Codename „Citizenfour“

Spannend: Der Dokumentarfilm-Thriller Citizenfour wird am 23.11.2015 um 22.45 Uhr zum ersten Mal in der ARD / Das Erste ausgestrahlt. (Foto: http://hoehnepresse-media.de)

Spannend: Der Dokumentarfilm-Thriller Citizenfour wird am 23.11.2015 um 22.45 Uhr zum ersten Mal in der ARD / Das Erste im TV ausgestrahlt. (Foto: http://hoehnepresse-media.de)

Citizenfour ist der Nickname, unter dem Edward Snowden die Filmemacherin Laura Poitras und den Journalisten Glenn Greenwald per E-Mail kontaktierte. Das erste Treffen fand in Hongkong statt. Der Dokumentarfilm porträtiert Snowden nicht nur als sogenannten Whistleblower, sondern auch als Mensch. 2014 kam „Citizenfour“ in die Kinos, wurde mit dem Oscar, dem Deutschen Fernsehpreis sowie dem Emmy ausgezeichnet.

Die deutsche TV-Erstausstrahlung findet am Montag, 23. November 2015, um 22.45 Uhr in der ARD / Das Erste statt.

 

Wir haben mit dem Produzenten des Films Dirk Wilutzky (50) gesprochen.

Face2Face: „Citizenfour“ hat inzwischen alle wichtigen Filmpreise abgeräumt. Wie haben all diese Preise und vor allem der Oscar Ihr Leben verändert?

Dirk Wilutzky: Die Preise haben mein Leben nicht wirklich verändert. Aber sie motivieren mich auf besondere Art genau das weiterzumachen, was ich in den letzten zehn Jahren getan habe – nämlich so konsequent wie möglich Filme zu machen, die sich radikal den Werten der Aufklärung und der Verteidigung der Menschenrechte verpflichtet fühlen.

Diese Werte – Gerechtigkeit, Freiheit, Selbstbestimmung, Demokratie und Verantwortung für die Zukunft der Menschheit – sind gerade in großer Gefahr in einer Welt, die immer krisenhafter und instabiler wird.

Filme können, so wie CITIZENFOUR dazu beitragen, mehr Menschen aufzuwecken. Und das ist das Dringendste, was derzeit geschehen muss. Denn die Zeit in der wir noch etwas Sinnvolles gegen viele der sich anbahnenden Bedrohungen unternehmen können läuft ab. Ich denke, dass in den nächsten 10, 20 Jahren die wichtigsten Entscheidungen für die Zukunft der Menschheit getroffen werden. Entweder entscheiden wir bewusst, und gestalten unsere Zukunft, weil wir etwas begriffen haben werden, oder wir verdrängen weiterhin alles, und dann wird es eben chaotisch. Wir haben jetzt die Wahl.

Face2Face: Über welche Oscar-Gratulation haben Sie sich am meisten gefreut?

Wilutzky: Über die von meiner Frau Mathilde Bonnefoy, die den Film mit mir zusammen produziert und ihn auch noch geschnitten hat. Es war tatsächlich ein besonderes Gefühl, als wir beide jeweils unseren eigenen Oscar bekamen und uns gegenseitig gratulieren konnten! Besser geht es nicht.

Face2Face: Was genau hat Sie angetrieben diesen Film zu produzieren und nach Wahrheiten zu suchen, auch wenn sie sich als gefährlich erweisen könnten?

Wilutzky: Wir leben heutzutage als Menschheit in einer so entscheidenden Situation, dass wir einfach tun müssen, was immer wir können, um dazu beizutragen die Zukunft unserer Demokratie und unserer Menschenrechte zu verteidigen. Da gibt es kein Aber.

Filmszene: Edward Snowden & Glenn Greenwald in Hongkong. (Foto: http://hoehnepresse-media.de © Praxis Films)

Filmszene: Edward Snowden & Glenn Greenwald in Hongkong. (Foto: http://hoehnepresse-media.de © Praxis Films)

Face2Face: Wie wichtig war es Ihnen auch den Menschen Edward Snowden und sein Schicksal zu zeigen?

