E-Bikes nur noch auf ärztliches Rezept?

Fahrrad fahren ist ein tolles Hobby – da sind sich unsere beiden IT-Spezialisten Denis Pollach und Sascha Resch einig. Während Denis am liebsten mit dem Mountainbike das Gelände unsicher macht, ist Sascha leidenschaftlich gern mit dem Rennrad auf alpinen Passstraßen unterwegs. Doch es gibt ein Thema, das die beiden vollends entzweit: E-Bikes. Sind sie nun eine wertvolle technische Errungenschaft oder ein lästiges und gefährliches Übel?

Hält E-Bikes für eine moderne und umweltfreudliche Form von Mobilität: Denis Pollach, IT-Manager bei Face2Face

Hält E-Bikes für eine moderne und umweltfreudliche Form von Mobilität: Denis Pollach, IT-Manager bei Face2Face

Denis: Bisher habe ich zwar kein E-Bike, aber ich muss sagen, ich liebäugle seit einiger Zeit schon damit, mir ein schnittiges E-Bike zuzulegen. Ein wichtiger Punkt für mich ist dabei das Pendeln zur Arbeit als sportliche und gesunde Alternative zum Auto. Und ich bin in guter Gesellschaft: Der deutsche Durchschnittspendler muss mehr als 15 Kilometer von zu Hause bis zur Arbeit zurücklegen. Das ist schon ziemlich weit mit dem normalen Rad. Vor allem im Sommer kommt dann noch das Problem mit dem Schwitzen dazu. Nach 15 Kilometern ist die Kleidung völlig durchnässt. Das ist für einen selbst unangenehm genauso wie für Kollegen oder Kunden. Duschen wäre natürlich optimal, aber leider haben wir nicht alle eine Dusche am Arbeitsplatz.

Sieht E-Bikes als Mobilitätsform eher kritisch: Sascha Resch, zweiter IT-Manager bei Face2Face

Sieht E-Bikes als Mobilitätsform eher kritisch: Sascha Resch, zweiter IT-Manager bei Face2Face

Sascha: Nun ja, das mit dem weiten Arbeitsweg ist relativ. Ich pendle auch täglich zweimal 15 Kilometer mit dem Rad durch München – bei Schnee genauso wie bei 37 Grad im Schatten. Ich mache es einfach so, dass ich zur Arbeit langsam und locker fahre, sodass das Schwitzen kein Problem ist. Das Waschbecken in der Toilette ist so völlig ausreichend. Und nach Hause kann ich ja bolzen, wie ich will. Ich kann mich ja am Ende duschen und umziehen. Außerdem finde ich, dass das E-Bike gar nicht so gesund und sportlich ist. Es ist doch viel besser, wenn man etwas trainiert und dadurch schneller wird. Der Körper passt sich vor allem am Anfang schnell an neue Trainingsreize an. Das heißt, man muss gar nicht stundenlang trainieren – man darf natürlich. Gerade als Einsteiger reicht schon das Pendeln zur Arbeit, um fit, gesund und leistungsfähig zu bleiben.

Denis: Das mag schon stimmen. Aber es gibt viele ältere Menschen, die ihren Körper einfach nicht mehr in dem Maße belasten können, dass sich ein Trainingsreiz einstellt. Und sollen Senioren zu Hause eingesperrt sein, nur weil sie alt sind? Ich finde, ein E-Bike ist eine ideale Möglichkeit für ältere Menschen, mobil zu bleiben. Sie können an die frische Luft und sich bewegen. Dadurch bleiben sie körperlich und geistig länger fit.

Sascha: Ich habe auch nichts gegen E-Bikes für ältere Mitbürger. Was mich vor allem aufregt, sind die vielen jungen Leute, die ein E-Bike wollen, nur weil es „in“ ist oder weil sie glauben, sie könnten so den ganzen Tag rumsitzen und trotzdem echten Sportlern davonfahren – ganz ohne Training und Anstrengung. Deswegen bin ich der Meinung, es sollte eine ärztliche Attestpflicht für E-Bikes geben. Natürlich dürfen und sollen Ältere die Chance haben, mit E-Bikes mobil zu bleiben. Aber gerade bei Älteren ist das mit der Mobilität auch wieder ein zweischneidiges Schwert. Schon normales Radfahren ist ab einem bestimmten Alter und bei schlechter körperlicher Verfassung anspruchsvoll. Mit einem E-Bike werden die Probleme aber potenziert! Die Leute sind viel schneller unterwegs als sie es mit einem normalen Rad jemals waren. Klar fahre ich mit dem Rennrad 30-40 km/h, in der Abfahrt in den Bergen auch mal 80 Sachen und mehr. Aber ich wage es zu behaupten, dass genau diejenigen, die ein E-Bike brauchen, um mobil zu bleiben, selbst mit 25 km/h überfordert sind. Es fehlt einfach an Reaktionsvermögen. Und das ist doch ein echtes Sicherheitsrisiko. Sowohl für die Senioren auf den E-Bikes als auch für andere Verkehrsteilnehmer. Das ist es doch besser, wenn ein Arzt im Vorfeld abklärt, ob erstens ein E-Bike überhaupt nötig ist. Und zweitens, ob der Patient dieses E-Bike auch sicher nutzen kann. Ich bin überzeugt, durch eine Attestpflicht für E-Bikes könnten viele Unfälle vermieden werden.

Denis: Irgendwie gefällt mir die Idee nicht wirklich. Warum sollen wir den Senioren noch mehr Steine in den Weg legen als nötig? Zum einen sind E-Bikes ohnehin teuer und für viele Rentner eine echte Investition, auf die sie sparen müssen. Außerdem müssen sie sich in die neue Technik einarbeiten. Das ist im Alter auch nicht immer einfach. Also, ich bin dafür, dass man den Zugang zu E-Bikes lieber offenhalten sollte. Ist es denn besser, wenn die älteren Mitbürger mit dem Auto oder Reisebus fahren, nur um ein bisschen rauszukommen? Ich denke, da ist das E-Bike die umweltschonendere Alternative.

