Datenschutz – Facebook Privatsphäre Einstellungen

Anmelden, Neuigkeiten und Nachrichten lesen, eigene Aktivitäten, Bilder oder Standorte posten – herzlich Willkommen in der neuen Welt der Kommunikation. Die Plattform „Facebook“ ist neben „LinkedIn“ und „Twitter“ die erste Adresse in der Social-Media-Welt. Sie macht es uns aber nicht gerade einfach, genau festzulegen, mit wem wir welche Neuigkeiten überhaupt teilen wollen. Daher gibt dir die Tipps&Tricks-Redaktion eine Checkliste mit den wichtigsten Facebook Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen auf den Weg – damit auch du klick für klick sicher im Netz unterwegs bist.

Beginne mit den Privatsphäre-Einstellungen. Diese findest du über das Schloss-Symbol oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Weitere Einstellungen anzeigen“ und wähle den Menüpunkt „Privatsphäre“.

1. Wer kann meine Inhalte sehen?
Hier kannst du einstellen, wer deine Beiträge (beispielsweise nur Freunde) sehen kann. Wenn du aber etwas postest, gibt es auch direkt beim Posting mehrere Möglichkeiten. Du kannst entscheiden, ob es öffentlich, nur für Freunde oder auch nur für ganz bestimmte Freundeslisten benutzerdefiniert sichtbar sein soll. Diese Einstellung findest du neben dem „Posten“-Button.

2. Wer kann mich kontaktieren?
Hier kannst du verhindern, dass dir unbekannte Nutzer dich als Freund hinzufügen.

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

3. Wer kann nach mir suchen?
Die Option, dass Fremde dein Profil über Suchmaschinen wie „Google“ finden können, ist meist automatisch aktiviert. Um dies zu ändern, wähle ein „Nein“, damit andere Suchmaschinen keinen Link zu deiner Chronik erhalten.

Stelle dir vor, du bewirbst dich bei einem neuen Wunscharbeitgeber. Dieser sucht dich beispielsweise über deine E-Mail Adresse auf einer der Suchmaschinen und landet auf deiner Facebook-Chronik. Nicht gerade optimal, oder? Um dies zu verhindern, wähle – ebenso bei der Telefonnummer – die Option „Freunde“.

Im nächsten Schritt wähle die Chronik- und Markierungs-Einstellungen über das kleine Dreieck oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Einstellungen“ und „Chronik und Markierungseinstellungen“.

4. Wer kann Inhalte zu meiner Chronik hinzufügen?
Mit dieser Einstellung kannst du bestimmen, wer etwas auf deine Chronik posten darf oder wer lesen darf, was deine Freunde in die Chronik schreiben. Hier kannst du auch verhindern, dass dich jemand auf einem Foto markiert und dies automatisch auf deiner Chronik angezeigt wird. Mache die Markierungen zustimmungspflichtig.

5. Wer kann die Dinge in meiner Chronik sehen?
Natürlich kannst du auch einstellen, wer überhaupt die Aktivitäten auf deiner Chronik sehen darf. Um zu vermeiden, dass jeder deine Chronik und Markierungen sehen kann, wähle die Option „Freunde“. Hier gibt es übrigens auch die Möglichkeit einer Profilvorschau. Du kannst kontrollieren, wie dein Profil aus der Sicht eines anderen Nutzers aussieht.

Tipp: Freunde in Listen sortieren

  • Du kannst steuern, welche Freunde was zu sehen bekommen. Freunde, die du in die „Bekannte“-Liste – oder unter „enge Freunde“ – einordnest, kannst du beispielsweise gezielt von Postings ausschließen. Um diese Listen zu erstellen, gehe auf deine Chronik und wähle „Freunde“. Diese kannst du über die Freunde-Buttons in die Listen sortieren.
  • Ebenso kannst du bestimmen, für welche Freunde deine Fotoalben sichtbar sein sollen.

Und zuletzt: Extra Datenschutz-Tipps

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

  • Bestätige nicht jeden als Freund. Schließlich gibt es auch Fake-Profile, die Persönlichkeiten fälschen und versuchen an deine Daten heran zu kommen.
  • Status-Meldungen und private Fotos nach Möglichkeit nicht öffentlich posten. Achte bei jedem Posting auf die vorgenommene Auswahl wie „Öffentlich“, „Freunde“ und „Benutzerdefiniert“. Wenn du öffentliche Beiträge kommentierst – die du übrigens an der Weltkugel neben dem Beitrag erkennst – solltest du auf deine Formulierungen achten. Denn dann kann jeder deinen Beitrag lesen.
  • Überprüfe regelmäßig deine Privatsphäre-Einstellungen. Schließlich sollte Privates auch privat bleiben.

