Themenflaute mit Aussicht auf Schwachsinn – das Sommerloch 2017

Alle ausgeflogen, aber einer feilt an der Titelstory: Redaktionen um Sommerloch (brandtmarke  / pixelio.de)

Alle ausgeflogen, aber einer feilt an der Titelstory: Redaktionen im Sommerloch (brandtmarke  / pixelio.de)

Sommerloch – nein, damit ist nicht das Wettertief der letzten Tage gemeint! Stattdessen geht es um ein Tief der ganz anderen Art. Während der heißen Sommermonate bleiben die Nachrichten aus – ihr dürft euch an dieser Stelle gerne vorstellen, wie ein vertrocknetes Staubgebilde in Zeitlupe durch die verlassenen Räume der Nachrichten-Redaktionen rollt. Und während ihr noch die leisen Klänge der Jeopardy-Melodie in den Ohren habt, geht den verzweifelten Redakteuren plötzlich ein Licht auf. Schließlich ist das Nachrichtentief ganz leicht auszugleichen – mit einem Hoch an Kreativität!

Außer Face2Face, versteht sich 😉, haben in den letzten Tagen und Wochen wieder einmal viele Medien unter Beweis gestellt, wie man das Sommerloch mit allerhand Sinn und Unsinn füllen kann. Wir schauen mit euch zusammen rein!

Düstere Wolken über Heidelberg

William und Kate in Heidelberg – wenn das mal nicht ein Anlass für einen Liveticker ist! Die Stuttgarter Zeitung informiert ihre Leser im Minutentakt über alles, was vor Ort passiert. Da darf die emotionale Beschreibung der dramatischen Wetterlage natürlich nicht fehlen: „O je, es fängt zu Tröpfeln an … Hoffentlich ziehen die dunklen Wolken doch noch vorbei!“
60.000 bis 80.000 Euro kostete die Stadt das royale Spektakel. Mit vierstelligen Umsatzeinbußen rechnete vorab ein Gastronom am Markplatz, der wie alle anderen hier auch trotz strahlendem Sonnenschein drei Tage lang keine Außenbestuhlung anbieten durfte. Aber hach, Kate in ihrem gelben Spitzenkleid und William, wie er kindlich-hilflos versucht ein Stück Teig in Brezelform zu bringen… Zu schön, um nicht darüber zu berichten!

Keks-Kugel oder Baby-Bauch?

Erst hieß es, sie leide an Magersucht, jetzt vermuten findige Fans bei Sängerin Lena Meyer-Landrut eine Schwangerschaft. Soweit nichts Ungewöhnliches in der Berichterstattung der Klatschpresse. Dass jetzt aber auch ntv auf die Gerüchteküche anspringt, ist wohl dem Sommerloch geschuldet. Aber wir wollen mal nicht so sein: Allein der Begriff „temporäre Keks-Kugel“ verdient einen Award als bestes Sommerloch-Wort 2017, findet ihr nicht auch?

Zuhause gesucht!

Pünktlich zu Beginn der Sommerferien setzen viele Haustierbesitzer ihre mehr oder eher weniger liebgewonnenen Mitbewohner aus. Das ist schlimm und deswegen sind wir der Redaktion von ProSieben Newstime umso dankbarer, dass sie uns Alternativen wie Tierpensionen aufzeigt. Schade nur, dass wahrscheinlich viele Haustierbesitzer, die sich plötzlich fragen, was sie mit ihrem Tier anfangen sollen, während sie eine Woche lang betrunken im Bierkönig auf Malle liegen, vermutlich eher zur BILD-Zeitung greifen. Aber keine Sorge, liebe Tierschützer – die BILD-Redaktion kam schon vor Jahren auf das Thema und listet in ihrem Bericht von 2013 einfach mal ein paar Tierheime auf. Vielleicht hilft das was!

Todesmutige Pommes-Esser

Zum Schluss wollen wir aus gegebenem Anlass dann aber doch noch einmal ein bisschen ernst werden. Forscher haben in Pommes einen Stoff nachgewiesen, der stark krebserregend ist – diese bahnbrechende Nachricht ging in den letzten Tagen durch so gut wie alle Medien. Aber keine Sorge, die Redakteure der WELT können uns beruhigen: „Die Forscher essen weiterhin Pommes Frites.“ Na, wenn die Forscher sich so todesmutig geben, machen wir das doch auch!
Gefühlt gibt es, was unsere Umwelt und vor allem unsere Ernährung betrifft, doch fast nichts, was nicht schon mal als krebserregend klassifiziert wurde. Manches wie die Pommes geistert gerne mal durch die Medien – anderes wie beispielsweise Milchprodukte, die ebenfalls mit einem gesteigerten Krebsrisiko in Verbindung gebracht werden, geht gerne mal unter. Man muss sich schon ein bisschen einlesen, um herauszufinden, dass es in Sachen Milchprodukte ebenso wie bei den Pommes Tierversuche gab, die gezeigt haben, dass tierische Proteine, wie beispielsweise Casein, das Krebswachstum begünstigen.
Das wäre doch mal ein Sommerloch-Thema!

Im August dreht sich auf Face2Face alles rund um das Thema Fahrradfahren. Ihr dürft euch unter anderem auf den Selbstversuch einer Face2Face-Autorin freuen, die versucht in der Fahrradstadt Freiburg eine Woche lang ohne Drahtesel klarzukommen. Außerdem diskutieren wir über E-Bikes. Wir freuen uns, wenn ihr reinschaut!

 

Begeisterung begeistert – warum wir lieben sollten, was wir tun

Am vergangenen Wochenende habe ich ein Seminar zu kreativem Schreiben gehalten. Eine der Aufgaben für die Studenten, die nicht nur literarisch schreiben wollen, sondern – wie könnte es an einer Uni anders sein – vor allem Interesse an Hilfestellungen fürs wissenschaftliche Schreiben hatten. Zu trocken sei der deutsche Stil in der Fachliteratur, zu einengend die Regeln. Wer Sachbücher liest weiß, dass der Grad zwischen der Aneinanderreihung von Fakten und der Vermittlung von Begeisterung für ein Thema eigentlich gar nicht so ein schmaler ist. Woran liegt es dann, dass Sach-, Fach- und allgemein wissenschaftliche Texte so einen langweiligen Ruf haben?

