Sommerliche Frozen Yogurts

Gefrorener Joghurt – auch „Frozen Yogurt“ oder „Froyo“ genannt – gilt als kalorienarme Alternative zur Eiscreme, da er anstatt mit Sahne aus Joghurt hergestellt wird. Die kühle Köstlichkeit, die ursprünglich aus England und den USA stammt, ist bereits seit 2010 auch in deutschen Supermärkten und Läden anzutreffen. Dabei lässt sich das cremige Dessert – ganz ohne Eismaschine – auch blitzschnell und individuell daheim servieren. Mit natürlichen und gesunden Toppings garniert, verspricht der „Frozen Yogurt“ auch diesen Sommer eiskalten Genuss für alle Sinne.

Zutaten und Materialien:

Erfrischend: Frozen Yogurt eignet sich als gesunde Alternative zur Eiscreme (Foto: Onat)

Erfrischend: Frozen Yogurt eignet sich als gesunde Alternative zur Eiscreme (Foto: Onat)

  • 500 Gramm Vollfett-Naturjoghurt
  • 125 Gramm (Puder-) Zucker
  • eine Prise Salz
  • für den Geschmack nach Belieben Bourbon-Vanille, Zitronensäure, Minze, Ingwer, geriebene Zitronen- oder Orangen-Schale
  • als Topping nach Belieben frische Früchte wie Beeren, Kirschen, Erdbeeren, Nüsse, Marmelade, Frucht-Soßen, -Pürees oder -Sirup
  • eine Schüssel und ein Schneebesen

Zubereitung:

Um „Frozen Yogurt“ herzustellen, bedarf es lediglich an etwas Joghurt und Zucker: Beide Zutaten in eine Schüssel geben, mit einer Prise Salz verfeinern und mit einem Schneebesen kräftig verrühren, bis die Masse cremig wird. Der Zucker sorgt nicht nur für den süßen Geschmack, sondern verhindert zugleich, dass beim Gefrieren zu große Eiskristalle entstehen. So bleibt das Dessert auch nach der Kühlung cremig-leicht.

Anschließend die Schüssel für mindestens fünf Stunden ins Kühlregal stellen, währenddessen die Masse dabei alle 30 Minuten umrühren, bis sie eine cremig-durchgefrorene Konsistenz erhält. Auch das Rühren verhindert schließlich die Bildung von großen Eiskristallen während des Kühlvorgangs.

Im Prinzip wäre die sommerliche Süßspeise bereits fertig zum Verzehr, da der Joghurt allein durch den Zucker einen süßen, beerigen Geschmack erhält. Wer mag, kann die Fruchtnote jedoch durch weitere Zutaten verstärken, indem er dem „Frozen Yogurt“ Zitronen- oder Orangen-Abrieb hinzufügt, ihn mit Vanille oder Zitronensäure abschmeckt oder ihn mit Minze, Ingwer sowie Zitronensaft um eine frische Note erweitert.

Frische Toppings sorgen dabei nicht nur kulinarisch, sondern auch optisch für Akzente: Hierbei kann – wie bereits bei der Dessert-Herstellung – gänzlich auf künstliche Zusatzstoffe, Aromen und Geschmacksverstärker verzichtet werden, indem man auf Früchte der Saison, Beeren, Pürees oder Nüsse zurückgreift. Der Fantasie sind bei der Zusammenstellung keinerlei Grenzen gesetzt.

Vorschau: Nächste Woche erwarten euch Tipps für das Auslandssemester auf einem anderen Kontinent.

Neues Jahr, neue Mode – oder doch nicht?

Man sagt ja bekanntlich „alle Jahre wieder“. Soll heißen: Irgendwann kommt jeder Trend wieder in Mode. Ob Schlaghosen aus den 70ern oder Karottenhosen aus den 80er Jahren – alles hat man die letzten Jahre schon mal gesehen. Doch was ist der neue Trend für das Jahr 2016?

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Was landet 2016 in eurem Kleiderschrank? Wir haben die aktuellen Trends mal unter die Lupe genommen (Foto: T. Gartner)

Fangen wir von unten an, bei den Schuhen. Letztes Jahr waren weiße Snikers hoch im Kurs. Die Lieblingsmodelle unter ihnen: Stan Smith und Superstar von Adidas. Doch was kommt dieses Jahr? Nike scheint Adidas abzulösen. Der Schuhklassiker für 2016 wird der Cortez von Nike sein. Er kam 1972 das erste Mal auf den Markt. Schauspieler-Ikone Farrah Fawcett, bekannt aus der Fernsehserie „Drei Engel für Charlie“, war großer Fan von ihnen. Das Original des Modells ist weiß mit einem roten Nike-Haken. Es ist übrigens auch das Modell, in dem Schauspieler Tom Hanks als Forrest Gump im gleichnamigen US-Drama 1994 läuft. Der kultige Schuh wurde im Rahmen der „Holiday“-Kollektion von Nike neu aufgelegt. Untenrum bleibt es im Jahr 2016 also bei weiß, nur die Marke ändert sich.

