Sportliche Last-Minute-Geschenke

Verdammt, morgen ist Weihnachten! Wie jedes Jahr kommt dieser Feiertag viel zu schnell. Es fehlen noch ein paar Geschenke? Dann habt ihr hier die Last-Minute-Geschenkideen für sportbegeisterte Väter, Onkel, Brüder, Mütter, Tanten oder Schwestern – zusammengestellt von der Sportredaktion.

Gutscheine.
Gutscheine gelten als sehr, sehr unkreativ, haben aber schon so manche Familienfeier vor dem Totalkollaps bewahrt. Wenn du nicht gerade zwischen drei und 13 Jahre alt bist und weniger als zehn Euro Taschengeld von deinen Eltern bekommst, sind selbst gebastelte Gutscheine NICHT MEHR OKAY! Fast in jeder gut sortierten Tankstelle gibt es alle möglichen Gutscheine, zum Beispiel IKEA, Spotify, Galeria Kaufhof oder Karstadt, mit denen man seinen Liebsten eine Freude machen kann.
Probeabos von Zeitungen und Zeitschriften, wie 11Freunde, Kicker oder SportBILD, eignen sich übrigens super als Weihnachtsgeschenk für die fußballbegeisterten Familienangehörigen.

Bücher.
Bücher rangieren auf der Beliebtheitsskala für Geschenke gefühlt direkt hinter Socken. Aber das Schöne ist: der Bücherwurm unter den zu Beschenkenden ist für JEDES Buch dankbar, egal wie schlecht es eigentlich ist. Vor allem im Bereich Sport gibt es alle möglichen Arten von Büchern: Romane, Autobiographien, zum Beispiel die Biographie von Zlatan Ibrahimovic: „Ich bin Zlatan“, oder auch Sachbücher, die überaus interessant sein können. Eine kleine Auswahl unserer Lieblingsbücher haben wir euch im November anlässlich des Bundesvorlesetags vorgestellt. Wagt euch in die Buchhandlung eures Vertrauens und lasst euch von den Verkäufern beraten!

Basteln.
Selbstgebasteltes fällt ebenso wie Gutscheine unter die Kategorie „wenn du nicht mehr zwischen drei und 13 Jahre alt bist…“ ist aber immerhin kreativer als ein Gutschein. Wagemutige Bastelkandidaten suchen heute Abend noch Fotos zusammen und überraschen Oma und Opa oder Mutti am 24. mit einem selbstgebastelten Fotokalender.

Fotokalender zum selbst gestalten gibt es sowohl bei Rossmann als auch bei DM und oft auch in größeren Einkaufszentren von Edeka oder Rewe. Darum sich am 24. noch mal in die Stadt zu wagen, kommen Bastelfreunde nicht herum. Vor allem wenn weder Kleber noch Schere vorhanden sind. Für die Sportfans: Ausschnitte aus Stadionheften, Zeitungsschnipsel und alles, was mit der Lieblingsmannschaft zusammenhängt auf einem DIN A4-Blatt arrangieren und eine Collage basteln. Das Ganze dann noch in einen schönen Rahmen ist ein super-schönes Last-Minute-Geschenk, wenn der Beschenkte Fan einer bestimmten Mannschaft ist.

DVDs / Blu-Rays / Spiele für Spielekonsolen.
Es gilt ähnliches wie bei Büchern: die Auswahl ist riesig. Bitte unbedingt auf die passende Spielkonsole achten! Nein, PlayStation 4-Spiele passen nicht in die Xbox360. Passend zum Weihnachtsgeschäft kommen jedes Jahr die größten Sportklassiker in der neusten Version heraus: Fifa 16 – VÖ 24.09.2015, ProEvolutionSoccer 2016 – VÖ 15.09.2015, Handball 2016 – VÖ 27.11.2015. Aber es muss auch nicht immer das neuste Spiel einer Reihe sein! Auch Klassiker wie Fifa 2001 feiern ein Revival bei vielen Gamern.

Last-Minute-Schenker sollten am 24. Dezember vor allem auf die Öffnungszeiten der verschiedenen Geschäften achten. Diese variieren nämlich von Bundesland zu Bundesland, von Stadt zu Stadt. Am besten früh aufstehen. Und immer dran denken: Ihr seid sicherlich nicht die einzigen, die Weihnachten mal wieder „vergessen“ haben. Noch ein paar kleine Tipps:

Nehmt die Hilfe von Verkäufern an und seid bitte freundlich, denn die Verkäufer können nichts dafür, dass ihr euch am 24. noch mal in das Weihnachtschaos stürzen müsst. Außerdem: Macht euch nicht verrückt! Ihr werdet bis zur Bescherung vielleicht nicht mehr das passende Geschenk finden, aber eure Eltern haben euch sicherlich trotzdem lieb. Und zum Schluss: Genießt es mit eurer Familie zusammen zu sein, auch wenn es anstrengend sein kann. Schließlich sind Geschenke ja nicht das Wichtigste zum Fest der Liebe.

Fröhliche Weihnachten. Merry Christmas. Joyeux Noël. Feliz Navidad. Buon Natale. عيد ميلاد مجيد. God Jul. счастливого Рождества. Mutlu Noeller. hyvää joulua.

