Kiffen für die Gesundheit – Der wissenschaftliche Stand zu Cannabis

Hanky der Dockarbeiter und die Kakerlake rauchen zwei Joints, in ihrem Kopf Weißer Rauch und der Staat erhält eine Zaubersteuer. Es gibt so viele Songs, die sich um die Legalisierung von Hasch drehen. In Deutschland plädieren einige Parteien dafür, es als medizinisches Mittel zu erlauben, wie es auch in einigen Staaten der USA der Fall ist. Ähnlich wie andere psychoaktive Substanzen gibt es einige Studien, die die positive Wirkung von Cannabis aufzeigen. Was ist der momentane Stand?

Allgemeines

Hanfpflanze in einem Hanffeld (Foto: NicoLeHe / pixelio.de)

Hanfpflanze in einem Hanffeld (Foto: NicoLeHe / pixelio.de)

Die Hanfpflanze Cannabis sativa ist eine Kulturpflanze, die schon seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt wird. Nicht nur nahrhafte Samen, sondern auch reißfeste lange Fasern können von der Pflanze gewonnen werden. Als Heilpflanze gegen Malaria und Rheuma war sie im alten China und als Schmerzmittel im Antiken Europa bekannt. Daneben wird Hanf auch als halluzinogenes Rauschmittel genutzt. Hierbei gibt es die Blütentrauben, bekannt als Marihuana, und das Harz, bekannt als Haschisch, welche Tetrahydrocannibidol, THC, als hauptsächlich psychoaktive Substanz beinhalten. Das THC hat eine ähnliche Struktur, wie Stoffe, die unser Körper benutzt, die Endocannabinoide, und dockt daher an die gleichen Rezeptoren an. Im Elektroenzephalogram (EEG) kann ein größeres Rauschen beobachtet werden, was die psychoaktiven Effekte erklärt. Die Endocannabinoide und ihre Rezeptoren sind beteiligt an Gehirn- und Nervenaktivitäten, wie das Gedächtnis und Schmerz, aber auch am Metabolismus, Herzfunktionen und dem Immunsystem. Deshalb sind sie in die verschiedensten Krankheiten involviert.

Weil Cannabinnoide und ihre Rezeptoren auch bei der Gehirnentwicklung eine Rolle spielen, sollten Jugendliche, deren Gehirn sich noch fertig entwickelt nicht zu dieser Droge greifen. Eine neue Studie jedoch besagt, dass der gefundene niedrigere IQ bei jugendlichen Cannabiskonsumenten nicht direkt mit der Droge zusammenhängt, sondern mit anderen Faktoren, wie eine unstabile Familiensituation. Trotzdem besteht die Gefahr einer Auswirkung auf die Psyche, sollte Cannabis von jungen Menschen konsumiert werden.

Kann Cannabis Krebs heilen?

Oft wird behauptet, dass Cannabis Krebs heilt. Doch Krebs ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von komplexen Erkrankungen. Und es gibt eine Vielzahl von Studien zu der Wirkung von Cannabinoiden. So konnte eine erhöhte Menge an THC das Wachstum von Krebszellen verhindern, störte aber auch Blutgefäßzellen, Endocannabinoide halfen ebenfalls das Tumorwachstum zu stoppen. Unter anderen Umständen halfen Cannabinoide allerdings auch den Krebszellen beim Wachsen. Eine weitere Studie besagte, dass unterschiedliche Effekte mit unterschiedlichen Mengen der Rezeptoren zusammenhängen können und auch Resistenz gegen Cannabinoide konnten beobachtet werden. Auch klinische Studien konnten noch keine Beweise dafür erbringen, dass THC gegen Krebs hilfreich ist. Die Zukunft muss in Erfahrung bringen, welches Cannabinoid und in welcher Dosis den besten Effekt bringt. Klar ist, dass eventuelle gesundheitliche Effekte beim Rauchen eines Joints von Marihuana mit Tabak von den negativen Effekten überlagert werden und zur Krebsentstehung beitragen.

