Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

Showdown im Wahlkampf

Die Bundestagswahl 2013 steht kurz bevor. Am Sonntag, den 22. September 2013 wird in Deutschland gewählt. Eine neue Regierung soll aufgestellt werden. Die Kontrahenten um die Kanzlerschaft: Angela Merkel und Peer Steinbrück. Beide Amtsbewerber gaben sich am Sonntag, den 1. September, die Ehre und vor die Kameras der Weltöffentlichkeit.

Die gebeutelte SPD muss mit dem angeschlagenen Steinbrück auf eine erfolgreiche TV-Schlacht hoffen. Die Umfrageergebnisse der Sozialdemokraten machen kaum Hoffnung auf einen Führungswechsel. Doch trotz niederschmetternder Realitäten stellt sich Steinbrück dem Kreuzfeuer des Moderatorenteams.

Die Kanzlerin kann darüber nur müde lächeln. Sie war zuletzt 2009 mit dem SPD-Kanzlerkandidaten Frank-Walter Steinmeier vor laufenden Kameras zu sehen. Das damalige TV-Duell blieb wohl vor allem durch seine Langatmigkeit und Ereignislosigkeit in Erinnerung. Merkel, die gewöhnlich einen eher defensiven, aber gestenreichen Rhetorikstil pflegt, dürfte am gestrigen Abend zumindest ein wenig mehr Herausforderung gefunden haben. Denn mit „Pöbel “-Peer Steinbrück stand ein Gegner im Ring, der etwas leidenschaftlicher austeilte.

Moderiert wurde das Medienspektakel von Peter Kloeppel , Anne Will, Maybrit Illner und einem herausragenden Stefan Raab, der mit gekonnten und gewohnten Unverschämtheiten brillierte. Die gut gesetzten Akzente brachten das sonst eher einstudiert wirkende Treiben auf dem Podium ein wenig ins Straucheln. Unter anderem kam Steinbrück bei der Frage nach der Angemessenheit von Politikergehältern ins Schwitzen. Allerdings wich er dem Wurf mit dem Fettnäpfchen mit einer humorvollen Entgegnung elegant aus – und nahm damit schlussendlich keine Stellung. Aber auch die Kanzlerin hatte einige Worthülsen und Phrasen im Angebot. Sie lobte das im europäischen Vergleich wirtschaftsstarke und konjunkturell wachsende Deutschland der Gegenwart, das sie selbst – zusammen mit ihrem Koalitionspartner, der FDP – in nur einer Legislaturperiode aufgebaut und stabilisiert hat. Ihre Liebe zu Deutschland unterstrich die Kanzlerin auch in ihrer Garderobe: Um den Hals der 59-Jährigen lag eine schwarz-rot-goldene, inzwischen twitternde Halskette. Online war auch Peer Steinbrück: Er twitterte unbeeindruckt von den Worten Merkels direkt während des Auftritts. Trotz dieser Ablenkung entschied Steinbrück das Duell nach Meinung von Presse und Zuschauern knapp für sich. Er liegt im direkten Vergleich zwar in Sachen Sympathie weit hinter der Amtsinhaberin. Könnten aber die deutschen Bundesbürger heute zur Wahlurne schreiten und ihren Kandidaten direkt wählen, so würde Steinbrück nach diesem Duell auf 45 Prozent kommen. Damit hat der Kanzlerkandidat seine Wählergunst um 17 Prozent gesteigert und kommt auf drei Prozent an die amtierende Kanzlerin heran.

Vor allem die Sozialdemokraten dürften das Ergebnis des TV-Duells feiern. Während des Duells wurde noch über Steinbrücks potentiell nahendes Versagen gewitzelt. Besieht man sich allerdings die direkt im Anschluss angestellten Umfragen, kann Steinbrück seine Lage – und die der Genossen – durchaus stabilisieren. Wie am 22. dann gewählt wird, steht freilich noch in den Sternen .

