Selbstmachen versus kaufen – der Saftkur-Vergleich

Im Test: eine gekaufte und eine selbstgemachte Saftkur (Foto: T. Gartner)

Im Test: eine gekaufte und eine selbstgemachte Saftkur (Foto: T. Gartner)

Das Verdauungssystem entlasten, wieder bewusster essen und genießen – mit dieser Zielsetzung im Kopf machen wir – mein Freund Daniel und ich – uns an die Vorbereitungen für unsere dreitägige Saftkur. Anders als im letzten Jahr (HIER geht´s zum Bericht), wollen wir es dieses Mal etwas anders angehen: Daniel testet die Säfte von Yuicery*, ich mache alles selbst – im großen Saftkur-Vergleich.

18 Flaschen Saft per Express

Mit kaltgepressten, unbehandelten Säften den „Reset-Knopf“ drücken, um wieder zur gewohnten mentalen und körperlichen Leistung zurückzufinden – damit wirbt das Startup Yuicery. Seit 2014 produziert die Manufaktur in München Säfte aus 2 bis 2,5 kg Obst und Gemüse je Flasche. Durch das Kaltpressen und die sofortige Abfüllung mit möglichst wenig Sauerstoffkontakt enthält der Saft angeblich besonders viele Vitamine und Enzyme – und außerdem keine Konservierungsstoffe. Das kostet natürlich. 129 Euro bezahlen wir für die dreitägige HIGH POWER Protein-Saftkur, die Daniel testen wird. Wer die Säfte nicht in der Manufaktur abholen kann oder will, zahlt weitere 9,99 Euro für den Versand per Expresslieferung. Express deswegen, weil die Säfte nur wenige Tage haltbar sind. Die Online-Bestellung geht fix: Das Lieferdatum kann man auswählen. Bis 10:30 Uhr am gewählten Tag erhalten wir 18 Flaschen Saft – sechs pro Tag.

Obst- und Gemüseshopping

Meine Saftkur-Vorbereitungen sind da schon etwas umfangreicher: Ich fahre erstmal in die Markthalle für den Obst- und Gemüseeinkauf. Alles, was gefällt und schmeckt, wandert in meinen Einkaufskorb. Auch zwei Flaschen Saft mit 100%igem Fruchtgehalt dürfen mit. Mein Plan: Pürieren, pürieren, pürieren. Morgens und nachmittags jeweils ein halber Liter Smoothie, mittags und abends eine Suppe und zwischendrin ungesüßter Tee, Wasser und Saftschorle ohne Limit.

Hinkt der Vergleich?

Saft und Smoothies – das ist doch gar nicht vergleichbar, oder? Ich behaupte doch: Zum einen, weil wir unsere selbstgesteckten Ziele – Verdauungssystem entlasten und wieder bewusster essen – mit beidem erreichen können, denn die Verdauung hat logischerweise weniger Arbeit, wenn alles schon zerkleinert und flüssig ankommt. Zum anderen sind Saft 1 und Saft 6 bei der HIGH POWER Protein-Saftkur genau genommen keine Säfte. Das bestätigt uns auch Yuicery-Mitbegründer Oliver Neuzerling: „Durch eine Saftkur wird die Kalorienzufuhr stark reduziert. Damit vor allem Menschen, die sehr viel Sport treiben, das Saftfasten nicht ganz so schwerfällt, gibt es bei unserer Proteinkur morgens und abends einen etwas gehaltvolleren Smoothie, der Buchweizenflocken, Chia-Samen und pflanzliches Protein enthält.“

Ein Hauch von Normalität

Warm und lecker: Tomatensuppe mit Guacamole-Einlage während meiner selbstgemachten Saftkur (Foto: T. Gartner)

Warm und lecker: Tomatensuppe mit Guacamole-Einlage während meiner selbstgemachten Saftkur (Foto: T. Gartner)

Tag 1 fällt uns beiden besonders schwer – ein Sonntag, an dem wir außer einem kleinen Spaziergang hauptsächlich auf dem Sofa entspannen. Die Lust auf Chips oder Schokolade ist allgegenwärtig.

Tag 2 und 3 sind da schon leichter zu verkraften: Nach meinen obstlastigen und mit Haferflocken, Sonnenblumenkernen und Amaranth doch recht nahrhaften Frühstücksshakes freue ich mich täglich auf meine herzhaften Suppen – durch das Löffeln fühlt es sich fast wie ein normales Mittag- und Abendessen an. Daniels Säfte dagegen lagern im Kühlschrank. Der eine oder andere neidische Blick in Richtung meines dampfenden und duftenden Tellers entgeht mir natürlich nicht.
Während Daniel wie gewohnt alle zwei Tage im Fitnessstudio trainiert, beschränke ich mich auf kurze, morgentliche Yoga-Einheiten. Konzentrationsschwierigkeiten, zum Beispiel bei der Arbeit, haben wir nicht und fühlen uns auch sonst (bis auf das Hungergefühl, das aber an Tag 3 nicht mehr so nagend ist) ganz „normal“.

Welche Saftkur ist günstiger?