Und was tragen Frau und Mann im neuen Jahr drunter? Bunte Socken als Hingucker waren 2015 schon in, auch 2016 dürfen sie nicht fehlen. Mit Neonfarben zu einem ansonsten minimalistischen Look und weißen Snikern könnt ihr also nichts falschmachen!

Bleiben wir bei weiß. Wer denkt, weiß im Winter sei zu sommerlich, der hat sich getäuscht. Gerade jetzt in den kalten Wintermonaten sind weiße oder cremefarbene Strickpullis total angesagt. Fotogarfen sichteten Model-Ikone Heidi Klum in solchen Teilen auf den Straßen Amerikas.

Wer Schwarz liebt, muss jetzt stark bleiben, denn: Die Trendfarbe wird durch dunkles Blau ersetzt. Fashion-Bloggerin Leandra Medine trägt gerne Ton-in-Ton-Looks und kombiniert dazu bunte Accessoires. Was früher mal als ein Mode-Tabu galt, wird heute zum Trend. Die Kombination von Schwarz und Blau ist jetzt erlaubt! Auch bei anderen Farben darf wieder experimentiert werden. Color Blocking ist jetzt wieder in. Plakative Streifen in Farben wie Gelb, Lila oder Orange werden zum Trend. Auch Ringelshirts, die 2015 in keinem Kleiderschrank fehlen durften, bleiben ein modisches It-Piece.

Oben angekommen sind wir beim Schmuck, genauer bei den Ohrringen. Falls ihr Creolen in Gold oder Silber habt, dürft ihr sie wieder herauskramen. Der Ohrschmuck aus den 90er Jahren mit mindestens zwei bis drei Zentimetern Durchmesser feiert sein Comeback.

Wer aufgepasst und mitgedacht hat, ist beim nächsten Aussortieren des

Kleiderschranks etwas vorsichtiger, und behält manche Teile lieber noch ein oder zwei Jahre länger. Denn alles kommt irgendwann wieder – auch die heißesten Fashion-Trends der 70er, 80er oder 90er Jahre!

Vorschau: Nächsten Monat geht es um den Fastnachts-Chic: Zu lesen gibt es einen Styleguide für die fünfte Jahreszeit.

Irgendwann kommt alles zurück

Stifte wurden in den 80er Jahren nicht nur zum Schreiben benutzt, sondern hatten einen festen Platz an der Musikanlage. Warum? Na, um die Kassetten wieder zurück- oder vorzuspulen. Für viele aus der Generation Mp3 ist dieser Anblick mit Sicherheit fremd. Aber nicht traurig sein, auch ihr könnt euch jetzt mit einem Stift bewaffnen und euch über widerspenstiges Kassettenband aufregen. Denn, es gibt sie wieder: Die Kassette.

Hat vor einigen Jahren noch jeder gedacht, dass es wirklich ausgestorben ist, erlebt das viereckige Plastikgehäuse jetzt sein Revival. Die gute alte Vinyl hat es ja bereits schon früher geschafft und offeriert eine ganze Menge an Musik der Neuzeit. Soweit ist die Kassette bis jetzt noch nicht.

Die britische Modekette Urban Outfiters steigt auf den Waagen auf und verkauft nun neben Kleidung, Vinyl und vielem mehr, auch den alten neuen Trend Kassetten. Seit Anfang Oktober kann man online und in ausgewählten Läden in den USA die Tapes ordern. Und wem das Equipment fehlt. Auch Kassettenrekorder sind im Angebot der Modekette vorhanden. Die ersten Bands im Programm sind Run The Jewels, Halsey und Marina & The Diamonds.

Einmal um die Wette reisen

On the road - die Landschaft auf Reisen genießen (Foto: Mätzke-Hodzic)

On the road – die Landschaft auf Reisen genießen (Foto: Mätzke-Hodzic)

Was einem für Menschen auf Reisen begegnen. Da sind Weltenbummler, die ihren Job an den Nagel gehängt haben und für mehrere Monate die Welt bereisen. Rastlose Seelen, die einen kleinen Hafenort Tausende Kilometer vom eigentlichen zu Hause zu ihrem neuen Wohnsitz auserkoren haben. Da ist ein junger Schriftsteller, der zufälligerweise auch noch Ernest heißt und in einer marokkanischen Stadt deren Fassaden fast vollständig in blau leuchten, in einem ruhigen Garten an seinem Roman schreibt und hier neue Inspiration findet. Oder zwei ältere Berber, die kurzerhand unseren von uns ernannten Guide  (ein italienischer Schweizer, der uns unverhofft vom Straßenrand aufsammelte, wo uns die sengende Hitze fast einen Sonnenstich beschert hätte) darum baten einen Brief auf Italienisch zu übersetzen. Der tat ihnen den Gefallen und verschwand in einem Laden, der vor Berberschmuck, alten Spiegeln, Truhen und Möbeln nur so überquoll. Wenige Mintuen später saßen wir auf kleinen Hockern vor diesem lebenden Antiquariat, tranken Tee und der Inhaber wollte zum Dank für das Übersetzen (was ja nicht mein Verdienst war) mir Schmuck anbieten. Am Ende baumelte an meinem Arm ein riesiger Reif verziert mit kleinen Steinchen und ich war um ein Erlebnis reicher.

