Grömitz und Kühlungsborn – zwei Ostseebäder mit Flair

Der Sommer hat begonnen. Bei einem erfrischenden Radler sitze ich mit ein paar Freundinnen am Rhein und genieße das Rauschen des Wassers, das Zwitschern der Vögel und die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Kein Wunder, dass wir da im Gespräch auch auf das Thema Urlaub kommen. „Ich fliege mit meinem Freund in die USA. Wir bleiben vier Wochen“, sagt eine meiner Freundinnen enthusiastisch. „Ich habe noch nichts gebucht, aber wahrscheinlich fliegen wir nach Mallorca oder nach Sizilien“, wird von anderer Seite berichtet. War ja klar. Da kann ich mit meinem Urlaubsziel mal wieder nicht mithalten. Im nächsten Moment wird mir die Frage gestellt, die ich schon erwartet hatte: „Und wohin fährst du in Sommerurlaub?“ „Nach Kühlungsborn oder nach Grömitz“, antworte ich und blicke – wie zu erwarten war – in fragende Gesichter: „Wo liegt das denn? Das habe ich ja noch nie gehört. Ist das noch in Deutschland?“ Die nächste halbe Stunde verbringe ich damit, meinen Freundinnen zu erklären, dass man manchmal gar nicht weit wegfahren muss und auch Deutschland wunderschöne Ecken zu bieten hat, an denen man einen perfekten Sommerurlaub verbringen kann. So zum Beispiel im Ostseebad Grömitz.

Seebad mit langer Tradition

Grömitz liegt am Nordrand der Lübecker Bucht in Ostholstein und hat rund 7.800 Einwohner. Die Hansestadt Lübeck ist nur etwa 50 Kilometer entfernt. Als Erholungsort hat Grömitz eine lange Tradition, denn es ist schon seit 1813 Seebad, also ein Kurort am Meer. Besonders schön sind der über acht Kilometer lange Sandstrand und das saubere Meerwasser. Wenn die Temperaturen stimmen, kann man natürlich in der Ostsee schwimmen. Ansonsten eignet sich der weite Sandstrand aber auch gut für ausgedehnte Spaziergänge, die stets von einem beruhigenden Wellenrauschen begleitet werden. Dank des weitläufigen Strandes verteilen sich die Einwohner und Touristen in Grömitz ganz gut und für jeden ist ausreichend Platz vorhanden. Auch an die Erholung des „besten Freundes des Menschen“ ist gedacht, denn es gibt extra einen Hundestrand, an dem sich die Vierbeiner austoben können.

Absolut sehenswert: Der Jachthafen in Grömitz (Foto: S. Holitzner)

Erholung nicht nur am Strand

Wer keine Lust auf Strand hat, kann sich in Grömitz auch gut anderweitig beschäftigen. So gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, einen Kurpark, einen Golfplatz, einen kleinen Zoo und einen sehenswerten Jachthafen mit empfehlenswerten Fischrestaurants. Die meisten Restaurants und Cafés befinden sich an der drei Kilometer langen Strandpromenade. Ausgiebige Spaziergänge mit Blick aufs Meer sorgen da ebenfalls für Entspannung. Und zwischendrin kann man dann ganz gemütlich in ein Eiscafé oder in einen der vielen kleinen Strandläden zum Stöbern einkehren.

Einfach mal abtauchen

Beeindruckend: Die 398 Meter lange Seebrücke in Grömitz (Foto: S. Holitzner)

Besonderes Highlight in Grömitz ist die 398 Meter lange Seebrücke. Dabei handelt es sich um die längste Seebrücke Schleswig-Holsteins. Wenn man auf ihr entlang läuft, ist man dem Meer ganz nah und hört unter den Holzbrettern der Brücke, wie die Wellen brechen. Bei klarer Sicht hat man von der Seebrücke aus einen tollen Blick auf umliegende Städte und Ortschaften sowie das weite Meer. Insbesondere abends ist es schön, von der Seebrücke aus den Sonnenuntergang zu beobachten. Wer nicht nur die Aussicht über Wasser, sondern auch unter Wasser genießen möchte, kann in die Tauchgondel, die sich seit 2009 am Ende der Grömitzer Seebrücke befindet, steigen. 30 Besucher können gleichzeitig mit ihr abtauchen. Sie bekommen dann einen 3D-Film über die Ostsee gezeigt und können bei guter Sicht den Meeresboden und einige Meeresbewohner erkennen. Wer als Urlauber das Glück hat und Ende August das Strandbad besucht, kann an „Ostsee in Flammen“ teilnehmen. Das ist ein beeindruckendes, mit Musik untermaltes Feuerwerk, das direkt von der Seebrücke aus gestartet wird und so die Ostsee und den Grömitzer Strand erleuchtet. Wenn man dann in Meeresnähe steht, kann man sogar sehen, wie sich das Feuerwerk im Wasser spiegelt.