Informativ oder erzählend

Fehl am Platz? Begeisterung lässt Unterricht zum Spaß werden (Foto: facethebook/pixabay.com)

Im Genre Fantasy existierte lange eine strikte Trennung von Gut und Böse. Und die zog sich durch so ziemlich alle Kategorisierungen hindurch. Schon Shakespeare wusste, dass Hexen hässlich sein müssen. Heute sind wir zum Glück viel weiter. Filme wie „Maleficent“ zeigen die tiefe Psychologisierung, die hinter einem gefallenen Helden stecken kann. Nur Gut ist niemand. Warum also müssen dann Fachtexte nur informativ sein? Die meisten kennen solche Texte aus der Schule oder aus dem Studium. Da muss möglichst viel Information auf möglichst kleinem Raum zusammengefasst sein. Platz und Zeit (zum Lesen) sind Geld. Und die Kinder sollen ja nicht unterhalten sondern unterrichtet werden. Weil uns das aber schnell langweilt, gehen wir später an Sachbüchern mit gerümpfter Nase vorbei. Muss das so sein?

Schönheit des Wissens

Der Nerd in uns. Wir alle wissen in manchen Bereichen mehr als andere (Illustration: Comfreak/pixabay.com)

Wer gerne Dokumentationen schaut, weiß, dass Wissen interessant ist. Das Medium Film hat den großen Vorteil, Fakten mit Bildern zu verschönern. Egal wie trocken die Stimme aus dem Off spricht, malerische Naturaufnahmen, nachgestellte Szenen historischer Ereignisse, Diagramme und Interviews bieten eine Abwechslung und helfen uns, das Wissen auch zu behalten. Der Mensch glaubt, was er sieht. Wir sind visuelle Wesen. Wen ein Text uns nicht die Möglichkeit gibt, unsere Vorstellungsgabe einzusetzen, verfliegt er schnell wieder. Leser wissen das. Und schon die Kinderbücher für die Kleinsten setzen genau darauf. Nicht umsonst sind das Bilderbücher. Wie kann jetzt aber ein Text voller Informationen unsere Phantasie anregen, so dass wir Bilder „sehen“?

Begeisterung, die Geister anregt

Be-Geist-ert? Begeisterung lässt komplizierte Themen kinderleicht werden (Illustration: johnhain/pixabay.com)

In meinem Seminar ließ ich die Teilnehmer kurze „Expertentexte“ schreiben. Texte aus einem Bereich, für den sie sich begeistern, wo sie sich aus Interesse und Leidenschaft Wissen angeeignet haben, das andere nicht kennen. Von zwanzig Teilnehmern schrieb jeder etwas anderes. Nur ein Thema wurde zweimal angegangen – und das auch in unterschiedlichen Bereich: Fußball. Zwei der Texte wurden vorgelesen und ernteten Applaus. Warum fanden es plötzlich alle toll, solch ein Wissen vermitteln zu bekommen, das, wie einer der Teilnehmer sagte, „nerdy“ war? Es lag an der Begeisterung. „Wir reden gleich anders, wenn wir uns gern mit dem Thema beschäftigen“, meinte auch einer der Teilnehmerinnen. Offener, lebendiger, witziger, aber auch bildlicher. Wir verpacken trockenes Wissen in unsere Leidenschaft und erreichen die Vorstellungskraft der anderen.

Liebt, was ihr tut

Begeisterung für das eigene Thema ist also elementar, wenn wir Begeisterung erzeugen wollen. Und das geht bei jedem Thema. Hawking ist nicht nur so ein großartiger Wissenschaftler, weil er verdammt schlau ist, sondern weil er die Themen, über die er forscht, mit Leidenschaft angeht. Seine Bücher sind nicht nur für Leute vom Fach interessant, sondern begeistern Millionen Leser. Bastian Stick hat gerade durch den amüsanten Zugang in „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ die Aufmerksamkeit auf den Sprachwandel gelenkt. Die Grundlage jedes Schreibens, jedes Künstlers, jedes Redners ist darum Leidenschaft. Mit ihr werden wir Experten, nerdy aber begeisternd.

AirPley! Festival – Sounds am Badesee

Das Wetter meinte es gut mit den Besuchern des AirPley! Festivals am letzten Samstag am Bensheimer Badesee. Trotz weniger Wolken schien den ganzen Tag über die Sonne und es fiel kein einziger Regentropfen. Passend zur tropischen Location war das Motto „Sommer. See. Sand. Sound.“

Sicherheit steht an erster Stelle

Bereits um 11 Uhr begann das Open-Air-Festival. An den Einlasskontrollen wurde äußert sorgfältig darauf geachtet, dass keine gefährlichen Gegenstände auf das Gelände gelangten. Zusätzlich sorgten Securities für die Sicherheit rund um den Badesee.

Erholsam: Das Airpley!-Festival am Bensheimer Badesee (Foto: Teschner)

Erholsam: Das Airpley!-Festival am Bensheimer Badesee (Foto: Teschner)

Ein musikalisches Treffen internationaler und lokaler DJs

Von Deephouse über Techhouse bis hin zu Techno war alles an Musikstilen vertreten. Vor allem die weiblichen DJanes hatten an diesem Tag das Zepter in der Hand: von Bebetta über Hanna Hansen bis hin zu Anna Reusch waren top Stars der elektronischen Musikszene vertreten. Aber auch lokale Größen, wie Niklas Becker, Omnikid und DA FUNK heizten den Festival-Besuchern ordentlich ein.

Entspannung pur am Badesee

Einige Besucher saßen auf Decken rund um die Bühne, alle sahen sie super entspannt aus. Neben gemütlichen Strandkörben, in denen ebenfalls einige Besucher bequem den musikalischen Klängen lauschten, gönnten sich andere in dem sauberen Badesee eine Abkühlung. Besonders der breite Steg lud zum Sitzen ein.

