Saftkur im Selbstversuch

Mein Bauch ist so voll, dass mir fast schlecht ist. In der Kantine gab es heute Nudeln mit Sauce. Aber ich habe trotzdem noch Appetit – ein Nachtisch geht doch eigentlich immer! Also schiebe ich noch zwei bis drei Brownies hinterher. „Jetzt ist aber wirklich Schluss“, sagt mein Magen – aber mein Appetit zwinkert ihm nur frech zu. Weiß ich das Essen überhaupt noch wertzuschätzen? Stopfe ich nicht einfach wahllos alles Mögliche – auch wenn es überwiegend gesund ist – in mich hinein? Braucht meine Körper eine Pause? Braucht mein Gehirn eine, um sich wieder intensiver auf jedes einzelne Geschmackserlebnis einlassen zu können?

Selbstgesteckte Regeln

Ich beschließe eine dreitätige Saftkur zu machen, um meinen Körper zu entlasten und vielleicht auch, um meine Seele, meinen Geist oder wie auch immer wir es nennen wollen, loszulösen, zu befreien von dem Zwang ständig zu essen. Seit zehn Jahren verzichte ich auf Fleisch ohne es auch nur zu bemerken, weil es inzwischen Normalität geworden ist. Ob das mit allen anderen festen Nahrungsbestandteilen ebenso einfach geht?
Wenn man googelt, ist die Grundlage der meisten Saftkuren – wer hätte es gedacht – Saft. Und zwar eigenhändig entsaftet. Ich habe aber weder einen Entsafter, noch gefällt mir der Gedanke, dass ich große Teile des Obstes, nachdem der Saft herausgepresst wurde, wegwerfen müsste. Also stecke ich mir die Regeln für meine individuelle Kur selbst: Suppe, Tee, Wasser, Saft und Smoothies sind erlaubt.

Tag 1

Los geht’s am Sonntag-Morgen mit einem großen Smoothie. Anschließend Training. Dann eine heiße Brühe und mehrere Gläser Kirschsaft. Bis etwa 15 Uhr denke ich noch, dass das ganze Projekt „Saftkur“ ein Kinderspiel wird. Dann kommt die Übelkeit. Ich kann keinen einzigen Schluck Saft mehr trinken. Durchhalten! Klappt auch – bis etwa 18 Uhr. Mein Kopf schmerzt und mir ist schlecht. Also sündige ich. Griechischer Salat (hey, immerhin Salat!) und ein Knoblauch-Brot werden mir direkt an die Haustür geliefert – viel weiter hätte ich mich in meinem Elend auch nicht bewegen können. Ich versuche langsam zu essen, was in Anbetracht meines Heißhungers eine echte Herausforderung ist. Es schmeckt richtig lecker. Die Kopfschmerzen bleiben (mit etwas zu Essen im Bauch kann ich aber wenigstens eine Tablette nehmen), das schlechte Gewissen auch.

Tag 2
Frühstück an Tag 2 der Saftkur: Eine leckere Smoothiebowl (Foto: T. Gartner)

Frühstück an Tag 2 der Saftkur: Eine leckere Smoothiebowl (Foto: T. Gartner)

Nachdem der erste Tag in einer kleinen Lieferservice-Eskalation geendet hat, beuge ich an Tag 2, den ich im Homeoffice verbringe, vor: Aus Haferflocken, Leinsamen, Himbeeren und Vanillesojamilch wird eine Frühstücks-Smoothiebowl. Ich löffle die durchgemixte Masse, damit ich trotz der Konsistenz das Gefühl habe etwas zu essen. Den restlichen Tag über gibt es Tee, Tee und nochmals Tee. Am Ende des Tages dürften es etwa acht Tassen gewesen sein. Bei den Sorten greife ich auf mein gewohntes Sortiment zurück: Kamille für den Magen, Pfefferminz für den Kopf, Hagebutte wegen des Vitamin Cs und Apfel, weil´s einfach schmeckt. Nachmittags gibt es einen grünen Smoothie – meine neue Lieblingskombination aus Wassermelone, Zitronensaft und Petersilie. Abends wird dann munter weiterpüriert: Es gibt Brokkoli-Suppe mit Chili.

Tag 3

Käsebrezel – beim bloßen Gedanken an den weichen Teig und die knusprigen Käseränder, läuft mir das Wasser im Mund zusammen. Während der Mann neben mir im Zug ein Käsebrot isst (ich hätte nie gedacht, dass Brot so unglaublich gut duften kann), trinke ich brav meinen Smoothie. Ananas, Mango, Ingwer, Honig – schmeckt gut, obwohl ich eigentlich keinen Ingwer mag.
Den Tag auf der Arbeit überstehe ich gerade so. Während die anderen in der Kantine Paella essen, gönne ich mir eine Minestrone, aus der ich gewissenhaft die Gemüsestücke raussortiere. Überall lauert die Versuchung: Kuchen, Brownies, Gummibärchen. Aber ich bleibe stark und wiederstehe. Abends dann nach zwei Tellern Tomatensuppe und einem halben Liter Smoothie aus Granatapfel, Banane und Khaki fühle ich mich so vollgefressen wie sonst nach einem Teller Nudeln. Ich muss also nicht hungrig ins Bett – juhu!

Tag 4
Morgens im Zug an Tag 4: Die erste feste Nahrung nach drei - ok zwei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Morgens im Zug an Tag 4: Die erste feste Nahrung nach drei – ok zwei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Wieso Tag 4? Nach dem Fasten soll man langsam wieder einzusteigen, um den Körper, der nun ja an die geringe Energiezufuhr gewöhnt ist, nicht zu überfordern. Ich starte mit einer Brezel – keine Käsebrezel wie sonst. Trotzdem ist sie göttlich. Nach drei herzhaften Bissen scheint mein Magen geringfügig verwundert zu sein und schaltet erstmal auf stur. Die Brezel, zwei Apfelschnitze, zwei Smoothies und etwas roher Brokkoli halten bis zum Mittagessen vor. Für mich gibt es Spinatsuppe, Kartoffeln und Salat. Als Nachtisch gönne ich mir einen Brownie und genieße jede Sekunde dieses unglaublichen Geschmackserlebnisses. Das muss dieser #foodporn sein, von dem immer alle reden.

