Programmiertes Hibbeln – The Voice of Germany und Aufklärung

Irgendwann konnte ich es nicht mehr verhindern. Mit seiner Oma zusammen sah mein ältester Sohn das erste Mal „Deutschland sucht den Superstar“. Ich war erst einmal sauer. Stinksauer. Erstens, weil die Oma die Schlafenszeiten ignorierte, aber viel schlimmer fand ich, dass sie ihn voller Naivität eine sogenannte Castingshow hat sehen lassen, in denen Talent erst einmal zweitrangig ist und Beleidigungen nicht selten. Es hätte kaum schlimmer sein können, höchstens noch mit Klumms eigener Magersuchtzucht. Doch nun hatte ich den Salat. Das Kind verstand meine Aufregung nicht und ich wusste, da hilft nur Aufklärung.

Aufklärung beim Schauen
women-1003240_640

Stimme statt Show? Stimmt auch bei The Voice of Germany nicht ( Grafik: giselly / pixabay.de)

Darum durfte er letzten Sonntag wieder länger aufbleiben und wir haben uns gemeinsam das Finale von „The Voice of Germany“ angeschaut. Es war die zweite Staffel, die er sehen durfte. Wenn er hibbelt und hofft, erkläre ich ihm, dass es nur eine Show ist, ein Schauspiel. Dass alle Teilnehmer wissen, wann sie rausfliegen, wie weit sie kommen, wer gewinnt. Trotz Telefonwertungen. Er hört zu, versteht, hibbelt trotzdem. Aber ich sitze daneben und erkläre weiter. Wie die Auftritte platziert sind, wann das Miro leiser gedreht wird, um einen anderen Kandidaten zu bevorzugen. Das ist auch gar nicht böse oder schlimm. Pro Sieben ist ein Unternehmen und muss wirtschaften. Herzklopfen für den Zuschauer, Kassengeklimper für Pro Sieben. Für „The Voice of Germany“ habe ich mich aber bewusst entschieden. Gerade in der ersten Runde erfährt der Zuschauer keine Beleidigungen von den Teilnehmern. Nur Buzz oder nicht. Und dann das „Buhlen“ um die Teilnehmer, statt das Flehen an die „Coaches“.

System funktioniert?
Jedes Jahr eine neue Stimme: Tay Schmedtmann ist The Voice of Germany 2016 (Foto: AxxLC / pixabay.de)

Jedes Jahr eine neue Stimme: Tay Schmedtmann ist The Voice of Germany 2016 (Foto: AxxLC / pixabay.de)

Ja, das System funktioniert. Das „Mädchen“, das es mit seiner Euphorie gerne übertreibt, dieses Mal war es Yvonne Catterfeld und ihre Jubelrufe, die mitunter lauter waren, als die Sänger am Mikro. Der „Ausländer“, bereits zum zweiten Mal Samu Haber von Sunrise Avenue, der nicht nur auf Englisch flucht, sondern auch auf Deutsch. Warum der Finne kein finnisch von sich gibt, habe ich aber nicht verstanden. Dann noch die lässigen Fanta 2 Michi Beck und Smudo. Meine Kinder wachsen mit der Musik der Fantastischen Vier auf, „Die Da“ ist Standardrepertoire unserer Musikauswahl. Seit er The Voice schaut, steht mein Großer vor der Anlage und schreit „Ich hör Michi“ oder „Das ist Smudo“. Und zuletzt der immer kritisch schauende Andreas Bourani, der damit bisher wenig punkten konnte und vielleicht gerade deswegen dieses Mal mit seinem Kandidaten Tay gewonnen hat. Klischee, es leben hoch. Geradezu überraschend war es da, dass ins Finale keine Quotenfrau kam und auch sonst die so geforderte „Diversity“ nicht erzwungen wurde. Ja, ich bin für Vielfalt und weiß, dass die Welt bunt ist. Nur jemanden ins Finale zu holen, weil er eine bestimmte Hautfarbe, Ethnie oder Geschlecht hat, ist aber genauso falsch, wie ihn deswegen auszuschließen.