Vorschau :  Jahresrückblick: Die besten Sprüche aus dem Sport im
Jahr 2015

Fußball in Zeiten des Terrors

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Blick auf die Haupttribüne der Veltins-Arena in Gelsenkirchen (Foto: privat).

Je nach Medienangaben sind zwischen 130 und 135 Menschen gestorben, rund 350 Menschen wurden verletzt. Der „Islamische Staat“ hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt.

Auch die deutsche Fußballnationalmannschaft war indirekt betroffen, denn sie spielten an diesem denkwürdigen 13. November im Stade-de-France gegen die französische Nationalmannschaft. Auch das Stadion war Ziel der Attentäter.

Dass den knapp 80.000 fußballbegeisterten Menschen nichts passiert ist, ist
großes Glück. Während des Spiels konnte man deutlich mehrere Detonationen hören, selbst am Fernseher. Tom Bartels, der Kommentator der ARD, die das Spiel live übertrug, kommentierte das Spiel infolge der durchsickernden Informationen sichtlich erschüttert weiter, aber er kommentierte eben weiter. Kurz wurde überlegt das Spiel nicht wieder anzupfeifen, aber um eine Massenpanik zu verhindern, wurde dann doch davon abgesehen. In der Nachbetrachtung war das die richtige Entscheidung. Nach dem Abpfiff sickerten dann Informationen zu den Zuschauern im Stadion durch, was schließlich zu den uns allen bekannten Fernsehbildern sorgte, die zeigen, wie Menschenmassen auf das Spielfeld des Stade-de-France strömen. Auf den heiligen Rasen, auf dem in weniger als einem Jahr die Europameisterschaft 2016 beendet werden soll.

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Die Mannschaften des FC Schalke 04 und Apoel FC in der Veltins-Arena (Foto: privat).

Vier Tage später sollte der Fußballklassiker Deutschland gegen die Niederlande in Hannover ein Spiel auch für die Franzosen werden, die zeitversetzt ihr Testspiel gegen die Engländer im altehrwürdigen Wembley-Stadion antraten. Vereint sangen Franzosen und Engländer dort die Marseillaise, die Nationalhymne Frankreichs. Das Stadion war in blau – weiß – rot gehalten, es zeigte über dem Eingang die Worte Liberté, Égalité und Fraternité – Einheit, Gleichheit, Brüderlichkeit – den Wahlspruch der französischen Revolution und der heutigen Französischen Republik. Doch das Spiel in Hannover musste eine Stunde vor Anpfiff aufgrund von konkreter Terrorwarnungen abgesagt werden. Der Terror scheint nun auch in Deutschland angekommen zu sein.

„Bist du denn wahnsinnig?“
Ob ich denn wahnsinnig sei, fragte mich meine Mutter, als ich ihr eröffnete trotz der Ereignisse unbedingt am Wochenende ins Stadion zu wollen. Menschenmassen solle man meiden, heißt es in den Tagen nach den Anschlägen. Super. Und ich muss einen Tag später, am 14. November in den Hauptbahnhof Hannover, um von dort wieder in meine süße kleine Universitätsstadt Marburg zu fahren. Aber es passiert nichts. Es laufen mehr Bundespolizisten durch den Hauptbahnhof, das fällt auf. Vielleicht ist es ein wenig zynisch, aber ich fühle mich sicher(er).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Eckball zwischen FC Schalke 04 und Apoel FC (Foto: privat).

Dann Donnerstag. 26. November. 13 Tage nach Paris. Die Sicherheitskontrollen vor dem Spiel des FC Schalke 04 gegen Apoel FC in der Gruppenphase der Europa Leauge sind schärfer als sonst. Es ist schon dunkel, als wir gegen 17:45 Uhr am Stadiongelände ankommen. Auf dem Weg zum Stadion hin bin ich aufgeregt. Aber nicht, weil ich Angst vor einem Terroranschlag habe, nein, ganz im Gegenteil. Ich freue mich einfach auf ein hoffentlich packendes, mitreißendes Fußballspiel. Doch bevor wir in das Stadion hinein gehen können, werden mein Begleiter und ich abgetastet. Gründlicher als sonst. In meine Tasche wird hineingeleuchtet, sie wird nicht wie sonst einfach nur abgetastet. „Sicherheitsvorkehrung“ sagt die zierliche Frau, die nach meiner Taschenkontrolle auch meinen Körper abtasten darf. Den tollsten Job hat sie tatsächlich nicht.

18:30 Uhr. Noch eine halbe Stunde bis Anpfiff. Der Stadionsprecher verliest die Charta der UEFA Europa League gegen Rassismus. Immer wieder läuft auch der Fernsehspot „No to Racism“ auf dem großen Videowürfel in der Veltins-Arena. Der Text, der sich gegen Rassismus positioniert, aber auch sexistisches Verhalten verurteilt, wird auch auf Griechisch vorgelesen, da es sich bei dem Gegner Apoel FC um eine Mannschaft aus Zypern handelt.

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Veltins-Arena bei Nacht (Foto: privat).