Abnehmen? Mangelerscheinungen? Was eine Saftkur angeblich bewirkt und was sie im Selbstversuch tatsächlich bewirkt hat, könnt ihr Wunderwaffe Saftkur nachlesen.

Vorschau: Nächsten Sonntag wird es wieder lecker in der Tipps&Tricks-Redaktion. Wie verraten euch wie ihr Bagel selbermachen könnt.

 

Die Partyszene in der „schönsten Stadt der Welt“

Heimat und Zuhause – das bedeutet Speyer für Caroline Gartner. Seit sie denken kann, lebt die 20-Jährige in der Domstadt, hat also auch deren Ausgehmöglichkeiten ausgiebig getestet. Aber nicht nur das: Für eine Hausarbeit hat sie jetzt 130 Jugendliche aus Speyer und Umgebung befragt, wie zufrieden sie mit der Partyszene sind. Und wir wollten natürlich wissen, was da herauskam!

Home is where the heart ist: Caroline hat sich eine Brezel in Herzform als Symbol für ihre Liebe zu Speyer tätowieren lassen (Foto: C. Gartner)

Home is where the heart ist: Caroline hat sich eine Brezel in Herzform als Symbol für ihre Liebe zu Speyer tätowieren lassen (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Wieso hast du dich in deiner Arbeit ausgerechnet mit den Ausgehmöglichkeiten für Jugendliche in Speyer beschäftigt?
Caroline: Meine eigene Erfahrung ist, dass das Angebot gerade für die unter 18-Jährigen nicht allzu umfassend ist. Oft war ich traurig, wenn ich an einer der wenigen Partys, die stattfanden, nicht teilnehmen konnte, denn das Warten auf die nächste kam einem da schon seeehr lange vor. Darum hat mich natürlich brennend interessiert, wie das meine Altersgenossen sehen. Gerade durch die vielen Schulen tummeln sich in Speyer ja sehr viele Jugendliche. Deshalb sind sie auch so wichtig für eine Stadt wie Speyer – eine bunte Mischung aus Jung und Alt trägt dazu bei, dass sich eine Stadt weiterentwickeln kann und nicht in der Zeit stehenbleibt.

Face2Face: Was hat deine Umfrage ergeben?
Caroline: Leider sind die Jugendlichen eher unzufrieden mit den Ausgehmöglichkeiten in Speyer. Man muss aber ganz klar unterscheiden zwischen Bars/ Cafés und Diskotheken. Die Umfrage-Teilnehmer wünschen sich eine neue Diskothek bzw. wollen die vorhandenen Locations häufiger für Partys nutzen. Für mich bedeutet das, dass die Jugendlichen gerne mehr Trubel und mehr Möglichkeiten im Speyrer Nachtleben hätten. Wenn das gegeben wäre, würden sie sicher seltener auf die umliegenden Städte ausweichen, um mit ihren Freunden tanzen und feiern zu gehen. Die Bar- und Café-Auswahl ist dafür laut meiner Umfrage durchaus ausreichend für die Jugendlichen – hier bleiben kaum Wünsche offen.

Face2Face: Und was würdest du dir für die Speyrer Partyszene wünschen?
Caroline: Natürlich wäre auch ich von einem neuen Club in Speyer nicht abgeneigt. Allerdings habe ich während meiner Recherchen auch festgestellt, dass Speyer doch einiges an Veranstaltungen zu bieten hat, von denen man jedoch leider oft zu spät oder gar nicht erfährt. Helfen kann es da, wenn die Stadt mit den Jugendlichen in Kontakt tritt. Mit der Facebook-Seite der Stadt Speyer ist hier aus meiner Sicht bereits ein wichtiger Schritt getan.

Face2Face: Schon während der Recherche für deine Arbeit standest du ja in Kontakt zur Stadt Speyer. Was fängt die nun mit dem Ergebnis deiner Umfrage an?
Caroline: Ich glaube die Stadt ist sich dessen bewusst, dass die Jugendlichen doch eher unzufrieden sind mit den Ausgehmöglichkeiten und versucht bereits gemeinsam mit dem Jugendstadtrat etwas zu verändern. Ich habe den Eindruck, dass die Stadt sehr bemüht ist um ihre jungen Bewohner und auch gerade dabei ist etwas in Bewegung zu bringen. Eins bleibt natürlich für mich dabei festzuhalten: Natürlich sind Ausgehmöglichkeiten wichtig – wenn sich die Bürger diese wünschen umso mehr, trotzdem sind es ja nicht nur die Ausgehmöglichkeiten, die Speyer zu einer wunderschönen Stadt machen, sondern auch viele andere Dinge.

Vorschau:

Schnell und trotzdem gesund abnehmen – Almased im Selbsttest

Wer es eilig mit dem Abnehmen hat, der greift gerne mal zu Produkten wie Almased. Der Abnehm-Shake verspricht uns nämlich, dass wir „schnell und gesund“ unsere lästigen Pfunde loswerden können – und zwar in vier Phasen. Die erste Phase ist die Startphase. Hier soll der Stoffwechsel so gut es geht angekurbelt werden, das heißt, drei mal täglich einen Almased-Shake und vieeel Wasser trinken! Na dann, los geht’s!

Tag 1, 8 Uhr Motivation pur

Normalerweise habe ich so früh nie Hunger. Ich habe mir trotzdem einen Almased Shake gemischt und getrunken. Der Shake ist dickflüssig und schmeckt mit Mandelmilch etwas süßlich.

