Du kotzt mich an

schwarz-2016

Liebes 2016,

Du kotzt mich an. Du bist die Beziehung, die man so sehr bereut. Du bist die Grippe, die man im Sommer hat, während alle anderen im Schwimmbad Spaß haben. Du bist die Verwandtschaft, die einen immer kritisiert. Kurz um: Es würde einem besser gehen ohne dich.

Selbst ein Kampf mit Voldemord erscheint stellenweise verlockender als das Weltgeschehen in diesem Jahr. Aber kam jemals ein Brief aus Hogwarts? Nein.
Stattdessen hast du Helden meiner Kindheit und prägende Persönlichkeiten meiner Jugend genommen – vielen Dank dafür. Rickman, Schell, Wiesel, Spencer, Ali, Gentscher, Williemsen, Michael, Prince, Cohen, Bowie, Fisher und Wölli Rohde – um nur einige zu nennen.

Trump als Präsident der USA, Brexit, stätige wachsende AfD-Umfrage-Werte, immer größere Unterstützung von populistischen Parteien in ganz Europa, der Amoklauf in München, der Putschversuch in Istanbul und die Folgen, die Ermordung der Brexit-Gegnerin Jo Cox, Anschläge in Brüssel, Istanbul, Berlin, Würzburg, Orlando, Nizza, Ansbach, Bagdad, Tartus, Dschabl und noch so vielen anderen Orten, die aber kaum mediale Berichterstattung erfahren haben. Wirklich tolle Leistung.

Wenn ich nun eines von deinen Vorgängern gelernt habe, dann, dass solche Erlebnisse, sowohl unsere privaten Tragödien als auch die gesamtgesellschaftlichen Vorfälle, ihre Spuren hinterlassen werden. Ein paar werden uns nächstes Jahr noch beschäftigen, andere werden wir relativ schnell vergessen, manche werden wir jedoch nie aus unseren Gedanken löschen können, selbst wenn wir uns nichts mehr wünschen. Ich habe aber auch gelernt, dass Kämpfen gegen alle Widerstände die richtige Methode ist – immer.

Also kämpft! Lebt! Macht etwas aus dem nächsten Jahr, selbst wenn es genauso aussichtslos erscheint wie dieses. Ja, das Leben ist scheiße. Nicht nur das – es ist verdammt ungerecht, hinterhältig, anstrengend. Und die Menschen, die darin umherstolzieren, machen das Ganze oftmals nicht besser. Freunde aufgeben zu müssen, weil man erkannt hat, dass sie nie welche waren, schmerzt. Verlassen zu werden, obwohl man zutiefst davon überzeugt ist, für den anderen perfekt zu sein, schmerzt. Von jemand Abschied nehmen und erkennen zu müssen, dass es nie genug gemeinsam verbrachte Zeit gab, schmerzt. Das Leben ist keine Facebook-Chronik, bei der nur die schönen Bilder mit Filter geteilt werden. Das Leben ist voller Schmerz, voller Leid. Besonders dieses Jahr. Aber es ist bald vorbei – so wie alles vorübergeht, sein Ende findet. Das Leben ist viel fragiler und kürzer als wir es unter Klausurenstress, Rechnungsüberweisungen und der medialen Selbstinszenierung begreifen.

Also macht das Beste daraus! Findet Zeit, nicht Zeug. Genießt das Leben. Geht raus. Redet miteinander, anstatt per WhatsApp zu fragen, wie es läuft. Seid mutig, geht Risiken ein, macht die Dinge, vor denen ihr euch fürchtet, bezieht Stellung, tretet für andere ein, stellt euch eurem Herzschmerz und versucht weiter zu leben. Und nein, es ist nicht mutig, mit 20% Akku das Haus zu verlassen. Macht euch weniger zu Sklaven der Technik, Likes definieren nicht euer Selbst – genießt das reale Leben.

Rock am Ring 2015

Genießt das (reale) Leben: Pogt auf Festivals!

Pogt auf Festivals, schlendert über Weihnachtsmärkte, fahrt Achterbahnen in Freizeitparks. Lasst euch keine Angst machen. Nicht von Anschlägen, nicht von populistischen Parteien, die Flüchtlinge generalisieren und zur allgegenwärtigen Gefahr erklären. Diese Menschen fliehen vor unfassbarer Armut (die auch aus der westlichen Wirtschaftsweise resultiert) und Krieg. Für sie sind Anschläge Normalität. Für uns sollte es Normalität werden, solchen Menschen zu helfen. Genau jetzt ist die Zeit, für die Werte von Demokratie und Freiheit einzutreten. Gegen Hass und Gewalt. Ja, 2016 war in großen Teilen scheiße, aber es liegt an uns, das Beste aus 2017 zu machen.

Die Kinder und der Krieg

Krieg - Ein Wort, das Angst macht (© Katharina Wieland-Müller/ pixelio.de)

Krieg – Ein Wort, das Angst macht (© Katharina Wieland-Müller/ pixelio.de)

„Ist das nicht schrecklich“, seufzt meine Großmutter und erzählt von einem Jugendlichen, dessen Eltern die Polizei gebeten haben, ihn am Flughafen abzufangen, damit er sich nicht dem sogenannten Islamischen Staat (kurz IS oder ISIS) anschließen kann. Ich kenne meine Oma, ich kenne ihre Geschichte, ich weiß, was sie denkt. Sie denkt, ist es nicht schlimm, dass die Jugendlichen in den Krieg ziehen, voller Begeisterung. Sie denkt, ist es nicht schlimm, dass sie sich ausgerechnet der „anderen“ Seite anschließen. Sie denkt, ist es nicht schlimm, dass es überhaupt Krieg gibt. Hat die Welt denn nichts gelernt?

Meine Großmutter ist 85. Sie hat den Zweiten Weltkrieg relativ behütet miterlebt, dank einer Mutter, die darauf bestanden hat, dass ihre Tochter nicht zum Bund deutscher Mädchen (BdM) geht. Eine Tatsache, die meine Großmutter später fast das Lehramtsstudium gekostet hat, denn als sie anfing musste sie noch ausweisen, dass sie im BdM gewesen ist. Sie hat eine andere Angst vor dem Krieg, als ich, denn sie weiß, was das Wort bedeutet.

Fataler Enthusiasmus - für viele Jugendliche endet der Krieg tragisch (©Thomas Schaal / pixelio.de)

Fataler Enthusiasmus – für viele Jugendliche endet der Krieg tragisch (©Thomas Schaal / pixelio.de)

Und ich denke über ihre Worte nach. Sie sind einfach zu beantworten. „Ja, es ist schrecklich.“ Und dann frage ich mich, warum. Warum gibt es das, warum machen sie das? Und weil ich dabei immer an meine Oma denke, denke ich diese Frage nicht nur für die Gegenwart. Reisen wir etwas zurück. Der Erste Weltkrieg. Voller Enthusiasmus rennen die jungen Männer und Jungen aus den Schulen in den Krieg, von dem sie glauben, ihn auf jeden Fall zu gewinnen. Sie sind begeistert, glauben an ihr Land, haben die jugendliche Überzeugung, die auch in den Köpfen derer existiert, deren Eltern heute die Polizei zum Flughafen bitten.

