Schnelles Rezept für Spinatnudeln mit Feta und Pinienkernen

Die Arbeit ruft, Freunde wollen was unternehmen, der Haushalt möchte auch gemacht werden und die Familie wünscht sich ebenfalls Beachtung. In diesem Spannungsfeld stehen viele junge Menschen heute. Gleichzeitig wollen sie auch noch auf gesunde, ausgewogene Ernährung achten. Diese sollte jedoch am besten schnell zuzubereiten sein, denn Zeit ist nun einmal Mangelware. Damit dies gelingt, verraten wir euch heute ein ganz einfaches schnelles Rezept für Spinatnudeln mit Feta und Pinienkernen. Es geht nicht nur wahnsinnig schnell sondern schmeckt super lecker und ist auch für gemütliche Abende mit Freunden geeignet.

Zutaten:

  • 500 Gramm Nudeln
  • Ein Feta
  • Eine Packung Rahmspinat
  • Pinienkerne nach belieben
  • Kirschtomaten nach belieben
  • Salz und Pfeffer nach belieben

Zubereitung:

Die Nudeln in sprudelndem, leicht gesalzenem Wasser nach Packungsanweisung kochen lassen. Währenddessen den Feta in kleine Stücke schneiden und ungefähr ein Viertel zur Seite legen. Anschließend die Kirschtomaten vierteln.

Den Rahmspinat in einer tiefen Pfanne oder einem Topf erwärmen und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Gleichzeitig die Pinienkerne in einer Pfanne goldgelb rösten und anschließend abkühlen lassen.

Dreiviertel des kleingeschnittenen Fetas zu dem Spinat geben und schmelzen lassen. Sobald die Nudeln gar sind diese abtropfen lassen und zu der Spinat-Feta-Mischung geben. Alles gut miteinander vermischen. Abschließend vorsichtig die Kirschtomaten unterheben und darauf achten, diese nicht zu zerquetschen. Beim servieren die Pinienkerne und den restlichen Feta über der Nudelmischung verteilen. Wer will, kann das Gericht noch mit frischen Kräutern verfeinern.  Viel Spaß beim Genießen!

Vorschau:

Einmal Vegetarier und wieder zurück

Immer mehr Menschen entscheiden sich dafür Vegetarier zu werden, weil sie einen gesunden Lebensstil pflegen wollen. In den meisten Fällen bleiben sie es aber nicht, wie bei Viktoria Umbach. Die 22-jährige Journalistin verzichtete zuerst auf Fleisch, dann stieg sie wieder um. Ihre Beweggründe erfahrt ihr im Interview.

Face2Face: Warum hast du dich damals entschieden, völlig auf Fleisch zu verzichten?Viktoria: Vor etwa sechs Jahren hatte ich mal eine Führung in einem Schlachtunternehmen. Dort habe ich dann gesehen, dass die Tiere in unwürdigen Zuständen gehalten wurden. Zum Beispiel lagen tote Hühner auf dem Boden, während die lebenden einfach drüber liefen. Man hielt sie in engen Käfigen, darum hatten sie keine Wahl. Das waren Bilder, die ich so schnell nicht vergessen kann.

Face2Face: Wie hast du diese Umstellung empfunden?
Viktoria: Ich habe mich deutlich fitter gefühlt und ein paar Kilos hatte ich dann auch runter. Einziges Manko: Durch den Fleischverzicht bekam mein Körper Probleme mit der Versorgung von Spurenelementen. Ich hatte Eisenmangel, ein sehr wichtiges Element, das der Körper nicht selber produzieren kann. Vor allem ist es wichtig, um den roten Blutfarbstoff Hämoglobin zu bilden und den Sauerstoff zu transportieren.

Fleisch und Wurst: Leider weiß der Verbraucher nicht immer 100 % wie die Tiere vor ihrer Schlachtung gehalten wurden (Foto: V.Kalra)

Fleisch und Wurst: Leider weiß der Verbraucher nicht immer zu 100 % wie die Tiere vor ihrer Schlachtung gehalten wurden (Foto: V.Kalra)

Face2Face: Und in dieser Zeit wurdest du nicht einmal rückfällig?
Viktoria: Klar, wenn ich mal an einer Dönerbude vorbei gelaufen bin, und sich der Geruch vom gegrillten, würzigen Fleischspieß ausbreitet, habe ich schon überlegt mir vielleicht einen kleinen Döner zu bestellen. Aber auf der anderen Seite hatte ich ja noch diese Schockbilder im Kopf und die haben sich dann letztendlich durchgesetzt.

