem Belieben beschließt. Dazu rät sie: „Achtet auf die Gefühle eures Partners. Zwingt niemanden zu etwas, dass er absolut nicht will und versucht nicht jeden Tag, jede Woche zwangsweise etwas zu unternehmen. Das klappt nicht und macht keinen Spaß.“

„Mein Partner und ich unternehmen ziemlich viel Abwechslungsreiches. Mal gehen wir zusammen auf den Fußballplatz unseres Heimvereins und schauen uns ein Spiel an, mal fahren wir spontan nach Frankfurt am Main in den Zoo.“, so die 24-Jährige Sabrina Kuhn. Meistens jedoch gehen sie spazieren oder machen Ausflüge mit dem Hund. Die Studentin hält es für möglich Langeweile vorzubeugen. Dies geht indem man offen für Neues ist und nicht alles voraus plant – Spontanität ist hier die Lösung. Ebenso wie Nina ist für sie der Freiraum wichtig. „Mein Partner geht zum Beispiel jeden Sonntagabend zu seinem Fußballstammtisch. Und ich habe meine Mädelsabende, das gehört dazu, damit man wieder Lust auf gemeinsame Zeit bekommt.“ Die eigenen Interessen dem Partner aufzuzwingen stellen für Sabrina ein Tabu dar. Vielmehr sollten gemeinsame Leidenschaften ausgeübt und das Mitspracherecht berücksichtigt werden.

Langeweile lässt sich in der Beziehung dadurch vorbeugen, wenn viele verschiedene Dinge gemacht werden, darin sind sich Deborah Willig und Jens Eisenhauer einig. Das einfache zu Hause hocken mögen sowohl die 22-Jährige Erzieherin als auch der 24-Jährige Elektroniker nicht. Das eher abenteuerlustige Paar geht gerne Billard spielen, in Freizeitparks oder gemeinsam in den Urlaub. Auch für Deborah und Jens ist es wichtig, dass sich jeder gleichermaßen in die Beziehung einbringt. Bei den Unternehmungen sollte man darauf achten, dass beide Spaß damit haben und es sich auch leisten können. Vor allem „verschiedene Sachen ausprobieren, die Interessen des anderen im Auge behalten und ein bisschen Geld in der Hinterhand haben, kann nicht schaden.“

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr über hilfreiche Tipps zum Restaurieren einer alten Bank nachlesen.

Tipps für Wochenendtrips

Von links: Tugay Aksoy, Dragomir Ilic, Katharina Kiefer, Karoline Wilms und Jens Hennig (Fotos: privat)

Von links: Tugay Aksoy, Dragomir Ilic, Katharina Kiefer, Karoline Wilms und Jens Hennig (Fotos: privat)

Spaß, Erholung und Abwechslung – so in etwa lautet die Definition für das Wochenende. Allerdings verlieren regelmäßige Aktivitäten irgendwann ihren Reiz und die Vorfreude auf das bevorstehende Wochenende ist getrübt. Aus diesem Grund ziehen viele einen kurzen Ausflug in die Natur oder den Besuch eines Festivals als Alltagsausgleich vor – ganz nach dem Motto „Raus in die Welt“. In einer Umfrage von Face2Face teilen uns drei junge Männer und zwei Frauen ihre Tipps für einen gelungenen Wochenendtrip mit.

Für den 24-Jährigen Biologiestudenten Tugay Aksoy besteht ein Wochenendtrip entweder aus einer größeren Tagestour oder aus einem Kurzurlaub von Freitag bis Sonntag. Die Freizeitbeschäftigung hängt für ihn von Zeit und Geld ab. Bei einem Kurzurlaub nach Straßburg etwa würde Tugay seine Freunde früh informieren, da viele von ihnen eine Planung vorziehen. Dagegen macht er spontane Dinge alleine. „Da kann ich dann auch mal ein paar absurde Dinge tun. Das sieht dann meist so aus, dass ich mein Rad sattle und schaue wohin es mich verschlägt.“ Diese Aktivität kann sich dann auch über das ganze Wochenende erstrecken, weshalb er oft einen Schlafsack mitnimmt. Ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Ausfluges ist für ihn Spaß. Vor allem aber hat der 24-Jährige keine besonderen Erwartungen, weswegen ihm missglückte Wochenendtrips bisher erspart geblieben sind.
Stets mit dabei hat der Biologiestudent Taschengeld, Handy, Kulturbeutel, Kleidung und wichtige Papiere wie den Ausweis.
Sein Tipp: Wer sich mit Wochenendtrips weniger auskennt, soll diese lieber planen oder sich mit anderen über ihre Erfahrungen austauschen. Außerdem sind für ihn Großstädte, Musikfestivals, eine Gebirgswanderung oder Barcelona gute Ziele für kurze Trips. Tugay selbst sieht Japan als größtes Ziel an, welches er gerne mit seinem Fahrrad bereisen würde.