Jugendlicher Enthusiasmus, seien wir ehrlich, ist verwegen, ist abenteuerlustig, denkt nicht an Konsequenzen. Er ist kraftvoll und mitreisend. Und obwohl die Menschheit gesehen hat, wie der erste Weltkrieg ausgegangen ist, sind es wieder die Jugendlichen, die sich reihenweise für die SS melden und an die Front wollen, als der Zweite Weltkrieg ausbricht. Wie Günter Grass, der mit 17 eingezogen wird, kurz vor Kriegsende. Sie glaubten, mit der Inbrunst eines Kindes und der Hoffnung eines jungen Erwachsenen. Sie glaubten und folgten, waren überzeugt und hätten ihr Leben dem Großen geopfert, dem sie angehören wollten. Nur wenige Monate später, im Gefangenenlager der Alliierten, als sie die Wahrheit erfahren, hören und sehen, was die Nationalsozialisten – was sie selbst – angerichtet haben, sind sie beherrscht von Scham, traumatisiert.

Eine vergessene Lektion? Nie wieder Krieg (©Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft / pixelio.de)

Eine vergessene Lektion? Nie wieder Krieg (©Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft / pixelio.de)

Jüngst las ich bei Spiegel online von einer Mutter, die ihre Tochter wieder von der IS zurück geholt hat, auf eigene Faust, weil das Mädchen seine Meinung geändert hatte und Hilfe brauchte. Aber wie viele erkennen rechtzeitig, wenn sie falsch liegen? Und wie wenige nur sind bereit das zuzugeben und nicht die Augen in der Sturheit der Menschen zu verschließen? Die wenigstens. So schrecklich es klingt, Gut und Böse sind relative Absolute, sie hängen von der Perspektive ab. Für die IS sind wir die Bösen. Ich, die ich hier diesen Artikel schreibe und ihre Anhänger teilweise als Kinder enttarne, die das Abenteuer suchen und auf eine Überzeugung hereingefallen sind. Für mich, hoffentlich für uns sind es die, die andere unterdrücken und verfolgen, aufgrund ihres Glaubens, ihrer Zugehörigkeit, ihrer Abstammung. Perspektiven. Sie können wechseln, sie können angedichtet werden und „aufgeredet“.

Als der spanische Bürgerkrieg 1936 ausbrach schlossen sich unzählige den Kämpfern gegen Franco an, andere aber auch den Putschisten. Wir hören heute hauptsächlich von den Jugendlichen, die sich der IS anschließen. Als die Revolutionen begannen habe ich auch viel von Studenten gelesen, die beispielsweise nach Syrien gereist sind, um die Rebellen zu unterstützen. Jene, die von der unterdrückenden Regierung als Terroristen angesehen wurden. Unser Bild ist gezeichnet von dem, was wir in den Medien zu sehen bekommen. Wir kennen „nur“ unsere Perspektive, unsere Überzeugung.

Ich erzähle das alles meiner Oma und sie nickt. Traurig zwar, aber sie nickt. Sie wünschte, wie ich, dass es anders wäre. Dass diese Jugendlichen nicht in den Krieg zögen, wie unzählige vorher, die nie wieder heim gekehrt sind – egal für welche Seite. Aber sie weiß auch, dass dieses Phänomen nicht neu ist, dass es sich wiederholt und vielleicht auch immer wieder wiederholen wird, so lange die Menschen aufeinander losgehen. Wir können nur immer wieder darüber reden, aufklären, aufzeigen, dass Krieg keine Lösung ist und hoffen, dass das irgendwann auch alle verstanden haben. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Vorschau: Anna macht sich hier nächste Woche auf die Suche nach Heimat.

Der Mannheimer Jungbusch: Problemstadtteil oder aufstrebendes Künstlerviertel?

Es ist mal wieder Sperrmüll in der Jungbuschstraße – sollte man zumindest meinen. Sicher kann man sich in Anbetracht der Müllhaufen und alten Möbelstücke, die auf der Straße stehen jedoch nicht sein. Ob nun die städtische Müllbeseitigungsbehörde gerufen wurde oder ob sich Bewohner lediglich ihres ausgedienten Hausrates entledigen wollten, bleibt ein Rätsel.

Doch nicht nur Müll prägt hin und wieder das Bild des Mannheimer Stadtteils. Neben Altbauten aus der Gründerzeit finden sich hier auch viele Kneipen, Bars, Restaurants und Kultureinrichtungen.
Eine lebhafte Geschichte hat der Stadtteil Jungbusch schon mitgemacht. Vom Hafenviertel, bis hin zum Rotlichtviertel und späteren „Auffangbecken“ für Gastarbeiter aus aller Herren Ländern ist der Jungbusch heute ein multikultureller Ort, an dem Menschen aus 80 verschiedenen Nationen und mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen zusammenleben.

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Säumen die Straßen des Jungbusch: Altbauten aus der Gründerzeit (Foto: N. Schwalb)

Von den einen als Problemviertel abgestempelt, von den anderen als aufstrebendes Künstlerviertel gerühmt, steht der Mannheimer Stadtteil am Rande der Quadrate, ähnlich wie die Neckarstadt-West, im Zentrum einer sehr ambivalenten Diskussion.

Vorne mit dabei ist die Stadt Mannheim selbst, die mit dem Bau eines Kreativwirtschaftszentrums direkt am Rheinkanal die Weichen für den Jungbusch stellen will. Schon seit dem Jahre 2002 ist das Gemeinschaftszentrum Jungbusch mit dem sogenannten Quartiersmanagement betraut. Es sei erforderlich, „das Quartier Jungbusch umfassend zu entwickeln, und insbesondere städtebaulich aufzuwerten und wohnungswirtschaftlich, sozial, kulturell und ökonomisch weiter zu stabilisieren“, so die Stadt Mannheim auf ihrer Internetpräsenz.

Hinsichtlich der kulturellen Aufwertung wurde schon einiges getan, um den Jungbusch für kreative Köpfe attraktiv zu gestalten. Angefangen mit dem Bau der Popakademie im Jahre 2003, über die Ansiedlung des Musikparks Mannheim, einem Existenzgründungszentrum für die Musikbranche, wird nun der Bau des neuen Kreativwirtschaftszentrums realisiert. Dieses soll nicht nur Arbeitsräume für Kreative aus allen Wirtschaftsbranchen bereitstellen, sondern auch Galerien beherbergen.

Neben dem Café Buschgalerie und der Strümpfe-Galerie, ist im Jungbusch auch die Stoffwechsel Galerie angesiedelt. Inhaberin Petra Stamm weiß aus eigener Erfahrung, wieso der Stadtteil so interessant für die Kreativbranche ist: „Ich lebe schon viele Jahre im Jungbusch und weiß, dass hier die Realisierung vieler Dinge möglich ist. Die Zusammenkunft unterschiedlicher Leute und Interessen macht diesen Stadtteil so bewegungsreich, anziehend und spannend.“

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In vollem Gange: der Bau des Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch (N. Schwalb)

Neben all diesen kulturellen Vorzügen dürfen jedoch auch die Probleme nicht außer Acht gelassen werden, die dem Jungbusch ein bisschen von dem Glanz abstreitig machen. Unter dem Titel „Armutszuwanderung in Mannheim“ veröffentlichte das Pro7-Lifestyle-Magazin Taff im März 2013 einen Bericht, der den Jungbusch in einem sehr radikalen Bild darstellte. Mittlerweile aus den Weiten des Internets verbannt, wurde von Schrottsammlern, einem Arbeiterstrich und unbewohnbaren Kellerwohnungen berichtet.