Fokus auf den Sängern
Auch nur eine Casting-Show - aber besser als viele andere (Foto: Nachrichten_mus / pixabay.de)

Auch nur eine Casting-Show – aber besser als viele andere (Foto: Nachrichten_mus / pixabay.de)

Warum ich „The Voice of Germany“ trotz allen Klischees und „Show“ dennoch mag, liegt auch daran, dass der Fokus hier weniger auf den bereits bekannten Künstlern liegt. Ja, die scherzen und blödeln, geben an und machen natürlich für ihre eigenen Scheiben Werbung. Sie wären ja auch schön blöd, wenn nicht. Doch hier gibt es wirklich konstruktive Kritik und Hauptsache ist, wie die Künstler singen, nicht wie sie zicken, aussehen, spinnen. Das Konzept geht auf und mein Sohn lern nicht nur, wie das System „Castingshow“ funktioniert, sondern auch noch etwas über gute Musik. Was eine klare Stimme ist, warum Atmen nicht gleich Atmen ist, dass viel Stimme nicht alles ist und Töne treffen auch nicht. Am Ende der Staffel scheinen manche der Talente besser zu singen, als die, die einmal für sie gedrückt haben. Und die geben das ohne Scheu zu. Unser Favorit, Friedemann aus Yvonnes Team, war am Sonntag bereits nicht mehr dabei. Mir persönlich macht das nichts. In der ersten Staffel landete mein Favorit Max Giesinger auf dem dritten Platz. Heute hat er den Sprung geschafft. Von Ivy, dem Mädchen, dass damals gewonnen hat, habe ich dagegen schon lange nicht mehr gehört. Ob Tay Schmedtmann eine große Karriere vor sich hat, bleibt abzuwarten. Ich hatte ihn nie als Sieger auf dem Schirm, aber ich bin ja auch keine Musikerin.

Die Welt ist ein Theater

Gut gespielt? Theater gibt es nicht nur auf der Bühne (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Gut gespielt? Theater gibt es nicht nur auf der Bühne (©Rainer Sturm / pixelio.de)

Wann wart ihr eigentlich zuletzt im Theater? Wisst ihr es nicht mehr? Oder gehört ihr gar zu den wenigen regelmäßigen Theatergängern? Vielleicht graust es euch auch bei der Vorstellung an eine Bühne weit vorne, auf der Menschen schreien, damit auch der Zuschauer in der letzten Reihe sie noch verstehen kann. Und zugegeben, Theater ist nicht gleich Theater.
Als Studentin der Universität Mannheim komme ich um das Nationaltheater meiner Universitätsstadt nicht herum. Auf hinteren Reihen habe ich mit Kommilitoninnen, ab und an hat sich auch mal ein Kommilitone in unsere Mitte verirrt, klassische und moderne Stücke, Uraufführungen und Neuauflagen angesehen. Als Journalistin habe ich Schultheater und sogenannte Performances besucht und darüber geschrieben, habe Kabarett und Improvisationen erlebt. Nein, Theater ist nicht Theater und die Bretter, die die Welt bedeuten sind ganz einfach die Welt selbst.
„Mach nicht so ein Theater“, hat mein Vater früher oft zu uns Kindern gesagt. Der Spruch ist zeitlos. Großeltern und Eltern nutzen ihn immer noch. Wandeln ihn ab, treiben die Metapher weiter. „Showmaker“, sagt mein Mann gerne. Denn schon als Kleinkinder, als Babys, lernen wir, Theater zu spielen. Die ersten Versuche im Lügen, das laute Weinen, wenn ein winziger Kratzer die oberste Hautschicht verändert hat, der leichte Plumps aus den mit Windel ausgepolsterten Hintern. Alles genügt, um zu schreien, um zu weinen. Denn, so schlau sind wir schon als Babys: Wenn wir weinen, kommt Mama, kommt Papa, werden wir hochgenommen, geknuddelt, sie spielen mit uns und wir sind im Mittelpunkt.
Das verlernen wir nie. Ja, manch einer kann besser lügen, anderen sieht der Gegenüber die Unwahrheit nicht nur an der Nase an, sondern am Blick, am Grinsen, am Erröten. Sind sie deshalb schlechtere Theaterspieler? Nicht im Mindesten! Zwar ist ihr Versuch, zu flunkern, erkennbar, doch das Erröten und die eindeutigen Zeichen, das ist Teil des Theaters. Eine Lüge, die nicht wirklich eine ist, beinahe niedlich, irgendwie süß. Und ganz große Kunst.