Dagegen hat der Jurastudent Dragomir Ilic eine Faustregel: „Mehr Feldwege als Asphalt, dann ist man auf der richtigen Bahn!“ Unter einem Wochenendtrip versteht er keineswegs das bloße Rumhängen mit Freunden in Kneipen, zu Hause oder am Rhein. Der 21-Jährige ist ein Gesellschaftsmensch und ähnlich wie Tugay sowohl spontan als auch planend. Jedoch spricht sich Dragomir bei einem aufwendigeren Trip deutlich für die Planung aus. Häufig und gerne campt er an Weihern und Seen oder verbringt dort einige Stunden. Dabei sollte Essen, Musik und Alkohol nicht fehlen. Für den Ausflug nimmt der 21-Jährige in der Regel ein Zelt, Schlafsack, Verpflegung, eine Taschenlampe und wichtige Utensilien wie Besteck mit. Besonders praktisch findet er ein solarbetriebenes Akkuladegerät, um Handy und mp3-Player aufzuladen.
Als absolute No-Go’s sieht der Student die Beschmutzung der Örtlichkeiten oder das Belästigen von anderen Menschen. Dragomir rät vor allem sich vor dem Trip ins Grüne zu erkundigen, ob es sich dabei nicht um ein Naturschutzgebiet handle und ein Aufenthalt erlaubt sei. Zudem nicht beim Gepäck sparen.
Mögliche Freizeitaktivitäten sind für ihn das Wandern im Pfälzer Wald oder Campen in der Drachenhöhle. Insbesondere sollte man seiner Meinung nach offen für Vorschläge sein, um Langeweile zu vermeiden. Er selbst würde gerne in die Polargegenden reisen oder Fallschirm springen.
Zum Thema erfolgreicher Wochenendtrip äußert sich der Jurastudent wie folgt: „Ein gelungener Wochenendtrip sollte mit einem wehmütigen Lächeln und dem Wunsch nach Wiederholung beendet werden und es sollte einem zuerst gute Erinnerungen beim Gedanken an diese Tage in den Kopf schießen.“

„Ausflüge in ferner gelegene Ort mit dem Auto bei denen man über Nacht bleibt und die das ganze Wochenende füllen“, so beschreibt Katharina Kiefer ihren persönlichen Wochenendtrip. Ein ungefährer Plan über den zeitlichen und organisatorischen Ablauf des Ausfluges beruhigt die 21-Jährige Studentin. Dementsprechend ist der Trip dann erfolgreich gewesen, wenn dieser entweder nach Plan oder noch besser verlief. Außerdem dürfen Erinnerungsfotos die Erlebnisse festhalten nicht fehlen, ebenso Hygieneartikel, Geld, Handy und Kuscheltier. Im Gegensatz dazu stellen „spontanes Absagen 5 Minuten vor Abfahrt und Autopannen“, für Katharina absolute No-Go’s dar.
Als typischen Wochenendtrip bezeichnet die Studentin ein Festivalbesuch mit Freunden, der allerdings schon vor dem Ereignis beginnt in Form von Grillen, Musik und schlechtem bis gar keinen Schlaf. Auch Katharina zieht das Touren in einer Gruppe vor, da sie sich dadurch sicherer fühlt.
Unerfahrenen rät sie rechtzeitig mit der Planung zu beginnen wie zum Beispiel eine frühe Hotelbuchung bei einem Messebesuch. Ohrstöpsel sollten stets dabei sein und eine Gruppe nicht all zu große, da dies die Planung erschwert. Ihre Tipps für einen Wochenendtrip sind unter anderem das GamesCom in Köln mit eigenem Essen, das Southside Festival und Hamburg Altona. Sie selbst würde gerne nach Leipzig und im Allgemeinen deutsche Großstädte bereisen. Abschließend fügt Katharina noch hinzu: „Ich würde in meinem Leben sehr gerne einmal Haie in freier Wildbahn sehen und ein eher erfüllbarer Wunsch: Einfach mit Schlafsack und Zelt ins Auto steigen und losfahren.“