Hinzu kommen zahlreiche gewaltsame Übergriffe auf Frauen Ende letzten Jahres, die den Jungbusch abermals in negatives Licht, aber auch in die öffentliche Wahrnehmung rückten. Dass die Probleme aber im Zuge der Aufwertungsmaßnahmen außer Acht gelassen werden, davon kann nicht die Rede sein.

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Erzählen die Geschichte des Jungbusch nach: Verfallene Gebäude, denen wohl bald eine neue Funktion zugesprochen wird (Foto: N. Schwalb)

Auf die Gewalttat an einer ausländischen Studentin wurde mit einem schon vorher einberufenen Sicherheitsdialog reagiert. Vertreter der Polizei, der Stadt, der Universität und viele Interessengruppen nahmen daran teil. Im Rahmen des Sicherheitsdialogs wurde der Jungbusch abgegangen, über ausreichende Beleuchtung des Stadtteils diskutiert, sowie eine erhöhte Polizeipräsenz geplant.

Weiterhin wurde im Gemeinschaftszentrum Jungbusch, als landesweit erstes Angebot dieser Art, eine Anlaufstelle für Zuwanderer aus Südosteuropa eingerichtet. Das Beratungs- und Informationsangebot trägt mit dazu bei, dass Ausbeutungstendenzen, also die von Taff beschriebenen Wohnungen, in denen Vermieter Matratzen zu horrenden Preisen und unter unmenschlichen Zuständen vermieteten, der Garaus gemacht werden kann. Michael Scheuermann, Leiter des Gemeinschaftszentrum Jungbusch beteuerte gegenüber Face2Face, dass die Arbeit der Beratungsstelle zusammen mit vielen anderen Aktivitäten maßgeblich zum sozialen Frieden im Stadtteil beitrage und sich die Situation in den sogenannten Problemimmobilien deutlich verbessert hätte.

Um etwaige Abwärtsbewegungen oder Ghettoisierung zu vermeiden, wurde außerdem in die Schulen sowie Jugend- und Sozialarbeit investiert. Im DJK, dem Ableger des Sportverbandes Mannheim im Jungbusch, treiben beispielsweise Studenten Seite an Seite mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Sport.

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Ein Stadtteil im Umbruch: Baumaßnahmen am Rheinkanal (Foto: N. Schwalb)

Einen Schritt weiter geht der für den 18.05. dieses Jahres geplante „runtegrate“. Laufen für die Integration lautet das Motto des Spendenlaufes, dessen Einnahmen massiv in die bereits laufenden Integrationsarbeiten fließen sollen.

Ob der Jungbusch nun eher als Problemviertel oder aufstrebendes Künstlerviertel zu bezeichnen ist, sei dahingestellt. Eins steht jedoch fest: derartige Entwicklungen sind keinesfalls neu. Unter dem Schlagwort „Gentrifizierung“ haben Stadtteile wie die Sternschanze in Hamburg oder der Prenzlauer Berg in Berlin schon Ähnliches durchgemacht. Mit der Um- und Neugestaltung von Stadtteilen geht jedoch zumeist ein Segregationsprozess einher. Eine Ansiedlung einer einkommensstärkeren Schicht verdrängt fast unweigerlich Einkommensschwache. Genau einen solchen Segregationsprozess will die Stadt Mannheim jedoch unterbinden.

„Die Gefahr einer Gentrifizierung ist gegeben, das darf man nicht kleinreden. Daher ist noch mehr die Frage nach einer sozialverträglichen Entwicklung gestellt, von der im Optimalfall alle Beteiligten profitieren. Ich habe die Vision eines lebendigen Stadtteils, in dem Menschen nicht segregiert werden, sondern miteinander leben. Vielleicht ist diese Ansicht zu idealistisch, aber was sind wir denn ohne Ideale?“, so Scheuermann, der Leiter des Quartiersmanagements im Jungbusch.

Ob der Jungbusch auch dem Prozess der Gentrifizierung zum Opfer fällt, ob eine Integration statt Segregation realisiert werden kann und wie der Stadtteil sich in zukünftig entwickeln wird, das kann uns jedoch nur die Zukunft zeigen.

Vorschau: Über „Total Recall“ – das Festival des nacherzählten Films berichtet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik in der nächsten Woche.

Zum Tod Jassir Arafats – Schweizer Wissenschaftler legen ersten Bericht vor

Es ist politischer Sprengstoff und klingt wie ein Szenario aus einem James-Bond-Film: Der im November 2004 verstorbene Palästinenserpräsident Jassir Arafat soll durch den Einsatz der radioaktiven Substanz Polonium vergiftet worden sein. Diese Theorie über den Tod Arafats legt jedenfalls eine Untersuchung des Instituts für Radiophysik des Universitätsklinikums Lausanne nahe. Einen entsprechenden Bericht legten die für die Untersuchung verantwortlichen Wissenschaftler in der vergangenen Woche vor.

Aus dem 108 Seiten langen Bericht der Experten geht hervor, dass die untersuchten Gewebeproben eine 18-mal höhere Konzentration des Isotops Polonium-210 aufwiesen als im Normalfall zu erwarten gewesen wäre. Dies legt den Verdacht nahe, dass Arafat keines natürlichen Todes starb, sondern den Folgen einer Strahlenvergiftung erlag.

Am 29. Oktober 2004 wurde Arafat wegen seines sich schnell verschlechternden Gesundheitszustands in das französische Militärkrankenhaus Percy nahe Paris verlegt. Nach einem kurzen Koma starb er am 11. November schließlich an einer Hirnblutung. Bereits damals machten radikale Palästinenser Israel für den Tod Arafats verantwortlich. Zu einer Autopsie des Leichnams oder einer toxikologischen Untersuchung kam es zunächst jedoch nicht.

Von Israel als letzte Ruhestätte für Arafat abgelehnt: Die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem ( © Rosel Eckstein  / pixelio.de )

Von Israel als letzte Ruhestätte für Arafat abgelehnt: Die Al-Aqsa-Moschee in Jerusalem ( © Rosel Eckstein / pixelio.de )

Die Spekulationen über die tatsächliche Todesursache des Palästinenserführers rissen seither nicht ab. Anfang des Jahres 2012 wurde schließlich eine Tasche mit persönlichen Gegenständen Arafats an das Institut für Radiophysik in Lausanne übergeben, welches die enthaltenen Kleidungsstücke und Hygieneartikel, die Arafat kurz vor seinem Tod verwendete, untersuchen sollte. Im Juli des gleichen Jahres gaben die mit dieser Aufgabe betrauten Schweizer Experten bekannt, dass auf den persönlichen Habseligkeiten Arafats erhöhte Poloniumwerte gemessen wurden. Daraufhin erstattete die Witwe des Verstorbenen, Suha Arafat, Anzeige gegen Unbekannt und stimmte einer Exhumierung des Leichnams ihres Mannes zur Entnahme von Gewebeproben zu.