Wulff-Affäre, FDP am Boden, Raab versucht Polit-Talk: Die Wirtschaft&Politik-Redaktion blickt zurück

Nun ist die Welt am 21.12.2012 also doch nicht untergegangen. Keine Meteoritenschauer, keine Sonneneruption, keine Zombie-Apokalypse. Stattdessen bot sich Deutschland ein geradezu lächerlich warmes Weihnachten – in München sollen die Thermometer an Heiligabend auf bis zu 20 Grad Celsius geklettert sein. Vom typischen Dezemberwetter keine Spur. Doch bevor das Jahr zu Ende geht, wollen wir noch einmal zurückblicken auf einige Ereignisse des politischen Geschehens, über die Face2Face berichtet hat. Was ist passiert und was hat sich seit unseren Berichten getan?

Großen Unmut erregte Ende 2011 und Anfang 2012 die Kredit- und Medienaffäre um Bundespräsidenten Christian Wulff. Der höchste Mann im Staat hatte Öffentlichkeit und Medien gegen sich aufgebracht, als er versuchte, eine Berichterstattung in der BILD über seine Privatkredite zu verhindern. Monatelang hielt sich Wulff bedeckt, trat dann aber schließlich Mitte Februar zurück, nachdem die Staatsanwaltschaft Hannover seine Immunität aufgehoben hatte. Inzwischen hat Joachim Gauck als gemeinsamer Kandidat von SPD, CDU/ CSU, FDP und den Grünen das Präsidentenamt eingenommen. Nach seinem Rücktritt erregte Wulff erneut die Gemüter, als bekannt wurde, dass er trotz frühzeitigem Ausscheiden aus dem Amt einen hohen Ehrensold – über 200.000 Euro jährlich – erhalten werde. Dieser Ehrensold wurde schließlich auch abgesegnet.

Großes Sorgenkind der deutschen Politik war 2012 vor allem die schwächelnde FDP unter Philipp Rösler. Nach der Bundestagswahl 2009 verloren die Liberalen stetig an Rückhalt in der Bevölkerung. Unter Rösler dümpelt die Partei in aktuellen Umfragen bei weniger als fünf Prozentpunkten Zuspruch. Verliert die FDP 2013 weiterhin Landtagswahlen, darf mit einem Rücktritt Röslers gerechnet werden. Auch der erneute Einzug in den Bundestag der Freidemokraten ist in diesem Jahr alles andere als gesichert. Kurz vor Jahresende machte der Parteichef nun auch noch einmal negative Schlagzeilen, als bekannt wurde, dass neben CDU-Umweltminister Peter Altmaier auch Philip Rösler Parteimitglieder mit Beförderungen bedachten – um die Schafe vor einer möglichen Wahlniederlage ins Trockene zu bringen, munkeln die Medien in diesen Tagen.

Auch die Piratenpartei hat kein besonders gutes Jahr hinter sich. Die Jungpartei präsentierte sich als durch und durch zerstritten, 2013 wollen die Piraten in den Bundestag einziehen, doch ob dieses Anliegen gelingt, bleibt abzuwarten. Mit Inhalten haben die Polit-Einsteiger bisher kaum geglänzt.

Politische Inhalte wollte stattdessen Pro7-Flagschiff Stefan Raab liefern. In seiner neuen Show Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen trat er in Konkurrenz zu einer breiten Palette politischer Talkshows im deutschen Fernsehen. Mit einem neuen Konzept sollten Gameshow und Polit-Talk miteinander vereint werden. Die Kritiken waren verhalten, man störte sich an Raabs flachem Herumgeblödel, dem generellen Trash-Niveau der Sendung und der Zeitgestaltung – so wurde den Werbeblocks und einem Gewinnspiel so dermaßen viel Raum gegeben, dass die Diskussionen davon nachhaltig gestört wurden. Im Februar lädt Raab zum zweiten Mal zur Debatte.

Weltweite Aufmerksamkeit erregte die Inhaftierung dreier Mitglieder der russischen Künstlergruppe Pussy Riot. Die drei verhafteten Frauen hatten einen Gottesdienst mit einem Punk-Gebet gestört und sich dabei angeblich auch ablehnend gegen Staatschef Wladimir Putin ausgesprochen. Zwei der drei Frauen wurden inzwischen zu zwei Jahren Straflager verurteilt, eine dritte erhielt in einem Berufungsverfahren schließlich eine Bewährungsstrafe.

