Die Doofe mit dem Helm bin ich

Für Kind und Kegel: nun habe ich auch so einen Anhänger (Foto: Antranias / pixabay.de)

Vor ein paar Wochen schickte mir mein Mann am frühen Morgen eine Nachricht. Sein Auto war liegen geblieben. Totalschaden. Innerlich seufzte ich erleichtert auf, denn der Karren hatte uns in den letzten zwei Jahren mehr gekostet, als er wert gewesen war und ich stieß bisher mit meinem Vorschlag „lass den uns verkaufen und nimm mein Auto“ auf taube Ohren. Nun war es zwangsweise so. Mein Mann fährt jetzt mit „meinem“ Auto und ich habe so einen furchtbaren Anhänger an mein Fahrrad bekommen, um die Kleinen in die KiTa zu bekommen. Doch über den will ich eigentlich gar nicht reden.

Neue Perspektive

Neue Perspektive: Radfahren heißt auch Entschleunigung (Foto: jill111 / pixabay.de)

Seit ich wieder täglich mit dem Rad fahre – was zuletzt zu Schulzeiten war – hat sich meine Perspektive grundlegend verändert. Mein Blick auf Distanzen ist ein anderer geworden. Als meine Schwiegermutter einmal meinte, sie könnte von Ludwigshafen nach Schifferstadt auch laufen (was immerhin um die 14 Kilometer sind), habe ich sie mit dem Auto eingesammelt. Als meine Tochter an ihrem ersten Kindergartentag ohne Mama auf die Nase fiel und sich fast einen Zahn ausgeschlagen hat, war ich mit dem Auto innerhalb von Minuten erst bei ihr und dann mit ihr beim Zahnarzt. Weite, aber auch Zeit hat eine ganz neue Dimension bekommen. Ganz abgesehen von dem, was ich nun alles so sehe.

Ein bisschen mehr von der Stadt

Schnell, wendig, platzsparend: In der Großstadt ist das Rad schon effizienter als das Auto (Foto: flotty / pixabay.de)

Mit dem Rad dauert der Weg ungefähr 15 Minuten. Allzu lange bin ich also nicht unterwegs, auch wenn es mir in den letzten regnerischen Tagen wie eine sehr nasse Ewigkeit vorkam. Doch diese Viertelstunde reicht, um die Plakate zu lesen, die die Geschäfte in den Schaufenstern hängen haben. Oder auch, um die wunderschönen Kleider des Brautmodenladens zu bewundern, der vor noch nicht allzu langer Zeit eröffnet wurde. Beim Bäcker zu halten, um noch Brot zu holen, artet nicht in Parkplatzsuche aus, ich halte direkt vor dem Geschäft. Mit dem Rad habe ich auch in den paar Minuten ein bisschen mehr von der kleinen Stadt und ich verstehe absolut, warum gerade in großen Städten, in denen vieles noch näher beieinander liegt, das Auto ein Relikt geworden ist. Aus dem Blickwinkel brauche ich das Auto lediglich zum Großeinkauf – und den lass ich mir mittlerweile ohnehin oft liefern.

Die dunkle Seite

Doofer Helm? Auch mit Kopfschutz macht Fahrradfahren Spaß (Foto: DorothyA / pixabay.de)

Dafür darf ich mich jetzt über ganz neue Dinge aufregen. Denn was ich in den wenigen Tagen schon erkannt habe. Die Doofe mit dem Helm bin ich. Kein anderer Erwachsener trägt auf dem Rad einen Helm, Schulkinder brausen mit freiem Kopf die Straße hinunter und legen steile Kurven hin, Kleinkinder sitzen auf dem Kindersitz, die Ohren im Wind. Und ich trage einen Helm. Nicht nur, weil ich meinen Kindern zeigen will, dass nicht nur sie das Ding aufziehen müssen. Sondern auch, weil ich wieder aufstehen will, wenn ein übermüdeter Autofahrer mich übersieht. Egal wie gut und sicher ich nämlich Rad fahre. Vor denen gibt es keinen Schutz. Und was ist denn so schlimm daran? Ich schnalle mich im Auto an, warte bis die Ampeln auf Grün stehen, stelle mich bei runter gelassener Schranke auf keine Bahngleise. Was ist so schlimm am Helm? Dass er klobig ist? Ja, auch ein moderne Helm gewinnt bei Heidi kein Foto, aber im Vergleich zu einem Schädelbasisbruch ist er richtig schick. Kein Mountainbiker oder Radrennfahrer fährt ohne Helm. Nur die Stadtradler schneiden sich dieses Scheibchen ab. Wenn sie sich dabei mal nicht ins eigene Fleisch schneiden.

Der Mannheimer Jungbusch: Problemstadtteil oder aufstrebendes Künstlerviertel?