Lichterspektakel: „Ostsee in Flammen“ (Foto: S. Holitzner)

Wasser marsch!

Leider gibt es immer mal wieder Sommerurlaube, in denen das Wetter nicht mitspielt oder die Temperaturen einfach zu niedrig sind, um im Meer zu schwimmen. In Grömitz kann man in so einem Fall trotzdem in Meerwasser baden. Im Schwimmbad „Grömitzer Welle“ gibt es nämlich aufbereitetes Seewasser in den Schwimmbecken. Außerdem gibt es ein Wellenbad: Alle 30 Minuten werden so am Anfang des Beckens kleine Wellen und am tieferen Ende des Beckens bis zu ein Meter hohe Wellen erzeugt, sodass man sich fast wie im richtigen Meer fühlt.

Von West nach Ost

Ebenfalls eine Reise wert ist das Ostseebad Kühlungsborn. Es liegt an der Küste der Mecklenburger Bucht und hat circa 8.900 Einwohner. Die Hansestadt Rostock ist nur rund 30 Kilometer entfernt. Im Gegensatz zu Grömitz ist Kühlungsborn erst seit 1996 offiziell Seebad. Kühlungsborn besteht aus den zwei Stadtteilen West und Ost, die durch einen 133 Hektar großen Stadtwald verbunden sind. Wer nicht durch den Wald gehen möchte, kann auch einfach am langen Sandstrand entlanglaufen und gelangt so ebenfalls zum jeweils anderen Stadtteil. Auch in Kühlungsborn ist das Meerwasser sehr sauber, sodass man sich bei heißen Temperaturen ideal mit einem Bad in der Ostsee abkühlen kann. Hundestrände gibt es hier ebenfalls. Von der 240 Meter langen Seebrücke, die sich im Stadtteil Ost befindet, hat man einen schönen Ausblick. Sie ist die erste Seebrücke, die nach der Wiedervereinigung Deutschlands in Mecklenburg-Vorpommern vollendet wurde (1991). Eine fast vier Kilometer lange Strandpromenade verbindet die beiden Stadtteile Ost und West und eignet sich gut für Spaziergänge mit Blick aufs Meer.

Entspannung am Meer: Kühlungsborn-Ost (Foto: S. Holitzner)

Kühlungsborn für Touristen

Viele schöne alte Villen aus der Gründerzeit prägen das Stadtbild von Kühlungsborn. Kühlungsborn-Ost ist der für Touristen vermutlich ein bisschen attraktivere Stadtteil. Abgesehen von der Seebrücke sind dort verschiedene größere Einkaufsmöglichkeiten, viele Cafés und Restaurants. Außerdem befindet sich dort ein Jachthafen. Ebenfalls beginnt in Kühlungsborn-Ost die Steilküste mit Blick auf die Ostsee. Gut ausgeschilderte Wanderwege ins nah gelegene Heiligendamm starten hier. International bekannt geworden ist dieser kleine Ort, als dort im Juni 2007 der G8-Gipfel stattgefunden hat.

Auf den Spuren der Vergangenheit

Nostalgie pur: Eine Fahrt mit Dampflok „Molli“ (Foto: S. Holitzner)

In Kühlungsborn-Ost wird zudem Geschichte lebendig. Dort steht noch ein Original-Grenzbeobachtungsturm aus der Zeit der DDR. Von 1971 bis 1990 waren mehrere solcher Türme entlang der Ostseeküste aufgestellt, um die Seegrenze der DDR im Auge zu behalten und Republikflüchtlinge, die über die Ostsee aus der DDR fliehen wollten, zu erspähen. Rund um den Grenzbeobachtungsturm in Kühlungsborn können sich Besucher über das Grenzsystem und das Schicksal von Menschen, die versucht haben, aus der DDR zu fliehen, informieren. Außerdem kann der Turm besichtigt werden. Lohnenswert ist in Kühlungsborn auch eine Fahrt mit dem „Molli“. Das ist eine Dampflok, die auf einer rund 15 Kilometer langen Strecke zwischen Kühlungsborn und Bad Doberan fährt. Für diese Strecke, die teilweise mitten durch die Natur führt, benötigt „Molli“ rund 40 Minuten, denn er ist mit einer maximalen Geschwindigkeit von 40 km/h unterwegs. Bei einer Kurzreise mit dem „Molli“ lernen Fahrgäste sehenswerte Ecken der einzelnen Orte kennen, die sie so vielleicht gar nicht wahrgenommen hätten.

