Geschwister erzählen, Teil II: Brüderlein und Schwesterlein

Zusammen sein: Laura und Elias haben viele gemeinsame Hobbys (Foto: Julia Mungenast)

Zusammen sein: Laura und Elias haben viele gemeinsame Hobbys (Foto: Mungenast)

Brüder und Schwestern – Erinnerungen an die gemeinsame Kindheit haben sie viele. Doch bei gemeinsamen Erzählungen hört man manchmal zwei Versionen: Da schwankt das zusammen erlebte Weihnachtsfest von turbulent zu besinnlich, der Nachbarschaftsstreich avanciert von abenteuerlich zu strafbar. Und genau dieses authentische Verhältnis zwischen Geschwistern möchte die Panorama-Redaktion näher beleuchten. Der zweite Teil der Serie „Geschwister erzählen“ porträtiert Laura (20) und Elias (18) Stiegeler, die in Karlsruhe vielen gemeinsamen Hobbys nachgehen.

Die Beiden haben noch vier jüngere Brüder. Laura und Elias sind gerade fertig mit ihrem Abitur und wohnen noch zuhause. Laura plant in naher Zukunft eine Weltreise und Elias macht ab September ein Freiwilliges Soziales Jahr im Schwarzwald.

Face2Face: Laura, wie ist es mit fünf Brüdern zuhause?
Laura
: Ganz ehrlich: Nach dem dritten Bruder habe ich geweint. Ich fand es so traurig, dass ich keine Schwester bekommen habe. Aber ich habe ein Mädchen kennen gelernt, das auch fünf Brüder hat und ich habe sie mir als Vorbild genommen. Wenn eine andere Freundin erzählt, wie sie sich mit ihren fünf Schwestern streitet, lache ich nur. Ich habe diesen Streit nicht.

Face2Face: Elias, ist Laura ein Vorbild für dich?
Elias
: In vielen Hinsichten ja, früher aber mehr als heute. Ich bin auf dieselbe Schule gegangen, ich bin schwimmen gegangen, in die Kirche gegangen, weil sie das alles gemacht hat. Heute ist das nicht mehr so.

Face2Face: Hat dich das genervt, dass er dir etwas nachmacht, Laura?
Laura
: Nein, hat es nicht. Ich habe allerdings ein aktuelles Beispiel, das mich nervt, ja: Ich mag die Farbe Grün sehr gerne. Ich habe ein neues Rad in grün. Jetzt kommt der Elias und hat zwei grüne neue Räder. 
Elias
: Ich muss dagegen protestieren, denn ich hatte meine grünen Räder bevor Laura ihr grünes Rad hatte. Zunächst habe ich ein Rad repariert, das einer Freundin gehört. Die Freundin wollte es aber nicht wieder zurück, also habe ich es behalten. Außerdem ist grün einfach eine coole Farbe, das hat nichts mit Laura zu tun. Und, unser Vater liebt auch grün – demnach hast du wohl unseren Vater nachgemacht. 
Laura
: Das wusste ich gar nicht, dass grün seine Lieblingsfarbe ist. Das hat er nie erwähnt.
Elias
: Doch, wenn wir ‚Mensch-ärgere-dich-nicht‘ spielen, nimmt er immer die grünen Männchen. Also muss ich feststellen, dass Laura unserem Vater nachmacht, nicht ich ihr.

Face2Face: Habt ihr beide viel mehr miteinander zu tun, als mit euren Brüdern?
Laura
: Wir machen viel zusammen, wir haben dieselben Hobbys, aber auch weil wir eben schon dasselbe Alter haben, und unsere Geschwister noch zu jung sind. Wir sind oft mit Kollegen vom Schwimmen unterwegs. Wir haben denselben Freundeskreis.
Elias
: Das heißt, es sind eigentlich Freunde in Lauras Alter, aber ich bin trotzdem immer dabei.

Verkleidungsfieber: Laura und Elias an Fasching (Foto: Privat)

Verkleidungsfieber: Laura und Elias an Fasching (Foto: Privat)

 

Face2Face: Wie ist bei euch die Zimmeraufteilung?
Elias
: Ich habe ein Zimmer mit meinem Bruder David und Laura hat ein eigenes Zimmer. 
Laura
: Wir haben aber früher in einem Zimmer gewohnt und uns gestritten, welche Kassetten wir hören. Ich wollte TKKG hören, weil das spannend war, und Elias wollte, weil er noch uncool war, Benjamin Blümchen hören. 
Face2Face
: Wie habt ihr euch geeinigt? 
Elias
: Es war ihr Kassettenrekorder.

Face2Face: Wie tragt ihr Streitereien untereinander aus?
Elias
: (lacht) Wir veranstalten immer eine kleine Olympiade im Garten und der Gewinner hat Recht. Nein, nein, Streitereien haben abgenommen, wir streiten fast gar nicht mehr. Als Laura in der Pubertät war, haben wir mehr gestritten. Ich war nie in der Pubertät, ich habe sie übersprungen.
Laura
: Ich dachte auch, dass ich nie in der Pubertät war, aber mittlerweile denke ich: Oh doch.
Elias
: Manchmal maulen wir uns an, aber das liegt eher an Stimmungsschwankungen und schlechter Laune.  Das legt sich schnell wieder.

Face2Face: Habt ihr mal alle gemeinsam gegen eine Entscheidung eurer Eltern protestiert?
Laura
: Ja! Da ging es um die Wahl des Urlaubsorts: Wir fahren immer mit einer anderen Familie in Urlaub und sie hatten sich Marielyst, eine Stadt in Dänemark, ausgesucht, aber da wollten wir Kinder nicht hin. Woanders wussten wir von einem Haus mit Pool und allem. 
Elias
: Wir sind dann mit Plakaten auf denen ‚Marielyst ist beschissen‘ stand durch die Wohnung gelaufen, haben eine richtige Demo gemacht. 
Laura
: Wir haben aber nur halb gewonnen: Wir sind zwar nicht nach Marielyst gefahren, aber auch nicht in das Haus mit Pool.  

Face2Face: Welche Eigenschaft an deinem Bruder beziehungsweise deiner Schwester bewunderst du? 
Laura
: Elias ist unglaublich offen und kann leicht Menschen ansprechen. Ich lass mich lieber ansprechen.
Elias
: Da muss ich jetzt erst kurz nachdenken. Wenn mich etwas nervt, dann fällt es mir schwer, das zu sagen. Laura kann das, das finde ich toll. Und ich finde gut, dass Laura rot werden kann. Ich würde in manchen Situationen auch gerne zeigen, dass ich mich geschmeichelt fühle.
Laura
: Also, wenn du das von mir haben willst, nimm, ich schäme mich, wenn ich rot werde.

Face2Face: Was nervt euch aneinander?
Elias
: Wir verstehen uns zu gut, als das wir sagen könnten, was wir aneinander nicht mögen.

Vorschau: Nächste Woche haben wir im Panorama einen ganz besonderen Leckerbissen für euch parat: Face2Face-Mitarbeiter Sebastian hat die Anmachtricks von „How I met yout mother“-Playboy Barney Stinson mal genauer unter die Lupe genommen – im Selbstversuch Playbook.