Fernab des Spielgeschehens (der FC Schalke 04 vergibt sehr viele Chancen, gewinnt aber glücklich 1:0) habe ich nie das Gefühl mich in einer Gefahrenlage zu befinden. Dabei sind über 43.000 Menschen im Stadion. Angst hat als Besucher nichts bei einem Fußballspiel zu suchen. Nicht beim Stadionbesuch. Oder im alltäglichen Leben. Denn Angst lähmt nur unsere Gesellschaft.

Von Fußball bis Quidditch – vielfältiger Hochschulsport

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport, Spielbrick Films auf flickr.com, CC-Lizenz.

Oktober bedeutet für Studierende immer wieder aufs Neue: Beginn des Wintersemesters. Sport fördert zu jeder Jahreszeit die Gesundheit. Vor Weihnachten ist es jedoch strategisch günstig sich eine Sportart zu suchen, die man regelmäßig macht. Um dem Zunehmen über die Weihnachtsfeiertage entgegen zu wirken. Doch gerade die typischen Mannschaftssportarten wie Fußball oder Basketball finden manche Menschen langweilig. Gut, dass es für Studierende und Mitarbeiter der Uni eine einfache Lösung für all diese Probleme gibt: Universitätssport.

Die Grenzen des Hochschulsports? Gibt’s nicht!

"Ultimate Frisbee" als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Ultimate Frisbee“ als Hochschulsport an der Uni Rostock. Marcus Sümnick auf flickr.com, CC-Lizenz.

Sport an deutschen Universitäten wird oft über eine zentrale Stelle organisiert. Ob nun das Sportzentrum der Hochschule oder ein einzelner Studiengang – es gibt für jeden Studi die Möglichkeit Sport zu betreiben. Welche „Art“ von Sport die richtige für einen ist, muss man selbst herausfinden. Die Grenzen des universitären Sportangebots hingegen sind weit. Sehr weit. Fußball, Handball und auch Volley- oder Basketball sind die gängigen Sportarten, die jeder aus dem Schulunterricht kennen könnte. In verschiedene Gruppen nach Leistung sortiert kann man an so gut wie jeder Uni diese Mannschaftssportarten im hochschuleigenen Team betreiben. An den meisten Universitäten gibt es aber weit mehr als die klassischen Breitensportarten. Je nach Größe der Universität variiert das Angebot von Standarttänzen über Rückenschule bis hin zu Denksportangeboten. Aber auch im Bereich der Mannschaftssportarten sind die meisten Universitäten und Studierenden kreativ.

Menschen mit Besen zwischen den Beinen, die sich mit Bällen bewerfen lassen: Quidditch.

JQuidditch als Hochschulsport in Amerika.  John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

Quidditch als Hochschulsport in Amerika. John Morgan auf flickr.com, CC-Lizenz.

An einigen deutschen Universitäten (Hannover, Freiburg, Augsburg, Bochum, Darmstadt) kann man Quidditch als Hochschulsport spielen. Nein, kein Scherz! Hier geht es wirklich um das Quidditch, welches der Zauberlehrling Harry Potter in den Weltbestsellern von Joanne K. Rowling ebenfalls spielt. Oder zumindest kommt das Hochschul-Quidditch dem in den Büchern relativ nahe – fliegen können die Quidditch-Mannschaften allerdings (noch) nicht. Quidditch begeistert allein in England 60 Teams von Muggle (also Nicht-Zauberern), die sich Besen zwischen die Beine klemmen und dann eine Mischung aus Handball, Rugby und Völkerball (oder englisch: Dogeball) spielen. Auch in Amerika begeistert der Sport, sodass genug Teams vorhanden sind, um universitäre Turniere zu veranstalten. Selbst die renommierte Universität Harvard hat sein eigenes Quidditch-Team.

Hochschulsport ist mehr als „nur“ Sport

Der Hochschulsport ist in Deutschland durch einen Dachverband organisiert – und zwar durch den allgemeinen deutschen Hochschulsportverband, kurz adh. Über 180 Universitäten sind in Sachen Hochschulsport durch den adh organisiert und verbunden, denn der adh richtet sowohl nationale als auch internationale Hochschulmeisterschaften jeglicher Art aus. Doch nicht nur die „harten“ Wettkämpfe werden von der adh organisiert, es finden auch regelmäßig nationale „fun“-Turniere statt.

"Netball" an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

„Netball“ an der Nottingham Trent University (UK), Nottingham Trent University auf flickr.com, CC-Lizenz.

An deutschen, aber auch an Universitäten auf der ganzen Welt geht es also um mehr als nur den reinen Wissenserwerb. Durch Hochschulsport kann man neue Menschen aus ganz anderen Fachgebieten kennenlernen, sich auspowern und neben dem Spaß auch etwas für die eigene Gesundheit tun. Was nicht zu verachten ist: die meisten Universitäten nehmen für das sportliche Angebot meist nur eine kleine Kursgebühr zwischen 10 und 50 Euro pro Semester.

Vorschau: Nächste Woche (am 04. November) geht es im Bereich Sport um das Thema Formel 1. Der Grand Prix von Mexiko steht dabei im Mittelpunkt.

Blindenfußball: eine ganz besondere Facette des Fußballs

Deutscher Meister wird nur der FC Bayern München. Das stimmt so gar nicht. Der deutsche Meister des Blindenfußballs kommt mitnichten aus Bayern sondern aus Mittelhessen. Seit dem 12. September 2015 stehen die Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg als Deutscher Meister der Blindenfußballliga (kurz DBFL) fest. Blindenfußball? Wie geht das denn eigentlich? Wie funktioniert das?