Natürlich kam aber auch die Bewegung nicht zu kurz: Vor der Bühne tanzten die Besucher ausgelassen Und auch ein Volleyball-Feld war nicht weit.

Das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz

Für das leibliche Wohl war auch gesorgt: Neben kühlen Getränken stärkten sich die Besucher bei leckeren Feuerwürsten und Pommes für weitere Tanzeinlagen.

Und wem das nicht genug war, der konnte den Chill-Out am See bis 1 Uhr genießen und anschließend an der Afterhour im Club Fantasy-Night teilnehmen.

Zusammengefasst war das AirPley! ein ausgelassenes Open-Air-Festival mit entspannten Sitzmöglichkeiten und guter elektronischer Musik zum kleinen Preis (9,80 Euro im Vorverkauf!). Wir freuen uns auf eine Wiederholung im nächsten Jahr!

Vorschau: Sommerzeit ist festivalzeit – nächste Woche berichten wir vom Stadt.Land.Bass.-Festival.

Farbe, Licht und etwas Krieg

Einer meiner Lieblingsfilme ist „10 Dinge, die ich an dir hasse“, eine schön kitschige Shakespeare-Adaption von Der Widerspenstigen Zähmung. Heath Ledger mimte den Bezähmer, der die wilde Kat ausgerechnet mit einem Paintball-Spiel aus der Reserve lockt und auflockern kann. Sie klatschen sich Farbe ins Gesicht und knutschen. Hach. Make love not war.

Farbbälle und Lichterschüsse

Licht und Farbe: Lasertag und Paintball haben jeder seine eigene Besonderheit (©Peter Kästel / pixelio.de)

Licht und Farbe: Lasertag und Paintball haben jeder seine eigene Besonderheit (©Peter Kästel / pixelio.de)

Der Kontrast ist natürlich genial gemacht. Beim Kriegsspiel küssen, Spaß haben, eben mehr spielen, als Krieg. Was wir früher mit Knallplatikpistolen an Fasching gemacht haben, geht jetzt in groß, mit bunten Bällen. Ja, ok, es tut ganz schön weh, wenn jemand so ein Geschoss abbekommt, so ein Druckluftgewehr ist eben doch kein Spielzeug. Über 200 km/h hat so ein Ball beispielsweise in Stuttgart. Schutzkleidung ist Pflicht und unter 18 ist mitspielen oft verboten. Die Grenze zwischen Sport, Spiel und Ernst schwankt hier ganz schön. Spaß und Spiel stehen angeblich auch bei Lasertag im Vordergrund. Wesentlich weniger schmerzhaft ist das Hallenspiel, schon allein, weil mit Licht geschossen wird und nicht mit Farbkugeln. Trotzdem gibt es auch hier Altersbeschränkungen. Auf Lastertag-Deutschland wird das Spiel als Räuber und Gendarm Variante beschrieben. Zwei Gruppen spielen gegeneinander – wie auch bei Paintball. Je nach Spielvariante geht es aber nicht darum, der letzte zu sein, der noch steht, sondern es werden pro Treffer Punkte gesammelt. Anders als bei den bunten Geschossen wird der Spielspaß auch nicht erstmal unterbrochen, wenn ich abgeschossen werde. Nach wenigen Sekunden geht es weiter – voll elektronisch.

Spiel und Spaß?

So lustig einfach wie bei „10 Dinge, die ich an dir hasse“, geht es in einer Paintball-Arena also wahrscheinlich nicht zu. Aber was finden wir überhaupt an diesen Kriegsspielen? Oh Gott, denkt ihr, kommt jetzt das böse, zeternde Muttertier, dass Gewaltspiele verbieten will? Eher nicht. Denn erstens sind diese Waffenspiele ja altersbeschränkt (wie virtuelle Varianten ja auch), und zweitens sind es genau das. Spiele. Kinder spielen, um zu lernen. Meine Tochter imitiert an ihrer Puppenküche, wie ich koche, während der kleine Bruder die Seiten seines Bilderbuches umblättert (ich tue es ihm synchron mit meinem Roman gleich). Und der große zockt am PC, ganz wie Papa. Dass er dabei wieder etwas lernt, logisches Denken, Textverständnis, Medienumgang, kommt noch dazu. Wir spielen Arzt und werden später vielleicht Mediziner, wir bauen Matschbrücken und können später Architekten werden. Und selbst wenn nicht, haben wir spielerisch erfahren, wie wir uns um Wunden kümmern und etwas bauen können. Kein Kind spielt, um Spaß zu haben, es hat Spaß am Lernen und wir Erwachsenen interpretieren es als Spielen.

Die armen Fußballer

Macht's noch Spaß? Wenn aus Spaß Ernst wird, ist das Spiel vorbei (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Macht’s noch Spaß? Wenn aus Spaß Ernst wird, ist das Spiel vorbei (© Hasan-Anac / pixelio.de)

Sind Kriegsspiele also Lernspiele für den Krieg? Nur, wenn wir mit bunten Farbkugeln und Lasern aufeinander schießen. Natürlich lernen wir in diesen spielen taktisches Verständnis. Wo wir Deckung suchen können, wie wir uns anschleichen, den nächsten Zug des Gegners voraussehen, miteinander arbeiten, um als Gruppe erfolgreicher zu sein. Wir erwerben soziale und kognitive Kompetenzen. Und wir haben jede Menge Spaß dabei. Unser Alltag wird aus Pause gestellt und in diesen Versionen gelingt das wesentlich besser, als vor einem Bildschirm, wenn wir doch wissen, dass wir nur auf unserem Hintern sitzen. Bei Paintball und Lasertag bewegen wir uns tatsächlich, unser Körpergefühl verändert sich für diese paar Minuten. Adrenalin schießt in unseren Körper, alles arbeitet. Und, ich wiederhole es gerne noch einmal, das macht Spaß. Es gibt Menschen, die Fifa auf der Playstation zocken und solche, die mit Freunden auf dem Bolzplatz stehen. Beide Gruppen haben ihren Spaß und kennen die Vorzüge ihres jeweiligen Spiels. Manche sind an der Konsole besser, andere auf dem Feld, wieder andere können beides. Und dann gibt es noch die armen Schweine, die das als Beruf machen. Immer Trainieren, immer Kicken, immer Treffen müssen. Ein Fußballheld zu sein klingt in diesem Vergleich plötzlich gar nicht mehr so rosig. In der Paintball- oder Lasertag-Arena geht es nicht zu wie auf dem Schlachtfeld. Das ist ein Unterschied von Welten.