Der nun vorliegende Bericht scheint den Anfangsverdacht zu bestätigen. Für Suha Arafat ist der Fall eindeutig: „Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass er keines natürlichen Todes starb“, sagte sie gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch in Paris. Die Palästinensische Autonomiebehörde hat hierzu bislang noch nicht offiziell Stellung genommen. Doch bereits jetzt steht für viele Palästinenser fest, dass nur Israel hinter der Ermordung ihres langjährigen politischen Führers stecken kann. Von israelischer Seite wurde jedoch bereits eine Verwicklung in den Fall dementiert und die Wissenschaftlichkeit des vorliegenden Berichts in Zweifel gezogen: „Das ist alles nicht seriös“, sagte Jigal Palmor, Sprecher des israelischen Außenministeriums, der „Jerusalem Post“ am vergangenen Mittwoch.

 Tatsächlich bestehen an dem Ergebnis der Gewebeuntersuchungen erhebliche Zweifel. Wegen der langen Zeit, die vor der Entnahme der Proben bereits verstrichen war, sind eindeutige Ergebnisse nicht mehr zu erwarten. So beschreiben die Forensiker aus der Schweiz auch nur mit „moderater“ Sicherheit die Zuverlässigkeit ihrer Ergebnisse.

 Die Experten des Universitätsklinikums Lausanne waren auch nicht die einzigen, die sich mit diesem Fall beschäftigten. Insgesamt wurden drei Wissenschaftlergruppen mit der Untersuchung von Haar- und Knochenproben beauftragt. Neben den Schweizern erhielten auch russische und französische Experten einen entsprechenden Auftrag. Von russischer Seite wurde bereits angedeutet, den Befund aus der Schweiz nicht bestätigen zu können. Ein Bericht der französischen Wissenschaftler wird in den nächsten Tagen erwartet. Ob dieser und der endgültige russische Bericht abschließende Klarheit in den Fall bringen werden, darf jedoch bezweifelt werden.

Alt, aber glücklich? Vernetzt sein bis zum letzten Tag

Wenn ich an meine Großmutter denke, fällt mir ein: Sie ist alt. In diesem Fall ist das nicht als Degradierung ihrer zweifellos liebenswerten Persönlichkeit zu begreifen, schließlich kann man bei 89 Jahren getrost von einem stattlichen Alter sprechen. Dass sie, selbst jetzt noch, kaum fremde Hilfe in Anspruch nehmen muss, grenzt für mich schon fast an ein Wunder. Schließlich ist sie in unserer hochtechnisierten, mit immer innovativerer Unterhaltungselektronik um sich greifenden Welt geradezu verloren. Ihr allein beizubringen, wie der Fernseher und vor allem seine Lautstärkeregelung verantwortungsvoll zu bedienen ist, erwies sich bereits als schwieriges Unterfangen und kostete alle Beteiligten einige Nerven – die nach regelmäßiger Lärmbelästigung letztendlich auf nimmer Wiedersehen verzogenen Nachbarn nicht eingeschlossen. Doch noch schwieriger als das Verständnis für Errungenschaften wie „dieses Internet“ dürfte für meine werte Oma der immer seltener werdende Kontakt zu ihren Nächsten, ach – was sag‘ ich – zur gesamten Außenwelt sein. Wie das Leben so spielt, hat sich die Familie zusehends in alle Winde verstreut und die Bindung an jahrelange Freunde ist auch nicht mehr dieselbe. Letzteres könnte allerdings auch damit zusammenhängen, dass viele Altersgenossen schlichtweg bereits verstorben sind.

Was zurückbleibt, trägt den Titel „Alterseinsamkeit“. Was gemeint ist, liegt auf der Hand: Das Gefühl von fehlender Zugehörigkeit, Alleinsein, sozialer Isolation im Rentenalter. Nichts, was mir auch nur im Ansatz ein Begriff wäre, bin ich doch schließlich jung, mobil, und nahezu stets in gesellschaftliches Miteinander integriert – ob in meiner Realität oder in der virtuellen Ersatzwirklichkeit. Es drängt sich mir also die, aus jetziger Sicht recht utopisch wirkende Frage auf, wie es mir selbst wohl ergehen wird, wenn ich einmal in den Filzpantoffeln meiner Großmama stecke, rund 60 Jahre in der Zukunft. Mit allem technischen Schnickschnack, der uns den Alltag und besonders das In-Verbindung-Bleiben zu erleichtern verspricht. Machen mich diese Hilfsmittelchen alt, aber glücklich?

Statistiken zufolge soll die Einsamkeit im Alter in 60 Jahren sogar noch weiter zunehmen. Schuld daran seien sogenannte Single-oder Ein-Personen-Haushalte. Die sind heute schwer im Trend, weil viele auf Berufswegen notgedrungen ihren Standort wechseln und mehr oder minder kostengünstige Refugien anmieten müssen, in denen niemand außer ihnen selbst Platz findet. Außerdem bestehen die Jungen Wilden zumeist auf ihre Unabhängigkeit und, leben sie auch in noch so festen Beziehungen, auf ihren ganz privaten „Space“. Will man also den Schreckensprognosen Glauben schenken, so sind die Ausgangsvoraussetzungen für die perfekte Einsamkeit bereits gegeben. Doch selbst, wenn nicht: Erwiesenermaßen ist die Lebenserwartung bei Männern geringer als bei Frauen, sodass Letztere wohl oder übel Gefahr laufen, als Witwen zu enden – mögen sie zuvor auch Teil eines Pärchen-Haushaltes gewesen sein.

Von gemeinsam einsam kann in dieser Hinsicht also keine Rede mehr sein; ich frage mich, wie vielen auf diesem Erdenrund es wohl genauso ergangen sein wird. Wie viele verwitwete Freundinnen wohl meinen Anruf – selbstverständlich Videotelefonie – ungeduldig herbeisehnen? Wie viele Kilometer werden mich bis dahin wohl von ihnen trennen? Die Zeit kann schließlich nicht still gestanden haben in den letzten 60 Jahren; Facebook und E-Mail sei Dank werde ich meine Liebsten immerhin nicht aus den Augen verlieren. Und da vermutlich ohnehin jeder seine Lebensereignisse nahezu mechanisch, einzeilig und tagesaktuell twittern wird, verpasse ich auch garantiert nichts. „Mein Mann hatte einen Herzinfarkt“. Retweet mit Beileidsbekundungen. „Tochter hat um 11.13 Uhr einen gesunden Jungen zur Welt gebracht“. Anbei ein Bild aus dem Kreissaal. Ich drücke den Like-Button. Es fühlt sich an, als wäre ich fast live dabei gewesen.