Tag 1, 11 Uhr Gut, dass es Wasser gibt…

Ich bin nun seit einer Stunde auf der Arbeit und merke, dass ich so langsam ein knuspriges, belegtes Brötchen mit einem guten Kaffee gebrauchen könnte. Doch in der Startphase ist das strengstens „untersagt“. Ich trinke also noch ein paar Gläser Wasser, um meinen Hunger zu reduzieren.

Almased: Viele wollen schnell und viel abnehmen. Das verspricht auch das Produkt. (Foto: V. Kalra)

Almased: Viele wollen schnell und viel abnehmen. Das verspricht auch das Produkt. (Foto: V. Kalra)

Tag 1, 14 Uhr Es wird schwer..

Ich habe 30 Minuten Mittagspause, den zweiten Shake bereits hinter mir und trotzdem Hunger. Mir fällt es allerdings jetzt schon schwer, nicht in die Kantine zu gehen, um mir ein deftiges, leckeres Essen zu holen. Heute gibt es nämlich Fisch mit Kartoffelsalat und Remoulade. Ich bin schlecht gelaunt und genervt. Hoffentlich lasse ich das nicht meine Arbeitskollegen spüren..

Tag 1, 17 Uhr Ich fühle mich meiner Freiheit beraubt!

Eine Stunde vor Feierabend: Meine Gedanken kreisen seit Stunden um eine warme Mahlzeit. Ich kann mich nicht richtig auf die Arbeit konzentrieren, da mir einfach eine feste Nahrung fehlt. Ich fühle mich schlecht. Mir fehlt die Freiheit selbst entscheiden zu können, was ich wann zu mir nehme.

Tag 1, 20 Uhr Geschafft!

Zu Hause angekommen habe ich den letzten Shake für heute verspeist. Der Tag kam mir unendlich lange vor. Viel länger als sonst. Die Stunden zogen sich wie Kaugummi. Trotzdem bin ich total froh, dass ich den ersten Tag überstanden habe. Wie es allerdings morgen aussieht, weiß ich nicht…

Karneval der Kulturen – „Andere Länder, andere Sitten“

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Gehört für die Deutschen zum Karneval dazu: Konfetti, Luftschlangen, Verkleidungen und „Faschingskrapfen“ (Foto: Alexandra H./ pixelio.de)

Der Startschuss für die „jecke Zeit“ ist bereits am 11.11 um 11:11 Uhr gefallen und seitdem sind schon einige Prunk- und Kappensitzungen abgehalten worden. Das große „Finale“ der Karnevalszeit steht uns jedoch jetzt erst kurz bevor. Ein besonderes Highlight stellen dabei selbstverständlich die Rosenmontagszüge in den Fastnachtshochburgen Mainz und Köln dar, doch auch in anderen Teilen Deutschlands wird sich verkleidet, mit Kamellen geworfen und ausgelassen auf der Straße gefeiert. Doch während sich auch hierzulange die Bräuche teilweiße schon stark unterscheiden – so ist die in Köln traditionelle „Nubbelverbrennung“ am Karnevalsdienstag im Süden Deutschlands weitestgehend unbekannt – ist es noch interessanter, sich passend zur 5. Jahreszeit einmal den Karneval in anderen Kulturen anzuschauen. Klar, jeder hat schon einmal vom berühmten brasilianischen Karneval mit den farbenprächtigen Umzügen und seinen freizügigen Samba-Tänzerinnen und Tänzern gehört, doch wie sieht es aus mit den Traditionen in Russland, den USA oder unserem Nachbarn, der Schweiz?

Die „Butterwoche“ in Russland: Pfannkuchen, Volksmusik und sportliche Wettkämpfe

Karneval wird in Russland „Maslenitsa“ genannt, was so viel heißt wie „Butterwoche“. Und tatsächlich war es früher üblich, dass an diesen Tagen vorwiegend Nahrungsmittel aus Milch verzehrt wurden. Auch heute ist es noch üblich an Karneval heiße Pfannkuchen, traditionell mit Honig, Kaviar und Wodka, zu verzehren. Dabei wird zu russischer Volksmusik getanzt und sich in sportlichen Wettkämpfen gemessen, wie beispielsweise dem Hochklettern an Holzpfählen. Ähnlich wie die bereits angesprochene Nubbelverbrennung in Köln bildet auch in Russland das Anstecken der sogenannten „Maslenitsa-Puppe“ den Höhepunkt der Veranstaltung – sie soll den Winter vertreiben und das Frühjahr einläuten.

Bunte Paraden in New Orleans – Der „Mardi Gras“

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Ob „Mardi Gras“, Fasching oder Karneval: Gefeiert wird in der 5. Jahreszeit beinahe überall auf der Welt. (Foto: Timo Klostermeier/ pixelio.de)

Der Name „Mardi Gras“ für den Karneval in den USA kommt aus dem Französischen und heißt übersetzt „fetter Dienstag“. Seinen Ursprung hat diese Bedeutung im Religiösen: Früher hat man kurz vor Beginn der Fastenzeit darauf geachtet, nochmals besonders fett- und reichhaltige Nahrungsmittel zu sich zu nehmen – die sogenannte „Woche der sieben fetten Tage“. Der letzte Tag vor Aschermittwoch war demnach der „Fette Dienstag“, also „Mardi Gras“. Inzwischen werden alle Veranstaltungen zwischen dem 11.11 und dem Aschermittwoch so bezeichnet – und besonders New Orleans ist für seinen ausgelassenen „Mardi Gras“ bekannt. Die Paraden, die um diese Zeit durch die Straßen ziehen, sind von unterschiedlichsten kulturellen und musikalischen Eindrücken geprägt und sind so vielfältig wie ihre Besucher. Traditionell werden statt Süßigkeiten Perlenketten und Münzen aus Plastik von den Wägen geworfen. Gegessen wird der „Königskuchen“ (King Cake), angereicht mit Kaffee, Zimt, Beeren und Sahne – häufig eingefärbt in den Farben des „Mardi Gras“: violett, grün und gold.

