Reggae trifft Elektro – Patrice in Mannheim

In familiärer Atmosphäre gab der Reggae-Sänger Patrice am Freitag, 18. November in der Alten Feuerwache in Mannheim seine Hits zum Besten. Die Performance bot nicht nur den Mädels einiges zum Staunen.

 Das Herz auf der Zunge

 Dafür ist der Londoner Jake Issac bekannt, der als Support von Patrice zuerst die Bühne betrat und für Bewegung in der Menge sorgte. Inspiriert von Paul Simon, Ray Charles und den Temptations brachte der Sänger die Frauenherzen reihenweise zum Schmelzen. Vor allem die Nummern „Long Road“ und „Carry you home“ riefen Begeisterung bei den Konzertbesuchern hervor.

Altbekanntes und erfrischend Neues

Schon angeheizt durch Jake Issac gab es tosenden Applaus für Patrice,

Patrice in Mannheim

Patrice live in der alten Feuerwache

als er mit seiner Band die Bühne betrat. Zunächst gab es neue Klänge mit elektronischem Einfluss aus seinem Ende September erschienenen Album „Life´s Blood“ zu hören.

Natürlich kamen auch die altbekannten Hits nicht zu kurz: bei der Nummer „Soulstorm“ erreichte die Stimmung ihren Höhepunkt. Die Menge tanzte, sang mit und klatschte vor Begeisterung. Die Lichter blinkten mit wechselnden Farben im Takt und erleuchteten die freudestrahlenden Gesichter der Konzertbesucher.

Ein besonderes Highlight waren die Gesangeinlagen der einzelnen Bandmitglieder, die ihr musikalisches Talent unter Beweis stellten. Vor allem Patrice´ Backround-Sängerin verzauberte die männlichen Besucher mit ihrer hellen Stimme, mit der sie gekonnt die höchsten Tonlagen sang.

Ein Star zum Anfassen

Nach etlichen Zugabe-Rufen erschien Patrice mit seinem DJ in den hinteren Rängen zwischen den Zuschauern. Er spielte inmitten seiner begeisterten Fans noch einige Hits, wie „Clouds“. Mit seinem verschmitzten Lächeln und seiner lockeren, bodenständigen Ausstrahlung verzauberte er die Mädchen und man konnte sehen, wie sie ihren Star anhimmelten.  Ein richtiger Musiker zum Anfassen eben.

It’s Tito Time!

Es ist soweit, es ist Tito Time! Bisher war Toriano Adaryll Jackson, bekannt als Tito, der einzige der legendären Soul-Band „Jackson Five“, der noch kein eigenes Soloalbum heraus brachte.

Das ändert sich am 6. November 2016 endlich! Der Vater und Manager der 90er-Jahre-Boygroup „3T“ veröffentlicht  52 Jahre nach der offiziellen Gründung der Jackson Five sein erstes Album als Solokünstler.

Es bleibt in der Familie

Tito nahm sich für seine Studioaufnahmen keine geringere Hilfe als die seiner eigenen Söhne Tariano Adaryll Jackson II, bekannt als Taj, Taryll Adren Jackson und Tito Joe Jackson, genannt TJ. Auch Big Daddy Kane, Betty Wright und Jocelyn Brown sind auf der Platte zu hören, die insgesamt 14 Songs enthält.

Soloalbum und Welttournee

Titos Debütalbum lässt sich definitiv dem Genre RnB und Soul zuordnen und auch seine erste Single „Get it Baby“ mit Big Daddy Kane klingt nach funkigem Pop und ist seit dem 3. Juni auf iTunes erhältlich. In einem Interview mit der US-amerikanischen Talkshow-Host Wendy Williams verkündete der dreifache Vater zusätzlich eine Welttournee mit seinen Söhnen, welche ihn dann als Gruppe „3T“ begleiten wird.

Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

„Heavy Heavy“ – afrikanische Klänge treffen auf typischen Jamaram-Sound

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Jamaram – das sind Tom Lugo, Sam Hopf, Murxen Alberti, Lionel Wharton, Benni Beblo, Nik Thäle, Hannes Beblo und Daniel Noske. Die achtköpfige Band aus München gibt es bereits seit 2000. Am 13. März 2015 haben Jamaram ihr neuntes Album veröffentlicht, das den Titel „Heavy Heavy“ trägt. Dabei handelt es sich um eine musikalische Kooperation mit den Acoustic Night Allstars. Das sind mehrere Sänger aus Harare in Simbabwe, die sich einmal pro Monat treffen, um sich öffentlich ihre neuesten Songs vorzuspielen.

Kennengelernt haben sich Jamaram und die Acoustic Night Allstars im Mai 2012, als sie zusammen auf dem Harare International Festival of the Arts (HIFA) in Simbabwe gespielt haben. 2013 luden Jamaram dann drei der Acoustic Night Allstars ein, um mit ihnen auf Deutschlandtour zu gehen. Dabei entstand die Idee zu einem gemeinsamen Album. Das wurde mit sechs Musikern der Acoustic Night Allstars im Sommer 2014 in Deutschland aufgenommen. Die Finanzierung des Albums erfolgte per Crowdfunding.

Herausgekommen ist eine Mischung aus dem typischen Jamaram-Sound – Reggae, Dub, Ska, Latin, Pop – und traditionellen, afrikanischen Klängen, die wiederum gepaart sind mit Soul, Hip Hop und Swing. Auch der Albumtitel „Heavy Heavy“ nimmt Bezug auf Afrika, denn „Heavy Heavy“ ist in Simbabwe eine typische Antwort auf die Frage „Wie geht’s dir?“ und bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Auf dem Album sind 16 Songs, die alle sehr unterschiedlich klingen. Das liegt vermutlich auch an den verschiedenen Songwritern, die entweder Mitglied von Jamaram oder von den Acoustic Night Allstars sind. Ein absoluter Ohrwurm auf dem Album ist der Song „I´m Ready“, den Murxen Alberti von Jamaram geschrieben hat. Aus der Feder des afrikanischen Künstlers Fungai Nengare stammt die großartige Soulnummer „Why“. „Go Away“ macht große Lust zum Tanzen. Den Song haben Sam Hopf und Nik Thäle von Jamaram geschrieben. Bei „Miles Away“ handelt es sich um ein besonders gefühlvolles Lied, das der afrikanische Musikers Prayersoul beigesteuert hat. Die traditionellen, afrikanischen Klänge kommen vor allem beim Track „Ndikakutarisa“ zum Ausdruck, den Rutendo Machiridza von den Acoustic Night Allstars geschrieben hat.

Doch das sind nur fünf Songs von einem empfehlenswerten Album, das einfach gute Laune macht. Zurzeit sind Jamaram auf Deutschlandtour und präsentieren ihr neues Album „Heavy Heavy“ live. Tourtermine und mehr Infos zur Band gibt es auf www.jamaram.de.

Mariah, die undefinierbare Sängerin

Darling, es ist wieder soweit! Nach fünf Jahren bringt Soul- und RnB-Sängerin Mariah Carey mit „Me, Mariah. The Elusive Chanteuse” ihr 14tes Studioalbum raus. Seit dem 23. Mai 2014 ist das 15-Single Werk bei iTunes erhältlich.

Haben Fans in sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter und Instagram monatelang über ein Release der Diva spekuliert, kündigte Mariah bereits im diesen Jahr ihr Album an und steuerte sogar eine ihrer Zeichnung, welche sie im Alter von vier Jahren zeichnete, für das Albumbooklet und die Promotion ihres Albums bei.

Es zeigt Mariah selbst als niedliches, blondes Mädchen, als sei ihr damals bereits klar gewesen, dass sie eines Tages zur Diva unserer Generation heranwachsen würde.

Der Titel spiegelt eine sexy und gleichzeitig aufregende Autobiografie der gebürtigen New Yorkerin wider, in der Liebe und Kummer thematisiert werden.

Fans und Follower konnten tagtäglich die Arbeit im Studio durch Bilder und Beiträge mitverfolgen und zeigen die Ehefrau von Produzent und Moderator Nick Cannon stets fleißig in ihrem mobilen Aufnahmestudio, wo sie ihre Songs immer dann aufnahm und an ihnen feilte, wenn sie dafür die Zeit fand.

