betterDate.de – das Dating-Portal mit dem Zalando-Prinzip

„Wo Frauen Männer shoppen“, mit diesem Slogan wirbt das Dating-Portal betterDate.de im Internet.
Damit soll offensichtlich gezielt eine ganz bestimmte Zielgruppe angesprochen werden: Frauen, die unter Zwang stehen, unabhängig von ihren tatsächlichen Bedürfnissen, einkaufen zu müssen – sogenannte Shopaholics. Diesmal sind damit jedoch keine Schuhe gemeint, sondern die Ware in Form von Männern. Wir leben zwar in einer emanzipierten und toleranten Gesellschaft, aber Männer im Rahmen einer potentiellen Partnerschaft als Produkte zu bezeichnen, geht deutlich zu weit! Wo ist denn da die Grenze zur Prostitution?

Die Single-Shopaholics können mithilfe der Dating-Plattform gezielt auswählen, wer zu ihnen passen könnte und wer sie kontaktieren darf. Die mittels dieses Prinzips ausgewählten Männer können dann als Produkt in den Warenkorb gelegt werden . Erste dann ist es den Männern möglich mit den Damen in Kontakt zu treten.

Frauen besitzen sie das Privileg die völlige Kontrolle über den gesamten Dating- und Kennenlern-Prozess zu haben. Dagegen hat das starke Geschlecht die wichtige Rolle als Produkt Teil der Plattform zu werden. Dies bedeutet natürlich auch: Je besser das Produkt gepflegt, beschrieben und fotografiert ist, desto mehr Interesse erregt es bei den Single-Frauen .

Wie es auf der Webseite von betterDate heißt, sollen Männer die Vorgehensweise als Chance sehen. Das Motto scheint zu lauten: Wer sich verstellt und sich statt Feinripp-Felix als Luxus-Lukas ausgibt , auf den stürzen sich die Frauen. Der Kampf beim Sommerschlussverkauf ist nichts dagegen! Also putzt euch raus, liebe Männer, und werdet zum Kassenschlager! Frauen wird es einfach gemacht: Im Shop registrieren, Kundenprofil ausfüllen und eigenes Profilbild hochladen,Produkte (= Männer) durchforsten,Lieblingsteile in den Einkaufswagen legen.

Erst dann dürfen die „Produkte“ die „Kundin“ kontaktieren. Für Männer funktioniert es ähnlich: Im Shop registrieren, Profil mit Produktdaten füllen, sogenannte „Produktfotos“ hochladen,auf die Einkaufsliste von Frauen setzen. Mit Anleitungen wie „wenn sie dich dann in ihren Einkaufswagen legen, darfst du sie kontaktieren“ gibt das Portal Verhaltens-Tipps. Auf Spontankäufe der Frauen zielen – wer sich anstrengt, wird sofort genommen und erhält die direkte Kontakterlaubnis zur potentiellen Partnerin.

Durchforstet man das Netz nach Stimmungen und zu „betterDate“, fällt die Resonanz eher gering aus, gerade einmal 460 Facebook-Anhänger verfolgen das Portal. Im Vergleich zu anderen, weitaus seriöser wirkenden Dating-Angeboten, wie beispielsweise Paarship, ist diese Anzahl sehr gering.

„betterDate“ preist ihre fragwürdige Idee als „Revolution in der Datingbranche“ an. Alles ist auf dem Prinzip shoppingsüchtiger Frauen und Klischees über diese aufgebaut. Der sensible Vorgang der Kennenlern-Phase wird einem Einkaufsbummel gleichgesetzt und büßt so seine wichtige Bedeutung zu Beginn einer Beziehung ein.

Vorschau: Am Dienstag, 13. November berichtet die Panorama-Redaktion über PC-Kurse für Senioren.