Vorschau: Nächste Woche wird euch ein Ergebnisbericht über die Mini-Waschmaschine vorgestellt.

„Wir leben in einer Neidgesellschaft!“ – ein Interview mit dem ehemaligen Mobbing-Opfer und Jungautorin Sylvia Hamacher

Direktes Mobbing äußert sich in Form von körperlichen und verbalen Attacken, indirektes erfolgt durch soziale Ausgrenzung. Beide Arten greifen gezielt die Psyche des Menschen an. Sylvia Hamacher war jahrelang Mobbing-Opfer: Sie wurde beschimpft, gedemütigt und gequält. Um das Erlebte verarbeiten zu können, entschied sie sich das Buch „Tatort Schule: Gewalt an Schulen“ zu veröffentlichen. Nach wie vor gibt es große Dunkelziffern auf Seiten der Mobbingopfer, die einer ungenauen Motivation der Täter gegenüber steht – was läuft falsch in unserer Gesellschaft? Hamacher nahm sich Zeit, um mit Face2Face unter anderem über Toleranz, die Rolle der Lehrer und Anonymität im Internet zu sprechen.

Für Mobbing-Opfer gibt es keine bestimmten Charakteristika, es kann jeden treffen. So auch Sylvia Hamacher (Foto: Pressefoto)


Face2Face:
Sie sind intelligent und attraktiv, somit kein Paradebeispiel für ein typisches Mobbingopfer. Wie klären Sie sich das Verhalten Ihnen gegenüber?
Hamacher: Für mich gibt es kein typisches Mobbingopfer. Meistens werden Personen gemobbt, die aus der breiten Masse in irgendeiner Form herausstechen. Anstatt sich für denjenigen zu freuen, der ein besonderes Talent oder noch ein intaktes Familiensystem hat, verleitet der Neidfaktor dazu Mobbing zu betreiben. Es wird schwer etwas daran zu ändern, weil wir in einer Neid- und Konsumgesellschaft leben, aber ich bin trotzdem entschlossen es zu versuchen.

Face2Face: Es ist lange her dass Sie das Buch „Tatort Schule: Gewalt an Schulen“ veröffentlicht und damit auf Mobbing aufmerksam gemacht haben. Wie fühlen Sie sich heute?
Hamacher: Ich habe meine Erlebnisse dank der Unterstützung meines Coachs verarbeitet und kann dementsprechend auch offen darüber reden und über Mobbing aufklären. Dass ich es verarbeitet habe heißt jedoch nicht, dass ich je vergessen werde, was ich erlebt habe. Heute plagen mich immer noch Magenschmerzen, die durch das Mobbing verursacht wurden. Ich bin immer noch empfindlich in gewissen Dingen.

Face2Face: Sie haben bewusst die Öffentlichkeit gesucht durch beispielsweise Aufritte bei „Hart aber fair“, oder in der Sendung von Johannes B. Kerner, um von den Erlebnissen, die Ihnen widerfahren sind, zu berichten – besteht da nicht die Gefahr, dass das neue Täter auf den Plan ruft und Neid schürt?
Hamacher: Mir war bei der Entscheidung mein Buch zu veröffentlichen bewusst, dass ich dadurch erneut zur Zielscheibe für Mobbingattacken werden würde, aber mein Wunsch, anderen das zu ersparen, was ich erleiden musste, war größer. Ich möchte über Mobbing und das was es anrichtet aufklären und damit eine gesellschaftliche Fehlentwicklung stoppen: Den Verlust der Werte und die Verwahrlosung. Ich rede von einer Veränderung des gesellschaftlichen Denkens. Es soll einen Schalter in den Köpfen der Menschen umlegen. Ein Sandkorn im Getriebe einer Maschine reicht aus, um sie still stehen zu lassen, jeder einzelne kann dieses Sandkorn sein! Werdet nicht zum Mittäter, sondern ändert euer Verhalten. Wer weg schaut, macht mit – eine Schuld, die man ein Leben lang mit sich trägt.

