Die Niederlande – Fahrradland Nummer eins?

Fahrradfahren ist für viele ein Hobby oder eine günstige, gesunde und umweltfreundliche Methode, um von einem Ort zu einem anderen zu kommen. Auch im Urlaub nutzen immer mehr dieses Fortbewegungsmittel, um möglichst viel von der Landschaft oder der entsprechenden Stadt zu sehen. Doch lässt sich eigentlich herausfinden, welches Land sich am besten für einen Urlaub mit Rad eignet oder Fahrradfahrern im Allgemeinen das Leben erleichtert?

Fahrradfreundliche Urlaubsländer

Der 1983 gegründete Europäische Radfahrer-Verband, kurz ECF, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Radfahren in Europa zu fördern. Dieser hat insgesamt fünf Kriterien aufgestellt, die ein Land als besonders fahrradfreundlich kennzeichnen: Fahrradnutzung (täglicher Gebrauch des Rads als Transportmittel), Sicherheit, Fahrradtourismus (Anzahl der Fahrradtouren im Land durch Touristen), Mitglieder in einem Fahrradverband und Größe des Marktes (verkaufte Fahrräder pro Jahr). Beim „ECF Cycling Barometer“, einer 2015 durchgeführten Untersuchung für EU-Länder, kam heraus, dass Luxemburg und Malta am meisten Sicherheit für Fahrradfahrer bieten. Genutzt wird das Rad hingegen am häufigsten in den Niederlanden. Der Fahrradtourismus ist in Finnland am stärksten, jedoch findet der größte Absatz dieses Fortbewegungsmittels in Slowenien statt. In Dänemark sind allerdings die meisten Menschen Mitglied in einem Fahrradverband. Die Gesamtauswertung hat schließlich ergeben, dass Dänemark, die Niederlande und Schweden die drei fahrradfreundlichsten Länder sind.

Fietsen in den Niederlanden

Es sind trotzdem die Niederlande, die am ehesten mit dem Fahrradfahren (Niederländisch: Fietsen) in Verbindung gebracht werden und sich sicherlich durch noch mehr als die vom ECF festgelegten Kriterien als Fahrradland auszeichnen. So gibt es zum Beispiel sehr gut ausgebaute Fahrradwege. Radfahrer können die Niederlande auf insgesamt über 30.000 Kilometer langen beschilderten Fahrradrouten erkunden. Hinzu kommt, dass Fahrradfahren in einem flachen Land – wie den Niederlanden – auch ohne große Anstrengung möglich ist. Interessant ist ebenfalls, dass in den Niederlanden etwa 22 Millionen Fahrräder existieren – und das bei nur ca. 17,1 Millionen Einwohnern.

Typisch Niederlande: Fahrräder an jeder Ecke (Foto: S. Holitzner)

Fahrradstadt Amsterdam

Insbesondere Amsterdam ist wohl DIE Fahrradstadt der Niederlande. Allein dort gibt es rund 800.000 Fahrräder. Die Stadt verfügt über 400 Kilometer Fahrradwege. Aufgrund der Bauweise und den vielen engen Straßen und Grachten kommt man in der Innenstadt nur schlecht mit dem Auto voran. Wer nicht mit dem Boot fährt oder zu Fuß geht, nimmt da am besten das Fahrrad. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass 40% der gesamten Fortbewegung in dieser Stadt auf dem Rad erfolgt. Fahrräder haben daher in der Stadt so gut wie immer Vorrang, was gerade bei Touristen, die zu Fuß unterwegs sind, immer wieder für Verwirrung sorgt oder sogar zu kleineren Zusammenstößen führt. Seit Juni 2016 hat Amsterdam – als erste Stadt der Welt – sogar einen Fahrradbürgermeister bzw. eine Fahrradbürgermeisterin. Aktuell übt Anna Luten dieses Amt ehrenamtlich aus. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Als „Stimme der Fahrradfahrer im Rathaus“ ist es die Aufgabe der Fahrradbürgermeisterin, sich bei der Gemeinde dafür einzusetzen, das Fahrradfahren in Amsterdam zu verbessern und international dafür zu werben.

Fahrradparkhäuser lösen das Problem

Ungewöhnliches Parkhaus: Die „Fietsflat“ in Amsterdam (Foto: S. Holitzner)

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, braucht auch einen geeigneten Abstellplatz. Bei der großen Anzahl an Fahrrädern mangelt es aber oft an sicheren Möglichkeiten. Die Niederländer haben dafür die perfekte Lösung gefunden: Fahrradparkhäuser. In Amsterdam gibt es beispielsweise die sogenannte „Fietsflat“ (zu Deutsch: Fahrradwohnung), die 2001 eröffnet wurde. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof der Stadt. Die drei Stockwerke des überirdischen Parkhauses bieten Platz für 2.500 Fahrräder. In der Nähe des Hinterausgangs des Bahnhofes ist der Fahrradparkplatz „Fietspont“ gelegen. Dort können rund 400 Fahrräder auf einem alten Schiff abgestellt werden.

Das größte Fahrradparkhaus der Welt

In Utrecht entsteht derzeit – nach einem Entwurf von Ector Hoogstad Architecten – das größte Fahrradparkhaus der Welt. Bereits im Juli 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Am 7. August 2017 wurde ein Teil der neuen, überwachten Fahrradtiefgarage bereits eröffnet. Sie befindet sich an der Jaarbeurskant bei der Centraal Station, dem Hauptbahnhof von Utrecht. Momentan können Pendler und Besucher dort rund 6.000 Fahrräder unterstellen. Bis Ende 2017 sollen dort 7.500 Fahrräder Platz finden. Über eine App und Schilder in der Stadt bekommen Nutzer freie Stellplätze angezeigt. Um zu diesen zu gelangen, ist es sogar erlaubt, in der Tiefgarage Fahrrad zu fahren. Kosten für die Unterstellung fallen erst nach einem Tag an. Die Plätze sind nummeriert und farblich markiert. Pro Platz können zwei Fahrräder abgestellt werden: eins stehend und eins darüber hängend. Ende 2018 – nach Fertigstellung des Bauprojekts – soll das Fahrradparkhaus auf drei Stockwerken Platz für ca. 12.500 „Fietsen“ bieten.