Ein Umzug vor Sonnenaufgang – der düstere Karneval in Basel

Während sich der Karneval in den meisten Teilen der Welt tagsüber mit lauter Musik und bunten Kostümen abspielt, bildet in Basel der sogenannte „Morgestraich“ den Auftakt der Karnevalszeit – und das nicht nur am Montag nach Aschermittwoch, sondern auch um vier Uhr morgens! Zu diesem Zeitpunkt wird in der ganzen Stadt die Straßenbeleuchtung abgestellt, das einzige Licht kommt noch von den Laternen der sogenannten „Fastnachtscliquen“. Diese Gruppen von maskierten Pfeifern und Trommlern ziehen dann durch die Straßen von Basel und sorgen für eine einzigartige Atmosphäre. Das Spektakel geht 72 Stunden, innnerhalb derer die meisten Kneipen und Wirtschaften durchgehend geöffnet haben. Dort wird gefeiert und traditionelle Fastnachtsspeisen, wie zum Beispiel Mehlsuppe oder „Käsewähe“ (Käsekuchen) gegessen.

…. Und noch ein Tipp zum Schluss:

Wie man sieht, gibt es die unterschiedlichsten Wege und Traditionen, wie man Karneval verbringen kann, doch eines ist fast überall gleich: Die Menschen kommen zusammen, um ausgelassen zu feiern und das Leben zu genießen. Solltet ihr Lust bekommen haben, auch innerhalb Deutschlands mal ein Fest der etwas anderen Art zu feiern, würde ich den „Karneval der Kulturen“ in Berlin empfehlen – auch hier treffen die unterschiedlichsten Musik- und Lebensstile zusammen, um eine einzigartig vielfältige Parade zusammen zu stellen.

Basenfasten – Raus aus der Übersäuerung!

Akne, Kopfschmerzen und Zellulitis – in der heutigen Zeit haben wir mit mindestens einem dieser Problemen zu kämpfen. Sei es in der Pubertät oder im Erwachsensein. Wer eines dieser Krankheitsbilder aufweist, weiß wie schwer es ist, die Beschwerden loszuwerden. Daher versuchen wir es mit aggressiven Waschcremes, starken Tabletten oder teuren Lasertherapien, um unsere Gesundheit wieder auf Trab zu bringen – vergeblich. Denn die Beschwerden werden durch diese Methoden meist nur oberflächlich bekämpft, und tauchen deshalb immer wieder auf. Es ist ein Teufelskreis, in dem wir uns bewegen. Allerdings gibt es vielleicht doch noch eine Lösung: Basenfasten…

Der Säure-Basen-Haushalt ist für den Mensch ein wichtiger Regulierungsmechanismus, der unsere körperlichen Funktionen aufrechterhält. Befindet sich dieser, aufgrund einer Stressphase, nicht mehr im Gleichgewicht, so wird der Körper kurzfristig übersäuert und reagiert z.B. mit einer Erkältung. Das ist jedoch völlig normal und gehört zum Leben dazu. Was aber passiert, wenn wir dauerhaft übersäuert sind? Die Folgen können Migräne, Hautunreinheiten, Zyklusstörungen, Gelenkentzündungen, Osteoporose und vieles mehr sein. Dabei liegt die Hauptursache einer chronischen Übersäuerung bei falscher Ernährung und Dauerstress.

Vitaminreich: Diese Obst- und Gemüsesorten sind nicht nur gesund, sondern auch köstlich (Foto: Privat)

Vitaminreich: Diese Obst- und Gemüsesorten sind nicht nur gesund, sondern auch köstlich (Foto: Privat)

Genau in diesem Moment denken sich die meisten, dass sie sich „normal“ ernähren. Und unter „normale“ Ernährung versteht sich: Weißmehl-, Milchprodukte, Fleisch, Süßigkeiten, Alkohol und so weitere. Doch der Schein trügt: All das sind nur Säurebildner und haben nichts mit gesunder Ernährung zu tun. Eine Hilfe kann es sein das Basenfasten in den Alltag einzuplanen. Durch diese Ernährungsumstellung wird der Körper stabilisiert. Sabine Wacker, Heilpraktikerin und Autorin (Basenfasten für Eilige) gibt als Tipp in ihrem Buch: „Optimal wäre es aber, wenn unsere tägliche Ernährung aus 80% Basenbildnern bestehen würde, also aus Obst und Gemüse.“

Nahrungsmittel, die zu 100% basenbildend sind, reagieren im Körper neutral, wie Wasser oder Pflanzenöle. Verzichtet man für eine bestimmte Zeit völlig auf die säurebildende Ernährung, so werden die im Körper abgelagerten Säuren aufgelockert und mit ausreichender Wasserzufuhr ausgeschwemmt. Somit wird der Körper entgiftet.

Basenfasten bedeutet jedoch nicht sich ausschließlich von Obst und Gemüse zu ernähren. Wichtig ist es einen gesunden Lebensstil zu pflegen.
In erster Linie sollte man am Tag zwei bis drei Liter stilles Wasser zu sich nehmen. Dadurch werden Lymphe und Nieren komplett durchgespült und lästige Stoffe aus dem Körper ausgeschieden. Zusätzlich sollte pro Tag mindestens eine Tasse Heiltee, wie zum Beispiel Brennnesseltee getrunken werden.

Darüber hinaus sollte auf ausreichende Bewegung in der Basenzeit geachtet werden. Es genügt vollkommen, sich mit Joggen oder Laufen 30 bis 45 Minuten am Tag fit zu halten. Die Ausdauer wird dadurch gestärkt und das Herz-Kreislauf System verbessert sich.

Schließlich darf auch die Erholung nicht zu kurz kommen, die dazu dient, den ganzen Organismus zu entsäuern. Die Voraussetzung dafür sind mindestens acht bis neun Stunden Schlaf, und vor Mitternacht zu Bett zu gehen. Die Haut und das Nervensystem danken uns dafür.