Eine ähnliche Auffassung hat auch Karoline Wilms. Die 21-Jährige Auszubildende zur Gesundheits- und Kinderkrankenschwester besucht ebenfalls gerne Festivals, Städte, Freunde die weiter weg wohnen oder fährt ziellos mit dem Auto. Allerdings überlässt Karoline gerne die Planung anderen oder bricht mit Freunden orientierungslos und nur mit einer Stadtkarte bestückt auf. Für die Auszubildende ist ein gelungener Trip demnach das Zusammensein mit Freunden in einer Stadt, das Übernachten in einem Hostel und neue Leute kennenzulernen. Zwar hat sie keine schlechten Erfahrungen gesammelt, aber sieht streitende oder durchdrehende Reisefreunde als missglückten Trip an. Jammernde, anstrengende und nervige Menschen sind für die 21-Jährige ein No-Go. Ebenso Regen und zu wenig Geld. Dagegen muss ihrer Meinung nach ein Trip folgendes an Programm bieten: Kulturprogramm am Tag, Kneipentouren am Abend, nette Kaffeebesuche und Postkarten an Familie und Freunde schreiben.
Karoline empfiehlt Zahnbürsten erst vor Ort zu kaufen, da sie stets vergessen werden. Von Vorteil wären Mitreisende, die eine Führerschein haben, eine gute Orientierung und einen ähnlichen Schlafrhythmus aufweisen. Zudem sollte das Budget vorher geregelt werden, ansonsten könnte es zu Streit führen.
„Nach London fahren und mir die Drehorte von Harry Potter ansehen!“, möchte die Auszubildende unbedingt einmal erleben.

Etwas Neues und nicht alltägliches erleben ist eine der vielen Vorstellungen eines Wochenendtrips von Jens Hennig. Der 23-Jährige freiberufliche Mediengestalter gehört zu der Kategorie Mensch, die sowohl spontane als auch geplante Aktivitäten in Betracht ziehen. Allerdings hängt dies auch wieder von Zeit und Geld ab. Auch Jens bezeichnet sich als Gemeinschaftsmensch und bevorzugt die Gesellschaft enger Freunde. Demnach benötigt man für einen gelungenen Ausflug gutes Wetter, gute Laune und ein bis zwei gute Freude. „Solange man sich an den Wochenendtrip erinnert und eine Geschichte dazu erzählen kann, selbst wenn es die negativen Sachen sind die einem passiert sind, dann gibt es keinen missglückten Trip“, so Jens. Ebenso wichtig sind für den 23-Jährige Erinnerungsfotos.
Tipps für Orte sind seiner Meinung nach Heidelberg und Darmstadt aufgrund der kulturellen Angebote. Für Naturliebhaber ist der Odenwald zu empfehlen. Ansonsten strebt Jens das Fotografieren der Milchstraße an.

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr an dieser Stelle Tipps für einen Undone-Dutt nachlesen.

Mit Tragetuch zum Geisterberg – Familienurlaub in Österreich

Vier Sterne für Familien: Hotel Lerch in Sankt Johann im Pongau

Vier Sterne für Familien: Hotel Lerch in Sankt Johann im Pongau (Foto: Obermann)

Früher oder später musste er ja kommen: der erste Familienurlaub. Nur wie? Schön nostalgisch, wie wir ihn aus unserer eigenen Kindheit kennen, mit dem Auto durch den Stau über ein oder zwei Grenzen, selten mehr. Oder doch exotischer mit dem Flugzeug, dem Schiff oder zu Fuß um den halben Globus? Wer mit kleinen Kindern in Urlaub fährt, hat ganz andere Ansprüche, als jemand, der einfach nur die Welt sehen will. Kultur, Land und Leute, einmalige Erlebnisse und erstaunliche Naturschauspiele müssen plötzlich mit Wickelgelegenheiten, Spielplätzen und kindertauglichen Wegen kombiniert werden.

