Tierisch was los – auch bei Regenwetter

Fröstelnd ziehe ich den Reißverschluss meiner Jacke noch ein Stückchen höher. Der Wind zerzaust meine Haare und die ständigen Regenschauer sind ebenfalls weder vorteilhaft für meine Frisur noch für meine Stimmung. Sich wegen des trostlosen Wetters da draußen das ganze Wochenende auf der Couch verkriechen? Ist zugegebenermaßen mal ganz nett. Wer neben dem Fernsehprogramm aber auch etwas Anderes sehen will – ohne dabei Gefahr zu laufen, weggeweht oder pitschnass zu werden – kann sich von diesen tierischen Ausflugstipps in der Rhein-Neckar-Region inspirieren lassen.

Einfach mal abtauchen!
Einen Seestern berühren, Haie und Rochen beobachten oder die heimische Unterwasserwelt entdecken – ein Besuch im SEA LIFE in Speyer ist auf jeden Fall ein Erlebnis. Über 3.000 Tiere in mehr als 40 Becken und Aquarien begeistern hier Groß und Klein. Apropos klein: Viele der Becken sind scheinbar vor allem auf Kinder ausgerichtet und gehen Erwachsenen nur bis zur Hüfte. Man muss also schon in die Hocke gehen, um die dortige Unterwasserwelt anschauen zu können. Der Anblick, der sich dann eröffnet, ist es aber auf jeden Fall wert. Wer zum Beispiel glaubt, Schildkröten gebe es nur in fernen Ländern und tropischen Gewässern, wird hier eines Besseren belehrt: Ein wenig tollpatschig an Land, umso eleganter im Wasser und in jeder Situation zum Kreischen niedlich zeigt sich der Nachwuchs der europäischen Sumpfschildkröte. Zusammen mit dem Naturschutzbund Rheinland-Pfalz engagiert sich das SEA LIFE Speyer für ihre Wiederansiedlung in den heimischen Gewässern.
Von putzigen Schildkröten zum schaurigen „Wassermonster“ – kurz vor dem Ausgang gibt’s einen Axolotl zu bestaunen. Der Schwanzlurch wird auch als „ewiges Kinde“ bezeichnet, weil er zeitlebens in seinem Larvenstadium bleibt.
Das SEA LIFE in Speyer öffnet Montag bis Freitag seine Pforten von 11 bis 17 Uhr, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr. Tipp: Wer nicht so lange draußen in der Kälte anstehen will, kann sich für 15,50 Euro online ein Express-Ticket kaufen und so an der Warteschlange vorbeigehen.

 Heißer Anwärter auf den Titel "Reptiliums next Topmodel": Auch dieses farbenfrohe Kerlchen gibt´s in Landau zu bestaunen (Foto: T. Gartner)

Heißer Anwärter auf den Titel „Reptiliums next Topmodel“: Auch dieses farbenfrohe Kerlchen gibt´s in Landau zu bestaunen (Foto: T. Gartner)

Auf Safari mit Krokodil und Anakonda
Wer es gerne kuschlig-warm hat, ist im Reptilium in Landau genau an der richtigen Adresse. Spinnen, Schlangen, Schildkröten, Fische, bunte Frösche und  Erdmännchen – zu bestaunen gibt es laut Website 1.100 Tiere aus 125 verschiedenen Arten und das bei sommerlichen Temperaturen. Mehrfach am Tag können die Besucher bei Fütterungen dabei sein und in der „Kinderstube“ den Nachwuchs begutachten.
Der mit 3.400 Quadratmetern Fläche angeblich größte Reptilienzoo Deutschlands wirkt beim Durchlaufen leider nicht ganz so groß wie erwartet. In einer bis maximal zwei Stunden hat man alles gesehen – vorausgesetzt man findet die gut versteckte Gottesanbeterin. Eine willkommene Abwechslung vom trüben Nass und ein faszinierender Einblick in die Tierwelt bietet das Reptilium allemal. Erwachsene ab 15 Jahre zahlen 15,50 Euro, Studenten 11,50 Euro – an den Studententagen an jedem ersten Mittwoch im Monat sogar nur 11 Euro. Das Reptilium hat täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Vorschau: Ihr werdet Taufpate? Na, herzlichen Glückwunsch! Nächste Woche lest ihr in der Tipps&Tricks-Rubrik, wie ihr diesen Job perfekt macht.