Sascha: Naja, das mit der Umwelt und E-Bikes ist ja auch so eine Sache. Klar, ein Radsportler, der Kalorien verheizt, um vorwärts zu kommen, produziert so gut wie kein CO2 bzw. ist zumindest CO2-neutral unterwegs – das bisschen Schnaufen können die Bäume gut in Sauerstoff umwandeln. Bei E-Bikes sehe ich da eher das Problem, dass sie so „öko“ wirken und beworben werden. Man tankt ja weder Benzin noch Diesel. Schön, aber Strom braucht es trotzdem. Solange der Strom in Deutschland aus Kohlekraftwerken oder wie in Frankreich aus dem AKW kommt, finde ich das E-Bike genauso schmutzig wie eine alte Vespa. Was zum Thema Ökologie auch noch zu sagen ist: Die Produktion von Akkus ist auch alles andere als sauber. Und dann noch die Entsorgungsprobleme, wenn die Dinger kaputt sind. Da finde ich die Behauptung, E-Bikes seinen umweltfreundlich, einfach nur dreist.

Denis: Also, ganz so drastisch würde ich es nicht ausdrücken. Natürlich ist das Thema ein brisantes und drängendes Problem unserer Zivilisation überhaupt. Deswegen sollte elektrische Energie prinzipiell aus erneuerbaren Energien bezogen werden. Das gilt für E-Bikes genauso wie für den heimischen PC. Entsprechende Öko-Tarife der Stromversorger gibt es ja bereits. Man muss halt ein paar Cent mehr bezahlen, aber dafür ist der Stromverbrauch dann umweltverträglich. Und was die Akkus angeht, kann ich nur sagen, dass moderne Li-Ionen-Akkus in der Regel nicht entsorgt, sondern wiederverwertet werden. So entsteht so gut wie keine Umweltbelastung. Deshalb ist das E-Bike für mich definitiv eine umweltfreundliche Form moderner Mobilität.

Ist das E-Bike nun eine umweltfreundliche Form moderner Mobilität? Unsere IT-Spezialisten sind sich trotz langer Diskussion noch nicht einig. Zum einen sollte Älteren Mobilität natürlich nicht verwehrt werden. Andererseits gibt es auch Bedenken in Sachen Sicherheit und tatsächlicher Umweltbilanz. Unsere beiden Informatiker werden jedenfalls noch ein Weilchen diskutieren, bis sie einen Kompromiss finden.

Zurück auf´s Fahrrad?

Diesel-Skandal, Feinstaubalarm, Umweltverschmutzung – da kann einem die Lust aufs Autofahren schon mal kurzfristig vergehen. Vielleicht sieht eure „urbane Mobilität“ aber auch so aus: Rauf aufs Fahrrad, fünf Minuten strampeln – ankommen.

Es war einmal eine Rettichkönigin…

Ursprünglich hatte er die sogenannte Laufmaschine als eine Alternative zum Reitpferd erdacht – vor 200 Jahren fuhr Karl Drais zum ersten Mal mit dem Vorgänger des Fahrrads durch Mannheim. Seitdem hat sich einiges getan. Das Fahrrad gilt als das weltweit am meisten genutzte Transportmittel. Aktuell ist sogar von einer Rückeroberung der Städte die Rede. In meinem Heimatort ist das Fahrrad definitiv angekommen (oder war es vielleicht nie weg?). Viel gibt´s in Schifferstadt halt auch nicht… Selbst der Goldene Hut, der in der Bronzezeit auf einem Acker gefunden wurde und als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, steht inzwischen im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Schifferstadt besitzt nur noch eine Nachbildung.
Das, was es gibt, ist dafür wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar: Eine Volksbank, gleich zwei Bahnhöfe, diverse Restaurants und mein geliebter Hofladen, der neben Rettich – im Gegensatz zu den meisten anderen pfälzischen Gemeinden hat Schifferstadt keine Wein-, sondern stattdessen eine Rettichkönigin – auch anderes Gemüse und Obst aus der Region verkauft.

Große Kleinstadt, kleine Mittelstadt

Bisher habe ich immer behauptet, dass ich in einem Dorf lebe. Wikipedia ist da ein winziges bisschen genauer: Mit seinen etwa 20.000 Einwohnern schwankt Schifferstadt zwischen einer sogenannten „großen Kleinstadt“ (10.000 Einwohner bis 20.000 Einwohner) und einer „kleinen Mittelstadt“ (20.000 bis 50.000 Einwohner). Das ist natürlich nichts im Vergleich zu einer „richtigen“ Stadt. Stuttgart hat 30-mal so viele Einwohner und ist mehr als siebenmal so groß wie Schifferstadt. Da kann man mit dem Fahrrad bestimmt vieles, aber sicher nicht alles erledigen.
Wäre für mich jetzt kein Problem gewesen, wenn ich mich nicht dafür entschieden hätte, für zwei Jahre als Backup-Frau für eine werdende Mutti bei der Mercedes-Benz Bank auf dem Stuttgarter Pragsattel einzuspringen. „Sachbearbeiterin Kommunikation“ lautete fortan mein offizieller Titel, inoffiziell stelle ich mich gerne ein klein wenig adeliger vor: „Tatjana von der Kom“.

Vom Gemüsegarten in die Feinstaubmetropole

Vier Tage in der Woche pendelte ich nun mit dem Zug vom Gemüsegarten Deutschlands, wie es die Website der Stadt Schifferstadt so wunderbar bildhaft beschreibt, in die Feinstaubmetropole Baden-Württembergs (auch recht bildhaft *hust*). Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, stellten sich mir anfangs zwei Fragen: 1. Wie zum Teufel komme ich hier raus? Bisher dachte ich ja Bahnhöfe wären leicht zu durchschauen – ein Häuschen und ein paar Gleise eben. Von verschiedenen Ebenen, die gefühlt bis zum Erdkern vordringen, und glitzernden Einkaufpassagen, die einen vom Wesentlichen – zur Erinnerung, falls Sie auch gerade abgeschweift sind: Wie zum Teufel komme ich hier raus? – ablenken, war nie die Rede.

Saubere Umwelt: Da ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

Saubere Umwelt: Dahingehend ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

2. Wie komme ich am geschicktesten durch den Stadtverkehr? Gar nicht mal so einfach, wenn man es gewohnt ist, vom Balkon aus das Feld und damit den Stadtrand zu sehen…
Die U-Bahn stellte sich als die schnellste, komfortabelste aber vor allem unterhaltsamste Lösung heraus. Hier habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass man niemals aussteigen sollte, wenn die Bahn laut Durchsage defekt ist. Denn ganz bestimmt fährt sie genau in dem Augenblick los, wenn ich draußen in der Kälte stehe.
In der U-Bahn kann man sogar seinen Fremdwortschatz erweitern. Oder wissen Sie, was „Kwienohaaa“ ist? Gut, die Dame, die darüber sprach, hatte selbst auch keine Ahnung und fragte deshalb ihre Freundin. Es dauerte einen Moment, bis ich aus dem Lautbild, das sie gezeichnet hatte, ableiten konnte, was sie wohl meinte: Quinoa! Diese kleinen, getreideartigen Kügelchen, die sich als Beilage zu allem möglichen eignen. Mit diesem Hintergrundwissen wirkte der Tipp der Freundin – „ich glaub, das ist sowas wie Risotto“ – leider wenig förderlich auf meine Beherrschtheit und ich konnte ein kleines Schnauben nicht unterdrücken.