Das Album ist am Puls der Zeit, ohne die typische Note der Sängerin zu vernachlässigen.

Das Acht-Oktaven-Wunder arbeitete unter anderem mit Größen wie Jermaine „Jay-D“ Dupri, Rodney „Darkchild“ Jerkins, Q-Tip, Hit-Boy und Miguel zusammen und liefert eine gesunde Mischung an RnB, Soul, Black und Gospel!

Den Song „Supernatural“ haben ihre drei-jährigen Zwillinge Monroe und Morocco mit Mama Mariah aufgenommen. Der Song ist eine supersüßes Liebeserklärung von Mariah an ihre größte Liebe, ihre Kinder. Die beiden kichern abwechselnd und sagen herzerwärmende Dinge wie „I love you Mommy“.

Ihr erster releaster Song „#beautiful“ kam bereits letztes Jahr heraus, ein etwas ungewohnter Titel trägt den Namen „Thirsty“ und klingt wie ein softer Twerk-Song (Anmerkung der Redaktion: Twerk ist ein aktueller Tanztrend aus den Staaten).

Mit ihrer Arbeit hat Mariah nach über zwei Jahrzehnten Musikbusiness wieder einmal bewiesen, dass sie als 44 jährige Ehefrau und Mutter von Zwillingen immer noch fähig ist, in der ersten Woche auf Platz drei der US-amerikanischen Billboard Charts aufzusteigen.

Das Album ist, wie die Sängerin stets selbst betont, ein Geschenk an ihre treuen Lambs (Anm. d. Red.: Mariah nennt ihre Fans Lambs, das englische Wort für Lämmchen) und läutet rechtzeitig den Sommer an.

Vorschau: Am kommenden Samstag erscheint ein Bericht zum letzten Mal Rock am Ring am Nürnbergring.

Australisches Klanggut – Singer/Songwriter Matt Corby

Gerade einmal 22 Jahre ist er jung hat, seine musikalische Erfolgsgeschichte ist dafür aber umso eindrucksvoller. Seit der Australier Matt Corby die Juroren bei der Reality-TV-Show „Australian Idol“ mit seiner Akustikversion von Stevie Wonders „Superstition“ begeisterte, ist seim musikalische Talent in aller Munde – und das nicht nur in Down Under.

Matt Corby wurde am siebten November 1990 in Oyster Bay, ganz in der Nähe von Sydney, im australischen Bundesstaat New South Wales geboren. Seine Liebe zur Musik kommt schon früh zum Ausdruck. Bereits während seiner Schulzeit ist er Mitglied des Schulchors und spielt auch in der Schulband.

Das Sprungbrett seiner musikalischen Karriere ist allerdings die Talent-Show „Australian Idol“, an der der 16-Jährige Corby 2007 teilnimmt und den zweiten Platz nach Natalie Gauci belegt. Doch Corby lässt die Reality-TV-Szene schnell hinter sich und zieht nach London, um dort Konzerte für seine immer größer werdende Gruppe von Fans zu spielen. Allerdings darf man sich nicht irreführen lassen, denn trotz seiner Talentshow-Vergangenheit ist Corby kein Popstar im konventionellen Sinne, sondern hat sich mittlerweile einen ganz eigenen Weg gebahnt. Er mischt Genres nach Belieben und schreibt Songs, wie es ihm gefällt, ganz ohne sich im Sinne irgendwelcher Talentshows darum zu kümmern, ob diese besonders hoch in den Radio-Charts einsteigen. Stattdessen scheint er sich einfach nur seiner musikalischen Intuition hinzugeben – und das mit großem Erfolg. Darum ist es nicht überraschend, dass Corbys Konzerte meist komplett ausverkauft sind.

