Zurück auf´s Fahrrad?

Diesel-Skandal, Feinstaubalarm, Umweltverschmutzung – da kann einem die Lust aufs Autofahren schon mal kurzfristig vergehen. Vielleicht sieht eure „urbane Mobilität“ aber auch so aus: Rauf aufs Fahrrad, fünf Minuten strampeln – ankommen.

Es war einmal eine Rettichkönigin…

Ursprünglich hatte er die sogenannte Laufmaschine als eine Alternative zum Reitpferd erdacht – vor 200 Jahren fuhr Karl Drais zum ersten Mal mit dem Vorgänger des Fahrrads durch Mannheim. Seitdem hat sich einiges getan. Das Fahrrad gilt als das weltweit am meisten genutzte Transportmittel. Aktuell ist sogar von einer Rückeroberung der Städte die Rede. In meinem Heimatort ist das Fahrrad definitiv angekommen (oder war es vielleicht nie weg?). Viel gibt´s in Schifferstadt halt auch nicht… Selbst der Goldene Hut, der in der Bronzezeit auf einem Acker gefunden wurde und als eines der Wahrzeichen der Stadt gilt, steht inzwischen im Historischen Museum der Pfalz in Speyer. Schifferstadt besitzt nur noch eine Nachbildung.
Das, was es gibt, ist dafür wunderbar zu Fuß oder mit dem Rad erreichbar: Eine Volksbank, gleich zwei Bahnhöfe, diverse Restaurants und mein geliebter Hofladen, der neben Rettich – im Gegensatz zu den meisten anderen pfälzischen Gemeinden hat Schifferstadt keine Wein-, sondern stattdessen eine Rettichkönigin – auch anderes Gemüse und Obst aus der Region verkauft.

Große Kleinstadt, kleine Mittelstadt

Bisher habe ich immer behauptet, dass ich in einem Dorf lebe. Wikipedia ist da ein winziges bisschen genauer: Mit seinen etwa 20.000 Einwohnern schwankt Schifferstadt zwischen einer sogenannten „großen Kleinstadt“ (10.000 Einwohner bis 20.000 Einwohner) und einer „kleinen Mittelstadt“ (20.000 bis 50.000 Einwohner). Das ist natürlich nichts im Vergleich zu einer „richtigen“ Stadt. Stuttgart hat 30-mal so viele Einwohner und ist mehr als siebenmal so groß wie Schifferstadt. Da kann man mit dem Fahrrad bestimmt vieles, aber sicher nicht alles erledigen.
Wäre für mich jetzt kein Problem gewesen, wenn ich mich nicht dafür entschieden hätte, für zwei Jahre als Backup-Frau für eine werdende Mutti bei der Mercedes-Benz Bank auf dem Stuttgarter Pragsattel einzuspringen. „Sachbearbeiterin Kommunikation“ lautete fortan mein offizieller Titel, inoffiziell stelle ich mich gerne ein klein wenig adeliger vor: „Tatjana von der Kom“.

Vom Gemüsegarten in die Feinstaubmetropole

Vier Tage in der Woche pendelte ich nun mit dem Zug vom Gemüsegarten Deutschlands, wie es die Website der Stadt Schifferstadt so wunderbar bildhaft beschreibt, in die Feinstaubmetropole Baden-Württembergs (auch recht bildhaft *hust*). Am Stuttgarter Hauptbahnhof angekommen, stellten sich mir anfangs zwei Fragen: 1. Wie zum Teufel komme ich hier raus? Bisher dachte ich ja Bahnhöfe wären leicht zu durchschauen – ein Häuschen und ein paar Gleise eben. Von verschiedenen Ebenen, die gefühlt bis zum Erdkern vordringen, und glitzernden Einkaufpassagen, die einen vom Wesentlichen – zur Erinnerung, falls Sie auch gerade abgeschweift sind: Wie zum Teufel komme ich hier raus? – ablenken, war nie die Rede.

Saubere Umwelt: Da ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

Saubere Umwelt: Dahingehend ist das Fahrrad durchaus eine Alternative zum Auto (Foto: uschi dreiucker  / pixelio.de)

2. Wie komme ich am geschicktesten durch den Stadtverkehr? Gar nicht mal so einfach, wenn man es gewohnt ist, vom Balkon aus das Feld und damit den Stadtrand zu sehen…
Die U-Bahn stellte sich als die schnellste, komfortabelste aber vor allem unterhaltsamste Lösung heraus. Hier habe ich viel gelernt, zum Beispiel, dass man niemals aussteigen sollte, wenn die Bahn laut Durchsage defekt ist. Denn ganz bestimmt fährt sie genau in dem Augenblick los, wenn ich draußen in der Kälte stehe.
In der U-Bahn kann man sogar seinen Fremdwortschatz erweitern. Oder wissen Sie, was „Kwienohaaa“ ist? Gut, die Dame, die darüber sprach, hatte selbst auch keine Ahnung und fragte deshalb ihre Freundin. Es dauerte einen Moment, bis ich aus dem Lautbild, das sie gezeichnet hatte, ableiten konnte, was sie wohl meinte: Quinoa! Diese kleinen, getreideartigen Kügelchen, die sich als Beilage zu allem möglichen eignen. Mit diesem Hintergrundwissen wirkte der Tipp der Freundin – „ich glaub, das ist sowas wie Risotto“ – leider wenig förderlich auf meine Beherrschtheit und ich konnte ein kleines Schnauben nicht unterdrücken.

Ohne Auto in der Großstadt?

Ich komme dann jetzt mal zurück auf das Fahrrad. Im schwedischen Malmö entsteht gerade ein Gebäude, das speziell auf die Bedürfnisse von Fahrradfahrern abgestimmt ist. 55 Wohnungen, 33 Motel-Zimmer und kein einziger Pkw-Parkplatz. Dafür gibt es einen Fahrradabstellraum, Leihräder für Gäste und eine kleine Werkstatt. Ohne Auto geht also nicht nur in Schifferstadt, sondern auch in Großstädten. Nicht so ganz!
Die zukünftigen Mieter des Hauses bekommen eine Mitgliedschaft bei einem Carsharing-Anbieter und eine Monatskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel als Ausgleich für die fehlenden Parkmöglichkeiten. Neun Carsharing-Stationen befinden sich im Umkreis von 500 Metern um das Gebäude. Der Hauptbahnhof ist 1.400 Meter entfernt und mit dem Fahrrad (ja, da ist es wieder!) in etwa drei Minuten zu erreichen. Die nächste Bushaltestelle ist 50 Meter entfernt, Supermärkte, Bars und Restaurants im unmittelbaren Umkreis.
Auch wenn die Bewohner vermutlich keine Autobesitzer sein werden, so nutzen sicher viele die Carsharing-Option. Den Wocheneinkauf für eine fünfköpfige Familie mit dem Fahrrad oder in der Bahn zu transportieren, ist halt auch eher unpraktisch.

Die Mobilität der Zukunft

Die Häuslebauer müssen die Wirksamkeit ihres Mobilitätskonzepts übrigens über einen Zeitraum von zehn Jahren nachweisen. Ob das die sagenumwobene „urbane Mobilität der Zukunft“ ist? Ich glaube ja, dass sich die Mobilität von morgen nicht dadurch von der heutigen unterscheidet, weil das Fahrrad dem Auto vorgezogen wird. Stattdessen wird sich die gesamte Infrastruktur wandeln und immer mehr den Bedürfnissen der Großstädter angepasst. Die Carsharing-Station vor der Haustür, die Bus-Haltestelle um die Ecke, das Fahrrad im Keller und wenn man sich mal nicht entscheiden kann, helfen Mobilitäts-Apps.
Puh, so viele Möglichkeiten… Ich schwing mich dann jetzt mal auf mein Fahrrad und kaufe ein bisschen Nervennahrung – diese Multi-Mobilitäts-Zukunft kann einen auch überfordern.