Ohne Auto in der Großstadt?

Ich komme dann jetzt mal zurück auf das Fahrrad. Im schwedischen Malmö entsteht gerade ein Gebäude, das speziell auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern abgestimmt ist. 55 Wohnungen, 33 Motel-Zimmer und kein einziger Pkw-Parkplatz. Dafür gibt es einen Fahrradabstellraum, Leihräder für Gäste und eine kleine Werkstatt. Ohne Auto geht also nicht nur in Schifferstadt, sondern auch in Großstädten. Nicht so ganz!
Die zukünftigen Mieter des Hauses bekommen eine Mitgliedschaft bei einem Carsharing-Anbieter und eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel als Ausgleich für die fehlenden Parkmöglichkeiten. Neun Carsharing-Stationen befinden sich im Umkreis von 500 Metern um das Gebäude. Der Hauptbahnhof ist 1.400 Meter entfernt und mit dem Fahrrad (ja, da ist es wieder!) in etwa drei Minuten zu erreichen. Die nächste Bushaltestelle ist 50 Meter entfernt, Supermärkte, Bars und Restaurants im unmittelbaren Umkreis.
Auch wenn die Bewohner vermutlich keine Autobesitzer sein werden, so nutzen sicher viele die Carsharing-Option. Den Wocheneinkauf für eine fünfköpfige Familie mit dem Fahrrad oder in der Bahn zu transportieren, ist halt auch eher unpraktisch.

Die Mobilität der Zukunft

Die Häuslebauer müssen die Wirksamkeit ihres Mobilitätskonzepts übrigens über einen Zeitraum von zehn Jahren nachweisen. Ob das die sagenumwobene „urbane Mobilität der Zukunft“ ist? Ich glaube ja, dass sich die Mobilität von morgen nicht dadurch von der heutigen unterscheidet, weil das Fahrrad dem Auto vorgezogen wird. Stattdessen wird sich die gesamte Infrastruktur wandeln und immer mehr den Bedürfnissen der Großstädter angepasst. Die Carsharing-Station vor der Haustür, die Bus-Haltestelle um die Ecke, das Fahrrad im Keller und wenn man sich mal nicht entscheiden kann, helfen Mobilitäts-Apps.
Puh, so viele Möglichkeiten… Ich schwing mich dann jetzt mal auf mein Fahrrad und kaufe ein bisschen Nervennahrung – diese Multi-Mobilitäts-Zukunft kann einen auch überfordern.

Schnabeltier und Ameisenigel- Monotremata, die eierlegenden Säugetiere

Wenn wir an Tiere denken, so kennen wir Reptilien und Vögel, die Eier legen und Säugetiere, die ihre Jungen austragen. Ein Blick nach Australien lässt uns bereits komische Wesen entdecken, die ihre Jungtiere in Beuteln herum schleppen. Kängurus, Koalas oder der ausgestorbene Beuteltiger gehören zu den Beuteltieren. Als die ersten Europäer den australischen Kontinent erforschten, waren das bereits kuriose Tiere. Doch die Beschreibungen eines Hybridwesens, eines Maulwurfs mit dem Schwanz eines Bibers und dem Schnabel einer Ente, wurden zuerst als Fälschungen oder Fabeln verworfen. Die Zweifel an der Echtheit des Tieres waren auch George Shaw bekannt, einem Forscher, der Ende des 18. Jahrhunderts die Tierwelt Australiens beschrieb. Noch heute könnte dieses Lebewesen als lebendes Fossil bezeichnet werden.

Kloakentiere

Echnida: Das Schnabeltier (Foto: britta-schwalm/ pixelio-de)

Echnida: Das Schnabeltier (Foto: britta-schwalm/ pixelio-de)

Die Kloakentiere, auch Monotremata, sind eine der ursprünglichsten Säugetiere. Es gibt nur fünf Spezies: Das Schnabeltier und vier Arten Ameisenigel. Alle leben in Australien und Neuguinea. Sie besitzen ein Fell und Milchdrüsen, womit sie ihre Jungen säugen. Doch im Gegensatz zu anderen Säugetieren besitzen sie keinen getrennten Ausscheidungs- und Geschlechtstrakt. Wie Vögel und Echsen haben sie eine Kloake. Monotremata bedeutet Einlochtiere. Ihre Jungen kommen auch nicht lebend auf die Welt, sondern sie legen Eier.
Schnabeltiere sind an das aquatische Leben angepasst, mit einem stromlinienförmigen Körper und Schwimmhäuten an den Füßen. Sie leben in Erdbauten nahe dem Ufer. Die Männchen besitzen einen Giftsporn am Hinterfuß, welcher nur während der Paarungszeit Gift produziert. Sie sind nachtaktive Einzelgänger und ernähren sich von Krabben, Insektenlarven und Würmern, die sie im Wasser schnappen. Elektro- und Mechanorezeptoren erlauben ihnen, unter Wasser kleinste Wellenbewegungen und schwache elektrische Felder zur Orientierung wahrzunehmen.
Der Ameisenigel bekam seinen wissenschaftlichen Namen „Echnida“ von einem mythologischen Monster des antiken Griechenlands, halb Frau halb Schlange. Kurz- und Langschnabeligel besitzen Stacheln, die denen eines Igels ähneln, sie sind jedoch nicht mit ihm verwandt. Auch sie besitzen einen Stachel am Hinterbein, dessen Sekret aber kein Gift enthält und während der Paarungszeit abgesondert wird. Sie sind meist Einzelgänger und ernähren sich von Termiten und Ameisen.