Lieblingshostel - ein Hostel, das uns in sehr guter Erinnerung bleibt (Foto: Mätzke-Hodzcic)

Lieblingshostel – ein Hostel, das uns in sehr guter Erinnerung bleibt (Foto: Mätzke-Hodzic)

Ich trefe auf Reisen auch immer auf eine besondere Spezies – junge Mitzwanziger, die schon die halbe Welt bereist haben. Ich begutachte sie meistens mit einer anfänglichen Skepsis. Eigentlich bin ich aber auch ein klein bisschen neidisch. Stampfe innerlich wie ein kleines Kind auf den Boden und schreie lauthals: Ich will aber auch für acht Monate am Stück weg.

Der Traum von der Weltreise -  zum Greifen nah? (Foto: M. Hermsdorf  / pixelio.de)

Der Traum von der Weltreise – zum Greifen nah? (Foto: M. Hermsdorf / pixelio.de)

Oft drehen sich die Gespräche während so einer Reise auch ums…genau Reisen. Jeder packt seine größten Abenteuer aus der Erzählkiste und der Stolz der in Stimme mitschwingt ist nicht zu überhören. Aber Reiseerinnerungen können einem sehr ans Herz wachsen. Manchmal fange ich dann auch an mich an diesem Wettstreit zu beteiligen, man schaukelt sich gegenseitig hoch und insgeheim geht es darum, dass jemand aus der Gruppe, die vorherige Urlaubsanekdote toppt. Ein Lieblingsspiel von Backpackern? Ich muss mich dann manchmal zurücknehmen und wieder darauf konzentrieren dem Verlauf des Gespräches zu lauschen. Ich muss doch nicht auf Teufel komm raus jedem meine für mich besondere Reisemomente ausplaudern – vor allem nicht, wenn ich das Gefühl habe, dass es eigentlich nicht um das Erlebnis geht sondern darum mächtig anzugeben.

Essen teilen - ein erster Freundschaftsbeweis (Foto: Mätzke-Hodzic)

Essen teilen – ein erster Freundschaftsbeweis (Foto: Mätzke-Hodzic)

Ja, auch ich würde gerne mal für eine Zeit aussteigen. Nicht nur einen Monat sondern gleich mehrere Monate am Stück verschiedene Länder bereisen. Doch dann kommen mir Zweifel auf. Während unserer Marokkoreise war ich oft völlig überwältigt von den vielen neuen Eindrücken. Wie ergeht es einem da, wenn man mehrere Monate quasi im Minutentakt mit neuen Eindrücken überflutet wird? Wenn man so viele Monate reist, lässt es das Budget auch nicht unbedingt zu bei den Übernachtungen wählerisch zu sein. Ich kann mich erinnern, wie sehr ich mich angekommen in Mainz auf mein Bett und eine richtige Dusche freute. In Marokko hatten wir in acht verschiedenen Hostels übernachtet – für den Preis waren alle akzeptabel. Eine Zeit lang kann man seine Bedürfnisse runterschrauben. Das ist eine super Sache und macht mal wieder deutlich was für einen Komfort wir in Deutschland gewöhnt sind. Die letzten Tage unserer Reise hatte ich dann aber genug. Eines Morgens war mein ganzer Körper mit roten Flecken übersät. Bisse von Bettwanzen. Das diese Mistviecher ausgerechnet an den letzten Tagen, die wir unbeschwert am Meer verbrachten, über mich herfielen und mein Mann völlig verschont von ihren mörderisch juckenden Bissen blieb. Ja, es gibt so einiges was man auf Reisen aushalten muss, wenn man backpackt. Und auch ein paar Sachen, die man nicht vermisst. Die Bettwanzen gehören definitiv dazu. Aber um eine weitere Reiseanekdote bin ich allemal reicher geworden.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch hier wieder eine spannende Kolumne.

„In jedem Teil steckt ein kleines Stückchen Oma oder Opa“ – Designerin Nadine Psotta im Interview

Von Indonesien ins waschechte Schwabenland. Schwabenkind Designerin Nadine Psotta legte einen langen Weg für ihren Modetraum zurück. Bereits mit 12 Jahren entdeckte sie ihre Liebe zur Mode und arbeitete ab diesem Zeitpunkt hart an ihrem Traum. Nach einer Second-Hand-Boutique, Arbeiten für die Filmbranche und die Produktion ihrer ersten Kollektion in Indonesin, ist die Modedesignerin an ihrem großen Traum angekommen und führt nicht nur eine erfolgreiche Modelinie, sondern produziert inzwischen, ganz getreu dem Namen, ausschließlich im Schwabenland.

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Schwabenkind ganz privat: Designerin Nadine Psotta in ihrem Atelier. (© Ilona Schneider)

Face2Face: Wann wusstest du, dass du etwas mit Mode machen möchtest?
Nadine: Ganz genau am 06.07.1989, meinem ersten Tagebucheintrag. An diesem Tag habe ich Modeschöpferin gespielt. Von meinen Eltern habe ich viel Lob bezüglich meines Talents erhalten. Auch wenn dies eher große Elternliebe war, mein Weg ebnete sich damals genau in diesem Moment. Am Abend dieses Tages interviewte ich mich selbst und beendet des Interview mit folgendem Satz: „Und heute ist sie eine ganz bekannte Modeschöpferin“. Jedes mal, wenn ich diesen Satz lese, muss ich schmunzeln – Ich möchte definitiv einmal die Entwürfe von damals mit meinem heutigen Wissen umsetzen.