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Weitere Serienteile:

Teil I: Geschwister erzählen, Teil I: Unter Brüdern

Face2Face enthüllt: Ein Blick hinter die Kulissen einer aufstrebenden Militärdiktatur

Als „harmlosen Blödsinn“ beschrieb eine Speyrer Lokalzeitung am Dienstag, 24. April 2012 die Umtriebe des Sizilianers Salvatore Maria di Calandrucci in Römerberg/ Heiligenstein. Doch mit harmlosem Blödsinn hat das, was dort seit ein paar Monaten geschieht, nichts mehr zu tun: Von einem am Ortsrand gelegenen, inzwischen zu einer Art Festung ausgebauten Großbauernhof aus hat di Calandrucci eine regelrechte Militärdiktatur in dem gerade einmal 3.000 Seelen großen Dorf errichtet. Dort herrscht inzwischen ein Klima der Angst, und nicht einmal mehr in den Hinterhöfen traut man sich heute noch, über die beängstigende Wandlung zu sprechen, die die Gemeinde heimgesucht hat wie eine aggressive Seuche. Menschen, die man bei aktuellem Entwicklungsstand der Lokalpolitik durchaus als „Regimekritiker“ bezeichnen kann, werden am helllichten Tage auf offener Straße verschleppt und bleiben wie vom Erdboden verschluckt. In einer Art Heereslager auf einem aufgegebenen Weinberg sammeln sich seit Anfang Dezember hunderte Sizilianer und nachts patroulieren di Calandruccis Schlägertrupps in den Straßen Heiligensteins. Die Polizei scheint weitgehend machtlos und im naheliegenden Speyer spekuliert man längst über eine großangelegte Unterwanderung der Behörde durch di Calandruccis Männer.

Auslöser für all das war – so unglaublich es klingen mag – ein Nachbarschaftsstreit, der sich bis heute so weit extremisiert hat, dass gar schon angrenzende Ortschaften um ihre hegemoniale Existenz bangen müssen.

Unter Einsatz seines Lebens hat es der – inzwischen auf der Flucht befindliche – Face2Face-Politik-Redakteur Fabio Lampone (Anm. d. Red.: Name zum Schutz von Leib und Leben des Redakteurs geändert.) geschafft, sich in die Reihen di Calandruccis einzuschleusen. Mit dem Vorschlag, ein regimeeigenes Propagandablatt zu publizieren, konnte Lampone das Vertrauen des 71-Jährigen gewinnen und hat sich seitdem – bis zum Zeitpunkt seiner Demaskierung – als Chefredakteur des „il guerriero“ im engsten Kreis des Padrone bewegt. Schließlich sollte es Lampone gelingen, den Mafia-Warlord mit verstecktem Mikrofon zu seinen Plänen zu befragen. Exklusiv bei Face2Face – Salvatore Maria di Calandrucci im Interview!

Face2Face: Padrone, auf dem Weg nach Heiligenstein bin ich heute Abend an einer Straßensperre von schwer bewaffneten sizilianischen Zöllnern aufgehalten worden, die letztlich mein Auto durchsucht haben und mir einen Wegzoll in Rechnung gestellt haben. Was hat das zu bedeuten?
Di Calandrucci: Die Erhebung von Wegzöllen ist einer der Schritte, die die Familie (Anm. d. Red.: Wenn di Calandrucci von „Familie“ spricht, meint er für gewöhnlich das Verbrechersyndikat, welches er anführt) für nötig befindet, um die lokale Infrastruktur zu schwächen. Die Erhebung von Wegzöllen und die teilweise durch uns verhängten Spontanabriegelungen einiger wichtiger Straßen in und um Heiligenstein schaden dem wirtschaftlichen Geflecht der Region nachhaltig.

Face2Face: Die Infrastruktur schwächen? Der Wirtschaft schaden? Wie können solche Schritte in eurem Interesse liegen?
Di Calandrucci: Die Destabilisierung Römerbergs ist ein erster Schritt, um unsere Herrschaft über die Straßen auf eine rechtliche Basis zu stellen. Sobald die Region vorm wirtschaftlichen Kollaps steht, wird ein kompetenter Investor den Kontakt zum Gemeinderat suchen und ihm den Börsengang Heiligensteins…
Face2Face: Den Börsengang Heiligensteins?
Di Calandrucci: …anbieten. Unterbrich mich nicht, Fabio! Unser Mann in Frankfurt hat bereits alles für diesen einzigartigen Schritt in die Wege geleitet. Der Gemeinderat steht längst auf meiner Gehaltsliste. Und sobald das marode Heiligenstein in Frankfurt notiert ist, schlagen wir zu und übernehmen das Dorf.

Face2Face: Aber glaubt ihr, dass die Bevölkerung und die Behörden einen erzwungenen wirtschaftlichen Abbau ihrer Heimat hinnehmen werden?
Di Calandrucci (lacht): Es wird ihnen kaum etwas anderes übrig bleiben. Die Heiligensteiner Bevölkerung hat ihre Ohnmacht längst begriffen.

Face2Face: Tatsächlich erweist sich ein Blick auf die Straßen als ausgesprochen aufschlussreich über die neuen Machtverhältnisse in Heiligenstein. Wie, Padrone, seid ihr in diese Position gelangt?
Di Calandrucci: Auf dem Nachbarhof ist vor einigen Jahren eine neapolitanische (di Calandrucci spuckt auf den Boden) Großfamilie sesshaft geworden. Mehrfach trieb der unverschämte Kerl, der den Hof neu eröffnet hatte, sein Vieh auf meine Weide und stahl schließlich sogar meine Weintrauben im großen Stil. Schließlich versuchte er sogar, meinen Traktor zu entwenden – sein Pech, dass an jenem Abend eine große Familienfeier auf unserem Hof stattfand. Schnell war sein Hof umstellt und der Räuberbande blieb nichts anderes übrig, als zurück in die neapolitanische (di Calandrucci spuckt erneut aus) Gosse zu kriechen, aus der sie hervorgekommen war. Doch ließen die Vertriebenen neben ihrem Hof noch etwas ganz anderes zurück – ein Gefühl der Macht, das uns alle ergriffen hatte. Uns wurde klar, wie stark, wie mächtig wir sind, wenn wir zusammenstehen. „Das können wir!“, begeisterte sich mein Neffe. Wir wollten an unsere Grenzen gehen, sehen, wie weit wir gehen können. Nachdem die Behörden es anfänglich verschlafen hatten, gegen die Expansion der Familie in Heiligenstein vorzugehen, waren wir bald schon zu mächtig geworden, als dass dies noch möglich gewesen wäre.

Face2Face: Beeindruckend. Aber wozu das alles, Padrone? Was beabsichtigt ihr hier zu erreichen?
Di Calandrucci: Nachdem sich Heiligenstein unter unsere Kontrolle befindet, werden wir zunächst das tief gespaltene Römerberg (Anm. d. Red.: Römerberg gliedert sich in die Gemeinden Berghausen, Heiligenstein und Mechtersheim) wieder vereinen. Nachdem wir die beiden übrigen Gemeinden annektiert haben, werden wir auf dem Fleckchen Erde, das den schandhaften Namen „Römerberg“ trägt Palermo Nuovo errichten. Und dann steht einer Expansion unserer sizilianischen Exklave nichts mehr im Wege. Dudenhofen verfügt über eine ähnlich ausgeprägte Unterwelt wie die, die wir gerade errichtet haben, und um Widerstand im Keim zu ersticken, werden wir das Dorf wohl brandschatzen müssen. Liegt Dudenhofen erst einmal in Trümmern, heißt unser nächstes Ziel Speyer. Und dann? Wir werden sehen. Mannheim, Frankfurt, Berlin… Die Träume eines alten Mannes…

Machtspiele

„Sommerferienfacebookparty auf der Domwiese!“, postet ein Zwölftklässler vor etwa zweieinhalb Jahren, und lädt halb Speyer dazu ein. Schlechte Idee, findet die Polizei und terrorisiert den Organisator so lange, bis er einen Tag vor der Party absagt. Geht man aber nach dem, was so durch den Buschfunk schallt, dann habe nicht nur ich vor, trotzdem auf der Domwiese zu feiern.