Während Kim Jong-un in den letzten Tagen des Jahres 2011 den Posten an der Staatsspitze von Nordkorea seines kurz zuvor verstorbenen Vaters Kim Jong-il einnahm, trat 2012 Nicolas Sarkozy sein Amt als französischer Staatspräsident an Francois Hollande ab. Barack Obama hingegen wurde Anfang November diesen Jahres als Präsident der Vereinigten Staaten im Amt bestätigt.

Wiederwahlen stehen nun auch im kommenden Jahr in Deutschland an. In aktuellen Umfragen führt die CDU mit 41 Prozent der Befragtenstimmen, gefolgt von der SPD mit 27 Prozent und den Grünen mit 13 Prozent. Die Linke liegt nach starken Einbußen nur noch bei acht Prozent der Stimmen, die FDP und die Piraten scheitern mit jeweils vier und drei Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Ob es einen Führungswechsel an der Staatsspitze geben wird, wird wohl im Wahlkampf entschieden werden.

Vorschau: Die Auswertung der Sektsteuer-Umfrage mit interessanten Ergebnissen und spannenden Hintergründen lest ihr nächsten Montag an dieser Stelle.

Mit Pöbeleien gegen drögen Polit-Talk

In einem Wok den Eiskanal herunter sausen, Autos, die Bälle durch eine Sportarena schießen, angestaubte Grand-Prix-Veranstaltungen auf Vordermann bringen – an Innovationsgeist fehlt es Entertainer Stefan Raab wahrlich nicht. Es scheint: Was dieser Mann anpackt, wird zu Gold. Am gestrigen Sonntag, 11. November, ging das Pro7-Flaggschiff sein nächstes Projekt an: Polit-Talk soll es sein!

Raabs Show Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen will dabei politische Talkshow mit Gameshow-Elementen verbinden. So verlässt einer der Talk-Gäste das TV-Studio als durch das Fernsehpublikum bestimmter Sieger. Während der gesamten Show können die Zuschauer Stimmen für die Meinung abgeben, mit der sie sich am stärksten identifizieren. Kann ein Gast mehr als die Hälfte der Zuschauerstimmen hinter sich vereinen, erhält er einen Geldpreis von 100.000 Euro. Gelingt es keinem Kandidaten, eine absolute Mehrheit zu erreichen, wandert das Geld in den Jackpot.

In der ersten Ausgabe trafen nun Thomas Oppermann (SPD), Michael Fuchs (CDU), Wolfgang Kubicki (FDP) und Jan van Aken (Die Linke) aufeinander. Vervollständigt wurde die Runde durch Verena Delius, die als „Stimme des Normalbürgers“ fungieren sollte. Diesen fünf Gästen wurden drei Themen vorgelegt, zu denen Meinungen geäußert werden sollten: Steuern, Energiewende und Netzpolitik.

Tatsächlich lief die Sendung dann auch recht ungewöhnlich für einen Polit-Talk ab. Insbesondere der munter durch die Reihe der Gäste pöbelnde und blödelnde Raab verlieh dem Pro7-Format einen einzigartigen Charakter. Insbesondere gegen die beiden Vertreter der kleineren FDP und der Linken witzelte der Entertainer in gewohnter Raab-Manier immer wieder. Doch Kubicki und van Aken ließen sich vom in geradezu seltsam anmutender Pose auf der Couch herumlungernden Raab kaum beeindrucken.

Als geradezu katastrophal erwies sich das veranschlagte Zeitmanagement. In der auf anderthalb Stunden – inklusive Werbung! – veranschlagten Show hetzte der Moderator seine Gäste immer hektischer durch die Themen. Durch sehr knapp bemessene Zeit und die wiederholten Interventionen Raabs, der ständig das Wort ergreifen wollte, wurde der Diskussionsanteil letztlich doch relativ gering gehalten. Größtenteils reihte die Talkrunde schlicht eine Meinung an die nächste, für eine kritische Diskussion blieb häufig keine Zeit mehr. Delius äußerte sich von sich aus überhaupt nicht zu den angebotenen Themen und wartete brav darauf, von Raab nach ihrem Standpunkt gefragt zu werden.

Enormes Störpotential für die klein gehaltenen Diskussionen besaßen die regelmäßig eingestreuten Ergebnisse der Zuschauerabstimmung, die die Gesprächsrunden abrupt unterbrachen. Präsentiert wurden sie vom inhaltslos herumfloskelnden Sat1-Nachrichtensprecher Peter Limbourg, der dann doch irgendwie etwas fehl am Platz wirkte.