Wilutzky: Edward Snowden ist ein absolutes Vorbild. Er handelte aus einem tief empfundenen persönlichen Verantwortungsgefühl. Er hat sein Leben für unsere Demokratien aufs Spiel gesetzt. Seine mutige Tat in einem solchen Film festzuhalten, sie für andere sichtbar zu machen, ihn sichtbar zu machen, das ist eine Arbeit, auf die ich sehr stolz bin.

Face2Face: Hatten Sie keine Angst sich mit dem mächtigsten Staat der Welt anzulegen?

Wilutzky: Natürlich hatten wir auch Angst. Aber das Wichtigste dabei ist es, mit der eigenen Angst lernen umzugehen und sich nicht von ihr in die falsche Richtung leiten zu lassen. Es wäre falsch, aus Angst etwas nicht zu tun, etwas nicht zu wagen, oder aus Angst sogar Gesetze zu befürworten, die für Pseudo-Sicherheit sorgen sollen, wie z.B. die Massenüberwachungsgesetze der USA oder die Vorrats-datenspeicherung in Deutschland. Wissen Sie übrigens dass dieses Gesetz eine Klausel enthält, die das Arbeiten mit geleaktem Material für Journalisten illegal machen soll? Das ist ein perfektes Beispiel dafür was man verliert, wenn man sich der Angst hingibt: man verliert seine Freiheit!

Face2Face: Wie hoch schätzen Sie selbst Ihr persönliches Risiko ein? Hatten Sie Angst selbst zum Ziel der Geheimdienste zu werden?

Wilutzky: Es war eine interessante Erfahrung das Gefühl zu haben, dass wir davon ausgehen mussten, selbst abgehört und überwacht zu werden. Und es ist genauso wie im Film gesagt wird: Es ist ein solches Verbrechen andere zu überwachen, weil es so intrusiv ist. So aufdringlich. Es dringt in den eigenen Kopf. Es beginnt die eigenen Handlungen unbewusst zu zensieren. Man traut sich plötzlich nicht mehr bestimmte Dinge in Suchmaschinen einzugeben. Man zögert plötzlich Online-Petitionen zu unterschreiben, weil man vielleicht später an einer amerikanischen Universität studieren will, etc. Es verändert die Person, die sich überwacht fühlt. Der einzige sinnvolle Umgang damit ist, sich dessen bewusst zu werden und sich zu wehren: die Dinge trotzdem zu machen, die man machen wollte, die Gedanken trotzdem auszudrücken, die man ausdrücken wollte. Darüber hinaus muss man aber auch Verschlüsselung für E-Mail und Festplatten verwenden und das Netzwerk TOR benutzen (einen Browser, der Anonymität gewährleistet). Es gibt keine Alternative mehr dazu.

Face2Face: Mit welchen Schwierigkeiten hatte das Team bei der Fertigstellung des Films zu kämpfen? Stimmt es, dass der Film in Deutschland zu Ende geschnitten wurde aus Angst vor US-Behörden?

Wilutzky: Der Film musste komplett in Deutschland geschnitten werden, weil es in den USA Gesetze gibt, die selbst Journalisten zwingen können all ihr Material den Behörden zu übergeben. Wir haben wegen des brisanten Inhalts versucht so weit wie möglich „unter dem Radar“ zu arbeiten. Niemand sollte wissen, dass dieser Film gerade im Entstehen war. Das machte die Finanzierung des Films schwierig, weil ich ständig mit potentiellen Geldgebern verhandeln musste, denen wir nicht viel über den Film sagen konnten. Aber wir haben genügend mutige Menschen gefunden, die das Risiko eingingen. Das war eine gute Erfahrung.

Face2Face: Wurden Sie oder das Team in Deutschland z.B. von PRISM, Tempora oder XKeyscore überwacht?

Wilutzky: Von diesen Programmen werden wir in Deutschland alle überwacht.

Face2Face: Inwiefern hat der Film „Citizenfour“ Ihr Leben positiv oder negativ verändert?