Mit dem Rucksack voller Bier und ein paar Freunden im Schlepptau ziehe ich am frühen Abend los, um an dem Spektakel teilzunehmen. Es hat angefangen zu regnen, aber das Bier, das inzwischen den Weg in meinen Kopf gefunden hat, befiehlt: „Mir doch egal! Party!

An der Domwiese angekommen, will sich schnell eine enttäuschende Ernüchterung breitmachen, aber ich kämpfe sie

Kein Bock auf Anarchie: Securitykönig Tobi (Grafik: Asmodeus PhD)

schleunigst mit einem Bier nieder. Trotzdem, irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht. Kein Schwein da! Wo sind die denn alle? Was die Polizei nicht verhindern konnte, wurde offensichtlich ohne größere Umstände vom Wetter gestoppt. Oder vom Sommerfest. Das Sommerfest ist eine jährlich im Domgarten Speyer stattfindende Veranstaltung, die sich vor allem durch ihr außerordentlich schlechtes Musikangebot auszeichnet. Während sich ein größtenteils jugendliches Publikum im Domgarten vor den paar Fressbuden und Bierpavillons herumdrückt, stehen auf der Bühne Jazzbands, die jede Partyatmosphäre schon im Keim ersticken. Gott, ich hasse das Sommerfest!

„Wir könnten ja auch rüber gehen auf…“, fängt eine Freundin an, aber ich falle ihr ins Wort. „Nix Sommerfest! Hier! Facebookparty und so!“, befehle ich. Vielleicht kommt ja doch noch jemand. Es regnet zwar, aber nicht besonders stark, und warm genug für Domwiesenparty ist es auch. Wo sind die ganzen Schüler, deren Sommerferien gerade beginnen?

Auf jeden Fall sind sie nicht auf der Domwiese. Nach einer halben Stunde Herumgezuckle und -gewackle auf der leeren Wiese macht sich Widerstand bei meinen Freunden bemerkbar. Nach längerer Diskussion gebe ich mich geschlagen und schlurfe ihnen hinterher auf das Sommerfest. „Vielleicht“, denke ich mir, „vielleicht wird es dieses Jahr ja mal besser…“

Wird es nicht. Als wir das nach hinten auf eine Wiese geöffnete Festgelände betreten, quält sich gerade eine Band mit „karibischen Sounds“ durch ihre Setlist. Meine Freunde lassen sich auf einer Bierbank nieder und haben offensichtlich keine Lust zu tanzen. Ich aber schon. Also schnell zwei Bier gepackt und ab zur Bühne. Doch dort herrscht Langeweile. Die Leute wollen feiern, aber die Musik gibt einfach nichts her. Peinlich berührt wackeln sie mit ihren Armen und Beinen lustlos vor sich hin und warten, dass irgendetwas passiert. „Party!“, befiehlt das Bier mir immer noch. Also fange ich an zwischen den Liedern den unkaribischen Karibikmenschen zu rufen: „Ey! Spielt mal ‚Killing in the Name‘! Wir wollen feiern!“Zustimmendes Gemurmel. Von ihrer Setlist weicht die Karibikband trotzdem nicht ab. Also: Zurück zu meinen Freunden! Ich steigere mich in einen wütenden Monolog über Karibikbands auf Stadtfesten hinein. So langsam macht sich das Bier bemerkbar. Ich bin weit davon entfernt, betrunken zu sein, aber jetzt in absoluter Tanzlaune.

Eigentlich kann ich gar nicht tanzen. Wenn ich auf einer Tanzfläche stehe und so vor mich hinzapple, komme ich mir immer wahnsinnig doof vor. Meine weitreichenden soziologischen Studien auf den Tanzflächen der Absturzkneipen Speyers bestätigen allerdings, dass offensichtlich viele Menschen an ihrer tänzerischen Begabung zweifeln. Das erzähle ich einem Kumpel, um ihn dazu zu motivieren, mit mir in die Stadt zu gehen. Doch seine vermeintliche tänzerische Unbegabung hat ihn fest im Griff, und sonst hat auch keiner Lust, tanzen zu gehen. Stattdessen: Weiter Herumlangweilern! Für mich ist das keine Option. Ich verabschiede mich also und mache mich auf den Weg Richtung Innenstadt. Sogar die Securities, die am Rande des Festes stehen, sehen gelangweilt aus, als ich ihnen zum Abschied zuproste.

Auf halbem Weg zum Bruch schaue ich auf die Uhr, und muss entsetzt feststellen, dass dort noch gar nicht offen ist. Frustriert öffne ich mein letztes Bier und mache mich auf den Weg zurück in den Domgarten. Vielleicht bekomme ich ja wenigstens noch ein paar Freunde überredet, später mit zu gehen.

Doch diesmal machen mir die Securities einen Strich durch die Rechnung. „Mit dem Bier kommst du hier aber nicht rein“, erklärt mir der Aufpasser, als ich zuprostend an ihm vorbeilaufen will.
„Hä?“, frage ich perplex.
„Ja, du sollst nicht mit mitgebrachten Getränken hier reinlatschen“, erklärt mir die Aufpasserfreundin.

Das kann ich verstehen, muss aber lachen. „Ich war jetzt bestimmt drei Stunden mit einem Rucksack voller Bier dort drin rumgesessen, und kein Schwein hat sich dafür interessiert“, erkläre ich.

Das lassen sie nicht gelten. Achselzuckend trinke ich also mein Bier vor der Absperrung leer, als mir eine Idee kommt. „Ihr wisst schon, dass ich dreißig Meter den Weg da entlang einfach wie vorhin von hinten über die Wiese auf euer Gelände latschen kann, ja?“
„Mir egal“, sagt der Security, „hier kommst du mit Bier nicht durch“.

Jetzt bin ich stinkig. Was soll diese dämliche Paragraphenreiterei, wenn sie überhaupt nicht verhindert, dass Getränke auf das Sommerfestgelände gelangen? Darum scheint es den zwei Hilfssheriffs auch gar nicht zu gehen. Sie interessieren sich nämlich gar nicht dafür, ob ich über die unabgesperrte Wiese auf ihr Fest laufe und mein Bier dort weiter trinke. Sie wollen einfach nur nicht, dass ich mit meinem Bier in der Hand durch ihr Tor laufe. Ich habe keine Ahnung, was das soll, spekuliere aber laut, dass sie in irgendeiner fragwürdigen Beziehung zu dem Tor stehen. Das findet die Securityfrau lustig, ihr Securitykumpel aber überhaupt nicht. Ich will da jetzt durch! Vielleicht passiert ja irgendetwas Tolles! Also stehe ich ein paar Minuten mit den prinzipientreuen Aufpassern herum und erzähle ihnen, wie toll ich die Musik heute Abend finde. Als mein Bier schließlich leer ist, will ich durch die Absperrung schreiten. Doch wieder hält mich der Security zurück. „Halt! Erst mal abtasten, dass du nichts mehr dabei hast!“ Genervt zeige ich meinen Rucksack und lasse den Mann meine Hosentaschen überprüfen. „Mein Heroin“, witzele ich, „hab ich sowieso in der Kniekehle kleben“. Die Securityfrau lacht wieder, das scheint ihrem Aufpasserkumpel gegen den Strich zu gehen. Er beschließt: „Komm, geh du mal wieder weg, ich lass dich hier jetzt nicht durch!“