Mit dem Fahrrad zum Hit

Die Liebe zum Fahrradfahren geht in den Niederlanden sogar soweit, dass ganze Lieder diesem Thema gewidmet werden. So handelt zum Beispiel der Song „Bagagedrager“ (zu Deutsch: Gepäckträger) der niederländischen Rapper Gers Pardoel und Sef davon, dass ein männlicher Protagonist gemeinsam mit seiner Traumfrau auf seinem neuen Fahrrad die Gegend erkundet und überlegt, wohin er zusammen mit ihr fahren kann. Dabei wird das Fahrrad als einzig wahres Fortbewegungsmittel, mit dem Frauen beeindruckt werden können, angepriesen. Das Lied wurde 2011 veröffentlicht und entwickelte sich zu einem großen Hit in den Niederlanden und Belgien. So erreichte der Song Platz zwei der niederländischen und Platz drei der belgischen Singlecharts.

Liebes Deutschland,

du hattest es nicht immer einfach. Hast lange Zeit gebraucht, dich zu finden. Hast Grauen verursacht. Wurdest zerstört. Geteilt. Vereint. Integriert.
Sind wir einmal ehrlich: Du bist nicht perfekt. Dein Bildungswesen ist nicht fehlerfrei, vieles erscheint nicht gerecht, die Kinderarmut zu hoch, die Sorgen zu groß.
Aber an dieser Stelle soll Zeit sein, dir zu danken.
Danke an die Beamten, Soldaten und Polizisten, die Sicherheit garantieren. Danke an die Krankenschwestern und Altenpfleger, die für zu wenig Geld zu harte Arbeit verrichten. Danke an die Alleinerziehenden, die trotz finanzieller Engpässe keinen dummen Parolen folgen. Die, obwohl sie selbst nicht viel haben, andere unterstützen, anstatt den Fremdenhass siegen zu lassen.
Danke an die ehrenamtlichen Helfer, die Zeit, Kraft, Geld und Geduld investieren.

Wir beide wissen, dass unsere Beziehung noch am Anfang steht. Deine jungen Jahre, deine schlimmen Jahre, deine wilden Jahre, deine angepassten Jahre, nichts davon habe ich miterlebt. Kalter Krieg, Teilung, Wiedervereinigung sind Geschichten, sind Bücherseiten, sind Filmaufnahmen für mich.
Deswegen kann ich das nicht auf einer persönlichen, erlebten (!) Ebene beurteilen und ich weiß nicht, wie sich das Leben damals angefühlt hat.
Trotzdem kann ich die heutigen Freiheiten wertschätzen. Daran wird nichts, werden auch keine Anschläge, etwas ändern.
Sollen wir uns jetzt von dir abkehren? Sollen wir unsere Gesellschaft, unsere Werte in Frage stellen? Uns der Angst hingeben? Die Feiern meiden, den Hass siegen lassen?
Hier hat niemand und nichts gesiegt. Hier wurde verloren. Auf grausame Art und Weise. Doch wer dadurch gewinnt, das bist du, liebes Deutschland.
Du hast uns beim Länderspiel Deutschland – Niederlande gezeigt, dass du Entscheidungen treffen kannst. Dass du Verantwortung übernimmst und Sicherheit gewährleistet. Du funktionierst – als Demokratie, als Staat.
Und doch ist es so viel mehr, das man dadurch gewinnt: Die Erkenntnis, dass Demokratie richtig ist.
Nicht immer hast du Glanzleistungen vollbracht, wenn es darum ging diese „westlichen Werte“ in der „Welt da draußen“ zu verbreiten. Aber hier geht es darum, dass ich morgens aufstehen und im Bus sitzen kann, ohne Angst zu haben, dass „mal wieder“ ein Anschlag geschieht.  Dass ich sagen kann, dass ich dich manchmal echt scheiße finde und du mich trotzdem in Ruhe lässt.
Hier geht es um Freiheit, um Sicherheit, um eine gewaltfreie, gebildete Gesellschaft. Um ein Leben, das jedem zusteht.

Ich bin dir dankbar, dass du ein offenes Land bist. Dass ich bei dir Pizza essen, danach einen türkischen Nachtisch holen, mich abends mit chinesischen Freunden in einer griechischen Bar treffen kann.
Danke, dass ich Sprachen lernen und hören kann.
Dass ich Menschen von der ganzen Welt treffen, ihre Geschichten hören und ihre Kultur miterleben kann.
Dass du ein Ort bist, zu dem ich gerne zurückkehre, von dem ich aber auch gerne fort reise, da du mich gelehrt hast, dass es sich lohnt sich für Vielfalt und Offenheit einzusetzen.

Danke Deutschland, dass ich, wenn ich mit dir rede, auch Europa meine.
Dass meine Heimat nicht ein Land, sondern viele Länder sein kann.
Dass mein Leben, meine Heimat, die Welt ist und sein wird.
Danke, dass ich mit der Welt, mit den Menschen überall schöne Momente verbringen kann.
Momente, die in Erinnerung bleiben, durch die wir uns lebendig fühlen. Zusammen. Das Leben spüren. Erinnerung schaffen, die nichts und niemand, keine Tat uns jemals nehmen wird.

Danke, dass du dich energisch gegen alle aussprichst, die versuchen, solche Taten zu instrumentalisieren, gegen Flüchtlinge hetzten, rechte Parolen verbreiten, Schwachsinn reden.
Diese Idioten gehören nicht zu dir, liebes Deutschland. Das weißt du, das weiß ich.
Das wissen die Menschen, die hier leben und sich engagieren. Die Deutschland zu dem machen, was ich mag: offen, hilfsbereit, demokratisch, frei, rechtens.
Das klingt nach den typischen Stichworten aus dem Powiunterricht der achten Klasse und doch ist es momentan viel mehr. Es ist das, was uns ausmacht. Es ist das, was uns gegen irgendwelche bescheuerten Gewalttaten abgrenzt. Es ist unser alltägliches Leben.
Und liebes Deutschland, genau darum geht es am Schluss: Die Menschen, die in dir leben, machen dich zu dem, was du bist.

Familie vor Strategie – Von der Leyen und die Bundeswehr

KOMMENTAR: Die Versprechen nach Ursula von der Leyens überraschenden Amtsantritt als erste Verteidigungsministerin der Bundesrepublik Deutschland waren groß. Zusammen mit Bundespräsident Joachim Gauck hatte sie Ende Januar diesen Jahres auf der Münchner Sicherheitskonferenz dafür geworben, dass Deutschland künftig mehr Verantwortung in der Welt übernehmen soll. Auch zu diesem Zweck sollte die Bundeswehrreform vorangetrieben, Missstände behoben und die deutsche Armee zum attraktivsten Arbeitgeber des Landes ausgebaut werden. Ein ehrgeiziges Ziel, dass auch dem Vorsitzenden des Bundeswehrverbandes, André Wüstner, imponierte. „Sie hat die Messlatte höher gelegt als wir das als Berufsverband getan haben“, sagte er gegenüber tagesschau.de. Doch was ist nun – ein halbes Jahr nach von der Leyens Amtsantritt – von diesen Absichten geblieben?