Cannabis als Medikament

Doch Cannabis kann bei Vielem hilfreich sein. Schon jetzt gibt es einige zugelassene Medikamente mit Cannabis-verwandten Wirkstoffen, die gegen Übelkeit und Erbrechen und starken Schmerzen bei AIDS und Krebspatienten helfen oder gegen Schmerz und Spastiken bei Patienten mit Multipler Sklerose. Gleiches gilt für entzündlich rheumatoide Erkrankungen, wie Arthritis, Hilfe gegen Schlafstörungen und dem chronischen Müdigkeitssyndrom, Ticks bei Tourette, sowie für Epilepsie. Hinweise auf weiteres therapeutisches Potential gibt es bei Tinitus und Grüner Star (Glaukom), sogar bei Organtransplantaten könnte THC möglicherweise helfen. Für posttraumatische Belastungsstörung konnte man mit medizinisch verschriebenem Marihuana bereits positive Ergebnisse sehen. Uneinig sind die Studien zu Depression und Ängsten. Denn das THC scheint diese wohl eher zu fördern, während das Cannabidol, welches ebenfalls in Cannabis vorhanden ist, den gegenteiligen Effekt zu haben scheint. Bei Psychosen und Schizophrenie gibt es ebenfalls noch keinen Konsensus.

Egal, was man von Cannabis Konsum halten möchte, so ist klar, dass es erhebliches Potential beinhaltet. Weitere Forschung wird uns näher an Lösungen bringen. Manche Ärzte erhoffen sich von Cannabidolen ebenfalls Medikamente für ADHS, Demenz und Alzheimer.

Vorschau: Nächsten Monat geht es um das Reinigungssystem im Gehirn.

Bias und Meme – Kognitive Wahrnehmung, Verzerrung und Glaubenssätze

„Die Jugend von heute liebt den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten soll“, soll Sokrates einmal gesagt haben. Diese Beschwerde über fehlende Werte und Dekadenz ist jedoch auch heute immer wieder zu hören. Doch Werte sind für jeden Menschen, Gruppe und Kultur unterschiedlich. Diese Werte und Überzeugungen stellen unbewusste Filter da, durch die jeder Mensch seine Umgebung unterschiedlich wahrnimmt. In der Psychologie nennt man dies Kognitive Verzerrung oder Bias.

Hat man etwas selbst gebaut, so schätzt man den Wert des Gegenstandes viel mehr ein, als von einem massenproduzierten Gegenstand. Dies ist der IKEA Effekt und ein leicht anschauliches Beispiel. Auch die Neigung in Daten Mustern zu erkennen, selbst wenn keine vorhanden sind, zeigt auf, wie unser Gehirn funktioniert. Doch es gibt viel einflussreichere Bias, die uns daran hindern, rational zu denken:

Die illusorische Korrelation ist ein fälschlich zugeordneter kausaler Zusammenhang zwischen zwei Ereignissen und ein Ereignis gemäß einer empfunden Emotion zu bewerten wird emotionale Beweisführung genannt. Der momentane Gefühlszustand ist oft ein einflussreicher Faktor, wie zum Beispiel in einer Studie von 1998 über Hunger gezeigt. Einen Vergleich zu haben ist ebenfalls von Bedeutung: der Anchoring Effect lässt uns einen Zahlenwert anders einschätzen, wenn wir einen Vergleichswert haben, auch wenn beide Werte zu hoch oder zu niedrig für eine zu fällende Entscheidung sind.

Verzerrung: Die Wahrnehmung einer Sache ist nicht für alle gleich. (Foto: Karl-Heinz Laube  / pixelio.de)

Verzerrung: Die Wahrnehmung einer Sache ist nicht für alle gleich. (Foto: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)

Besonders einflussreich sind wir selbst und die Leute um uns herum: Wir projizieren unsere eigene Werte auf andere Personen und nehmen an, dass sie dieselben Werte haben (Projection Bias), bei einem positiven Selbstbild halten wir bestimmte eigene Fähigkeiten für überdurchschnittlich (Lake-Wabegon Effekt), denselben Effekt bei schwierigen Aufgaben gibt es in die andere Richtung. Wir neigen dazu Informationen so aufzunehmen und zu interpretieren, dass sie die eigenen Erwartungen erfüllen und umgeben uns auch mit denen, die einer Meinung mit uns sind (Conformation Bias). Wir übernehmen die Verantwortung für Erfolge eher als für Misserfolge (Self Serving Bias), schätzen vergangene Ereignisse im Nachhinein als ein (Hindsight Bias)

Wir tendieren dazu Sachen zu machen oder zu glauben, wenn andere Menschen dies auch tun (Gruppendenken, Herdenverhalten, Mitläuferverhalten Bandwagon Effect genannt), was in Experimenten oft belegt wurde. Wir überschätzen auch die Gruppe, in der wir uns befinden und stellen sie über andere Gruppen (In Group Bias).