„Anders sein!“ – Designerin Duygu Ay im Interview

Modedesignerin in Aktion: Duygu Ay von Elenora in ihrem Atelier.

Modedesignerin in Aktion: Duygu Ay von Elenora in ihrem Atelier.
(Foto: Duygu Ay)

Sie ist jung, sie ist erfolgreich und sie lebt den Traum, um den sie wohl viele Frauen beneiden: Duygu Ay hat ihre Kindheitsträume wahr gemacht,  indem sie nicht nur eine Ausbildung zur Modedesignerin absolvierte, sondern auch ihre eigene Marke namens ELENORA gründete und nun die Welt bereist, um Inspiration für ihre einzigartigen Kleidungsstücke zu finden. Mit Face2Face sprach sie über den Weg zu ihrem Ziel und darüber, wie das Leben einer Designerin aussieht.

Face2Face: In der Fashionschool Brigitte Kehrer hast du das Handwerk der Modedesignerin erlernt. Wie bist du darauf gekommen, diesen Berufsweg einzuschlagen?
Duygu: Ich wollte unabhängig sein, auf eigenen Beinen stehen und meinem Traum folgen. Anders sein! Meine erste Kollektion habe ich mit neun Jahren entworfen, es war schon immer mein Traum, eine eigene Modelinie zu haben.

Face2Face: Deine Kollektionen sind auch wirklich anders – vor allem sehr feminin und glamourös und zeichnen sich unter anderem durch verführerische Rückendekolletés aus. Was willst du mit deinen Designs ausdrücken?
Duygu: Dass auch ein Rücken entzücken kann! Ich denke, eine Frau mit Stil muss nicht unbedingt viel Ausschnitt zeigen, um sexy auszusehen.

Face2Face: Wie sieht die typische Kundin aus, die ELENORA trägt und somit mit ihrem Rücken entzückt?
Duygu: Die Kundin, die ELENORA trägt, ist eine Frau mit einer eigenen Persönlichkeit und einer starken Weiblichkeit – das ist das Wichtigste und fällt leider in der heutigen Welt/Zeit immer mehr in den Hintergrund. Denn manchmal reicht die Schönheit nicht aus.

Kleid mit besonderen Reizen: Eines der exklusiven Teile der aktuellen Kollektion von Elenora.

Kleid mit besonderen Reizen: Eines der exklusiven Teile der aktuellen Kollektion von Elenora.
(Foto: Duygu Ay)

Face2Face: In deinem Atelier in Stuttgart entstehen all die Ideen für die Kreationen, die später in deinem Onlineshop zu kaufen sind. Werden alle Teile persönlich von dir hergestellt und wo ist ELENORA überall erhältlich?
Duygu: Alle ELENORA-Kreationen werden von mir persönlich hergestellt. Meine derzeitige Kollektion ist schon ausverkauft und die nächste ELENORA-Kollektion erscheint schon Mitte März. In welchen Stores diese dann erhältlich sein werden, wird auf meiner Onlineseite angegeben.

Face2Face: Wie hat sich dein Leben als Modedesignerin verändert und gab es Hindernisse bei der Labelgründung?
Duygu: Im Grunde hat sich nicht viel verändert, ich bin wie ich bin und die Erfahrungen, die ich im Beruf mache, versuche ich immer so positiv wie möglich zu halten. Bei der Labelgründung gab es auch keinerlei Hindernisse, weil alles soweit im Kopf geplant war und in die Realität umgesetzt werden musste.

Face2Face: Gibt es mehrere Hände die für ELENORA arbeiten oder stellst du von der Buchhaltung bis Marketing alles selbst auf die Beine, gerade weil du schon alles selbst im Kopf geplant hast?

Vom Blatt zum Stoff: Die Zeichnung des Kleides von Elenora und das fertige Kleidungsstück.

Vom Blatt zum Stoff: Die Zeichnung des Kleides von Elenora und das fertige Kleidungsstück.
(Foto: Duygu Ay)

Duygu: Ja, ich stelle alles selbst auf die Beine. Mehrere Hände werden derzeit nicht benötigt, da keine Massenproduktion stattfindet. Jedes Kleidungsstück bekommt die Zeit, die es braucht.

Face2Face: Was ist dein Erfolgsrezept, um sich in der Modebranche dauerhaft etablieren zu können?
Duygu: Anders zu sein! Und das ist eben auch nicht immer einfach! Und man muss in der Modebranche immer im Voraus schon wissen, was der Markt und der Kunde morgen haben möchte. Und zudem muss alles auch tragbar für den Kunden sein.

Face2Face: Was war bisher das Spannendste, das du in deinem Beruf erlebt hast?
Duygu: Meine Reisen, die ich in dieser wundervollen Welt und die Bekanntschaften, die ich mit zahlreichen erfolgreichen und bekannten Menschen machen durfte. Und es ist schön zu wissen, dass man auf der ganzen Welt in der Sprache der Mode mit jedem sprechen kann.

Künstlerische Zeichnung: Die Skizze für eine neue Inspiration.

Künstlerische Zeichnung: Die Skizze für eine neue Inspiration.
(Foto: Duygu Ay)

Face2Face: Vom Atelier zum Bäcker – was trägt eine Modedesignerin in ihrer Freizeit?
Duygu: Casual! High-Waist Pants, oversized Shirts und Boots. Ich liebe die Farbe Schwarz und Crème-Töne. Und sehr viel Leder in verschiedenen Farben.

Face2Face: Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Duygu: Mich weiterbilden und versuchen immer besser zu werden, um von Tag zu Tag mein Handwerk besser zu beherrschen. Denn nur, wenn man das Handwerk gut beherrscht, kann man alles Vorstellbare am besten verwirklichen.

Im März erscheint die neue Kollektion von ELENORA und wir sind schon gespannt, welche Kleidungsstücke diesen Sommer unsere Körper umspielen.

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr alles über Modetrends, Musiktrends und Lebensgefühl im Einklang.

Mit Musik gegen die ganze Welt rebellieren

Ein Künstler mit dem Drang nach Veränderung: Rustler erschafft Welten.(Foto: NMDK Design und Darko Arts )

„Unterm Strich gibt es auf dieser Welt nur zwei Arten von Menschen. Du hast die Schwätzer und die Macher. Die meisten sind bloß Schwätzer, die können nichts als labern. Aber wenn alles gesagt ist, dann sind es die Macher, die diese Welt verändern. Und wenn sie das tun, verändern sie auch uns.“

Diese Worte stammen vom Tape eines Künstlers aus dem beschaulichen Stuttgart. Es ist die Einleitung in eine durch Musik geschaffene, eigene Welt, die einem die Augen öffnet und in einem satirischen Abschlussdialog endet.

Der Name des Künstlers ist Rustler und nach zwei Jahren harter Arbeit hat er seine Offenbarung herausgebracht. „Das Neuste Testament“ heißt sein Werk.

„Ich will damit ausdrücken, dass eine neue Ära angebrochen ist! Eine Ära, die uns Menschen immer weniger Mensch bleiben lässt, stattdessen darauf abzielt uns im stressüberfluteten Alltag immer mehr wie Maschinen funktionieren zu lassen und sich der Umgebung anzupassen“, erzählt Rustler im Face2Face-Interview, als nach dem Titel gefragt wurde.