Mit dem schwelenden Konflikt in der Ukraine sieht sich Europa mit der größten militärischen Bedrohung seit dem Kalten Krieg konfrontiert. Nach dem Eingeständnis der NATO, sie sei zur Verteidigung des Baltikums im Angriffsfalle Russlands nur bedingt in der Lage, ist die Frage also berechtigt, wie es heute um den Zustand der Bundeswehr und die Bereitschaft zu künftigen Einsätzen bestellt ist. Eine Antwort auf diese Frage zu erhalten, ist aber gar nicht so leicht. Bei konkreten sicherheitspolitischen Fragen wird es still um die neue Dienstherrin der Bundeswehr. So vermied sie es bisher auch, sich zur umstrittenen Beschaffung von Drohnen eindeutig zu positionieren.

Warten auf klare Entscheidungen: Soldaten der Bundeswehr ( © Gemen64  / pixelio.de )

Warten auf klare Entscheidungen: Soldaten der Bundeswehr ( © Gemen64 / pixelio.de )

Vom noch im Januar angekündigten neuen deutschen Selbstbewusstsein in der Außen- und Sicherheitspolitik ist nicht mehr viel zu spüren. Deutschland tut das, was es in den vergangen Jahren immer getan hat. Die Verbündeten werden mit einem Minimum an Beteiligung abgespeist und die politisch Verantwortlichen drücken sich um ein klares Bekenntnis. Eine radikale und sinnvolle Erneuerung der Bundeswehr im Innern scheint ebensowenig stattzufinden wie eindeutige Richtungsentscheidungen aus dem Ministerium.

Klare Ziele und Maßnahmen in diesem Kontext zu definieren, fällt deutschen Politikern noch immer schwer. Die Bedeutung der Bundeswehr wird betont, aber mit Soldaten und Krieg möchte kein Verantwortlicher etwas zu tun haben. So scheint es auch fast so, als wolle die Bundesverteidigungsministerin den Fakt ignorieren, dass sie Befehlshaberin einer Armee ist und nicht Managerin eines familienfreundlichen Unternehmens. Die Besetzung der Posten der Staatssekretäre im Verteidigungsministerium mit fachfremden Personen und der Fokus auf den Ausbau bundeswehreigener Kitas unterstreicht, dass sie sich viel mehr noch als Familienministerin zu präsentieren sucht, denn als Verteidigungsministerin.

Die Vorbereitung der Bundeswehr auf den demographischen Wandel ist sicher eine wichtige Aufgabe und die Schaffung eines attraktiven und familienfreundlichen Arbeitgebers Bundeswehr für die Zukunft von großer Bedeutung. Doch dieses Thema darf nicht zur reinen Selbstdarstellung einer Ministerin verkommen, wenn dadurch dringende Fragen der Gegenwart auf der Strecke bleiben.

Datenschutz – Facebook Privatsphäre Einstellungen

Anmelden, Neuigkeiten und Nachrichten lesen, eigene Aktivitäten, Bilder oder Standorte posten – herzlich Willkommen in der neuen Welt der Kommunikation. Die Plattform „Facebook“ ist neben „LinkedIn“ und „Twitter“ die erste Adresse in der Social-Media-Welt. Sie macht es uns aber nicht gerade einfach, genau festzulegen, mit wem wir welche Neuigkeiten überhaupt teilen wollen. Daher gibt dir die Tipps&Tricks-Redaktion eine Checkliste mit den wichtigsten Facebook Sicherheits- und Privatsphäre-Einstellungen auf den Weg – damit auch du klick für klick sicher im Netz unterwegs bist.

Beginne mit den Privatsphäre-Einstellungen. Diese findest du über das Schloss-Symbol oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Weitere Einstellungen anzeigen“ und wähle den Menüpunkt „Privatsphäre“.

1. Wer kann meine Inhalte sehen?
Hier kannst du einstellen, wer deine Beiträge (beispielsweise nur Freunde) sehen kann. Wenn du aber etwas postest, gibt es auch direkt beim Posting mehrere Möglichkeiten. Du kannst entscheiden, ob es öffentlich, nur für Freunde oder auch nur für ganz bestimmte Freundeslisten benutzerdefiniert sichtbar sein soll. Diese Einstellung findest du neben dem „Posten“-Button.

2. Wer kann mich kontaktieren?
Hier kannst du verhindern, dass dir unbekannte Nutzer dich als Freund hinzufügen.

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

Datenschutz auf Facebook: Privates sollte privat bleiben (© A. Klaus / pixelio.de)

3. Wer kann nach mir suchen?
Die Option, dass Fremde dein Profil über Suchmaschinen wie „Google“ finden können, ist meist automatisch aktiviert. Um dies zu ändern, wähle ein „Nein“, damit andere Suchmaschinen keinen Link zu deiner Chronik erhalten.

Stelle dir vor, du bewirbst dich bei einem neuen Wunscharbeitgeber. Dieser sucht dich beispielsweise über deine E-Mail Adresse auf einer der Suchmaschinen und landet auf deiner Facebook-Chronik. Nicht gerade optimal, oder? Um dies zu verhindern, wähle – ebenso bei der Telefonnummer – die Option „Freunde“.

Im nächsten Schritt wähle die Chronik- und Markierungs-Einstellungen über das kleine Dreieck oben rechts in der Menüleiste. Klicke auf „Einstellungen“ und „Chronik und Markierungseinstellungen“.

4. Wer kann Inhalte zu meiner Chronik hinzufügen?
Mit dieser Einstellung kannst du bestimmen, wer etwas auf deine Chronik posten darf oder wer lesen darf, was deine Freunde in die Chronik schreiben. Hier kannst du auch verhindern, dass dich jemand auf einem Foto markiert und dies automatisch auf deiner Chronik angezeigt wird. Mache die Markierungen zustimmungspflichtig.

5. Wer kann die Dinge in meiner Chronik sehen?
Natürlich kannst du auch einstellen, wer überhaupt die Aktivitäten auf deiner Chronik sehen darf. Um zu vermeiden, dass jeder deine Chronik und Markierungen sehen kann, wähle die Option „Freunde“. Hier gibt es übrigens auch die Möglichkeit einer Profilvorschau. Du kannst kontrollieren, wie dein Profil aus der Sicht eines anderen Nutzers aussieht.

Tipp: Freunde in Listen sortieren

  • Du kannst steuern, welche Freunde was zu sehen bekommen. Freunde, die du in die „Bekannte“-Liste – oder unter „enge Freunde“ – einordnest, kannst du beispielsweise gezielt von Postings ausschließen. Um diese Listen zu erstellen, gehe auf deine Chronik und wähle „Freunde“. Diese kannst du über die Freunde-Buttons in die Listen sortieren.
  • Ebenso kannst du bestimmen, für welche Freunde deine Fotoalben sichtbar sein sollen.