Es ist mal wieder Sperrmüll in der Jungbuschstraße – sollte man zumindest meinen. Sicher kann man sich in Anbetracht der Müllhaufen und alten Möbelstücke, die auf der Straße stehen jedoch nicht sein. Ob nun die städtische Müllbeseitigungsbehörde gerufen wurde oder ob sich Bewohner lediglich ihres ausgedienten Hausrates entledigen wollten, bleibt ein Rätsel.

Doch nicht nur Müll prägt hin und wieder das Bild des Mannheimer Stadtteils. Neben Altbauten aus der Gründerzeit finden sich hier auch viele Kneipen, Bars, Restaurants und Kultureinrichtungen.
Eine lebhafte Geschichte hat der Stadtteil Jungbusch schon mitgemacht. Vom Hafenviertel, bis hin zum Rotlichtviertel und späteren „Auffangbecken“ für Gastarbeiter aus aller Herren Ländern ist der Jungbusch heute ein multikultureller Ort, an dem Menschen aus 80 verschiedenen Nationen und mit den unterschiedlichsten sozialen Hintergründen zusammenleben.

IMG_6501[1]

Säumen die Straßen des Jungbusch: Altbauten aus der Gründerzeit (Foto: N. Schwalb)

Von den einen als Problemviertel abgestempelt, von den anderen als aufstrebendes Künstlerviertel gerühmt, steht der Mannheimer Stadtteil am Rande der Quadrate, ähnlich wie die Neckarstadt-West, im Zentrum einer sehr ambivalenten Diskussion.

Vorne mit dabei ist die Stadt Mannheim selbst, die mit dem Bau eines Kreativwirtschaftszentrums direkt am Rheinkanal die Weichen für den Jungbusch stellen will. Schon seit dem Jahre 2002 ist das Gemeinschaftszentrum Jungbusch mit dem sogenannten Quartiersmanagement betraut. Es sei erforderlich, „das Quartier Jungbusch umfassend zu entwickeln, und insbesondere städtebaulich aufzuwerten und wohnungswirtschaftlich, sozial, kulturell und ökonomisch weiter zu stabilisieren“, so die Stadt Mannheim auf ihrer Internetpräsenz.

Hinsichtlich der kulturellen Aufwertung wurde schon einiges getan, um den Jungbusch für kreative Köpfe attraktiv zu gestalten. Angefangen mit dem Bau der Popakademie im Jahre 2003, über die Ansiedlung des Musikparks Mannheim, einem Existenzgründungszentrum für die Musikbranche, wird nun der Bau des neuen Kreativwirtschaftszentrums realisiert. Dieses soll nicht nur Arbeitsräume für Kreative aus allen Wirtschaftsbranchen bereitstellen, sondern auch Galerien beherbergen.

Neben dem Café Buschgalerie und der Strümpfe-Galerie, ist im Jungbusch auch die Stoffwechsel Galerie angesiedelt. Inhaberin Petra Stamm weiß aus eigener Erfahrung, wieso der Stadtteil so interessant für die Kreativbranche ist: „Ich lebe schon viele Jahre im Jungbusch und weiß, dass hier die Realisierung vieler Dinge möglich ist. Die Zusammenkunft unterschiedlicher Leute und Interessen macht diesen Stadtteil so bewegungsreich, anziehend und spannend.“

IMG_6433[1]

In vollem Gange: der Bau des Kreativwirtschaftszentrum Jungbusch (N. Schwalb)

Neben all diesen kulturellen Vorzügen dürfen jedoch auch die Probleme nicht außer Acht gelassen werden, die dem Jungbusch ein bisschen von dem Glanz abstreitig machen. Unter dem Titel „Armutszuwanderung in Mannheim“ veröffentlichte das Pro7-Lifestyle-Magazin Taff im März 2013 einen Bericht, der den Jungbusch in einem sehr radikalen Bild darstellte. Mittlerweile aus den Weiten des Internets verbannt, wurde von Schrottsammlern, einem Arbeiterstrich und unbewohnbaren Kellerwohnungen berichtet.

Hinzu kommen zahlreiche gewaltsame Übergriffe auf Frauen Ende letzten Jahres, die den Jungbusch abermals in negatives Licht, aber auch in die öffentliche Wahrnehmung rückten. Dass die Probleme aber im Zuge der Aufwertungsmaßnahmen außer Acht gelassen werden, davon kann nicht die Rede sein.

IMG_6505[1]

Erzählen die Geschichte des Jungbusch nach: Verfallene Gebäude, denen wohl bald eine neue Funktion zugesprochen wird (Foto: N. Schwalb)

Auf die Gewalttat an einer ausländischen Studentin wurde mit einem schon vorher einberufenen Sicherheitsdialog reagiert. Vertreter der Polizei, der Stadt, der Universität und viele Interessengruppen nahmen daran teil. Im Rahmen des Sicherheitsdialogs wurde der Jungbusch abgegangen, über ausreichende Beleuchtung des Stadtteils diskutiert, sowie eine erhöhte Polizeipräsenz geplant.