Nach den ersten beiden Themenrunden schied jeweils der Kandidat mit den niedrigsten Zuschauersympathien aus. Als erstes wurde Unionspolitiker Fuchs aus der Runde verabschiedet, gefolgt von „Normalbürgerin“ Delius. Die als medienerfahren geltende Delius beging den peinlichen Fehler, Kubicki in der zweiten Diskussionsrunde den Vortritt zu lassen, um das letzte Wort sprechen zu können – was ihr am Ende aufgrund des Zeitmangels verwehrt wurde. Im Finale standen nun Kubicki, van Aken und Oppermann.

Das Rennen konnte schließlich Kubicki, der scheinbar von einer laut jubelnden FDP-Delegation ins Studio begleitet worden war, für sich entscheiden – doch für die begehrte absolute Mehrheit reichte es bei ihm nicht. Immerhin kam er auf knappe 43% der abgegebenen Stimmen. Den zweiten Platz belegte van Aken.

Sowohl Kubicki, als auch van Aken und Oppermann konnten ihre Meinungen eindrucksvoll zum Ausdruck bringen. Dass das Ergebnis der Abstimmung allerdings wirklich an die vertretenen Meinungen gebunden war, darf bezweifelt werden. So müssen sich an diesem Sonntag überdurchschnittlich viele FDP- und Linke-Anhänger unter den Zuschauern befunden haben. Doch dass Union und SPD mit der Medienwelt fremdeln, kann weder Kubicki, noch van Aken vorgeworfen werden. Dennoch: Einen Rückschluss darauf, welche Meinung denn jetzt die publikumswirksamste war, lässt sich kaum ziehen. Viel eher spiegelt das Ergebnis der Abstimmung die Bereitschaft einzelner Parteigänger wider, sich an den Votes zu beteiligen. So dürfte es für einen Kandidaten der Piratenpartei wohl kaum ein Problem sein, mehr als 50% der abgegebenen Stimmen zu sammeln.

Die Show leidet an zu geizig veranschlagter Zeit und Raabs Herumgezappel und -gepöbel. Ist sie deshalb aber nun schlecht? Ganz und gar nicht! Vor allem letzterer Kritikpunkt ist in gewisser Weise auch ein ganz enormer Pluspunkt des Formats. Raabs derber Humor ist nämlich vor allem eines: Erfrischend anders als das, was man im Konkurrenzprogramm zu sehen bekommt. Die Dreistigkeiten, mit denen Raab seine Gäste bombardiert, verleihen der Show einen gewissen Trash-Charakter, der geradezu Kultpotential hat. Nicht, weil Raabs bewusste Entgleisungen so ausgefeilt oder diskussionsförderlich wären – sie sind weder das eine, noch das andere. Und das will Raab wohl auch gar nicht. Bewusst frech – man muss es so sagen – rotzt Raab seinen Gästen eine Unverschämtheit nach der anderen entgegen. Zuzusehen, wie diese damit umgehen, macht irrsinnig viel Spaß. Eben hier schlummert das große Potential des Formats: Zwar eignet sich die Sendung selbst wohl nur bedingt zur öffentlichen Meinungsbildung, wohl aber eignet sie sich dazu, das in vielen Teilen der Bevölkerung verloren gegangene Interesse an Politik wieder zu erwecken.

Gelingt es den Fernsehmachern, das Zeitbudget besser zu verwalten; gelingt es Raab, seinen Gästen weniger häufig ins Wort zu fallen – dann kann sich die neuste Raab-Idee zu einer wahrhaft großartigen Show entwickeln.

Jauch in Gefahr

TV-Alleskönner Stefan Raab holt zum nächsten Schlag aus: Ein Polit-Talk soll es sein! Mit einer Mischung aus Talk- und Gameshow will Raab einen neuen Zugang zur Welt der Politik eröffnen. „Meinung muss sich wieder lohnen“, findet er, und will zur gleichen Zeit auf Sendung gehen wie das von Günther Jauch moderierte Konkurrenz-Format im Ersten.

