Onlinedating – Tipps für die Liebe auf den ersten Klick

Früher noch als Treffpunkt verzweifelter Singles verschrieben, hat sich der Onlinedating-Ruf mittlerweile gewandelt. Das Überangebot an Flirt-Plattformen und Nutzern zeugt von der steigenden Beliebtheit. Schließlich gilt das sogenannte „edating“ als moderne und zeitgemäße Form – neben dem Alltag – andere kennenzulernen. Bereits sieben Millionen Menschen sollen ihren Partner in den Fängen des „World Wide Webs“ gefunden haben. Damit der nächste Klick auch zum Erfolg wird, gibt die Tipps&Tricks-Redaktion sechs nützliche Anregungen für den virtuellen Flirt.

Der Liebe ins Netz gehen: Online-Dating ist im Trend (© La-Liana / pixelio.de)

Der Liebe ins Netz gehen: Online-Dating ist im Trend (© La-Liana / pixelio.de)

1. „Wohin des Weges?“ – Die richtige Plattform:
Zunächst ist es wichtig, sich über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse klar zu werden: Möchte man unverbindliche Flirts und Treffen arrangieren, eignen sich vor allem kostenlose Kontaktbörsen dafür. Partner-Vermittlungen und -Agenturen wiederum, die meist mit Kosten verbunden sind, bieten sich für ernste, langfristige Beziehungen an.

Auch Eingrenzungen von Interessen-, Glaubens-, Bildungs- und Subkultur-Richtungen können bei der Wahl der Kontaktbörse getroffen werden: Onlinedating-Seiten wie ElitePartner widmen sich Suchenden mit einem akademischen Hintergrund, während sich beispielsweise Gothic-Flirtseiten an Mitglieder der dunklen Szene richten. Wer durch etwas Recherche die richtige Plattform für sich ausmacht, erleichtert sich die Suche nach dem Traumpartner ungemein.

2. „Romeo, warum Romeo?“ – Der Nickname:
Der erste Eindruck wird durch den Nicknamen beziehungsweise das Online-Pseudonym vermittelt. Wer unter den Massen an potenziellen Konkurrenten hervorstechen möchte, kann dies also schon durch die Namenswahl tun. Ein kreativer Titel, der die Neugier des Lesers weckt, wird eher angeklickt als ein einfallsloser Platzhalter. So laden rätselhafte und fantasievolle Pseudonyme direkt zu Rückfragen ein. Kosenamen und anzügliche Begriffe sollten jedoch – auch auf Erotik-Portalen – vermieden werden. Kombinationen zwischen Vornamen, Jahrgang, Alter oder Wohnort sind nicht nur wenig originell, sondern auch gefährlich. Im Internet ist schließlich selbst bei Kontaktbörsen Anonymität das oberste Gebot.

3. „Lügen haben kurze Beine“ – Der Steckbrief:
Zwar möchte man sich bei einer Singlebörse von der besten Seite präsentieren. Allerdings sollte man trotz Anonymität dabei keine Falschangaben über sich machen. Größe, Alter und Gewicht sind beispielsweise Details, bei denen man sich gerne etwas vorteilhafter präsentiert. Die Wahrheit kommt jedoch nicht nur spätestens beim ersten Treffen ans Tageslicht – falsche Angaben verhindern auch die Möglichkeit, den richtigen Partner zu finden. Daher sollte man stets zu sich stehen und nicht versuchen, einem Ideal entsprechen zu wollen. Denn letztendlich basieren alle Beziehungen auf Kompromissen.

Individuell: Der Profiltext sollte die eigene Persönlichkeit wiedergeben (© Angelsami/Joujou / Bearbeitung: Joujou / pixelio.de)

Individuell: Der Profiltext sollte die eigene Persönlichkeit wiedergeben (© Angelsami/Joujou / Bearbeitung: Joujou / pixelio.de)

4. „Hier könnte Ihre Werbung stehen“ – Der Profiltext:
Der Profiltext fungiert als Eigenwerbung für den Nutzer – je erfolgreicher die Werbung ist, desto mehr Mitglieder werden das virtuelle Gespräch suchen. Einer Bewerbung gleichend kann man dabei die eigenen Stärken betonen und die Schwächen zu Besonderheiten umformen. Die lieblose Aneinanderreihung unkonkreter Informationen bietet jedoch geringe Erfolgschancen. Je individueller und ausgefallener die Formulierungen sind, desto besser. Aber Vorsicht: Wer mehr als drei Namen je Interessengebiet nennt, überflutet sein Gegenüber regelrecht mit Informationen. Leere Floskeln und abgedroschene Zitate haben in einem Profil ebenso wenig zu suchen wie Rechtschreib- und Grammatikfehler. Eine Prise Humor wiederum darf nicht fehlen.