An sich ist Fußball ein einfaches Spiel. Oft braucht man zum Fußballspielen nicht viel, in der Schulzeit hat auch mal eine Coladose zum kicken gereicht. Die Tore wurden durch Schuhe und Jacken markiert und Regeln… wozu? In den großen Stadien der Republik stehen Wochenende für Wochenende 22 Spieler in zwei Mannschaften auf den Spielfeldern. Es gibt zwei Tore, einen Ball, mehrere Schiedsrichter, im Gegensatz zur Schulzeit ein paar Regeln und los geht’s. Doch wie sieht das beim Blindenfußball aus? Die regelkonforme Ausführung eines Blindenfußballspiels ist nicht viel komplizierter als die eines normalen Fußballspiels. Es müssen nur einige Gegebenheiten geändert werden und dann ist auch Blindenfußball wieder das einfache Spiel zweier Teams gegeneinander. Und vor allem eine ganz besondere Facette eines schon interessanten Spiels, nämlich Fußball.

Eine wunderbare Facette des Fußballs: Blindenfußball.  (Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine wunderbare Facette des Fußballs: Blindenfußball. (Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine besondere Facette des Fußballs

Ein Blindenfußballspiel findet auf Kunstrasen statt. Das Spielfeld ist 20 Meter breit und 40 Meter lang und ist damit unwesentlich kleiner als ein Fußballfeld (90 x 120 Meter). Das Spielfeld ist ähnlich wie bei einem Fußballspiel sehender Menschen in der Halle durch Banden abgetrennt, diese Banden sind wichtig für die Orientierung der blinden Spieler auf dem Feld. Ein Spiel beim Blindenfußball dauert 2 x 25 Minuten und nicht wie beim Breitensport 2 x 45 Minuten. Die Größe des Tores bei einem Blindenfußballspiel unterscheidet sich auch. Mit zwei mal drei Metern entspricht es der Größe eines Handballtores. Auf dem Feld stehen nicht elf, sondern vier Feldspieler. Und sie sind alle blind. Nur der Torwart darf sehen können, er darf den Ball aber nur in seinem kleinen Torraum aufnehmen und diesen Raum auch nicht verlassen. Doch zu einer Mannschaft gehören neben den Auswechselspielern noch mehr Menschen.

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Eine Atmosphäre wie bei einem Tennis-Match

Wenn blinde oder sehbehinderte Menschen und Mannschaften Fußball spielen ist die Atmosphäre ähnlich wie bei einem Tennismatch: auf den Zuschauerrängen hat absolute Ruhe zu herrschen. Dies liegt daran, dass der Blindenfußball nur dann funktioniert, wenn die Spieler auf dem Feld sich auf ihr Gehör verlassen. Wichtig für das Spiel sind neben dem guten Gehör auch Orientierungssinn, Körperbeherrschung und der engen Kontakt zum hörbaren Ball. Denn in dem Ball, der um einiges schwerer und kleiner ist als ein Fußball bei sehenden Menschen, sind Rasseln. Diese zeigen die Position des ballführenden Spielers durch das Geräusch an. Dennoch ist auch die Kommunikation innerhalb des Teams unfassbar wichtig. Die Abwehr wird von ihrem Torwart dirigiert, der Trainer an der Mittellinie unterstützt das Mittelfeld und ein „Guide“ hinter dem gegnerischen Tor leitet die Stürmer an. Durch Kommandos wie 10-1 werden die Meter bis zum Tor und die Anzahl der Gegenspieler angesagt.

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

(Foto: E. Alaoui Masbahi auf der Facebookseite von Blindenfußball Marburg.)

Und was hat die spanische Sprache damit zu tun?

Auch auf dem Spielfeld selbst wird viel gesprochen. Nämlich immer dann, wenn sich ein Spieler dem ballführenden Spieler nähert. Er hat die Pflicht sich mit dem spanischen Wort „Voy!“ bemerkbar zu machen. „Voy“ heißt ich komme. Wer das nicht beachtet und sich ohne dieses Wort dem ballführenden Spieler nähert, der kann eine empfindliche persönliche Strafe einstecken müssen. Es gibt auch Teamstrafen, Freistöße und Strafstöße sowie gelbe oder rote Karten. Nur Abseits, das gibt es nicht.

Nicht auf Spanisch, sondern hier in Deutschland auf Deutsch kommentieren zwei Reporter das Spiel live. Sowohl für die Zuschauer, die wie die Spieler blind sind, als auch für die Auswechselspieler. Diese Reportagen werden auch oft live ins Internet gestreamt, so können auch egal ob blind oder nicht, diejenigen teilhaben, die es nicht schaffen live vor Ort zu sein.