Face2Face: In Ihrer Freizeit spielen Sie Theater. Stärken Sie dadurch Ihr Selbstvertrauen?
Hamacher: Mittlerweile habe ich mir ein angemessenes Maß an Selbstvertrauen erarbeitet. Dazu reichte das Theaterspielen allein aber nicht aus, ich brauchte professionelle Unterstützung. Das Theaterspielen ist eine Leidenschaft von mir und von je her mein größtes Hobby gewesen, so wie andere gerne Fußball spielen.

Face2Face: Haben Sie hin und wieder noch Albträume, in denen Sie das Erlebte verarbeiten?
Hamacher: Jetzt habe ich keine Albträume mehr, aber als ich angefangen habe mein Buch zu schreiben und meine Erlebnisse zu verarbeiten, hatte ich ständig welche. Das Schreiben hat mir sehr dabei geholfen meine Erlebnisse zu verarbeiten, wahrscheinlich haben deshalb irgendwann die schlimmen Träume und schlaflosen Nächte ein Ende gefunden.

Face2Face: Ist es manchmal schwer für Sie bei neuen Bekanntschaften unvoreingenommen Vertrauen aufzubauen?
Hamacher: Wer mich kennt weiß, dass ich vorsichtiger geworden bin – teilweise reagiere ich ängstlich und schüchtern. Ich versuche dennoch extrovertiert auf meine Mitmenschen zu zugehen. Gerade wenn ich neue Leute kennen lerne, versuche ich meine Sinne dahingehend zu schärfen, um herauszufinden, ob diese Person möchte, dass es mir gut geht.

Will durch TV-Auftritte auf gesellschaftliche Fehlentwicklung aufmerksam machen: Jungautorin Sylvia Hamacher (Foto: Pressefoto)

Face2Face: Sie sind bei „Facebook“ angemeldet. Bekommen Sie viele gemeine Mails?
Hamacher: Erstaunlicher Weise habe ich bis jetzt noch keine dieser Sorte bekommen. Die Resonanz war durchweg positiv. Viele der Nachrichten sind Geschichten von Betroffenen, aber auch Täter haben sich gemeldet und mir ihre Erlebnisse und vor allem ihre Motive mitgeteilt. Das finde ich sehr mutig!

Face2Face: Sehen Sie die neuen Medien als Fluch oder Segen an?
Hamacher: Sowohl als auch. Viele vergessen, dass soziale Netzwerke öffentlich sind. Dinge, die einmal im Netz stehen, bleiben dort auch und können nicht ohne Weiteres entfernt werden. Auf der anderen Seite helfen sie mir, auf Mobbing aufmerksam zu machen und an meine Mitmenschen zu appellieren, nicht selbst zum Mittäter oder Täter zu werden. Insgesamt ist es eine zweischneidige Sache. Vielleicht könnte ein Internetführerschein für die unteren Klassenstufen sinnvoll sein, um auf die Gefahren besser aufmerksam zu machen.

Face2Face: Ist es nicht so, dass die Anonymität zum gezielten Mobbing verleitet?
Hamacher: Im Internet fällt die Hemmschwelle schneller als in der Realität, das ist Fakt. Es ist leicht, sich über Plattformen wie beispielsweise „iShareGossip“ über jemanden auszulassen. Viele die dort Gerüchte streuen, würden sich nie im Leben trauen der Person ihre Meinung ins Gesicht zu sagen. Das ist doch ziemlich feige, oder?
Mir persönlich fällt jedenfalls auf, dass es Jugendlichen zunehmend schwer fällt Konflikte zu lösen und Kritik richtig einzuordnen.

Face2Face: Was halten Sie von Castings-Shows, wie beispielsweise „Deutschland sucht den Superstar“ oder „Germany’s Next Topmodel“, bei denen die Kandidaten des Öfteren hart an der moralischen Grenze kritisiert werden?
Hamacher: Ich habe schlechte Erfahrungen gemacht als Kandidatin von „Germany’s Next Topmodel“. Man fühlt sich wie eine schlecht bezahlte Schauspielerin – alles dreht sich nur um die Einschaltquoten. Ziel der Show ist es nicht, ein Topmodel zu finden, sondern die Menschen zu unterhalten. Und es ist ja auch ganz leicht jemanden als Heulsuse darzustellen, wenn man denjenigen einfach immer genau dann zeigt, wenn er weint.
Bei „Deutschland sucht den Superstar“ ist es ähnlich. Die Jugendlichen wachsen mit den gemeinen Sprüchen von Dieter Bohlen auf und glauben, es sei normal so miteinander umzugehen. Wenn man Kritik übt, dann doch bitte konstruktiv.