Nur zwei Jahre nach seinem „Australian Idol“-Auftritt veröffentlicht Corby im Jahr 2009 seine Debüt-EP „Song For…“. Obwohl er von Angeboten der großen Plattenlabels wie Sony BMG überrumpelt wird, weist er diese zurück und entscheidet sich stattdessen für Scorpio Music, einem australischen Independent-Label. Nur kurze Zeit später veröffentlicht der Australier 2010 seine EP „My False“ ebenso wie „Transition to Colour“ bei dem Londoner Plattenlabel Communion, nachdem er die Aufmerksamkeit des Labelinhabers Ben Lovett auf sich gezogen hatte. Communion Records war 2006 von dem „Mumford and Sons“-Musiker gegründet worden und hatte Künstlern wie Ben Howard, Mumford and Sons und Benjamin Francis Leftwich zu internationalem Erfolg verholfen.

Während der Vorbereitungen für „Made of Stone“, seinem neuen Album, spielt Corby zahlreiche Live-Shows in England und kehrt 2011 nach Australien zurück, um dort eine ganze Reihe seiner „Secret Garden“-Shows, (Anm. d. Red: Dabei handelt es sich um Konzerte in kleinen Parks und Gärten), zu spielen. Kurz darauf unterstützt er die britische Band Elbow und begleitet diese auf deren ausverkauften Splendour-Sideshow-Tour.

Corbys Musik täuscht leicht über sein junges Alter hinweg, denn der australische Sänger legt mit seinen Stücken eine erstaunliche Einzigartigkeit und Reife an den Tag. Lauscht man Corbys Liedern, könnte man erst meinen, Jeff Buckley singen zu hören. Aber nicht, weil Corbys Songs nicht authentisch klingen würden, sondern aufgrund seiner kraftvollen und tiefen, fast nach Soul klingenden Stimme. Doch Corby hat sich längst über diesen Vergleich hinweggesetzt und sich als eigenständiger Künstler etabliert.

In der 2011 veröffentlichten EP, „Into The Flame“, die Corby mit Tim Carr produziert hat, lässt der Songwriter und Musiker seiner musikalischen Vielseitigkeit freien Lauf. Die EP enthält Lieder, die durch Corbys außergewöhnliche Stimme, die sanften und bluesartigen Melodien voller Emotion sowie oft nach Folk klingenden Rhythmen sich zu einem musikalischen Werk vereinen. Corbys stimmliche Fähigkeiten treten deutlich in den Vordergrund und seine ehrlichen sowie liebenswerten Texte gehen dem Hörer erst einmal nicht mehr aus dem Gedächtnis. Die EP enthält auch ein Duett mit dem ehemaligen Keyboarder der australischen Band, The Middle East, Bree Tranter – einem Freund Corbys.

2011 veröffentlicht der australische Songschreiber auch seine Single „Brother“, die in kürzester Zeit Australiens absoluter Sommer-Hit und sogar für den Song des Jahres der APRA (Australasian Performing Right Association) ausgezeichnet wird.

Während seiner bisherigen Karriere veröffentlichte Corby bereits vier EPs, die 2011 erschienene EP „Into The Flame“ wurde sogar fünfmal mit Platin ausgezeichnet. Mit nur 22 Jahren bereits ein Multi-Platin-Künstler – das ist bei weitem kein schlechter Schnitt. Nun ist er bei Atlantic Records unter Vertrag und nimmt dort sein Debüt-Album auf. Zum Glück, denn sein Publikum kann es kaum erwarten die Ohren mit weiteren betörend-schönen Songs des jungen Australiers zu verwöhnen.

Vorschau: Nächste Woche gibt es hier ein Konzertreview der Toten Hosen zu lesen.

„The Father of Soul“ – Ray Charles

Mit dem Tod Ray Charles im Jahre 2004 endete nicht nur das Leben einer der wohl bekanntesten Musiker aller Zeiten, sondern auch die Ära eines musikalischen Schaffensprozesses der ganz besonderen Art. Denn die US-amerikanische Musiklegende hatte im Laufe seiner Karriere nicht nur mit seiner einzigartigen Stimme und stilistischen Vielseitigkeit begeistert. Er avancierte vor allem zum Wegbereiter eines völlig neuen Genres – dem Soul.