Meister der DBFL 2015? SF BG Blista Marburg

Seit 2008 richtet die Sepp-Herberger-Stiftung zusammen mit dem Deutschen Behindertensportverband (DBS) und dem Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV) die DBFL aus. Am 26. und 27. Mai 2006 fand das erste internationale Blindenfußballturnier in Deutschland statt und gab damit den Startschuss für den Blindenfußball als Breitensport in Deutschland. In einigen Ländern Südamerikas, England und Spanien wird der Blindenfußball schon seit Mitte der 1960er praktiziert. In der nun 8. Bundesligasaison des Blindenfußballs konnte sich die Mannschaft der Sportfreunde Blau-Gelb Blista Marburg gegen Rekordmeister MTV Stuttgart, den Chemnitzer FC und den FC St. Pauli durchsetzen.

Das aktuelle Sportstudio: Von gerissenen Röcken und tieffliegenden Bällen

In Mainz auf dem Lerchenberg fahren insbesondere Samstagabend viele Autos auf das Gelände des ZDFs. Der Fernsehgarten ist live am Sonntagmorgen – dorthin kann es die vielen Gäste also nicht verschlagen. Aber am Samstagabend schlägt die Stunde der Fußballfans und Sportbegeisterten: Denn eine der ältesten Sportsendungen im deutschen Fernsehen, „Das aktuelle Sportstudio“ wird aufgezeichnet.
Seit dem 14. August 1963 flimmern die Moderatoren des ZDFs Samstagsabends über die Bildschirme der Republik, um die interessierten Zuschauer über die Geschehnisse des letzten Sportsamstags und -freitags aufzuklären. Auch wenn die bekannte Bahnhofsuhr im Vorspann der Sendung Aktualität vorspielt, ist die Sendung eine Live-on-Tape-Show. Das heißt die Sendung wird aufgezeichnet und einige Stunden später gesendet.

LICHT!“, „KAMERA!“, „ACTION!“ – so stellt man sich die schillernde Welt von Film und Fernsehen vor. Aufregend, unbekannt und irgendwie wichtig. Doch gerade das aktuelle Sportstudio ist alles andere als abgehoben, nein, es ist erschreckend gewöhnlich und es fühlt sich ziemlich normal an dort im Publikum zu sitzen.

Um 20.45 Uhr beginnt mit einer Begrüßung und der Ansage eines sogenannten „Setrunners“ das kleine Abenteuer beim ZDF. Ein „Setrunner“ ist jemand, der sich um alle Nebenabläufe bei einer Fernsehproduktion kümmert. Er macht alle auf die Spielregeln aufmerksam: große Taschen sind im Studio verboten, genauso wie Essen und Trinken während der Sendung. Fotografieren ist generell erlaubt, auch in der Sendung, wenn man das passende Motiv findet. Nur bitte nicht mit Blitz. Und die Handys sollten wegen der Störgeräusche auch ausgeschaltet werden.

Dann geht es endlich los. Durch zwei große graue Stahltüren, die das Alter der Studios auf dem Lerchenberg erkennen lassen, geht es in das Studio. Vorher muss man aber vorbei an einem Security-Mann, der noch mal die Taschen kontrolliert und weiter zum eigentlichen Kartenabreißer. Die Gänge sind ziemlich eng und es wirkt ein wenig beklemmend, bevor es dann in die heiligen Hallen geht. In die heiligen Hallen, die gar nicht so heilig und groß sind, wie sie im Fernsehen aussehen. Alles ist mehr Schein als Sein, denn das Studio erscheint im realen Leben um einiges kleiner als im Fernsehn. Ungefähr 120 Menschen haben im aktuellen Sportstudio als Zuschauer Platz, verteilt auf zwei Tribünen. Bunt gemischt sitzen hier Jung und Alt. Vornehmlich lassen sich rote FC Bayern München-Trikots erkennen, aber auch BVB und Schalke-Fans sind anwesend. Das aufgeregte Stimmengewirr summt durch die Halle, nur unterbrochen von Ansagen der Crew die so recht niemand versteht. Der Eintritt kostet 15 Euro pro Person, Kinder dürfen erst ab 14 Jahren in Begleitung eines Erwachsenen zur Aufzeichnung kommen.

Kurz vor Beginn der Probe lernen die Zuschauer Robert kennen. Er ist höchstens Mitte zwanzig und BVB-Fan, was zu kleinen Sticheleien von einigen Bayern-Fans führt, die kurz buhen. Aber Robert nimmt das nicht persönlich, er lacht und hebt kurz die Hand zum Gruß. Robert ist Aufnahmeleiter und dafür verantwortlich, dass während der Aufnahme alles wie am Schnürchen läuft. Er sagt zum Beispiel der Moderatorin Katrin Müller-Hohenstein, wo sie sich wann hinstellen soll und zwischen den einzelnen Moderationen sagt er an, wie lange ein Beitrag (beim Fernsehen sagt man zu einem solchen eingespielten Beitrag auch MAZ) dauert. Die Beitragsdauer variiert zwischen 60 Sekunden und knapp 7 Minuten. Außerdem beginnt Robert mit dem Klatschen, wenn ein Beitrag vorbei ist, um die Zuschauer zu animieren dies ebenfalls zu tun. Er wird also unter anderem fürs Klatschen bezahlt. Ansonsten lernt man als Zuschauer die Moderatoren der Sendung von einer anderen, fast schon lustig-netten Seite kennen. Katrin Müller-Hohenstein zum Beispiel würde man ohne Make-Up und gemachte Haare auf der Straße nicht auf den ersten Blick erkennen. Sie ist zu Späßen aufgelegt und begrüßt die Zuschauer überaus herzlich und freundlich um 21.15 Uhr bei Beginn der Probe. Dann passiert ein kleines Missgeschick: Ihr sehr enger Rock ist auf der Rückseite gerissen. Sie nimmt es mit Humor, bedankt sich bei dem Zuschauer, der sie darauf aufmerksam gemacht hat. Sie sagt zu der Crew: „Ist doch kein Problem, ihr dürft mich nur nicht von hinten filmen!“ Ab 22.15 Uhr wird dann die Sendung aufgezeichnet, aber vorher warnt sie die Zuschauer auf der zweiten Tribüne noch vor der Torwand. Denn wer dort sitzt, sei schon öfter „Opfer“ von tieffliegenden Bällen gewesen.