„Das Neueste Testament“ ist ein Tape mit einer Länge von 28 Minuten. Es ist ein Stück, das man im gesamten Paket hören und auf sich wirken lassen muss. Uns erwartet kein klassisches HipHop/ Rap Album. Es geht nicht um Sex, Gras und Geld. Die Texte sind sozialkritisch und sprechen sich gegen die Machthaber dieser Welt aus. Unterstrichen werden die Texte von Filmsnippets (Anm. d. Red: Filmsnippets sind Audioausschnitte aus Filme die viele Musiker benutzen um entweder einen roten Faden herzustellen oder um ihre Musik zu untermalen). Rustler beanstandet, dass die Menschen unterdrückt werden, in ihrem Tun, in ihrem Sein. Der Druck auf die Menschen steigt, die ständige Erreichbarkeit macht die Humanität untereinander kaputt.

Im Interview mit Face2Face sagt er unter anderem dazu: „Demnach haben sich auch die wirtschaftlichen Verhältnisse verstärkt verändert und in unflexible Abhängigkeiten zugespitzt. Diese Änderungsprozesse wirken sich damit mehr oder weniger direkt auf unsere Meinungsfreiheit aus. Sei es dem Leistungsdruck geschuldet oder durch den Abbau des Datenschutzes etc. Aber nicht nur Verbote, sondern vor allem falsch vorgelebte Moral- und Wertevorstellungen führen u.a. auch dazu, dass die mediale Verblendung für Regierungen einfach zu gestalten ist, indem man wichtige Informationen bewusst vorenthält oder irreführend in die Öffentlichkeit trägt.“

Das Tape regt einen dazu an sich etwas bewusster mit diesen Situationen auseinander zu setzen. Es zeigt einem eine Lösungsmöglichkeit, einen Weg zu rebellieren, aufzustehen und zu protestieren. Die Musik besteht nicht nur aus typischen HipHop- Beats, sondern auch aus elektronischen Einflüssen – so hört man die Dramatik untermalende Dubsteptöne und auch etwas härteres Drum and Bass ist kurz zu vernehmen. „Das Neueste Testament“ ist ein Kunstwerk in sich.

Und Rustler ist ein Künstler, der die Augen der Menschen mit seinen Texten und seiner Musik öffnen möchte. Am besten beschreibt er das aber immer noch selbst: „So wie auch das Alte oder das Neue Testament einen vergangenen Zeitgeist anprangern und gleichzeitig einen Neuen auszurufen anstrebten, so soll auch dieses Tape dazu beitragen die Menschen offener für unsere aktuellen und täglich präsenten globalen Geschehnisse zu machen und für ein Umdenken zu sensibilisieren. Ich weiß, dass ich allein nur den sterbenden Schwan spielen kann, aber vielleicht kann ich dazu beitragen etwas ins Rollen zu bringen. Vor allem will ich zeigen, dass jeder die Möglichkeit besitzt etwas zu sagen – er muss es nur auch tun.“.

Am besten ihr überzeugt euch selbst von dem genialen Werk des Künstlers. Das Tape „Das Neueste Testament“ findet ihr auf der Künstlerseite auf Facebook.

Vorschau: Und nächste Woche findet ihr an dieser Stelle einen ausgiebigen Bericht über die Elektroszene in Hamburg.

Paris-London-Amsterdam – der Partytrip meines Lebens

„Hey, ich hab bei DasDing den Partytrip meines Lebens gewonnen, hast du Lust mich zu begleiten?“, fragt mich Mike.
Wer würde bei so einem Angebot nein sagen. So packe ich meinen Koffer mit allem was ein Mensch auf einer etwas längeren Reise braucht und fahre mit meinem guten Freund nach Stuttgart.
Wir kommen vier Stunden früher an und schlendern erst durch eine der schönsten Städte Deutschlands, genießen die Sonne, die frische Luft und den kühlen Herbstwind, der sich langsam über Deutschland ausbreitet.

Am Mittwoch, 3. Oktober treffen wir kurz vor 17 Uhr auf weitere Gewinner am Südausgang des Stuttgarter Hauptbahnhofs.Doch vor der Reise ist nach der Reise und so besuchen wir als sehr angenehmes Kennenlernspiel die Cannstetter Wasn in Stuttgart.

Als wir dort ankommen, ist es schon dunkel. Bunte Lichter von unzähligen Fahrgeschäften scheinen auf uns herab. In mir wird das Kind geweckt, das Riesenrad fahren und Schokofrüchte essen möchte und das dringend die Toilette aufsuchen muss. Eigentlich ist es frisch draußen, der Wind ist etwas stärker geworden, doch je näher wir am Wasn-Gelände sind, desto wärmer und auch stickiger wird es.

Ist uns auf der Wasn zugelaufen: Mopsi, unser Reise-Maskottchen (Foto: Krombach)

Die Luft riecht nach einer Mischung aus Bratwurst und Pommes, Schokolade und Zuckerwatte, Bier und Schweiß, die durch die Fahrgeschäfte aufgewirbelt und verbreitet wird. Aufgrund der Aufregung stellt sich das Geruchsgemisch als wenig förderlich für die Magengegend heraus, aber der ansteigende Druck in der Blase lässt mich das ausblenden. Auf dem Gelände treffen wir noch Merrih, die andere und äußerst sympathische Morningshow-Moderatorin von DasDing. Gemeinsam schlendern wir in eines der Bierhäuser.

Durch eine singende und sich zuprostende Masse betrunkener Wasn-Besucher kämpfen wir uns zu unserem VIP-Platz empor, setzen uns erst einmal auf die Bänke und bekommen ein Maß spendiert.
Mike, einer der Gewinner, der ursprünglich aus Bosten in den USA kommt, drückt aus, was wir anderen vermutlich alle in diesem Moment denken: „So deutsch war ich im meinem Leben noch nie – Wahnsinn!“

Die anderen aus der Gruppe lassen sich von der Volksmusik und dem Bier bedudeln.
Kotta schreit nur „dafür komm ich in die Hölle“, was auf die Feierei zur Musik bezogen ist, und mir schießt genau dasselbe durch den Kopf und so bin ich, trotz dessen, dass es schön war mit den neu gewonnenen Freunden zu feiern, ganz froh, als wir uns nach Frankreich aufmachen.

Tschüss Stuttgart und hallo Paris

Wir haben ihn bestiegen: Der Eifelturm in seiner ganzen Pracht (Foto:Krombach)

Es gibt nichts Schöneres als aufzuwachen, aus dem Bus zu steigen und – ganz klassisch mit einem Croissant zum Frühstück – vor dem Eifelturm zu stehen. Die Sonne kämpft sich durch die Wolken, alles, was du um dich herum hörst, sind wohlklingende französische Worte. Es erfüllt einem regelrecht das Herz.
Natürlich gehen wir alle erst einmal ins Schwimmbad duschen, dann erobern wir den Eifelturm und danach hat jeder Freizeit.

Diese Freizeit nutzen Mike und ich und besuchen einen Freund von ihm in Nation, einem Stadtteil von Paris. Paris ist eine durch und durch stilvolle Stadt. Sie wird bewohnt von schönen und vor allem sehr freundlichen Menschen und ich empfinde nichts anderes als pures Glück. Der Duft der Stadt ist ein ganz anderer als in Stuttgart oder Mannheim. Die Tatsache, dass wir in einer Metropole sind, sagt nichts darüber aus, wie frisch es in Paris riecht. Eine Frische, die einen berieselt und durch den Tag und durch Nation leitet. Der Mann, den wir besuchen, ist kein Unbekannter. Er ist der Chef des erfolgreichsten und bekanntesten Drum n Bass Labels Trust in Music und heißt Bastien Chauvet. Wir trinken Kaffee und unterhalten uns über neue Künstler, die er unterstützt, über alte Künstler, die einen Höhenflug haben, obwohl sie noch nichts erreicht haben, und über Mike selbst, der als MC mit und für Chauvet agiert. Ich bin glücklich in einer Pariser Wohnung zu sitzen, umgeben von Musikmagazinen, CDs und Platten, mit einem Kaffee und einer redseligen Bekanntheit vor mir. Das Leben kann so perfekt sein.