Ray Charles wird am 23. September 1930 in Albany, im Bundesstaat Georgia, USA, als Sohn eines Mechanikers und einer Wäscherin geboren. Charles wächst in ärmlichen Verhältnissen auf und zieht mit seiner Familie noch während seiner ersten Kindheit nach Florida. Im Alter von nur fünf Jahren wird Charles Zeuge eines traumatischen Erlebnisses: Er sieht seinen eigenen Bruder ertrinken. Kurz danach erkrankt Charles an Grauem Star und beginnt zu erblinden. Im Alter von sieben Jahren hat er sein Augenlicht komplett verloren und seine Mutter sendet ihn auf eine staatlich geförderte Blindenschule in St. Augustine, Florida. Sein musisches Talent zieht schnell Aufmerksamkeit auf sich und so lernt Charles neben Lesen und Schreiben schließlich Klavier, Orgel, Saxophon, Klarinette und Trompete zu spielen – ebenso wie Musik in Blindenschrift zu arrangieren.

Als Charles 15 Jahre alt ist, stirbt seine Mutter. Als Folge dessen verlässt Charles seine Schule in St. Augustine, um sich fortan mit dem Verdienst, den er als Pianist in verschiedenen Bands erhält, über Wasser zu halten. In dieser Zeit kommt er auch das erste Mal mit Heroin in Kontakt.

Ein Jahr darauf zieht Charles nach Seattle, wo er den jungen Quincy Jones trifft, der ihm bis ans Ende seines Lebens nicht nur als Musikerkollege, sondern auch als enger Vertrauter begleiten wird. Luise, seine Geliebte, folgt ihm kurze Zeit später nach Seattle und gebärt bald nach ihrer Trennung von Charles eine Tochter.

Der Vater des Souls: Ray Charles (Grafik: A.Boss)

Der Vater des Souls: Ray Charles (Grafik: A.Boss)

Während der 40er Jahre tritt Charles hauptsächlich mit seiner ersten eigenen Band – dem McSon Trio – auf und macht sich vor allem in den Weststaaten der USA einen Namen. Seine frühen Aufnahmen erinnern stilistisch vor allem an die Songs von Nat Cole King und Charles Brown – zwei Künstler, die ihn musikalisch nachhaltig geprägt haben.

1949 veröffentlicht er seine erste Single „Confession Blues“, die sich als voller Erfolg in den  R&B-Charts erweist. Auch mit den Songs „Baby Let Me Hold Your Hand“ und „Kiss Me Baby“ feiert Charles großen Erfolg. 1952 wird er von Atlantic Records unter Vertrag genommen und produziert kurz später seinen ersten R&B-Hit „Mess Around“. Stilistisch bewegt sich der Musiker nun vor allem zwischen Swing und Rhythm and Blues.

Charles begeistert mit seiner musikalischen Vielfältigkeit nicht nur als Sänger, sondern auch als Pianist und Saxophonist, wenn er mit den Mitgliedern seiner Band – Lowell Fulson, Guitar Slim und Ruth Brown – auf Tour ist. Nur ein Jahr später führt einer seiner wohl bekanntesten Songs „I Got a Woman“ die R&B-Charts an. Dieser Song spiegelt seine musikalische Wandlung und Entwicklung wider. Denn Charles löst sich nun langsam vom Bild des erfolgreichen Nat King Cole-Imitators und sein persönlicher Stil wird immer deutlicher: Er versucht sich in mehreren Musikrichtungen aus, überschreitet zahlreiche musikalische Grenzen und ruft mit seiner Fusion von Gospel, Blues und Rhythm and Blues ein völlig neues Musikgenre ins Leben – den Soul. Unter Musikerkollegen ist Charles, der auch weiterhin mit Rhythmik und Melodik aller möglichen Stilrichtungen experimentiert, nun nur noch unter dem Namen „The Genius“ bekannt.

Nachdem Charles’ erste Ehe Anfang der 50er Jahre mit Eileen Williams nach nur wenigen Monaten scheiterte, heiratete er zum zweiten Mal. Die Ehe mit seiner Frau Della Beatrice, mit der er drei Söhne hat, hält dreizehn Jahre lang, wobei Charles immer wieder Affären mit anderen Frauen hat.