Ziel des Basenfastens ist es, sich im Alltag zu 80 % aus Basen- und zu 20 % aus Säurebildnern zu ernähren. So bleibt der Säure-Basen-Haushalt im Gleichgewicht, der Körper ist dann säurefrei und somit weniger anfällig für Krankheiten.

Wer etwas Gutes für seine Gesundheit tun möchte und sich für diese Art der Ernährungsumstellung entschieden hat, sollte es nicht müssen, sondern wollen. Allerdings ist Basenfasten nicht nur eine grobe Umstellung der Ernährung. Vielmehr geht es hierbei darum einen gesunden Lebensstil zu erkennen und dauerhaft zu pflegen. Und das tut nicht nur dem Körper gut, sondern eben auch dem Geist und der Seele.

Eine Liste der Basenbildner:

• Alle obst- und Gemüsesorten – sofern sie reif sind und gerade Saison haben
• Alle Gemüsesorten der Saison: außer Spargel, Rosenkohl und Artischocken
• Alle Blattsalate der Saison
• Alle essbaren Pilze, auch Trüffel
• Alle Kräuter und Gewürze: außer Knoblauch
• Alle frischen Sprossenarten
• Alle frisch gepressten Säfte, auch Obst-Gemüse Saftmischungen
• Alle Trockenfrüchte -bitte nur ungeschwefelte
• Alle kaltgepressten Öle
• Alle stillen Wassersorten, die mineralienarm sind
• Alle Kräutertees, die keine Aromazusätze, keine Früchte wie Hagebutten enthalten,          keinen Rotbusch und frei von schwarzem, grünem und weißem Teeanteil sind
• Folgende Nüsse: Mandeln, frische Walnüsse, Makadamianüsse, Paranüsse, Pistazien,     Zedernüsse
• Samen wie Sesamsamen, Hanfsamen, Kürbiskerne, Leinsamen, Sonnenblumenkerne,     Ölsaatenmischung
• Kokosnuss, Kokosnussmilch
• Maronen
• Sesampalz
• Blütenpollen
• Apfelsaftkonzentrat
• Apfel-oder Birnenkraut
• Agaven- oder Birnendicksaft

(Quelle: Sabine Wacker: Basenfasten für Eilige – Das 7-Tage-Erfolgsprogramm, Trias, Stuttgart 2012)

Vorschau: Florian Leithmann ist zusammen mit seinem Hund Rusty Deutscher Meister im Geländelauf geworden. Mehr über das Team lest ihr am Mittwoch, den 13. Mai.

Der „Nachtkonsum“ – Ein Ortsbericht über einen nächtlichen Flohmarkt mit Musik, Getränken und vielen tollen Schnäppchen

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Stöbern, und das egal bei welchem Wetter: Der Flohmarkt „Nachtkonsum“ macht es dank überdachter Lagerhalle möglich! (Quelle: Privat)

Durch die Gassen der Flohmarkttische zu schlendern, ein altes Schätzchen aus der Wühlkiste hervor zu zaubern und das ein oder andere Schnäppchen ergattern. Soviel steht fest: Ein Flohmarkt ist für alle Nostalgie-Liebhaber, Schnäppchenjäger und co. immer einen Besuch wert. Aber am Wochenende den wohlverdienten Schlaf schon in aller Frühe beenden, um noch an die besten Teile zu geraten? Und dann noch bei diesen aktuellen winterlichen Temperaturen im Halbdunkel auf dem Marktplatz zu frieren? Das sind die eher weniger erfreulichen Nachteile eines Flohmarktes – zumindest zur jetzigen Jahreszeit! Gut, dass es für dieses Problem eine einfache Lösung gibt: Der Flohmarkt „Nachtkonsum“.

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Egal ob Jeans, Kleider, Schmuck und mehr: Bei dieser Auswahl ist für jeden Geschmack das Richtige dabei! (Quelle: privat)

Das Konzept ist einfach und erklärt sich bereits durch den Namen: Beginn des Trödelmarktes der etwas anderen Art ist erst um 17 Uhr, wenn es bereits zu dämmern beginnt. Das ist allerdings kein Problem, denn im Gegensatz zu einem „gewöhnlichen“ Flohmarkt findet dieser in einer Lagerhalle statt, wo man sich dank des elektrischen Lichts auch nach Einbruch der Dunkelheit in aller Seelenruhe umsehen kann. Aussteller sowie Besucher haben somit die Möglichkeit, im Trockenen und Warmen nach Herzenslust zu Stöbern. Eine Stärkung für zwischendurch ist auch kein Problem, dafür gibt es Getränke und Snacks zu kaufen. Und als ob das nicht schon genug wäre, spielen auch über den Abend verteilt verschiedene Live-Bands, die dazu einladen, aus einem Flohmarktbesuch ein ganz besonderes Erlebnis werden zu lassen!
„Das klingt doch alles gar nicht mal so schlecht!“ denkt ihr euch? Genau diesen Gedanken hatte auch Face2Face-Autorin Vanessa Betz und stattete diesem besonderen Flohmarkt mal einen Besuch ab, um sich selbst von dem Konzept zu überzeugen.

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Zaubert eine ganz besondere Atmosphäre: Live-Musik auf dem Flohmarkt! (Quelle: privat)

Zunächst sei zu erwähnen, dass es sich bei dem „Nachtkonsum“ um eine Veranstaltungsreihe handelt, die neben Mannheim auch in Köln und München läuft. Ich persönlich befand mich zum Zeitpunkt des letzten Flohmarktes in Köln und mein Bericht bezieht sich daher auch auf diese Location. Laut Veranstalter sind die anderen Orte aber ungefähr gleich aufgebaut.