„Alter!“, empöre ich mich wütend, „was soll das denn jetzt?“
Seine Kollegin will mich durchlassen und die beiden diskutieren kurz. Viel zu tun haben sie sonst ja auch scheinbar nicht. Ergebnis: Du kommst hier nicht durch! „Geh halt hinten rum über die Wiese rein“, rät mir die Frau.
„Nö. Dann mach ich halt hier draußen Party“, ärgere ich die beiden, „ist es eigentlich schwer, an so einen geilen Securityjob zu kommen?“
„Hä? Wieso?“, will der mächtige Durchgangsverweigerer wissen.
„Och, nur so“, sage ich, stelle mich zehn Meter vor der Absperrung auf einen Sockel, und fange an, dort vor mich hinzutanzen. Ein paar Minuten werde ich zähneknirschend von meinen beiden Lieblingssicherheitskontrolleuren geduldet, dann können sie es wohl nicht mehr zulassen, dass vor ihrer Absperrung getanzt wird. Also greifen sie zum Funkgerät. „Ah, geil!“, denke ich, „jetzt darf ich bestimmt doch durch!“. Siegessicher geselle ich mich wieder zu den beiden. „Na? Wie isses?“, will ich wissen. „Bleib mal hier“, befiehlt mir der eine, greift zu seinem Funkgerät und funkt damit seinen Securitykönig Tobi herbei. „Verjag den mal!“, sagt der Security. „Hau mal ab!“, sagt Securitykönig Tobi. „Wieso? Ich mach doch gar nix. Werd ja wohl da hinten auf dem Sockel rumtanzen dürfen“, pampe ich ihn an. „Mir egal!“, sagt Tobi, „du gehst jetzt hier weg.“

Würde mich mal interessieren, wo die die alle herhaben. Securitykönig Tobi scheint nicht wegen irgendwelchen Führungsqualitäten in gehobener Position zu arbeiten, sondern einfach nur, weil er stärker ist als die niederen Absperrungskomissare.
„Nö!“, sage ich. Wieso auch? JETZT fühle ich mich nämlich bestens unterhalten.

Securitykönig Tobi ist sichtbar wütend. Er verlässt sein Hoheitsgebiet, packt mich am Arm und zieht mich den Weg entlang. „Öy!“, begehre ich auf, „wie wird man eigentlich Securityboss?“ Doch seine Hoheit möchte nicht mehr mit mir kommunizieren. Er zieht mich ein Stück den Weg entlang, biegt dann aber auf eine dunkle Wiese ab. Entweder will er mich jetzt verprügeln oder vergewaltigen. Aber einen hab ich noch. „Übrigens“, lache ich Tobi an, „übrigens, bin ich Journalist“ Das hat gesessen. Tobi schnaubt wütend und lässt mich los. „Los, verpiss dich jetzt einfach“, wütet er mich an, dreht sich um und stapft davon. Ich schaue auf die Uhr und rufe seiner Majestät hinterher: „Ey! Bock auf Bruch?“

Traumberufe, Teil 11: Kneipenbesitzer

„We should buy a bar!“, begeistern sich Ted Mosby und Barney Stinson in „ How I Met Your Mother” (Anm. d. Red.: “How I Met Your Mother” ist eine US-Serie, die auch in Deutschland sehr erfolgreich ist) aus seiner Trinklaune heraus. Voller Elan steigern sich die beiden in diese Vorstellung hinein und wollen in ihrer Bar all das richtig machen, was sie in anderen Kneipen immer gestört hat. Als Zuschauer kann man diese Begeisterung durchaus nachvollziehen. Eine eigene Bar haben – das wär’s!

Face2Face hat nachgefragt. Kneipenbesitzer – ein Traumberuf? Rede und Antwort stand uns Christine Stogniew (50), Betreiberin des vor einem etwa halben Jahr eröffneten „Puzzle“, keinen Steinwurf vom Speyrer Dom entfernt. Früher hatte Christine lange Zeit selbstständig in der Gastronomie gearbeitet, die letzten zwölf Jahre dann aber gekellnert. Mit Eröffnung des „Puzzle“ hat sie am 7. September 2012 den Schritt zurück in die Selbstständigkeit gewagt.

Face2Face: Wie kam es dazu, dass du das „Puzzle“ eröffnet hast?
Stogniew: Ich bin da im Endeffekt einfach reingerutscht. Eine Bekannte hatte mir damals erzählt, dass das alte „Mosquito“ leer steht. Sie wollte wissen, ob ich nicht wieder Lust hätte, etwas Eigenes zu machen. Und da habe ich mir dann Gedanken gemacht. Ich habe lange Zeit als Bedienung gearbeitet und kannte dadurch die Leute. Weil ich die Selbstständigkeit vermisst habe, habe ich dann beschlossen: Bevor ich für jemand anderen arbeite, arbeite ich für mich selbst und baue mir wieder etwas auf – wie früher eben.

Weil die Lage wirklich super war, hat sich das dann alles einfach ergeben. Wir haben viel umgebaut und darüber bin ich sehr froh. Mein Mann und ich hatten immer das Problem: Wo gehen wir hin? Das „Maxi“ ist einfach nichts mehr für unser Alter. Außerdem habe ich in der langen Zeit, in der ich in Raucherkneipen gearbeitet habe, festgestellt, dass vielen Leuten Raucherkneipen gar nicht so gut gefallen. Ich wollte wieder so etwas haben wie das „Point“. Eben einen Treffpunkt für Stammgäste, wo man aber auch alleine hingehen kann. Auch als Frau. Das hat funktioniert. Tagsüber haben wir hier unsere Stammgäste an der Theke, abends ist unsere Kundschaft gemischt: Da gibt es ältere, die zum Kartenspielen kommen, aber auch viele junge Leute, die Cocktails trinken wollen.

Wir haben dann letztes Jahr zum Altstadtfest eröffnet. Da hatten wir gutes Wetter und es war gleich viel los.

Face2Face: Wie hat sich das „Puzzle“ denn seit Eröffnung entwickelt?
Stogniew: Bislang haben wir keine Werbung gemacht, das zögert sich immer noch ein bisschen hinaus. Mit Flyern wollen wir warten bis unsere Homepage steht. Es soll eben gleich alles darauf stehen. Zeitungsanzeigen haben wir bisher auch nicht geschaltet. Dafür hat es sich eigentlich schon ganz gut herumgesprochen. Viele Leute, die hier reinkommen, wollen wissen: „Warum macht ihr keine Werbung? Ich habe das von dem Laden hier nur so erzählt bekommen…“.

Face2Face: Auf der Straße munkelt man, dass Speyer eine der Städte mit der höchsten Kneipendichte Deutschlands sei. Bringt das nicht eine gewisse Konkurrenzsituation mit sich?
Stogniew:Eine richtige Konkurrenz macht sich nicht bemerkbar. Klar, wenn in Raucherkneipen Fußball läuft, gehen die Raucher eben dorthin. Manche kommen aber auch extra dafür hier her. Eben, weil sie nicht rauchen.

Face2Face: Was unterscheidet das „Puzzle“ von den vielen anderen Kneipen in Speyer? Gibt es Besonderheiten?
Stogniew: Ich lege viel Wert auf den Treffpunkt-Charakter. Außerdem ist das „Puzzle“ wirklich günstig. Ich möchte keine überteuerten Preise ansetzen. Auch, wenn jemand etwas weniger Geld hat, soll er hier ruhig mehr als nur ein Bier trinken können, ohne dass es gleich wehtut. Ich habe schon öfter den Ratschlag bekommen, die Preise anzuheben. Das möchte ich aber nicht. Hier bleibt alles schön im unteren Bereich.