In ist, wer drin ist: Vielleicht retten uns Facebook und Co. ja im Alter vor der Einsamkeit. (Foto: Perlowa)

Bleibt einmal ein Status-Update aus, fange ich an, mir ernsthafte Sorgen zu machen. Ob wohl etwas passiert ist? Für den Notfall hält sie doch bestimmt ihr Smartphone griffbereit. Ich lasse bestimmt nichts unbemerkt; dass eine meiner Freundinnen fünf Jahre lang tot in ihrer Wohnung vor sich hinmodert, ehe sie zufällig jemand entdeckt (Quelle: http://www.derwesten.de/politik/einsamkeit-im-alter-nimmt-in-den-naechsten-jahren-zu-id6662395.html), erscheint mir dieser Tage kaum noch möglich. Dass einer von uns überhaupt noch so alt werden kann wie das vereinsamte Beispiel aus Hagen fällt mir, bei der vorrangig durch das Internet verursachten Reizüberflutung, ebenfalls schwer zu glauben. Denn sind soziale Netzwerke einerseits unsere letzte Hoffnung im Alter, posten sie gleichzeitig unser Todesurteil: Zu schnelllebig, um richtig greifbar zu sein – ganz besonders dann, wenn in uns selbst nach und nach verdiente Ruhe einkehren soll, wir uns darauf freuen, das Hamsterrad, welches nur von innen wie eine Karriereleiter aussieht, verlassen zu können. Facebook, Partnerbörsen und Co. werden auch in 60 Jahren den gefühlsechten menschlichen Kontakt nicht ersetzen können.

Es gibt und wird auch zukünftig mehr als genug Menschen geben, die sich außerhalb dieser selbstkreierten Parallelwelt einsam, leer und haltlos fühlen. Ihnen wird kein tumblr-Blog der Welt dabei helfen, reale Freundschaften zu pflegen – und das funktioniert, damals wie heute wie morgen, indem man den anderen besucht und gemeinsam immer neue Erinnerungen erschafft. Schön, wenn man die dann via Instagram hochladen kann. Noch schöner, wenn man sie zuhause eingerahmt auf den Nachttisch stellen kann. Ich sollte meiner 89-Jährigen Oma dringend ein paar Bilder in einem Briefumschlag schicken. Wie E-Mail funktioniert, wird sie vermutlich in ihrem Leben nicht mehr lernen. Den Briefkasten öffnen und glücklich sein kann sie jedoch – ganz und gar offline.

Vorschau: In der kleinen Kolumne des kleinen Sascha geht es in der nächsten Woche um – wer hätt’s gedacht – kleine Leute.

Mit einem Impfstoff gegen den Vampir

Blutsauger sind seit Bella und Edward nicht mehr aus der Film-, Serien- und Bücherwelt wegzudenken. Doch nicht nur in der Fantasy-Szene sind Vampire und Co. angesagt. Auch in der Tierwelt gibt es sie: Neben Stechmücken, Blutegeln und Zecken saugt auch die Varroa-Milbe Blut. Und das nicht von uns Menschen oder Tieren allgemein. Sie befällt und tötet nur eine einzige Insektenart – die Biene.

Klein aber gefährlich: Die Varroa-Milbe ist winziger Vampir (© Maja Dumat / pixelio.de)

Die Varroa ist eine etwa 1,6 Millimeter große Milbe, die sich an Honigbienen festsaugt. Sie wurde 1977 durch befallene asiatische Honigbienen, die zu Forschungszwecken nach Europa gebracht wurden, eingeschleppt. Durch die Globalisierung und dem damit verbundenen Handel mit ganzen Honigbienenvölkern verbreitete sich die Milbe schnell über die ganze Welt.

Es wird vermutet, dass die Varroa-Milben Viren übertragen, die für das Massensterben der Honigbienen verantwortlich sind. Innerhalb kürzester Zeit wurden 50 Prozent der einheimischen Bienenvölker von der Varroa-Milbe befallen und ausgerottet. Das Fatale daran: Bienen, auch Wildbiene, sind durch ihre Bestäubungsleistung für Nutz- und Wildpflanzen wichtig und nicht zu ersetzen. Sie sind von der ökonomischen Seite her das drittwichtigste Nutztier, neben Schwein und Rind.

Durch die verringerte Bestäubungsleistung kommt es zu einem Ernteverlust, zu dem es in Deutschland keine Zahlen gibt. In den USA wird geschätzt, dass der landwirtschaftliche Ausfall durch die Varroa-Milbe bis zu 15 Milliarden Dollar jährlich ausmacht. Aufgrund dieser Zahlen wird nach Möglichkeiten gesucht, gegen den Varroa-Milben-Befall vorzugehen. Bisherige Mittel, welche die Imker benutzen, helfen jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum und können auch zu Resistenzen (Anm. d. Red.: Bei einer Resistenz wirken die bis dahin verwendeten Mittel nicht mehr) führen.

Seit etwa zehn Jahren wird versucht die westeuropäische Honigbiene durch Züchtungen gegen die Varroa resistent zu machen, doch bisher ohne Erfolg. Eine Bienenart, die afrikanische Biene, ist von Natur aus nicht anfällig für diesen Parasiten, gilt aber als sehr aggressiv und nicht zur kommerziellen Honigproduktion geeignet.

Bienensterben: Die Varroa-Milbe kann ganze Bienenvölker ausrotten (© Maja Dumat / pixelio.de)

Der Heidelberger Forscher Dr. Matthias Giese arbeitet mit seinem Team seit einigen Jahren an einem ganz neuen Ansatz im Varroa-Kampf. Sie entwickeln einen Impfstoff, den die Biene über die Nahrung zu sich nimmt. In der Nahrungszuckerlösung befindet sich ein DNA-Plasmid, das in der Biene zur Produktion eines Proteins führt. Dieses Protein darf für die Biene nicht schädlich sein, muss aber auf den Organismus der Varroa-Milbe toxisch wirken. Beißt nun die Varroa-Milbe eine Biene, die so geimpft wurde, dann saugt sie dieses Protein mit auf und stirbt.

Das ist bisher in der Theorie mit einem Test-Plasmid möglich, doch an dem richtigen Wirkstoff forschen die Heidelberger noch. „Das Verfahren, wie man den Impfstoff in die Biene kriegt, haben wir. Nun fehlt uns aber das Geld, um den richtigen Wirkstoff zu entwickeln“, erklärt Matthias Giese. Auch ein Anti-Varroa-Spray mit dem Wirkstoff solle dann auf den Markt kommen, damit schon die Brutwaben durch Besprühen gegen einen Befall geschützt werden können.

Wichtiger Aspekt bei der Entwicklung des Impfstoffes ist, dass das DNA-Plasmid oder das gebildete Protein anschließend nicht in die Umwelt gelangt. „Der Bienenimpfstoff unterliegt den gleichen Bestimmungen wie Medikamenten für Menschen: Erst wenn alles getestet, geprüft und für unbedenklich erklärt wird, würde der Impfstoff zur Verwendung freigegeben werden“, so Giese.

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Artikel über Eulen.