Face2Face: Und heute bist du wieder Nicht-Vegetarier. Warum?
Viktoria: Wie gesagt, ich litt unter Eisenmangel. Es hat sich einfach verschlimmert, sodass mein Hausarzt mir empfahl wenigstens einmal die Woche wieder Fleisch zu konsumieren. Und da mir meine Gesundheit wichtig ist, beschloss ich diesen Schritt zu wagen.

Face2Face: Schmeckt das Fleisch denn jetzt noch intensiver?
Viktoria: Oh ja! Das war so krass. Das erste, womit ich angefangen habe, war eine Currywurst. Ich hatte ein Stück davon im Mund und der Geruch und Geschmack waren super intensiv. Es war ungewohnt für mich, weil ich das Fleisch vor meiner Zeit als Vegetarierin nicht so wahrgenommen habe. Doch dann ging es und ich konnte einfach nur genießen.

Face2Face: Was isst du denn besonders gerne?
Viktoria: Grillfleisch wie zum Beispiel Spieß gehört zu meinen Favoriten.

Face2Face: Wie oft konsumierst du Fleisch in der Woche?
Viktoria: Also ich finde, dass in Deutschland der Fleischkonsum zu hoch ist. Wir essen einfach worauf wir Lust haben, statt nachzudenken, was der Körper wirklich braucht. Ich versuche deshalb meinen Konsum in Maßen zu halten. Mehr als zwei mal in der Woche ist es nicht. Natürlich gibt es auch Wochen, in denen ich kein Fleisch esse.

Face2Face: Achtest du dabei auf Quantität oder Qualität?
Viktoria: Mir ist es wichtig, dass die Tiere artgerecht gehalten werden. Ich achte im Supermarkt auch nicht auf den Preis, sondern kaufe nach Qualität, weil ich das mit meinem Gewissen vereinbaren kann.

Face2Face: Du kennst nun die Seite des Vegetariers und des Nicht-Vegetariers. Zu welcher Seite tendierst du eher?
Viktoria: Momentan geht es mir gesundheitlich wieder besser. Wenn ich die Möglichkeit hätte, meine Gesundheit auch ohne Fleischkonsum auf Trab zu halten, dann kann ich mir vorstellen, bald wieder fleischlos zu werden. Mal schauen was die Zukunft bringt.

Fleischlos glücklich? – Die Debatte um den Veggie-Tag

Große Aufregung herrschte in der letzten Woche in den Medien – über die Forderung der Partei Bündnis/90 die Grünen, einmal wöchtenlich in öffentlichen Kantinen einen sogenannten „Veggie-Tag” einzuführen, einen Tag an dem nur fleischlose Gerichte angeboten werden sollen. „Die Grünen wollen uns das Fleisch verbieten” lautete die Schlagzeile der Bild-Zeitung und auch der bayrische Ministerpräsident und CSU-Chef Horst Seehofer unterstellte den Grünen die Bevormundung der Bevölkerung. Es scheint nur wenig Bereitschaft in anderen Parteien zu geben, über den Vorschlag der Grünen eine ernsthafte Diskussion zu führen – dennoch hat sich in den letzten Tagen eine mediale Debatte über den sogenannten „Veggie-Tag” entwickelt. Aber was steckt nun eigentlich genau dahinter?

Vegane Lebensmittel

Vegane Lebensmittel – Alternative zu Fleisch? (Bild: Johannes Glaser

Angestoßen wurde die Debatte durch einen Satz im Programm zur Bundestagswahl 2013 der Grünen. Dort heißt es, dass öffentliche Kantinen eine Vorreiterrolle in der Reduzierung des deutschen Fleischkonsums einnehmen sollten und ein Veggie-Tag sowie die Einführung veganer und vegetarischer Gerichte zum Standard werden sollten. Laut Wahlprogramm handelt es sich demnach keinenfalls um die Planung einer Vorschrift oder eines Gesetzes, es geht lediglich um die Idee durch einen fleischlosen Tag ein größeres Bewusstsein für eine fleischlose Ernährung und die Konsequenzen hohen Fleischverbrauchs zu schaffen.