Außerdem bieten wir Themenabende an. Wir hatten zum Beispiel schon Mallorca- oder 80er-Abende. Die gehen immer gut und auf den Events wird auch immer getanzt. Die Leute laufen hier vorbei, sehen, dass hier etwas los ist und kommen rein. Im Moment überlege ich, eine Tanzfläche aufzubauen. Auf einem Event hatten wir schon mal einen DJ hier, und die Leute haben getanzt, egal ob auf AC/DC oder auf Schlager.

Ansonsten haben wir ein Raucherzimmer, in dem auch ein Darts-Automat aufgestellt ist. Und sobald es warm ist, machen wir draußen einen Biergarten auf.

Face2Face: Wie hat man sich den Arbeitsalltag vorzustellen, wenn man eine Kneipe betreibt?
Stogniew: Neben Einkaufen und Buchhaltung muss man natürlich vor allem für die Gäste da sein. Die ersten drei Monate habe ich alleine gearbeitet, inzwischen kann ich glücklicherweise morgens ausschlafen. Wir haben abends immer mindestens bis 12 offen. Manchmal ist man dann mal kurz  alleine im Laden, aber wenn dann doch noch jemand vorbeikommt, freuen sich die Leute, dass wir noch geöffnet haben. Und dann eben: Open End – auch unter der Woche. Besonders anstrengend ist das alles aber auch nicht und ich habe keine Probleme damit. Auch, wenn ich nicht für immer nachts arbeiten will.

Face2Face: Kann man privat eigentlich noch etwas trinken gehen, wenn man in einer Kneipe arbeitet, oder geht die Freude daran verloren?
Stogniew: Dafür habe ich ehrlich gesagt gar keine Zeit. Im Moment steht für mich das Geschäft voll im Vordergrund. Ich habe einen Abend in der Woche frei, und da bin ich einfach nur richtig froh auf Couching.

Face2Face: Was erlebt man denn so im Beruf?
Stogniew:Die Leute erzählen eine Menge. Hinter der Theke ist man immer auch ein bisschen Psychologe. Ich lasse das alles doch immer sehr arg an mich ran. Aber man freut sich dann auch immer, wenn der Laden voll ist. Wenn die Leute kommen und sich freuen, bestätigt mir das, dass der Laden angenommen wird. Umso mehr Leute hier her kommen, umso schöner wird es.

Face2Face: Zum Abschluss: Kneipenbesitzer – ein Traumberuf?
Stogniew: Es macht eine Menge Spaß, unter eigener Regie zu arbeiten. Man kann im eigenen Laden eigene Ideen verwirklichen. Und manchmal merke ich: Die Leute kommen eben zu dir und nicht ins „Puzzle“. Das finde ich schön. In dem Moment kann man sagen: Ja, ein Traumberuf!

Übrigens:
Lust bekommen? Das „Puzzle“ findet ihr hier:

Stuhlbrudergasse 8
Tel: 06232-6911354
67346 Speyer
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag ab 10:00.
Sonn-/Feiertage ab 14 Uhr geöffnet.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr über selbstgemachte Cupcakes mit cremigen Deko-Häubchen.

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 Weitere Serienteile:

Teil 1: Kosmetikerin

Teil 2: Hochschuldozent

Teil 3: Friseurin

Teil 4: Feng-Shui-Beraterin

Teil 5: DJ

Teil 6: Piercerin

Teil 7: Radiologe

Teil 8: Astronom

Teil 9: Action-Painting-Künstler

Teil 10: Theater-Schauspieler

 

 

 

 

 

Sechs Dinge, die wir jeden Tag tun sollten

Im Wald: Hier spielt dein Facebook-Account keine Rolle (Foto: Denzinger)

Schlafen, duschen, essen, reden – das sind Dinge, die wir jeden Tag tun. Aber in 24 Stunden Lebenszeit täglich lässt sich noch viel mehr rausholen: Welche Dinge wir unbedingt öfter tun sollten, erfahrt ihr hier:

Selbst kochen

Brote schmieren und gelangweilt auf einem Frischkäse-Brötchen herumkauen, ist manchmal auch okay; aber im Internet nach herausfordernden Rezepten suchen, ist spannender: Kochen dauert meist kürzer, als man denkt. Das Essen schmeckt besser und während das Wasser im Kochtopf zum Sprudeln gebracht wird , lässt sich wunderbar Im Radio eine Kultursendung hören. Das sollte man auch jeden Tag tun. Danach gibt’s Essen, das man selbst gemacht hat – genial.

Offline gehen

Im Minutentakt Facebook-Posts kommentieren, seinen Friseurbesuch live mit-twittern, der Blog aktualisieren: Vielleicht sollte man versuchen dem permanenten Druck zu entgehen, ständig online sein zu müssen. Das virtuelle Ich kann nicht mit deiner besten Freundin, deinem festen Freund auf einen Waldspaziergang gehen: Das kannst nur du persönlich. Aber wenigstens das Smartphone kann beim Waldspaziergang in der Manteltasche dabei sein; das ist in Ordnung. Vielleicht ist ja zwischen drin was sehr Wichtiges passiert – also, deinem virtuellen Ich.

Seinen Partner küssen

Bei seinen Eltern will man es nicht sehen, wenn sie miteinander flirten; bei seinen Großeltern findet man es süß, wenn sie sich ein Küsschen geben; und bei der kleinen Schwester nervt es, wenn sie an ihrem neuen Freund herum saugt. Deshalb: Selbst küssen. Aber richtig küssen. Kein Bussi geben, sondern sich Zeit lassen und den Freund beziehungsweise die Freundin mit der Küss-Aktion davon überzeugen, dass mehr manchmal einfach besser ist.

Sparen

Der Sommerurlaub muss im Oktober noch bei Mama und Papa abbezahlt werden und man kann sich die neue Staffel von Homeland erst ein halbes Jahr nach deren Erscheinen kaufen? Würde man sich zusammenreißen, und jeden Tag etwas Geld in eine Dose legen, könnte man, unter Umständen und mit großen Anstrengungen im Sommer nach Italien fahren und Claire Danes sofort bei der Terroristen-Jagd zusehen. Schön wär’s, oder?

Lesen

Egal was, egal wo – man sollte jeden Tag unbedingt lesen. Denn, sobald man sich ein Magazin, die Zeitung oder sein Buch in die Hand genommen und angefangen hat zu lesen, entspannt man sich auch schon. Der Lese-Prozess schafft es, dass man für diese Zeit aus der eigenen Realität „flieht“. Alle Aufmerksamkeit liegt dann auf dem Gelesenen: Eine Lage, in die man sich jeden Tag versetzen sollte.

Aufblicken

Unzählige Dinge füllen einen Tag. Davon sind viele Dinge Pflicht, weniges davon ist Kür. Dennoch: Egal woran man gerade arbeitet, baut und denkt – man sollte jeden Tag, wenigstens einen Moment von seinem Alltag aufblicken und sich ein paar Augenblicke fragen, ob man das, was man tut, auch noch gerne macht. Wenn man nicht mal „Vielleicht“ sagen möchte, sollte man es nicht mehr so lange jeden Tag tun.

Vorschau: Nächste Woche erwartet euch das erste Review zur Postgalerie.