Ich erreiche das weiträumige Gelände um 19.30 Uhr, als es bereits völlig dunkel ist. Nachdem ich mich an der – für einen Flohmarkt doch recht langen – Schlange an der Kasse angestellt und meine 3 Euro Eintritt bezahlt habe, komme ich in eine gut beheizte Lagerhalle. Dort erwarten mich zwei Etagen voller Stöbermöglichkeiten. Durch sein eher an die Bedürfnisse der jüngeren Generation angepasstes Konzept tummeln sich viele junge Leute vor und hinter den Verkaufsständen. Dies hat zur Folge, dass auch das Angebot genau meinen Geschmack trifft. Und die Ausbeute kann sich sehen lassen: Nach gut zweieinhalb Stunden später habe ich eine Hose, zwei Partykleidern, ein paar Schuhe, zwei paar Ohrringe, ein paar Armreifen, zwei dicke Winterpullover, ein Langarmshirt und ein luftiges Sommertop ergattern können – und das gerade mal für einen sagenhaften Schnäppchen-Preis von 24€!

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Lädt neben dem Bummeln auch zum Verweilen ein: Die vielen Sitzmöglichkeiten inklusive Essen, Trinken und Live-Musik. (Quelle:privat)

Sehr zufrieden mit meinen tollen Angeboten gönnte ich mir anschließend noch einen Glühpunsch und habe auf einem der Sofas, mit vielen weiteren begeisterten Besuchern, der Band zugehört, die aktuell gespielt hat. Als ich die Lagerhalle mit einem guten Gefühl verlasse, beginnen die jungen Bandmitglieder sich gerade für den einzigartigen Abend zu bedanken. Und da kann ich mich nur anschließen! Vielen Dank, liebe Veranstalter, für diesen schönen Flohmarkt-Besuch 🙂

Wenn ihr neugierig geworden seid: Am Samstag, den 10. Januar findet der „Nachtkonsum“ in Mannheim in der Baumhainhalle im Luisenpark statt. Eine Freundin und ich werden ebenfalls mit einem Stand vertreten sein. Über mein erstes Flohmarkt-Erlebnis als Ausstellerin – und welchen Erfolg das Ganze hattet – werdet Ihr hier nächsten Monat lesen. Ich bin selbst schon sehr gespannt!

Einmal Jungbrunnen bitte

Trinken ist wichtig: Wasser hält uns jung (© Michael Grabscheit / pixelio.de)

Trinken ist wichtig: Wasser hält uns jung (© Michael Grabscheit / pixelio.de)

Trinken ist wichtig! Das bekommen wir früh eingetrichtert. Bei jeder Erkältung gibt es literweise Tee, im Sommer läuft die Werbung von trinkenden Menschen nur so über und in guten Restaurants gibt es zum Kaffee ein großes Glas Wasser dazu. In gewisser Weise ist Trinken sogar wichtiger als Essen. Wird verdursten viel schneller, als dass wir verhungern, unsere Zellen dehydrieren, die Haut wird faltig.

Noch als Säugling haben wir einen Wassergehalt von 90%, er sinkt stetig und rapide. Schon als Kind ist er nur noch bei 70%, ein Erwachsener hat noch 65% Wasser im Körper, ein alter Mensch nur noch 60%. Zwei Liter Flüssigkeit sollten pro Tag eigentlich drin sein, doch viele schaffen das nicht. Meine Oma muss man zu jedem kleinen Glas regelrecht zwingen. Kein Wunder, in vielen Köpfen steckt noch der Fokus auf Kaubarem. Als Kind hieß es bei meinen Großeltern immer: erst wird gegessen, danach getrunken. „Sonst ist dein Bauch voll“, sagte meine Oma. So unrecht hatte sie damit nicht. Viele Menschen essen, wenn sie eigentlich durstig sind, eben weil sie schon als Kind gelernt haben, feste Nahrung sei wichtiger.

Ideale Erfrischung: Saftschorle (© Jonathan Keller / pixelio.de)

Ideale Erfrischung: Saftschorle (© Jonathan Keller / pixelio.de)

Tatsache ist, über Säfte und Mineralwasser bekommt der Körper notwendige Nährstoffe genauso gut, eigentlich sogar schneller, als durch feste Nahrung. Darum trinken Diabetiker, wenn ihr Blutzucker stark gesunken ist, etwas Saft, um schnell versorgt zu sein. Ein Glas Wasser vor dem Essen hilft außerdem dem Körper, schneller zu merken, dass er tatsächlich satt ist, und ist darum in jeder Diät einer der ersten Tipps. Essen wir dann weniger, als wir brauchen? Meistens nicht, denn Flüssigkeit wird im Magen auch leichter verdaut. Der Körper würde also einfach nochmal Nachschlag verlangen, wenn er noch hungrig wäre.

Die Einstellung zum Trinken hat sich geändert und ist immer noch schwierig. Im Kindergarten wie zu Hause können wir trinken, wann und oft auch so viel wir wollen. In vielen Kindergärten sind Getränke mit Zuckerzusätzen nicht erlaubt: Ungesüßter Tee, Wasser oder reiner Saft kommt dort auf den Tisch. Zu Hause sind viele nicht immer so konsequent. Limonade, gesüßter Saft oder gar Cola, eben das, was auch die Eltern gerne trinken. Wer greift im heißen Sommer nicht gerne zu einem Glas eisgekühlte Limonade oder Cola mit Eiswürfeln? Ich. Denn ich weiß, dass diese Getränke eigentlich gar keine Getränke sind, zumindest im Sinne von Durstlöscher. Der hohe Zuckergehalt zwingt den Körper dazu, Wasser aus den Zellen ins Blut zu geben, um die Zuckerkonzentration wieder zu verringern. Das führt dazu, dass der Körper Wasser verliert und wir gleich noch viel mehr Durst haben. Ähnliches gilt für Getränke, die zumindest kurzzeitig entwässern, wie bestimmte Teesorten oder Kaffee. Von Alkohol ganz zu schweigen.