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Verspielt und unkonventionell: Schwabenkind-Dirndl mit Blumenschmuck. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Dein Modelabel wurde ja nach deinen Großeltern benannt, welche Geschichte steckt da dahinter?
Nadine: Meine Großeltern hießen Karl und Maria. Meine Oma war eine ganz begeisterte Näherin und hat viele Dinge mit mir umgesetzt. Aufgrund ihrer gradlinigen Phantasie, haben wir haben uns zwar immer die Köpfe eingeschlagen, ich konnte mich am Schluss aber immer gut durchsetzen. Wir haben sehr viel zusammen gearbeitet. Meine Oma war auch diejenige, die mir die Liebe zum Nähen und Designen beibrachte. Leider ist sie ein halbes Jahr vor meinem Modedesign Abschluss verstorben. In Anlehnung an meine Oma und meinen Opa habe ich deshalb die Modelinie Karla Maria begonnen, wobei Schwabenkind heute präsenter ist bzw. Karla Maria die Exklusivmarke von Schwabenkind ist.

Face2Face: Neben den Basics und Kindersachen gibt es auch die Kollektionen King Karl und Queen Maria. Wofür stehen diese Kollektionen?
Nadine: King Karl steht für meinen Opa den Karl und Queen Maria für meine Oma Maria.

Face2Face: Wie wird denn dein ganz eigener Stil und damit auch deine Kollektionen beeinflusst?
Nadine: Ich reise sehr viel und schaue mir auch gerne Dokumentationen über andere Länder und Kulturen an. Darüber erhalte ich immer ganz witzige Ideen.

Face2Face: Deine Kollektionen sind ja sehr farbenfroh – welche ist denn deine Lieblingsfarbe?
Nadine: Meine Lieblingsfarbe ist Petrol. Petrol oder Türkis, das sind meine persönlichen Favoriten.

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Ein Traum in Pink: Eines der vielen farbenfrohen Designs von Nadine Psotta. ( © www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Was möchtest du mit deinen Designs ausdrücken?
Nadine: Ich möchte zeigen, dass alles was nicht zusammen passt, am Schluss definitiv passend gemacht werden kann. Für meine Phantasie gibt es keine Grenzen und ich vertrete die Meinung, dass Schönheit immer im Auge des Betrachters liegt. Was mich auch immer genervt hat ist, dass wenn ich in einen Kinderladen rein gegangen bin, ich immer so viele Kleidungsstücke gesehen habe, die ich auch so gerne haben wollte, allerdings gab es diese natürlich nie in meiner Größe. Deshalb habe ich beschlossen, dass ich auch solch eine bunte und verrückte Mode machen möchte, allerdings für Erwachsene.

Face2Face: Symbolisieren diese Kollektionen deine Großeltern?
Nadine: In den Kollektionen steckt meistens ein kleines Stück Oma oder Opa. Sei es ein alter Stoff den ich verarbeite oder Rüschen und Knöpfe, die ich noch von meiner Oma geerbt habe.

Face2Face: Deine Kleidungsstücke werden ausschließlich im Schwabenland produziert. Was ist dir daran besonders wichtig?
Nadine: Die Produktion im Schwabenland ist mir auf Grund meiner guten Zusammenarbeit mit meinen Geschäftspartnern Brigitte und Gerhard von der Schwäbischen Alb besonders wichtig. Die hohe Qualität die sie mir bieten, ist einfach unschlagbar. Auch der kurze Anfahrtsweg und der rechtliche Schutz der mir im Inland zusteht, sind grundlegende Kriterien für meine Wahl. Was mir natürlich auch gefällt ist, dass man mich hier versteht, wenn ich „schwätze“, was in Asien generell nicht der Fall war, vor allem wenn ich „gemotzt“ habe.

Face2Face: Soll die Produktion im Schwabenland auch die Marke Schwabenkind symbolisieren?
Nadine: Ich will Schwabenkind definitiv nur noch im Schwabenland produzieren.

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Traditionell und doch verrückt: Das Waldmädchen von Schwabenkind. (© www.lichtformstudios.de)

Face2Face: Wie sieht denn der typische Kunde/die typische Kundin aus, die Schwabenkind kauft?
Nadine: Typische Kunden gibt es bei mir gar nicht. Bei mir kauft wirklich von der kleinen Prinzessin, die von ihrer Mutti etwas bekommt, bis zur Oma mit lila gefärbten Haaren. Das beste Erlebnis war auf einer Messe, als ich von weitem zwei Personen gesehen habe, die komplett in Lack und Leder gekleidet waren. Ich wunderte mich schon wo diese hin möchten, als ich an ihrem Namen erkannte, dass sie Stammkunden von mir waren. Im Endeffekt richtig geile Leute. Ich habe noch nie einen meiner Kunden kennengelernt der mir unsympathisch war.