 

Ausgehtipps, Teil 8: 1001 Nacht, Hockenheim

Edel: Die Gewölbedecke der 1001 Nacht Shisha-Lounge in Hockenheim (Foto: Ahmed Karkaba)

Die Abbildung einer senfgelben Wüstenlandschaft mitsamt Karawane ziert die Wände, weiter hinten sorgt eine dezente, indirekte Beleuchtung für gemütliche Stimmung unterhalb der geschwungenen Gewölbedecke. Traditionell arabisches Flair trifft Moderne – so könnte man die Atmosphäre im Hockenheimer 1001 Nacht beschreiben. Die Shisha-Lounge wurde im Mai 2009 von Ahmed Karkaba (32) und seinem Bruder Rida Karkaba (28) eröffnet. Heute führen Raghed Gabr (29) und Ahmed Karkaba die Lounge.

Besonders das junge Publikum soll sich hier wohlfühlen, erklärt der Inhaber unseres heutigen Ausgehtipps. „Ob Disko mit regionalen DJs oder speziell auf Anlässe wie Halloween oder Weihnachten abgestimmte Aktionen – wir veranstalten viele Events gezielt für Jüngere“, fügt er hinzu.

Platz genug für derartige Veranstaltungen gibt es: Etwa 100 Personen können es sich in den Räumlichkeiten der Lounge gemütlich machen. Dass ein Teil der Einrichtung nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand ist, dürfte bei diesem Entertainment-Angebot leicht in Vergessenheit geraten. Zudem wird das Mobiliar laut Geschäftsführung im neuen Jahr ausgetauscht.

Zeigt Face2Face-Chefredakteurin Tatjana Gartner das 1001 Nacht in Hockenheim: Raghed Gabr (rechts) (Foto: Pollach)

Acht bis höchstens zehn Euro zahlt man im 1001 Nacht Hockenheim für eine Shisha. Die Auswahl an Tabaksorten ist groß: 200 Stück habe er anzubieten, so Karkaba. Von anderen Shisha-Bars hebe sich das 1001 Nacht durch Hygiene und daraus resultierende Qualität bezüglich der Wasserpfeifen ab. „Jede Shisha und jeder Glasschlauch wird nach einmaligem Gebrauch komplett gereinigt“, berichtet Krakaba, „wenn das Wasser mehrere Male verwendet wird, verliert es seine Filterfunktion. Durch den Austausch des Wassers nach jeder Benutzung verhindern wir, dass das Shisharauchen Kopfschmerzen verursacht.“

Und zum Abschluss noch ein Tipp: Am letzten Samstag im Monat lädt das 1001 Nacht Hockenheim zum All-you-can-smoke ein. Für einmalig zwölf Euro können die Besucher dieses Events so viele Köpfe rauchen wie sie möchten. Also: Nichts wie hin!

Meine Bewertung in Punkten (1 = schlecht, 5 = sehr gut):

Äußeres Erscheinungsbild: 4
Preise: 4
Atmosphäre: 5
Service: 5

Kontakt:
1001 Nacht Shisha-Lounge
Karlsruherstraße 11
68766 Hockenheim
Tel.: 017686001740
Homepage: www.1001-nights.de

Öffnungszeiten:
Sonntag-Donnerstag: 17:00 – 0:00
Freitag-Samstag: 17:00 – 3:00
Montags: Ruhetage
(Außer an Feiertagen und Schulferien)

Vorschau: Nächsten Sonntag verrät euch Melanie einige Alltagstipps für die Haarpflege.

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Ausgehtipps, Teil 1: Colonial Lounge, Hockenheim

Ausgehtipps, Teil 2: Liquid Lounge, Speyer

Ausgehtipps, Teil 3: Pasta Pasta, Speyer

Ausgehtipps, Teil 4: 1001 Nacht, Speyer

Ausgehtipps, Teil 5: Hitana Lounge, Hockenheim

Ausgehtipps, Teil 6: Café Vienna, Mannheim

Ausgehtipps, Teil 7: Soraya Lounge, Speyer

 

Preview: Januar 2013

Die erste soziale Aktion, Beiträge aus der Gattung des Gonzo-Journalismus, die Veröffentlichung des 1.000. Artikels und natürlich das zweijährige Jubiläum unseres Online-Magazins – 2012 war jede Menge los auf Face2Face. Anlass genug einmal danke zu sagen: Danke an alle fleißigen Mitarbeiter, die sich im vergangenen Jahr für Face2Face engagiert, Ideen und Artikel geliefert und die Redaktion bereichert haben! Danke aber natürlich auch an unsere treuen Leser, wegen denen sich die ganze Arbeit erst so richtig lohnt! Schön, dass es euch gibt!

Und weil wir euch ja weiter bei Laune halten wollen, haben wir für´s neue Jahr wieder jede Menge Themen vorbereitet: Die Mode-Redaktion präsentiert euch ihr Lookbook für das Frühjahr. Wie man Pralinen selbst macht, lest ihr in der Tipps&Tricks-Rubrik. Mit der Natur-Mitmachaktion Stunde der Gartenvögel beschäftigen sich die Mitarbeiter der Tier&Umwelt-Redaktion. Die Sport-Redaktion nimmt drei deutsche Sportler, die am 2. Januar geboren wurden, unter die Lupe – dazu gehört unter anderem Eishockey-Spieler Florian Busch. Ein Hamburg Feature erwartet euch in der Musik-Rubrik und in der Reise-Rubrik steht das Hotel Mercure in Berlin auf dem Prüfstand. Hilfe, ich bin krebserregend lautet der Titel einer unserer Kolumnen im Januar und in der FilmKunstKultur-Redaktion wird das deutsche mit dem amerikanischen Fernsehen verglichen.

Nach unserem Interview mit dem Manager der Speyerer Postgalerie zur Eröffnung am Dienstag, 28. November, schaut die Panorama-Redaktion im Januar zurück und bietet ein erstes Review zum neuen Einkaufzentrum der Domstadt.

Und damit wünscht euch die Face2Face-Redaktion einen guten Rutsch ins neue Jahr!

Unterlassene Hilfeleistung

Es gibt Nächte, die ziehen dich auf die Straße. Du kommst von einer Party, aber es ist noch nicht mal Eins. Du bist einigermaßen betrunken und sagst dir: Zuhause ist jetzt der falscheste Ort, an dem du sein kannst! – Yeah, es ist Samstag. Irgendwo muss was los sein. In einer größeren Kleinstadt wie Speyer zu wohnen hat seine Vorteile: Normalerweise triffst du samstags nachts draußen immer irgendwen, der mit dir feiern geht. Und wenn das nicht klappt, findest du immer noch jemanden, den du dazu nötigen kannst, dich zu besuchen.

Schuldet mir anderthalb Bier: Taljan. Ungefähr originalgetreu nachgestellt (Grafik: Dr. Asmodeus)

„Öy!“, pöble ich in Richtung Fahrerin, „öy! Lass ma noch feiern gehn!“

„Nein Mann“, sagt meine Fahrerin, „geht nicht.“ Es folgt irgendein Nullargument wie „Ich muss morgen früh raus!“ oder „Keine Kohle“. Ich muss umdisponieren.

„Öy!“, pöble ich wieder, „dann lass mich mal hier raus! Ich lauf jetzt heim, damit ich nüchtern werd, und dann geh ich weiterfeiern“. Nüchtern werden ist zu diesem Zeitpunkt eine gute Idee. Ich packe mir meinen Strohhut und meinen Rucksack und verlasse das partyunwillige Auto. Ich habe Lust auf Sternegucken. Und das geht ganz wunderbar beim Nachts-zum-Ausnüchtern-heimlaufen. Also: Schnell verabschieden, Kopfhörer rein, umsehen. Wo bin ich eigentlich? Ich orientiere mich. Perfekt – schon in Speyer!