Wir fingen dieses Jahr klein an und fuhren für eine Woche mit Sohn (fünf Jahre) und Tochter (fünf Monate) nach Sankt Johann im Pongau, Österreich. Eine Stunde hinter Salzburg liegt der Alpenort. Damit wirklich jeder von uns zumindest teilweise auf seine Kosten kommt, quartierten wir uns im vier Sterne Hotel Lerch ein. Denn mit den Kindern kommt auch die Erkenntnis, wie erlösend eine Woche ohne selber kochen, Wäsche waschen und aufräumen ist. Das Hotel bietet für jeden Geldbeutel passende Zimmer, die für Paare oder Familien gedacht sind. Zwei Schwimmbecken locken an heißen Tagen zur Abkühlung, ein großer Spielplatz mit Kinder-Bauernhaus und Streichelzoo sorgt für die Kinder-Bespaßung. Dazu gibt es wöchentlich ein ausgedehntes Programm mit Kutschfahrten, Ponyreiten, Kinderkino, Nachwanderungen, Traktorfahrten, und und und.

Die Berge: ein Ausblick der sich lohnt (Foto: Obermann)

Die Berge: ein Ausblick der sich lohnt (Foto: Obermann)

Doch auch um Sankt Johann herum zeigt sich ein buntes Feld an Aktivitäten, die für Familien gemacht sind. Der nahe gelegene Geisterberg ist eine ideale Kombination von gemütlicher Wanderung für die Erwachsenen sowie Spiel und Spaß für die Kinder. Mehrere Spielgelegenheiten, ein Rundweg mit kleinen Stationen und zwei gemütliche Hütten für die Jause, den Imbiss beim Wandern, sind vorhanden. Alle, die gerne noch etwas mehr Bewegung wollen, sparen sich einfach den Geisterzug, der von der Gondel zum Geisterdorf führt. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, kommt dabei um eine Frage nicht herum: Kinderwagen oder Tragetuch. Wir entschieden uns für das Tragetuch und waren damit erstaunlicherweise in der Minderheit. Dabei finde ich das Tragetuch praktisch und ideal für Wanderungen. Auch etwas unebene Wege können leicht passiert werden, das Kind fühlt sich auch wach sicher und die Gefahr, dass es anfängt zu quengeln, ist minimal. Freie Hände und im Notfall auch eine Stillmöglichkeit während des Laufens sind weitere Pluspunkte. Auch Gondeln, Busse oder Züge sind mit Tragetuch oft leichter zu nutzen, vor allem beim Andrang in den Sommerferien.

Naturschauspiel: Der Wasserfall in der Lichtensteinklamm (Foto: Obermann)

Naturschauspiel: Der Wasserfall in der Lichtensteinklamm (Foto: Obermann)

Auch die Lichtensteinklamm bietet sich für Familien mit Kindern an. Mit dem Kinderwagen kommt man hier allerdings nicht durch. Wir suchten uns extra den heißesten Tag unseres Aufenthaltes aus, denn in der Schlucht ist es durchweg kühl. Der rauschende Bach und der tosende Wasserfall, der uns am Ziel erwartete, taten ihr Übriges. Die extra gekauften Regenjacken blieben indes unbenutzt. Im Herbst oder Frühjahr, wenn mehr Wasser den Berg herunter fließt, wird man beim Weg durch die Klamm aber doch ganz schön nass.

Etwas weiter von Sankt Johann entfernt liegt Wagrain, das mit dem Grafenberg eine weitere kinderfreundliche Attraktion bietet. Ein riesiger Spielplatz ist aber nicht das Einzige, was die fleißigen Gondelfahrer erwartet. Eine Kinderalm mit Streichelzoo, ein lehrreicher Bienenpfad, auf dem man das Leben der Honigbienen besser kennenlernen kann, sowie Hängebrücke und kleine Fähren über den Bergsee laden zum Verweilen ein. Wer dennoch etwas wandert, wird belohnt: Ein Seilgarten zum Klettern, eine riesige Rutsche, ein Barfußpfad, Wasserspiele, Jausehütten, und vieles mehr gibt es zu entdecken, je nachdem, wie weit man kommt.