Später im Bus ist es nicht gerade einfach sich hübsch zu machen, wenn 15 andere Menschen das auch tun wollen, doch ich habe das seltene Glück mit einer Gruppe unterwegs zu sein, in der keiner zickig oder anstrengend, geschweige denn arrogant ist. Im Gegenteil. So eine harmonische Gruppe habe ich noch nie getroffen.
Gegen 23 Uhr brechen wir zum Mix Club auf. Die Schlange davor erscheint endlos, aber als Gewinner eines Gewinnspiels genießen wir das süße Leben und ziehen in der Eiseskälte an den Wartenden vorbei.

Im Club angekommen hat das Gefühl es gibt mehr Sicherheitsmänner als Gäste. Visulas (Anm. d. Red.: Visuals sind Grafiken, mit denen Künstler der elektronischen Musikszene arbeiten, um die Musik zu betonen) leuchten aus allen Ecken und Enden. Das Publikum besteht aus jungen Studenten. Alle verschwitzt und selbst dabei noch gutaussehend tanzen sie miteinander, umeinander und wir stehen über ihnen. Als Z-Prominenz haben wir natürlich auch einen eigenen VIP-Bereich, wo schon die Getränke auf uns warten. Die Musik ist ein buntes Mischmasch aus Elektro und HipHop. Jeder wird von der Energie, die in diesem Raum alle vereint, mitgerissen.

Die Konversation ist im vollen Gange, es wird geflirtet, gelacht und getanzt doch kann die Party im Club selbst nicht ewig weitergehen. Also ziehen wir, wie es sich für Partytripper gehört, weiter Richtung London.

Au revoir Paris, cheers London

Eine Stunden Fahrt und wenige Stunden Schlaf später öffnen wir die verkaterten Äuglein in London wieder. Um wieder zu Kräften zu kommen, saugen wir die sehr frische, nach salzigem Meerwasser duftende Luft auf und bewegen uns ins Hostel zum Duschen und Frühstücken. Und dort stelle ich fest: Das beste Katerfrühstück der Welt haben ganz eindeutig die Engländer. Würstchen, Bohnen, Weißbrot, Speck, sogar Kartoffelrösti und Tomaten tanzen Tango auf den Tellern. Die Geschmacksknospen explodieren und alle Anwesenden geben den gleichen Satz von sich:

„Oh mein Gott ist das gerade geil.“

Mächtig steht er da: Der Big Ben ist sehr beeindruckend (Foto: Krombach)

Nachdem wir alle gesättigt, mit Koffein aufgefüllt und bereit zu neuen Schandtaten sind, ziehen wir zum Londoneye. Nach Absolvierung unseres abenteuerreichen Pflichtprogramms ziehen Mike und ich alleine weiter.
Ich erfülle mir einen persönlichen Wunsch und wir gehen nach Camden Town.
London hat viele verschiedene Facetten. Trotz dessen, dass London aus Gegensätzen besteht, harmoniert die Stadt perfekt miteinander.

Camden ist wie eine bunte Parallelwelt: Viele Stilvolle Menschen laufen dort umher, du bist umgeben von Punkrock, HipHop, Kunst und Kleinkram. Eine Augenschmaus durch und durch.

Übrigens perfekt zum Shoppen. Nachdem wir uns alle gestärkt und hübsch gemacht haben, ziehen wir in den wohl nobelsten Club, in dem ich persönlich je war. Er liegt in Soho und nennt Sich AURA Club. Dort findet man die Reichen und Schönen Londons und der restlichen Welt. Der Club ist klein, fast schon privat, edel und bestückt mit bezaubernden Frauen und Männern. Harter Elektro und Oldschool HipHop vom Feinsten. Die Party ist bombastisch, so wie unsere Stimmung, doch nach vier Stunden exzessiver Feierei, werden auch wir müde und steigen wieder in unseren Bus, um uns Richtung Amsterdam zu bewegen.

Die wenigen Überlebenden dieser äußerst wilden Nacht starten natürlich eine Afterhour, die bis zum frühen Morgen anhält. Ich gehöre nicht dazu, denn ich bin damit beschäftigt mich wehmütig von London zu verabschieden.

Cheerio London, Houde Morje Amsterdam

Kaffee trinken und Amsterdam genießen: Das Grashopper hat für jeden etwas (Foto: Zirig)

Oh Amsterdam, wie ich dich von Kanal zu Kanal und von Haus zu Hausboot immer mehr liebe. Du gehörst wahrlich zu meinen Lieblingsstädten, wobei Paris und London dir wirklich Konkurrenz machen. Doch eigentlich kann das Land des legalen Marihuana-Konsums und der Pfannkuchen sowie Eclairs nicht vom ersten Platz verdrängen. Die Geschäfte sind wunderschön, die Sonne strahlt freudlich auf einen hinunter und die Menschen sind sehr umgänglich. Holländisch gehört wohl zu den fröhlichsten Sprachen der Welt. Unser Guide an diesem Tag und in dieser Stadt heißt Norman. Norman war Teilnehmer bei der deutschen Castingshow Popstars, was er aber nicht heraus hängen lässt.

Am Abend führt er uns in eine angesagte Bar, die sich Players nennt. Es ist eine Bar, in der man hauptsächlich steht, was der Laune aber nicht schadet – im Gegenteil: Es animiert uns alle zum Tanzen. Minimalistische Beats durchqueren unsere müden Partykörper und lassen uns tanzen. Auch neue Welthits werden dort gespielt. Zum Beispiel der Song von Künstler Psy – Gangnam Style, unsere Partyhymne auf der kompletten Reise, der Tanz, den wir an jeder Raststätte, im Bus, auf der Themse, überall getanzt haben und auch jetzt tanzen. Gegen Mitternacht steigen wir aus einer Rauchwolke empor – im Players ist das Rauchen erlaubt, was selbst für mich als Raucherin dezent anstrengend ist – und bewegen uns in Richtung NL Club, unser letztes Ziel für diese Reise.

Mit dem Charme eines billigen Bordells und einer – meines Erachtens – viel zu technoiden Musik konnte diese Location bei mir leider nicht punkten.

Mein Resümee des Partytrips: Die Mitreisenden waren super-toll, Paris, London und Amsterdam waren beeindruckend – ein geniales und vor allem auch musikalisch einwandfreies Erlebnis, das seinesgleichen sucht.

Weitere Reiseberichte findet ihr in unserer Reiserubrik.

Vorschau: Und nächste Woche gibt´s an dieser Stelle ein Interview mit der Band We Invented Paris.

Slow Food – eine Organisation schützt den Genuss

Slow Food, bekannt auch durch ihr Markenzeichen, die Schnecke. Sie steht, wie der Titel bereits erkennen lässt, für den langsamen Genuss, gleichzeitig aber auch für bewusstes und regionales Essen. Also nix da mit Fast Food & Co., das die meisten Menschen achtlos in sich hinein stopfen. Slow Food ist das Gegenstück davon und setzt sich für den Erhalt der regionalen Küche, deren Produkte und somit auch der regionalen Herstellung ein.