Vorschau: In zwei Wochen erzähle ich euch, warum ich auf meine Familie nicht verzichten kann.

Festivalsommer im Wohnzimmer

Kennt ihr das Gefühl: Während ihr für Uni, Schule oder andere Projekte am Büffeln seid, sind eure Freunde auf zahlreichen Festivals. Dabei machen sie euch die Nase lang mit den coolsten Front-stage-Fotos von Künstlern wie David Guetta, Clueso oder Marylin Manson, die sie natürlich direkt über Facebook, Twitter oder Instagram verbreiten. Aber keine Sorge hier kommt nun für euch der ultimative Tipp, wie ihr den Festivalsommer in euer Wohnzimmer holt.

Abdancen zu sphärischem Tamburinpop

Sie ist die Queen der eingängigen Melodien. Mit ihrer Band Florence+The Machine ist Florence Welch schon seit Jahren eine Größe im Musikgeschäft und vor allem ein gern gesehener Gast auf Festivals. Genau sie könnt ihr euch mit ihrem neuen Album „How Big, How Blue, How Beautiful“ in eure vier Wände holen. Wenn der Sommer uns mit seinen Sonnenstrahlen und der warmen Luft zum Schwärmen bringt, singt uns der britische Rotschopf das Lied von der Liebe.

Sommerlich: Die Sonnenbrille gehört auch im Wohnzimmer zum Festivalsommer dazu. ( Foto: V.Wahlig)

Sommerlich: Die Sonnenbrille gehört auch im Wohnzimmer zum Festivalsommer dazu. ( Foto: V.Wahlig)

Abrocken mit Muse

Auch diese Briten sind mit ihrem Rock das Must-Have im Festivalsommer. Die Rede ist von Muse. Mit ihrem dritten Album „Drones“ liefern die Jungs keinen Krawall, sondern starken Rock. Kein Gegröle sondern sehnsuchtsvolle Klänge, die jedes Festivalherz höher schlagen lassen und auch eure Nachbarn bestimmt zu einem Tanz einladen.

Abgehen auf Isländisch

Die sechs Isländer von „Of Monsters and Men“ sind echte Jetsetter und reisen diesen Festivalsommer einmal um die Welt. Eurer Wohnzimmer kann zum Zwischenstopp werden. Die zweite Platte „Beneath the Skin“ liefert melancholischen Indie-Rock. Der auch für alle verliebten Herzen die perfekte Musik zum Schmusen liefert.

Und denkt dran zum Festivalsommer im Wohnzimmer gehört natürlich auch das perfekte Festival Outfit. Wie das aussehen kann, lest ihr natürlich auch bei uns.

Und falls ihr dann doch Lust habt alles Stehen und Liegen zulassen und euch dem Festivalsommer doch ganz hinzugeben, hier eine kleine Übersicht zu dem was noch kommt:

Florence + The Machine

19.-21.06: „Hurricane“ in Schleeßel /Deutschland

24.-28.06: „Glastonbury Festival“ in England

Muse

2.07: „Rokskilde“ in Dänemark

Of Monsters and Man:

19.-20.06: „Southside“ in Neuhausen ob Eck

2,08: „Lollapalooza“ in Chicago

Und jetzt seid ihr gefragt! Postet euer schönstes Festival im Wohnzimmer Foto oder auch eure Festivalfotos bei uns auf der Facebookseite.

Vorschau: Einen Rückblick auf den diesjährigen World Club Dome gibt es für euch in der nächsten Woche.

 

Das Disneyland in Paris: Adrenalin-Junkies aufgepasst!

Die Winterdekoration: Merry Christmas

Die Winterdekoration: Merry Christmas

„Irgendwann will ich mal ins Disneyland nach Paris!“, diesen Satz haben sicherlich schon viele Eltern von ihren Kindern zu hören bekommen. Einmal Mickey Mouse, Cinderella und Goofy hautnah erleben: Ein Traum vieler Kinder.

Doch das Disneyland ist keinesfalls nur etwas für die kleinen Mitmenschen unter uns: Auch für junge Erwachsene bietet der Freizeitpark eine Menge Attraktionen, für die es sich allemal lohnt den Weg auf sich zu nehmen.

Da ein Besuch preislich meist sehr teuer ist, empfiehlt sich ein Kurztrip im Winter

Eines von zahlreichen Themenhotels: Das Hotel "Cheyenne"

Eines von zahlreichen Themenhotels: Das Hotel „Cheyenne“

. Insbesondere zu Beginn des neuen Jahres findet man die günstigsten Preise für Hotelübernachtung in Kombination mit den Tagestickets. Etwa bis zwei Wochen nach Weihnachten ist das Disneyland ganz in das Thema „Winterzauber“ eingebettet, sodass der gesamte Park weihnachtlich geschmückt ist und das Ambiente die Besucher einfach nur verzaubert. Die genaue Preistabelle mit Einzelheiten findet ihr auf www.disneylandparis.de.

Es gibt diverse Disney Hotels, die nur wenige Minuten vom Park entfernt liegen. Wenn ihr hier eincheckt, bekommt ihr einen Pauschalpreis, in dem meist das Frühstück und der Eintritt in den Park mit inbegriffen ist. Von jedem Hotel aus gibt es einen kostenlosen Shuttle-Bus, der alle paar Minuten den Park ansteuert.