Alles nur Theater! Unser Verhalten hängt davon ab, welche Rolle wir spielen müssen (©S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Alles nur Theater! Unser Verhalten hängt davon ab, welche Rolle wir spielen müssen (©S. Hofschlaeger / pixelio.de)

Und statt dass wir mit zunehmendem Alter weiser werden und Theater auf der Bühne lassen, reift unser Schauspieltalent. Jungs, die einen auf starker Mann machen, Mädchen, die rosa mögen und Einhörner. Das sind Rollen, Rollen, die wir verteilen und nach denen wir uns richten. Rollen, die wir spielen. Und auch das burschikose Mädchen mit Stoppelhaaren und Fußball unterm Arm wird zur Figur, zum Gegenpart, den es auf jeder Bühne braucht, sonst wird es langweilig. Nein, Erwachsene sind mitnichten besser. Frauen spielen Mütter, spielen Karrierefrau, spielen Erotikvorstellung. Männer spielen Handwerker, spielen Sportbegeisterte, spielen Ernährer. Die Welt ist ein Theater und wir sind die armen Schauspieler, die Rollen vorgesetzt bekommen und sich nach ihnen zu richten haben.
Es gibt kein Entkommen. Kein Aber, kein „Ich nicht“, kein Wegbleiben. So ist das bei gutem Theater, wir können nicht nicht mitmachen, wir können nicht nicht reagieren. Selbst der Ausstieg aus der Gesellschaft ist Teil des Stücks. Und wir wissen es. Über unseren Rollen haben wir vergessen, wer wir selbst sind. Schlimmer noch: Wir definieren uns über unsere Rollen. Aber: Ist es ohne sie überhaupt möglich? Was wäre das für eine Welt ohne Zuordnungen und Gruppenzugehörigkeiten? Traum oder Albtraum? Denn unsere Rollen bieten uns auch einen Rahmen der Orientierung, einen Schutz. Und solange theoretisch jeder alles erreichen kann – wäre es nicht schön, wenn es so wäre – sind wir zufrieden mit der Theorie und vergessen gnädig, dass die Praxis uns doch wieder in Rollen zwängt.
Und das Theater? Das richtige also, mit Bühne und bezahlten Schauspielern und Stücken, mit Geschichten und Drama? Das zeigt uns, was es uns immer schon zeigt. Die Welt. Mal als Spiegel, mal als Wunschvorstellung, mal als Ausblick, mal als Erinnerung. Und wir nehmen die Rolle der Zuschauer ein und applaudieren, wenn die Schauspieler sich verbeugen. Essen Popcorn im Kino, improvisieren vielleicht mal mit. Je nachdem, was unsere Rolle alles zulässt. Denn unsere Rolle, das sind wir.

Vorschau: Nächste Woche ist Sascha für euch hier mit einem neuen Thema bereit.

Wieso fahren alle großen Marken so auf das Model Cara Delevingne ab? – Wir haben die Antworten

Cara Delevingne ist 22 und ein Supermodel.

Wir haben einmal die wichtigsten Fakten über Cara und ihr Leben zusammengestellt.

Die gebürtige Londonerin ist die jüngste Tochter von Charles Delevingne und des ehemaligen It-Girls und Models Pandora Stevens. Sie kommt aus gutem Haus und ging unter anderem auf die Hempshire Boarding School Bedales, wo sie sich mit den Jagger-Kindern und der Familie von Lily Allen anfreundet. Schon immer hatte das in Mayfair aufgewachsene Mädchen mit den Medien zu tun, denn als Tochter eines It-Girls, Schwester eines Models und Enkelin eines Zeitschriftenherausgebers bekam sie viel von der Medienwelt mit.

Seit sie fünf Jahre alt ist, ist sie mit der Tochter von Sarah Doukas befreundet. Doukas ist die Gründerin der Modelagentur Storm. Wie Supermodel Kate Moss wurde auch Cara von ihr entdeckt. 2009 unterschrieb Cara dann bei Storm Models und begann 2010 ihre Modelkarriere mit Katalogaufnahmen für die Herbst-/Winter-Kollektion von ASOS, dem größten britischen Online-Versandhandel im Bereich Mode und Beauty.

Im selben Jahr läuft sie zum ersten Mal auf der Pre-Fall Show für die britische Modemarke Burberry, bis sie ein halbes Jahr später das Gesicht des Labels wird. Zuvor habe sie noch nie an das Modeln gedacht, es sei einfach so passiert, behauptet die Britin. Somit folgte sie ihrer zweitältesten Schwester Poppy ins Modelbusiness. Ihre Schwester hatte damals schon für große Marken wie Chloé, Louis Vuitton oder Balenciaga gemodelt.