Laut dem Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie e.V. essen die Deutschen durchnschnittich 61 Kilogramm Fleisch pro Kopf pro Jahr. Gleichzeitig beansprucht Deutschland eine Vorreiterrolle in der Weltpolitik für sich, wenn es um Umweltschutz und andere moralische Standards geht. Die negativen Konsequenzen des Fleischkonsums werden in der deutschen Öffentlichkeit gerne vergessen. Nach einer Studie der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen ist die Tierhaltung für rund 18 Prozent der Treibhausgasemissionen, die von Menschen verursacht werden, verantwortlich. Zudem ist ein enorm hoher Wasserverbrauch notwendig, um Tiere zu halten. Dies hat negative Auswirkungen auf den Klimawandel sowie auf den Zugang zu Trinkwasser in wohlstandsarmen Ländern. Laut Greenpeace geschieht circa 80 Prozent der Rodung des Regenwaldes aufgrund von Tierhaltung. Wir sind gewöhnt an den permanenten Zugang zu billigem Fleisch, wodurch ein angemessener Tierschutzstandard nicht gehalten werden kann und durch Massentierhaltung ersetzt wird. All dies sind Fakten, die nicht im Bewusstsein der meisten Deutschen sind, wenn sie im Tiefkühlregal zu Fleischprodukten greifen oder eben beim täglichen Kantinengang Currywurst mit Pommes bestellen.

Würde durch die Einführung eines fleischfreien Tages denn nun wirklich die Freiheit der Menschen eingeschränkt? Gibt es denn eigentlich überhaupt ein Recht auf Fleisch? Wenn ja, woher leitet es sich ab? Ist es ein Gewohnheitsrecht?

Vielleicht könnte man bei einem fleischlosen Tag ja sogar von einem Zuwachs von Freiheit sprechen. Schließlich würde man (bei vernünftiger Umsetzung der Idee) eine größere Vielfalt an Gerichten zur Auswahl gestellt bekommen und könnte so seine Essgewohnheiten mit neuen Ideen auffrischen. Denn die deutsche Standard-Essenskombination Fleisch plus Sättigungsbeilage kann auf Dauer auch ziemlich langweilig werden!

Die Debatte um den Veggie- Tag hat trotz negativer Reaktionen der Politk vielleicht einen privaten Denkprozess bei einigen Menschen anregen können. Darauf zielt die Idee der Grünen letzlich ja auch ab. Beim Veggie-Tag geht es nicht um ein Fleischverbot, sondern um einen bewussteren Umgang mit Fleischgenuss. Man kann Fleisch lieben, und trotzdem darauf verzichten – zumindest manchmal!

 

Vegan in Mannheim Teil II: „Kombüse“

Ein Ort zum Wohlfühlen: Die „Kombüse“ lädt zum Schlemmen ein (Foto: Kombüse)

Die Sonne strahlt über Mannheim, über den Jungbusch und bereitet sich langsam aufs Untergehen vor. Das Besteck klirrt auf dem Teller. Menschen sitzen entspannt in der Sonne, verspeisen ihr Abendessen und löschen ihren Durst mit Bier und Tee. Dies geschieht alles vor der „Kombüse“, Mannheims neues veganes Restaurant in der Jungbuschstraße.

Wenn man das Lokal betritt, fühlt man sich gleich heimisch: Es ist nicht vollgestellt mit Tischen – stattdessen laden gemütliche Sitzmöglichkeiten zum entspannten Schlemmen ein und im separaten Sofaraum, der einem Wintergarten gleicht, kann man seine Privatsphäre genießen.
Die ganze Atmosphäre in der „Kombüse“ ist warm und freundlich und man fühlt sich auch als Nicht-Veganer sofort wohl. Sehr freundlich und herzlich wird man empfangen und die Wünsche werden unerwartet zügig erfüllt.

Beim Durchstöbern der Karte kann man sich trotz Übersichtlichkeit nicht gleich entscheiden, was man probieren soll, da alles sehr lecker klingt. Die Entscheidung fällt letztendlich auf den Falafelteller und Focaccia Sandwich mit gegrilltem Pestogemüse. Nach kurzer Zeit werden die zwei Köstlichkeiten an den Tisch gebracht. Voller Freude werden die Gerichte probiert.