Neben dem Disneyland gibt es zusätzlich noch den Walt Disney Studios Park. Hier dreht sich alles rund um Film und Produktion. In vier Hallen befinden sich wechselnde Ausstellungen zu diversen Walt Disney-Filmen, die einen Besuch auf jeden Fall wert sind. Zusätzlich gibt es auch einige Attraktionen, die das Herz eines jeden Adrenalin-Junkies höher schlagen lassen. Es ist während des ganzen Tages möglich zwischen den beiden Parks zu wechseln. Außerdem ist der Eintritt in dem Kombiticket mit inbegriffen.

Wenn ihr die Abende entspannt ausklingen lassen möchtet, empfiehlt sich das Disney

Berühmt berüchtigt: Das Disney Schloss

Berühmt berüchtigt: Das Disney Schloss

Village. In unmittelbarer Nähe zu den Parks  könnt ihr hier einen leckeren Cocktail trinken oder auch eine Pizza essen. Selbst ein Kinobesuch ist möglich, wenn ihr euch von dem anstrengenden Tag erholen möchtet. Aber Achtung: Die Preise für Essen und Getränke sind äußerst hoch, so zahlt ihr für eine Pizza Margherita nicht selten 15 Euro. Solche Preiswucher findet ihr auch im Park. Zudem sind die Restaurants und Stände innerhalb der Parks um die Mittagszeit komplett überfüllt, sodass ihr mit langen Wartezeiten rechnen solltet. Am besten ist es sich während des Tages selbst zu verpflegen, da es zum einen kostengünstiger und zum anderen deutlich entspannter ist und ihr die Zeit so besser für Achterbahnen, Geisterhäuser und Co. nutzen könnt.

 Wenn ihr den Besuch im Disneyland mit einem Städtetrip in Paris verbinden möchtet, lohnt sich die Anreise in die Parks mit der Bahn. Vom Stadtzentrum Paris fahrt ihr bis zum Bahnhof „Marne la Vallée-Chessy“ etwa 30 Minuten. Der Preis für ein Ticket für diese Strecke beläuft sich auf etwa  10 Euro. Zudem ist die Bahnstation direkt am Disneyland gelegen, sodass ihr in nicht einmal zehn Minuten Fußweg den Eingang erreichen könnt.

Täglich: Die Disney Parade

Täglich: Die Disney Parade

Das Disneyland überzeugt mit Liebe zum Detail: Jedes seiner fünf Themenwelten besticht mit atemberaubenden Attraktionen und wunderbarer Kulisse. Vom Kinderparadies mit Miniaturwunderland bis hin zu Achterbahnen im Dunkeln und Autoscooter: Jung und Alt finden hier gleichermaßen Spaß und Action. Somit ist das Disneyland ein schönes Ausflugsziel für Familien mit Kindern, aber auch ein Trip mit Freunden wird sicherlich ein unvergessliches Erlebnis.

Vorschau: Das nächste Mal lest ihr hier über Weihnachten vor und nach dem Mauerfall.

Der Sommer unseres Lebens – Festivals 2014

Der Sommer ist nun endlich auch bei uns in Deutschland angekommen. Und wie kann man die warme Jahreszeit besser genießen als mit dem Besuch von einem oder mehreren Festivals? Ob Reggae, Elektro oder Popmusik – für alle Musikliebhaber gibt es die passenden Festivals. Und so unterschiedlich die Festivals sind, so unterschiedlich sind auch die Besucher.

Beliebt: Festivals sind das Sommerhighlight für Viele. (Foto: V. Wahlig

Beliebt: Festivals sind das Sommerhighlight für Viele. (Foto: V. Wahlig)

Heute stellt euch die Face2Face Musikredaktion die angesagtesten Festivals des Sommers vor.

Festival-Highlights in Deutschland

Gerade auf Hochtouren läuft eins der beliebtesten Elektro-Festival Deutschlands das Nature One, auf der Raketenbasis Pydna in Kastellaun / Hunsrück. Vom 1. Bis 03.August wird dieses Jahr unter dem Motto „The Golden Twenty“ zu Newcomer wie Alle Farben abgetanzt. Aber auch die festen Größen der Branche Paul von Dyk, Axell oder Sven Väth werden die Festivalgänger mit ihren Klängen beschallen.

Die Hauptstadt zieht uns ja immer in ihren Bann, aber wenn dort das rs2 Sommerfestival steigt gibt es kein Halten mehr für Popmusik-Fans. Am 16.August  treten in Berlin-Wuhlheide neben Anastacia, Hermes House Band, Luxuslärm und Madcon auch Berliner Originale wie Tim Bendzko und Culcha Candela auf.

Von Norden bis Süden finden im August zahlreiche Festivals statt. Eins der bekanntesten Festivals Bayerns ist das Afrika Karibik Festival, das vom 14. Bis 17.August in Aschaffenburg stattfindet. Die Stars der Reggae-Szene geben sich hier die Klinke in die Hand. Von Gentleman über Wyclef Jean bis hin zu Samy Deluxe sind alle dabei.

Wem Deutschland zu klein ist, oder wer seinen Urlaub gerne mit einem Festival verbinden möchte, der sollte sich diese Festivals nicht entgehen lassen.

Kreativ: Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de (Foto: Camp4.de)

Kreativ: Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de (Foto: Camp4.de)

Europäische Festivalszene

Ende Augst richtet Migros, einer der größten schweizer Supermärkte, das Festival SummerDays aus. Das Festivalgelände liegt direkt am Bodensee bei den Quaianlagen Arbon im Kanton Thurgau. Mit dabei niemand Geringeres als Jamiroquai, The Boss Hoss und Tim Bendzko. Vom 29. bis 30. August wird am Bodensee mit viel Popmusik der passende Sommersound geschaffen.

Wer lieber noch weiter weg will, dem sei vom 8. bis 11.August ein Trip nach Barcelona geraten. Unter dem Motto 3 DAY PARTIES – 3 NIGHT PARTIES findet in der spanischen Metropole das Borders Control statt. Mit dabei Nicolaz und Dimitri Vegas & Like Mike, die für tanzbare Musik bekannt sind.