Drei große Kameras und eine so genannten Stadycam, mit der er sich der Kameramann durch das ganze Studio bewegen kann, zeichnen die ganze Sendung auf. Dazu kommen mehrere hundert Deckenscheinwerfer, große Bildschirme, die die vorher schon aufgezeichneten Beiträge auch im Studio zeigen und Ton- sowie Lichttechniker. Ganz billig ist so eine Aufzeichnung dementsprechend nicht, im Hintergrund sind mindestens 50 Leute für den reibungslosen Ablauf verantwortlich.

Was bleibt von einem aufregenden Abend in einem Fernsehstudio? Es war ein Erlebnis, welches mit gemischten Gefühlen begonnen und positiv abgeschlossen wurde. Der Besuch im aktuellen Sportstudio lohnt sich auf jeden Fall für alle Sportbegeisterten Fernsehenthusiasten, die schon immer mal einen Blick hinter die Kulissen werfen wollten.

Vorschau: Im nächsten Artikel aus der Rubrik Sport gibt es eine Vorschau über die neue Saison der DEL, der deutschen Eishockey Liga.

Erholung – In der Ruhe liegt die Kraft

Viele Sportler trainieren jeden Tag sehr hart um Muskeln aufzubauen. Ihr Trainingsplan ist voll bepackt mit verschiedenen Kraft- und Ausdauerübungen, um bestmögliche Ergebnisse zu erzielen. Natürlich wird auch auf eine spezielle Ernährung geachtet. Doch das Wichtigste vergessen sie dabei oft: die Erholung.

Disziplin: Um erfolgreich im Sport zu sein, gehört nicht nur hartes Training, sondern auch die Regeneration des Körpers dazu (Foto:Privat)

Disziplin: Um erfolgreich im Sport zu sein, gehört nicht nur hartes Training, sondern auch die Regeneration des Körpers (Foto:Privat)

Eine sich permanent steigernde Leistung zu erbringen ist im Sport das A und O. Dies ist jedoch ohne regelmäßiges, hartes Training nahezu unmöglich. Beispielsweise stehen im Bodybuilding Muskelmasse, Kraft und ein niedriger Körperfettanteil an oberster Stelle. Und wer dafür regelmäßig schwere Gewichte hebt, muss sich auch angemessen erholen, sonst drohen unangenehme Folgen.

Das Training aber, greift unsere Muskulatur an, wodurch die muskeleigenen Eiweiße beschädigt werden. Erst nach der Trainingseinheit beginnt der Körper die Schäden zu reparieren und das Ausgangsniveau zu rekonstruieren. Diese Verletzung ist aber für den Organismus sehr wichtig. Es ist ein Signal für ihn sich in Zukunft besser davor zu schützen und gleichzeitig der Reiz für einen Muskelaufbau. Dieser Reiz wird jedoch erst zu einem Aufbau führen, wenn der Bodybuilder sich ausreichend erholt und ausgewogen ernährt.
Trainiert er jedoch zu oft und ohne Pausen, hemmt er damit nicht nur sein Muskelwachstum, sondern befindet sich im schlimmsten Fall im Übertrainingsbereich.

Die Folgen eines Übertrainings sind Muskeldefizit, Verminderung an Kraft und Ausdauer, Fettzunahme und daraus resultierend Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper. Dabei unterscheidet man  zwischen Kurzzeit- und Langzeitübertraining. Ein Kurzzeitübertraining kann mit ausreichender Erholung die Leistung eines Bodybuilders erhöhen. Wer zum Beispiel vor seinem Urlaub täglich intensiv eine Woche lang trainiert, und sich danach zwei Wochen lang, Erholung gönnt, erfährt einen kräftigen Muskelzuwachs. Langzeitübertraining ist weitaus problematischer und kann zu den oben genannten Schäden führen.

Meistens geben die Sportler ein Übertraining jedoch nicht zu. Ihre Argumentation lautet häufig: Verschiedene Muskelgruppen werden an verschiedenen Tagen beansprucht und dadurch bleibt genügend Erholung für die einzelnen Partien. Leider sieht das in der Realität anders aus. Denn jedes Training belastet den Körper, unabhängig davon, ob man den ganzen Organismus oder nur eine Muskelgruppe trainiert. Es beeinflusst den Stoffwechsel sowie den Hormonhaushalt. Der gesamte Körper muss sich daher von den Anstrengungen des Trainings erholen.