Aktuelle Forschung
Säugetiere haben ein einfaches System, um auf genetischem Wege unterschiedliche Geschlechter zu produzieren. Frauen haben zwei X-Chromosome, Männchen ein X- und ein Y- Chromosom. Schnabeltiere dagegen besitzen 5 Geschlechtschromosome. Männchen haben also X1-X5 und Y1-Y5. Ameisenigelweibchen haben ebenfalls 5 Paare von X Chromosomen. Männchen dagegen fehlt ungewöhnlicher Weise ein fünftes Y Chromosom. 2008 wurde das gesamte Genom des Schnabeltieres veröffentlicht. Eine weitere Studie untersuchte das Spornsekret des Ameisenigels und schloss daraus, dass es wohl eine Rolle in der Kommunikation über Geruch einnimmt.
Als besondere Gruppe innerhalb der Säugetiere spielen die Kloakentiere eine wichtige Rolle, um zu verstehen, wie die Evolution der Säugetiere von Statten ging. Die Zukunft wird zeigen, welche Geheimnisse diese kuriosen Tiere noch für uns bereithalten.

Das Glymphatische System- Reinigung des Gehirns

Das zentrale Nervensystem, bestehend aus unserem Gehirn und Rückenmark, steuert unseren Körper: es koordiniert Bewegungen, reguliert unsere Organe und Hormone und ermöglicht uns die Wahrnehmung aus den Reizen, die unsere Sinnesorgane aufnehmen. Deshalb ist es ganz wichtig auf dieses Steuersystem Acht zu geben. Sind die Gehirnfunktionen gestört, so entstehen lebensgefährliche Krankheiten.

Krankheiten des Gehirns

Das Gehirn - Schädel im MRT (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

Das Gehirn – Schädel im MRT (Foto: Dieter Schütz / pixelio.de)

Autismus und Schizophrenie sind Krankheiten, die bei der Entwicklung des Gehirns auftreten. Multiple Sklerose ist eine Autoimmunkrankheit, Chorea Huntington ist vererbbar und Enzephalitis entsteht durch Infektionen. Parkinson und Alzheimer gelten als Neurodegenerative Krankheiten. Diese entstehen über lange Zeit durch das Fortschreitende Sterben der Gehirnzellen, Neuronen genannt. Bei all diesen Neurodegenerativen Krankheiten wurde festgestellt, dass die Ansammlung von atypischen Proteinen die Zerstörung der Neuronen induziert. Das Problem ist, so dachte man, dass das Gehirn über kein lymphatisches System verfügt, wie der Rest unseres Körpers, und somit diese Proteine nicht beseitigen kann.

Tunnelsystem gefunden

Doch 2015 wurde von zwei unabhängigen Gruppen von Wissenschaftler das glymphatische System gefunden. Dieses perivaskuläre, also um die Gefäße befindliche, Tunnelsystem, welches von Astrozyten (Zellen mit sternenförmigen Fortsätzen im Gehirn) geformt wird, dient der Müllentsorgung. Dieses hydraulische System pumpt cerebrospinale Flüssigkeit, auch Hirnwasser genannt, in alle Ecken des Gehirns. Dadurch werden Zucker, Fette, Aminosäuren, Wachstumsfaktoren und Neuromodulatoren an alle Stellen des Gehirns gebracht. Die cerebrospinale Flüssigkeit wird hierbei ständig durch spezielle Kanäle mit der Zwischenraumflüssigkeit, welche die Kapillaren umgibt und von der Blut-Hirn-Schranke abgegrenzt wird, ausgetauscht. Hierbei können Abfallprodukte entsorgt werden.

Abfallentsorgung muss sein

Jedes Organ braucht eine Abfallentsorgung und muss neue Nährstoffe geliefert bekommen. Das Gehirn ist besonders aktiv. Wenn das glymphatische System nicht funktioniert, so können sich die Abfallprodukte ansammeln und so neurodegenerative Krankheiten hervorrufen. Doch dies ist natürlich nicht der einzige Grund für solche Krankheiten. Genetische Faktoren, sowie der Funktionsverlust anderer Reparaturmechanismen des Körpers spielen ebenfalls eine Rolle. Das glymphatische System ist besonders im Schlaf aktiv. Dies könnte einer der Gründe für die Notwendigkeit von Schlaf sein. Das Gehirn braucht diesen Zustand, um sich zu regenerieren.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den evolutionären Hintergrund des männlichen Bartes.

Wie die Schlange ihre Beine verlor

Die Midgardschlange, die mehrköpfige Hydra, Ladon, als Schlangengott Apophis oder als Haare der Medusa, ja sogar in der Bibel ist die Schlange zu finden. Da sie weltweit verbreitet sind, haben sie sich stark in unserer Kultur eingeprägt. Es sind rund 3500 Arten beschrieben und anders wie Blindschleichen, die zu den Echsen gehören, besitzen Schlangen weder Extremitäten, noch keinen, auch keine rudimentären, Becken- oder Schultergürtel. Wie kam dies?

Allgemeines

Schlangen gibt es in den unterschiedlichsten Farb- und Zeichnungsvariationen. Ein Geschlechtsdimorphismus, also unterschiedliches Aussehen bei Männchen und Weibchen kommt nur selten vor. Ihre Epidermis ist zu Schuppen ausgebildet. Die Beschuppung unterscheidet sich im Kopf-, Rücken- oder Bauchbereich. Selbst die Augen werden von einer Schuppe bedeckt, ein Augenlid besitzen sie nicht. Ihre Zähne sind nicht zum Kauen, sondern zum Festhalten der Beute gedacht. Eine Besonderheit ist der Giftzahn.

Sie sind meist Einzelgänger. Das Weibchen sondert Pheromone ab, die der Geruchssinn des Männchens wahrnehmen kann. Das Männchen selbst hat einen gespalteten Penis, Hemipenis genannt. Beim Sexualakt schmiegt sich das Männchen seitlich an und führt den näheren Teil dieses Begattungsorgans ein. Die meisten Schlangen legen Eier, etwa ein Drittel der Arten haben eine Form von Lebendgeburt, bei denen die Eier im Mutterleib ausgebrütet werden, Ovoviviparie genannt.

Physiologie der Schlangen

Der Geruchssinn funktioniert über das Jacobson Organ. Die gespaltene Zunge nimmt chemische Duftstoffe auf und führt sie zu eben diesem Organ in der Mundhöhle. Auch andere Wirbeltiere, wie die Katze verfügen über ein solches Organ. Manche Schlangen verfügen ebenfalls über ein Grubenorgan, wodurch sie Infrarotstrahlung wahrnehmen können. Öffnungen unterhalb des Nasenlochs lassen sie auch Wärmestrahlung wahrnehmen.