Mehr Slow Food geht fast nicht: eine alte Dame verkauft traditionell hergestellten Käse auf dem Markt in Split (Foto: Lukenda)

Seit einiger Zeit kann man auch beobachten, und das finde ich sehr interessant, dass die Menschen auch wieder zu diesen Werten zurückkehren und sich dies auch etwas kosten lassen. Natürlich kann man auch bei diesem Thema nicht jeden überzeugen. Wer also in seiner Heimatstadt samstags auf den Wochenmarkt geht, kann relativ sicher sein, dass die Produkte, die er/sie dort kauft, regional produziert werden und trägt zu dieser Einstellung etwas bei. Zudem machen Markteinkäufe, zumindest im Sommer, auch viel mehr Spaß als ein Besuch im Supermarkt.

Die Slow Food-Bewegung stammt ursprünglich aus Italien, hat sich nun jedoch in der ganzen Welt verbreitet. Der Slow Food-Gründer, Carlo Petrini, definierte die folgenden drei Grundbegriffe als Maßstab der neuen Gastronomie: Gut, sauber und gerecht. Wenn ein Lokal diese drei Bedingungen nicht erfülle, sei das laut Petrini nicht Slow Food. Nun können wir einmal überlegen, ob diese drei Begriffe auf unsere Lieblingslokale zutreffen. Na, was habt ihr herausgefunden? Dazu sei gesagt, dass man einen leckeren Burger auch nach Slow Food-Maßstäben produzieren kann. Wie wäre es denn die Tage mal mit selbst gemachten Burgern? Schmeckt super, geht einfach!

In Stuttgart findet jährlich im Frühjahr die deutsche Slow-Food-Messe, der „Markt des guten Geschmacks“, statt. Hier finden sich über 400 Aussteller vieler Regionen ein, die Interessierten ihre traditionell hergestellten Produkte anbieten. Es wird probiert, genossen und natürlich auch eingekauft. Der Großteil der Aussteller sind Erzeuger und Lebensmittelhandwerker, die den Kunden persönlich über ihre von eigener Hand und regional hergestellten Produkte, informieren.

Die Produkte, welche nach den Kriterien von Slow Food hergestellt werden, sind keine standardisierten Lebensmittel aus industrieller Massenfertigung. Lohnt es sich da nicht ein paar Cent mehr auszugeben? Ich finde schon, es wird damit ja auch etwas für Produkte und Arbeitsplätze aus der eigenen Region getan. Lohnt es sich nicht diese zu erhalten? Und nein, ich gebe auch kein Vermögen für meinen Einkauf aus. Ich bin aber gerne bereit auch mal ein paar Cent mehr auszugeben für ein einfach gutes und leckeres Essen. Klasse statt Masse wird sich in Zukunft wieder mehr durchsetzen, da bin ich mir sicher. Wir essen dadurch viel bewusster und schätzen somit auch mehr, was wir da auf dem Teller haben.

Bei Produkten, die nach den Qualitätskriterien von Slow Food hergestellt werden, wird nach einer Herstellung nach traditionellen, handwerklichen Methoden verlangt. Das Weglassen fast aller Zusatzstoffe, auf die viele Menschen heutzutage auch mit Unverträglichkeiten oder Allergien reagieren, ist ebenfalls ein Bestandteil dieser Devise. Genauso wie die nachhaltige Schonung der Umwelt. Das ist natürlich keine leichte Aufgabe, aber wie die Slow Food-Bewegung beweist, durchaus machbar – mit viel Liebe zu den Produkten, der Region und den Menschen, die dort leben.

Vorschau: Nächste Woche erzählt Eva uns etwas über die Seite „Blogg dein Buch“ und was genau es damit auf sich hat.

 

Cupcakes erobern die Welt – ein Wettbewerbsbericht

Ein Rezept, welches bei mir sehr gut abgeschnitten hat: Joghurt-Cupcake mit Obst (Foto: Lukenda)

Seit es in Stuttgart die „Cupcake Boutique“, und somit das erste Café gibt, dass sich den schicken Küchlein verschrieben hat, ist klar, die kleinen Törtchen sind endgültig auf dem Vormarsch und sie werden auch an meiner Küche nicht vorbeigehen. Verfallen war ich den Edel-Muffins allerdings schon lange Zeit vorher, als sie hier im Ländle noch weitestgehend unbekannt waren. Jetzt kennt sie wirklich jeder!

So war es auch nur eine Frage der Zeit, bis beim Zeitschriftenhändler meines Vertrauens neben den ohnehin schon zahlreich vorhandenen Backmagazinen auch ein Heft zum Vorschein kam, das sich allein den mit-fast-einem-Haps-sind-die-im-Mund-Cupcakes verschrieben hatte. Oh, welch Glück! Das musste ich sofort haben! Dieses Magazin ist die „Cupcake Heaven“. Im Heft finden sich viele tolle Rezepte und auch zahlreiche Tipps, wie zum Beispiel das „Frosting“ – also die Creme obendrauf – schön dekorativ aufgespritzt werden kann, und viele weitere gute Erklärungen für Anfänger sowie Fortgeschrittene.

Der Feinschliff: jeder Arbeitsschritt wird für die Leser dokumentiert (Foto: Lukenda)

Umso aufgeregter war ich, als das „Cupcake Heaven“-Team auf ihrer Facebook-Seite verlauten ließ, dass sie Jurymitglieder für einen Backwettbewerb suchen und man bei Interesse einen Kommentar hinterlassen solle. „Wow, das geht ja einfach“, dachte ich mir und hinterließ natürlich sofort besagten Kommentar. Ich hätte nie gedacht, dass ich dank Facebook mal bei etwas so Tollem mitmachen könnte. Und es hat geklappt: Ich war in der Jury, juhu! Anfangs war nicht so recht klar, wie wir uns den Ablauf vorstellen sollten, Vieles lief etwas chaotisch ab und war unklar. Wir waren dann aber sieben Jurymädels, von denen ein paar auch einen eigenen Blog haben. Das wäre ja auch so ein kleiner Traum von mir…

Das Ganze lief dann so ab, dass Leser ihre Cupcake-Rezepte an das Magazin geschickt haben und dieses dann jede Woche Montags eines online gestellt hat, das wir Jurorinnen zubereiten und im Anschluss bewerten mussten. Es gab drei Runden mit jeweils drei zu backenden Rezepten, das letzte kam vor einer Woche. Jede Jurorin musste also auch jedes Rezept backen. Wir hatten dazu jeweils vier Tage Zeit, also immer bis einschließlich Donnerstag. Dann mussten wir unsere Bewertungen und Fotos an das Magazin geschickt haben, das am Freitag dann jede Bewertung mit den dazugehörigen Bildern auf Facebook veröffentlicht hat. Das war vielleicht spannend! Zudem fing die Woche dadurch viel schöner an und endete dank der tollen Bilder und der gespannt erwarteten Bewertungen für uns alle auch nochmal ein Stückchen schöner als sonst.

Ein nicht alltägliches Ereignis: sich selbst in einem Magazin bewundern können (Foto: Lukenda)

Dieser Wettbewerb hat mir eine Menge Spaß eingebracht, aber auch mehr Erfahrung im Umgang mit bestimmten Zutaten, die ich selbst beim Backen in der Form noch nicht verwendet habe, wie zum Beispiel Marzipan mit Lebensmittelfarbe zu färben und damit Hahnenkämme und Füße für die Küken-Cupcakes zu formen. Das hätte ich vorher nie gemacht, aber jetzt weiß ich, dass es kein Teufelswerk ist. Und ich weiß auch genau, welche Cremes mir schmecken und welche nicht, nämlich die mit fast zwei Packungen Puderzucker drin. Ich habe meine „Cupcake-Künste“ weiter entwickelt und werde öfter diesbezüglich zu Rate gezogen. Ich habe meine Ex-Kolleginnen damit beliefert und weiteren Menschen damit ein Lächeln auf die Lippen gezaubert. Es macht einfach großen Spaß.