Um Übertraining dauerhaft zu vermeiden ist ein gut durchdachter Trainingsplan, eine gesunde Ernährung und nicht zuletzt ausreichende Erholung notwendig. Auch sollte man auf seinen Lebensstil achten: Stress im Arbeits- und Privatleben wirkt sich negativ auf den Stoffwechsel aus, hemmt dadurch den Muskelaufbau und sollte deshalb reduziert werden. Sportler, die diese Aspekte beherzigen, erzielen eine Steigerung ihrer Leistungskraft und holen das Beste aus ihrem Körper heraus.

(Quelle: Christian von Loeffelholz: Leistungsernährung für Kraftsportler, Novagenics, Arnsberg 2014)

Vorschau: Am Mittwoch, den 10.6., lest ihr einen Artikel über die typischen Fitnessstudio-Besucher.

Preview: Juni 2015

Der Mai geht zuende und der Juni klopft an die Tür. Zeit für uns euch die Highlights des kommenden Monats vorzustellen und auf den vergangenen Monat zurück zu schauen.

Im Mai berichteten wir bei Face2Face unter anderem über Florian Leithmann und seinen Hund Rusty, die zusammen Deutscher Meister über 2000m Hindernis wurden. Auch einen Artikel über den Rheingau und seine Weine konntet ihr im Mai bei uns lesen.

Der Juni startet wie immer famos bei Face2Face. In den TIPPS&TRICKS könnt ihr ein Interview mit der Kristallglasherstellerin Petra Schütte lesen. Sie gibt Einblicke in ihre kreative Arbeit und verrät, wie ihr Kristallglas pflegen könnt.

In der SPORT Rubrik wartet ein Bericht über die Special Olympics in Speyer aus euch und das PANORAMA berichtet über den Alltag bei der Polizei.

Die REISE Redaktion entführt euch im Juni in die Normandie. In der TIER&UMWELT Rubrik geht es im Juni unter anderem um den Wasserverbrauch in Deutschland.

Viel Spaß im Juni mit Face2Face.

Wenn ihr Anmerkungen oder Kritik habt, dürft ihr uns natürlich jederzeit schreiben.

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Preview: Mai 2015

Der Wonnemonat Mai steht vor der Tür. Wie immerverraten wir euch an dieser Stelle, was euch bei Face2Face erwartet. Doch zunächst gibt es einen kurzen Rückblick auf den vergangenen Monat.

Im April berichteten wir unter anderem von der Insel Malta und führten ein Interview mit der Schmuckfirma Hellmuth.

Auch im Mai warten wieder spannende Themen auf euch. So berichtet das Panorama vom Alltag bei der Polizei und die Tier&Umwelt-Redaktion berichtet von Krebsen. Die Tipps&Tricks-Mädels zeigen euch, wie ihr eine sommerliche Tomaten-Ziegenkäse Tarte zaubern könnt.

Eine Nachtwächter-Führung in der Limburger Altstadt acht die FilmKunstKultur-Redaktion im Mai mit euch und die Reise-Redaktion entführt euch in die über die Modemetropole Mailand.

Ein Porträt über Florian Leithmann und seinen Hund Rusty, die zusammen Deutscher Meister im Geländelauf wurden gibt es in der Sport-Redaktion.

Viel Spaß im Mai mit Face2Face.

Wenn ihr Anmerkungen oder Kritik habt, dürft ihr uns natürlich jederzeit schreiben.

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WM der Extreme

Die momentan in Katar laufende Handball-Weltmeisterschaft wirft in vielerlei Hinsicht Kontroverse auf. Der sportliche Aspekt scheint schon vor den Titelkämpfen nur eine untergeordnete Rolle gespielt zu haben. Es ist eine WM der Extreme.

Diese fängt bei der Tatsache an, dass die Weltmeisterschaft in dem traditionellen Handball-Wüstenstaat Katar stattfindet. Angesicht dessen, dass sich Katar in den nächsten Jahren insgesamt 20 Weltmeisterschaften in den verschiedensten Sportarten gesichert hat, dürften sich nur die wenigsten Sportfans über dieses unpassend wirkende Verhältnis verwundert die Augen reiben. Geld hat die Grundfesten des Sports schon lange überholt.

Bestes Beispiel dafür sind die, zugegebenermaßen schön anzusehenden, Sportarenen in Doha. In die gut 15 000 Zuschauer fassenden Arenen haben sich während der Vorrunde aber leider nur gut 4 000 im Schnitt verirrt. Die Kirsche auf diese Schwache Bilanz setzten sich die katarischen Machthaber selbst, in dem sie sich ihre „eigenen“ Fans aus Spanien eingekauft haben. Gut 50 Spanierinnen und Spanier wurde der Flug, das Hotel und die jeweiligen Spiele der Nationalmannschaft Katars bezahlt. Im Gegenzug sollten die Spanier die Nationalmannschaft unterstützen. Selbst beim Spiel gegen ihr Heimatland machten die gekauften „Fans“ ordentlich Stimmung für Katar – paradox, aber Geschäft ist nun mal Geschäft!