Weiterhin wurde im Gemeinschaftszentrum Jungbusch, als landesweit erstes Angebot dieser Art, eine Anlaufstelle für Zuwanderer aus Südosteuropa eingerichtet. Das Beratungs- und Informationsangebot trägt mit dazu bei, dass Ausbeutungstendenzen, also die von Taff beschriebenen Wohnungen, in denen Vermieter Matratzen zu horrenden Preisen und unter unmenschlichen Zuständen vermieteten, der Garaus gemacht werden kann. Michael Scheuermann, Leiter des Gemeinschaftszentrum Jungbusch beteuerte gegenüber Face2Face, dass die Arbeit der Beratungsstelle zusammen mit vielen anderen Aktivitäten maßgeblich zum sozialen Frieden im Stadtteil beitrage und sich die Situation in den sogenannten Problemimmobilien deutlich verbessert hätte.

Um etwaige Abwärtsbewegungen oder Ghettoisierung zu vermeiden, wurde außerdem in die Schulen sowie Jugend- und Sozialarbeit investiert. Im DJK, dem Ableger des Sportverbandes Mannheim im Jungbusch, treiben beispielsweise Studenten Seite an Seite mit Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Sport.

IMG_6503 (2)

Ein Stadtteil im Umbruch: Baumaßnahmen am Rheinkanal (Foto: N. Schwalb)

Einen Schritt weiter geht der für den 18.05. dieses Jahres geplante „runtegrate“. Laufen für die Integration lautet das Motto des Spendenlaufes, dessen Einnahmen massiv in die bereits laufenden Integrationsarbeiten fließen sollen.

Ob der Jungbusch nun eher als Problemviertel oder aufstrebendes Künstlerviertel zu bezeichnen ist, sei dahingestellt. Eins steht jedoch fest: derartige Entwicklungen sind keinesfalls neu. Unter dem Schlagwort „Gentrifizierung“ haben Stadtteile wie die Sternschanze in Hamburg oder der Prenzlauer Berg in Berlin schon Ähnliches durchgemacht. Mit der Um- und Neugestaltung von Stadtteilen geht jedoch zumeist ein Segregationsprozess einher. Eine Ansiedlung einer einkommensstärkeren Schicht verdrängt fast unweigerlich Einkommensschwache. Genau einen solchen Segregationsprozess will die Stadt Mannheim jedoch unterbinden.

„Die Gefahr einer Gentrifizierung ist gegeben, das darf man nicht kleinreden. Daher ist noch mehr die Frage nach einer sozialverträglichen Entwicklung gestellt, von der im Optimalfall alle Beteiligten profitieren. Ich habe die Vision eines lebendigen Stadtteils, in dem Menschen nicht segregiert werden, sondern miteinander leben. Vielleicht ist diese Ansicht zu idealistisch, aber was sind wir denn ohne Ideale?“, so Scheuermann, der Leiter des Quartiersmanagements im Jungbusch.

Ob der Jungbusch auch dem Prozess der Gentrifizierung zum Opfer fällt, ob eine Integration statt Segregation realisiert werden kann und wie der Stadtteil sich in zukünftig entwickeln wird, das kann uns jedoch nur die Zukunft zeigen.

Vorschau: Über „Total Recall“ – das Festival des nacherzählten Films berichtet die FILM&KUNST&KULTUR-Rubrik in der nächsten Woche.

Streetart in Mannheim, Teil 1: Louva Must Die über „die letzte halbwegs subversive Bastion der Kunst“

Sie zieren mittlerweile Wände, Mülleimer, Straßenlaternen und Stromkästen jeder größeren Stadt: Aufkleber, einfache Zeichnungen mit Edding oder Grafitti. Auch Arbeiten der Ende 20-jährigen Künstlerin „Louva Must Die“ aus Hessen finden sich darunter. Face2Face sprach mit der Streetart-Künstlerin über ihre Arbeit und die Sprengkraft, die diese meist illegale Kunstform im öffentlichen Raum mit sich bringt.

Face2Face: Welche Bedeutung steckt hinter dem Pseudonym „Louva Must Die“?
Louva Must Die: „Louva“ ist vom französischen Wort „Louve“ für „Wölfin“ abgeleitet. Es ist ein Künstlername, mit dem ich schon als kleines Mädchen geliebäugelt habe, da ich Wölfe schon seit meiner frühesten Kindheit liebe.

Regt zum Nachdenken an: Vergiss nicht zu leben, verheißt dieses Stencil (Foto: Louva Must Die)

Regt zum Nachdenken an: Vergiss nicht zu leben, verheißt dieses Stencil. (Foto: Louva Must Die)

„..Must Die“ kam hinzu, als ich im Oktober 2011 meine Facebook-Seite einrichtete. Zu der Zeit war gerade jemand in Mannheim unterwegs, der meine Sachen hasste und systematisch durchkreuzte, kommentierte oder beides. Das kam total spontan raus und fühlte sich richtig an. Ich glaube, das ist meine Art, die Kontroverse, die meine Arbeiten auslösen können, schon vorwegzunehmen, und außerdem meine Art von Selbstironie. Ich war nie ein allzu lebensfroher Mensch.