Oft sagt mein Mann, wenn ich ihn frage, ob er genug getrunken hat: „Klar, vier Tassen Kaffee“. Dann ist er müde und schlecht gelaunt und versteht nicht, dass es schon gereicht hätte auch etwas Wasser zu trinken, um den Körper bei Laune zu halten. Es gibt immerhin auch Studien, die zeigen, dass Kinder, die auch während des Unterrichts etwas trinken dürfen, (was viele Lehrer aber nicht erlauben) konzentrierter arbeiten. Später scheint uns das wieder klar zu werden. An der Uni treffe ich selten jemanden, der keine Flasche zu trinken in seiner Tasche hat. Einer unserer Freunde hat in seinem Rucksack immer, selbst wenn er zu Besuch kommt, eine Flasche Mineralwasser.

Wahrer Jungbrunnen: Wasser hält die Zellen fit (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Wahrer Jungbrunnen: Wasser hält die Zellen fit (© Rainer Sturm / pixelio.de)

Trinken ist so eine Sache, die bei vielen einfach nebenher läuft, auf die nicht geachtet wird. Mal trinken wir mehr, mal weniger, manchmal merken wir gar nicht, dass wir kaum Flüssigkeit zu uns genommen haben, an anderen Tagen kommen wir mit leeren Flaschen aus der Uni. Ein bisschen mehr auf unsere Getränke und unser Trinkverhalten zu achten hilft uns aber nicht nur, den Tag fitter zu überstehen. Es stärkt unseren ganzen Körper, hilft gegen Krankheitserreger und nebenbei ist Trinken das beste Mittel, um jung zu bleiben. Ein echter Jungbrunnen also. Wenn wir etwas weniger auf die Gesellschaft und etwas mehr auf unseren Körper hören könnten, würde am Essenstisch das Trinken im Mittelpunkt stehen, es wäre selbstverständlich in der Schule, in Prüfungen oder auf der Arbeit jederzeit etwas trinken zu können und Flüssigkeiten, die mehr Zucker haben, als unser Körper vertragen kann, hätten ein Warnzeichen auf dem Etikett. Denkt mal bei eurem nächsten Getränk daran. Und Prost.

Vorschau: Sascha erzählt euch nächste Woche, warum er ein notorischer Kantinenverweigerer ist.

Tee, Trend und Tradition: Wiener Kaffeehäuser

Auf dem Silbertablett serviert: Kaffee und heiße Schokolade (Foto:Dreer)

Auf dem Silbertablett serviert: Kaffee und heiße Schokolade (Foto: Dreer)

Tradition, Kaffee, Gemütlichkeit: Das sind nur einige der Begriffe, die einem durch den Kopf schießen, wenn man an die Wiener Kaffeehäuser denkt. Der Ursprung der berühmten Kaffehäuser liegt in einer Legende: Nach der Türkenbelagerung 1683 überließen die Türken dem polnischen Geschäftsmann und Dolmetscher Franz Georg Kolschitzky 300 Säcke mit Kaffeebohnen, bevor sie fluchtartig die Stadt verließen. Dieser sei es auch gewesen, der noch im selben Jahr das erste Kaffeehaus der Stadt eröffnete, welches er „Zur blauen Flasche“ taufte. Andere Quellen jedoch behaupten der Armenier Johannes Diodato habe 1685 den ersten Kaffeeausschank in Wien betrieben.

Doch was ist das Besondere an der Wiener Kaffeehauskultur, die sogar seit 2011 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO gehört? „Ins Kaffeehaus gehen Leute, die allein sein wollen, aber dazu Gesellschaft brauchen.“, sagte einst Schriftsteller und Feuilletonist Alfred Polgar. Vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert waren die urigen Kaffeehäuser bei Künstlern, Literaten und anderen Intelektuellen beliebt. Das gemütliche Ambiente diente als Ort des Gedankenaustauschs und Schreibens, zudem hat man bis heute die Möglichkeit aus einem Angebot von dutzenden verschiedenen Zeitschriften und Tageszeitungen zu wählen. Zunehmendes Interesse an der Kaffeehaus-Tradition kann man seit den 1990er Jahren erkennen, sodass die Wiener Kaffeehäuser keinesfalls als unmodern oder überholt bezeichnet werden können.

Ein Genuss: Ein Stück Schoko-Torte der Konditorei "Demel" (Foto:Hohmann)

Ein Genuss: Ein Stück Schoko-Torte der Konditorei „Demel“ (Foto: Hohmann)

Das kulinarische Angebot reicht von Kuchen und Torten bis hin zu kleinen Speisen wie Würstel oder auch verschiedene Mehlspeisen. Das Besondere im Vergleich zu anderen Cafés ist, dass man ungestört Stunden dort verweilen kann, ohne dass die Kellner in immer kürzeren Abständen eine neue Bestellung aufnehmen möchten. Im Gegenteil: Die Kellner servieren traditionell auf einem Silbertablett zu jeder Tasse Kaffee oder Tee ein Glas Wasser, was in den Wiener Kaffeehäusern als Selbstverständlichkeit angesehen wird. Beim Verzehr der Getränke und Speisen hat man die Gelegenheit, es sich in den „Schanigarten“, also im Sitzbereich vor dem Café, gemütlich zu machen.

Rund 500 Kaffeehäuser verteilen sich quer durch Österreichs Hauptstadt. Die drei Bekanntesten möchten wir euch vorstellen.

Das Café Hawelka ist wohl das traditionsreichste Kaffeehaus im Stadtbezirk. Im Jahre 1939 eröffnet das frisch vermählte Ehepaar Leopold und Josefine Hawelka das Kaffeehaus. Die Einrichtung hat sich seitdem kaum verändert, wodurch man sich beim Eintreten in das Lokal in eine andere Zeit versetzt fühlt. Empfehlenswert sind die hausgemachten Buchteln (Hefegebäck) mit Vanillesoße. Ein Besuch lohnt sich also!