OHG, KGaA, GmbH, XYZ? – Gesellschaftsformen, Teil 1

Am Anfang der Geschichte eines jeden Großkonzerns oder auch eines kleinen Start-up- Unternehmens steht eine Idee. Diese Idee soll später einmal dazu führen, dass das Unternehmen positive Gewinne erwirtschaftet und wächst. Mindestens genauso wichtig ist im Folgenden jedoch die Frage nach der Unternehmensorganisation, die von der Anzahl der beteiligten Personen, dem zur Verfügung stehenden Kapital und vielen anderen Dingen abhängt. Das deutsche Recht bietet verschiedenste Gesellschaftsformen an, welche die gesetzlichen Rahmenbedingungen eines Unternehmens enthalten. Konkrete Ausgestaltungen der Regelungen werden dabei immer in einem Gesellschaftervertrag zwischen den einzelnen Gesellschaftern festgehalten. Es gilt zu beachten, dass ein wachsendes Unternehmen seine Gesellschaftsform auch ändern kann, so kann zum Beispiel aus einer Personengesellschaft eine Kapitalgesellschaft werden. Hierbei sind umfangreiche Regelungen des Umwandlungsgesetzes zu befolgen. Alle Gesellschaften müssen in Deutschland gemeldet und ins Handelsregister eingetragen werden. Im Folgenden werden die wichtigsten Unternehmensformen und einige ihrer Charakteristiken kurz erläutert.

Einzelunternehmung (EU): Als eingetragener Kaufmann ist eine natürliche Person, so zum Beispiel ein Landwirt, ein Gewerbetreibender oder ein Freiberufler, verpflichtet eine Bilanz, also einen Jahresabschlussbericht, zu erstellen. Da es kein gesetzlich vorgeschriebenes Mindestkapital gibt, kann die EU von einer einzelnen Person ohne große finanzielle Rücklagen gegründet werden. Ein Einzelkaufmann ist keine juristische Person und haftet damit unbeschränkt mit seinem Gesamtvermögen für eventuell anfallende Unternehmensschulden. Wenn zum Beispiel die Zinsen eines Bankkredites durch Einnahmen aus der Unternehmung allein nicht bedient werden können, ist der Unternehmer verpflichtet mit seinem privaten Vermögen die Schulden zu bezahlen. Vermögen umfasst dabei nicht nur Geld, sondern auch Sachwerte, wie zum Beispiel der private PKW des Einzelunternehmers. Wesentliche Vorteile dieser Gesellschaftsform sind die schnelle und relativ unkomplizierte Gründung und die volle Kostenkontrolle. Dies liegt daran, dass nur ein Unternehmer allein diese Gesellschaftsform begründen kann.

Personengesellschaft (PG): Zur Gründung einer PG benötigt man mindestens zwei natürliche oder juristische Personen (siehe Abschnitt „Kapitalgesellschaften“), wobei die PG selbst keine Rechtspersönlichkeit besitzt. Grundsätzlich besitzt die PG eine eingeschränkte Rechtsfähigkeit, kann aber selbst troztdem Träger von Rechten und Pflichten sein. Konsequenz ist im Allgemeinen die volle Haftung der Gesellschafter mit dem eingebrachten Gesellschaftsvermögen und ihrem Privatvermögen, ähnlich der Einzelunternehmung.

Offene Handelsgesellschaft (OHG):Die Gründung einer OHG bedarf keines Mindestkapitals, es genügt der erklärte Wille der Gesellschafter und die Aufnahme der eigentlichen Geschäftstätigkeit. Eine Eintragung im Handelsregister kann auch später erfolgen. Die Gesellschafter haften persönlich, das heißt mit ihrem Privat- und Betriebsvermögen, und unbeschränkt, das heißt in voller Höhe der entstandenen Schulden.

Kommanditgesellschaft (KG):Eine Sonderform der PG ist die KG, da sie Elemente der Personengesellschaften, als auch Elemente der Kapitalgesellschaften aufweist. Mindestens einer der Gesellschafter, der sogenannte Komplementär, muss persönlich, also auch mit seinem Privatvermögen, für die Verbindlichkeiten der Unternehmung haften. Mindestens ein weiterer Gesellschafter, der sogenannte Kommanditist, ist lediglich Teilhaber und haftet nur bis zu der Summe, die er zu Beginn in die Unternehmung eingebracht hatte. Die Vorteile für diesen Kommanditisten sind die Beteiligung ohne eine Pflicht zur Mitarbeit und der Wegfall der persönlichen Haftung gegenüber Dritten. Allerdings hat dieser Gesellschafter oft nur beschränkte bis gar keine Mitwirkungs- und Kontrollmöglichkeiten.

Vorschau: In zwei Wochen, am Montag den 16. Juli, erfahrt ihr hier mehr über die Kapitalgesellschaften, die Gesellschaftsformen der großen Konzerne und bekannten Unternehmen.