Sieben Tipps für eine gemütliche Vorweihnachtszeit

Egal ob Studium, Beruf, Stress mit dem Haushalt oder einfach allgemein zu wenig Zeit – wer kennt das Problem nicht? Das ganze Jahr über hetzen wir von Termin zu Termin und haben selten die Gelegenheit , einmal inne zu halten und das Leben wirklich zu genießen. Besonders die Zeit kurz vor Weihnachten, wenn sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt, die Fenster und Promenaden der Straßen leuchtend geschmückt sind und die Menschen über den Weihnachtsmarkt schlendern,  lädt ganz besonders dazu ein, mal für ein paar Momente die Zeit stehen bleiben zu lassen und die Atmosphäre der Vorweihnachtszeit zu genießen. Face2Face hat euch sieben Tipps für eine gemütliche Zeit im Winter zusammen gestellt.

 

1. Zeit mit den Liebsten verbringen! Man nimmt es sich immer wieder vor und doch kommt man viel zu selten dazu. Unterschiedliche Arbeits- oder Studienzeiten, weit voneinander entfernte Wohnorte oder zu viele andere Termine sorgen dafür, dass man seine Liebsten, beispielsweise alte Freunde aus der Schulzeit, schon lange nicht mehr gesehen hat. Aber auch wenn man es das ganze Jahr über nicht geschafft hat, spätestens um die Vorweihnachtszeit treibt es alle wieder nach Hause und schafft somit die Gelegenheit, endlich mal wieder mit allen Liebsten eine gemütliche Zeit zu verbringen. Das sollte man sich nicht entgehen lassen!

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Gehört zur Vorweihnachtszeit einfach dazu: Das Backen und Verzieren von Plätzchen. (Quelle: Gänseblümchen/pixelio.de)

2.  …In der Weihnachts-bäckerei! Dies gilt auch für alle, die sich sonst nicht gerade mit  dem größten Back-Talent rühmen: Plätzchen backen gehört in der Vorweihnachtszeit einfach dazu! Verwandle deine Küche in eine Weihnachtsbäckerei, schnapp dir ein paar Freunde, leg Weihnachtsmusik auf und wartet nach vollendeter Arbeit, bis der leckere Plätzchen-Duft durch den Raum strömt. Fabelhaft!

 

3. Freude schenken und Gutes tun! Weihnachten ist das Fest des Gebens und was gibt es zu diesem Anlass schöneres, als jemand anderem eine Freude zu machen. Egal ob eine kleine Spende oder solche Aktionen wie der „Wunschbaum“ der MVV in Mannheim, für alle Menschen, die gerne etwas Gutes tun würden, gibt es besonders in der Vorweihnachtszeit genügend Optionen.

 

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Macht den Liebsten eine Freude: Ein selbstgebastelter Adventskalender. (Quelle: Uwe Wagschal/pixelio.de)

4. … und dabei gerne auch kreativ werden! Es muss auch nicht immer gleich viel Geld ausgegeben werden, um sich eine schöne Weihnachtszeit zu machen oder seine Liebsten zu überraschen. Wie wäre es denn dieses Jahr mal mit „Do-It-Yourself“-Geschenken? Egal ob ein selbstgemachtes Körperpeeling, ein eigens zusammen gestellter  Adventskalender oder eine handgestrickte Mütze – die Geschenke sind mit Liebe gemacht und daher viel mehr wert, als ein für hunderte von Euros gekauftes Elektrogerät.

 

5. Die Natur genießen! Auch wenn die Temperaturen auf dem Thermometer immer tiefer klettern sollte euch das nicht abschrecken, sich mal wieder die Zeit für einen ausgiebigen Spaziergang zu nehmen! Gerade im Winter flüchten sich die meisten von einem beheizten Raum in den nächsten, statt die Natur auch mal im Winter bewusst wahr zu nehmen. Spätestens wenn der erste Schnee gefallen ist, sollte man sich warm einpacken und für einen Spaziergang an die frische Luft rüsten. Das bringt den Kreislauf in Schwung und anschließend freut man sich doppelt, wieder in die warme Wohnung zu kommen und seine Hände an einer heißen Tasse Tee aufzuwärmen.

