Mit Caught in the Act, Colbie Caillat und Michael Bublé in die Festtage

Morgen, den 18. Dezember 2016, darf schon die vierte Kerze am Adventskranz angezündet werden. Damit steht Weihnachten kurz bevor. Für manche beginnt genau jetzt die stressige Phase: Plätzchen müssen gebacken werden, der Weihnachtsbaum ist noch nicht dekoriert und ein paar Geschenke für die lieben Verwandten fehlen auch. Da wird es Zeit, sich zwischendrin einmal zu entspannen und mit passender Weihnachtsmusik allmählich in Feststimmung zu kommen. Die folgende Auswahl hilft euch dabei.

Neu aufgelegter Klassiker

„Last Christmas“ zählt sicherlich zu den bekanntesten Weihnachtsliedern und wurde schon von vielen Künstlern neu interpretiert. Im Original stammt der Song vom Duo Wham!, dessen Mitglieder Andrew Ridgeley und George Michael waren. Letzterer schrieb das Lied 1984. Eine sehr gelungene Version von „Last Christmas“ haben nun Caught in the Act herausgebracht. Diese ist auf ihrem neuen Album „Back For Love“ zu finden. Dabei handelt es sich um ihre erste Platte seit ihrem Comeback an Silvester 2015.

Festliche Stimmung: Hell erleuchteter Weihnachtsbaum (Foto: S. Holitzner)

Festliche Stimmung: Hell erleuchteter Weihnachtsbaum (Foto: S. Holitzner)

Sonnige Weihnachten

2012 ist der Weihnachtssong „Christmas in the Sand“ von der US-amerikanischen Sängerin Colbie Caillat auf den Markt gekommen. Dieser stammt von ihrem gleichnamigen Album. Das Lied handelt davon, dass man Weihnachten auch mal ohne Schnee und Kälte, bei Sonne und am Strand, verbringen kann. Beim Hören kommt da also gleichzeitig auch etwas Urlaubsstimmung auf.

Für jeden etwas dabei

Der kanadische Sänger Michael Bublé hat 2011 ein ganzes Weihnachtsalbum mit dem Titel „Christmas“ veröffentlicht. Darauf hat er 16 bekannte Weihnachtssongs, wie zum Beispiel „It’s Beginning To Look A Lot Like Christmas“ und „Christmas (Baby Please Come Home)“, neu interpretiert. 2012 erschien eine Deluxe-Version der Platte mit drei zusätzlichen Liedern. Damit schaffte es Bublé auf den ersten Platz der deutschen Albumcharts. Mittlerweile wurde er dafür bei uns sogar mit Vierfach-Platin ausgezeichnet. Außerdem zählt „Christmas“ zu den beliebtesten Weihnachtsalben, denn es wurde weltweit schon rund sieben Millionen Mal verkauft. Bei der großen Auswahl findet garantiert jeder einen Favoriten, um entspannt in die Festtage zu starten.

Die Musik-Redaktion wünscht euch eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!

Vorschau: Nächsten Samstag erfahrt ihr hier mehr über das Konzert von Cro in der SAP Arena in Mannheim.

Die liebe Verwandtschaft

Familie des 19. Jahrhunderts

Institution Familie: Im 19. Jahrhundert war die Familie noch Mittelpunkt des Lebens (Grafik: Pascal Werth)

Wer die Buddenbrooks von Thomas Mann gelesen hat, der weiß, dass dieser Roman äußert langwierig ist. Aber er ist mehr als bloß lang, denn die Buddenbrooks verkörpern eine Mentalität, in der die Familie den höchsten Stellenwert im Leben einnimmt. Die Familienehre ist das höchste Gut, für das es zu leben und zu opfern gilt. Vor allem in den höheren Schichten des 19. Jahrhunderts war es durchaus üblich, so zu denken.

Wie sieht es heute aus? Was kann Familie, was verlangt Familie vom Einzelnen? Immerhin hat die Institution Familie in der modernen Welt einen ernst zu nehmenden Konkurrenten bekommen: Den Freundeskreis.

Freunde sind so ziemlich das genaue Gegenstück zur Verwandtschaft. Jeder kann sich seine Kumpel frei aussuchen, Freundschaft ist äußerst dehnbar und flexibel, die Maschen dieses Netzwerkes sind deutlich lockerer gestrickt als die der Familie: Sobald die Chemie nicht mehr stimmt, man sich nicht mehr auf einer Wellenlänge befindet, dann kann man die freundschaftlichen Bande ebenso schnell wieder lösen, wie man sie geknüpft hat.

Heißt das nun, dass die Verwandtschaft ausgedient hat? Überwiegen die Vorteile der Freundschaft und die Familie ist nichts weiter als starres, strenges und kitschiges Spießertum?

Sicher: Die Verwandten sind nicht frei wählbar, ein gewisser Fatalismus ist nicht zu leugnen, denn man wird in eine bestimmte Familie hineingeboren, ob es einem nun passt oder nicht. Vor allem dann, wenn die Familie nicht intakt ist und es unlösbare Probleme gibt, dann kann ein funktionierender Freundeskreis Abhilfe schaffen und das traute Heim zumindest zum Teil ersetzen.

Ansonsten kann Familie jedoch genau das, was Freunde nur schwer oder gar nicht können. Dieses bedingungslose Zusammengehörigkeitsgefühl, das die Familie auszeichnet, das aus der Tatsache entspringt, dass man eben mehr ist, als bloß eine Gruppe von Gleichgesinnten. Dieses Gefühl der Gemeinschaft ist in der intakten Familie nicht zu überbieten. gerade, weil die verwandtschaftliche Beziehung auch nach einem Streit noch besteht, sich also nicht so leicht wieder lösen lässt.

Natürlich sei nicht verschwiegen, dass es auch unter Verwandten zu Streitereien und kleinen Kriegen kommen kann. Aber trotz aller Probleme kann die Familie eine Basis sein und Halt geben, kann dem Einzelnen das Gefühl geben, dass er ein Zuhause hat, zu dem er zurückkehren kann, wenn gar nichts mehr geht. Sicher können Freunde auch Halt geben und Kraft schenken, manch ein Freund kann so vertraut werden wie ein Bruder oder eine Schwester. Dann jedoch handelt es sich nicht mehr um einen bloßen Freund, dann ist er mehr, dann gehört er schon fast zur Verwandtschaft.

Familie jetzt gleich zur Religion auszurufen, so ähnlich wie in Manns Buddenbrooks, ist eindeutig zu viel des Guten. Genauso schade wäre es allerdings, wenn wir anfangen Familie als Irrglauben und Unsinn abzustempeln. Auch wenn die Beziehungen zwischen den Menschen heute deutlich lockerer geworden sind, sind die Verwandten ein wertvolles Gut, genauso hilfreich und wertvoll wie ein intakter Freundeskreis. Deswegen sollten wir nicht nur Freundschaften pflegen. Wir sollten uns gleichermaßen um eine möglichst funktionierende und harmonische Familie bemühen, in der sich jeder auf jeden verlassen kann.

Vorschau: Nächste Woche berichtet Eva vom Glück, Lesen zu können und was Analphabetismus für den Einzelnen bedeutet.