Der Falafelteller ist perfekt: das gebratene Gemüse, der Reis, das Brot, die Falafel – alles. Das Focaccia Sandwich gleicht optisch einem Burger mit fluffigem Brot, viel Gemüse und leckerer Soße. Auf den ersten Blick wirken die Portionen einen Hauch zu klein, aber im Endeffekt sind sie genau richtig. Würde es sich um einen Film handeln, hätten sich die Speisenden ins Essen gelegen und den Teller noch abgeschleckt. Kurz und einfach gesagt: Selbst Hardcore-Fleischesser würden vergessen, dass Fleisch ihre Leibspeise ist.

Nach der leckeren Hauptspeise ist noch ein wenig Platz. Gerade noch genug für eine kleine, süße Leckerei und einen Verdauungskaffee. Die Wahl fällt auf einen Schokoladencookie mit einem Klecks Johannisbeer-Marmelade. Ein perfektes Ende für einen schönen, anregenden Abend, einen vollen Magen und das nachträgliche Bedürfnis auf etwas Süßes.

Das Résumé: Die „Kombüse“ punktet mit sehr gutem Essen, freundlichem Service und einer warmen, herzlichen Atmosphäre.

Teil I der Vegan in Mannheim-Serie über das „Café Vogelfrei“ findet ihr HIER.

Gewinnspiel

Damit ihr euch selbst von der Qualität der Kombüse überzeugen könnt, wie toll die, verlosen wir – in Zusammenarbeit mit der „Kombüse“ – 2×1 Freiverzehrgutschrift von 10 Euro.

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, tut ihr Folgendes: Schickt unter dem Betreff „Kombüse“ euren Vor- und Nachnamen an selin.guengoer@face2face-magazin.de und beantwortet folgende Frage: Was unterscheidet Veganer von Vegetariern?

Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind bei der Verlosung ausgeschlossen.
Die Gewinner werden Donnerstag, 5. Juli per Email benachrichtigt.

Vorschau: Kommende Woche gibt es die Fortsetzung der Serie Farben in der Natur Teil 2. Diesmal geht es  um das Thema Tarnung.

Vegan in Mannheim, Teil I: „Café Vogelfrei“

Während sich immer mehr Menschen dazu entschließen, vegan (Anm. d Red.: vegan bedeutet, sich frei von tierischen Produkten zu ernähren) zu leben, zieht die Mannheimer Gastronomie nach und bietet Veganern immer mehr kulinarische Möglichkeiten, einfach an leckeres Essen zu kommen. In der Serie „Vegan in Mannheim“ werden in den nächsten Wochen drei verschiedene Angebote vorgestellt.

Umfangreich: Das Angebot im "Café Vogelfrei" (Foto: Rossel)

In C3, 20, also im Herzen der Quadratestadt , befindet sich seit einigen Monaten ein kleines Café, das „Café Vogelfrei“. Zu wohlklingenden Indie-Tönen wie beispielsweise dem neuen Album von „Florence and the Machine“ werden vegetarische und vegane Köstlichkeiten serviert.

Das Angebot besteht aus einem Grundgerüst, welches täglich wechselnde Variationen beinhaltet. Die Inhaberin, postet jeden Vormittag auf der „Facebook“-Seite des „Café Vogelfrei“ , welche Köstlichkeiten auf dem heutigen Speiseplan stehen. Täglich gibt es eine Suppe, je nach Jahreszeit warm oder kalt, und mindestens zwei verschiedene Quiches – eine vegetarisch, die andere vegan. Daneben wird auch immer vegane Pizza und ein Salat serviert, der in der Regel auch vegan ist.

Vegan: Schoko-Nugat-Kuchen (Foto: Rossel)

Neben den herzhaften Leckereien findet sich auch immer eine große Auswahl an diversen Süßspeisen. Fest im Programm sind ein laktosefreier Käsekuchen mit dem Namen „M´s Käsekuchen“ und „Mia´s Schokotörtchen“, kleine Schoko-Muffins. Des Weiteren gibt es immer einmal wieder Bananenbrot, Brownies, Torten und Kuchen, meistens mit frischem, saisonalen Obst, Cookies und oft auch kleine Kuchenlollies.