Und zuletzt: Extra Datenschutz-Tipps

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

Eigenes Facebook Profil: Meist geben wir viel zu viele Informationen über uns Preis (© F. Gopp / pixelio.de)

  • Bestätige nicht jeden als Freund. Schließlich gibt es auch Fake-Profile, die Persönlichkeiten fälschen und versuchen an deine Daten heran zu kommen.
  • Status-Meldungen und private Fotos nach Möglichkeit nicht öffentlich posten. Achte bei jedem Posting auf die vorgenommene Auswahl wie „Öffentlich“, „Freunde“ und „Benutzerdefiniert“. Wenn du öffentliche Beiträge kommentierst – die du übrigens an der Weltkugel neben dem Beitrag erkennst – solltest du auf deine Formulierungen achten. Denn dann kann jeder deinen Beitrag lesen.
  • Überprüfe regelmäßig deine Privatsphäre-Einstellungen. Schließlich sollte Privates auch privat bleiben.

Vorschau: Nächste Woche wird euch ein Ergebnisbericht über die Mini-Waschmaschine vorgestellt.

Tipps zur Internetsicherheit

Viren treffen jeden – egal, ob unseren Körper in Form von Grippe oder Schnupfen oder unseren Computer. Gegen die „Körper-Viren“ helfen warme Kleidung und Medikamente, doch was schützt unseren Rechner? Die Tipps&Tricks-Redaktion verrät heute drei einfache Tipps, die helfen, euren digitalen Freund sicherer zu machen.

Viren: Sie infizieren den PC, wenn man nicht aufpasst (Grafik: Pascal Werth)

Viren: Sie infizieren den PC, wenn man nicht aufpasst (Grafik: Pascal Werth)

1. Je aktueller, desto besser

Jeder Computer sollte ein Virenschutzprogramm haben. Egal, ob teuer gekaufte oder kostenlos im Internet heruntergeladene – die Hauptsache ist, dass es existiert. Auch wichtig ist, dass es regelmäßig aktualisiert wird und neue Updates heruntergeladen werden. Nur so kann das Programm auch gegen die neusten Vieren und Schädlinge schützen. Zudem sollte mindestens einmal im Monat – spätestens aber alle zwei Monate – ein kompletter Suchlauf durchgeführt werden. Der dauert zwar je nach Programm mehrere Stunden, ist aber wichtig, um auch versteckte Schädlinge zu finden.

2. „The Wor(l)d of Change“

Für Passwörter gilt: Je komplizierter sie sind, desto sicherer wirken sie. Einfache Passwörter wie „1234“ oder „Passwort“ können von Programmen innerhalb weniger Sekunden geknackt werden.  Am besten eignen sich Kombinationen von Zahlen, Wörtern und Zeichen. Ihr solltet darauf achten, nicht zu kurze Wörter zu verwenden. Manchmal hilft es, sich einen Satz zu merken und immer die Anfangsbuchstaben davon zu verwenden. So wird etwa aus dem Satz „Täglich um 12 Uhr gibt’s neue Face2Face-Artikel“, das Passwort „Tu12gnF2fFA“ –  das knackt so schnell keiner. Zudem hilft das Satzdenken auch, sich komplizierte Kombinationen zu merken. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein, sollte das Passwort zudem öfter geändert werden.

3. Hirn an auch im Internet

„Wenn Sie mir noch heute ihre Kontodaten schicken, überweise ich Ihnen eine Millionen Euro“ – solche oder zumindest so ähnliche Spam-E-Mails gibt es viele. Darauf sollte man natürlich nur auf eine Art und Weise Antworten: nämlich mit dem „Lösch-Befehl“. Gesunder Menschenverstand ist im Umgang mit dem Internet wichtig. Nicht jeder Link ist sicher und nicht jede Mail, die Geld verspricht, will das Beste für den Nutzer. Deswegen sollte man immer überlegen, ob man dem Link trauen kann, die Seite kennt, den Download durchführen sollte oder ähnliches. Manchmal muss es sein, aber man hat trotzdem ein schlechtes Gefühl. Dann sollte man nach Abschluss des Downloads das Virenschutzprogramm gezielt über die heruntergeladene Datei laufen lassen, beziehungsweise einen allgemeinen Virensuchlauf beginnen. Vorsicht ist eben besser als Nachsicht.

Vorschau: Nächste Woche präsentieren wir euch einen Hingucker für das Osterfest: mit Schokolade und Wackelpudding gefüllte Eier.

Von der Homeparty zum öffentlichen Event!

Wer gerne – und dazu noch erfolgreiche Homepartys veranstaltet – spielt nach einiger Zeit mit dem Gedanken dies in einem öffentlichen Event zu realisieren. Die bisherigen Vorkehrungen und Mittel reichen allerdings nicht mehr aus. Vor allem aber, wären Grundlagenwissen und Erfahrungen im Eventmanagement für den Erfolg der Party von Vorteil. Face2Face hat bereits hilfreiche Tipps für eine erfolgreiche Homeparty gegeben. Nun folgt die zweite Runde, indem wir anhand einer angemieteten Grillhütte, wichtige Hinweise für die Organisation einer öffentlich-zugänglichen Veranstaltung geben.

 1. Behörden

Nahezu jedes Gebäude besitzt eine Hausordnung, nach der man sich richten muss. Ähnliches trifft auch auf die meisten Veranstaltungen zu, denn einige Lärmobergrenzen und zeitliche Einschränkungen werden gesetzlich vorgeschrieben. Ausnahmen gibt es nur mit einer Sondergenehmigung, die jedoch ausschließlich an große Kulturevents vergeben werden. Für die eigene Party heißt dies: Um Lärmbeschwerden zu umgehen, am besten einen abgelegenen Ort aussuchen.

Wenn Eintrittspreise und Getränkeverkauf beteiligt sind, ist eine Beratung beim Gewerbe-oder Finanzamt zu empfehlen. Hiermit werden anschließende Steuerschwierigkeiten vermieden. Besondere Vorsicht gilt beim Verkauf von Alkohol, denn eine Schankgenehmigung ist Pflicht! Diese wird bei der zuständigen Gewerbebehörde beantragt und erteilt.

2. Musik

Die Musik bestimmt die Stimmung! Daher ist hier die Auswahl der DJs und deren Ruf wichtig. Es bietet sich an zwei DJs aus verschiedenen Musikrichtungen zu engagieren, die dann abwechselnd auflegen.