Face2Face: Was hast du, was andere nicht haben?
Nadine: Ich denke meine Stärke liegt darin, dass ich mich nicht darum schäre was gerade Mode ist. Ich höre auf mein Herz und mache nur die Dinge, die mir Spaß machen. Mein großes Geheimrezept liegt wohl darin, dass es mir nicht darum geht das große Geld zu machen, sondern mich selbst in meiner Arbeit widerzuspiegeln.

Danke Nadine Psotta für den Einblick, dass hinter der Mode nicht nur Trends und schöne Schnitte stecken, sondern auch viel tiefgründige Bedeutung und ganz viel Herz.

http://schwabenkind.com

Vorschau:

Entspannung pur? Schluss mit den Yoga-Klischees

Wer hat eigentlich das lächerliche Gerücht in die Welt hinausposaunt, Yoga sei entspannend? Es hält sich nämlich hartnäckig. Erst kürzlich kam mir so ein Kommentar wieder zu Ohren. Ich war gerade vom Yoga nach Hause gekommen, hatte mich frisch geduscht und wollte meine Freundin in Empfang nehmen. Eher beiläufig erwähnte ich, dass ich ziemlich erschöpft sei. Was mir mit meinen roten Bäckchen durchaus abzukaufen war! Sie blickte mich darauf ungläubig an. „Vom Yoga etwa?“ „Das ist doch entspannend, oder?“ Da wunderte ich mich, nicht zum ersten Mal darüber, wieviel Unwissen und Skepsis über die Yoga-Praxis herrscht. Ich muss allerdings gleich zu Beginn anmerken – eigentlich habe ich mit Yoga erst vor wenigen Monaten begonnen. Ich bin also alles andere als eine Yoga-Expertin. Ich habe allerdings genügend Einblicke erhalten, es quasi am eigenen Körper erfahren, um klarstellen zu können – Yoga ist alles andere als Entspannung pur! Aber beginnen wir von Anfang an:

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt.(©Paulwip  / pixelio.de)

Meditation und der Geruch von Räucherstäbchen: Wer glaubt, darum gehe es im Yoga ausschließlich, der hat weit gefehlt! (©Paulwip / pixelio.de)

Das Yoga eine uralte philosophische Lehre ist, die aus Indien stammt, ist den Meisten wohl bekannt. Yoga beruht auf sehr alten Schriften – die älteste geht dabei auf das zweite Jahrhundert nach Christus zurück. Diese heiligen Schriften von verschiedenen Gelehrten, bilden heute das Grundgerüst einiger Yoga-Arten. Die Körperübungen, sogenannte Asanas, gesellten sich erst sehr viel später dazu, machen heute aber einen bedeutenden Teil des Yogas, wie er zumindest in westlichen Ländern gelehrt wird, aus. Gegenwärtig existiert eine breite Fülle an Yoga-Ausrichtungen, welche sich in den Übungen und in der Intensität in der Asanas ausgeführt werden, wesentlich unterscheiden. Das Tolle daran ist – für jeden Geschmack ist etwas dabei! Für diejenigen, die Spaß an körperlichen Herausforderungen haben, aber auch für jene, die es lieber ruhiger angehen lassen. Noch toller: Yoga lässt sich problemlos in den Alltag integrieren. Matte ausgerollt und los geht‘s! (zugegeben eine gehörige Portion Motivation gepaart mit Disziplin ist unabdingbar!)

Ganzheitliche Beansprunchung: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe  / pixelio.de)

Ganzheitliche Beanspruchung des Körpers: Yoga verlangt viel Körperbeherrschung und Disziplin von einem ab (©Philipp Wiebe / pixelio.de)

Ich übe mich im Hatha-Yoga, einer sehr körperbetonten, klassischen Yoga-Form, in der die Übungen langsam und bewusst im Wechsel mit Entspannungsphasen ausgeführt werden. Dieses Yoga eignet sich besonders für Anfänger, da Fehlhaltungen von den „Yogis“ (so nennen sich die, die Yoga praktizieren, sich allerdings schon auf einem fortgeschrittenen Level befinden) schnell erkannt werden. Wer ordentlich schwitzen will, sollte sich im Ashtanga-Yoga probieren, welches viel Kondition erfordert und in dem die Übungen in einer flotten Tempoabfolge durchgeführt werden. Schwitzen ist also Programm! Und wer Schwitzen im wortwörtlichen Sinne versteht, sollte mal eine Runde Bikram-Yoga in Erwägung ziehen – In einem auf 40 Grad Celsius aufgeheizten Raum, werden 26 Asanas in einer genauen Abfolge ohne Pause vollführt. Klingt nach purer Entspannung, oder? Wer aber wirklich die Absicht hat, im Yoga zur Ruhe zu kommen, dem sei Kundalini-Yoga ans Herz gelegt. Hier wird der spirituellen Seite des Yogas viel Raum gegeben und die Meditation steht im Vordergrund. Wer gerne dem Beispiel von Prominenten wie etwa Madonna folgt, der könnte Freude am dynamischen Jivamukti-Yoga haben. Hier werden kraftbetonte Übungen in einem fließenden Ablauf praktiziert und mit der Lehre von heiligen Schriften und Mediation vereint. Jivamukti setzt sich aus Jiva (Seele) und mukti (Befreiung) zusammen und bedeutet so viel wie „Befreiung der Seele“. Klingt doch vielversprechend, oder?