Zum Last Summer Dance wird in Mersch/ Luxemburg geladen. Das Last Summer Dance Festival ist ein alternatives Musikfestival. Neben einem abwechslungsreichen Musikprogramm, gibt es auch Kunstaustellungen, Workshops und Diskussionsrunden. Vom 30.bis 31.August gibt es von Balkan Punk über Folk und Chanson jede Menge Musik auf die Ohren.

Im Netz gibt es zahlreiche Artikel, die diesen Festivalsommer bestücken. Tolle Grafiken zum Thema Festivals findet ihr auf der Seite von CAMP4.de. Uns hat besonders gut die Grafik zum Thema Festivalgänger gefallen.

Vorschau: Am 16. August erfahrt ihr hier in der Musikrubrik, welche Musik auf keinem Roadtrip fehlen darf.

Erleuchtend:  vor allem in den Abendstunden ist die Stimmung einzigartig. (Foto: M. Denziger)

Erleuchtend: vor allem in den Abendstunden ist die Stimmung einzigartig. (Foto: M. Denziger)

Schon gewusst? – Wissensspiele und warum ich sie liebe

Buchstabensalat? Das verspricht Spaß und Lerneffekt (©knipseline / pixelio.de)

Buchstabensalat? Das verspricht Spaß und Lerneffekt (©knipseline / pixelio.de)

Ich bin ein Bezzerwizzer, ein Klugscheißer und Quizduellbestreiter. Wissensspiele haben es mir angetan, seid ich als Kind „Das Spiel des Wissens“ geschenkt bekommen habe. Spannung, Spiel und Lerneffekt, was kann ich mehr wünschen? Heute schlängle ich mich durch den Irrgarten der deutschen Sprache, lege Buchstaben aneinander und erfinde Geschichten zu Bilderkarten. Denn, mal unter uns, ein einfaches „Rück-vor-und-komme-als-erster-an“-Spiel wie „Mensch ärger dich nicht“ ist zwar ganz nett, meine Aufmerksamkeit schaltet aber schnell ab, ein Minimum an Taktik genügt, keine Herausforderung. Doch gerade die suche ich auch im Spiel.
Wissensspiele sind vielen ein Dorn im Auge. Mein Mann kann meine Leidenschaft für Fragekarten und Kopfarbeit als Vergnügen auch nicht verstehen. Viel mehr ermüden ihn solche Spiele. Vielleicht ist es die Frustration, denn auch bei den Fragen der Spiele macht es die Mischung aus. Manche sind leicht mit Allgemeinwissen zu beantworten, für andere braucht es einen Spezialisten. Es gehört also doch eine Portion Glück dazu, die Richtigen Fragen zu erwischen. Ganz ehrlich: Das Glück ist da selten auf meiner Seite. Ich schneide zwar ganz passabel ab, aber gewinnen kann ich dennoch gerade mal so oft, dass es nicht unverschämt wird.
Tatsächlich finde ich es aber auch toll, wie viel ich bei den Wissensspielen lernen kann. Sei es bei „Trivial Pursuit“ oder „Blamieren oder Kassieren“, viele Fakten sind einfach interessant und manch ein Glückstreffer, oder auch komplettes Versagen, kann die Runde schon mal aufheitern. Selbst meinen Sohn habe ich mit meinem Wahn schon angesteckt, die Disney-Version von Trivial Pursuit landet immer öfter auf unserem Spieltisch, und wenn er erst mal lesen kann, wird es richtig lustig.

Taktiklos? Wenn der Kopf Arbeit hat, macht Spielen gleich doppelt Spaß (Foto: Sharifi)

Taktiklos? Wenn der Kopf Arbeit hat, macht Spielen gleich doppelt Spaß (Foto: Sharifi)

Natürlich sind einfache Frage-Antwort-Spiele, bei denen vielleicht zwischendurch noch gezogen wird, vom Aufbau eher simpel. Schön ist es, wenn Kniffe und Regeln dazu kommen, der Kopf umstellen muss und der Ablauf nicht so eintönig wird. Bei der Brettspielvariante von „Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod“ muss der Spieler für falsche Aufgaben zurück ziehen, es gibt Hürden, die gemeistert werden müssen, um das Labyrinth verlassen zu können. Und das Spiel „Dixit“ ist eindeutig für kreative Geister, denn hier gilt es eigene Assoziationen zu erstellen und gleichzeitig die Rätsel der anderen zu entwirren. Doch auch taktische Spiele wie „Phase 10“ haben einen festen Platz in unserem Regal, sogar in verschiedenen Varianten. Hier kommt sogar mein Mann auf den Geschmack. Es geht nicht darum, Wissen abzufragen, sondern aktiv Lösungen zu finden. Der Kopf ist mit dabei, der Spaß enorm.
Wenn mein Kopf nichts zu tun hat, wird mir langweilig. Ich brauche die kleinen Wissensfüller und Takt(ik)geber. In meiner Tasche ist immer ein Buch und mein Mobiltelefon mit „Quizduell“, „Boggle“ und Kreuzworträtseln (ja, tatsächlich) bestückt. Nur so überstehe ich die Zugfahrten, in denen sich die Mitreisenden über ihre mögliche Teilnahme bei „Familien im Brennpunkt“ unterhalten, das Abteil mit ihren Kopfhörern mit dumpfen Rhythmen beschallen, oder eben selbst auf Bildschirm und Buch starren. Ein Freund sagte vor kurzem, ich sei seine stärkste Gegnerin bei Quizduell, was ich nicht ganz glauben mag, aber zumindest ist es ihm ein Anreiz, immer wieder gegen mich zu spielen.
Und die meisten Spiele, egal ob Quiz oder nicht, haben doch gemeinsam, dass sie am besten zusammen gespielt werden. Spielen ist Kommunikation, Kooperation und darum doch mehr als Freizeitgestaltung. Ja, selbst die Spiele für Einzelpersonen tragen es mit sich, dass das Endergebnis mit dem der anderen Spieler, oder zumindest mit der eigenen Statistik verglichen wird. Mit Sicherheit schwingt auch Konkurrenz und Perfektionismus mit, wenn manche immer wieder weiter spielen wollen. Doch das liegt uns allen im Blut, ist ein geradezu animalisches Verlangen. Warum dann nicht mit etwas für den Verstand paaren und Spiel und Wissen verbinden? Ich zumindest bin klar für Brettspielabende, Nachmittagsquizze und Kartenspielintermezzos.