Noch etwas weiter weg befindet sich der Nationalpark Hohen Tauern. Noch davor liegt ein Wildpark mit allerlei heimischen Tieren zum Bestaunen. Aber auch in Salzburg gibt es einiges zu erleben. Das Freilichtmuseum beispielsweise, der Salzburger Zoo, das Spielzeugmuseum oder aber das Haus der Natur fasziniert nicht nur die Kinder. Wir entschieden uns für Letzteres und staunten nicht schlecht. Flora und Fauna werden gezeigt und erklärt, ein kleiner Reptilienzoo gehört dazu, eine Weltraumausstellung, sowie eine Körperausstellung mit kleinen Stationen zum Mitmachen lässt den Besuch kurzweilig erscheinen. Im Extra-Trakt gibt es für kleine und große Forscher außerdem das Science Center mit Laboratorien, Sonderschau und allerlei zum Entdecken.

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Bewegungsfreiheit? Mit dem Tragetuch klappt nicht nur das Wandern spielend (Foto: Obermann)

Wichtig ist, immer wieder Pausen einzuplanen. Zum Stillen, Wickeln, aber auch, dass die älteren Kinder kurz durchatmen können. Ein kleiner Snack sollte immer griffbereit sein und vor allem die Getränke dürfen nicht vergessen werden. Bei all dem Wandern und Spielen brauchen auch die größeren Kinder Ersatzkleidung. Und neben all dem Neuen, was es in kurzer Zeit zu entdecken und erfahren gilt, sollten Eltern immer darauf achten auch den eigenen Bauch und die Kinder zu hören. Ein Tag Pause passt vielleicht nicht immer in den Reiseplan, hilft aber bei nörgeligen Kindern oder schlaflosen Säuglingen. Und wer dann Schwimmbecken, Streichelzoo und Spielplatz im Hotel hat, kommt auch bei einem Tag Pause noch voll auf seine Kosten.

Ein guter Tipp für alle, die den nächsten Familienurlaub planen und noch nicht genau wissen, wo es hingehen soll, ist „Reisen mit Kindern“ von Geraldine Friedrich. Ob Afrika, Frankreich oder Amerika, ob Campen, Wandertour oder Skikurs, hier gibt es Erfahrungsberichte und nützliche Ideen.

Vorschau: Am 03.September folgt hier der Mentalitätscheck zum Land, wo die Zitronen blühen, Italien.

 

Der Exotenwald: Die grüne Lunge Weinheims

Idyllisch: Der See zwischen Schlosspark und Exotenwald (Foto: T. Gartner)

Dass es auch innerhalb von Deutschland und sogar in unmittelbarer Umgebung etwas zu sehen und zu erleben gibt, beweist das im Nordwesten Baden-Württembergs gelegene Städtchen Weinheim. Neben seinen beiden Wahrzeichen – der Ruine Windeck und der Wartburg, denen er den Beinamen „Zwei-Burgen-Stadt“ verdankt – verfügt der Ort auch über eine grüne Lunge: Den Exotenwald.

 Übermütig purzeln sie übereinander, stupsen sich neugierig mit ihren Schnäbeln an, nur um sich bei der kleinsten Bedrohung in die Luft zu erheben und das Geschehen aus sicherer Entfernung zu beobachten. Nicht nur die Spatzen nutzen den sonnigen Samstagnachmittag im Mai für ein kleines Stelldichein mit dem Sommer und der wiedererwachenden Natur. Der Schlosspark ist gut besucht: Das saftige Grün der Wiese wird – außer von verstohlen zwischen den Halmen hindurch blinzelnden Gänseblümchen – nur von den bunten Picknickdecken unterbrochen, auf denen es sich Pärchen und Gruppen von Jugendlichen gemütlich gemacht haben.

 Hier beginnt die Führung durch den angrenzenden Exotenwald – ein insgesamt 60 Hektar großes Grundstück. „Auf rund 35 ha können fremdländische Baumarten wie Riesenmammutbäume, chilenische Andentannen, japanische und nordamerikanische Magnolienbäume oder Kalifornische Flusszedern bewundert werden“, lässt sich auf der Homepage der Stadt Weinheim nachlesen. Die Führung durch das als solches bezeichnete dendrologische Kleinod leitet Förster Fritz Gräber. Etwa zehn Personen – mit einer Ausnahme ausschließlich Frauen – haben sich hierfür angemeldet. Auch eine kleine Gruppe Studentinnen hat sich dazugesellt. „Wir besuchen alle ein Seminar, dass sich Reisereportage nennt. Unsere Abschlussarbeit besteht darin, über eine Führung hier in Weinheim zu schreiben“, erklärt Carina Allgaier. Da sie in ihrer Heimat, dem Schwarzwald, so zu sagen mit der Natur aufgewachsen sei, fiel ihr die Entscheidung welche Führung sie besuchen würde, leicht. „Ich bin ein absoluter Naturmensch und das Projekt Exotenwald finde ich sehr interessant und spannend“, fügt die 24-Jährige an.