Face2Face: Auf besagter Facebook-Seite beschreibst du dich selbst als „Streetart und Poetry“-Künstlerin. Wie würdest du deine künstlerische Arbeit beschreiben und welche Techniken finden dabei Verwendung?
Louva Must Die: Hauptsächlich mache ich Stencils, also ein Grafitto, das mithilfe einer Schablone, auf die Farbe gesprüht wird, angebracht wird. Hier kombiniere ich oftmals Bilder und Sprüche. Einige der Vorlagen habe ich selbst gezeichnet, andere stammen von Fotos. Die Sprüche sind, bis auf wenige Song-Zitate, wie etwa „I don’t care if it hurts“, alle von mir.
Meine Technik habe ich mir selbst durch Ausprobieren beigebracht.
Bis heute mache ich die meisten Sachen so, dass ich mir ein Bild aussuche, das mich inspiriert, oft aus dem Internet oder einem alten Fotobuch, einen einfachen schwarz-weiß-Ausdruck mache und die Vorlage dann so lange mit Edding bearbeite, bis sie einigermaßen aussieht. Viele der Schriften male ich frei Hand selbst, nur wenige drucke ich aus.
Meine ersten Stencils schnitt ich in Ermangelung besseren Materials aus Röntgenbildfolie mit einem Teppichmesser auf einem Sperrholzbrett vom Sperrmüll. Das mag blöd klingen, aber ich hänge sehr an diesem schlichten, handwerklichen Aspekt des Anfangs, auch wenn ich inzwischen Bastel-Skalpelle benutze und eine Schneidunterlage habe. Das erdet. Selbst wenn ich mir so etwas wie einen Stencil-Burner oder Laser leisten könnte, ich glaube, ich würde diese Hilfsmittel nicht benutzen. Klar, man kann mehr machen, präziser arbeiten. Aber mir ging es nie um Präzision oder Perfektion.

Eine einfache Wand wird zum Träger einer Botschaft: Wage es zu träumen. (Foto: Louva Must Die)

Face2Face: Wie bist du zu dieser Kunstform gekommen? Gibt es bekannte oder auch weniger bekannte Künstler, die dich stark beeinflusst haben?
Louva Must Die: Das klingt nach einem furchtbaren Klischee und ist es auch, aber der Auslöser war Bansky mit seinem Buch „Wall & Piece“, im Jahre 2007. Danach war alles anders. Ein dreiviertel Jahr später war ich selbst auf der Straße.
Zwar gibt es viele Streetart-Künstler, die diese Entwicklung sehr geprägt haben und die ich auch sehr bewundere, wie Lawrence Weiner oder Jenny Holzer. Aber von denen erfuhr ich erst danach. Banksy war mein persönlicher Wendepunkt, davor hatte ich nicht einmal gewusst, dass es Streetart und Stencils überhaupt gibt.
Ich finde immer noch, dass niemand an ihn heranreicht, seine Subversivität, Originalität, Dreistigkeit und die Präzision, mit der er den Nagel so auf den Kopf trifft, dass es jeder versteht. Und natürlich diese Fähigkeit, ganze Massen von ahnungslosen Noch-nicht-Streetartists dazu zu inspirieren, selbst auf die Straße zu gehen.

Louva Must Die1

Streetart: Hat viel gesellschaftskritisches Potenzial. (Foto: Louva Must Die)

Face2Face: Streetart findet vor allem in größeren Städten Deutschlands, so auch in Mannheim, mehr und mehr Zuspruch. Was ist das Besondere für dich an Kunst im öffentlichen Raum?
Louva Must Die: Das Besondere undWundervolle an Kunst im öffentlichen Raum ist, dass sie tatsächlich für alle ist. Für alle, egal ob sie sie sehen wollen oder nicht. Illegale Straßenkunst ist von keinem bestellt, keinem unterstellt, schuldet keinem Rechenschaft, außer sich selbst.
Streetart ist verhältnismäßig einfach, jeder kann Schablonen schneiden oder Bilder aufkleben. Also gehen immer mehr Leute, die etwas zu sagen oder zu zeigen haben, auf die Straße. Immer mehr Menschen, die diese Kunst sehen, finden sich in den Aussagen wieder oder sind angesteckt von der Spontaneität und Ästhetik dieser Botschaften und Bilder im öffentlichen Raum.
Es ist, um es banal zu sagen, „für jeden etwas dabei“, weil es inzwischen so gut wie jeder macht, und das unterstreicht nochmal den universellen Charakter. Man braucht keine Vorbildung, aber sie schadet auch nicht; keine Meinung ist vorher festgelegt oder kanonisiert, das ist keine Kunst „nur für Kenner“; die einfache, aber ungebrochene Macht eines starken Symbols, das jeder rund um den Globus sofort versteht, so etwas findet man heute nicht in den Museen und Galerien. So etwas, solche „Schreie“, wie ich sie nenne, findet man auf der Straße. Das, was ich mal den „inneren Freiheits-Raum“ nennen will, also das in uns, was uns gestattet und sich auch danach sehnt, individuell zu sein, wird immer mehr okkupiert und aufgesogen von der Medien-Konsum-Maschinerie, der ja jede neue Subkultur sofort zum Opfer fällt. In der Streetart sind diese Freiräume noch zu finden, zumindest mehr als anderswo.