 

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Wärmt nach einem Spaziergang im Kalten wieder auf: Eine Tasse Tee. (Quelle: gänseblümchen/pixelio.de)

6. Probier’s mal mit Gemütlichkeit…! Wenn man von dem Spaziergang zurück kommt, es draußen klirrend kalt und die Sonne bereits der Dunkelheit gewichen ist, was gibt es da Schöneres, als es sich in der warmen Wohnung mit einer Tasse Tee, eingewickelt in eine kuschlige Decke und mit einem guten Buch zu Hause gemütlich zu machen. Zünde ein paar Kerzen an, mach es dir bequem und nimm dir einmal die Zeit, komplett in die Geschichte und somit eine andere Welt einzutauchen. Welche Bücher sich besonders für die kalte Jahreszeit eignen, hat Face2Face in diesem Artikel für euch zusammen gestellt. Tipp: Schalte doch mal für diese Zeit die Elektrogeräte (Laptop, Fernseher, Radio, Handy – ja auch das Handy!) einfach ab. Das hilft ungemein, auch mal den Kopf wieder „auszuschalten“ und sich komplett auf eine Sache zu konzentrieren!

 

7. Einen gemeinsamen Leseabend veranstalten! Sich beim Lesen eines guten Buches mal Zeit für sich selbst zu nehmen, ist sehr entspannend. Doch warum immer nur alleine lesen? Wie wäre es denn mal mit einem gemeinsamen Leseabend? Haben du und deine Freunde vielleicht ein gemeinsames Lieblingsbuch? Oder wie wäre es denn mal mit einer klassischen Weihnachtsgeschichte? Egal ob jeder eine kleine Geschichte vorbereitet, ihr im Wechsel lest oder eine Person die „Märchenstunde“ leitet, eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt! Findet euch mit Plätzchen und Tee zusammen und genießt die weihnachtliche Atmosphäre. Wenn ihr wollt könnt ihr im Hintergrund auch noch Weihnachtsmusik laufen lassen, das macht die Idylle perfekt!

 

 

Kantine? – Ohne mich!

Einmal heißt sie Mensa, ein anderes Mal nennt man es ganz vornehm sogar Betriebsrestaurant, dann wieder nur Kantine. Gemeint ist immer dasselbe: Es geht um Essen am Arbeitsplatz zu vernünftigen Preisen. Keine langen Wege, um in der Arbeit eine Mahlzeit zu bekommen, man muss nicht selber kochen, sich um nichts kümmern. Klingt doch praktisch, oder? Trotzdem gehe ich bei uns in der Firma partout nicht in die Kantine.

Einfach: In einer Kantine bekommt man ganz unkompliziert Essen.

Einfach: In einer Kantine bekommt man ganz unkompliziert Essen (© Ingo Büsing/Pixelio.de)

Das liegt keinesfalls daran, dass das Essen schlecht wäre oder der Service nicht passen würde. Ganz im Gegenteil, von schlecht kann bei unserer Kantine gar nicht die Rede sein. Das Essen ist richtig gut, abwechslungsreich und obendrein gesund. Gerade nicht die fettigen, schleimigen Spaghetti Bolognese, an die man reflexartig beim Wort Kantine denken mag. Wenn es Nudeln gibt, dann sind sie „al dente“, so wie es sich gehört, und auch die Soße besteht tatsächlich aus echten Tomaten. Außerdem ist das Personal sehr freundlich, alles ist sauber und ordentlich, die Preise sind äußerst niedrig.

Da stellt sich logischerweise die Frage, wo mein Problem liegt, warum ich denn nicht in die Kantine gehe, wenn doch alles so gut ist.

Eigentlich ist es ganz simpel. Ich habe als Programmierer einen echten Bürojob. Das bedeutet einfach wenig bis hin zu null Bewegung, mal abgesehen vom Gang zum Kaffeeautomaten und zur Toilette. Daneben so gut wie keine Frischluft und wenig direktes Sonnenlicht. Ginge ich in die Kantine, dann hieße das wieder nur wenig Bewegung und schon wieder drinnen sitzen. Allein, wenn ich nur daran denke, tut mir gleich wieder der Rücken weh und ich verfalle in Schnappatmung.