Leider hat BP ein Problem mit meinem fallenden Blutalkoholgehalt. Der Ölmulti hat in all seiner Durchtriebenheit genau dort, wo ich mich gerade von meiner Fahrgelegenheit verabschiedet habe, eine Aral-Tankstelle aufgestellt. Ein Kratzen macht sich in meiner Kehle bemerkbar. Ich habe Durst. Man kann wirklich nicht behaupten, dass ich es nicht versucht hätte. Auf zur Tanke!

„Hi!“, begrüße ich die Frau hinterm Sicherheitsglas, „habt ihr Dosenbier?“
„Klar“, sagt die Tankstellenfrau.
„Was denn so?“, will ich wissen.
Ich kaufe vier Becks.
„Du musst mit mir anstoßen!“, zwinge ich die Angestellte. Die ist irritiert, schenkt sich aber dann doch amüsiert einen Becher Fanta ein und stößt mit mir durch die Scheibe an. So viel Service muss belohnt werden! Ich verneige mich strohhutabsetzend vor der netten Dame und gebe ihr ein kleines Trinkgeld.

Doch es sind nur wenige Meter, die ich zurücklege, als mir ein ganz bedrohliches Problem bewusst wird. Vor mir erstreckt sich ein unwegsames Gelände voller Tücken und Irrwegen. Es muss inzwischen acht oder neun Jahre her sein, als mir mein Kumpel Manuel – oh, wie ich ihn bis zum heutigen Tag verfluche! – eine „Abkürzung“ verraten hat. Seit ich diese „Abkürzung“ kenne, ist mir jegliche Fähigkeit der Orientierung in diesem Gebiet abhanden gekommen. Regelmäßig irre ich dort umher. Als Speyer erbaut wurde, muss irgendein garstiger Stadtplaner all seinen Hass auf die Menschheit an diesem Viertel ausgelassen haben. Mein ganz persönliches Bermuda-Dreieck. Wer hier wohnt, muss früher oder später depressiv werden. Ich versuche gar nicht erst, mich zu orientieren. Blick nach oben Richtung Sternenhimmel streife ich los.

Mein MP3-Player schwingt sich zu Höchstleistungen auf. Man On The Moon von R.E.M. steigert sich zu Wish You Were Here von Pink Floyd steigert sich zu Everlong von den Foo Fighters. Ich bin wahnsinnig gut gelaunt. Sternegucken erweist sich als einigermaßen effektive Lösungsstrategie für meine Orientierungsprobleme. Nicht ganz ohne Herumirrerei, aber doch ohne stundenlangen Zeitverlust lasse ich die verwunschenen Gassen hinter mir. Und dann lerne ich Taljan kennen.

Taljan sieht aus, als hätte ein Ochse einen Schrank geehelicht und den Abkömmling dieser unheilvollen Verbindung in eine Lederjacke gesteckt. Er jagt mir einen wahnsinnigen Schrecken ein, als er mir auf die Schulter klopft, um mich anzuhalten. Offensichtlich will er mich aber nicht überfallen, sondern ist verloren gegangen. In gebrochenem Deutsch erklärt er mir das. Er hat seine Freunde auf der Autobahn verloren und muss nach Berlin. Ich habe keine Ahnung, wie das gehen soll, finde es aber ziemlich lustig. Taljan spricht ein paar Brocken Deutsch, kein Englisch, kein Französisch, kein Italienisch. Meine Kasachisch-Kenntnisse beschränken sich auf ein paar wenige Borat-Floskeln. Das bringt uns nicht weiter. Unsere Beziehung ist von Anfang an von schweren Kommunikationsproblemen belastet.

„EY LEUTE! Ich hab gar kein Foto von Taljan gemacht! Malt mir mal ein Bild!“: Taljan. Etwa so könnte er ausgesehen haben (Bilder (v. l. o. n r. u.): Dentler, Binnefeld, Eckert, Onat, Schwalb)

Taljan streckt mir einen Zettel mit einer Handynummer hin, die er anrufen möchte. Ich verstehe nicht so richtig, warum das nicht klappt, beschließe aber, ihm zu helfen. Und scheitere ebenfalls. Nach zwei Wählversuchen habe ich die Lust verloren. „Geht nicht!“, brülle ich Taljan an. Ich brülle, weil ich mir nicht sicher bin, ob er mich versteht. Brüllen wirkt wie eine gute Idee. Und tatsächlich: Er versteht mich. Niedergeschlagen fragt er mich, ob ich ihm den Weg zur nächsten Kneipe erkläre, in der er telefonieren kann.

Gedanklich habe ich schon seit mindestens einer halben Stunde das Bruch angepeilt. Das Bruch ist der Ort, an den du gehst, wenn alles andere schon zu hat. Soeben hat sich mein „Wen-nehm-ich-dorthin-mit“-Problem gelöst. „Yeah“, rufe ich, „komm mit. Ich bring dich hin. Bier?“ Taljan schließt sich mir an, möchte aber kein Bier trinken.

Ich bin kein Freund der Forderung nach zwanghafter Integration in unsere langweiligen deutschen Gewohnheiten. Der Ruf nach Integration ist nichts als eine farblose Miesepeterei, ein Verlangen nach Routine, das all die interessanten, kulturellen Eigenheiten verschlingt, die einen Menschen ausmachen können. Taljan spricht quasi kein Wort Deutsch, wirkt aber doch überaus assimiliert. Das deutsche Spießbürgertum hat ihn. Ich beschließe umgehend, dass ich den armen Kerl rückintegrieren muss. „Trink!“, befehle ich also und halte ihm eine Dose Bier hin. Widerwillig kapitulierend greift er nach dem Bier und beginnt, mit mir zu trinken. Nimm das, Sarrazin!

Leider versteht Taljan praktisch kein Wort von dem, was ich sage. Also erhöhe ich meinen Kommunikationsoutput. Umso mehr Information ich ihm entgegenwerfe, umso mehr Information kann auch potentiell bei ihm ankommen. Das geht ganz einfach. Ich rede unheimlich schnell in einer Mischung aus Deutsch, Englisch, Französisch und Italienisch auf ihn ein und unterstreiche meine Worte mit wilden Gesten. Auch das bringt uns nicht weiter. Er nickt zwar lachend alles ab, was ich sage, aber ich sehe ihm an, dass er keine Ahnung hat, was ich von mir gebe. Offenbar hält er mich für dumm. Oder geistesgestört. Ich zwinge ihm ein neues Bier auf.

Taljan unterbricht meinen Redeschwall, als ich mich gerade in irgendeinen Bullshit über das KGB ergehe. Zumindest das scheint er verstanden zu haben. Meine Ausführungen über den russischen Geheimdienst aus dem kalten Krieg scheinen ihn zu beunruhigen, er will das Thema wechseln. Und mich offensichtlich beeindrucken. Lachend erzählt er von seiner Tochter und seiner Frau in Berlin. Lachend erzählt er, dass er beide ständig verprügelt. Der Abend erfordert eine drastische Neubewertung der Situation.

„Du bist scheiße“, sage ich zu Taljan.
Taljan lacht.
„Du bist ein Arschloch“, sage ich zu Taljan.
Taljan nickt und lacht.
Seine mangelnden Deutschkenntnisse ersparen mir einen Kieferbruch. Ich habe plötzlich überhaupt keine Lust mehr, mit Taljan feiern zu gehen. Ich muss ihn schleunigst loswerden.
„Wir sind da“, verkünde ich also, und zeige auf einen Hinterhof, in dem sich eine Shisha-Bar befindet. Ich nehme ihm sein Bier ab.
„Da! Geh rein und telefonier. Ich rauche eben und komme dann nach“.
Er versteht zumindest, dass ich nicht mit rein komme, als ich mir eine Kippe anzünde.
„Warte hier“, bittet er mich.
„Jaja“, nicke ich.
Taljan betritt die Kneipe.
„Arschlecken!“, denke ich mir, trinke sein Bier leer und mache mich aus dem Staub.