1960 wird ihm für seine Version von „Georgia on My Mind“, die 20 Jahre später zur Nationalhymne Georgias erklärt wird, seinen erster Grammy Award – dicht gefolgt von einer weiteren Auszeichnung für seine Single „Hit the Road, Jack“. 1962 gründet der Sänger sein eigenes Aufnahmestudio in Los Angeles und sorgt mit seinem Album „Modern Sounds in Country and Western Music“ weltweit für Furore. Charles experimentiert weiter mit Musikgenres und findet in soulartigen Interpretationen vieler Country-Klassiker seine neue Leidenschaft.

Während dieser Zeit, hat der Musiker hart zu kämpfen. Er verfällt erneut seiner Heroinsucht und wird 1965 für den Besitz von Drogen zu einer Bewährungsstrafe von fünf Jahren verurteilt. Kurz darauf unterzieht sich Charles einem Drogenentzug.

Obwohl sich seine Song-Releases während der 60er und 70er Jahre nicht immer alle als voller Erfolg entpuppen, verschwindet der Vater des Souls nicht aus dem Rampenlicht, sondern bestreitet weiterhin seinen Ruf als einer der wohl bedeutendsten Musiker seiner Zeit – und das mit Erfolg. Denn nur wenig später gewinnt Charles einen weiteren Grammy für seine Vertonung von Stevie Wonders „Living for the City“.

Auch in den frühen 90er Jahren ist der Musiker in aller Munde: Er singt den Slogan „You Got the Right One, Baby!“ für den Pepsi-Cola-Werbeclip und performt den Song „We Are the World“ für die amerikanische Hilfsorganisation „USA for Africa“.

2003 muss der Soulkünstler seine Tournee absagen, da er sich einer Hüftoperation unterziehen muss. Die Operation verläuft zwar erfolgreich – wenig später wird bei Charles allerdings eine schwere Lebererkrankung diagnostiziert, der er am 10. Juni 2004 in seinem Haus in Beverly Hills erliegt. Während seiner Karriere hat Charles mehr als 60 Alben aufgenommen und über 10.000 Konzerte gegeben.

Charles letztes Album „Genius Loves Company“, das aus Duetten mit verschiedenen Zeitgenossen besteht, wird zwei Monate nach seinem Tod veröffentlicht. Ebenso wird 2004 seine Lebensgeschichte mit Jamie Foxx in der Hauptolle verfilmt und unter dem Titel „Ray“ zum absoluten Erfolg.

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier ein Interview mit der Band Blind Freddy.

Hindi Zahra – eine musikalische Kosmopolitin

Blues, Soul und jazzige Rhythmen, World Folk, nordafrikanische Klänge und orientalische Harmonien – das musikalische Erbe der jungen marokkanisch-französischen Sängerin Hindi Zahra schlägt weite Wellen. Doch egal wohin die sanft fließenden Melodien ihrer Songs und die Billie Holiday-ähnliche Stimme den Zuhörer tragen – Hindi Zahras Musik enthält vor allem eines: Eine geballte Ladung Originalität.

Zahra Hindi kommt 1979 als Tochter einer Marokkanerin und eines französischen Militärs im marokkanischen Khouribga auf die Welt. Musik, Kreativität und Kunst beherrschen Zahras Leben von Anbeginn, da sich bereits in ihrer Familie zahlreiche Künstler und Musiker finden lassen.
Zahra wächst zunächst bei ihrer Mutter – einer Tänzerin, Sängerin und Schauspielerin – auf. Auch drei ihrer Onkel sind selbst Musiker und machen die junge Zahra bereits in frühen Jahren nicht nur mit traditionellen Klängen der Gnawa (Anm. der Redaktion: Ethnische Minderheit in Marokko)  bekannt, sondern bringen sie auch mit Stücken von Bob Dylan, Reggae-Songs und populären Melodien aus dem Orient in Berührung.
Mit nur 14 Jahren lässt Zahra Marokko hinter sich, um ihrem Vater – einem ehemaligen Armeeangehörigen – nach Paris zu folgen. Knapp vier Jahre später verlässt sie die Schule und beginnt im Alter von 18 Jahren im Louvre zu arbeiten. „Das war mein großes Treffen mit der Kunst. Als Kind war ich nachdenklich und eng mit der Natur verbunden. Die Gemälde haben bei mir ganz ähnliche Empfindungen ausgelöst“ (Quelle: laut.de), so die Musikerin.