Da ist es mir viel lieber, in der Mittagspause ein bisschen raus zu gehen. Raus an die frische Luft, ab in die Sonne und dazu noch ein bisschen Bewegung, auch wenn es nur ein kleiner Spaziergang bis zum nächstgelegenen Laden ist. Dort hole ich mir dann einen Imbiss, dazu noch ein wenig frisches Obst. Ein kleiner Happen reicht mir in der Mittagspause voll und ganz, denn ich gehöre zu denen, die mittags eher wenig essen, eine Kleinigkeit ist da wirklich ausreichend und belastet nicht so wie ein schweres, üppiges Mittagsgericht. Lieber esse ich im Laufe des Nachmittags dann noch einen Apfel oder eine Banane.

Herrlich: Es geht nichts über Frischluft und Sonnenschein in der Mittagspause.

Herrlich: Es geht nichts über Frischluft und Sonnenschein in der Mittagspause (© Verena Berk/Pixelio.de)

Natürlich war ich auch schon in der Kantine, ganz klar. Aber sobald ich mal wieder in drinnen gegessen habe, merke ich einfach, dass mir das nicht sonderlich gut tut. Wenn ich in der Pause ein wenig draußen und aktiv bin, kann ich mich gleich wieder besser konzentrieren. Die Bewegung und die Frischluft versorgen mein Hirn mit einer Extraladung Sauerstoff und damit kann ich dann von Neuem richtig produktiv arbeiten und mir sogar eine Tasse Kaffee am Nachmittag sparen. So kommt es, dass ich selbst bei Regen und eher mäßig schönem Wetter lieber draußen unterwegs bin.

Denn durch meinen kleinen Spaziergang tausche ich die meist überfüllte Kantine gegen eine ruhige Erholungspause ein. Ich kann mich ganz entspannt mit den Kollegen unterhalten, die genau wie ich lieber raus gehen, und manchmal komme ich auch zu einem netten Gespräch mit jemandem, der nicht aus der Firma ist.

Mir geht einfach nichts über meinen Mittags-Spaziergang, da kann die Kantine noch so toll sein, noch so günstig sein. Nichts wie raus!

Vorschau: Eva schreibt hier in der nächsten Woche über Gartenarbeit und das richtige Maß.

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) – fünf Einschlaftipps

Es wird Nacht - schlafen kann trotzdem nicht jeder (Foto: Beutler)

Dem ein oder anderen dürfte das im Folgenden beschriebene Szenario durchaus bekannt vorkommen: Es ist Sonntag-Abend, ein turbulentes Wochenende – keinmal ging es vor drei Uhr früh ins Bett – liegt hinter einem und mit dem Gedanken an Schule, Uni oder Arbeit wälzt man sich nun unruhig von einer auf die andere Seite. Und obwohl man von den freizeitlichen Aktivitäten vollkommen erschöpft ist, will sich der rettende Schlaf einfach nicht einstellen.

 Im Rahmen einer Befragung von rund 3.000 Arbeitnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren hat die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“, kurz DAK, ermittelt, dass sich beim Thema Schlafstörung etwa die Hälfte der Befragten betroffen fühlt. Auf die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland übertragen, hieße das, dass rund 20 Millionen Personen an leichten bis hin zu starken Schlafstörungen leiden.

 In dieser Situation aber gleich zu harten Medikamenten greifen, die einen bei überhöhter Dosierung womöglich das Weckerklingeln am nächsten Morgen verschlafen lassen – nein, danke. Deshalb hier: Die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Einschlafproblemen.


Tipp 1: Das richtige Getränk für süße Träume

Sie enthält nicht nur wertvolles Calcium, sondern auch die beruhigend wirkende Aminosäure Tryptophan: Milch ist ein wahres Wundermittel, wenn es um wohltuenden Schlaf geht. Vor dem Zubettgehen einfach eine Tasse warme Milch mit etwas Honig trinken. Die raffiniertere Variante: Mandelmilch. Dazu 20 Gramm Mandeln im Mixer zerkleinern, mit 200 Milliliter Milch und zwei Teelöffeln Honig erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken – süße Träume!