In der Weihnachtsbäckerei

Ein großer Erfolg: Nach langem Ringen mit dem Teig grinsen unsere Kekse fröhlich in die Welt (Foto: Denzinger)

KEKSE BACKEN FÜR EINEN GUTEN ZWECK! steht immer noch in meiner Facebook-Veranstaltungsliste. Nachdem Face2Face die Initiatorin Sabine Zettl interviewt hat, steht fest: Wir backen mit! Und so treffen sich am Samstag, 1. Dezember 2012, nachmittags vier Face2Face-Redakteure – Anja Rambacher, Gülcin Onat, Melanie Denziger und ich – in Melanies WG-Küche, um bedürftigen Kindern eine Freude zu machen .

Das gestaltet sich jedoch schwieriger als erwartet. Vor allem der Mangel einer Großküche bereitet uns arge Probleme. Zwar sind vier Leute da, die alle backen wollen, aber kaum Platz vorhanden, um gleichzeitig zu arbeiten. Und da wir auch keine vier Backöfen zur Verfügung haben, sondern nur einen, verbringen wir etwa sieben Stunden mit der gesamten Keksbackaktion.

Schatzkiste: Schöne Verpackungen haben wir tatsächlich auch gefunden. Und ab damit…

Schon beim Einkaufen werden uns erste Probleme bewusst. Ein herausgesuchtes Rezept enthält Nüsse, doch: Was, wenn eines der Kinder eine Allergie gegen Nüsse hat ist? Also verzichten wir auf Mandeln und kaufen stattdessen eine Packung Kokosraspeln.

Butterplätzchen, Vanillekipferl und unsere garantiert allergiefreundlichen Kokosplätzchen wandern nach und nach in den Backofen. Die Vanillekipferl bekommen wir ohne Probleme hin, doch für die Butterplätzchen brauchen wir ganze drei Anläufe, weil der Teig nicht lange genug gekühlt und damit zu klebrig ist, um die Plätzchen auszustechen . Uns beschleicht der Verdacht, dass wir einfach zu doof sein könnten, ordentliche Kekse zu backen. Nach langem Kampf und der bewundernswerten Idee, den Teig in die Gefriertruhe zu packen, kriegen wir ihn dann aber doch noch in Keksform aufs Backpapier.

Während wir mit dem Teig ringen, überlegen wir, wem wir unser Gebäck eigentlich vermachen sollen. Ein paar Kandidaten stehen zur Auswahl, die Entscheidung fällt schließlich auf das Spielhaus Sara Lehmann in Speyer, in welchem unter anderem Flüchtlingskinder betreut werden. An Nikolaus sollen dort unsere Kekse verteilt werden.

…ins Spielhaus Sara Lehmann. Chefredakteurin Tatjana Gartner übergibt der Leiterin der Einrichtung Isabell Estevez-Aneiros kurz vor der Adventsstunde unsere Kekse (Fotos: C. Gartner)

In Folge unserer Backaktion werde ich krank. Vom einem herumhustenden und herumniesenden Menschen Kekse überbracht zu bekommen, ist nicht besonders appetitlich. Glücklicherweise erklärt sich Face2Face-Chefredakteurin Tatjana Gartner kurzfristig bereit, die Kekse direkt am Nikolaustag im Spielhaus Sara Lehmann abzuliefern. Und da landen sie dann auch – zufällig nicht mal eine Stunde, bevor in der Betreuungseinrichtung die Adventsstunde anklingt.

Vorschau: Am Dienstag, den 25. Dezember, beschäftigt sich die Panorama-Rubrik mit Vorbildern für junge Menschen.

 

„Es ist fantastisch an solch einem Projekt beteiligt zu sein“

Am Mittwoch, 28. November wird der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger die Postgalerie eröffnen. Nach der Fertigstellung nach etwa vier Jahren fiebern Speyerer und Besucher aus der umliegenden Region der Eröffnung entgegen. Jürgen Ehlen, der Centermanager, war an der Umsetzung des Großprojekts beteiligt. Mit Face2Face sprach Ehlen unter anderem über die Parkplatz-Situation, den besonderen Charme der Postgalerie und das gebotene Programm der Eröffnungsfeier.

Ein Stück Geschichte: die Speyerer Post im Jahr 1921 (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie hebt sich die Postgalerie von anderen Shoppingcenter, wie beispielsweise dem Viernheimer Rhein-Neckar-Zentrum oder der Ludwigshafener Rhein-Galerie, ab?
Ehlen: Die einzigartige Kombination aus historischer Außenhülle und modernem Shoppingcenter macht den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie aus. Hinzu kommt, dass der Branchen- und Markenmix genau auf die Bedürfnisse der Besucher zugeschnitten ist, was das Bummeln und Shoppen zu einem Erlebnis macht.

Face2Face: Sind Sie gespannt wie die Kunden und Besucher die Postgalerie wahrnehmen werden?
Ehlen: Ja, das sind wir! Wir haben im Vorfeld alles daran gesetzt, um die Erwartungen der Speyerer und Besucher aus der Umgebung zu erfüllen oder sogar noch zu übertreffen.

Verleiht Speyer neuen Glanz: die Speyerer Postgalerie zur Vorweihnachtszeit (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie würden Sie den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie beschreiben?
Ehlen: In der Postgalerie findet man Shops, die bisher noch nicht in Speyer vertreten waren, wie beispielsweise Hennes&Mauritz, Vero Moda, Jack&Jones, s.Oliver und viele mehr. Auch das kulinarische Angebot bietet für jeden Gaumen genau das Richtige: neben asiatischer Küche, italienischen Gerichten und türkischer Feinkost findet sich ein Donat- und Bagle-Shop.

Face2Face: Kommen wir nun Parkplatz-Situation: Einige Besucher haben sicher Zweifel, dass der Bedarf an umliegenden Parkplätzen gedeckt werden kann – gerade bei Anstürmen in der Vorweihnachtszeit. Wie schätzen Sie diese Bedenken ein?
Ehlen: Die Speyerer Innenstadt bietet rund 3.000 Parkplätze, die den Besuchern der Postgalerie zur Verfügung stehen. Wir verweisen auf die Shuttle-Busse, die im Zehn-Minuten-Takt vom Festplatz- und Technikmuseum-Parkplatz aus zum Postplatz fahren.

Face2Face: Wie fühlt es sich an Teil des eines derartigen Schaffensprozess zu sein?
Ehlen: Es ist eine fantastische Erfahrung, an einem solchen Projekt beteiligt zu sein und zu sehen, wie aus einem historischen Gebäude unter Beibehaltung der denkmalgeschützten Gebäudestruktur ein modernes Einkaufszentrum wird.

Face2Face: Morgen wird die Postgalerie eröffnet. Was erwartet die Besucher bei der Eröffnungsfeier?
Ehlen: Wir bieten jede Menge Musik, Spaß, Give aways und Programm für die ganze Familie, sodass die Eröffnung der Postgalerie zu dem Ereignis in der Region wird.

Vorschau: Face2Face backt für Kinder – nicht verpassen! Am Dienstag, 11. Dezember könnt ihr im Panorama den Nachbericht der Back-Aktion lesen.