Putin

Ziert Mannheims Straßen: Streetart der Künstlerin Louva Must Die. (Foto: Louva Must Die)

Face2Face: 2011 stand der Hamburger Grafitti-Künstler Oz wegen Sachbeschädigung vor Gericht. Wie stehst du persönlich zu dem Vorwurf, Streetart sei Sachbeschädigung?
Louva Must Die: Generell muss ich sagen, dass sich meine Meinung zu diesem Thema sehr entwickelt hat. Ich bin heute der Meinung, dass, wer in den urbanen Raum zieht, in eine STADT also, damit zu rechnen hat, dass es Autos gibt, dass es Prostitution gibt, dass es Drogen gibt, und dass es Vandalismus gibt, UND dass es Graffiti gibt. Es ist nicht immer schön, es ist oft ärgerlich, aber das gehört schon immer zum In-der-Stadt-Wohnen dazu.
Wenn man sich mal die Geschichte des Graffiti ansieht, wenn man es mal auf das „Schreiben auf die Wand“ reduziert, ist es archaisch. Zu allen Zeiten, an allen Orten, durch die gesamte Geschichte hinweg, haben sich Menschen auf Wänden verewigt, und die Gründe dafür haben sich nicht groß geändert. In den Ruinen des Alten Pompeji hat man eine ganze Sammlung solcher in Stein geritzter Botschaften gefunden. Das geht von sowas wie: „Marcus war hier“, bis „Appollonia ist ’ne Schlampe“, über politische Tiraden, Poesie und dreckige Witze. Keiner würde das als Vandalismus bezeichnen und abschleifen wollen. Warum? Es ist Geschichte. Es ist menschliche Geschichte und damit wertvoll. In den uralten Gefängnis-Katakomben der Großreiche finden sich Botschaften der Vergangenheit ebenso wie auf Bäumen in Parks, an bedeutenden öffentlichen Orten, an Touristen-Anlaufstellen.
Der urbane (und auch virtuelle, mediale, rurale…) Raum wird heute bereits von Botschaften beherrscht, ja, überflutet, die dich wesentlich mehr und schlimmer beeinflussen, als irgendein Stencil oder Tag, und zwar, ohne dass du es merkst: Werbung und ihre Botschaften sind allgegenwärtig. Marketing bedient sich der Psychologie und ihrer neuesten Erkenntnisse, um Menschen so geschickt wie möglich zu manipulieren, damit sie ein bestimmtes Produkt kaufen. Diese Botschaften sind oft genug mehr als zehnmal so groß wie ein durchschnittliches Graffiti, über die regt man sich nicht so auf. Sie sind vielleicht angenehmer zu betrachten und leichter zu akzeptieren, sie fordern weder das Denken, noch die Phantasie, noch deinen Widerspruch heraus – aber sie sind meiner Meinung nach wesentlich gefährlicher und schädlicher, als es ein paar Stencils an den Wänden je sein können. Der gigantische Apparat aus Konsum, Medien und Werbung funktioniert deshalb so gut, weil wir ständig und non-stop manipuliert werden und uns manipulieren lassen. Und zwar dazu, uns unwohl in unserer Haut zu fühlen, schlecht, nicht gut genug, nicht schön, nicht reich, nicht sexy, nicht cool genug. Die jeweiligen Produkte bieten das ultimative Erlösungsversprechen, dennoch kaufen wir immer weiter und werden immer unglücklicher.
Streetart ist ein erfrischendes Gegenteil dazu, und wird auch häufig von Menschen gemacht, die genau das durchschauen und sich dem nicht beugen wollen, die nach Alternativen suchen oder diese aufzeigen wollen; und immer mehr Menschen merken an sich und ihrem Leben, dass etwas an diesem System nicht stimmt, und das finden sie häufig in der Streetart wieder. Oder zum Beispiel auch das von vielen oft vermisste Gefühl lebendig zu sein. Man selbst zu sein. Man selbst sein zu dürfen. Ein einfacher, aber genuin gefühlter, ehrlicher Spruch mit Kreide auf ein Brückengeländer gekritzelt kann mir mehr Gänsehaut verursachen, als wenn ich mir einen Film ansehe oder auf eine Party gehe. Ich finde das wundervoll.
Das macht die Akzeptanz in der Bevölkerung aber nicht einfacher.
Illegale Streetart und Graffiti sind die letzten halbwegs subversiven Bastionen der Kunst; bis auf lokale Ausnahmen ist es illegal, und es ist immer noch eine Kunstform, die darum kämpfen muss, als Kunstform anerkannt zu werden. Das verbotene Element und die Kontroverse machen sie für alle diejenigen so reizvoll, die sich dem System nicht beugen wollen, auch dem Kunst-Vermarktungs-System nicht.