Vitamin B ist immer ein Geheimnis zum Durchbruch, das ist klar. Doch auch ihre eigene, spezielle Art machte Cara zu dieser Persönlichkeit, die sie heute ist. Sie ist frisch und witzig, hat Humor und nimmt sich selbst nicht zu ernst. Das ist es, was die Modewelt unter anderem an dem jungen Model so liebt. Auf Instagram oder Facebook postet die 22-Jährige häufig Bilder von sich, auf denen sie Grimassen schneidet. Diese Albernheit tut gut in einem Business, das sonst so sehr auf Perfektion bedacht ist. Die Menschen wollen keine Models mehr, die nur straight ihren Job machen und ihr perfektes, makelloses Gesicht in die Kamera halten. Sie wollen eher eine freche Art und sehen, dass die Mädels auch noch Spaß an ihrem Beruf haben und es für sie durchaus auch noch andere Dinge im Leben gibt. Cara twittert gerne Bilder mit ihren Freundinnen Sängerin Rihanna und den Models Jourdan Dunn und Karlie Kloss, auf denen sie verrückte Kostüme anhaben oder Grimassen schneiden. Dass das gut ankommt, zeigen ihre 1.418.635 Follower (Stand: Januar 2014).

Zudem sind es ihr markantes Gesicht, die hellblauen Augen und ihre auffallenden Augenbrauen, die sie unverwechselbar machen.

Ihr persönlicher Kleidungsstil ist ein weiteres Markenzeichen von Cara. Sie ist flippig und cool, und deswegen auch fast immer auf Streetstyle-Fotos zu sehen. Am liebsten trägt sie Röhrenjeans und Bikerboots, die sie mit Vintage-Shirts kombiniert. Aber auch ein elegantes Kleid kann sie mit derben Boots schnell mal aufpeppen und edgy aussehen lassen. Wahrscheinlich liebt sie deshalb jeder, weil sie ihren ganz eigenen, unverwechselbaren Stil hat und damit die Massen begeistert.

Obwohl Cara Delevingne nur 1,73 Meter groß ist, läuft sie auf den Top-Laufstegen der Welt: Sie läuft unter anderem für Marken wie Oscar de la Rente, Karl Lagerfeld, Fendi, Burberry, Chanel oder Stella McCartney. Sie stand außerdem mit ihren jungen Jahren schon für Editorials der Vogue oder des V Magazine vor der Kamera.

Cara besucht nebenbei auch eine Schauspielschule, und kommt unter anderem in die letzte Runde des Castings zum KInofilm „Alice im Wunderland“. Sie spielte auch in einem Musikvideo von Musiker Bryan Ferry mit und wird bald neben Schauspielerin Keira Knightley im Kino zu sehen sein. Wahrscheinlich ist es ihre wunderbare Gabe, in ganz unterschiedliche Rollen zu schlüpfen, weshalb so viele große Designer auf sie abfahren. Sie ist wandelbar und bleibt trotzdem noch sie selbst.

Vorschau: Nächste Woche gibt es ein Interview mit der Modedesignerin Duygu Ay von Elenora zu lesen.

Claudia Schiffer oder Nachwuchsdesigner – um wen geht‘s in „Fashion Hero“?

KOMMENTAR: Die Fernsehsendung „Fashion Hero“ mit Claudia Schiffer, die vom 9. Oktober bis zum 27.November auf ProSieben ausgestrahlt wurde, sorgt in der Medienwelt zurzeit für massig Gesprächsstoff. Nachdem der Münchener Designer Marcel Ostertag, der seine Mode schon mehrmals auf der Berliner Fashion Week präsentiert hat, das Finale der Fernsehsendung gewann, sind die Diskussionen groß.