 

Die Diskussion – heute: Tote Sprachen

KOMMENTAR

Zwei Face2Face-Autoren diskutieren darüber, ob das Latein tatsächlich als tot bezeichnet werden kann. Was meint ihr?

PRO (Johannes Glaser): Viele Jahrhunderte nach dem Tod des letzten lateinischen Muttersprachlers muss auch die Sprache selbst als tot bezeichnet werden, denn: Nur noch durch bewusste Pflege der Sprach-tradition hat das Lateinische heute noch Bedeutung für den Alltag. Diese Bedeutung aber ist eine aufgesetzte, erzwungene, konstruierte Bedeutung.

Bald auch aus Bildungseinrichtungen wie Universitäten und Schulen verschwunden? Das Latein (© an.porsche / pixelio.de)

So ist das Latein weder eine irgendwo wirklich gesprochene Sprache, noch erweist sie sich als besonders attraktiv. Das trotzige Festhalten an diesem Stück Vergangenheit – etwa im akade-mischen Rahmen – lässt sich kaum durch mehr als Gemütlichkeit erklären. Denn mit dem Englischen existiert eine in den meisten Teilen der Welt gesprochene Alternative.

Freilich, die Begrifflichkeit der „toten Sprache“ selbst mag etwas unglücklich gewählt sein. Um tot zu sein – um sterben zu können – müsste die Sprache ja erst einmal ein lebendiges Ding sein. Zwar schreiben Sprachwissenschaftler Sprachen ein gewisses Eigenleben zu; doch von einem lebendigen Organismus kann natürlich keine Rede sein.

Wann macht es also überhaupt Sinn, eine Sprache als „tot“ zu bezeichnen?

Eine Sprache kann selbst nie eigenständig existieren, denn sie ist ja nicht „einfach so“ da. Getragen wird die Sprache von Sprechern beziehungsweise Schreibern, die in dieser Sprache kommunizieren. Ohne diese Akteure würden die Sprachen schlicht aufhören zu existieren. Ist jeder Sprecher einer Sprache ausgestorben, kann diese Sprache also eindeutig als „tot“ ver-standen werden.

Schwieriger ist es nun schon mit dem viel beschworenen Latein. Obwohl die Sprachheimat dieser Sprache als solche nicht mehr existiert, gibt es auf der Welt unzählige Menschen, die diese Sprache sprechen. Doch müssen all diese Sprecher die Sprache irgendwann in ihrer Schullaufbahn gelernt haben. Die Sprache selbst existiert also nur noch deshalb im Alltag, weil gezielte Anstrengungen zu ihrem Erhalt unternommen werden. Das reicht zweifelsohne aus, um der Sprache selbst den Tod zu erklären – würden die Lehrpläne weltweit über Nacht geändert werden, würde das Lateinische in nur wenigen Jahren komplett von der Bildfläche verschwinden.

Sollte dies irgendwann einmal tatsächlich der Fall sein – etwa durch eine allgemeine Anpas-sung von Fachterminologien an die moderne Welt, kann sich die alte Sprache endlich zur Ru-he legen. Und das frohen Mutes. Denn: Sie wird längst nicht mehr gebraucht!

Auch heute noch in aller Munde: Lateinischen Wendungen und Wörter, wie hier Carpe Diem, zu Deutsch: Nutze den Tag (© M.E. / pixelio.de)

CONTRA (Tatjana Gartner): Latein gilt als DIE tote Sprache schlechthin. In Anwendung sieht man das Kommunikationsmittel der alten Römer fast nur noch an Bildungseinrichtungen wie Schulen und Universitäten. Aber kann eine Sprache überhaupt tot sein? Kann sie aussterben? Und wenn ja, wie kann es soweit kommen?

Sprache kommt von sprechen – im Hinblick auf diese Definition könnte Latein tatsächlich für tot erklärt werden; schließlich wird selbst in Schulen und Universitäten ausschließlich schriftlich und zudem recht einseitig – übersetzt wird meist nur vom Lateinischen ins Deutsche – damit hantiert.

Anders betrachtet ist tot jedoch gleichbedeutend mit nicht-existent. Und die Existenz des Lateinischen zu leugnen, würde sicherlich niemandem in den Sinn kommen.

Nur weil eine Sprache nicht mehr gesprochen wird, heißt das also noch lange nicht, dass sie als tot bezeichnet werden kann. Was aber muss passieren, dass eine Spra-che ausstirbt? Oder spezifischer gefragt: Woran wird Latein sterben?

Meiner Meinung nach müsste hierzu zuerst einmal das Lateinische aus den Lehrplänen der genannten Bildungseinrichtungen verschwinden und die im heutigen, deutschen Sprachgebrauch noch präsenten Wörter, wie beispielsweise „Forum“, „Circus“ und „Usus“, müssten verlorengehen. Erst dann, wenn sich niemand mehr mit der lateinischen Sprache auseinandersetzt, wäre eine metaphorische Todesanzeige gerechtfertigt.

Dass ein Sterbensprozess zum aktuellen Zeitpunkt bereits begonnen hat, soll an dieser Stelle nicht abgestritten werden – dafür spricht auch die Tatsache, dass Latein kaum bis gar nicht mehr gesprochen wird. Dennoch kann von einem Tod der Sprache nicht die Rede sein. Und bis es soweit ist, vergehen sicherlich noch Jahre.

 

Was, wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist?

Nach langer, schwerer Krankheit ohne Schmerzen und Beschwerden im Kreis der Familie und Freunde sterben dürfen – das Ziel der Palliativmedizin.

Schwere Zeiten machten sie stark: Verena Ströbele-Hoer (Foto: privat)

Sie sitzt da, beginnt zu erzählen. Über ihre Intention, ihre Wünsche und ihre Hoffnungen. Eine starke Frau im Kampf für das würdevolle Sterben. Die Diagnose Magenkrebs kam aus heiterem Himmel, ihrem Mann blieben noch zwei Jahre. Zwei Jahre voller Angst, Schmerz, Hoffnung und dem Versuch das Beste daraus zu machen.

Doch Verena Ströbele-Hoer ließ sich nicht unterkriegen: „Ich musste etwas entgegen stellen, um es auszuhalten“. Der erste Schritt war die Gründung einer Stiftung, der „Verena & Walter Hoer Stiftung“, die sich mit der Förderung und Unterstützung der Palliativ-Versorgung im Schwarzwald-Baar-Kreis befasst. Anschließend gründete sie 2009 mit vielen ehrenamtlichen Helfern den „Verein Palliativzentrum-VS e.V.“. Mittlerweile sammeln rund 300 Mitglieder zwei Millionen Euro für eine eigenständige Palliativ-Station am Bau des neuen Schwarzwald-Baar-Klinikum. Nach über zwei Jahren Arbeit sind circa 620 000 Euro zusammen gekommen.

Im Jahr 2007 starben 92.662 Menschen in Baden-Württemberg. Davon ließen sich etwa vier Prozent auf einer Palliativ-Station behandeln. Nur 14 Palliativbetten kommen auf eine Millionen Bewohner. Diese 14 Betten sind zudem geographisch ungleichmäßig verteilt. Die „Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin“, kurz DPG, steuert in Zukunft die international gewünschten 30 bis 50 Betten an.