Tipp 2: Naschen erlaubt – aber wenn, dann richtig

Mit vollem Magen im Bett liegen? – Keine gute Idee. Hungrig ins Reich der Träume zu entfliehen, funktioniert aber meist auch weniger gut. Daher gilt: nach 18.00 Uhr möglichst nur noch zu den folgenden Lebensmittel greifen: Nüsse, Bananen, Datteln und Vollkornprodukte. Diese fördern die Produktion des Schlafhormons Melatonin.


Tipp 3: Hitzschlag oder Kältestarre

Auch die richtige Temperatur im Schlafzimmer kann sich positiv auf das Ein- und Durchschlafen auswirken. Das optimale Schlafklima liegt zwischen 15 und 18 Grad. Auch ein leichter Durchzug, beispielsweise durch ein schräg gestelltes Fenster kann förderlich sein.


Tipp 4: Sport ist Mord? – Nicht was das Einschlafen betrifft

Hat man das Gefühl einfach nicht zur Ruhe kommen zu könne, weil einem tausende von Gedanken durch den Kopf gehen, kann ein kleiner Spaziergang wahre Wunder wirken. Die Bewegung an der frischen Luft und die Möglichkeit die vergangenen Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, können sich beruhigend auf Körper und Geist auswirken – so kann man entspannt ins Bett fallen. Hochleistungsport zu später Stunde sollte jedoch möglichst vermieden werden.


Tipp 5: Entspannung ist das A und O

 Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Ein Buch lesen, die Lieblingsserie im Fernsehen anschauen oder wie in Tipp vier spazieren gehen, geben dem Körper die Möglichkeit sich zu entspannen – so fällt das Einschlafen später um einiges leichter. Die notwendige Entspannung kann aber auch mit einem Kräuterbad erreicht werden. Das Wasser sollt hierbei nicht zu heiß – höchsten 37 Grad – sein. Badezusätze wie Melisse, Lavendel oder Baldrian beruhigen zusätzlich. Kerzenlicht und Entspannungsmusik verwandeln das Badezimmer in eine wahre Wellness-Oase. Zehn Minuten in der warmen, duftenden Wanne sind völlig ausreichend. Also dann: Gute Nacht!

Vorschau: Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung? Und was zieht man zum Vorstellungsgespräch an? Diese Fragen und noch einige mehr wird euch Gülcin nächsten Sonntag an dieser Stelle beantworten.

Der Exotenwald: Die grüne Lunge Weinheims

Idyllisch: Der See zwischen Schlosspark und Exotenwald (Foto: T. Gartner)

Dass es auch innerhalb von Deutschland und sogar in unmittelbarer Umgebung etwas zu sehen und zu erleben gibt, beweist das im Nordwesten Baden-Württembergs gelegene Städtchen Weinheim. Neben seinen beiden Wahrzeichen – der Ruine Windeck und der Wartburg, denen er den Beinamen „Zwei-Burgen-Stadt“ verdankt – verfügt der Ort auch über eine grüne Lunge: Den Exotenwald.

 Übermütig purzeln sie übereinander, stupsen sich neugierig mit ihren Schnäbeln an, nur um sich bei der kleinsten Bedrohung in die Luft zu erheben und das Geschehen aus sicherer Entfernung zu beobachten. Nicht nur die Spatzen nutzen den sonnigen Samstagnachmittag im Mai für ein kleines Stelldichein mit dem Sommer und der wiedererwachenden Natur. Der Schlosspark ist gut besucht: Das saftige Grün der Wiese wird – außer von verstohlen zwischen den Halmen hindurch blinzelnden Gänseblümchen – nur von den bunten Picknickdecken unterbrochen, auf denen es sich Pärchen und Gruppen von Jugendlichen gemütlich gemacht haben.

 Hier beginnt die Führung durch den angrenzenden Exotenwald – ein insgesamt 60 Hektar großes Grundstück. „Auf rund 35 ha können fremdländische Baumarten wie Riesenmammutbäume, chilenische Andentannen, japanische und nordamerikanische Magnolienbäume oder Kalifornische Flusszedern bewundert werden“, lässt sich auf der Homepage der Stadt Weinheim nachlesen. Die Führung durch das als solches bezeichnete dendrologische Kleinod leitet Förster Fritz Gräber. Etwa zehn Personen – mit einer Ausnahme ausschließlich Frauen – haben sich hierfür angemeldet. Auch eine kleine Gruppe Studentinnen hat sich dazugesellt. „Wir besuchen alle ein Seminar, dass sich Reisereportage nennt. Unsere Abschlussarbeit besteht darin, über eine Führung hier in Weinheim zu schreiben“, erklärt Carina Allgaier. Da sie in ihrer Heimat, dem Schwarzwald, so zu sagen mit der Natur aufgewachsen sei, fiel ihr die Entscheidung welche Führung sie besuchen würde, leicht. „Ich bin ein absoluter Naturmensch und das Projekt Exotenwald finde ich sehr interessant und spannend“, fügt die 24-Jährige an.