Eine Focus Online-Leserin bringt die Kritik in einem Kommentar auf den Punkt: „Hätte man sich mehr an das US Format eines „Project Runway“ angelehnt, hätte das durchaus was werden können. Ich denke, dass in Deutschland generell kein großes Interesse an solchen Sendungen besteht. Und die Juroren (außer Claudia Schiffer) kannte wohl auch keiner“. Nicht nur die Einschaltquoten liegen unter einer Million, sondern auch Ex-Model Claudia Schiffer wird heftig kritisiert. Es ständen nicht die Nachwuchsdesigner im Mittelpunkt, sondern Frau Schiffer mit ihren strahlend weißen Zähnen. Focus Online nennt sie sogar die „bestaussehende Fehlbesetzung“, denn richtig viel habe sie zur Fernsehsendung angeblich nicht beigetragen, außer ein paar Worten zu Kollektionen die sie „cool und edgy“ findet. Dass nun auch ein Designer zum talentiertesten Jungdesigner Deutschlands gewählt wurde, der den Fuß schon in der Türe hatte, lässt Schiffer in einem noch schwärzeren Licht stehen.

ProSieben sucht über „Fashion Hero“ Jungdesigner, die Sinn für Massengeschmack haben. Es sollen keine Entwürfe sein, die Emotionen erwecken und Menschen berühren, wie es auf manchen internationalen Schauen das ein oder andere Mal passiert. Reicht diese Massenabfertigung denn aber aus für eine gute Show? Ganz ohne Emotionen? Wohl nicht, denn auch mit einer wahnsinnig aufwendigen Bühnenshow, bei der Flammen aus der Bühne kommen oder Models von der Decke abgeseilt werden, kann Schiffer die Masse nicht begeistern. Außerdem ist es dem Zuschauer egal geworden, was aus Schiffers Schützlingen einmal wird oder ob sie ihren großen Traum Mode zu machen weiterhin verfolgen. Denn er erfährt ohnehin nichts über den Nachwuchs, geschweige denn über den Designprozess. Die Kritik der Juroren ist oberflächliches Geplänkel und weder konstruktiv noch fachlich fundiert. Basierend auf der Idee von Heidi Klums „Germany’s Next Topmodel“ ist „Fashion Hero“ nur ein billiger Abklatsch. Schiffer versucht, ihrer Kollegin Konkurrenz zu machen und den gleichen Erfolg zu ernten.

Man merkt schnell, dass sich alles nur noch um Schiffer dreht, und nicht um die Designer, die ihr Können unter Beweis stellen können, indem sie zeigen, dass sie ihre Ideen zu kommerzialisieren wissen. Leider hat die 43-Jährige damit einen Griff ins Klo gelandet. Statt ihrer Rivalin nachzueifern, sollte Schiffer sich lieber darum bemühen, ein Format zu finden, das zu ihrer Persönlichkeit passt.

Vorschau: Nächste Woche geht es darum, wie Luxusmarken digitale Medien nutzen.

Die ganz persönlichen Sommertrends von „Germany´s Next Topmodel“-Gewinnerin Jana Beller

Im Gespräch: Jana Beller (links) und Tatjana Gartner (rechts) (Foto: Gillette Venus)

Im Gespräch: Jana Beller (links) und Tatjana Gartner (rechts) (Foto: Gillette Venus)

Ein erfolgreiches, internationales Fotomodell werden – das ist das erklärte Ziel von „Germany´s Next Topmodel“-Gewinnerin Jana Beller. Face2Face-Mitarbeiterin Tatjana Gartner traf die 20-Jährige während einer Autogrammstunde, die sie im Rahmen ihres Jobs als aktuelles Gesicht des Rasiererherstellers „Gillette Venus“ im Hockenheimer „Globus“ gab.

Face2Face: Wie hast du dich nach dem Sieg bei „Germany´s Next Topmodel“ gefühlt?
Beller:
Als ich bei „Germany´s next Topmodel“ gewonnen habe, war ich total überwältigt und sehr glücklich. Für mich ist ein Traum in Erfüllung gegangen.

Face2Face: Vor Kurzem machte es fast den Eindruck als sei dieser Traum bereits wieder zerplatzt. Du bist nun nicht mehr bei Heidi Klums Vater unter Vertrag, sondern bei „Louisa Models“. Was gefällt dir an deiner neuen Agentur? Wieso bist du ausgerechnet dorthin gegangen?
Beller: Bisher kann ich sagen, dass ich sehr professionell betreut werde. Louisa-Models hat den Ruf, deutsche Mädels groß rauszubringen. Ich hoffe, dass mir ihre Erfahrung zu Gute kommen wird.

Face2Face: Hast du viel bei GNTM gelernt, von dem du sagen könntest, dass es dir in Zukunft auch noch etwas nützt?
Beller: Ich bin auf jeden Fall professioneller geworden und hatte die Chance, schon mal in den stressigen Alltag des Modellebens herein zu schnuppern.