Das Mischpult: Mit dem richtigen Equipment sorgen DJs für gute Stimmung (Foto: Jens Schulz)

Sobald das Event öffentlich gemacht wird – sei es durch einen Zeitungsartikel oder über soziale Netzwerke – erfährt die GEMA (Gesellschaft für musikalische Aufführungs- und mechanische Vervielfältigungsrechte) auch davon. Um hohe Strafkosten zu vermeiden, sollte die Veranstaltung gleich bei der GEMA angemeldet und deren Gebühr bezahlt werden.

3. Technik

Inzwischen gibt es in jeder Region fachkundige Technikverleiher. Sie beraten über die technischen Anforderungen, liefern diese und schließen sie auch an. Am Tag nach der Party wird die Ausstattung von den Technikern wieder abgeholt. Nicht nur an den Sound sollte gedacht werden, sondern auch an die Licht-Technik – damit der Effekt stimmt!

Die Qual der (Aus-)Wahl : Ein Technikverleiher berät, welche Ausstattung sich eignet (Foto: Jens Schulz)

Zu berücksichtigten ist zudem die Tatsache, dass einige DJs ihr eigenes Equipment bevorzugen. Damit die angemietete Technik mit dem Equipment der DJs kompatibel ist, sollte auch das mit den Technikern besprochen werden.

4. Sicherheit

Wer eine Location anmietet – wie in unserem Beispiel die Grillhütte – verfügt während der Mietdauer über das Hausrecht. Das bedeutet, dass störenden oder unerwünschten Gäste vom Veranstalter ausgeschlossen werden oder ein Hausverbot erhalten können.

Außerdem empfiehlt es sich, die Party im Vorfeld der örtlichen Polizei anzukündigen und ihr einen Ansprechpartner mit Handynummer mitzuteilen. Dadurch kann die Polizei bei einer möglichen Nachbarschaftsbeschwerde zuerst telefonischen Kontakt aufnehmen, um die Angelegenheit zu klären. Vorteil: Die Partystimmung wird nicht gestört!

Bei einer großen und unübersichtlichen Location mit mehr als 100 Gästen, sollte eine private Security beauftragt werden. Auch hier gibt es regional viele erfahrene Anbieter, die im Voraus eine Beratung anbieten.

Ein letzter wichtiger Hinweis zum Thema Sicherheit, ist der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung für den Veranstaltungstag. Anderenfalls trägt der Veranstalter alle Schäden in voller Höhe.

Vorschau: Nächste Woche gibt es an dieser Stelle einen Bericht über drei von uns getestete Strandfrisuren.

Machtspiele

„Sommerferienfacebookparty auf der Domwiese!“, postet ein Zwölftklässler vor etwa zweieinhalb Jahren, und lädt halb Speyer dazu ein. Schlechte Idee, findet die Polizei und terrorisiert den Organisator so lange, bis er einen Tag vor der Party absagt. Geht man aber nach dem, was so durch den Buschfunk schallt, dann habe nicht nur ich vor, trotzdem auf der Domwiese zu feiern.

Mit dem Rucksack voller Bier und ein paar Freunden im Schlepptau ziehe ich am frühen Abend los, um an dem Spektakel teilzunehmen. Es hat angefangen zu regnen, aber das Bier, das inzwischen den Weg in meinen Kopf gefunden hat, befiehlt: „Mir doch egal! Party!

An der Domwiese angekommen, will sich schnell eine enttäuschende Ernüchterung breitmachen, aber ich kämpfe sie

Kein Bock auf Anarchie: Securitykönig Tobi (Grafik: Asmodeus PhD)

schleunigst mit einem Bier nieder. Trotzdem, irgendetwas stimmt hier ganz und gar nicht. Kein Schwein da! Wo sind die denn alle? Was die Polizei nicht verhindern konnte, wurde offensichtlich ohne größere Umstände vom Wetter gestoppt. Oder vom Sommerfest. Das Sommerfest ist eine jährlich im Domgarten Speyer stattfindende Veranstaltung, die sich vor allem durch ihr außerordentlich schlechtes Musikangebot auszeichnet. Während sich ein größtenteils jugendliches Publikum im Domgarten vor den paar Fressbuden und Bierpavillons herumdrückt, stehen auf der Bühne Jazzbands, die jede Partyatmosphäre schon im Keim ersticken. Gott, ich hasse das Sommerfest!

„Wir könnten ja auch rüber gehen auf…“, fängt eine Freundin an, aber ich falle ihr ins Wort. „Nix Sommerfest! Hier! Facebookparty und so!“, befehle ich. Vielleicht kommt ja doch noch jemand. Es regnet zwar, aber nicht besonders stark, und warm genug für Domwiesenparty ist es auch. Wo sind die ganzen Schüler, deren Sommerferien gerade beginnen?

Auf jeden Fall sind sie nicht auf der Domwiese. Nach einer halben Stunde Herumgezuckle und -gewackle auf der leeren Wiese macht sich Widerstand bei meinen Freunden bemerkbar. Nach längerer Diskussion gebe ich mich geschlagen und schlurfe ihnen hinterher auf das Sommerfest. „Vielleicht“, denke ich mir, „vielleicht wird es dieses Jahr ja mal besser…“

Wird es nicht. Als wir das nach hinten auf eine Wiese geöffnete Festgelände betreten, quält sich gerade eine Band mit „karibischen Sounds“ durch ihre Setlist. Meine Freunde lassen sich auf einer Bierbank nieder und haben offensichtlich keine Lust zu tanzen. Ich aber schon. Also schnell zwei Bier gepackt und ab zur Bühne. Doch dort herrscht Langeweile. Die Leute wollen feiern, aber die Musik gibt einfach nichts her. Peinlich berührt wackeln sie mit ihren Armen und Beinen lustlos vor sich hin und warten, dass irgendetwas passiert. „Party!“, befiehlt das Bier mir immer noch. Also fange ich an zwischen den Liedern den unkaribischen Karibikmenschen zu rufen: „Ey! Spielt mal ‚Killing in the Name‘! Wir wollen feiern!“Zustimmendes Gemurmel. Von ihrer Setlist weicht die Karibikband trotzdem nicht ab. Also: Zurück zu meinen Freunden! Ich steigere mich in einen wütenden Monolog über Karibikbands auf Stadtfesten hinein. So langsam macht sich das Bier bemerkbar. Ich bin weit davon entfernt, betrunken zu sein, aber jetzt in absoluter Tanzlaune.