Wilutzky: CITIZENFOUR macht mir trotz allem Mut. Das liegt daran, dass er meinen Blick auf die junge Generation, die 20-30ig-Jährigen, verändert hat. Ich sehe da plötzlich dank Snowden, und dank vieler Diskussionen in den Kinos nach Vorführungen, immer mehr sehr ernsthafte, hoch moralische Menschen, die bereit sind sich für die klassischen Werte der Aufklärung und der Menschenrechte einzusetzen – und gegebenenfalls große Risiken auf sich zu nehmen.

Face2Face: Wie denken Sie selbst im Zeitalter von Social Media über Datenschutz? 

Wilutzky: Ich denke, dass besonders junge Menschen extrem skeptisch und vorsichtig sein sollten. So leicht sind heutzutage Dinge veröffentlicht, die absolut privat hätten bleiben sollen, und die später einmal richtig ärgerliche Auswirkungen haben können.

Face2Face: Sind Sie denn selbst aktiv bei Facebook, Google+ und Co.?

Dirk Wilutzky: Natürlich nicht.

Face2Face: Und wie schützen Sie Ihre persönlichen Daten Herr Wilutzky?

Wilutzky: Am besten ist es einen Computer zu haben, der noch nie Online war. Auf dem kann man dann an den wirklich wichtigen, persönlichen Dingen arbeiten. Ansonsten benutze ich Verschlüsselung für die wichtigen Mails und Datenträger und das angesprochene Netzwerk TOR als überwachungsresistenten Browser für die persönlicheren oder beschützenswerteren Internet-Recherchen.


 

Vorschau:

„Noah“ – der neue Thriller von Sebastian Fitzek. Unbedingte Leseempfehlung!

„Zur Geburt Jesu Christi lebten 300 Millionen Menschen auf unserem Planeten. Heute sind es sieben Milliarden. Wie viel ist zu viel?“ Diese Frage befindet sich auf dem Buchrücken des neuen Thrillers „Noah“ von dem Bestsellerautoren Sebastian Fitzek. Bekannt für seine spannenden Psychothriller, die sich durch gut recherchiertes Fachwissen, interessante Charaktere und unvorhergesehene Wendungen auszeichnen, hat sich der Berliner mit seinem neuesten Werk „Noah“ zum ersten Mal in größerem Umfang an einen Verschwörungs-Thriller gewagt. Inspiriert von einer Naturdokumentation über Parasiten, die ihren Wirt so lange aussaugen bist er stirbt, kam ihm der Gedanke, dass diese Definition auch auf uns Menschen passt. So wurde sein Sinn für die Thematik geschärft und die Grundlage für sein neues Buch geschaffen, verrät Fitzek in einem Interview.

Anschließend begannen für Fitzek die Recherchearbeiten: Wusstet Ihr, dass ein Hamburger aufgrund der Abfälle, die er bei der Produktion abwirft eigentlich 180 Dollar kosten müsste? Das unser Rohöl-Aufkommen bei unseren jetzigen Lebensstandard in wenigen Jahren aufgebraucht sein wird? Und dass alle 3,6 Sekunden ein Mensch verhungert? Sebastian Fitzek hat sich mit dem Problem der Armut und Umweltverschmutzung auseinander gesetzt und sie in einen bis zur letzten Seite fesselnden Thriller eingearbeitet.

In „Noah“ geht es um einen Obdachlosen, der sich ohne Gedächtnis, dafür aber mit einer frischen Schusswunde in der Schulter und einer unsauber gestochenen Tätowierung im rechten Handballen, in einem Berliner U-Bahnhof wieder findet. Die Erinnerungen, die ihn nach und nach einzuholen beginnen, decken ein ungeheuerliches Geheimnis auf, das die gesamte Menschheit verändern wird.

„Was zunächst wie ein schlechtes Weltuntergangs-Szenario klingt, stellte sich als eines der interessantesten Bücher heraus, die ich bisher gelesen habe“, beschreibt Face2Face-Autorin Vanessa Betz den Thriller. Mit einer packenden Handlung, realistischen Fakten und authentischen Charakteren schafft es Fitzek, eine überzeugende Story abzuliefern, die sich dem „Weltuntergangs-Thema“ auf erfrischen andere Weise nähert. „Wer Sebastian Fitzek von seinen vorherigen Büchern kennt, wird zunächst etwas überrascht sein. Das Lesen lohnt sich allerdings auf jeden Fall! Mich hat das Buch auch nachhaltig beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Man sollte es gelesen haben“, empfiehlt Vanessa.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier einen Bericht über die vermeintlich typischen Eigenschaften der Deutschen. Vielleicht erkennt ihr euch ja wieder.