„Ich dachte immer wir sind ein reiches Land. Die Defizite merkt man erst bei solchen schicksalshaften Wendungen“, Ströbele-Hoer runzelt die Stirn, „die Bürger scheinen hier selbst kämpfen zu müssen“. Nach dem Tod ihres Mannes ließ sie sich wenig Zeit für ihre Trauer: „Als Angehöriger hält man das kaum aus, den Alltag muss man ja auch noch bewältigen.“ Sie hatte die Mittel ihn zu Hause zu pflegen, ihm zwei Jahre sein vertrautes Heim zu erhalten – bis zum Schluss.

Auf Spenden angewiesen: Ehrenamtliche des Vereins nehmen Scheck entgegen (Foto: privat)

Für etwa 70 Prozent der schwerstkranke Patienten, für die keine Heilung mehr möglich erscheint, geht dieser Wunsch nicht in Erfüllung. Familien und Angehörige benötigen starke Nerven, körperliche Kraft und Ahnung, um diese Zeit durchzustehen. Das Palliativ-Zentrum soll auch sie in den schwersten Phasen unterstützen. Eine helle, freundliche, krankenhausferne Atmosphäre mit viel Raum und Zeit für Gespräche. Etwa 300 Palliativ-Patienten und deren Familien würden diese Hilfe im Schwarzwald-Baar-Kreis pro Jahr in Anspruch nehmen. Davon sind 70 Prozent Krebspatienten und 30 Prozent andere nichtheilbare Krankheitsfälle. Durch verbesserte Therapien in der Medizin werden die Zahlen weiter steigen.

Ströbele-Hoer wendete sich anfangs an ihre Freunde. Mit einem emotionalen und bewegenden Brief. Um Spenden bittend. Doch „wer das nicht durchlebt hat, weiß nicht wie es läuft“, ist sie sich sicher. Die Illusion, dass ihre Freunde auch so denken wie sie und den Missstand sehen würden, platzte schnell. Die Menschen seien „immer nur auf das Schöne und Gesunde fixiert, so war ich früher auch“, erklärt Ströbele-Hoer. Der Tod und die Phase des Sterbens seien immer noch Tabu-Themen in unserer Gesellschaft.

„Das Wissen um die begrenzte Lebenszeit bedarf viel Raum für offene Gespräche“, sagt Psychoonkologe Hans-Peter Olma. Der Mediziner kümmert sich am Schwarzwald-Baar-Klinikum um die psychische Krankheitsverarbeitung von schwerstkranke Krebspatienten und ihren Angehörigen. Besonders wichtig sei ihm in der Palliativmedizin eine geschützte Atmosphäre, mit multiprofessioneller Linderung, damit der Patient und seine Familie sich mit dem Thema der begrenzten Lebenszeit auseinandersetzen können. Denn der Mensch verdränge sein Leben lang seine Angst vor der Endlichkeit, bis er dem Gedanken an den Tod nicht mehr entgehen könne. „Der Tod wird immer noch als etwas sehr Bedrohliches erlebt“, erläutert die Psychologin Helga Bamberger. Nach dem Verlust eines geliebten Menschen würden sich die Zurückgebliebenen meist für bessere Umstände und Strukturen engagieren – ein eigennütziges Motiv, im guten Sinne, denn sie möchten, dass es anderen nicht so ergeht wie ihnen selbst, so Bamberger.

Ein Schicksalsschlag ändert so viel. Bei Martin Scheffel gab es schon viele Krankheitsfälle in der Familie, gestorben ist bisher keiner. Er ist einer von vielen, die Spenden sammeln, damit die Familie bis zum Tod eines Mitglieds verbunden bleiben kann. Ihm ist bewusst geworden, wie schnell das Leben vorbei sein kann. „Die Vorstellung, krank zu sein und die Behandlung nicht finanzieren zu können, die ich benötige, macht mir Angst“, sagt der 19-Jährige.

Sich nach einem schweren Verlust eine Zeitlang sehr zu engagieren und sich später wieder anderen Dingen zuwenden, ist laut Bamberger normal. „Hierbei geht es offensichtlich um den eigenen noch nicht bewältigten Trauerweg, die Gefühle und Erinnerung“, erklärt die Psychologin.

Bis zum Ziel eine eigenständige Palliativstation zu eröffnen fehlt dem Palliativ-VS e.V. noch mehr als eineinhalb Millionen Euro. 2013 soll das neue Klinikum mit 750 Betten eröffnet werden. Mit etwas Glück und viel Engagement werden noch zwölf Palliativ-Betten hinzukommen. Ströbele-Hoer will dann erst einmal zur Ruhe kommen. Sie lehnt sich im Stuhl zurück, atmet tief durch und sagt mit einem Lächeln auf den Lippen: „Bis der nächste Missstand mich aufrüttelt“. Auch eine starke Frau braucht mal eine Verschnaufpause.

Vorschau: Nächste Woche erscheint Teil 2 der verkannten Berufe, diesmal über die stillen Helden des Alltags.

 

 

 

 

Sein letzter Wunsch: Mercedes fahren

„Durch mein Praktikum habe ich gelernt, mein eigenes und das Leben meiner Lieben viel mehr zu schätzen“, erzählt Julian Eckert. Zehn Tage lang begleitete und unterstützte der 17-Jährige das Team des Schmerztherapie Zentrums Mannheim – nun blickt er auf eine aufregende, aber auch schwierige Zeit zurück.

 Teilnahme an Patientengesprächen und das Absolvieren von Hausbesuchen mit dem Palliativ-Careteam zählten während seines Praktikums zu Eckerts Aufgaben. „Anders als das in einem Krankenhaus der Fall gewesen wäre, durfte ich hier bei allem dabei sein“, erklärt der junge Mann, „Herr Dr. Schramm, der Leiter des Schmerztherapie Zentrums, erfüllte in meinen Augen eine sehr gute Vorbildfunktion. Aber auch die übrigen Kolleginnen und Kollegen bewiesen ein umfangreiches Fachwissen und boten mir überdies seelische Unterstützung an.“

Dass vor allem Letzteres eine enorme Rolle spielen würde, ahnte Eckert anfangs noch nicht. Doch bereits der erste Tag seines Praktikums führte ihm den Ernst und die Bedeutsamkeit der Arbeit im Careteam vor Augen: „Meine zwei Kolleginnen und ich besuchten einen Mann, der mit seinen 1,86 Metern gerademal 40 Kilogramm wog. Er hatte überall Krebs – selbst im Gesicht. Das zu sehen war wirklich heftig.“

Sein Praktikum hat ihn nachdenklich gestimmt: Julian Eckert half zehn Tage im Schmerztherapie Zentrum Mannheim aus (Foto: privat)

Obwohl es sich blöd anhöre, habe er sich mit der Zeit an Anblicke und Schicksale wie die eines solchen Krebspatienten gewöhnt. „Ich habe gleich die krasseste Seite des Jobs kennengelernt: hier werden nicht, wie man das vielleicht sonst von einem Arzt erwartet, Leben gerettet, sondern das Sterben wird den Patienten, die teilweise seit acht Jahren oder länger Schmerzen haben, so angenehm wie möglich gemacht“, meint er.