Face2Face: Wie beurteilst du das politik-, system- und gesellschaftskritische Potenzial von Streetart?
Louva Must Die: Ja, Streetart kann natürlich eine immense Sprengkraft haben. Sie wird illegal angebracht, das heißt man kann sie nicht kontrollieren. Jeder kann sagen, was er will. So werden politische oder gesellschaftliche Kontroversen, die medial-öffentlich manchmal gar nicht, oder nicht ausreichend, behandelt werden, möglich.
Jeder, der vorbeikommt, sieht es. Alle sehen es. Es entsteht immer eine direkte Reaktion darauf im Kopf des Rezipienten, mag sie aus Abneigung, Wut, Zuspruch oder Begeisterung bestehen. Damit erreicht sie ein weit größeres Spektrum an Menschen und damit Meinungen, als es zum Beispiel in einer Galerie möglich wäre.
Ich nenne es „Schreie“. Streetart ist eine hervorragende Methode, um zu schreien. Deshalb fing ich damals überhaupt an. Ich hatte das Gefühl, all diese ungeschrieenen Schreie in meiner Kehle ersticken mich sonst und es ist unglaublich erleichternd, deine konzentrierte gesellschaftliche Wut auf einer Hauswand zu sehen.
Im Ausstellungskontext nimmt man von vornherein alles als „Kunst“ an, nichts kann wirklich überraschen, nichts kann schockieren, keine echte Kontroverse auslösen. Fast alle Ausstellungs-Kunst scheint mir tot, leblos, starr, prätentiös. Dagegen ist Streetart (oder auch Performance im öffentlichen Raum) ein wahrer Tanz, regellos, frei, wild, spontan, subversiv.
Was für eine Macht das einfache Schreiben auf Häuserwände im urbanen Raum haben kann, lässt sich am besten daran messen, dass in diktatorischen Ländern, wie zum Beispiel in Russland, Graffiti am härtesten geahndet wird. Diktatoren und Machthaber fürchteten seit jeher die Macht der Kunst, die Macht des Wortes. Eine einfache Botschaft, die alle Menschen auf der Straße lesen, kann sie plötzlich in ihrem geheimen inneren Widerstand vereinen und somit eine gefährliche Waffe der Revolution sein.

Face2Face: Welche Botschaft möchtest du den Menschen, die in ihrem Alltag an deinen Werken vorbeilaufen, mit auf den Weg geben?
Louva Must Die: Seht hin. Denkt nach. Wundert euch. Fragt euch. Ärgert euch. Widersprecht. Lebt. Spürt euch selbst.

Vorschau: Nächste Woche erscheint an dieser Stelle ein Beitrag zu dem Film „The Great Gatsby“, nach dem gleichnamigen Buch von Francis Scott Fitzgerald.

 

Preview: April 2013

„Erotik pur“ hieß es im März im Panorama – Face2Face berichtete exklusiv von der Erotikmesse Mannheim. Reizvoll gestaltete sich auch der Bericht über die essbare Stadt Andernach in Rheinland-Pfalz.

Mit prickelnden Themen möchten wir euch auch im April wieder zum Lesen verführen: Die FilmKunstKultur-Redaktion nimmt das Mannheimer Odeon-Kino unter die Lupe. Einen Kommentar zur Fairness im Spitzensport liefert die Sport-Redaktion. Auch in der Tier&Umwelt-Rubrik wird es kritisch: Weichmacher in Kunststoffen ist das Top-Thema im April. Ein Plattenreview des Rappers „Rustler“ erwartet euch in der Musik-Rubrik. Mit einem Rapper beschäftigt sich auch die Mode-Redaktion – nämlich mit den modischen Kreationen von „Cro“ für H&M. Über Essen aus dem Internet schreiben unsere Kolumnisten und im Panorama geht es unter anderem um den Trend zu Schönheitsoperationen.

Ein ganz besonderes Highlight erwartet euch in der Tipps&Tricks-Redaktion: Tatjana testet für euch im Selbstversuch, ob Schwarztee die Haare wirklich dunkler tönt.

Ihr möchtet auf eurer Facebook-Startseite immer die aktuellsten Face2Face-Artikel angezeigt bekommen? Dann liked unsere Facebook-Seite!

 

Ausgehtipps, Teil 7: Die Soraya Shisha Lounge in Speyer

Seit Ende September ist Speyer um einen attraktiven Ausgehtipp reicher: Die Soraya Shisha Lounge. Mit einer Mischung aus orientalischem Ambiente und dem Flair einer Chillout-Lounge wollten die beiden jungen Geschäftsführer Samir Benbekha (21) und Sebastian Panek (25) ihre eigenen Vorstellungen einer guten Shisha-Bar verwirklichen.