Beherbergt eine Sammlung von Schätzen aus aller Welt: Hindi Zahras wunderschöner World Folk (Foto: A.Boss)

Und auch weiterhin erweisen sich Kunst und Musik als ihre ewigen Wegbegleiter: Tagsüber umgeben sie die Gemälde von Delacroix, Vermeer und da Vinci, nachts widmet sie sich Melodien und Texten und beginnt eigene Songs zu schreiben.
Ende der 90er Jahre ist sie hauptsächlich als Backgroundsängerin in Hip Hop- und Soul-Bands quer durch Europa unterwegs und lernt so nicht nur Singen, sondern auch unterschiedliche musikalische Einflüsse kennen, die ihren Musikstil später bedeutend prägen werden.
2005 hat sie bereits über 50 eigene Songs geschrieben, von denen „Beautiful Tango“, „Oursoul“, „Try“ and „Stand Up“ auf ihrer EP „Hindi Zahra“ im Jahr 2009 veröffentlicht werden.
Von da an steht die Welt Kopf – und das nicht nur im musikalischen Sinne, denn Zahra Hindi schafft ihren Künstlernamen, indem sie einfach Vor- und Nachnamen invertiert. Die Dame mit der bezaubernden Gipsy-Stimme betört fortan unter dem Namen „Hindi Zahra“ ihre Fans rund um den Globus.
2010 erscheint dann ihr Debütalbum „Handmade“, das Zahra weitestgehend selbst geschrieben und produziert hat, beim Jazz-Label „Blue Note Records“.
Kurz darauf gewinnt sie den „Prix Constantin“ für das beste Album und im Februar 2011 den „Victoires de la Musique Qward“ für das beste „World Music Album“ – ihr musikalischer Erfolg ist nun besiegelt.

Durch stark artikulierte Gitarrenschläge, leichtes Klatschen sowie den Rhythmus der Bendir (Anm. der Redaktion: Rahmentrommel, die einem europäischen Tamburin ähnelt) kreiert die junge Sängerin, die von Berbern und Tuareg abstammt, in ihren Songs eine Welt voller Leidenschaft, die eine bemerkenswerte musikalische Tiefe an den Tag legen. Denn egal wie oft man ihrer sinnlichen Stimme – die mal sanft, mal ein wenig rau klingt – und den bukolischen Klängen ihrer Musik lauscht, die mittlerweile zu ihrem Markenzeichen geworden sind – jedes Mal scheint sich eine neue Welt aufzutun. So singt Hindi Zahra ganz nonchalant mit immerwährender Unergründlichkeit von den Geheimnissen der Wüsten und Städte, von Liebe und den Launen des Lebens. Obwohl viele ihrer Songs in Englisch geschrieben sind, besticht ihre Musik vor allem durch Stücke wie „Imik Simik“, die teilweise in Berber gesungen werden.

Die junge Sängerin bedient sich in ihren Songs nicht nur des Chansons, Folks, Hip Hops und Souls, sondern schöpft ebenso aus dem Repertoire traditioneller nordafrikanischer Rhythmen und Melodien und macht sich somit ihren multikulturellen Hintergrund zum Vorteil. Musikalisch vielseitig und immer wandelbar birgt ihre Musik so einen authentischen Charakter, der durch Persönlichkeit und künstlerische Einzigartigkeit besticht.

Vorschau: Nächste Woche lest ihr hier ein Portrait des australischen Soul-Sängers Chet Faker.