Polit-Talk – ein Format, das die Privatsender eher meiden. So werden die politischen Talkrunden der deutschen Fernsehbühne vornehmlich im Öffentlich-rechtlichen ausgefochten. Doch den Shows fehlt scheinbar der Pepp, und nicht selten verkommen sie zu trögen Gesprächsrunden der immer gleichen Gesichter: Arnulf Baring, Sahra Wagenknecht, Karl Lauterbach… Der Unterhaltungswert bleibt hier häufig auf der Strecke. Doch die oft wenig spannenden Talkrunden stellen ein gewisses Problem dar: Schnell projiziert der Zuschauer die gepflegte Langeweile der Sendung auch auf ihre Inhalte.

Diese Problematik scheint nun auch Raab erkannt zu haben. Mit dem Versuch, Politik und Spielshow zu vermischen, will er am Sonntag, 11. November, neues Terrain betreten. Und zwar zur begehrten Sendezeit am Sonntagabend nach dem Spielfilm, wo einst Sabine Christiansen und Anne Will moderierten, inzwischen auch Günther Jauch. Doch das Konzept der Sendung könnte der ARD die Zuschauer abspenstig machen.

So sollen sich „zwei bis drei Berufspolitiker, ein Promi und ein Normalbürger miteinander messen“. Dabei winkt dem, der mehr als die Hälfte der Zuschauer überzeugen kann, ein Geldgewinn von 100.000 Euro. Anreiz genug also für die Gäste, Beeindruckendes zu liefern. Doch bringt eine solche Gewinnausschreibung die Gefahr mit sich, dass bei Raab außerordentlich populistisch argumentiert wird.

Raab, dessen TV-Events regelmäßig hohe Einschaltquoten garantieren, hat das Ziel, „die jungen Zielgruppen mit solchen Formaten wieder für Politik interessieren“ – und konzentriert sich damit vor allem auf eine Zuschauergeneration, die bei den öffentlich-rechtlichen Sendern wohl eher abschaltet. Ob er seinen noblen Gedanken umsetzen kann, und ob es ihm gelingt, der Konkurrenz zu Jauch standzuhalten, wird sich im November zeigen. Dann heißt es auf ProSieben: „Absolute Mehrheit – Meinung muss sich wieder lohnen“.

Übrigens: Im Rahmen des zweijährigen Jubiläums veranstaltet die Face2Face-Redaktion zahlreiche Gewinnspiele. Das Gewinnspiel der Wirtschaft&Politik-Rubrik findet sich hier.

Musikmesse 2012

Es ist Donnerstag, der 22. März und der zweite Tag der internationalen Musikmesse Frankfurt hat begonnen. Das Gelände und die Auswahl an Musikinstrumenten ist groß und vor allem faszinierend. Es ist beeindruckend, wie  sich professionelle Musiker und Anfänger auf Anhieb verstehen und die Instrumente genau unter die Lupe nehmen. Alle großen Musikvertreter sind  vor Ort. „Gibson“ für die Gitarrenliebhaber, „Pioneer“ für die DJs und „Regioactive“ als Magazin.

Der Musikbusiness-Bereich auf der Messe ist  sehr groß und interessant. Mannheims „Popakademie“, sowie das „Clustermanagement“ sind dort vertreten und beantworten alle offenen Fragen. Aber nicht nur die „Popakademie“ ist als Hochschule vertreten. Viele private und staatliche Musikhochschulen präsentierten sich hier . Von Jazz bis HipHop sind sämtliche Musikrichtungen  vertreten und willens neue Hörer anzuwerben. Unter den vielen Hochschulen sind  auch viele Größen der Instrumentenhersteller vertreten. Ihre Messestände sehen  aus wie eine Miniaturausgabe der Rock´n´Roll Hall of Fame. Ein Traum für jeden Musiker, Musikfanatiker und Musikbeobachter. Da schlagen die Herzen definitiv höher.