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert  / pixelio.de)

Und irgendwann kommt dann die Erleuchtung? Sicher ist – Yoga ist wohltuend für Körper und Geist! (©Thorben Wengert / pixelio.de)

Yoga bedeutet weitaus mehr als ausschließlich verrenkende, fast akrobatisch anmutende Körperübungen zu vollführen. Vielmehr ist es die philosophische Lehre auf der alles begründet. Gerade in heutigen Zeiten, wo ein häufiges Volksleiden Stress ist und nie dagewesene Krankheitsbilder wie Burn-Out auftauchen, wo Menschen gehäuft an körperlichen Beschwerden leiden, scheinen die Yoga-Studios Hochkonjunktur zu verzeichnen. Nicht umsonst ist mittlerweile bei vielen Krankenkassen Yoga als Präventionsmaßnahme anerkannt.

Wer seine Vorurteile einmal von Bord wirft und sich auf Yoga einlässt wird bemerken, dass Yoga neben schweißtreibenden Übungen, auch ein völlig neues Lebensgefühl verleiht. Yoga lehrt den Mensch, auf sich Acht zu geben, seine Gedanken zu fokussieren, zugleich aber auch die eigenen Grenzen und Ängste zu überwinden und sich so vom „inneren Leiden“ zu heilen. Und deshalb ein kleiner Wink an denjenigen, der dieses unsinnige Gerücht, von wegen Yoga sei entspannend, in die Welt setzte: Yoga wirkt sogar entspannend UND anstrengend zugschleich! Schreib dir das gefälligst hinter die Ohren. Namaste!

Vorschau: Eva setzt sich nächste Woche mit einem hochaktuellen Thema auseinander: 70 Jahre nach Ausschwitz gibt es AfD und Pegida.

 

Traditionell und fesch – Dirndl-Trends 2014

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Traditionell und fesch soll es sein: Das Dirndl für die Wiesn 2014 (© Michaela Schöllhorn / pixelio.de)

Face2Face macht Schluss mit altbackenen Trachten und zeigt euch die Wiesn-Hits 2014 mit den besten Tipps für den schönsten Dirndl-Look und die perfekten Accessoires.

Sehr gefragt sind in diesem Jahr schwarz-goldene Dirndl oder einfarbige Trachten mit goldener Verzierung. Die Top Wiesn-Hits sind aktuell jedoch klassisch geschnittene Trachtenkleider in kräftigen Farben wie Lila, Grün, Gelb und Blau.

Die absoluten Must-Haves für den perfekten Dirndl-Look sind aber die richtigen Accessoires. Schicke Schuhe sind dafür essentiell – dabei darf man jedoch ruhig einmal zwischen High Heel und Ballerina wechseln.

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Grün, blau oder doch eine ganz andere Farbe? Die Auswahl an Dirndl ist groß (© Moni Sertel)

Ein schöner und gerne auch auffälliger Halsschmuck darf natürlich auch nicht fehlen. Die kostbaren Schmuckstücke kann man übrigens variabel an Hals, Handgelenk oder Mieder hängen.

Zu guter Letzt ist die richtige Tasche das i-Tüpfelchen des perfekten Dirndl-Looks. Ob lässig über die Schulter gehängt oder frei am Handgelenk schwingend – erlaubt sind alle Stoffe und Formen, die zum Dirndl passen und dieses aufwerten.

Das größte Volksfest der Welt bietet also nicht nur gutes Bier und wilde Fahrgeschäfte, sondern auch einen modernen und dennoch traditionellen Catwalk für stilbewusste Madln.

Vorschau: Am Donnerstag, 18. September zeigt euch Robert wie man den anbrechenden Herbst mit Farben erhellt.

Nicht schon wieder Shopping …

Der Gang in die nächstgelegene Einkaufsmeile ist für viele etwas Entspannendes. Das ist ein Erlebnis, hilft, abzuschalten und Abstand vom Alltag zu bekommen. Nichts geht doch über Menschenmassen, die sich durch die Straße pressen und in wohl klimatisierten Läden dem Konsum frönen.

Hektisch: In einer Einkaufsmeile geht es meist sehr stressig zu.

Hektisch: In einer Einkaufsmeile geht es meist sehr stressig zu. (©romelia/Pixelio.de)

Leider gehöre ich zu den Menschen, die diesem Erlebnis nichts abgewinnen können. Dabei hätte ich jede Gelegenheit dazu, reiht sich in München doch eine Einkaufsmeile an die andere. Die weithin bekannte Fußgängerzone in der Innenstadt und in fast jedem Stadtteil ein gigantisches Einkaufszentrum. Nur zehn Minuten von mir entfernt liegt das Olympia-Einkaufszentrum, doch trotzdem bin ich dort nur selten, immer dann, wenn es eben sein muss. Einkaufen, vor allem wenn es um Kleidung geht, ist einfach nicht mein Fall.