 Und schon geht es vom sonnigen Schlosspark in den schattigen Wald. Wie eine Wand aus Eis schlägt dem Besucher beim Betreten des Forstes die kühle Luft entgegen. Das laute Lachen aus dem Schlosspark wird allmählich leiser, bis es schließlich ganz verhallt. Je tiefer man in den Wald hineingeht, desto bewusster werden einem dessen individuelle Geräusche: Das sanfte Rauschen der Blätter und Nadeln im Wind, das gedämpfte Zwitschern der Vögel, das Knacken der abgefallenen Äste unter den eigenen Füßen.

Riesen im Teenageralter: Mammutbäume (Foto: T. Gartner)

 Plötzlich taucht eine Gruppe ungewöhnlich großer Bäume vor den Augen der Wanderer auf: Ihre Zweige scheinen die Wolken zu berühren und ihr langer, dunkler Stamm ist von kleinen Löchern übersät.

 „Das hier sind unsere Mammutbäume“, erklärt Gräber, „obwohl sie so gigantisch aussehen, sind diese hier erst im Teenageralter, könnte man sagen. Mammutbäume können über 3000 Jahre alt werden – sie sind damit die ältesten Exoten hier und kommen ursprünglich aus dem Westen der heutigen USA. Nur die einheimische Borstenkiefer wird mit 4500 Jahren noch älter.“ Die Teilnehmer der Führung staunen. Und auch Allgaier ist begeistert und knipst schnell noch ein paar Fotos von den exotischen Riesen, bevor es zum nächsten Baum geht. Etwas außer Atem hastet sie der Gruppe hinterher. „Das ständige Gehen und Stehenbleiben ist auf Dauer anstrengend“, findet die junge Frau. Auch das ständige Mitschreiben für ihr Uniprojekt fände sie eher lästig: „Wegen des Zwangs ständig zuhören zu müssen, kann ich mich leider nur schlecht auf meine Umwelt konzentrieren.“

 Doch schon bei den nächsten Erläuterungen Gräbers zum aus Asien stammenden Katsura- oder auch Kuchenbaum  wird Allgaier hellhörig. „Die Blätter, die einzeln an den Ästen und Zweigen verteilt sind, finde ich ganz außergewöhnlich und natürlich die Tatsache, dass sein Laub nach Kuchen riecht“, sagt sie.

Beeindruckend: Der Blick auf Weinheim durch die Zweige des Exotenwaldes (Foto: T. Gartner)

 Die Führung durch den Exotenwald dauert zwei Stunden. Zaghaft blinzeln die Wanderer am Ausgang des Waldes in das Licht der hellen Sonne. Ein kurzes Stück durch die Stadt und schon steht die Gruppe wieder im Schlossgarten. Die Wiese hat sich inzwischen etwas geleert. Eine ausländische Großfamilie diskutiert lautstark in einer fremden Sprache.

 Hier verabschiedet sich Gräber von seinen Schützlingen und die Gruppe löst sich allmählich auf. Nur Allgaier und eine ihrer Kommilitoninnen möchten noch ein wenig bleiben, bevor sie sich wieder in den Zug Richtung Mannheim setzen. „Mein Besuch in Weinheim war der erste, aber ich überlege mir, wenn es die Zeit zulässt, noch einmal hinzufahren“, sagt die Studentin und hält ihr Gesicht in die warme Sonne.

 Obwohl sie gerne mehr über die Tiere im Wald erfahren hätte, hält Allgaier das Exotenwald-Projekt für eine tolle Idee. „Für Menschen, die nicht allzu viel in der Welt herumkommen, ist so ein Wald ein wirkliches Highlight. Zoos mit exotischen Tieren gibt es zur Genüge, aber eine Art Pflanzen-Zoo ist schon etwas Besonderes“, ist sie überzeugt.

Vorschau: Nächsten Dienstag gibt es den zweiten Artikel über Stuttgart von Konstantin. Diesmal wird es um „Udos Snack“, den wohl ältesten Snack der Stadt, gehen.