Eigentlich kann ich gar nicht tanzen. Wenn ich auf einer Tanzfläche stehe und so vor mich hinzapple, komme ich mir immer wahnsinnig doof vor. Meine weitreichenden soziologischen Studien auf den Tanzflächen der Absturzkneipen Speyers bestätigen allerdings, dass offensichtlich viele Menschen an ihrer tänzerischen Begabung zweifeln. Das erzähle ich einem Kumpel, um ihn dazu zu motivieren, mit mir in die Stadt zu gehen. Doch seine vermeintliche tänzerische Unbegabung hat ihn fest im Griff, und sonst hat auch keiner Lust, tanzen zu gehen. Stattdessen: Weiter Herumlangweilern! Für mich ist das keine Option. Ich verabschiede mich also und mache mich auf den Weg Richtung Innenstadt. Sogar die Securities, die am Rande des Festes stehen, sehen gelangweilt aus, als ich ihnen zum Abschied zuproste.

Auf halbem Weg zum Bruch schaue ich auf die Uhr, und muss entsetzt feststellen, dass dort noch gar nicht offen ist. Frustriert öffne ich mein letztes Bier und mache mich auf den Weg zurück in den Domgarten. Vielleicht bekomme ich ja wenigstens noch ein paar Freunde überredet, später mit zu gehen.

Doch diesmal machen mir die Securities einen Strich durch die Rechnung. „Mit dem Bier kommst du hier aber nicht rein“, erklärt mir der Aufpasser, als ich zuprostend an ihm vorbeilaufen will.
„Hä?“, frage ich perplex.
„Ja, du sollst nicht mit mitgebrachten Getränken hier reinlatschen“, erklärt mir die Aufpasserfreundin.

Das kann ich verstehen, muss aber lachen. „Ich war jetzt bestimmt drei Stunden mit einem Rucksack voller Bier dort drin rumgesessen, und kein Schwein hat sich dafür interessiert“, erkläre ich.

Das lassen sie nicht gelten. Achselzuckend trinke ich also mein Bier vor der Absperrung leer, als mir eine Idee kommt. „Ihr wisst schon, dass ich dreißig Meter den Weg da entlang einfach wie vorhin von hinten über die Wiese auf euer Gelände latschen kann, ja?“
„Mir egal“, sagt der Security, „hier kommst du mit Bier nicht durch“.

Jetzt bin ich stinkig. Was soll diese dämliche Paragraphenreiterei, wenn sie überhaupt nicht verhindert, dass Getränke auf das Sommerfestgelände gelangen? Darum scheint es den zwei Hilfssheriffs auch gar nicht zu gehen. Sie interessieren sich nämlich gar nicht dafür, ob ich über die unabgesperrte Wiese auf ihr Fest laufe und mein Bier dort weiter trinke. Sie wollen einfach nur nicht, dass ich mit meinem Bier in der Hand durch ihr Tor laufe. Ich habe keine Ahnung, was das soll, spekuliere aber laut, dass sie in irgendeiner fragwürdigen Beziehung zu dem Tor stehen. Das findet die Securityfrau lustig, ihr Securitykumpel aber überhaupt nicht. Ich will da jetzt durch! Vielleicht passiert ja irgendetwas Tolles! Also stehe ich ein paar Minuten mit den prinzipientreuen Aufpassern herum und erzähle ihnen, wie toll ich die Musik heute Abend finde. Als mein Bier schließlich leer ist, will ich durch die Absperrung schreiten. Doch wieder hält mich der Security zurück. „Halt! Erst mal abtasten, dass du nichts mehr dabei hast!“ Genervt zeige ich meinen Rucksack und lasse den Mann meine Hosentaschen überprüfen. „Mein Heroin“, witzele ich, „hab ich sowieso in der Kniekehle kleben“. Die Securityfrau lacht wieder, das scheint ihrem Aufpasserkumpel gegen den Strich zu gehen. Er beschließt: „Komm, geh du mal wieder weg, ich lass dich hier jetzt nicht durch!“

„Alter!“, empöre ich mich wütend, „was soll das denn jetzt?“
Seine Kollegin will mich durchlassen und die beiden diskutieren kurz. Viel zu tun haben sie sonst ja auch scheinbar nicht. Ergebnis: Du kommst hier nicht durch! „Geh halt hinten rum über die Wiese rein“, rät mir die Frau.
„Nö. Dann mach ich halt hier draußen Party“, ärgere ich die beiden, „ist es eigentlich schwer, an so einen geilen Securityjob zu kommen?“
„Hä? Wieso?“, will der mächtige Durchgangsverweigerer wissen.
„Och, nur so“, sage ich, stelle mich zehn Meter vor der Absperrung auf einen Sockel, und fange an, dort vor mich hinzutanzen. Ein paar Minuten werde ich zähneknirschend von meinen beiden Lieblingssicherheitskontrolleuren geduldet, dann können sie es wohl nicht mehr zulassen, dass vor ihrer Absperrung getanzt wird. Also greifen sie zum Funkgerät. „Ah, geil!“, denke ich, „jetzt darf ich bestimmt doch durch!“. Siegessicher geselle ich mich wieder zu den beiden. „Na? Wie isses?“, will ich wissen. „Bleib mal hier“, befiehlt mir der eine, greift zu seinem Funkgerät und funkt damit seinen Securitykönig Tobi herbei. „Verjag den mal!“, sagt der Security. „Hau mal ab!“, sagt Securitykönig Tobi. „Wieso? Ich mach doch gar nix. Werd ja wohl da hinten auf dem Sockel rumtanzen dürfen“, pampe ich ihn an. „Mir egal!“, sagt Tobi, „du gehst jetzt hier weg.“

Würde mich mal interessieren, wo die die alle herhaben. Securitykönig Tobi scheint nicht wegen irgendwelchen Führungsqualitäten in gehobener Position zu arbeiten, sondern einfach nur, weil er stärker ist als die niederen Absperrungskomissare.
„Nö!“, sage ich. Wieso auch? JETZT fühle ich mich nämlich bestens unterhalten.

Securitykönig Tobi ist sichtbar wütend. Er verlässt sein Hoheitsgebiet, packt mich am Arm und zieht mich den Weg entlang. „Öy!“, begehre ich auf, „wie wird man eigentlich Securityboss?“ Doch seine Hoheit möchte nicht mehr mit mir kommunizieren. Er zieht mich ein Stück den Weg entlang, biegt dann aber auf eine dunkle Wiese ab. Entweder will er mich jetzt verprügeln oder vergewaltigen. Aber einen hab ich noch. „Übrigens“, lache ich Tobi an, „übrigens, bin ich Journalist“ Das hat gesessen. Tobi schnaubt wütend und lässt mich los. „Los, verpiss dich jetzt einfach“, wütet er mich an, dreht sich um und stapft davon. Ich schaue auf die Uhr und rufe seiner Majestät hinterher: „Ey! Bock auf Bruch?“

Zusammenziehen – ja/nein/vielleicht?