Dass ihnen das gelungen ist, zeigt sich vor allem am Wochenende: Zusätzliche Ti-sche und Stühle reichen meist nicht aus, um allen Gästen Platz zu bieten. Doch trotz des großen Andrangs verliert die Lounge nicht an Komfort und Service: Getränke und Shishas werden schnell an die Tische gebracht und dank regelmäßig nachgefüllter Schalen mit Knabberzeug ist auch für den kleinen Hunger gesorgt.

Die Shishas sind mit zehn Euro recht teuer – dies lasse sich jedoch anhand der Qualität rechtfertigen, so Benbekha. „Wir bieten ausschließlich Nargilem NPS Shishas mit einer großen Auswahl an hochwertigen Tabaksorten an“, erklärt er, „bevor wir neue Tabaksorten einführen, versichern wir uns persönlich von der Qualität der Ware. Für Verbesserungsvorschläge unserer Gäste haben wir stets ein offenes Ohr und geben unser Bestmögliches alle unsere Gäste zufrieden zu stellen.“

Anders als von einer Shisha-Bar erwartet, ist die Lounge nicht verqualmt und stickig. „Wir legen Wert auf gutes Durchlüften, was in einigen Bars eher in den Hintergrund gerät“, so Panek. Die Klimaanlage sorgt jedoch im Umkehrschluss dafür, dass die Temperaturen in der Soraya Shisha Lounge recht niedrig sind.

Dieser Minuspunkt kann jedoch durch die moderne – indirekte, farbenfrohe Beleuchtung setzt die edel gehaltene Lounge gekonnt in Szene – aufgewogen werden. Die passende Hintergrundmusik – ab und an legt auch ein DJ auf – lädt zum Entspannen und Wohlfühlen ein. Ein weiterer Pluspunkt erwartet die Lounge-Besucher in den Toiletten: „Die Sauberkeit und Hochwertigkeit unser Sanitäranlagen wurde von den Gästen vielfach gelobt.“ Auch das ist schließlich eine Angelegenheit, die für das Erscheinungsbild einer Lounge einen hohen Stellenwert hat.

Besonders stolz sind die beiden Geschäftsführer darauf, ihren Gästen über zwei große Flachbildfernseher die Fußball-Bundesliga und die Champions League sowie Länderspiele live auf Sky präsentieren zu können.

Kurzum: Hingehen. Anschauen. Begeistert sein.

Meine Bewertung in Punkten (1 = schlecht, 5 = sehr gut):

Äußeres Erscheinungsbild: 5
Preise: 4
Atmosphäre: 5
Personal: 4

Kontakt:
Soraya Shisha Lounge
Wormserstraße 10
67346 Speyer
Tel.: 01629747994
E-Mail: info@soraya-shisha-lounge.de

Öffnungszeiten:
Montag-Donnerstag: 17:00-00:00
Freitag und Samstag: 17:00-03:00
Sonntag: 17:00-00:00

Vorschau: Nächsten Sonntag erwartet euch in der Tipps&Tricks-Redaktion ein weiterer Teil der Hausmittelserie – diesmal geht es um Currygewürz, den Alleskönner.

_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

Ausgehtipps, Teil 1: Colonial Lounge, Hockenheim

Ausgehtipps, Teil 2: Liquid Lounge, Speyer

Ausgehtipps, Teil 3: Pasta Pasta, Speyer

Ausgehtipps, Teil 4: 1001 Nacht, Speyer

Ausgehtipps, Teil 5: Hitana Lounge, Hockenheim

Ausgehtipps, Teil 6: Café Vienna, Mannheim

 

Kabinettsbibliothek, Kaffee und der süße Duft des Stadtlebens

Der Duft von frisch gefallenem Regen liegt in der Luft. Die großen Steinplatten des Ehrenhofs glitzern geheimnisvoll im Licht der gleißend hellen Sonne. Nur ein paar wenige Schäfchenwolken lockern das satte Blau des Himmels über dem Schloss ein wenig auf. Obwohl es noch früh am Morgen ist, herrscht hier schon reges Treiben.

Einen Besuch wert: Das Mannheimer Schloss (Foto: Beutler)

 Als Zentrum von Kultur, Kunst und Wissenschaft galt der Mannheimer Hof unter Carl Theodor, Erbe des Kurfürsten Carls Philipps, unter dessen Regenschaft der Schlossbau ab 1720 aufgenommen wurde. Nachdem das prächtige Bauwerk im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, erstrahlt es seit dem Wiederaufbau und den Restaurierungsarbeiten im Jahre 2007 wieder in neuem Glanz. Heute macht es  seinem großen Vorbild, dem Versailler Schloss, wieder alle Ehre.