Face2Face: Was wolltest du ursprünglich einmal werden? Und was hast du vor GNTM gemacht?
Beller: Ich habe die zwölfte Klasse zu Ende gebracht und damit das Fachabitur. Ursprünglich wollte ich Betriebswirtschaft studieren und mich in diese Richtung weiterentwickeln.

Face2Face: Was ist in deinen Augen der Sommertrend 2011?
Beller:
Im Trend liegen bunte, leuchtende Farben und Hunter Gummistiefel – gerade   jetzt, wo der Sommer so grau und nass ist.

Gibt´s zu gewinnen: Zwei Autogrammkarten von Topmodel Jana (Foto: C. Gartner)

Face2Face: Was ist dein persönliches Lieblingskleidungsstück im heimischen Schrank und was macht es so besonders?
Beller: Meine graue Jeans. Sie hat die perfekte Passform und ist super bequem. In dieser Jeans könnte man sogar schlafen, so bequem ist sie.

Face2Face: Welches ist dein/e LieblingsdesignerIn und wieso ausgerechnet er/sie?
Beller: Ich mag Chanel und Karl Lagerfeld. Er ist absolut klassisch und dabei dennoch jung und modern. Leider sind die Sachen für mich meistens zu teuer.

Face2Face: In welchem Laden könnte man dich am ehesten antreffen?
Beller: Ich halte mich gerne in Drogeriemärkten auf. Da stöbere ich immer nach schönen Kosmetik- und Beautyprodukten.

Face2Face: Was sind deine Beautytipps?
Beller:
Viel Wasser trinken, sich gesund ernähren und natürlich regelmäßig Sport treiben sind wichtig für die Figur und das Wohlbefinden. Außerdem gehe ich gerne in die Sauna – das entspannt und ist gesund.

Face2Face: Was ist dein Rat für die Mädels, die sich dieses Mal bei GNTM bewerben? Auf was sollten sie achten?
Beller: Man sollte auf jeden Fall natürlich und ohne viel Make-up zum Casting kommen. Außerdem darf man sich von niemandem verunsichern lassen, man sollte stattdessen an sich selbst glauben und nicht aufgeben!

Gewinnspiel:
Für all diejenigen, die nicht genug von Jana Beller bekommen könne, verlosen wir zweimal jeweils eine Autogrammkarte der Beauty.
Was du für die Karten tun musst: Schreibe bis einschließlich Donnerstag, 6. Oktober 2011, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de. Darin enthalten sein sollten dein Vor- und Nachnamen, sowie eine Telefonnummer oder E-Mail-Adresse. Bitte gib als Betreff „Autogrammkarte Jana“ ein. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen.
Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Donnerstag, den 13. Oktober 2011 via Mail oder Telefon.

Viel Glück euch allen!

Vorschau: Nächste Woche erfahrt ihr, welches die Herbsttrends des Jahres sein werden. Klassisches trifft auf Neues – seid gespannt!

Eurovision Song Contest: Aus der Traum!

Willkommen zurück in der Realität! Der Eurovision Song Contest ist vorbei, die – meiner Meinung nach – übertriebene Lena-Hysterie ebenfalls und Deutschland darf sich mit einem zehnten Platz zufrieden geben. Es hätte immerhin schlimmer kommen können. Dass die Idee, unsere liebe Lena noch einmal antreten zu lassen, nicht bei jedermann auf Begeisterung gestoßen ist, war spätestens am Samstagabend bei der Punktevergabe nicht zu übersehen.

 Hat Lena 2010 von fast jedem der 43 Länder Punkte erhalten – häufig sogar die Höchstpunktzahl zwölf -, mussten wir am Samstag feststellen, dass von der vergangenen Euphorie für Lena nicht mehr viel geblieben ist. Aber vielleicht lag es auch einfach an ihrem doch sehr gereiften Auftreten. Überzeugte sie letztes Jahr eher durch etwas schiefe Töne und einem mehr als hibbeligen Auftritt, wirkte sie nun sehr erwachsen und fast schon streng. Der Stress der vergangenen Monate war ihr ebenfalls anzusehen – sie wirkte in ihrem schwarzen Kostüm erschreckend dünn. Nichtsdestotrotz muss ich mit großer Bewunderung – und dass obwohl ich kein Lena-Fan bin – sagen, dass ihr Auftritt zu den besten des Abends gehörte, wenn nicht sogar der beste war. Sie wirkte selbstsicher und punktete mit einer unglaublichen Ausstrahlung. Weniger ist mehr, war hier eindeutig das Motto. Denn der Song wurde nur durch Lena, ihre Stimme und den in silberne Ganzkörperanzüge gehüllten Tänzerinnen im Hintergrund getragen. Für die Titelverteidigung hat es aber nicht gereicht…