Doch damit noch nicht genug. Die katarische Nationalmannschaft schreibt auch gerade „historische“ Geschichte. Sie ist nämlich nach dem 29:27-Erfolg über Österreich sensationell ins Viertelfinale eingezogen. Nur leider nicht – und das ist auch wieder typisch Katar – mit den eigenen Landsmännern. Die Scheichs in Katar haben sich schon lange vor der WM eine eigene, internationale Nationalmannschaft zusammengekauft. Der sportliche Wert – dahin. Überwiegend aus Osteuropa stammen die Star-Spieler, die vor jeder Begegnung die Nationalhymne eines Landes mitsingen, in dem sie weder geboren, noch aufgewachsen sind. Geld und Reichtum steht vor Ruhm und Ehre. Jeder „katarische“ Akteur soll pro gewonnen Spiel bei der Weltmeisterschaft 100 000 Euro verdienen. So wirkt es doch ein wenig befremdlich, wenn Spieler aus Serbien, Montenegro, Kuba, Frankreich oder Slowenien wie kleine Kinder über das Feld springen und sich über den errungenen Sieg „ihrer“ Nation freuen. Die Scheichs machen sich eben frei nach dem Kinderstar Pippi Langstrumpf ihre Welt widi widi wie sie ihnen gefällt.

Klar, dass dieser Umstand auch in der Handballwelt oder besser gesagt unter den anderen Nationalmannschaften nicht ganz ohne Gegenwind über die Bühne geht. Die Österreichische Mannschaft fühlte sich nach der 27:29-Achtelfinalniederlage gegen Katar verpfiffen. Der ÖHB-Teamchef Patrekur Johanesson knirschte voller Sarkasmus: „Ich glaube Katar wird Weltmeister.“ Der Ärger auf das kroatische Schiedsrichtergespann war gewaltig. „Ich habe noch nie in meinem Leben eine Halbzeit erlebt, in der es so viele Offensivfouls gegeben hat“, kritisierte Kapitän Viktor Szilagyi die plötzliche Linienänderung der Schiedsrichter, nachdem Österreich noch mit einer Führung in die Halbzeitpause gegangen war. Auch der Lemgoer Torwart Thomas Bauer nahm kein Blatt vor den Mund und geigte den Unparteiischen nach der Schlusssirene lautstark seine Meinung.

Ist es nun Ironie oder Schicksal, dass Katar im Viertelfinale ausgerechnet auf die deutsche Mannschaft trifft. Die Deutschen, selbst nur durch eine äußert fragwürdige Wildcard qualifiziert, nachdem man auf dem sportlichen Wege grandios gescheitert war, sind für die Begegnung gegen die Multi-Kulti-Truppe (heute, 16.30 Uhr) allerdings bestens vorbereitet. Mit der Verpflichtung von Trainer Dagur Sigurdsson agiert Deutschland aus einer stabilen Deckung heraus und spielt ihr bislang bestes Turnier der vergangen Jahre. Angst, ebenfalls von den Schiedsrichtern verpfiffen zu werden, herrscht im deutschen Lager nicht. „Wir sind besser als Katar. Wenn wir das Spiel gewinnen, ist alles möglich“, sagte Ex-Bundestrainer Heiner Brand nach dem erstaunlich abgeklärten 23:16-Erfolg über Ägypten. Dumm nur, –und auch das passt zu dieser WM der Extreme – dass kaum ein deutscher Zuschauer die Spiele sehen kann. Statt im frei empfangbaren Fernsehen, läuft die Handball-Weltmeisterschaft beim Bezahlsender Sky. Weder ARD, ZDF noch Sport1 konnten bei den Verhandlungen mit dem Rechteinhaber beIN Sports (eine Tochterfirma des Fernsehimperiums Al Jazeera) vor der WM gewährleisten, dass die Satelliten-Übertragungen nicht außerhalb von Deutschland zu empfangen sind. Daraufhin wurden die Verhandlungen frühzeitig abgebrochen. Am Ende schaut der Fan in die Röhre – allerdings nicht in die des Fernsehers (soweit noch vorhanden) – und das Geld steht wie üblich über dem Sport.

Preview: Dezember 2014

Der November ist vorbei und der Dezember und damit die Vorweihnachtszeit hat begonnen. Was euch kommenden Monat bei Face2Face erwartet erfahrt ihr hier.

Im November berichteten wir unter anderem von den Präsidentschaftswahlen in Tunesien und dem Auslandstierschutz.

Im Dezember wird es auch bei uns vorweihnachtlich. Die REISE-Rubrik stellt euch den Weihnachtsmarkt auf dem Berliner Gendarmenmarkt vor und die MUSIK-Redaktion berichtet von Band Aid und ihrem Charitysongs zur Weihnachtszeit. Die TIPPS&TRICKS-Mädels helfen euch den Dezember zu überstehen und beraten euch mit Tipps gegen Vorweihnachtsstress.

Aber auch auf ernste Dinge schauen wir im Dezember. Um das Thema Demenz geht es in der KOLUMNE und die TIER&UMWELT-Redaktion beschäftigt sich mit der globalen Erwärmung.

Im Dezember berichtet das PANORAMA davon, wie sich der Alltag mit einem Baby verändert und die SPORT-Redaktion versorgt euch mit den besten Sportler-Sprüche des Jahres 2014.

Viel Spaß bei Face2Face! Wenn ihr Anmerkungen oder Kritik habt, dürft ihr uns natürlich jederzeit schreiben.

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