Auch die Getränkekarte kann sich sehen lassen: neben Kaffee und Espresso können auch Latte Macchiatto und Cappuccino bestellt werden, jeweils mit normaler, laktosefreier oder Soja-Milch. Die Sommerkarte, auf der auch köstlich-kühles Sorbet in verschiedenen Geschmacksrichtungen steht, beinhaltet einen leckeren Eiskaffee und verschiedene Milchshakes unter anderem in den Geschmackrichtungen Waldfrucht und Exotik. Im Kühlschrank gegenüber der Theke findet man Seltenheiten wie die Getränke „Club Mate“, ein koffeinhaltiges Getränk auf Mate-Basis, „Fritz Kola“, eine trendige Cola-Art und Bier der Marke „Astra“.

Neben den kulinarischen Köstlichkeiten finden sich im „Café Vogelfrei“ auch Kleinigkeiten zum Verschenken oder Selbst-Liebhaben: Die Besitzerin vertreibt Selbstgemachtes, was sie selbst bei dem Online Shop Dawanda.de bestellt. Wunderschöne Armbänder sind neben Ohrringen im Vintage-Look ausgestellt und in einem antiken Holzschrank findet man Nettigkeiten wie bedruckte Jute-Beutel und selbstgenähte Taschentücher-Täschchen.

Originell: Vegane Torte in Football-Form (Foto: Rossel)

An den meisten Sonntagen wird ab 20:15 Uhr der aktuelle „Tatort“ auf einer Leinwand gezeigt. Hierfür rücken alle Gäste im Raum zusammen. Ab und an bleibt der Beamer sonntags aber auch zugunsten kostenfreier Konzertabende aus. Auch hierüber wird via „Facebook“ informiert. Das „Café Vogelfrei“ erinnert mit seinen Vintage-Sesseln, der Tapete mit Waldmuster und den antiken Möbelstücken eher an ein Wohnzimmer als an ein Café und lädt einfach zum Verweilen ein. Ein Schrank, vollgepackt mit zerlesenen Büchern unterstreicht diese Atmosphäre noch.

Info:

Das „Café Vogelfrei“ hat von Dienstag bis Samstag jeweils von 11:00 Uhr bis 19:00 Uhr und sonntags von 11:00 Uhr bis 22:00 Uhr geöffnet. Montags ist Ruhetag.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier Informationen über einen Gentest für Gewässer, mit dem die gesamte Tierwelt eines Teiches aufgespürt werden kann.

„Wir können selbst die Veränderung sein, die wir auf der Welt sehen wollen“ – ein Interview mit Autor Christian Vagedes

Christian Vagedes ist Autor, Designer und Vorsitzender der Veganen Gesellschaft Deutschland e.V. Mit seinem Buch „veg:up – die veganisierung der welt“ liefert er Antworten auf Fragen wie warum Menschen bislang noch immer nichtvegane, konventionelle Produkte konsumieren, obwohl die negativen Folgen längst bekannt sind. Vagedes sprach mit Face2Face unter anderem über Fastfood, Lebensweisheiten und seinen Erfolg.

Christian Vagedes: Autor des Buches „veg:up – die verganiserung der welt“ (Foto: Jenowein)

Face2Face: Bereits einige Wochen nach dem Erscheinungstermin ihres Buches gab es Anfragen zur Übersetzung aus Polen und Amerika – wie erklären Sie sich diesen nachhaltigen Erfolg? War das für sie überraschend oder haben Sie das erahnen können?
Vagedes: Das Interesse am Thema vegan ist weltweit enorm und wird immer größer. Kein Wunder, wenn man bedenkt, welche Lösungsmöglichkeiten die Veganisierung unserem Planeten bietet.

Face2Face: Ihr Buch besteht zu 100 Prozent aus veganen Materialien. Gab es bis zur endgültigen Fertigstellung Momente, in denen Sie glaubten, dass es so in der Praxis doch nicht umsetzbar sei?
Vagedes: Das hat mir schlaflose Nächte bereitet. Eine der größten Buchdruckereien meinte definitiv, dass es ganz vegan nicht gehen würde. Mit viel Recherchieren, Herumprobieren und Querdenken ging es dann letztendlich doch.