 Aber wen wundert das? Wenn wir den Aspekt des Wiederantritts von Lena außer Acht lassen, fällt eines ganz schnell ins Auge. Etwas, worüber wir uns – die wir vor dem Fernseher saßen und somit zu den knapp 14 Millionen Zuschauern gehörten – nicht nur wunderten, sondern auch aufregten: Wieso kam es trotz fachmännischen Jurys zu einem einzigen Punkte hin- und herschieben? Oder war es etwa Zufall, dass die osteuropäischen Länder sich so oft Höchstpunktzahlen zuschusterten? Man musste sich nur den Atlas heranholen und konnte schon im Voraus ungefähr sagen, wohin die höchsten Punkte gehen würden. Und außerdem stelle ich mir die Frage, wieso 43 Länder Stimmrecht haben und nicht nur die 25 Länder, die sich qualifiziert haben. Denn durch den überwiegenden Anteil der osteuropäischen Staaten entsteht bei der Punktevergabe ein leichtes Ungleichgewicht…

 Für mich ist der Eurovision Song Contest schon lange nicht mehr fair und objektiv. Nehmen wir nur einmal die Sieger: Aserbaidschan. Joa, das Lied war gut, nicht schlecht, okay. Aber nicht wirklich der totale „Burner“, erinnerte eher an eine Schmachtnummer, wie wir sie schon viel zu oft gehört haben. Aber nun gut, wem es gefällt…

 Länder, die wirklich tolle Sänger und Sängerinnen in das Rennen geschickt haben, sind auf den hinteren Rängen gelandet. Frankreich, das den Versuch wagte, auf klassische Musik in korsischer Sprache und auf den jungen Tenor Amaury Vassili zu setzen, wurde leider enttäuscht. Dennoch gilt zu sagen, dass der junge Franzose eine Wahnsinnsstimme mit Gänsehautfeeling hat und in Frankreich bereits zu Recht zu den ganz Großen gehört.

 Auch Irland mit seinem schrillen Zwillingsduo hatte kein wirkliches Glück: Die Synthiepop-Nummer „Lipstick“, die aus den 80-er Jahren zu stammen schien, überzeugte nicht. Dabei wurden die beiden als Favoriten gehandelt, weil sie mit ihrem ausgefallenen Aussehen und ihrem aufgedrehten Choreographie deutlichen Wiedererkennungwert besaßen. Auch die englische Boygroup Blue schaffte es nicht unter die Top Ten, wobei hier gesagt werden muss, dass ihr Auftritt auch nicht stark war und die eingefleischten Fans der Gruppe wohl enttäuscht waren. Der Justin-Bieber Verschnitt aus Schweden sah zwar gut aus, an seinem musikalischen Talent muss er aber noch etwas feilen. Stimmlich herausragend war auch die junge Österreicherin Nadine Beiler, die sich mit einem der hinteren Plätze zufrieden geben musste. Zu meinen Favoriten zählte neben Irland noch die serbische Sängerin Nina, die in ihrer Heimatsprache sang und so gegen den Mainstream schwamm. Ihr Auftritt war bunt, spritzig und frech, ihre Stimme überzeugte auf Anhieb und das Lied sowie die Show erinnerte an Pop-Art, den Stil der 60-er Jahre.

 Mein persönliches Fazit: Dieses Jahr hatte der Contest mehr gute Lieder vorzuweisen gehabt, was die Entscheidung nicht wirklich leicht machte. Auch die Moderation war gelungen und unterhaltsam. Das Motto Feel your heart beat war stimmig und hat gepasst. Was die Punktevergabe angeht – darüber sollte man vielleicht noch einmal nachdenken. Objektivität und Fairness sucht man beim ESC manchmal vergeblich…

 Oder was sagt ihr dazu? Ich bin auf eure Meinungen gespannt

Eure Lea

Vorschau: Eva blickt nächste Woche auf die Eurokrise, die aus Griechenland und Portugal Europa nicht aus der Finanzkrise kommen lässt.