Fressen regelmäßig lebendige Ratten und Mäuse: Klassens Python-Schlangen (Foto: privat)

Fressen regelmäßig lebendige Ratten und Mäuse: Klassens Python-Schlangen (Foto: privat)

Schlangen gehören zu den Schuppenkriechtieren, zu denen auch Eidechsen gehören, sind aber enger verwandt mit Leguanen und Waranen und Schleichen. Die ersten Schlangenfossilien gibt es bereits aus dem Jura, einem Erdzeitalter, als die Dinosaurier die Erde beherrschten. Viele Fossilien von Waranartigen, also den vermutlichen gemeinsamen Vorfahren von Schlangen und Waranen, lebten im Wasser. Deshalb wurde immer spekuliert, ob Schlangen sich nun von im Wasser lebenden, marinen Arten oder von grubengrabenden, landlebenden Arten entwickelt haben.

Neue Erkenntnisse

Eine neue Studie, im November 2015 veröffentlicht, fand nun eine Lösung. Die Wissenschaftler rekonstruierten das Innenohr eines 90 Millionen Jahre alten Schlangenfossils. Heutige grabende Schlangen nutzen das Innenohr nicht nur, wie alle Wirbeltiere, zum Hören und zur Balance, sondern sie nehmen dadurch Vibrationen im Boden wahr, durch diese sie ihre Beute fangen. Die Wissenschaftler fanden eine Struktur im Innenohr, die heutige marine Schlangen nicht haben. Auch das Innenohr anderer mariner Echsen, wie der Mosasaurus, ist anders strukturiert. Daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Schlangen sich von grabenden Vorfahren entwickelt haben.

Die ersten Schlangen waren wohl nachtaktive Lauerjäger, die noch kleine Hinterfüße hatten, aber keine Schultern mehr. Doch ganz sicher ist, dass sie erfolgreich waren und sich weit verbreitet haben.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um psychoaktive Drogen und ihre Wirkung als Medizin

Die Wissenschaft des Kaffees

„Sprich mich morgens bloß nicht an, bevor ich nicht meinen Kaffee hatte!“, gibt so mancher als Warnung seinem Gegenüber mit, andere brauchen sogar gleich mehrere Tassen, um wach zu werden. Kein Wunder, zählt Kaffee zu den populärsten und am häufigsten konsumierten Getränken weltweit. Mit 162 Litern pro Kopf im Jahr 2014 trinkt der Deutsche mehr Kaffee als Bier. Viele Dinge geistern in den Köpfen der Menschen über das aromatische Getränk umher. Was stimmt davon? Ist Kaffee gesund oder ungesund?

Die Kaffeebohne ist eigentlich der Samen der Steinfrucht von einer Kaffeepflanze, welche entweder Coffea arabica oder Coffea canephora beziehungsweise robusta ist. Je nach Sorte und Varietät, wie auch Anbauort gibt es unterschiedliche Qualitätsstufen. Weltweit bauen über 50 Länder die Pflanze an, die Exporte und die Nachfrage und damit der Verbrauch steigen weiterhin an. Nach Öl ist Kaffee der am meist gehandelte Stoff der Welt. Der massenhafte Anbau führt auch zu Problemen.

Früher ging man davon aus, dass Kaffeekonsum dem Körper Wasser entziehen würde, was jedoch nicht stimmt. Kaffee ist eine komplexe Mischung aus über Tausend verschiedenen Substanzen. Neben Kohlenhydraten, Lipiden, Proteinen und freien Aminosäuren gibt es sekundäre Pflanzenstoffe, wie Alkaloide, Phenolcarbonsäuren, Röstprodukte, Vitamin B3 (Niacin) und Mineralstoffe. Einige dieser Substanzen besitzen antioxidative, antikarzinogene und antimutagene Eigenschaften.

Die morgentliche Tasse Kaffee (Foto: Andreas Morlok  / pixelio.de)

Die morgentliche Tasse Kaffee (Foto: Andreas Morlok / pixelio.de)

Für die anregende Wirkung ist natürlich das Koffein verantwortlich. Eine Kaffeebohne enthält etwa 0,8 bis 2,5 % Koffein. 1,3,7-Trimethylxanthin, so der chemische Name von Koffein oder auch Thein (Teein), ist eigentlich ein bitter schmeckendes, geruchloses, weißes Pulver, welches nicht nur aus Kaffeebohnen, sondern auch aus Teeblättern, der Kolanuss, dem Matebaum der Guaranapflanze und vielen weiteren Pflanzen extrahiert werden kann. Chemisch hat dieses Molekül Ähnlichkeit zum Neuromodulator Adenosin. Während Adenosin zur Absenkung des Blutdrucks und zu Müdigkeit führt, blockiert Koffein die Adenosinrezeptoren und führt zu einem wachen und aufmerksamen Zustand. Es wäre nahezu unmöglich durch Kaffeekonsum eine Überdosis Koffein zu sich zu nehmen und auch süchtig beziehungsweise körperlich abhängig machen, kann es technisch gesehen nicht. Denn es löst nicht das Belohnungszentrum im Gehirn aus. Trotzdem kann mit einem regelmäßigen Konsum mehr Koffein benötigen, um denselben Effekt zu erzielen, da das Gehirn mit der Bildung von mehr Adenosinrezeptoren reagiert hat. Es hat sich also eine Toleranz aufgebaut. Da Koffein eine Halbwertszeit von sechs Stunden hat, ist der Effekt ebenfalls nach dieser Zeit zur Hälfte verschwunden, weshalb man gerne nach einer weiteren Tasse greift. Die Abhängigkeit ist jedoch nicht mit Kokain oder Alkohol zu vergleichen, sondern eher mit Marihuana. Der Koffeinismus verursacht hauptsächlich psychische Störungen. Eine Entzugskur dauert aber nur wenige Tage, bis der Körper wieder normalisiert ist.

Die beste Strategie ist, Kaffee nicht sofort nach dem Aufstehen zu trinken, da der Cortisolspiegel dann zu hoch ist und dies die Wirkung des Koffeins beeinträchtigt. Kaffee sollte am Besten in den Zeiten über den Tag genossen werden, in denen der Cortisolspiegel nicht so hoch ist. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung rät, sich auf drei bis vier Tassen pro Tag zu beschränken. Denn Koffein stimuliert auch die Produktion von Adrenalin, was eine blutdrucksteigernde Wirkung hervorruft. Das Stressgefühl kann ebenfalls ansteigen. Da Koffein sich auch auf das Herz- und Kreislaufsystem auswirkt, war Kaffee lange im Verdacht, Herzprobleme hervorzurufen.