Face2Face: Sie schreiben in ihrem Buch, dass die Veganisierung der Menschheit die Lösung für all unsere Probleme ist. Wie erklären Sie demnach einem Teenager, der sich genüsslich von Fastfood ernährt, Ihre Lebenstheorie?
Vagedes: Ich sage nicht, dass die Veganisierung das Allheilmittel schlechthin sei, aber eine der wichtigsten Lösungsansätze für viele Herausforderungen. Man denke nur an die Welternährungsgerechtigkeit, den Regenwald, die Weltmeere, die Trinkwasserreserven, das Klima, die gequälten Tiere. Und die Teenager könnten auch veganes Fastfood genießen, ich beispielsweise esse es manchmal selbst gern.

Face2Face: Ihr Buch wird in mehreren Bestsellerlisten geführt. Wie kommt ein Designer dazu ein Buch zu schreiben, das sich mit einem globalen Thema befasst?
Vagedes: Irgendwann hat es „klick“ gemacht und ich dachte: das beste Design für die Welt besteht darin, etwas zu fördern, was wir wirklich beeinflussen können. Mit der Veganisierung haben wir etwas selbst in der Hand, mit dem wir heilend auf den Planeten einwirken können.

Face2Face: Viele junge aber auch ältere Menschen gehen zurzeit auf die Straße und protestieren. Wie stehen Sie zu den aktuellen Occupy-Bewegungen und den herrschenden Krisen? Gibt es für diese Probleme vielleicht auch einen veganen Lösungsansatz?
Vagedes: Wie ich hörte sehen viele Menschen in dieser Bewegung auch die Tierrechte und vegan als wichtig an. Die Welt ist gerade in einem Umbruch. Wir müssen alle lernen neu zu denken, aber dazu gehören alle Bereiche, die die Menschheit betreffen. Einseitige Schuldzuweisungen sollten gemeinsam erarbeiteten Lösungen weichen. Wir benötigen proaktives, lösungsorientiertes Denken. Protest ist wichtig, aber nur konkrete Lösungen bringen uns vorwärts.

Face2Face: Sie leben den „grünen Traum“. Halten Sie sich zu Hause Haustiere?
Vagedes: Ich besitze drei Katzen, die ich aus dem Tierheim geholt habe. Sie sind extrem verschmust.

Face2Face: Was haben Sie in naher Zukunft geplant? Schreiben Sie schon an einem zweiten Buch? Wenn ja, welche Thematik wird uns erwarten?
Vagedes: Ich habe sogar schon eines fertig, aber ich kann aus bestimmten Gründen noch nicht darüber sprechen.

Face2Face: Gibt es vielleicht etwas, das Sie unseren Lesern noch mit auf den Weg geben wollen, beispielsweise eine Lebensweisheit?
Vagedes: Wir können alles verändern und die beste Lebensweisheit kommt von Gandhi: Wir können selbst die Veränderung sein, die wir auf der Welt sehen wollen. Wichtig ist mir die Quintessenz von „veg:up – die vaganisierung der welt“: Wir sind geistig-kulturell noch im Evolutionsaufstieg, begriffen haben es alle vor uns. Das kann uns Hoffnung machen und unsere menschliche Kreativität, die von jedem einzelnen Menschen gefragt ist. Dazu brauchen wir Selbstvertrauen und Mut. Im Übrigen auch den Mut zu lieben.

Info: Das Buch „veg:up – die verganiserung der welt“ (287 Seiten) ist bereits im Sicht-Verlag erschienen.

Weitere Information zum Thema Veganisierung erhaltet ihr HIER.

Vorschau: Ist die Jugend von heute ausreichend aufgeklärt – oder sogar überaufgeklärt? Dieser Frage wird Tatjana nächste Woche auf den Grund gehen.

Vegetarisch essen, Teil 1: Fakten, Fakten, Fakten

Kaum mehr Federn am Körper, ausgebleichter Kamm und Schnabel, verzweifelte Klagelaute – wenn man sich Bilder der Massentierhaltung von zum Beispiel Hühnern ansieht, jagt es einem eiskalte Schauer den Rücken hinunter.