 Und schon geht es vom sonnigen Schlosspark in den schattigen Wald. Wie eine Wand aus Eis schlägt dem Besucher beim Betreten des Forstes die kühle Luft entgegen. Das laute Lachen aus dem Schlosspark wird allmählich leiser, bis es schließlich ganz verhallt. Je tiefer man in den Wald hineingeht, desto bewusster werden einem dessen individuelle Geräusche: Das sanfte Rauschen der Blätter und Nadeln im Wind, das gedämpfte Zwitschern der Vögel, das Knacken der abgefallenen Äste unter den eigenen Füßen.

Riesen im Teenageralter: Mammutbäume (Foto: T. Gartner)

 Plötzlich taucht eine Gruppe ungewöhnlich großer Bäume vor den Augen der Wanderer auf: Ihre Zweige scheinen die Wolken zu berühren und ihr langer, dunkler Stamm ist von kleinen Löchern übersät.

 „Das hier sind unsere Mammutbäume“, erklärt Gräber, „obwohl sie so gigantisch aussehen, sind diese hier erst im Teenageralter, könnte man sagen. Mammutbäume können über 3000 Jahre alt werden – sie sind damit die ältesten Exoten hier und kommen ursprünglich aus dem Westen der heutigen USA. Nur die einheimische Borstenkiefer wird mit 4500 Jahren noch älter.“ Die Teilnehmer der Führung staunen. Und auch Allgaier ist begeistert und knipst schnell noch ein paar Fotos von den exotischen Riesen, bevor es zum nächsten Baum geht. Etwas außer Atem hastet sie der Gruppe hinterher. „Das ständige Gehen und Stehenbleiben ist auf Dauer anstrengend“, findet die junge Frau. Auch das ständige Mitschreiben für ihr Uniprojekt fände sie eher lästig: „Wegen des Zwangs ständig zuhören zu müssen, kann ich mich leider nur schlecht auf meine Umwelt konzentrieren.“

 Doch schon bei den nächsten Erläuterungen Gräbers zum aus Asien stammenden Katsura- oder auch Kuchenbaum  wird Allgaier hellhörig. „Die Blätter, die einzeln an den Ästen und Zweigen verteilt sind, finde ich ganz außergewöhnlich und natürlich die Tatsache, dass sein Laub nach Kuchen riecht“, sagt sie.

Beeindruckend: Der Blick auf Weinheim durch die Zweige des Exotenwaldes (Foto: T. Gartner)

 Die Führung durch den Exotenwald dauert zwei Stunden. Zaghaft blinzeln die Wanderer am Ausgang des Waldes in das Licht der hellen Sonne. Ein kurzes Stück durch die Stadt und schon steht die Gruppe wieder im Schlossgarten. Die Wiese hat sich inzwischen etwas geleert. Eine ausländische Großfamilie diskutiert lautstark in einer fremden Sprache.

 Hier verabschiedet sich Gräber von seinen Schützlingen und die Gruppe löst sich allmählich auf. Nur Allgaier und eine ihrer Kommilitoninnen möchten noch ein wenig bleiben, bevor sie sich wieder in den Zug Richtung Mannheim setzen. „Mein Besuch in Weinheim war der erste, aber ich überlege mir, wenn es die Zeit zulässt, noch einmal hinzufahren“, sagt die Studentin und hält ihr Gesicht in die warme Sonne.

 Obwohl sie gerne mehr über die Tiere im Wald erfahren hätte, hält Allgaier das Exotenwald-Projekt für eine tolle Idee. „Für Menschen, die nicht allzu viel in der Welt herumkommen, ist so ein Wald ein wirkliches Highlight. Zoos mit exotischen Tieren gibt es zur Genüge, aber eine Art Pflanzen-Zoo ist schon etwas Besonderes“, ist sie überzeugt.

Vorschau: Nächsten Dienstag gibt es den zweiten Artikel über Stuttgart von Konstantin. Diesmal wird es um „Udos Snack“, den wohl ältesten Snack der Stadt, gehen.