Wer eine Münze wirft und fünf Mal Kopf erhält, geht davon aus, dass beim sechsten Mal doch endlich Zahl kommen müsste. Doch die Wahrscheinlichkeit bleibt 50 % (Gamblers Fallacy). Wir nehmen negative Informationen eher wahr, als positive (Negativity Bias), weshalb Nachrichten mit negativen Schlagzeilen sich besser verkaufen lassen. Es gibt sehr viele dieser Bias, über die wir uns nicht einmal bewusst sind.

Unsere Werte entstehen entweder in der Prägungsphase (bis zum siebten Lebensjahr), Modellierungsphase (achtes bis dreizehntes Lebensjahr) oder in der Sozialisierungsphase (vierzehntes bis einundzwanzigstes Lebensjahr). Bekommen wir von anderen Menschen, Dritten, nun etwas eingeredet oder reden es uns selbst ein, wie etwa „ich bin schlecht in Mathe“, so glauben wir dies. Solch einen Glaubenssatz wieder los zu werden ist schwer und im schlimmsten Fall entstehen Phobien. Stehen einige unserer Werte miteinander in Konflikt verursacht dies eine kognitive Dissonanz.

Das Mem ist ein Bewusstseinsinhalt, also ein Gedanken, eine Idee oder ein Verhalten, welches sich von Person zu Person in einem Kulturkreis verbreitet. Richard Dawkins entwickelte diesen Begriff in seinem Buch „Das egoistische Gen“ und daraus leitet sich auch der Begriff des Internet Memes ab. Diese Meme verbreiten sich wie ein Virus und vor allem sich gegenüberstehende Argumente, besonders, wenn sie mit der Emotion Wut verbunden werden, verbreiten sich schnell und helfen sich somit gegenseitig bei ihrer Verbreitung.

Das Thema ist sehr interessant und kann hier nur oberflächlich abgedeckt werden. Somit wird mit einem weiterem Zitat geschlossen: „Alles was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles was wir sehen, ist eine Perspektive, nicht die Wahrheit.“ Marcus Aurelius

Vorschau: Nächsten Monat geht es bei der Tier&Umwelt Rubrik um Domestikation

Elefanten und Tenreks – die komplizierte Verwandtschaft der Afrotheria

Phylogenie, das ist die Rekonstruktion der Stammesgeschichte der Organismen. Hierzu werden Lebewesen in verschiedene Verwandtschaftsgruppen eingeteilt, was als Taxonomie bekannt ist. Schon Aristoteles hat versucht, Tiere und Pflanzen einzuordnen. Lange Zeit war den Biologen dies anhand von morphologischen, anatomischen und physiologischen Merkmalen möglich. Doch dank der Molekulargenetik gibt es nun ein weiteres Werkzeug, die Stammesgeschichte der Tiere zu rekonstruieren. Dies führte schnell zu einigen Neugruppierungen innerhalb der Systematik. Denn manchmal entwickeln sich Tiere so, dass sie sich sehr ähnlich sehen und gleiche Verbreitungsgebiete haben, obwohl sie andere Vorfahren hatten. Eine sehr diverse Gruppe sind die Afrotheria, zu denen Elefanten, Seekühe, Erdferkel und Klippschliefer gehören. Obwohl das Körpergewicht zwischen 5 Gramm und 5 Tonnen variiert, sind sie doch miteinander verwandt.

Auch ein Verwandter des Elefanten: die Seekuh (Foto: Marion  / pixelio.de)

Auch ein Verwandter des Elefanten: die Seekuh (Foto: Marion / pixelio.de)

Die Afrotheria sind eine Gruppe, die bis auf zwei nach Asien ausgewanderte Arten, in Afrika lebt und sich hier auch in der Kreidezeit getrennt von den anderen Säugetieren entwickelt hat. Sie umfasst 80 Arten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Die Elefanten sind ihre berühmtesten Vertreter. Die Seekühe sind genauso grau. Diese friedlichen Pflanzenfresser leben in Küstennähe oder im Süßwasser und sind neben Walen und Robben die dritten Meeressäuger, jedoch nicht miteinander verwandt. Das Erdferkel könnte man ebenfalls dank der Rüsselartigen Schnauze mit einem Elefanten verbinden. Doch ob die nach vorne abstehende Schnauze aller Afrotheria wirklich von einem gemeinsamen Vorfahren kommt oder sich nur ähnlich zueinander entwickelt hat, ist unklar.