Frisch und gesund: Obst (Foto: Beutler)

 Die eigene Moralvorstellung, aber auch Ekel oder schlicht gesundheitliche Gründe – man denke nur an den als BSE bezeichneten Rinderwahn – können Auslöser für eine Ernährungsumstellung hin zum Vegetarismus bedeuten. Dass sich der Verzicht auf Fleisch positiv auf den menschlichen Organismus auswirken kann, zeigen zahlreiche Studien, die bei Vegetariern unter anderem günstiger Blutdruckwerte, sowie eine höhere Lebenserwartung nachweisen konnten. Ein Beispiel: Die „London School of Hyhiene and Tropical Medicine“ beobachtete 11.000 Vegetarierinnen über einen Zeitraum von zwölf Jahren hinweg und verglich diese Ergebnisse mit einer Kontrollgruppe, die bis auf den Fleischkonsum eine ähnliche Lebensweise aufwies. Das Ergebnis: Die Sterberate der Vegetarierinnen lag um 20 Prozent unter, die Krebstodrate sogar um 40 Prozent unter der der fleischessenden Kontrollgruppe. Na, wenn das kein Argument für eine dauerhafte Ernährungsumstellung ist.

 Aber was ist mit Mangelerscheinungen? – höre ich da jemanden fragen. Klar ist, dass Fleisch wichtige Nährstoffe enthält, so zum Beispiel Eisen und Eiweiß. Verzichtet der Vegetarier jedoch nicht auf Milchprodukte und Eier ist zumindest die Zufuhr von Kalzium und Eiweiß gesichert. An dieser Stelle ein kleiner Exkurs, bevor wir zum Thema Eisen kommen, denn Vegetarismus ist nicht gleich Vegetarismus: Da hätten wir die Ovo-lacto-Vegetarier, die Milchprodukte und Eier zu sich nehmen, die Lacto-Vegetarier, die auf Eier verzichten – schließlich würde auch dort irgendwann Leben entstehen – dafür aber Milchprodukte akzeptieren, die Pescetarier, die zwar kein Fleisch von Warmblütern, wohl aber das von Fischen essen und schlussendlich die Veganer, die auf sämtliche tierische Produkte verzichten. Letztere Form der Ernährung wird aus wissenschaftlicher Sicht kritisch beäugt, da ein Ausgleich der fehlenden Nährstoffe so gut wie unmöglich ist.

Nicht nur schön anzusehen: Tomaten sind sehr gesund (Foto: Beutler)

 Nun zurück zum Eisen: Ein Mangel an diesem Spurenelement kann zu Schwindelgefühl und Konzentrationsstörungen führen. Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin C, beispielsweise durch frisches Obst oder Saft, kann die Aufnahme des sonst nur schwer für den Körper aufnehmbaren, pflanzlichen Eisen gewährleisten. Von der Einnahme von Eisenpräparate ist eher abzuraten, da diese leicht überdosiert werden können. Eine erhöhte Einnahme kann für Kleinkinder sogar tödlich enden. Besonders viel natürliches Eisen steckt zum Beispiel in Kräutern wie Petersilie, Brennnessel und Thymian, aber auch in Kürbiskernen, Erbsen und Spinat. Verzichtet werden sollte indessen auf Kaffee, Kakao, Knoblauch oder schwarzen Tee, da diese Produkte die Eisenaufnahme hemmen. Es ist auf jeden Fall ratsam bei körperlichen Beschwerden nach der Ernährungsumstellung einen Arzt aufzusuchen. Dieser kann einen Bluttest durchführen, mögliche Mängel feststellen und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Tipps für die weitere Ernährung geben. Ist der Mangel zu gravierend und kann nicht anderweitig ausgeglichen werden, sollte auf jeden Fall eine zumindest geringfügige Aufnahme von Fleisch wieder eingeführt werden, schließlich geht die Gesundheit eindeutig vor.

 Wer sich beim besten Willen nicht vorstellen kann auf Milch, Eier, Fleisch und Fisch zu verzichten, der sollte in Verantwortung für sich selbst und als Vorbild für andere möglichst auf Bio- beziehungsweise Freilandprodukte zurückgreifen.

 Übrigens: Laut einer im Jahr 2007 durchgeführten Studie der Friedrich-Schiller-Universität Jena unter 2517 Teilnehmern ergab sich, dass der typische Vegetarier weiblich, jung sowie überdurchschnittlich gebildet ist und in einer Großstadt lebt – nur als kleiner Denkanstoß.

Spinner oder Helden des Alltags – was denkt ihr über Vegetarier?

Vorschau: Nächste Woche gibt es dann ein paar Rezepte- sowie Produkttipps, die sicherlich nicht nur dem eingefleischten Vegetarier schmecken werden. Außerdem erfahrt ihr was ein Vegetarier zur Grillparty mitbringen kann. Zu Teil 2 gelangt ihr hier.