Vorschau: Nächste Woche berichtet euch Sascha, warum Chili ihm gar nicht scharf genug sein kann.

ERAS.. WAS? – Impressionen eines Auslandsaufenthaltes

„You are boring“, bringt mein Gesprächspartner mühevoll mit einem sofort wahrnehmbaren französischen Akzent hervor, nicht ohne mir mit seiner Whisky-Cola-Fahne ins Gesicht zu hauchen. Naserümpfend verziehe ich das Gesicht und muss mir eingestehen: das Argument, dass ich am frühen Morgen eine Klausur schreibe, zieht hier nicht.

Hier bedeutet in diesem Falle: Irgendwo in einem heruntergekommenen Studentenkorridor in Nordeuropa. Hier, inmitten einer Meute feierwütiger Austauschstudenten, die die letzten Abende ihres Auslandsaufenthaltes mit Unmengen an Alkohol begehen wollen. Hier, in eben diesem Land, das ich im letzten halben Jahr hassen und lieben gelernt habe. Hier, wo ich in weniger als 48 Stunden nicht mehr sein werde. Hier, wo ich ein gerade angefangenes Leben zurücklassen werde, wie ein halb leeres, eisgekühltes Bier auf der Theke einer Kneipe.

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Prägen den abendlichen Alltag: Trinklieder und Alkohol. (Foto: Privat)

Ich reiße einem meiner Freunde eine Flasche Sprite-Wodka aus der Hand und nehme einen tiefen Schluck. Die Mangelernährung der letzten Tage macht sich bald bemerkbar und der Alkohol durchströmt meinen Organismus. Während ich noch mehr Sprite-Wodka in mich hineinschütte, der Franzose mittlerweile bei Gin Tonic angelangt ist und das erste Pärchen Speichelaustausch betreibt, konsumiert eine Gruppe Spanier gerade eine Zigarette mit Hasch auf dem Balkon.

Gehen unsere Vorlieben bezüglich des präferierten Rauschmittels, mit dem wir Eskapismus betreiben weit auseinander, haben wir alle etwas gemeinsam: Erasmus, ein Austauschprogramm, mit dem sich die EU als „eine der großen Erfolgsgeschichten der Europäischen Union“ profiliert. Völkerverständigung und Kulturaustausch werden hier in hohem Maße betrieben, wie ich mit einem flüchtigen Blick aus dem Augenwinkel nur bestätigen kann.

Die Universität und ihre Vorlesungen und Seminare sind in weite Ferne gerückt, der größer werdende Blätterstapel auf dem Schreibtisch fällt der perfektionierten Ignoranz zum Opfer und die Klausuren befinden sich nur noch rudimentär in den hintersten Winkeln unseres Gedächtnisses. Denn seien wir ehrlich: Die Milliarden an Euro, die unsere liebe EU semesterweise auf die Konten von Studenten überweist, kommen vielleicht erst in zweiter Linie unserer Fachkompetenz zugute. In erster Linie investiert die EU hier in die Ermöglichung von ausschweifenden Partys, Alkoholexzessen und unvergesslichen Reisen, die man in einem anderen Land unternimmt.

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Nicht minder prägend: Verschwommene Erinnerungen an gelungene Zeiten (Foto: Privat)

Ich grinse in mich hinein, denke an die vielen einzigartigen Momente, die wir hier alle hatten. Ich denke an die vielen verschiedenen Sprachen, in denen wir uns verständigt haben, das landesspezifische Essen, das wir gegessen und zubereitet haben. Daran, wie ich über grüne Wiesen rannte und neue Sportarten für mich entdeckte, um mich abends mit einer Runde Yoga zu entspannen. Wie wir durch Wälder streiften und an jedem Busch anhielten, um die dort wachsenden Beeren zu essen. Wie wir nackt in den örtlichen See gesprungen sind und uns danach zitternd am Lagerfeuer aufgewärmt haben. Wie ich mir dort zwei Stunden vorher Marshmallows in die Haare und Steaksoße auf den Pullover geschmiert habe. Daran, wie es war, fernab der Zivilisation auf eine Wandererhütte zu stoßen, in der sich Kerzen und ein Holzofen als der größte Luxus herausgestellt haben, den man sich vorstellen kann. Wie ich vergaß, wo ich mein Fahrrad hingestellt hatte und eine geschlagene halbe Stunde herumgeirrt bin, um es wiederzufinden. Daran, wie eine kalte Hundeschnauze mich mitten in der Nacht geweckt hat und ich mich auf dem Sofa meines Couchsurfing-Hosts wiederfand. Und wie wir bei -39°C nach einem Saunagang in den Schnee gesprungen sind, während Polarlichter den Himmel erleuchtet haben.

„You are boring“, vernimmt mein Verstand jetzt erst völlig verzögert die Beschuldigung und ich werde aus meinen Gedanken gerissen. Ich zucke mit den Schultern, drehe mich um und bahne mir nach kurzer Verabschiedung den Weg durch die trinkende Meute.

Es mag unglaubwürdig klingen, aber auch meine Unvernunft hat irgendwann ein Ende und früher oder später schafft es dieser kleine Gedankenfetzen, der verheißt dass ich eine Prüfungsleistung erbringen sollte, sich an die Oberfläche vorzuarbeiten. Schließlich war ich dieses Semester schon oft genug unvernünftig. Wie oft habe ich mir selbst das Ultimatum gestellt, nie wieder Alkohol zu trinken, nachdem ich nach einer durchzechten Nacht mit einem alles in den Schatten stellenden Kater aufgewacht bin. Wie oft habe ich die horrenden Eintrittspreise bezahlt, die in diesem Land normal sind oder meinen Teil zur Finanzierung des Staatshaushaltes in Form von Branntweinsteuer beigetragen.