Den Praktikumsplatz habe er freiwillig angetreten, berichtet Eckert. „Da ich nach dem Abitur Medizin studieren möchte, habe ich mir überlegt, mal in einen solchen Beruf hinein zu schnuppern – einfach um zu schauen, ob es etwas für mich ist“, sagt er, „die zehn Tage im Schmerztherapie Zentrum haben mich in meiner Entscheidung nur bestätigt. Ich hatte viel Spaß bei der Arbeit, obwohl auch das ein oder andere erschreckende Erlebnis dabei war.“

Eine dieser negativen Erfahrungen sei die Begegnung mit einem drogenabhängigen Mann gewesen. „Als der Süchtige Herrn Dr. Schramm um eine doppelte Dosis Opiat bat, fand ich das einfach nur abstoßend“, erzählt Eckert.

Doch Eckert begegnete auch vielen Menschen, die ihn mit ihrem Wesen und ihrer Willenskraft beeindruckten. So auch eine ältere, an amyotropher Lateralsklerose (zu Deutsch: degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems; langsame Muskellähmung) leidende Patientin, die nur noch die Wimpern und einen ihrer Mundwinkel bewegen konnte. Eckert erinnert sich: „Der Mann der Patientin war sehr zuvorkommend. Er erzählt uns viel – vor allem über die Tochter der beiden. Als er dann davon redete, dass die Tochter mit dem Fahrrad nach Ägypten geradelt sei, zog seine Frau den Mundwinkel, den sie noch bewegen konnte, leicht nach oben. Obwohl es nur ein halbes Lächeln war, war es eines der wärmsten Lächeln, die ich je gesehen habe.“

Doch auch die Begegnung mit einem unzugänglicheren Patienten, ist Eckert in besonderer Erinnerung geblieben. „Der Mann starrte immer nur zur Decke und unterhielt sich mit keinem. Ich fragte ihn, ob er Sport möge – keine Antwort. Als ich jedoch das Thema Auto anschnitt, erzählte mir der sonst so schweigsame Herr, dass sein absolutes Traumauto ein Mercedes sei und er gerne mal mit einem fahren würde. Während er darüber sprach, lächelte er sogar.“

Ob er diesem oder einem anderen der Patientin tatsächlich geholfen habe, wisse er nicht, sagt Eckert, aber das Lächeln habe ihm gezeigt, dass er mit seiner Anwesenheit und seinem Engagement das Leben des Patienten vielleicht ein wenig schöner gemacht habe.

Vorschau: In zwei Wochen erwartet euch im Panorama ein besonderes Schmankerl: Annabelle Boom, Gewinnerin von Daniela Katzenbergers Castingshow „Katze sucht Katze“, steht Face2Face Rede und Antwort. Wie ihr Traummann aussieht und welche Beautytipps sie für die Face2Face-Leserinnen parat hat, lest ihr am Dienstag, 6. September.

Amy Winehouse und ihre musikalischen Erben

Nach der Meldung über Amy Winehouse Tod reagierten die Musikbegeisterten und Sympathisanten der Sängerin erschüttert. Schon kurze Zeit darauf posteten oder twitterten sie unzählige Male „Amy Winehouse R.I.P.“ (Anm. d. Red.: „R.I.P.“ – Rest in peace, zu Deutsch: Ruhe in Frieden).

Eine wellenartige Medienflut brach herein. Unter anderem ihr ruhmreicher Aufstieg, ihre Drogenexzesse, die gescheiterten Versuche in der Entzugsklinik, aber auch ihre zerschlagene Ehe mit Songwriter Blake Fielder-Civil und letztendlich die Aufnahme in den „Klub K“ (Anm. d. Red.: so bezeichnet man eine Gruppe von berühmten Musikern, die im Alter von 27 Jahren starben) wurden plötzlich zu höchstem Medieninteresse. Über die Frage nach ihrem musikalischen Erbe jedoch, wurde bisher eher hintergründig – wenn überhaupt – debattiert.

Schon zu Lebzeiten zog die erst kürzlich verstorbene Retro-Soul-Sängerin einige namhafte Musiker und Künstler in ihren Bann. Dazu gehören unter anderem „Arctic Monkeys“ Frontmann Alex Turner, die Sänger Tom Jones und Boy George oder auch Rapper Snoop Dogg und Kanye West aus der Hip-Hop Szene. Selbst die High-Class der Modebranche war von der exzentrischen Soulqueen angetan. Bei einer „Chanel“-Modenschau von Karl Lagerfeld trugen die Models Winehouses Beehive-Frisur (zu Deutsch: Bienenstock) aus den 1960er Jahren und wurden sogar im Stile der Soul-Diva geschminkt.

Aber wer kommt nun als Anwärter für ihr musikalisches Erbe tatsächlich in Frage? Raphael Saadiq, der Wegbereiter des „Neo-Souls“ trug erhebliches dazu bei, dass der fast schon wieder in Vergessenheit geratene „Neo-Soul“-Sänger Aloe Blacc den Weg zum Soul und somit auch zu seinem Charterfolg „I need a dollar“ fand. Zu den heißesten Anwärterinnen auf Winehouses Stuhl zählen Adele, Melody Gardot und die belgische, noch etwas unbekanntere Selah Sue.

Die namhafteste Anwärterin davon ist zurzeit ohne Zweifel Adele. Sie hat dem Soul regelrecht zu einem Hype verholfen. Ausverkaufte Konzerte und zahlreiche Fesivalbesuche sind das Resultat, das sich wohl an ihrer unverwechselbaren, durchschlagenden Stimme und deren Lyrics festmachen lässt.

 Ähnlich wie Adele schaffte die aus New Jersey stammende Melody Gardot mit ihrem zweiten Studioalbum „My one and only thrill“ den erwünschten Durchbruch. Bei ihr ist die Verschmelzung von Jazz und Soul sehr nahe gekoppelt. Ihre Musik lebt – wie auch die von Winehouse – von ihrer charakteristischen Stimme, die in ihren Songs immer wieder ein gewisses Drama, Traurigkeit und Melancholie verleiht.

Die 22-jährige Belgierin Selah Sue hingegen ist die jüngste, potentiell allerdings auch die vielseitigste Winehouse-Erbin – sie verknüpft gekonnt und lässig Reggae-, Hip-Hop-, R’n’B- Soul- und Popmusik miteinander. Ihr Sound im Gesamtbild gesehen klingt verblüffend jamaikanisch für eine Europäerin, gepaart mit retrolastigen, auf alt getrimmten Klängen im Stile von Amy Winehouses Zweitwerks „Back to black“.

Letztendlich ist jede der drei Anwärterinnen auf ihre eigene Art und Weise eine ehrenwürde Nachfolgerin. In Punkto Exzesse und Skandale halten sich die Drei allerdings (noch) zurück.

Vorschau: Am Samstag lest ihr in der Musik-Rubrik einen Konzertbericht der Elektro-Punk Band „Frittenbude“.