Von links: Florian Büttner, Jule Frölich, Elvira Wilms, Sabrina Kuhn und Tobias Kloster (Fotos: privat)

„Liebe ist zwei Wohnungen gegen eine zu tauschen“ – so heißt es in einem von vielen „Liebe ist“-Sprüchen aus der berühmten Cartoon-Reihe von Kim Casali. Die Realität zeigt aber, dass sich heutzutage viele Paare noch nicht reif für den großen Schritt in Richtung gemeinsame Zukunft fühlen. Vor allem müssen gewisse Kriterien vorher erfüllt sein, damit die Entscheidung eines Zusammenzugs denkbar ist. Dass es sich dabei um etwas Besonderes handelt, sind sich die meisten einig. Es stellt sich nun die Frage, ab wann eine Beziehung bereit für den Zusammenzug ist. Face2Face hat sich an diese Frage gewagt und dazu fünf junge Menschen befragt.

„Natürlich ist der Zusammenzug etwas Besonderes, es markiert den Höhepunkt in der Beziehung und man möchte jede Nacht zusammen sein“, findet der 22-jährige Student Florian Büttner. Obwohl er selbst noch nie mit dem Gedanken gespielt habe, sei ein solcher Schritt nur dann möglich, wenn sich beide blind verstehen und dazu noch die finanziellen Mittel besitzen. Wichtig sei vor allem, dass man nicht in die Wohnung des anderen ziehe, sondern gemeinsam eine suche. Der 22-Jährige befürchtet nämlich, dass es sonst zu Streitigkeiten komme, da der zugezogene Partner sich zu stark anpassen müsse. Auf die Frage, was absolute No-Gos beim Zusammenleben wären, antwortet er: „Wenn der Partner nicht putzen kann und sich wegen jeder Kleinigkeit aufregt.“ Bei dem Gedanken „Zusammenzuziehen“ habe Büttner besondere Bedenken in Bezug auf die Harmonie einer Beziehung. Diese könne aufgrund von verschiedenen Ansprüchen und Geschmäckern, wie zum Beispiel die Einrichtung der Wohnung, leiden. Dennoch verbinde er mit diesem Schritt die gemeinsame Zukunftsplanung und ein eigenes Zuhause.

Auch Jule Frölich hat sich bisher keine ernsthaften Gedanken darüber gemacht. Allerdings sehe sie die Option „Zusammenzug“ als eine praktische und machbare Sache an, wie sie Face2Face berichtet. Schließlich würden ihr Partner und sie keine Termine für ein Wiedersehen mehr machen müssen, da sie sich beispielsweise abends noch Zeit füreinander nehmen könnten. Für die 19-jährige FSJ-lerin sei dies ein besonderer und gewaltiger Schritt in eine ernsthafte Langzeitbeziehung. „Entweder es klappt und man bleibt beieinander wohnen oder es klappt eben nicht“, äußert sie sich dazu. Eine Dramaqueenbeziehung sei für sie keine Grundlage dafür. Im Gegenteil, die Partner müssen sich ihrer Meinung nach gut verstehen, finanziell auf einen Nenner kommen und weitestgehend gleichberechtigt sein. Frölich vermutet, dass der Haushalt letzten Endes doch an der Frau hängen bleiben würde und das wolle sie auf keinen Fall. „Schon klar, man kann nicht über jede Kleinigkeit diskutieren, um am Ende auf eine gerechte Lösung zu kommen, aber grundsätzlich und im alltäglichen Leben sollte Gleichberechtigung herrschen.“ Ausgeschlossen sei ein „Zusammenzug“, wenn der Partner unmotiviert sei und nicht aktiv am gemeinsamen Leben teilnehmen möchte. Wann eine Beziehung reif dafür sei, ließe sich für die 19-Jährige nur schwer sagen. Großes Vertrauen und eine Mindestdauer von einem Jahr Beziehung sollten jedoch bestehen. Allerdings möchte sie sich darauf nicht festlegen, da zahlreiche Gründe, wie zum Beispiel beruflicher oder familiärer Art, mit in die Entscheidung fließen. „Das Schlimmste, was passieren kann, ist meiner Meinung nach, dass die Alltagsroutine die Liebe erstickt.“

Im Vergleich dazu hat Elvira Wilms bereits an das „Zusammenziehen“ gedacht. Das Thema Sicherheit ist ihr sehr wichtig. Daher seien eine langjährige Beziehung und Kompromissbereitschaft die Voraussetzung dafür. Zugleich müsse es finanziell stimmen – ein fester Arbeitsvertrag sei daher grundlegend. Besonders wichtig sei für die 22-jährige Fachangestellte für Bürokommunikation ein Zimmer, in dem sie sich zurückziehen könne. „Sollte dies nicht gegeben sein, wird ein Zusammenzug sehr schwierig werden“, so Wilms. In ihrem Umfeld habe sie Paare gesehen, die nach drei Monaten Beziehung diesen Schritt gewagt und sich dann getrennt haben, weil es ihrer Meinung nach zu früh war. Für die 22-Jährige ist das Zusammenziehen mit ihrem Partner schon gleichbedeutend mit Heirat, denn „immerhin sieht man dann den Partner jeden Tag und muss mit seinen Macken zurechtkommen.“ Außer der Angst sich auf die Nerven zu gehen, habe Wilms im Großen und Ganzen keine Bedenken. „Ich wünsche mir, dass mit dem Zusammenzug ein Anfang für eine gemeinsame Zukunft geschaffen werden kann. Die Beziehung sollte nicht einschlafen, sondern mit dem Zusammenzug trotzdem wachsen“, so die 22-Jährige im Gespräch mit Face2Face.