Und zusammen mit meinen lieben Mit-Jurorinnen bin ich in der aktuellen Ausgabe der „Cupcake Heaven“ zu finden. Folgen soll im Herbst noch ein größerer Wettbewerbsbericht mit vielen tollen und lustigen Bildern von uns in Aktion. Er wird in der „Baking Heaven“, dem neuen Heft der Macher der „Cupcake Heaven“, erscheinen. Als Dankeschön und zu unserer sehr großen Freude, erhalten wir Mädels für unseren Fleiß – ihr könnt es auch Backwahn nennen – Backpakete von Dr. Oetker, das neue Cupcake Buch des GU Verlags, diverse Einkaufsgutscheine und jede Ausgabe der beiden Magazine, in denen es um den Wettbewerb geht. Wow! Ich kann meiner Freude gar keinen angemessenen Ausdruck verleihen. Das Gewinnerrezept der jeweiligen Runde wird natürlich auch veröffentlicht werden.

Ein kleines Kunstwerk: leider begeisterte dieses Törtchen mich nur äußerlich (Foto: Lukenda)

Ich kann mich an der Stelle nur nochmals fürs Mitmachen bedanken und würde das jederzeit wieder tun, wenn so ein Wettbewerb ausgerufen werden sollte. Das Team ist total nett und das Miteinander, wenn auch nur virtuell, hat mit allen Beteiligten toll geklappt. Ich werde mir sicher jede weitere Ausgabe gönnen, weiterhin fleißig nachbacken und mit den Bildern anderen das Wasser im Munde zum Zusammenlaufen bringen. Möge man mich für verrückt halten, ist mir schnuppe. Ich weiß dafür, dass es allen super schmeckt. Sprechen die Bilder nicht für sich?

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle einen Bericht über Dildopartys. Ihr dürft gespannt sein!

„Ich liebe Berlin“ – ein Interview mit Jungschauspielerin Peri Baumeister

Nur mit dem Nötigsten bepackt quartieren sich drei Moskauer Immigranten im Sommer 1990 in einem Ostberliner Wohnheim ein und fühlen sich schon bald heimisch. Andrej (Christian Friedel) träumt vom großen Reichtum, Mischa (Friedrich Mücke) von einer glanzvollen Musikkarriere, nur Wladimir (Matthias Schweighöfer) hat noch nicht seine Berufung gefunden. Dieser trifft plötzlich auf die ebenfalls aus Russland stammende Tänzerin Olga (Peri Baumeister) – die schönste Frau, die er je gesehen hat. Bald darauf kommt ihm die zündende Idee, die Tanzveranstaltung „Russendisko“ auf die Beine zu stellen. Am Donnerstag, 29. März startete der gleichnamige Film in den deutschen Kinos.
Schauspielerin Peri Baumeister nahm sich Zeit um mit Face2Face unter anderem über Klischees, die Arbeit mit Matthias Schweighöfer und ihre Liebe zu Berlin zu sprechen.

Face2Face: Mit welchen Gefühlen und Erwartungen sind Sie zum Casting von „Russendisko“ gekommen?
Baumeister: Damals war ich noch auf der Schauspielschule und hatte keine große Hoffnung darauf, die Rolle zu bekommen. Da es mein zweites Casting überhaupt war, war ich sehr aufgeregt. Es war dann aber überraschend entspannt und hat mir viel Spaß gemacht.

Interessiert sich auch abseits des Films „Russendisko“ für Theaterstücke von Tschechows: die Berliner Schaupielerin Peri Baumeister alias Olga Kaminer (Foto: Pressephoto/blackrabbit-pr.com)


Face2Face:
Was war für Sie das Ausschlaggebende diese Rolle anzunehmen?
Baumeister: Das Drehbuch hat mich fasziniert und die Zeit der 1990er Jahre in Berlin hat mich gereizt. Ein weiterer Grund war an der Seite von talentierten Schauspielkollegen zu arbeiten.

Face2Face: Was haben Sie bei der Zusammenarbeit mit Matthias Schweighöfer gelernt?
Baumeister: Er ist ein sehr erfahrener Schauspieler. Mir hat es geholfen mit jemandem zu spielen, der sich so gekonnt und selbstbewusst vor der Kamera bewegt.

Face2Face: Im Film haben Sie mehre Kuss-Szenen mit ihm. Wie unterscheidet sich ein professioneller Filmkuss von einem gewöhnlichen Kuss?
Baumeister: Für mich ist das Arbeit. Man muss sich auf sehr viele Dinge konzentrieren beim Drehen, besonders bei einer Kuss-Szene. Diese Szenen sind für alle am Set immer anstrengend.

Face2Face: Schweighöfer ist bekannt für seine fröhlich-lässige Art. Gab es am Set auch Unstimmigkeiten?
Baumeister: Nein, ganz im Gegenteil, die Jungs um Matthias haben immer für Stimmung gesorgt. Was ich toll finde, denn man musste den ganzen Tag ein gewisses Level an Konzentration aufrechterhalten. Es wurde viel rumgealbert abseits des Sets – dadurch ist man nie in diese sogenannten Energielöcher gefallen.

Face2Face: Wie haben Sie die Dreharbeiten zu den Tanzszenen empfunden?
Baumeister: Das hat mir am meisten Spaß gemacht und ich fand es großartig diese Choreographie zu lernen. Eigentlich ist die Szene wesentlich länger gewesen und es hat mich einige Stunden Unterricht gekostet.

Face2Face: Haben Sie sich, um sich vorzubereiten, verstärkt mit der russischen Kultur beschäftigt und das Buch von Wladimir Kaminer, auf dem die Story beruht, gelesen?
Baumeister: Nicht nur „Russendisko“ sondern noch drei weitere Bücher von ihm. Außerdem habe ich mich mit der echten Olga Kaminer mehrmals unterhalten. Ich war in der Vorbereitungszeit auf alles Russische fixiert, habe russische Filme geguckt, russische Musik gehört und bin auch in die Berliner Russendisko „Café Burger“ gegangen. Zusätzlich habe ich Unterricht bei meinem Sprechlehrer genommen, der sich ausschließlich mit russischem Akzent mit mir unterhalten hat.

Face2Face: „Russendisko“ ist ein Berliner Großstadtmärchen, das von Freiheit, Heimat, Liebe und den ganz großen Träume handelt. Was verbinden Sie mit Berlin?
Baumeister: In erster Linie Heimat. Ich bin hier geboren, meine Familie lebt hier und ich liebe Berlin. Manchmal tut es auch gut woanders zu sein, aber eigentlich nur weil es dann so schön ist wieder nach Hause zu kommen. Berlin bietet einfach viele Möglichkeiten und hat abgesehen davon einen ganz besonderen Charme.

Face2Face: Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Regisseur und Hollywood-Legende Arthur Cohn empfunden?
Baumeister: Wunderbar. Wir haben uns von Anfang an ausgesprochen gut verstanden. Er ist ein echter Gentleman und ich habe bereits am ersten Drehtag Pralinen und Blumen geschenkt bekommen.

Face2Face: Schauen Sie privat auch Filme oder Serien?
Baumeister: Klar, schaue ich Filme und wenn ich krank bin, verfalle ich hin und wieder auch mal meiner Serien-Sucht.