 

Wie man das Grauen schafft: Interview mit dem Krimiautor Arno Strobel

Henning Mankell, Joy Fielding, Stephen King – internationale Krimiautoren, die jeder kennt und deren Bücher weltweit gelesen werden. Doch auch deutsche Autoren, unter ihnen der Saarländer Arno Strobel, brauchen sich nicht zu verstecken und erfreuen sich einer immer größer werdenden Fangemeinde.
Der 1962 in Saarlouis geborene Krimiautor feiert mit seinen Büchern unglaubliche Erfolge im In- und Ausland. So wird beispielsweise ein türkischer Verlag „Der Trakt“, „Das Wesen“ und „Das Skript“ in den kommenden Monaten veröffentlichen. Auf eine faszinierende Art und Weise schafft Strobel es, die Leser seiner Psychothriller bis zur letzten Seite zu fesseln und in Spannung zu versetzen. Über seine Tätigkeit als Autor und den Krimi im Allgemeinen hat er Face2Face Interessantes im Interview erzählt.        

Face2Face: Da es keinen „klassischen Weg“ gibt, Autor zu werden, zunächst die Frage an Sie, wie sie überhaupt zum Schreiben gekommen sind.
Strobel:
Meine ersten Erfahrungen mit dem Schreiben und dem Veröffentlichen von Geschichten durfte ich schon mit 13 sammeln. Es war die klassische Situation: Die Sommerferien waren zu Ende, und wir sollten als Hausaufgabe den Aufsatz “Mein schönstes Ferienerlebnis” schreiben. Dabei beging meine Lehrerin allerdings den Fehler, uns zuzugestehen, dass wir die Geschichte auch erfinden durften.
Das führte dazu, dass mein Ferienerlebnis sich am Amazonas abspielte, zwischen gefährlichen, wilden Tieren und Wilderern, die ich auf 15 handgeschriebenen Seiten natürlich allesamt listenreich zur Strecke brachte. Das fand die Lehrerin wohl so außergewöhnlich, dass sie den Aufsatz an die regionale Zeitung schickte, wo er auch tatsächlich abgedruckt wurde.
Danach herrschte lange Zeit Stille in Bezug auf das Schreiben. Erst mit Ende dreißig – damals entstanden die ersten Schreibforen im Internet – packte es mich, und ich startete meine ersten Gehversuche in Sachen  Kurzgeschichten. Gleich die allererste davon wurde für eine Anthologie genommen, und als sich danach immer wieder Redakteure von Zeitschriften und Herausgeber von Anthologien für meine Texte interessierten, stellte ich mir die Frage, ob ich denn auch einen Roman schreiben konnte. Nach fünf oder sechs ambitionierten Versuchen, die allesamt spätestens nach Seite drei starben, schaffte ich es dann schließlich, so weit zu kommen, dass an einen Abbruch nicht mehr zu denken war, weil dann die ganze Arbeit für die Katz‘ gewesen wäre.

Face2Face: Wieso entschieden Sie sich schließlich für das Krimi-Genre?
Strobel: Ich denke, die Faszination beim Schreiben ebenso wie beim Lesen von Krimis und Thrillern basiert auf dem Wissen, ganz schreckliche Dinge aus einer sicheren Distanz zu “erleben”, mit der Gewissheit, anschließend selbst unversehrt aus der Geschichte wieder herauszukommen. Beim Schreiben wird dieser Effekt noch dadurch verstärkt, dass ich als Autor gefahrlos Dinge aus meiner dunkelsten Fantasie virtuell “ausleben” kann.

Face2Face: Wie kann man sich Ihre Vorgehensweise beim Schreiben eines neuen Krimis vorstellen? Wissen Sie zu Beginn des Schreibens schon die gesamte Handlung, inklusive aller wichtigen Details?