Erst in ihrer jetzigen Beziehung kam das „Zusammenziehen“ für die 23-jährige Sabrina Kuhn in Frage. Sie hätte von Beginn an mit dem Gedanken gespielt und es letztendlich nach vier Monaten Beziehung durchgezogen. Absolute Ehrlichkeit und Vertrauen seien für die Studentin und Angestellte bei der Drogerie Müller unverzichtbar. Die Bereitschaft eines „Zusammenzugs“ zeige sich darin, dass man nicht ohne den Partner aufwachen möchte und sich auf einen gemeinsamen Alltag freue. Auch wenn eine Beziehung schon Jahre dauere und man die Ticks des anderen kenne, hieße das für Kuhn noch lange nicht, dass ein „Zusammenleben“ funktionieren würde. Ansonsten hätte die 23-Jährige auf ihr Bauchgefühl gehört und sei der Meinung, „dass man es einfach weiß, wenn man soweit ist, diesen Schritt zu gehen.“ Unehrlichkeit und Misstrauen sprechen ihrer Meinung nach gegen eine gemeinsame Wohnung – ebenso wie wirtschaftliche Differenzen der Partner. Schließlich führe das zur finanziellen Abhängigkeit und könne viele Komplikationen verursachen. Etwas Gewöhnliches sei der „Zusammenzug“ für Kuhn keinesfalls, denn ab diesem Zeitpunkt teile man alles mit seinem Partner. Einen Rückzugsort gebe es ihrer Ansicht nach nicht im gemeinsamen Haushalt, da man sich dem Partner praktisch voll und ganz öffne. „Das ist auch eine gewisse Prüfung für die Beziehung“, ist sich die junge Frau bewusst. Obwohl Kuhn sich recht früh sicher war, habe sie auch Bedenken gehabt, was den Zusammenzug mit ihrem Partner betraf. Vor allem, ob sie sich ihm vollkommen öffnen könne. Weiterhin habe sie befürchtete in punkto Haushalt und Ordnung, sowie beim Geschmack in Bezug auf die Dekoration dem Partner nicht gerecht zu werden. Glücklicherweise haben sich diese Bedenken nicht bestätigt, denn derzeit sind die 23-Jährige und ihr Partner an einem Hausbau tätig. Für die Zukunft habe sie den Wunsch, weiterhin eine harmonische Beziehung zu führen und ein ganzes Leben vereint zu sein. Abschließend äußert sie: „Heiraten kann jeder, aber es zu schaffen, jahrelang zusammenzuwohnen, das ist mehr wert.“

Keine einfache Frage: Willst du mit mir zusammenziehen? (Foto: Sharifi)

Zu Beginn sollte man sich vergewissern, dass ein „Zusammenzug“ eine langfristig und ernst gemeinte Sache sei, findet Tobias Kloster. Der 21-jährige Student legt viel Wert auf einen ähnlichen, aber nicht gleichen Musikgeschmack, denn sonst könne es irgendwann öde werde. Mangelnde Hygiene, die Farbe Rosa und Kompromisslosigkeit wie zum Beispiel der Verzicht auf schlechte Musik oder Castingshows, die das Fernsehprogramm bestimmen, seien kontraproduktiv. Obwohl er der Ansicht ist, dass eine Beziehung nie reif für den Schritt in die gemeinsame Zukunft sei, sehe er es durchaus als etwas Besonderes an. Zum Thema Bedenken offenbart er: „Bedenken kaum, eher Angst, dass es nicht funktioniert, die Partner sich hassen und sich auf der Straße nicht mehr ansehen.“ Selbstverständlich hofft der 21-järige Student, der gerade mit seiner Freundin in eine Wohnung gezogen ist, „dass es so nie wird natürlich.“

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Sommerloch und Waffenhandel

Entgegen der Ankündigung im letzten Artikel, möchte ich mich heute in Form eines Kommentars mit dem gerade publik gewordenen Panzerdeal zwischen der deutschen Bundesregierung und Saudi-Arabien auseinandersetzen.

 Im 21. Jahrhundert scheint es die Menschheit immer noch nicht gelernt zu haben, miteinander zu leben: Während in vielen Teilen der Welt Kriege toben und Armut regiert, ist es in Deutschland vor allem das Sommerloch, das uns zu schaffen macht; es passiert einfach nichts – zumindest nichts Konkretes.

 Bis vor einigen Tagen fragwürdige Panzerdeals der deutschen Bundesregierung mit dem Königreich Saudi-Arabien bekannt wurden, die eigentlich niemals öffentlich hätten werden sollen. Verständlich: Saudi-Arabien ist ein Staat, der immer wieder dadurch von sich Reden macht, dass er die Menschenrechte nicht anerkennt und die dort sowieso schon am Boden liegende Pressefreiheit mit Füßen tritt. Öffentliche Hinrichtungen für „Delikte“ wie Homosexualität, Alkoholkonsum oder schlicht auch „Hexerei“ sind bekannt geworden; Folter gehört zur gängigen Rechtspraxis, von gesellschaftlicher Gleichberechtigung und Toleranz kann keine Rede sein. Zudem entsandte Saudi-Arabien jüngst Truppen nach Bahrain, um dort Aufstände um den „Arabischen Frühling“ niederzuschlagen. Und dieser Staat soll nun von Deutschland 200 „Leo 2“-Kampfpanzer erhalten.

 Dass die Geschäfte mit der absolutistisch geführten Nation mehr als bedenklich sind, steht außer Frage. Doch trotz des Bestrebens der Opposition, den Handel zu stoppen, zieht die Regierung das Geschäft knallhart durch, und Bundeskanzlerin Angela Merkel tut das, was sie in solchen Situationen immer tut: Sie schweigt und sitzt sie aus. Währenddessen versucht Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) den Deal zu rechtfertigen: „Menschenrechtsüberlegungen müssen eine Rolle spielen, doch überwiegen die internationalen Sicherheitsinteressen.“ Er verweist damit auf das an Saudi-Arabien angrenzende Jemen, welches als Hochburg des islamistischen Terrorismus gilt. Gerade aber im Zusammenhang mit den niedergeschlagenen Demonstrationen in Bahrain erscheint diese Aussage als ziemlich fadenscheinig.

 Und überhaupt: Wie sollen denn „internationale Sicherheitsinteressen“ durch Waffenhandel gedeckt werden? Es sind doch gerade Waffen, die die internationale Sicherheit gefährden. Die Rüstungsindustrie bedient hier einen gut geölten Teufelskreis, einen ewig voranschreitenden, teilweise kalten Krieg: Besitzt Nation A Waffen, braucht auch Nation B welche. Dabei spielt es keine Rolle, ob diese zum Einsatz kommen; entscheidend ist zunächst ihr Vorhandensein.

 Die Möglichkeit eines Ausstiegs aus dieser Argumentationskette verbietet sie ganz simpel aus sich selbst heraus: Eine Abrüstung ist nicht möglich, solange sie nicht auf internationaler Ebene stattfindet. Dem entgegen aber stehen unberechenbare Staaten wie Nordkorea: Nordkorea unterhält nicht nur das viertgrößte Heer der Welt, es betreibt auch ein Kernwaffenprogramm und gibt sich weltpolitisch immer wieder aggressiv.

 Also wird weitergerüstet, ohne an die Konsequenzen zu denken. Und das Problem wächst und wächst und wächst. Ein Glück für die Bundesregierung, dass Skandale wie der saudische Panzerdeal aufgrund Aussitztaktik und generellem öffentlichem Desinteresse schon bald wieder im Sommerloch verschwunden sein werden.