Face2Face: „Russendisko“ behandelt viele russische Klischees. Was halten Sie von deutschen beziehungsweise generell von Klischees?
Baumeister: Ich finde Klischees können etwas Humorvolles haben, aber auch verallgemeinern. Wenn ein Klischee dem Besonderen keinen Platz lässt und nicht angemessen verändert wird oder Dinge reduziert und banal macht, ist das natürlich weniger schön. Man muss gut mit ihnen umgehen können – Kaminer kann das.

Face2Face: Interessieren Sie sich durch die Dreharbeiten mehr für die russische Kultur?
Baumeister: Mir ist diese Kultur nicht völlig fremd. Ich lese gerne russische Literatur, vor allem aber Theaterstücke. Stücke von Tschechows gehören absolut zu meinen liebsten.
Das heißt nicht, dass ich behaupten kann, ich würde mich wahnsinnig gut auskennen, aber es hat mich schon immer angezogen.

Face2Face: Welche Eigenschaften bewundern Sie an Ihre Filmfigur Olga?
Baumeister: Sie ist eine temperamentvolle starke Frau, die weiß, was sie will. Ich habe sie immer als bodenständig und geerdet empfunden, aber auch als jemanden, der sich mit viel Freude, Mut und Offenheit dem Leben stellt.
Ich glaube nicht, dass sie angstfrei ist, denn das ist niemand. Aber sie ist nicht ängstlich und nimmt wie es kommt und vertraut dem Leben. Das ist etwas, was ich toll finde.

Face2Face: Noch ist es nicht spruchreif, aber würde es Sie gerne einmal eine Rolle für eine Hollywood-Produktion annehmen?
Baumeister: Natürlich. Immer her damit.

Vorschau: Nächsten Dienstag berichtet Face2Face-Mitarbeiter Johannes im Panorama über seine ganz persönlichen Erfahrungen mit der Shisha-Kultur.

Aggressive Inlineskating und die Stuttgarter Skate-Szene

Gezeigter Trick: "Backshifty" von Felix Geissler (Foto: Michael Saile)

Es ist ein Sport, der noch weitestgehend unbekannt ist: Rollerblading oder auch Aggressive Inlineskating. Das Aggressive Inlineskating ist eine Variante des Inlineskatings, bei der eine gute Körperbeherrschung und vor allem wenig Angst vor Stürzen sehr wichtig sind. Es geht auch darum die einzelnen Tricks möglichst elegant auszuführen, von denen es laut dem Stuttgarter Skater Felix Geissler ungefähr 500 verschiedene Varianten gibt. Beim Streetskaten wird vorwiegend an öffentlichen Plätzen und unter Einbeziehung der städtischen Architektur geskatet, das können Treppen, Geländer, Mauern, Rampen, Bänke und viele andere Hindernisse sein. Ein für das Streetskaten geeigneter Ort wird „Spot“ genannt.

Letztes Jahr fand in Stuttgart zum ersten Mal der „A Chosen Few“-Street Contest statt, in dem verschiedene Fahrer an unterschiedlichen öffentlichen Plätzen der Stadt ihre Tricks vorführen konnten. Spots hierfür waren beispielsweise der Skatepark im Leonhardsviertel oder das Areal um die LBBW-Bank in der Nähe des Stuttgarter Hauptbahnhofs. Der Contest wird jedes Jahr von dem amerikanischen Skater Quinn Feldmann organisiert und findet immer in einer anderen Stadt statt.

Gezeigter Trick: "Mute Air" von Manu Weber in der Stuttgarter Innenstadt (Foto: Michael Saile)

Solche Veranstaltungen werden auch von bekannten Skatefirmen wie beispielsweise „Grindhouse“, „Infernal Clothing“, „Be-Mag“, „The Conference“ und „Razors“ mit Skates, Klamotten und Preisgeld unterstützt, wobei es beim Rollen in erster Linie um den Spaß an der Sache geht. Neben dem „A Chosen Few 2011“ hat in Stuttgart in den Jahren 2009 und 2010 auch schon der „Realstreet Stuttgart“, ebenfalls ein Streetskate Contest, stattgefunden.

Die Stuttgarter Skater sind eine eingeschworene Gemeinschaft. Felix Geissler erklärt uns auch warum: „Die Leute sind einfach die besten, wir gehen alle seit Jahren miteinander skaten und freuen uns für jeden Einzelnen, wenn er einen neuen Trick lernt. Das ist das, was die “Stuggies” auszeichnet. Dadurch ist eine echte Freundschaft unter uns allen entstanden. Ich denke der Nachwuchs hat auch Glück mit uns zu skaten, weil man bei uns sieht worum es beim Skaten geht. Nämlich nicht um das Gewinnen und besser zu sein als die anderen, sondern um den Spaß beim Rollen. Für uns ist es eine Leidenschaft und kein Wettbewerb. Wir leben, um zu skaten!“

Die Stuttgarter Rollerblader-Szene ist nicht nur ein eingeschworenes Team und eine riesengroße Gemeinschaft, sondern auch bekannt in der dazugehörigen deutschen Szene. Die „Stuggies“ haben sogar schon eine eigene Skatebox gebaut, die im Esslinger Skate Park unter der Adenauer Brücke steht und für jeden zugänglich ist.

Streetskaten kann man selbstverständlich auch in künstlich dafür angelegten Hindernislandschaften, den Skateparks. Im Gegensatz zum reinen Streetskaten kommt es dort auch nicht zu den sonst durch die Nutzung des öffentlichen Raumes ab und an mal anstehenden Konfrontationen mit Anwohnern, Haus- und Grundstückseigentümern sowie den Ordnungskräften. Das kommt allerdings selten vor, da die Skater friedlich und nicht auf Ärger aus sind.

Gezeigter Trick: "540" von Sacha Lopez im Skatepark unter der Esslinger Adenauer Brücke (Foto: Michael Saile)

Aufgrund der starken Materialbeanspruchung sind für das Aggressive-Skating spezielle Aggressive Skates unerlässlich. Da an den Inlinern in der Regel keine Bremsblöcke sind und somit mit den Rollen gebremst wird, müssen diese regelmäßig erneuert werden. Eine seitliche Auflagefläche zwischen Schuh und Schiene, die sogenannte „Soulplate“ ist für das „Grinden“ gedacht, also das Gleiten auf Hindernissen wie etwa Geländern. Das „Grinden“ erfordert sehr viel Geschick, Gleichgewicht und Mut, denn ein Sturz auf eine Stange, Steinkante oder dergleichen kann ernsthafte Verletzungen verursachen und sehr schmerzhaft sein.

Für mehr Hintergrundinformationen, Videos, Interviews, Bilder und viele Termine rund um das Thema Skaten empfehle ich, bei Connected Inline vorbeizuschauen.

Vorschau: Nächste Woche schreibt Philipp über die DEL-Playoffs und gibt euch einen Ausblick auf die kommende Eishockey-WM.

Von Frühlingsgefühlen und anderen schönen Dingen

Vorboten des Frühlings: überall sehen wir jetzt üppig blühende Bäume und Blumen (Foto: Rambacher)

Wer jetzt mal einen kritischen Blick in die graue Pampe da draußen riskiert, mag es kaum glauben: der Frühling steht tatsächlich vor der Tür! Und mit ihm das, worauf wir alle nach der Kälte und dem endlosen Regen schon sehnlichst warten: viel Sonnenschein, viel Wärme, neu aufgeweckte Lebensgeister. Ich für meinen Teil kann es kaum erwarten, ich bin nämlich einer dieser Winter-kaum-ausstehen-Könner. Es ist viel zu kalt und viel zu grau für meinen Geschmack. Diese Jahreszeit könnte man, wenn es nach mir ginge, gut und gerne streichen, sie würde mir nicht sonderlich fehlen.