Nach einer neuen Untersuchung schadet Kaffee dem Herzen nicht, sondern könnte sogar gut für das Herz sein. Die Arterien von Menschen, die drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag trinken, sind weniger verkalkt als die von Leuten, die wenig Kaffee trinken, ergab die Studie. In der letzten Zeit häufen sich die Entwarnungen und Kaffee zeigt mehr und mehr gesundheitliche Vorzüge. Es senkt das Risiko an einer Typ-2-Diabetes, Parkinson, Hautkrebs und einigen weiteren Krebsarten zu erkranken. Zuletzt wurde sogar nachgewiesen, dass das Getränk, auch entkoffeiniert, hilft, DNA Schäden vorzubeugen.

Kaffee ist also gesund – in Maßen. An alle, die sich etwas zu viel gönnen sei gesagt, dass bei 3 von 10 Menschen Kaffee abführend wirkt, was unter anderem an Chlorogensäure liegt. Also immer in Maßen trinken.

Ein paar Sekunden Zeit? Weltverbesserer-Tipps für den Alltag!

Ein paar Sekunden Zeit?
Wir alle sind Teil unserer Umwelt. Sie umsorgt uns mit allem was wir brauchen: Sauerstoff, Wasser und Sonne, die wir gerade in diesen Tagen wieder mehr spüren können.
Da bekommt man doch glatt Lust, ein bisschen was zurückzugeben und die Welt damit ein klein wenig besser zu machen. Wir haben für euch ein paar Ideen parat, wie ihr jeden Tag mit ein wenig Zeitaufwand ein Weltverbesserer werden könnt. Frei nach Gandhis Motto:
„Sei du der Wandel, den du in der Welt sehen möchtest.“

Wenn du….

2 Sekunden Zeit hast:
Sag einem wildfremden Menschen auf dem Weg zur Arbeit „Guten Morgen“. Wenn du dabei noch lächelst, so werden automatisch Glückshormone in dir ausgeschüttet, und dein Gegenüber wird sich nach kurzer Verdutztheit auch freuen und ebenfalls grüßen. Je mehr „gute Morgen“ man gibt und bekommt, desto besser wird der Morgen auch.

10 Sekunden Zeit hast:
Pack für deinen Einkauf deine Tragetasche ein. Sowohl Plastiktragetüten als auch Papiertragetüten zeigen einen enormen Verbrauch in Deutschland. Dieser Müll könnte leicht vermieden werden, indem du dir für circa zwei Euro eine große Tragetasche zulegst, die du immer mitnimmst. Das kostet dich übrigens weniger Geld, spätestens nach dem zehnten Einkauf.

5 Minuten Zeit hast:
Suche dir eine Petition aus,beispielsweise von www.avaaz.org oder www.change.org , die du unterstützen möchtest. Unterschriftenlisten sind heutzutage wirklich wirksam. So kann auch im Kleinen etwas bewirkt werden.

15 Minuten Zeit hast:
Pumpe deine Autoreifen auf Eco auf. Dadurch verbrauchst du weniger Sprit und dein Geldbeutel sowie die Umwelt freuen sich. Das bisschen mehr Rütteln können wir jungen Leute doch ab, oder?
Dass man kurze Wege sowieso nicht mit dem Auto fährt ist bekannt!

20 Minuten Zeit hast:
Wechsle den Gas- oder Stromanbieter.
Ökostrom und Windgas beispielsweise von NGO (Non-governmental-organisation) Greenpeace kosten heute das gleiche oder nur minimal mehr als vom Stadtanbieter, der meist Kernkraft und Braunkohle einspeist, und ist sogar online nach guter Informierung deinerseits innerhalb von 10 Minuten erledigt. Ein guter Beitrag, um erneuerbare Energien zu unterstützen.

25 Minuten Zeit hast:
Schnapp dir im Supermarkt eine Wildblumenmischung und streue die Samen in Wald und Wiese und auf Feldern aus. Das Bienensterben ist mittlerweile sehr weit fortgeschritten, unter anderem weil Bienen und Hummeln durch Monokulturen auf den Feldern keine Nahrung mehr finden.

Bienen besorgen sich den Nektar aus den Blumen!  (c) Thorben Wengwert / pixelio.de

Bienen besorgen sich den Nektar aus den Blumen!
(c) Thorben Wengwert / pixelio.de

Auch die Wege- und Seitenränder werden komplett abgemäht und grün gehalten. Auch damit rettest du Leben! Und über die bunten Blumen freuen sich ebenfalls die Spaziergänger.

30 Minuten Zeit hast:
Schnapp dir einen Müllsack und ein paar Gummihandschuhe und sammle ein, was du draußen in der Natur an Abfall finden kannst. Ein Sack ist in weniger als 30 Minuten proppenvoll, vorbeigehende Menschen bedanken sich bei dir und all die Tiere, welche nun nicht an Plastikvergiftung oder Darmverschluss sterben weil sie dachten, das Plastik wäre Futter, werden es dir danken. Du rettest damit aktiv leben und verschönerst noch deine Umwelt. Wenn du dies auf dem Weg tust, den du täglich zur Arbeit zurücklegst, hast du auch noch selbst etwas davon!

1 Stunde Zeit hast:
Miste deinen Kleiderschrank oder dein Bücherregal aus, und Alles was noch gut ist kann an ein soziales Kaufhaus in der Nähe oder einen Bücherschrank gebracht werden. Das schafft Platz in deiner Wohnung und gibt Menschen mit wenig Mitteln die Chance, hochwertige Dinge für einen sehr kleinen Preis zu erstehen.

1 – 2 Stunden Zeit hast:
Suche dir ein Altersheim in deiner Nähe. Für die Menschen dort bedeutet es den Höhepunkt ihres Tages, wenn ein junger Mensch auf die Idee kommt, ihnen etwas vorzulesen oder etwas mit ihnen zu spielen. Das ist unschätzbar, und auch unsere Generation profitiert davon sehr.
Die Senioren reden meist noch tagelang über einen solchen Besuch.

Vorschau: Am Donnerstag, 9. April berichtet euch Bernd von der Myopie, der Kurzsichtigkeit.

Gleich knallt’s

Gleich knallt's. Das neue Jahr wird mit lauten Böllern eingeleitet (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Gleich knallt’s. Das neue Jahr wird mit lauten Böllern eingeleitet (©Tim Reckmann / pixelio.de)

„Peng“, knallt es auf der Straße und hallt nach. Gleich noch einmal. „Peng.“ Es ist kaum Mittag am Vortag zu Sylvester und ich hab schon jetzt genug von dem Geknalle. Eigentlich seit Weihnachten vorbei ist höre ich die Böller explodieren und rieche immer mal wieder den Gestank des Schwarzpulvers auf der Straße. Ich ärgere mich schon jetzt und weigere mich, sogenannte „Knaller“ zu kaufen. Selbst die, die mein Sohn geschenkt bekommen hat, verweilen seit einem Jahr in einer Tüte und falls sie da nächstes Jahr noch liegen, wandern sie in den Müll.