Der große Einkaufsbummel kostet auch jede Menge Geld. Wenn ich jede Woche regelmäßig zum „Shoppen“ gehen würde, dann würde der ohnehin schon schmale Geldbeutel schnell noch schmaler werden. Und das kann ich mir in einer ohnehin teuren Stadt wie München einfach nicht leisten. Wenn die Miete schon drei Viertel des Azubi-Gehalts verschlingt, die Monatskarte für die Öffentlichen auch ordentlich zu Buche schlägt und ich abends auch mal etwas unternehmen möchte, dann ist regelmäßiger Konsum von Klamotten einfach nicht drin.

Wechselhaft: Regelmäßig gibt es einen neuen Trend, zum Beispiel bei Hosen.

Wechselhaft: Regelmäßig gibt es einen neuen Trend, zum Beispiel bei Hosen. (Foto: T. Gartner)

Doch das ist auch gar nicht so schlimm, denn das ständige Kaufen von neuer Mode ist unglaublich schlecht für die Umwelt. Nur weil es wieder einen neuen Trend gibt, nur weil auf einmal Slim-Fit-Jeans der letzte Schrei sein mögen, muss ich doch nicht in das nächste Geschäft stürmen und mir eine solche Hose kaufen. Dann bin ich eben nicht hip, was soll’s. Die Umwelt wird es mir danken, dass ich zu meiner alten Hose stehe.

Denn auch wenn meine Kleidung alt und ausgewaschen sein mag, ist sie noch lange nicht kaputt. Sie sieht gebraucht aus, aber das darf sie ja auch – wer aktiv ist, dem darf man das gerne auch an seiner Kleidung ansehen. Und sollte die Hose tatsächlich mal ein Loch haben, dann kann ich es auch flicken. Das passiert zwar recht häufig, da Radfahren wahrer Hosenmord ist. Aber sei’s drum. Kaum ist das Löchlein geflickt, schon hält die Hose den Arbeitsweg auf dem Drahtesel wieder aus.

Andere Leute in ärmeren Ländern wären sicher froh, wenn sie noch eine Hose wie die meine hätten. Mag so mancher hier in unseren Gefilden auch die Nase rümpfen und sich denken: „Also so etwas würde ich nie und nimmer tragen“. Das macht mir nichts aus. Ich halte mir immer vor Augen, dass meine Kleidung noch gut ist und ihren Zweck erfüllt: Im Winter hält sie mich warm, damit ich nicht ganz so schlimm friere. Und sie sorgt dafür, dass ich nicht nackt durch die Welt rennen muss, leistet also gleich noch einen Beitrag zum Allgemeinwohl.

Wenn es doch mal so weit ist und meine Jeans wirklich und beim besten Willen nicht mehr zu tragen ist, muss ich halt einmal einkaufen gehen, hilft ja alles nichts. Dann geht es am besten in den Second-Hand-Laden, auf diese Weise entkomme ich dem ganzen Designer-Wahn und habe am Ende trotzdem etwas Vernünftiges zum Anziehen.

Doch bis es soweit ist und ich ein paar von meinen Sachen ausrangieren muss, habe ich einfach Besseres zu tun, als mich durch ein überfülltes Kaufhaus zu zwängen. Ein bisschen Bewegung an der frischen Luft ist meiner Meinung nach viel entspannender und gesünder als alles andere.

Vorschau: Das kennen sicher viele: Die Not, sich selber verplanen zu müssen. Deshalb widmet Eva ihre Kolumne nächste Woche ganz dem Thema Organisation.

Von Blumen, Azteken und Matrosen – die Sommertrends 2014

Jedes Jahr hat seine Sommerhits, seine Sommerlieben und auch seine Sommertrends.

Letztes Jahr war beispielsweise das Jahr der knallig bunten Chinos.

Auch dieses Jahr haben sich drei Trends für die warme bis heiße Jahreszeit herauskristallisiert, die ich euch heute vorstellen möchte.

Als erstes sind es die Blumenmuster, welche mehr und mehr von verschiedenen Designern in ihren Kollektionen genutzt werden.

Ob Shirts, Shorts, Hosen, Schals oder gar Jacken. Dieses Jahr ist im Bereich Männermode das Thema Blumen überall vertreten. Aufmerksame Beobachter haben den Trend kommen sehen, da er letzten Sommer in der Damenmode sehr etabliert war und der Erfolg bei den Damen meist zur Folge hat, dass der Trend auch bei den Männern über kurz oder lang folgt.

Ein weiterer Trend sind die sogenannten Azteken- oder Ethno-Muster.

Hier sind wir aktuell noch in der Phase, in der hauptsächlich Frauen in den Genuss dieser ausgefallenen Muster und Farbkombinationen kommen.

Der Charme Mittelamerikas vermittelt gerade im Sommer das Gefühl von Lebensfreude und Leichtigkeit. Leider gibt es nur wenige Modehäuser, die den Trend bereits für uns Männer entdeckt haben, somit solltet ihr zugreifen, wenn ihr eines der angesagten Teile vor die Linse bekommt.

Der dritte Trend ist einer, der besonders mich sehr freut.

sommerlich: Tanktop in Matrosen Look mit Anker Motiv

sommerlich: Tanktop in Matrosen Look mit Anker Motiv

Marine Muster und nautische Motive sind eins der „Must Haves“ diesen Sommer!