 Zurückversetzt in eine längst vergangene Epoche – so könnte man das Gefühl beschreiben, das einen beim Betreten des teilweise zum Museum umfunktionierten Schlosses überfällt. Die prunkvoll ausgestattete Innenarchitektur, mehrere hundert originale Gemälde und Möbel lassen nicht nur die Herzen eingefleischter Historiker höher schlagen. Einen ganz besonderen Höhepunkt bildet der einzige, vollständig original erhaltene Raum: Die Kabinettsbibliothek der Kurfürstin Elisabeth Auguste. Die in zarten Rosé-, Rot- und Blautönen gehaltene Decken- und Wandbemalung, durchzogen von dezenten Goldapplikationen, wird durch den abenteuerlich verlegten Holzfußboden in so authentischer Weise abgerundet, dass im geneigten Besucher die Erwartung aufkommen könnte, die Kurfürstin selbst betrete jeden Augenblick den Raum, als sei es das Normalste auf der Welt.

 Noch leicht benebelt vom Geruch der geschichtsträchtigen Räumlichkeiten, vollgestopft mit Informationen zum Schloss und seinen ehemaligen Bewohnern, wird dem Museumsbesucher beim ersten Schritt hinaus auf den Ehrenhof schlagartige bewusst, in welchem Zeitalter er sich tatsächlich befindet. Junge Männer und Frauen schlendern geschäftig zwischen den beiden Schlossflügeln hin und her. Die Aprilsonne zaubert vielen ein Lächeln, dem ein oder anderen auch eine leichte Röte ins Gesicht. Das rege Treiben auf dem Ehrenhof hat seinen Grund: 1967 wurde aus der ehemaligen Wirtschaftsschule eine Universität. Rund 11.000 Studierende verteilen sich heute auf die insgesamt fünf Fakultäten: Volkswirtschaftslehre und Rechtwissenschaft, Betriebswirtschaftslehre, Sozialwissenschaften und die Philosophische Fakultät. Bei so vielen unterschiedlichen Bildungsmöglichkeiten ist es kein Wunder, dass auch Herkunft, Sprache und Aussehen der Studenten bunt gemischt sind.

 Bei den ungewöhnlich sommerlichen Temperaturen hat es sich eine Gruppe junger Studenten in einer Ecke des Ehrenhofes gemütlich gemacht. Ein schwarzhaariger Junge mit südländisch-gebräuntem Teint lacht über das, was die ihm gegenüberstehende Blondine gerade erzählt hat. Diese schüttelt ihr langes Haar auf,  lächelt in die Runde, sagt etwas, klemmt ihre Tasche unter den Arm und läuft in Richtung Café EO.

Immer etwas los: Die Planken (Foto: Beutler)

 Als sie die schwere Glastür öffnet, schlägt ihr ein Raunen und Summen von hunderten von Stimmen entgegen. Das als Lounge, Bar und Cafeteria deklarierte EO ist bis auf den letzten Platz belegt. Auf den Tischen stehen Tabletts und Laptops. Einige der Studierenden essen, andere sind in Bücher vertieft. Die eindeutige Mehrheit jedoch unterhält sich angeregt. Der perfekte Ort, um das Studentenleben und dessen Mythos hautnah mitzuerleben. Der Duft nach frisch zubereitetem Essen liegt in der Luft: Putengeschnetzeltes mit Currysauce und knusprig-würzige Kartoffelecken. Fürs Erste tut´s am späten Vormittag aber auch ein Kaffee – das dachte sich wohl auch die blonde Studentin und macht sich mit einem Becher des wohlig duftenden Heißgetränks in der Hand auf in Richtung Innenstadt.

 „Das Herz der Einkaufsstadt Mannheim“ – so titelt mannheim.de. Und tatsächlich: Die sogenannten Planken bieten Shopping-Spaß pur. Von Wasserturm bis zum Paradeplatz reiht sich ein Geschäft an das nächste. An einem sonnigen Tag wie heute sind hier regelrechte Menschenmassen unterwegs. Und in diesem Getümmel aus wippende Köpfe, im lauen Wind flatternden Haaren, vom vergangenen Winter noch bleiche, nackte Arme und Beine ist die blonde Studentin blitzschnell verschwunden.

 Selbstverständlich hat Mannheim außer dem Schloss noch unzählige weitere kulturelle Angebote, aber wer verbringt seinem freien und noch dazu von der Sonne so verwöhnten Tag schon gerne in düsteren Museen und Ausstellungen, während draußen zwischen Eisdielen und Mode-Boutiquen das Stadtleben pulsiert?

Kurzinformation:
Öffnungszeiten Mannheimer Schloss:
Di. bis So. und an Feiertagen
10.00 – 17.00 Uhr
letzter Einlass um 16.30 Uhr

Museumsführungen:
täglich 11.00 und 15.00 Uhr
Sa.: 11.00, 13.00 und 15.00 Uhr
So. und Feiertage stündlich 11.00 – 16.00 Uhr

Öffnungszeiten Café EO:
Mo. bis Fr.: 9.00 – 20.00 Uhr
Sa.: 10.00 – 16.00 Uhr

Vorschau: Stockholm – was es in der Hauptstadt Schwedens alles zu erleben gibt, lest ihr nächste Woche in einem Bericht von Johanna.