Sylvester und ich vertragen uns dabei eigentlich ganz gut. Ich mag es, mich mit Freunden oder der Familie zusammenzusetzten, das letzte Jahr zu resümieren und mich darauf zu freuen, was alles im nächsten passieren kann. Es ist irgendwie ein Abend, wie alle anderen, nur dass Dinner for one läuft und wir uns in Gruppen versammeln. Seit wir Kinder haben, feiern wir dabei oft zu Hause, manchmal auch einfach nur für uns. Was brauchen wir da Knaller?

Je lauter, desto beliebter: Doch nicht alle haben ihren Spaß daran (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Je lauter, desto beliebter: Doch nicht alle haben ihren Spaß daran (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Die Tradition der lauten Böller kommt ja daher, dass die Menschen die bösen Geister für das nächste Jahr vertreiben wollten. Das weiß heute kaum ein Dreikäsehoch, der die lautesten seines Sortiments schon vor der eigentlichen Stunde 0 verschießt. Und so wie es auf der Welt aussieht, bezweifle ich, dass lautes Geknalle Geistern noch Schrecken einjagen würde. Es erschrecken sich dafür die Hunde und Katzen, die draußen oder drinnen am liebsten einfach nur davon rennen wollen. Für die empfindlichen Ohren der Tiere sind Knaller die reinste Tortur. Ich will gar nicht an die Vögel und Wildtiere denken, die auch noch davon betroffen sind.

Daneben, seien wir ehrlich, ist so ein Böller absolut nicht förderlich für die Umwelt. Die Gase, die wir an Sylvester jedes Jahr in die Luft pfeffern, bringen nicht nur uns selbst zum Röcheln und können uns die Tränen in die Augen treiben – sie verpesten geradezu auf einmal die Atmosphäre in erschütterndem Ausmaß. Wo Autos auf Feinstaubplaketten achten müssen, sind in Böllern und auch Raketen Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Stickstoff – von Farbzusätzen, damit es bunt wird mal ganz abgesehen. Gesund ist das jedenfalls nicht.

Schön aber schädlich: Sylvester ist kein Umweltfreund (©Daniela Berghold / pixelio.de)

Schön aber schädlich: Sylvester ist kein Umweltfreund (©Daniela Berghold / pixelio.de)

Mir jedenfalls reicht auch eine Wunderkerze, um ein paar Funken an Sylvester zu streuen. Und die machen auch meinen Kindern am meisten Spaß. Ja, haltet mich für langweilig, spießig und doof, aber so ist das nun mal. Ich kann der Böllerei so wenig abgewinnen, wie den roten Nasen zwei Monate später. Und wenigstens sparen wir uns das Geld, anstatt es in die Luft zu jagen. Gut, zugegeben, eine kleine Packung Raketen schafft mein Mann dann doch jedes Jahr an und es gibt ein paar brave „Ohhs“ und „Ahhs“, wenn sie hochgehen. Aber nach 27 Jahreswechseln, von denen ich bestimmt mehr als einen gediegen verschlafen habe, finde ich etwas Ruhe, um ein neues Jahr einzustimmen wesentlich angenehmer, als noch mehr Krach. Vielleicht wird dann ja auch das nächste Jahr ein gemütlich ruhiges. Ein Versuch wäre es zumindest wert.

Geschichte des Klimas Teil 3: Ende der Eiszeit und der heutige Klimawandel

Globale Erwärmung, Weltklimagipfel – heute dreht sich alles um das Klima. Manche sagen, es gibt keine globale Erwärmung, andere aber warnen vor der drastisch angestiegenen Erderwärmung. Wie hat sich das Klima innerhalb des letzten Erdzeitalters verändert und wie innerhalb der letzten Jahrhunderte? Diesen Fragen gehen wir nun auf den Grund.

Die Geschichte des Klimas ist eine wilde. Vom Lavaball bis hin zur Schneeballerde, aber auch Veränderungen in der Atmosphäre haben das Klima beeinflusst. Die Dinosaurier lebten in Erdzeitalter, in denen die Erde sehr viel wärmer war, als heute. Vor circa 40 Millionen Jahren begann die Erde, sich immer mehr abzukühlen. Erdgeschichtlich gesehen befinden wir uns noch in einer Eiszeitperiode und nicht in einer Treibhausperiode (greenhouse cycle).

Vor 35 Millionen Jahren entstand der Gletscher über der Antarktis und bald auch über Grönland und Teilen Kanadas. In den letzten 800.000 Jahren gab es insgesamt acht Eiszeiten, in denen sich die Gletscher ausdehnten und die nahezu 100.000 Jahre lang gingen, unterbrochen von interglazialen Perioden mit weniger Eis auf dieser Welt, welche 10.000 bis 35.000 Jahre andauerten. Die letzte Eiszeit endete erst vor circa 10.000 Jahren.

Kohlekraftwerke: Tragen erhablich zur Bildung von Klimagasen bei. (Foto: FotoHiero  / pixelio.de)

Kohlekraftwerke: Tragen erhablich zur Bildung von Klimagasen bei. (Foto: FotoHiero / pixelio.de)

Auch in der frühesten Geschichte kann man noch Termperaturunterschiede erkennen. Um das Jahr 1000 herum war das Klima milder. Doch am Ende des Mittelalters in den Jahren 1500 bis 1700 war das Klima kälter geworden. Mit Beginn des Industriezeitalters dann konnte man einen Anstieg des Klimas ausmachen. Der Graph der globalen Temperatur wird als Hockeyschläger bezeichnet, weil er am Ende so stark nach oben „abknickt“.

Die globale Erwärmung, der „Climate Change“ findet statt. Auch wenn einige Stimmen bestreiten, dass der Grund für die Erderwärmung menschengemacht ist, sondern natürlich, so ist sich die Mehrheit der Wissenschaftler einig, dass der Klimawandel hauptsächlich vom Menschen ausgeht. Gerüchte aus den 70er Jahren halten sich zwar weiterhin in einigen Kreisen, doch 13 der 14 heißesten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen fanden im 21ten Jahrhundert statt.