5. „Mehr als tausend Worte“ – Das Profilbild:
Profile mit Fotos sprechen die Menschen nicht nur direkter an, sondern werden auch häufiger besucht. Wer auf ein Foto verzichtet, senkt somit die eigenen Erfolgsaussichten. Dabei entscheidet bereits das Bild, ob man sich mit dem Profiltext näher auseinandersetzen möchte. Es dürfte selbstverständlich sein, dass Handy- oder Bewerbungsbilder ein No-Go sind. Bilder in leichter Bekleidung und erotischen Posen wiederum erwecken einen falschen Eindruck – ebenso wie Schnappschüsse im angetrunkenen Zustand. Das perfekte Profilbild sollte möglichst aktuell und natürlich sein. Ein sympathisches Lächeln steigert die Chancen auf dem Onlinedating-Markt dabei ungemein. Wer wiederum anonym bleiben und daher keine Fotos ins Internet stellen möchte, sollte zumindest die Option anbieten, diese per E-Mail zu versenden. Schließlich möchte keiner die „Katze im Sack“ kaufen.

6. „Zwischen den Zeilen“ – Der Erstkontakt:
Je nachdem, für welche Kontaktbörse man sich entschieden hat, ändert sich der Schreibstil. Auf Dating-Seiten für Akademiker beispielsweise sollte man sich einer gehobeneren Ausdrucksweise bedienen als auf lockeren Singlebörsen. Die Etikette muss jedoch auch dort gewahrt werden. Serientexte, die man an sämtliche Mitglieder schreibt, sind ein Tabu. Stattdessen sollte man sich mit dem Profil des Gesprächspartners auseinandersetzen und sich direkt darauf beziehen. So kann man auf dieselben Hobbys verweisen und sich dahingehend weiter erkundigen – beispielsweise, welche Festivalbesuche im Sommer geplant sind oder welcher Tarantino-Film einem besonders zusagt. Für die erste Nachricht gilt jedoch: In der Kürze liegt die Würze.

Kurz und knapp: Bei der ersten Nachricht geht Form über Inhalt (© S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Kurz und knapp: Bei der ersten Nachricht geht Form über Inhalt (© S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Wer kreativ und originell ist, kann auch hierbei punkten. Schließlich kann man davon ausgehen, dass täglich mehrere Nachrichten ein- und ausgehen. Wer durch überraschende Kommentare auffällt, bleibt länger in Erinnerung. Plumpe Sprüche und Komplimente haben aber in einer Nachricht wenig zu suchen. Zweideutige und ironische Aussagen können durch fehlende Gestik und Mimik im Internet missverstanden werden. Daher gilt es, eindeutig eindeutig zu bleiben und sich nicht anzubiedern. Natürlich gilt auch bei der ersten Nachricht, den Text vor dem Abschicken auf mögliche Fehler in der Grammatik und Ortographie zu untersuchen.

Auch wenn man Zweideutigkeiten vermeidet, liest der Kontaktpartner zwischen den Zeilen: Abkürzungen und Schreibfehler wirken beispielsweise schlampig, zu viele Emoticons und Netz-Akronyme wiederum ineloquent. Selbst die Uhrzeit einer Nachricht sagt etwas über den Nutzer aus. Am Vormittag versendete E-Mails könnten von einer potentiellen Arbeitslosigkeit zeugen, nächtlicher Kontakt hingegen von rein sexuellem Interesse. Führt der Kontakt dabei nicht zum Erfolg, ist dies kein Grund zur Verzweiflung. Denn auf virtuellen Kontaktbörsen gilt: „Learning by Dating“.

Vorschau: Nächste Woche geht es weiter mit den Internet-Tipps: Euch erwartet eine Checkliste für die Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen auf Facebook.