Strobel: Oh nein. Am Anfang steht nur eine Grundidee, meist geboren aus einer alltäglichen Begebenheit, die ich beobachtet habe und zu der ich mir die Frage stellte: „Was wäre, wenn jetzt dies oder das passieren würde?“  Zum Beispiel stand bei „Der Trakt“ über allem die Frage: Was wäre, wenn man einer Mutter erzählen würde, sie hätte gar kein Kind. Wenn JEDER ihr das erzählen würde.Dazu überlege ich mir dann eine ganz grobe Story. Hier: Frau erwacht aus Koma, ab dem Moment ist alles anders.Niemand glaubt, dass sie einen Sohn hat, selbst ihr Mann nicht,  und mehr noch, niemand scheint sie zu erkennen. Nun überlege ich mir einen Anfang, der die LeserInnen möglichst schnell packt und in die Geschichte hineinzieht. Ebenso wichtig ist das Ende, also wie löse ich das Ganze auf? Nun habe ich also eine Idee, eine Start- und eine Ziellinie. Ich stelle die ersten Protagonisten an der Ziellinie auf, lasse sie loslaufen und schreibe ihnen einfach hinterher.  Manchmal verlaufen sie sich im Eifer, dann muss ich einen Teil löschen und an einem vorherigen Punkt wieder neu beginnen. Manchmal ergeben sich dadurch aber auch neue Perspektiven, und die Geschichte bekommt Wendungen, mit denen ich vorher selbst nicht gerechnet habe.

Face2Face: Und wie war es bei „Das Wesen“? Die Geschichte spielt schließlich auf zwei Zeitebenen. Haben Sie jede für sich geschrieben oder beide zeitgleich?
Strobel: Beides. Die ersten Kapitel habe ich so geschrieben, wie sie im Buch stehen, die Zeitebene mit fast jedem Kapitel wechselnd. Dann aber habe ich mich dazu entschieden, zuerst den vergangenen Fall komplett zu schreiben, und dann die Gegenwart dazwischen einzuschieben. 

Face2Face: Woher nehmen Sie die Inspiration für den Stoff Ihrer Bücher?
Strobel: Wie oben schon beschrieben, aus alltäglichen Begebenheiten. Um beim Beispiel „Der Trakt“ zu bleiben:  Wir hatten an einem Sonntagnachmittag Besuch von einer Freundin meiner Frau. Sie kam mit ihrem damals fünfjährigen Sohn, der an diesem Tag, nennen wir es einmal „etwas anstrengend“ war. Das ging so weit, dass seine Mutter irgendwann die Augen verdrehte und seufzte: „Ich stelle mir jetzt einfach mal für fünf Minuten vor, ich hätte gar keinen Sohn.“ In diesem Moment stellte ich mir die Frage, wie sie wohl reagieren würde, wenn alle anderen ihr sagen würden, sie hätte keinen Sohn. Ich dachte mir, das müsse für eine Mutter das absolute Grauen sein. Stoff für einen Thriller!


Face2Face:
Was macht für Sie einen richtig guten Krimi aus?
Strobel: Die Autorin/Der Autor muss mich von der ersten Seite in das Buch hineinziehen und es schaffen, dass ich unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht. Einen guten Krimi oder Thriller lese ich nicht, wenn ich gerade die Zeit dazu habe, sondern ich schaffe mir die Zeit, schnell weiterlesen zu können, weil ich wissen muss, wie es weiter geht. Wenn ich dann vom Ende noch überrascht werde, ist es perfekt. Das versuche ich natürlich auch selbst beim Schreiben entsprechend umzusetzen.

Face2Face: Könnten Sie sich denn auch eine Verfilmung Ihrer Bücher vorstellen? Wenn ja, welches würde Sie am meisten reizen zu verfilmen?
Strobel: Oh ja, das könnte ich mir sehr gut vorstellen und ich glaube, für mich selbst wäre der Reiz bei „Das Wesen“ am größten.

Face2Face: Hätten Sie auch schon eine ideale Besetzung für den Täter?
Strobel: Das würde ich ebenso wie das Drehbuch denjenigen überlassen, die sich damit auskennen (lacht).

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr an dieser Stelle etwas über den Mannheimer Krempelmarkt!