Alles für gute Beats: DJ-Equipment (Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Petra Welzel)

Samstags gab es am Stand des Gitarrenherstellers „Lakewood“ gleich zwei sympathische Musiker zu sehen: Zuerst gab sich Gregor Meyle, dann Jonathan Kluth die Ehre.
Gregor Meyle ist den meisten wohl als Zweitplatzierter von Stefan Raabs Castingshow „SSDSDSSWEMUGABRTLAD“ bekannt. Der Vollblutmusiker gibt eine Auswahl seiner Songs zum Besten und kann nicht nur mit seiner ehrlichen Musik, sondern auch mit seiner offenen und lustigen Art begeistern. Man merkt Meyle förmlich an, dass er durch seine Erfahrungen in Raabs Show gereift ist und gerne mit dem Publikum spielt. Jonathan Kluth ist ein begnadeter Multiinstrumentalist. Neben Gitarre spielt  er auch noch Bass, Mandoline, Violine, Schlagzeug und Piano . Am „Lakewood“-Stand spielt er zwar „nur“ Gitarre, jedoch kann er problemlos zeigen, was nicht nur musikalisch, sondern auch stimmlich in ihm steckt. Seine bemerkenswerte Stimme fügt sich sehr gut in seine Musik ein, die etwas sehr Episches hat. Kluth präsentiert vor allem Songs von seiner EP „Rooms“, die bald erscheint.

Musikerfreude: Am Gibson Stand (Foto: Messe Frankfurt Exhibition GmbH/Jochen Günther )

Ein weiteres Highlight für die Besucher, besonders natürlich für Gitarristen, ist der „Gibson“-Stand. „Gibson“ ist neben dem Konkurrenten „Fender“ einer der bekanntesten und größten Gitarrenhersteller weltweit und genießt große Anerkennung unter Musikern.  So war die erste industriell hergestellte Gitarre eine „Gibson“. Der Hersteller ist sowohl  für akustische als auch  elektronische Gitarren, wie zum Beispiel die „Hummingbird“ oder „Les Paul“, bekannt. Musikalische Größen wie „Jimmy Page“ von „Led Zeppelin“ oder Eric Clapton schwören auf ihre „Gibson“-Gitarren. Sie sind besonders für das Touring sehr geeignet, da sie massiv und robust und dadurch strapazierfähiger sind. Besucher der Messe sind vom „Gibson“-Stand besonders angetan, da man gerade wertvolle Modelle wie die „Hummingbird“ selbst ausprobieren darf. So manch einem zaubert dies ein verklärtes Lächeln ins Gesicht…

Auch der Abschlusspressebericht der Musikmesse zieht eine sehr positive Bilanz. Die Musikmesse sei die wichtigste Veranstaltung der Musikinstrumenten- und Live-Entertainmentbranche. Es wurden besonders die Internationalität, das vielfältige Angebot und die konstante Besucherzufriedenheit gelobt.

Vorschau: Nächste Woche folgt ein Konzertbericht über Gisbert zu Knyphausen.

Eurovision Song Contest: Aus der Traum!

Willkommen zurück in der Realität! Der Eurovision Song Contest ist vorbei, die – meiner Meinung nach – übertriebene Lena-Hysterie ebenfalls und Deutschland darf sich mit einem zehnten Platz zufrieden geben. Es hätte immerhin schlimmer kommen können. Dass die Idee, unsere liebe Lena noch einmal antreten zu lassen, nicht bei jedermann auf Begeisterung gestoßen ist, war spätestens am Samstagabend bei der Punktevergabe nicht zu übersehen.

 Hat Lena 2010 von fast jedem der 43 Länder Punkte erhalten – häufig sogar die Höchstpunktzahl zwölf -, mussten wir am Samstag feststellen, dass von der vergangenen Euphorie für Lena nicht mehr viel geblieben ist. Aber vielleicht lag es auch einfach an ihrem doch sehr gereiften Auftreten. Überzeugte sie letztes Jahr eher durch etwas schiefe Töne und einem mehr als hibbeligen Auftritt, wirkte sie nun sehr erwachsen und fast schon streng. Der Stress der vergangenen Monate war ihr ebenfalls anzusehen – sie wirkte in ihrem schwarzen Kostüm erschreckend dünn. Nichtsdestotrotz muss ich mit großer Bewunderung – und dass obwohl ich kein Lena-Fan bin – sagen, dass ihr Auftritt zu den besten des Abends gehörte, wenn nicht sogar der beste war. Sie wirkte selbstsicher und punktete mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Weniger ist mehr, war hier eindeutig das Motto. Denn der Song wurde nur durch Lena, ihre Stimme und den in silberne Ganzkörperanzüge gehüllten Tänzerinnen im Hintergrund getragen. Für die Titelverteidigung hat es aber nicht gereicht…