Die anderen Tiere der Gruppe der Afrotheria würde man nicht so schnell in Verbindung zu den obigen bringen. Rüsselspringer sind kleine, langschnauzige Bodenbewohner, die man schnell als Maus abtun würde. Die 30 bis 60 cm großen Schliefer dagegen könnten mit Murmeltieren verwechselt werden. Die Debatte um ihre Verwandtschaft wurde lange geführt, bis in den 90ern molekulargenetische Untersuchungen die Erklärung lieferte. Goldmulle, die Maulwürfen ähnlich sehen und Tenreks bilden weitere Gruppen. Tenreks oder Tanreks haben Vertreter, die man mal Igeln, Spitzmäusen und Ottern zuordnen würde. Sie haben sich an viele unterschiedliche Nischen angepasst und somit variiert ihr Aussehen stark.

Das Problem der Forschung der Phylogenese ist, dass man diese Prozesse nicht direkt beobachten kann. Die zugrundeliegenden Evolutionsprozesse sind auch nicht so einfach experimentell nachweisbar. Deshalb müssen Hinweise aus verschiedenen Bereichen der Biologie zusammenfügt werden, um das Rätsel zu lösen.

Vorschau: Nächstes Mal erfahren wir alles zur Wissenschaft des Kaffees.

Wie die Schildkröte ihren Panzer bekam

Der Panzer der Schildkröte stellt eindeutig das auffallendste Merkmal dieser Tiere dar. Deshalb waren Biologen schon lange daran interessiert herauszufinden, wie er sich entwickelt hat. Welcher evolutionäre Druck führte zu diesem Phänomen? Studien der Morphologie und der Embryologie konnten nur zum Teil erklären, wie der einzigarte Körperbau zustande kommt. Erst in den letzten Jahren konnten Fossilienfunde weitere Puzzleteile zum Rätsel beisteuern. Der neuste Fund wurde nun in der Fachzeitschrift Nature beschrieben.

Frontansicht auf den Panzer: eine Karettschildkröte (Foto: Margit Völtz  / pixelio.de)

Frontansicht auf den Panzer: eine Karettschildkröte (Foto: Margit Völtz / pixelio.de)

Der Panzer macht 30% des Körpergewichtes einer Schildkröte aus. Er besteht aus massiven Knochenplatten, die einen Rippenkäfig bilden und sich aus dem Rückenpanzer (Carapax) und dem Bauchpanzer (Plastron) zusammensetzen. Er geht entwicklungsgeschichtlich aus den Wirbelbögen und Rippen hervor und der Schulterknochen hat sich dabei, im Gegensatz zu allen anderen Wirbeltieren, unter die Rippen geschoben. Die Atmung ist ebenfalls speziell angepasst und muss durch Muskelkraft der Extremitäten unterstützt werden.

Eunotosaurus war ein Reptil, welches vor 260 Millionen Jahren lebte und weite flache Rippen besaß. Dieses Tier besaß schon erste Anpassungen, zum Beispiel verlängerte Wirbel, ist aber noch weit von einer Schildkröte entfernt. Odontochelys ist das nächste Fossil in der Reihe. Es wurde 2008 gefunden und ist 220 Millionen Jahre alt. Das Reptil hatte einen bereits voll entwickelten Bauchpanzer. Doch durch diese 40 Millionen Jahre große Lücke konnte man nicht erklären, wie es zur Entwicklung eines kompletten Panzers kam.

Pappochelys, der neuste Fund, füllt die Lücke auf. Es bildet das morphologische Zwischenglied. Übersetzt „Großvater Schildkröte“, war das 240 Millionen Jahre alte Tier 20 Zentimeter groß und hatte noch Zähne, während heutige Schildkröten diese nicht mehr haben. Eine kurze spitze Schnauze und ein langer peitschenartiger Schwanz gehörten ebenfalls in sein Arsenal.