Face2Face: Fehlt vielen Lehrern noch das Feingefühl Mobbing als solches anzusehen?
Hamacher: Lehrer sind natürlich hilflos. Mobbing ist noch kein Pflichtbestandteil der Lehrausbildung und das muss sich ändern. Um das zu erreichen müssen sich mehr Menschen darüber beschweren und eben das einfordern, sonst bewegt sich nichts. Wenn nicht, werde ich auch weiterhin von den Politikern zu hören bekommen, dass ich ein Einzelfall sei. Und ich weiß besser, dass es da draußen etliche tausend Betroffene gibt, von denen sich täglich viele bei mir melden. Gerade in meiner Situation hätte ich einen Fürsprecher gebraucht, der für mich das Wort ergreift und eben dieser hätte mein Lehrer sein können.

Face2Face: Sie sagen Klassengespräche und gezielt Mitschüler auf ihr Verhalten ansprechen eignet sich nicht als Problemlösung. Können Sie unseren Lesern Tipps geben wie man sich als Mobbingopfer am besten verhalten soll?
Hamacher: Eine Musterlösung gibt es dafür leider nicht. In erster Linie sollte das Opfer sich einer Person der Familie oder des Freundeskreises anvertrauen und über die Ereignisse sprechen. Wem es schwer fällt, die Probleme auszusprechen, der sollte sie aufschreiben. Auch professionelle Hilfe kann zur Lösung des Problems beitragen. Den Fehler, den viele machen, ist, dass sie alles in sich hinein fressen und das löst schnell eine Blockade aus.

Kontakt Sylvia Hamacher:
Offizielle Homepage
Offizielle Facebook-Seite

Info: Das Buch „Tatort Schule: Gewalt an Schulen“ (132 Seiten) ist im tredition-Verlag erschienen. ISBN-Nr. 3868506357

Vorschau: Nächste Woche berichten wir über das bewegende Schicksal einer Frau, die sich für die Verbesserung der Palliativ-Versorgung einsetzt.

Warum der Mensch so gläsern ist

Es scheint ein Teufelskreis. Jetzt will Facebook ein digitales Tagebuch seiner Nutzer. Oder will es das doch nur ermöglichen? Der gläserne Mensch braucht jedenfalls mehr als ein soziales Netzwerk, um sich wirklich transparent zu machen. Mir reicht das ganze Gemurmel über den bösen großen Gesichter-Bruder. Oder wurdet ihr gezwungen, da mitzumachen?

Ich bin bei Facebook. Ich bin auch bei Google+, habe eine Familienseite, eine Autorenseite, einen Blog, kurz ich bin digital unterwegs. Dass ich dabei auch Spuren hinterlasse, wenn ich es nicht will, ist nur logisch.

Empfohlen? Die besten Bücher finden sich dann doch im Buchladen beim Stöbern (© pixelio/Wilhelmine Wulff)

Ganz anders ist es mit den Spuren, die ich steuere. Ich verrate ja auch im persönlichen Gespräch meinem Gegenüber nur so viel von mir, wie mir gefällt. Anders ist das im WWW auch nicht. Da drängt sich mir die Frage auf, wie gläsern ich überhaupt werden kann. Tatsächlich ist es doch so: Das Internet weiß in erster Linie das, was ich es wissen lasse.
Die Empfehlungen auf Amazon beruhen auf meinen vorangegangenen Bestellungen. Stört es mich, wenn Amazon von sonst jemandem im Internet zusätzliche Informationen erhält und mir ein paar Bücher nicht aufgrund dessen vorschlägt, dass ich Ähnliches bereits gekauft habe? Nein. Warum auch? Die Empfehlungen beruhen immer noch auf Sachen, die mich interessieren. Und wenn ich einmal meiner eigenen Spürnase vertrauen will, gehe ich dahin, wo Bücher auch im ersten Moment Bücher sind, in die Buchhandlung. Denn kein organisiertes, auf mich abgestimmtes digitales Verkäuferteam kann die eigene Überraschung ersetzten, wenn ich plötzlich ein Buch in den Händen halte, das großartig ist, ich aber nur per Zufall gefunden habe. Amazon wäre das nie eingefallen.