Umso herrlicher war es, als ich vor zwei Wochen seit langer Zeit wieder ausgedehnt im Stuttgarter Schlossgarten spazieren war. Der Park war voll fröhlicher Menschen. Die einen joggten, die anderen fuhren mit Kindern Fahrrad, wieder andere waren grillen oder machten mit Freunden ein Picknick. Und die Pärchen taten, was Pärchen nun mal so tun. Ist es nicht wundervoll, um sich zu blicken und lauter lachende und gut gelaunte Gesichter zu sehen? Wie sollte ich mich da selbst nicht auch gut fühlen?

In erster Linie lag das natürlich am Sonnenschein und den angenehmen Temperaturen, die es sogar zuließen ohne Jacke hinauszugehen. Und natürlich auch an den Bäumen und Blumen, deren zartes Grün langsam aus dem Winterschlaf erwacht. Ich liebe den Frühling. Ich liebe ihn allerdings nicht, wenn er sich so anstellt wie momentan. Auch wenn Sascha trotz allem dazu rät, sich davon nicht abschrecken zu lassen und auch bei diesem Schmuddelwetter rauszugehen. Ich für meinen Teil gehöre eher zu der Sorte, die sich genau dann zuhause verkriecht, den imaginären Kamin anzündet, eine heiße Schokolade trinkt und keinen Fuß vor die Tür setzt. Erst recht nicht um durch den Regen zu sporteln.

In Kürze ist es wieder soweit: Geranien & Co. schmücken Balkone und Gärten (Foto: Lukenda)

Aber der Sonnenschein wird zu uns zurückkehren, definitiv! Es wird uns ja auch immer eingetrichtert, dass etwas, das lange währt, nur gut werden kann. Und wenn dem so sein wird, dann werde nicht nur ich in den Baumarkt pilgern, um meinen Balkon auf Vordermann bringen zu können, neu mit Blümchen zu bestücken und die Balkonstühle aufzupolieren, um mich nach dem langen Winter wie eine Eidechse in der Sonne zu aalen.

Der Mensch braucht die Sonne und das natürliche Sonnenlicht, um glücklich zu sein und sich gut zu fühlen. Wenn es hell ist, sind wir meistens fröhlich, fühlen uns wohl und stecken voll neuer Energie, die wir natürlich auch loswerden möchten. Wenn es so ist wie jetzt gerade, dann… naja ihr kennt es ja selbst. Dann verkriechen wir uns am liebsten im Bett und sind dauermüde oder einfach unmotiviert.

An einem sonnigen Frühlingstag kommen wir plötzlich so viel leichter aus den Federn. Alles geht uns ein kleines Stückchen leichter von der Hand, wir haben mehr Energie als in den tristen Wintermonaten und diese wollen wir auch nutzen. Dieses „Glücksgefühl“ sieht man einer Person auch an, oder woher kommt sonst die Redewendung zu den Frühlingsgefühlen? Frühlingsgefühle zu haben, beschreibt ein gehobenes Gefühl im Frühling. Das wiederrum bedeutet, dass man sich besonders leicht zu anderen Menschen hingezogen fühlt. Somit fällt es uns leichter neue Leute kennenzulernen, ein Lächeln verbindet eben.

Hoffen wir also, dass uns der Frühling schnell wieder morgens mit einer kräftigen Ladung Sonnenschein überrascht und allein deshalb der Tag schon schöner anfängt. Da ist das frühe Aufstehen auch nur halb so schlimm – und das sage gerade ich als Morgenmuffel. Also lieber Frühling, bitte lass dich schnell wieder hier blicken!

Vorschau: Nächste Woche schreibt Eva über Mütter, das Muttersein und warum es Mutterliebe eigentlich gar nicht gibt.

„Nachhaltigkeit und Funktionalität im Design sind einmal mehr die Trends“ – ein Besuch auf der 20. „blickfang“ in Stuttgart

Dezent und auffällig zugleich: Schmuck von Maike Gericke aus Pforzheim (Foto: Blickfang)

Von Freitag, den 9. bis Sonntag, den 11. März hat zum 20. Mal die internationale Designmesse „blickfang“ im Stuttgarter Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle Halt gemacht. Ein Jubiläum, das sich dieses Jahr rund 22.000 interessierte Besucher nicht entgehen lassen wollten. Ein neuer Rekord für die Messe. An über 220 Ständen und auf einer um 40 Prozent größeren Ausstellungsfläche als in den Vorjahren, konnten die Besucher neben Möbeln auch die aktuellen Trends der progressiven Modeszene ins Visier nehmen und die Teile natürlich auch vor Ort erstehen. Entscheidungen fallen da alles andere als leicht.

Der Trend geht ganz klar hin zu Minimalismus, Funktionalität, Natur und Nachhaltigkeit. So kann man bei Zirkeltraining by Bernd Dörr Recycling Goods zum Beispiel Taschen und Geldbörsen kaufen, die früher ein Leben als Sportgerät inne hatten und so manchem Schüler das Leben schwer gemacht haben – ich spreche da aus Erfahrung. Schlichte, schwarze Eimer wurden ebenfalls hier und da als Deckenlampen präsentiert und Glühbirnen kurzerhand zu schicken Vasen gemacht. Alltagsgegenstände, die jeder von uns in der Regel zu Hause hat, werden von manchem kreativen Designer zu ausgefallener Deko und Einrichtungsgegenständen umfunktioniert. Das ist so einfach wie genial.

Schlicht, aber dennoch ein toller Blickfang: das zusammensteckbare Regalsystenm "cubit" (Foto: Blickfang)

„Back to basics“, das Motto konnte der Messebesucher vor allem im Möbeldesign klar erkennen. Schlicht waren die meisten Möbel und vor allem praktisch sollten sie sein. Überwogen haben dabei verschiedene Würfelmodule, die beispielsweise wie beim „cubit“ ineinander gesteckt werden können. Mit Preisen ab 22 Euro für ein Modul kann sich das auch leisten, wer nicht gerade zufällig im Lotto gewonnen hat. Aber auch Wein- und Obstkisten lassen sich toll in ein ungewöhnliches und ausgefallenes Regal umgestalten. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Vor allem im Bereich Mode und Schmuck haben die Designer und Standbesitzer mit viel Liebe zum Detail, nicht nur bei ihren Ständen, sondern auch bei ihren Klamotten und Schmuckstücken, überzeugt. Hier und da mal schön bunt, an anderer Stelle wieder schlichter und funktioneller. Da ist für jeden Geschmack etwas dabei gewesen. Das Publikum ging hierbei vom Kreativling bis hin zur Familie mit Kind und Kegel, es waren alle Altersgruppen vertreten.

Ein großer Unterschied zu vielen anderen Fachmessen besteht darin, dass die „blickfang“ auch für das Endpublikum, also den Normalbürger zugänglich ist. Die „blickfang“ findet neben Stuttgart ebenfalls in Basel, Wien und Zürich statt, Hamburg und Kopenhagen werden in diesem Jahr noch dazu kommen. Wer also zum passenden Zeitpunkt in einer der Städte ist, sich zudem noch für Design interessiert und Anregungen sucht, für den ist die Messe absolut empfehlenswert.

Vorschau: Wie läuft eigentlich die Organisation einer Fashionweek und was werden die Trends der Herbst- und Wintersaison 2012 sein? Face2Face spricht mit dem Managment der „Vancouver Fashion Week“.