Ob Anker, Schiff, Hai oder Matrosin, jedes dieser Motive macht sich diesen Sommer gut auf einem Shirt. Aber die Querstreifen im typischen Marine Look sind ein echter Blickfang, wenn man sie denn figurtechnisch tragen kann. Aufgrund des optischen Empfinden, können Querstreifen den Träger schnell breiter oder dicker wirken lassen. Hier sind die Modehäuser auch bereits aufgesprungen, sodass jeder sein passendes neues Lieblingskleidungsstück finden sollte.

Und als abschließenden Tipp meinerseits kann ich euch nur sagen, dass auch der Griff zum Tanktop in einem der angesprochenen Stile ein guter ist.

Das sogenannte Muscleshirt, welches Jahre lang als Kleidungsstück für Proleten verschrien war, hat sich in den letzten Jahren gut in der Gesellschaft etabliert, sodass man sich ohne Bedenken in Strandbars oder anderen Sommerlocations damit blicken lassen kann. Mit dem richtigen Körperbau bekommt man die Blicke der Damenwelt dann gratis dazu.

Vorschau:

Nur was für Hipster? – So’n Quatsch!

Upcycling ist das neue Vegetarisch. Wo es früher noch als Seltenheit galt, ist es heute schon normal. In Bars und Restaurants findet man fast überall vegetarische oder gar vegane Gerichte. Es wurde überwiegend zum Trend.

Genauso ist es mit dem Upcycling. Hierbei werden Abfallprodukte oder nutzlose Stoffe in neuwertige Produkte umgewandelt. Diese Methode existiert nicht erst seit gestern, das ist klar, aber es scheint, als würde es immer mehr in Mode kommen. Wer auf maschinell angefertigte Massenware von Modehäusern wie zum Beispiel H&M oder Zara verzichten will, der legt jetzt selbst Hand an. Die Marke Myboshi beispielsweise verkauft Mützen zum Selberhäkeln. In einer Box befinden sich mehrere Wollknäul und eine Anleitung, Muster und Farben kann jeder selbst auswählen und im Nu hat man sich seine ganz eigene modische Beanie geschaffen.

Oftmals sind viele Sachen, die wir einfach nicht mehr haben wollen, eigentlich viel zu schade, um sie zu entsorgen. Mit ein wenig Kreativität und Geschick lassen sich die interessantesten und witzigsten Dinge herstellen. Aus alten goldenen Gabeln, die man übrigens oft auf Flohmärkten oder bei Oma finden kann, werden zum Beispiel Kleiderhaken geformt. Wer ein bisschen Witz einbringen möchte, der biegt die Zinken der Gabel zu einer Corna, also der typischen Handgeste eines Rockers, oder zu einem Peace-Zeichen. Derjenige, der gerade zuhause leere Getränkekisten rumstehen hat, kann zwei aufeinander befestigen, eine antik wirkende Holzplatte  darauf montieren, und schon besitzt er einen der wohl coolsten Barhocker für feuchtfröhliche Abende in der WG. Mit Raffinesse kann der schnieke Barhocker auch lässig als Nacht- oder Abstelltisch verwendet werden. So lassen sich die eigenen vier Wände ganz individuell gestalten. Wer jetzt denkt, dieser alternative Kram sei nur was für die Generation Hipster, der liegt falsch.

Denn mit der Methode wird nicht nur Geschick und Fantasie bewiesen, sondern auch nebenbei unnötiger Müll verhindert, Altes neu aufgewertet und bei einem möglichen Flohmarktkauf sogar auch eine gewisse Wohltätigkeit vollbracht.

In manchen Städten wie zum Beispiel Berlin, Bonn, Frankfurt oder München, aber bislang vor allem in kleineren Städten, gibt sie es schon, die sogenannten Näh-Cafés. Wer nicht alleine zuhause vor der Nähmaschine sitzen will, der kann es sich dort gemütlich machen und nebenher seinem Hobby nachgehen. Aber ist das nicht spießig mit dem Nähen? Nein, ganz im Gegenteil. Immer mehr Leute, unter anderem auch viele junge, kommen in solche Cafés, um sich mitunter dem stressigen Alltag zu entziehen oder im wahrsten Sinne des Wortes, aus dem Nähkästchen plaudern zu können. Eine Besonderheit dieser Cafés ist es, dass oft Nähmaschinen zur Verfügung gestellt und manchmal sogar auch Kurse angeboten werden. Wegen ihrer meist individuellen Einrichtung bekommen die Cafés erst so richtig ihren ganz eigenen Charme. Vermutlich stammen auch hier viele Möbel von Flohmärkten, frei nach dem Motto: Aus alt mach neu.

Fakt ist, es scheine so, als ob die Gesellschaft sich langsam wieder ein wenig dem Massenkonsum entzieht und Wert darauf legt, selbstgemachte, individuelle Kleidung zu tragen, Altem neuen Wert zu geben indem es aufgewertet wird und gemeinnützige Veranstaltungen wie Flohmärkte zu besuchen.

Ziemlich sozial, das Upcycling, oder?!