Aber selbst wenn der Klimawandel stattfindet und selbst, wenn er menschengemacht ist, was ist schon dabei? Der CO2 Gehalt in der Atmosphäre war in früheren Erdzeitaltern höher als jetzt. Und warum sollte man was dagegen haben, wenn es ein bisschen wärmer wird? Solche Sätze hört man immer und immer wieder, besonders im Internet halten sich einige Irrtümer eisern.

Was soll schon passieren? Das Problem ist größer und komplexer. Folgen des Klimawandels sind Dürren, Überflutungen, Anstieg des Meeresspiegels, Übersäuerung der Meere, intensivere Stürme. Die Selbstregulierung der Erde ist außer Kontrolle und alles in der Natur wird verworren. Die Zeiten in denen Blumen blühen und Insekten schlüpfen verändern sich, es wird schwerer werden, Pflanzen anzubauen und Tiere zu füttern. Also ist unsere Ernährung, wie auch unser Frischwasserzugang in höchster Gefahr. Im schlimmsten Falle könnte sogar die thermohaline Zirkulation, die Kombination aller Meeresströmungen zum Masse- und Wärmeaustausch, durch eine zu hohe CO2Konzentration zum Erliegen kommen. Anaerobe Bakterien wurden sich vermehren, auf der ganzen Welt würde es nach verrottenden Eiern stinken. Dies würden jedoch nur noch diejenigen zu riechen bekommen, die überlebt haben.

Geschichte des Klimas, Teil 2: Einflüsse auf das Klima

Globale Erwärmung, Weltklimagipfel- heute dreht sich alles um das Klima. Manche sagen, es gibt keine globale Erwärmung, andere warnen vor der drastisch angestiegenen Erderwärmung. Das globale Klima hat sich über die Jahrmillionen immer wieder stark verändert und wird durch zahlreiche Faktoren bestimmt. Dies ist ein kleiner Überblick über die Einflüsse auf das Klima.

Die Geschichte der Erde lehrt uns, dass sie bereits ein großer Lavaball und ein großer Schneeball war. Bis heute schwankt das Klima ständig hin und her in Perioden, die man als greenhouse und icehouse climates bezeichnet (zu Deutsch: Treibhaus und Eishaus Klima) und deren Zeiträume 10 bis mehrere hundert Millionen Jahre ausmachen. Während eines greenhouse Klimas gibt es wenig bis kein permanentes Eis an den Polen, der Meeresspiegel ist hoch und warme Temperaturen sind auch in höheren Breitengraden zu finden. Bei icehouse- Bedingungen haben wir das Gegenteil und viel Eis ist an den Polen zu finden.

Die Veränderungen der Klimata sind in der Atmosphäre zu erkennen. Dort gibt es ein Hin und Her zwischen Kohlenstoffdioxid (CO2) und Sauerstoff (O2). Kohlenstoffdioxid und Methan, beides Stoffe, die Kohlenstoff gebunden haben, sind Treibhausgase, die einen Treibhauseffekt herbeiführen, indem sie Hitze auf der Erde halten. Tiere atmen Kohlenstoffdioxid aus, während Pflanzen wieder Sauerstoff produzieren. Lebewesen können also das Klima stark beeinflussen. So war das Aufkommen der ersten Lebewesen, die durch Photosynthese Sauerstoff produzierten, nicht nur ein Wandel der Atmosphäre, sondern auch des Klimas und führte ebenso zu einem Massensterben der Lebewesen. Aber auch der Süßwasserfarn Azolla soll sich vor 49 Millionen Jahren im arktischen Ozean stark vermehrt haben. Die abgestorbenen Farne sanken auf den Meeresboden und entzogen dem Planeten Kohlendioxid, was dazu führte, dass die damalige Warmzeit, in der die Dinosaurier noch lebten, endete und wir uns nun in dem heutigen bestehenden Eiszeitalter befinden.

Wintersonne: Bedingt durch die Erdachsenneigung (Foto: Andreas Hermsdorf  / pixelio.de)

Wintersonne: Bedingt durch die Erdachsenneigung (Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de)

Doch es gibt nicht nur die großen Veränderungen des Klimas im Bereich von Millionen Jahren. Drei dominante Zyklen, auch als Milanković-Zyklen bekannt, bestimmen ebenfalls die Variationen des Klimas. Die Exzentrik bezeichnet den Unterschied im Orbit der Erde um die Sonne. Die Veränderungen der Bahn der Erde von elliptisch zu weniger elliptisch und fast kreisförmig, führen zu einem unterschiedlichen Abstand zur Sonne und damit auch der empfangenen Wärme. Dieser Zyklus dauert circa 100.000 Jahre an. Eine Periodizität von 41.000 Jahre hat der Zyklus der Erdachsenneigung. Heute ist die Erde um 23,5° geneigt und diese Neigung bestimmt unsere vier Jahreszeiten. Doch die Neigung der Erdachse kann sich verändern von 21,5° bis zu 24,5°. Eine geringere Neigung führt zu einem angeglichenen Sommer- und Winterübergang, würde jedoch auch zu einem stärkeren Temperaturunterschied zwischen Äquator und Polen führen. Der dritte Milanković-Zyklus ist die Kreiselbewegung der Erde. Es verändert sich also nicht nur die Achsenneigung, sondern auch dessen Ausrichtung, was dazu führt, dass wir irgendwann nicht mehr Polaris als Nordstern bezeichnen können, sondern den Stern Vega. Dieser Zyklus hat eine Periodizität von 23.000 Jahren und führt ebenfalls zu einem Tausch von Sommer und Winter auf dem Erdorbit. Momentan ist für die nördliche Hemisphäre Winter, wenn die Erde auf ihrer elliptischen Laufbahn näher an der Sonne ist. In 10.000 Jahren bereits wird Winter für die nördliche Hemisphäre dann sein, wenn die Erde am weitesten weg von der Sonne ist. Dies wird zu größeren saisonalen Kontrasten führen.

Die Sonne ist ebenfalls ein Faktor für die Veränderungen des Klimas. Nicht nur, dass die Sonne bei ihrer Geburt nur 70% so stark beziehungsweise hell war, wie sie es nun ist, und sie uns somit heute mehr Licht und Wärme liefert, die Sonne hat ebenfalls Fluktuationen ihrer Energieabgabe. Die sogenannten Sunspot Zyklen (Sunspots sind schwarze Punkte, die man auf der Sonnenoberfläche beobachten kann), wiederholen sich alle 11 Jahre. Dieser Zyklus hat jedoch nur einen kleinen Einfluss auf das Klima.

Teil 1: Die Entstehung der Erde

Vorschau: In zwei Wochen erfahren wir, was man tun soll, wenn man Zeuge von Tierquälerei wird.