Vielleicht ist es also doch nicht so schlimm, wenn wir ein paar Details von uns preisgeben. Aber wie sieht das in sozialen Netzwerken aus? Nehmen wir den digitalen Lieblings-Prügelknaben der Nation: Facebook. Da werden regelmäßig auf den Kunden zugeschnittene Werbeanzeigen eingeblendet, rechts an der Seite. Stört mich das? Nicht im geringsten. Im besten Fall ist da mal tatsächlich etwas dabei, das mich interessiert. Ansonsten ignoriere ich die Dinger einfach. Meine Informationen habe ich selbst eingegeben. Dafür kann ich niemanden verantwortlich machen. Ich habe mein Alter, Geschlecht, meinen Beziehungsstatus und sonstige Feinheiten freigegeben. Manche nicht öffentlich, aber dennoch habe ich sie eingetippt. Meine Finger waren das. Und mir ist es tausend Mal lieber, Brautkleideranzeigen zu sehen, als andere mögliche Werbebildchen. Hat Facebook mich gefragt, ob es meine Daten dafür verwenden darf? Es hätte  gesollt, aber ich hätte auch einfach nichts von mir verraten können. Und dann ist da noch die Frage, ob nicht viel eher Facebook die Daten selbst nutzt, um Werbeanzeigen zu schalten, ohne dass der Werbekunde meinen Namen kennt. Der wird nämlich erst interessant, sobald ich auf ‚gefällt mir‘ klicke.

Alles durchsichtig? Bestimmt nicht (© pixelio/johnnyb)

Der Stress mit dem Button unter den Dutzend Meldungen geht mir ja auch auf den Geist. Warum will die Datenschutzbehörde dagegen vorgehen? Kann mir das nochmal einer erklären? Facebook führt doch keine Klicks für mich aus, das bin ich. Nur wenn ich da drauf klicke, wird das vermerkt. Spiegelt das all meine Interessen und Vorlieben wieder? Mit Sicherheit nicht. Oder habt ihr noch nie einen Klick ausgelassen, vielleicht auch nur aus Wohlgefallen ein ‚gefällt mir‘ vergeben? Sind wir etwa zu blöd, um selbst zu entscheiden, ob wir etwas anklicken wollen, oder nicht? Auf Facebook selbst werden die Rufe nach einem ‚gefällt mir nicht‘ Button laut. Die Nutzer scheinen sich also nicht daran zu stören. Die kommen dafür auf ganz andere Ideen.
Zuletzt bei diesen neuen Abonnements. Vor etwa zwei Wochen fingen die ellenlangen Statusmeldungen an, man solle doch bitte das Abo der jeweiligen Person wieder abbestellen, da sonst die ganze Welt die Statusmeldungen lesen könnte. Ich habe noch nicht eine Statusmeldung der Freunde meiner Freunde irgendwo angezeigt bekommen. Stattdessen fehlen die Meldungen meiner Freunde plötzlich ganz. Der Clou ist, das Abo nur in manchen Bereichen zu kündigen, bei Spielen (ok, die nerven wirklich) oder Bildern, die Statusmeldungen aber beizubehalten. Sonst wundert ihr euch lange, warum ihr von manch einem nichts mehr hört. Und dann müssten ohnehin nicht alle Freunde mit diesen ellenlangen Meldungen in den Wahnsinn getrieben werden. Jeder kann bei sich einstellten, was er im Abo teilen will.

Durchschaubar. Wie durchsichtig wir sind, hängt dann doch von uns ab (©pixelio/Helmut-J.-Salzer)

Doch da sind wir beim eigentlichen Problem. Ein Problem, das nicht nur Facebook, sondern alle sozialen Netzwerke, ja das gesamte Internet gemeinsam ertragen müssen. Denn all die Menschen, die vor dem Bildschirm sitzen und noch nicht begriffen haben, dass die digitale Welt immer mehr zur realen Welt dazugehört, dass Kommunikation und Information darüber ablaufen, all die Menschen, die es nicht schaffen sich die Regeln und Bestimmungen ihrer sozialen Netzwerke nicht nur einmal durchzulesen, sondern immer wieder, sobald sich was ändert, sie alle haben Angst. Die ist nicht unberechtigt, soweit will ich gar nicht gehen. Auch auf die Straße zu gehen, kann gefährlich sein. Doch wie gläsern wir sind, wie viel wir darüber wissen, wie viel wir von uns preisgeben und wie viel wir dabei wieder zurück bekommen, das liegt immer noch bei uns. Mit den Worten meines alten Töpferlehrers: „Mach halt e mol die Glubbschaage uff“. Oder mit den Worten Heinrich Heines: „Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen.“

Vorschau: Lea schreibt nächsten Mittwoch über das Leben ohne Kuhmilch und mit Laktoseintolleranz.