Der Schildkröten-Stammvater besaß paarige Knochen am Bauch, die mit den großen Rippen einen kompletten Käfig bildeten, der den Körper schützte. Außerdem kontrollierte es mit dem Gewicht der Knochen auch den Auftrieb im Wasser. Die Knochen im Bauch sind Bauchrippen, welche man auch bei Krokodilen finden kann. Dies ist der endgültige Beweis dafür, dass sich der Bauchpanzer der Schildkröten aus eben solchen Bauchrippen entwickelt hat und nicht, wie eine alternative Theorie besagte, aus Hautknochenplatten. Ebenfalls zeigt das Fossil, dass sich der Panzer im aquatischen oder semi-aquatischen Lebensstil entwickelte, da das Reptil in Seen lebte. Spätere Vertreter der Schildkröten, welche einen voll entwickelten Panzer besaßen, lebten wohl eher am Land.

Zusammengefasst bildet das neue Fossil Pappochelys eine neue Stufe in der Entwicklung des Schildkrötenpanzers. Man darf gespannt sein, ob in Zukunft weitere Fossilien gefunden werden.

Top 10 der neuen Spezies 2015

Die Entdeckungen sind noch lange nicht ausgeschöpft. Jedes Jahr werden neue Tier- und Pflanzenarten entdeckt. Bereits zuvor berichtete Face2Face von den Top 10 der neu entdeckten Spezies. Auch dieses Jahr wurde eine Top 10 Liste vom International Institute for Species Exploration (IISE) aus dem College of Environmental Science and Forestry aus New York erstellt:

  • Das Hühnchen aus der Hölle, Anzu wyliei, ist das einzige Fossil und der einzige Dinosaurier auf dieser Liste. Der gefiederte vogelähnliche Dinosaurier hatte, wie viele andere Tiere aus dieser Gruppe, zu der auf der bekannte Tyrannosaurus Rex gehört, leichte Knochen und einen papageienähnlichen Schnabel.
  • Balanophora coralliformis, ist eine parasitäre Korallenpflanze, die in einer Höhe von 1500m bis 1800m um den Berg Mingan in den Philippinen wächst und ihre Nährstoffe von anderen Pflanzen bezieht. Diese Spezies wurde sofort als kritisch vom Aussterben bedroht angesehen.
  • Cebrennus rechenbergi ist eine agile Spinne, die in der marokkanischen Wüste lebt und sich bei Gefahr davon macht, indem sie einen Radschlag macht.
  • Die X-Phyla ist ein multizellulärer Organismus, der einem Pilz ähnelt.
  • Die Knochenhaus-Wespe hat eine besondere Art des Nestschutzes entwickelt. Die Weibchen dieses schwarzen 1,5 cm langen Insekts legen ihre Eier in abgetrennten Zellen in hohlen Stämmen und töten, als Nahrung, je eine Spinne und legen sie mit in die Zelle. Am Ende verschließt sie dem gesamten Stamm mit 13 toten Ameisen.
  • In Indonesien fand man einen Frosch namens Limnonectes larvaepartus, der als einzige Froschart keine Eier in Wasser legt, sondern lebendige Kaulquappen gebiert.
  • Eine ganze Familie von Insekten sieht zur Tarnung aus, wie ein kleiner Zweig. Phryganistria tamdaoensis ist eine der kleineren Arten aus dieser Familie.
  • Die Seeschnecke Phyllodesmium acanthorhinum gehört zu einer Gruppe von Seeschnecken, die symbiotisch lebende Algen in ihrem Darm haben und durch diese fluoreszierend leuchten.
  • Die Weihnachtsbromelie ist eine Pflanze, die zu den Ananasgewächsen gehört. Die Einheimischen in Mexiko kennen sie schon lange und zu Weihnachtsfeiern genutzt.
  • Der Kugelfisch Torquigener albomaculosus liefert die Erklärung für ein lange ungeklärtes Mysterium. Am Meeresgrund bei Japan fanden Wissenschaftler zwei Meter breite Kreise mit geometrischen Sandskulptur-Zeichnungen. Nun stellte sich heraus, dass dies Nester sind, die von den Männchen dieser Kugelfischart gebaut werden, um Weibchen anzulocken. Sie sind nicht nur schön anzusehen, sondern minimieren Meeresströmungen im Zentrum des Nestes. Doch diese Nester werden nur einmal benutzt und dann verlassen.