TOP 10 Playlist: Bier und Buletten

Auf dem Grill bruzelt es: Aber welche Musik passt dazu? (Foto: Pitsch)

Gas-, Kohle- oder Elektrogrill? – Eine ähnlich komplizierte Frage für ein Grill-Event stellt sich bei der Auswahl der Musik: hart oder eher lässig? Grillen gehört mit zu den angesagtesten Freizeitaktivitäten und das nicht nur zur bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft Das Bruzeln am Feuer gilt als Männerdomäne und wird in Privatgärten, dem heimischen Balkon oder auf öffentlichen Grillplätzen bei einem kühlen Hellen praktiziert.
Die Face2Face-Musikredaktion hat für euch eine Reihe von Songs zusammengestellt, bei denen euer Steak garantiert gelingt. Hier unsere Top 10:

 

# 1
Lana del Rey – Off to the races ♫

# 2
Abby – We Don’t Worry ♫

# 3
Marathonians – My Room ♫

# 4
Jason Mraz – The Freedom Song ♫

# 5
Babyshambles – I Wish

# 6
Arctic Monkeys – R U Mine? ♫

# 7
Sascha Funke – Mango ♫

# 8
Vierkanttretlager – Mein Ruf ♫

# 9
Ben l’oncle Soul – Seven Nation Army ♫

# 10
Oasis – Cigarettes and Alcohol ♫


Vorschau:
Nächste Woche berichten wir exklusiv über „Rock am Ring“.
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Weitere Playlists auf Face2Face:

TOP 10 Playlist: Vorglühen bis zum Club

TOP 10 Playlist: Stimmungsvolle Winterklänge

TOP 10 Playlist: Herbstmelodien

TOP 10 Playlist: Frühlings- und Sommerboten

TOP 10 Playlist: Electro-Swing

TOP 10 Playlist: Jahrespoll 2010

TOP 10 Playlist: Jahrespoll 2011 – die besten Alben und Songs

Nicht nur kalendarisch, auch musikalisch gesehen neigt sich das Jahr wieder einmal dem Ende zu. 2010 beherrschte vorwiegend Elektromusik die Szene. In diesem Jahr könnte man resumieren, dass viele Künstler und Bands versucht haben, sich neu zu entdecken und somit unterschiedliche Richtungen und Stilelemente miteinander zu verknüpfen.

An dieser Stelle wünscht euch die Face2Face-Musikredaktion einen guten Rutsch ins Neue Jahr. Auch im Jahr 2012 könnt ihr euch auf spannende Artikel freuen.

Es ist uns auch diesmal nicht leicht gefallen, uns zu entscheiden: Hier unsere zehn Lieblingssongs und Alben des Jahres 2011, sowie die für 2012 mit Spannung erwarteten Veröffentlichungen.

Kategorie: Songs des Jahres 2011
# 1
The Rapture – How deep is your love? ♫

# 2
Lana Del Ray – Video games ♫

# 3
Metronomy – The Bay ♫

# 4
Kasabian – Days are forgotten ♫

# 5
Foster the people – Pumped Up Kicks ♫

# 6
James Blake – Wilhelms Scream ♫

# 7
The Black Keys – Lonely Boy ♫

# 8
Thees Uhlmann feat Casper – & Jay-Z singt uns ein Lied ♫

# 9
Calvin Harris – Feel so close ♫

# 10
Boy – Little Nummers ♫

Kategorie: Alben des Jahres 2011
# 1
Adele – 21

# 2
Casper – XOXO

# 3
Metronomy – The English Riviera

# 4
Noel Gallagher – Noel Gallagher’s High Flying Birds

# 5
Foster the people – Tourches

# 6
Thees Uhlmann – Thees Uhlmann

# 7
Boy – Matual Friends

# 8
Selah Sue – Selah Sue

# 9
Paul Kalkbrenner – Icke wieder

# 10
James Blake – James Blake

Kategorie: Mit Spannung für 2012 erwartet

Vega – Vincent (VÖ 13.01.2012)

Kraftklub – Mit K (VÖ 20.01.2012)

Lana Del Ray – Born to die (VÖ 27.01.2012)

Max Prosa – Die Phantasie wird siegen (VÖ 27.01.2012)

Calvin Harris – Tbc (VÖ 06.02.2012)

Deichkind – Befehl von ganz unten (VÖ 10.02.2012)

Deine Jugend

Bakkushan

Seeed

Supershirt

Franz Ferdinand

Morning Parade

Vorschau: Nächsten Samstag könnt ihr an dieser Stelle ein Interview mit Johannes Strate, Singer und Songwriter der Band Revolverheld, lesen.

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Weitere Playlists:

TOP 10 Playlist: Herbstmelodien

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