 Aber wen wundert das? Wenn wir den Aspekt des Wiederantritts von Lena außer Acht lassen, fällt eines ganz schnell ins Auge. Etwas, worüber wir uns – die wir vor dem Fernseher saßen und somit zu den knapp 14 Millionen Zuschauern gehörten – nicht nur wunderten, sondern auch aufregten: Wieso kam es trotz fachmännischen Jurys zu einem einzigen Punkte hin- und herschieben? Oder war es etwa Zufall, dass die osteuropäischen Länder sich so oft Höchstpunktzahlen zuschusterten? Man musste sich nur den Atlas heranholen und konnte schon im Voraus ungefähr sagen, wohin die höchsten Punkte gehen würden. Und außerdem stelle ich mir die Frage, wieso 43 Länder Stimmrecht haben und nicht nur die 25 Länder, die sich qualifiziert haben. Denn durch den überwiegenden Anteil der osteuropäischen Staaten entsteht bei der Punktevergabe ein leichtes Ungleichgewicht…

 Für mich ist der Eurovision Song Contest schon lange nicht mehr fair und objektiv. Nehmen wir nur einmal die Sieger: Aserbaidschan. Joa, das Lied war gut, nicht schlecht, okay. Aber nicht wirklich der totale „Burner“, erinnerte eher an eine Schmachtnummer, wie wir sie schon viel zu oft gehört haben. Aber nun gut, wem es gefällt…

 Länder, die wirklich tolle Sänger und Sängerinnen in das Rennen geschickt haben, sind auf den hinteren Rängen gelandet. Frankreich, das den Versuch wagte, auf klassische Musik in korsischer Sprache und auf den jungen Tenor Amaury Vassili zu setzen, wurde leider enttäuscht. Dennoch gilt zu sagen, dass der junge Franzose eine Wahnsinnsstimme mit Gänsehautfeeling hat und in Frankreich bereits zu Recht zu den ganz Großen gehört.

 Auch Irland mit seinem schrillen Zwillingsduo hatte kein wirkliches Glück: Die Synthiepop-Nummer „Lipstick“, die aus den 80-er Jahren zu stammen schien, überzeugte nicht. Dabei wurden die beiden als Favoriten gehandelt, weil sie mit ihrem ausgefallenen Aussehen und ihrem aufgedrehten Choreographie deutlichen Wiedererkennungwert besaßen. Auch die englische Boygroup Blue schaffte es nicht unter die Top Ten, wobei hier gesagt werden muss, dass ihr Auftritt auch nicht stark war und die eingefleischten Fans der Gruppe wohl enttäuscht waren. Der Justin-Bieber Verschnitt aus Schweden sah zwar gut aus, an seinem musikalischen Talent muss er aber noch etwas feilen. Stimmlich herausragend war auch die junge Österreicherin Nadine Beiler, die sich mit einem der hinteren Plätze zufrieden geben musste. Zu meinen Favoriten zählte neben Irland noch die serbische Sängerin Nina, die in ihrer Heimatsprache sang und so gegen den Mainstream schwamm. Ihr Auftritt war bunt, spritzig und frech, ihre Stimme überzeugte auf Anhieb und das Lied sowie die Show erinnerte an Pop-Art, den Stil der 60-er Jahre.

 Mein persönliches Fazit: Dieses Jahr hatte der Contest mehr gute Lieder vorzuweisen gehabt, was die Entscheidung nicht wirklich leicht machte. Auch die Moderation war gelungen und unterhaltsam. Das Motto Feel your heart beat war stimmig und hat gepasst. Was die Punktevergabe angeht – darüber sollte man vielleicht noch einmal nachdenken. Objektivität und Fairness sucht man beim ESC manchmal vergeblich…

 Oder was sagt ihr dazu? Ich bin auf eure Meinungen gespannt

Eure Lea

Vorschau: Eva blickt nächste Woche auf die Eurokrise, die aus Griechenland und Portugal Europa nicht aus der Finanzkrise kommen lässt.