Es ist wohl Zeit, meiner Leber eine kleine Pause zu gönnen, Zeit ein bisschen zu schlafen, Zeit der Student zu sein, den sich die EU wünscht. Einem kann ich mir jedoch sicher sein: Ich habe das ganze Auslandssemester lang Zeit gefunden, eben diese Erfahrungen zu sammeln, die ein richtiges Studentenleben ausmachen und mein Leben nachhaltig beeinflussen werden.

Tipps für abwechslungsreiche Unternehmungen als Paar

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Deborah Willig und Jens Eisenhauer (Foto: privat)

von links: Benjamin J., Nina Darmstadt, Sabrina Kuhn, Frau Willig und Herr Eisenhauer (Foto: privat)

Ob man sich nun als Paar unter der Woche oder am Wochenende sieht oder gar zusammen wohnt – jeder freut sich auf die gemeinsamen Stunden. Oft wird vorher schon geplant, was zu zweit gemacht wird: Essen oder ins Kino gehen, einen gemütlichen Abend zu Hause verbringen oder über das Wochenende einen kurzen Ausflug machen. Allerdings kann dies auf die Dauer auch langweilig werden. Was man dagegen machen kann verraten bei Face2Face fünf junge Männer und Frauen:

Ungestörte Wanderungen in der Natur oder Konzertbesuche kann der duale Student Benjamin J. Paaren empfehlen. Vor allem sind Spaß und eine nicht all zu hohe Erwartung an die Treffen wichtig. Trostlose Aktivitäten gehören für den 22-Jährigen zu den No-Go’s, als Beispiel nennt er Schlagerpartys. Jedoch hat Benjamin für abwechslungsreiche und häufige Unternehmungen nicht viel Zeit – „Dank Arbeit und sonstigen Hobbys fallen diese Treffen eher kurz und auch nicht so unheimlich häufig aus.“ Die Seltenheit empfindet er keinesfalls negativ, denn für das Planen von vielfältigen Paarbeschäftigungen sieht er sich nicht als kreativ genug. Daher bevorzugt der 22-Jährige unregelmäßige Treffen, um den Prozess der Langeweile innerhalb der Beziehung zu verhindern. Auf die Frage hin, ob sich Langeweile vorbeugen lässt antwortet er wie folgt: „Meiner Ansicht nach ist es leider nur eine Frage der Zeit bis die Treffen nichts Besonderes mehr sind.“

Wandern, Klettern, Schwimmen, Radtouren oder Sportausflüge gehören für die 23-Jährige Nina Darmstadt zu den lustigen Unternehmungen. Außerdem geht sie gerne mit dem Partner Essen oder ins Kino und findet Wochenendtrips schön. Um Langeweile vorzubeugen genügen ihr bereits kleine Abweichungen von der alltäglichen Routine – wie zum Beispiel ein neues Restaurant ausprobieren oder anstelle eines Kinobesuchs einen Kurztrip zu machen. Ebenso können Spontanität oder ein selbstgemachtes Frühstück diese Wirkung erzielen. Jedoch ist für die gelernte Kauffrau im Einzelhandel und derzeitige Berufsoberstufenschülerin auch der persönliche Freiraum wichtig. Je nachdem wie die Interessen beider Partner sind, können auch gemeinsame Kurse und Aktivitäten für Abwechslung sorgen. Täglicher Unternehmungsdrang von seitens des Partners, Unlust, Lan-Partys, übertrieben lange Shoppingausflüge und Technoschuppen sind einige der vielen No-Go’s für die 23-Jährige. Darüber hinaus mag Nina es nicht, wenn sie alleine die Organisation und Entscheidungen für Aktivitäten tragen muss oder wenn der Partner diese ohne Rücksprache nach seinem Belieben beschließt. Dazu rät sie: „Achtet auf die Gefühle eures Partners. Zwingt niemanden zu etwas, dass er absolut nicht will und versucht nicht jeden Tag, jede Woche zwangsweise etwas zu unternehmen. Das klappt nicht und macht keinen Spaß.“

„Mein Partner und ich unternehmen ziemlich viel Abwechslungsreiches. Mal gehen wir zusammen auf den Fußballplatz unseres Heimvereins und schauen uns ein Spiel an, mal fahren wir spontan nach Frankfurt am Main in den Zoo.“, so die 24-Jährige Sabrina Kuhn. Meistens jedoch gehen sie spazieren oder machen Ausflüge mit dem Hund. Die Studentin hält es für möglich Langeweile vorzubeugen. Dies geht indem man offen für Neues ist und nicht alles voraus plant – Spontanität ist hier die Lösung. Ebenso wie Nina ist für sie der Freiraum wichtig. „Mein Partner geht zum Beispiel jeden Sonntagabend zu seinem Fußballstammtisch. Und ich habe meine Mädelsabende, das gehört dazu, damit man wieder Lust auf gemeinsame Zeit bekommt.“ Die eigenen Interessen dem Partner aufzuzwingen stellen für Sabrina ein Tabu dar. Vielmehr sollten gemeinsame Leidenschaften ausgeübt und das Mitspracherecht berücksichtigt werden.

Langeweile lässt sich in der Beziehung dadurch vorbeugen, wenn viele verschiedene Dinge gemacht werden, darin sind sich Deborah Willig und Jens Eisenhauer einig. Das einfache zu Hause hocken mögen sowohl die 22-Jährige Erzieherin als auch der 24-Jährige Elektroniker nicht. Das eher abenteuerlustige Paar geht gerne Billard spielen, in Freizeitparks oder gemeinsam in den Urlaub. Auch für Deborah und Jens ist es wichtig, dass sich jeder gleichermaßen in die Beziehung einbringt. Bei den Unternehmungen sollte man darauf achten, dass beide Spaß damit haben und es sich auch leisten können. Vor allem „verschiedene Sachen ausprobieren, die Interessen des anderen im Auge behalten und ein bisschen Geld in der Hinterhand haben, kann nicht schaden.“

Vorschau: Nächste Woche könnt ihr über hilfreiche Tipps zum Restaurieren einer alten Bank nachlesen.