Von Außen: Das Hotel Sacher (Foto: Dreer)

Von Außen: Das Hotel Sacher (Foto: Dreer)

Ein weiteres bekanntes Kaffeehaus ist das Café Sacher, wo man selbstverständlich ein originales Stück Sacher-Torte kosten muss. Das Café ist an das Hotel Sacher gekoppelt und befindet sich gegenüber der neuen Oper. Dementsprechend ist es sehr zentral gelegen. Durch den vorhandenen Wintergarten kann man das turbulente Treiben außerhalb beobachten und sich trotzdem einen Moment Ruhe gönnen.

Das Café Sperl ist eines der ältesten Kaffeehäuser in Wien und gleichzeitig denkmalgeschützt. Seit der Eröffnung 1880 wird dort die Sperl Torte angeboten, die wegen der Mischung aus Vanille, Zimt, Milchschokolade und Mandelmasse eine wahrhaftige Leckerei ist.

Und, läuft euch auch schon das Wasser im Mund zusammen? Dann schaut doch bei eurem nächsten Städtetrip in Wien mal in einem der zeitlosen Kaffeehäuser vorbei und genießt einen Schluck Wiener Melange, die österreichische Kaffeespezialität, oder ein Stück der originalen Sacher-Torte.

Wer sich für traditionelle Cafés aus der Region interessiert, sollte sich unsere Serie hierzu nicht entgehen lassen. Zu Teil 1 geht’s HIER.

 Vorschau: Nächste Woche starten wir mit unserer kulinarischen Reihe. Den Anfang macht Württemberg!

Rock am Ring und was es mit einem macht

80 Tausend Menschen. Jedes Jahr versammeln sie sich am Nürburgring, um sich Konzerte anzugucken und sich vorher richtig zuzulöten. Von überall strömen sie einige Tage zuvor an den einen Platz und scharren sich, um dieses Erlebnis gemeinsam zu erleben. 80 Tausend Menschen, und ich bin allein. Wie kommt das Ganze nur?

der Zeltplatz: Freidliches Treiben. Doch wo ist unser Camp?

Der Zeltplatz: Friedliches Treiben. Doch wo ist unser Camp? (Foto: Jan Enzminger)

Schon dienstags geht es los. Der Zeltplatz B5 wird von allen zum Stützpunkt. In den nächsten zwei Tagen versammelt sich der Rest unserer über 30 Mann (und Frau) starken Truppe. Wir spielen Flunkeyball, trinken Bier und haben gemeinsam Spaß. Wir zerstören unsere Leber, unseren restlichen Körper, wir montieren uns ab. Halb nackt in der Sonne. Einige Fremde laufen vorbei und spielen mit uns. Setzen sich zu uns und reden mit uns. Hier ist man nicht allein. Einige laufen mit entblößten Körpern, andere im Ganzkörperanzug vorbei. Hauptsache Scheiß machen, Hauptsache Spaß haben.

Die Nacht wird durchgefeiert. Einige Gruppen haben Partyzelte. Sie machen Musik und alle finden sich dort zusammen. Man tanzt auf den Bänken und feiert. Der nächste Morgen beginnt nach nur wenigen Stunden Schlaf. Der Zyklus beginnt von vorne.

Plötzlich ist Freitag. Die Konzerte fangen an. Auch wenn jeder gerne am Zeltplatz bleiben will. Doch nach einiger Überzeugungsarbeit lassen sich einige finden, die an der gleichen Band interessiert sind. Man läuft gemeinsam zum Gelände. Man steht zusammen an der Bühne. Als es los geht, bewegt sich die Menge. Schnell wird man 20 Meter nach hinten gedrückt. Es lässt sich nicht vermeiden. Wo sind die anderen hin? In der Ferne sehe ich sie.

Dann kommt der Circle Pit. Alle springen zusammen im Kreis. Bei der bestimmten Stelle des Liedes springen alle aufeinander los und moshen. Die Schlacht beginnt. Wer am Rand steht hat nur zwei Möglichkeiten: Mitmachen oder abwehren. Ich entscheide mich mitzumachen. Es ist ein super Konzert. Doch als ich mich umblicke ist es zu spät. Meine Kameraden sind während des Getümmels verschwunden. Wo sind sie hin? Ich schlage mich durch die Menge, doch niemand ist aufzufinden.

Am Ende des Abends steht der lange Marsch nach Hause. Meine Füße schmerzen bereits. Doch ich sehne mich zurück. Im langsamen Stechschritt geht es in der Masse weiter. Die Menschen bewegen sich, wie Wasser im Strom. Alles agiert, wie ein Ganzes. Und doch bin ich ein einzelnes Molekül.

Am Campingplatz löst sich die Menge auf. Jeder sucht seinen Platz. Es ist schwer, ihn zu finden. In der Nacht ist alles gleich. Die Schatten flackern im Licht. Doch am Ende schaffe ich es. Meine Freunde sitzen bereits in den Campingstühlen. Sie erwarten mich. Ich bin angekommen. An dem Ort, wo ich hinwollte. Den Ort, wo Bier und Schnaps fließt. Dort unten herrscht Frieden und Liebe. Und ihr wundert euch, wieso wir dort hin gehen?

 

Umfrage zur Sektsteuer

Ist besteuert: Sekt (© Katie O’Neill / pixelio.de)

Einkommensteuer, Gewerbesteuer, Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer – in Deutschland wimmelt es nur so von Steuern.

Im Januar möchte sich die Wirtschaft&Politik-Redaktion einer ganz bestimmten Steuer widmen: Der Sektsteuer. Und dafür benötigen wir eure Hilfe! Nehmt euch fünf Minuten Zeit und beantwortet zehn kurze Fragen. Das Ergebnis der Umfrage gibt´s dann spätestens im Januar auf Face2Face.

Danke vorab für eure Mithilfe!

HIER geht´s zur Umfrage!