 

Die Liste der Top 10 wird erstellt, um das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu wecken und Aufmerksamkeit auf das Feld der Biodiversität und Taxonomie zu lenken. Die IISE hat es sich zum Ziel gemacht, zu inspirieren und zu ermutigen und den Fortschritt in der Taxonomie und die Entdeckung der Spezies der Erde zu voranzutreiben.

Die Geschichte des Klimas, Teil 1: Die Entstehung der Erde

Warum ist die Welt so, wie sie ist? Wie entsteht das Klima? Wie entstand das Leben? Um all das zu verstehen, müssen wir einen Blick in die Vergangenheit werfen. Zu den Anfängen bis Heute.

Am Anfang war der große Knall, unser Solarsystem entwickelte sich und kurz darauf entstand die Erde in einem Prozess namens Akkretion. Der Druck und die Hitze durch radioaktiven Zerfall der Elemente und die Nachwirkungen von massiven Kollisionen verschiedenster interstellarer Gesteine führten dazu, dass die Erde ein geschmolzener Lavaball war, dessen primitive Atmosphäre aus vulkanischen Abgasen bestand und noch kein Sauerstoff enthielt. Wasser, welches durch Kometen als Eis auf die Erde kam, war gasförmig. Doch die Sonne war zu diesem Zeitpunkt noch nicht so stark, wie sie es heute ist. Der Planet kühlte langsam ab und es bildete sich eine Erdkruste und Meere entstanden durch einen jahrtausendlangen Regen. Noch heute ist der riesige Ozean aus Magma unter der Erdkruste vorhanden und ist der Grund für die Kontinentalplattenbewegung. Auch ein Magnetfeld bildete sich, welches die Erde noch heute vor Solarwinden schützt.

Vor etwa 3,8 Milliarden Jahren entstand das erste Leben, Einzeller. Und obwohl die Sonne langsam stärker wurde, so kühlte die Erde ab und war ganz in Eis gehüllt. Zwei mal hintereinander war, so die Theorie, die Erde eine sogenannte Schneeballerde. Erst als sich genügend CO2 und Methan angesammelt hatten, um einen Treibhauseffekt zu erzeugen, schmolz das Eis. Doch vor 2,8 Milliarden Jahren entstanden die ersten Cyanobakterien. Sie waren in der Lage Photosynthese zu betreiben und bildeten aus CO2 (Kohlendioxid) Sauerstoff. Mit dem schmelzendem Eis, wurden viele Nährstoffe, besonders Phosphate, frei und CO2 gab es ebenfalls genug. Die Cyanobakterien vermehrten sich stark und produzierten massig Sauerstoff. Da damals das Leben noch nicht an Sauerstoff gewöhnt war, starben viele andere Einzeller aus. Die sogenannte große Sauerstoffkatastrophe hatte ein Massensterben herbeigeführt. Ebenfalls reagierte der frei werdende Sauerstoff mit dem Methan, welches den Treibhauseffekt verkleinerte und die Zweite Schneeballerde entstehen ließ.

Nachdem die Erde ein zweites Mal der kompletten Vereisung entging, die Atmosphäre sich mit Sauerstoff anreicherte,  die Einzeller sich angepasst hatten und nun Sauerstoff zur Atmung nutzten, erblühte das Leben. Mehrzeller entwickelten sich und letztlich alle Tiere und Pflanzen.

Geologische Veränderungen tauchen ständig auf unserem Planeten auf. Biologische Veränderungen gab es seit das Leben entstanden ist. Der Prozess der Plattentektonik, ständig getrieben von der Hitze aus dem Erdinnern, spielt eine starke Rolle bei der Gestaltgebung der Ozeane und Kontinente, wie auch beim Leben, welches sich dort entwickelt. Im Gegenzug hat die Biosphäre einen signifikanten Effekt auf die Atmosphäre und den Zustand der Erde, wie bei der Herstellung des Sauerstoffs, der Formation der Ozonschicht und die Bildung des Erdreiches.

Vorschau: In zwei Wochen erfahren wir mehr über die Rettung der Hunde in Rumänien.