Rechnet man die Anschaffung der kompletten Zutaten meiner selbstgemachten Saftkur, kommt man auf etwa 60 Euro. Allerdings habe ich natürlich nicht ein komplettes 500g-Kokosmus-Glas verdrückt oder eine 1-kg-Packung Tiefkühl-Grünkohl, sondern immer nur einen kleinen Bruchteil davon. Trotzdem bin ich mit der Anschaffung sämtlicher Lebensmittel für meine dreitägige Saftkur weniger als halb so teuer weggekommen wie Daniel mit seiner gekauften für knapp 140 Euro. Weiterer Wehrmutstropfen bei der Saftkur von Yuicery: 18 Plastikflaschen. Bei so viel Müll blutet mein Herz – vor allem natürlich nach meinem letzten Selbstversuch, der Zero-Waste-Woche. Deshalb hebe ich natürlich ein paar der Flaschen auf, um sie später mal für Smoothies oder Ähnliches zu verwenden. Die Flaschen sind aus einem stabilen, hochwertigen Plastik und außerdem viereckig, sodass man sie gut stapeln kann. Auf Nachfrage kann mich Neuzerling wenigstens ein bisschen beruhigen: Sie sind nämlich bereits auf der Suche nach einer umweltfreundlicheren Lösung.

Unser Fazit

Ein Hochgenuss: das erste "richtige" Essen nach drei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Ein Hochgenuss: das erste „richtige“ Essen nach drei Tagen Saftkur (Foto: T. Gartner)

Bleibt noch der Zeitfaktor: Obst und Gemüse teilweise schälen, in Stücke schneiden und pürieren kostet Zeit. Definitiv mehr Zeit, als sich eine Flasche Saft aus dem Kühlschrank zu holen. Mir persönlich hat das allerdings wenig ausgemacht. Da ich sonst fast täglich koche, wage ich zu behaupten, dass ich nicht wesentlich mehr Zeit in der Küche verbracht habe als sonst. Mehr Zeit spart man aber definitiv mit Daniels Lösung – der gekauften Saftkur.
Abgenommen haben wir übrigens auch – jeder zwischen einem und zwei Kilo. Das ist aber natürlich kein bleibender Effekt. Das, was wir erreichen wollten, ist aber auf jeden Fall geglückt: Die erste „richtige“ Mahlzeit nach der Saftkur (natürlich etwas Leichtes, um den Körper nicht zu überfordern) war ein Hochgenuss. Egal, ob gebratenes Gemüse oder Schokokekse – nach einer Saftkur schmeckt alles einfach nur gigantisch und man weiß den Wert eines guten Essens gleich so viel mehr zu schätzen!

*Die Face2Face-Tester haben die dreitägige HIGH POWER Protein-Saftkur von Yuicery aus eigener Tasche gezahlt – kein Sponsoring! Die Entscheidung für Yuicery und damit gegen andere Anbieter war eine persönliche Entscheidung der Tester.

Gewinnspiel

Auch Lust auf eine selbstgemachte Saftkur? Rezepte für Säfte, Smoothies und pflanzliche Gerichte gibt´s im Buch „Reboot with Joe“. Und ihr könnt das gute Stück gewinnen!

Gewinnt "Das Kochbuch zur Saftkur" (© 2018, Narayana Verlag GmbH; Coverlayout: Greenleaf Book Group; Cover Photo: © Richard Lohr Studios)

Gewinnt „Das Kochbuch zur Saftkur“ (© 2018, Narayana Verlag GmbH;
Coverlayout: Greenleaf Book Group; Cover Photo: © Richard Lohr Studios)

Was ihr für die Teilnahme am Gewinnspiel tun müsst: Schreibt bis einschließlich Samstag, 31. März 2018, 23:59 Uhr eine E-Mail an sabrina.holitzner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Saftkur“. In der E-Mail sollten euer Vor- und Nachname sowie eure Adresse enthalten sein, da der Unimedica-Verlag das Buch per Post an den glücklichen Gewinner senden wird. Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe des Gewinners sowie die Information derjenigen, die leider nicht gewonnen haben, erfolgt spätestens am Dienstag, 3. April 2018 via E-Mail.

Wir drücken die Daumen!

Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel
(1) Das Gewinnspiel wird vom Online-Magazin Face2Face durchgeführt. Den Versand des Gewinns übernimmt der Unimedica-Verlag.

§ 2 Teilnahme
(1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Hier und im Folgenden schließt die männliche Form die weibliche ein. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mail-Adresse schreibt und dort ihren Namen und die Adresse bzw. den Namen und die Adresse des möglichen Gewinners hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel
(1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebedingungen behält sich das Online-Magazin Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung
(1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per E-Mail über ihren Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass der Gewinn vom Unimedica-Verlag an den Gewinner versendet wird, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz
(1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes ihr Name (keine Adresse!) öffentlich bekannt gegeben wird, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle eingesandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges
(1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Der Zero Waste-Selbstversuch – müllfrei für eine Woche

Übelriechende Müllberge, Mikroplastik in den Mägen von Fischen und Vögeln, hilflose Schildkröten und Robben, die sich in alten Netzen und weggeworfenen Seilen verfangen haben – jeder kennt sie, die schockierenden Bilder, die so eng mit unserer „Wegwerf-Gesellschaft“ verflochten sind, dass auch wir uns bald nicht mehr daraus befreien können. Aber was sollen wir tun – gegen die Millionen Tonnen an Müll, die jährlich in Deutschland „produziert“ werden?

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Jetzt geht´s los: Eine Woche Zero Waste (Foto: T. Gartner)

Nach meinem Interview mit den Gründerinnen des damals gerade frisch eröffneten Original Unverpackt-Ladens in Berlin im Herbst 2014 hatte ich so etwas wie ein Aha-Erlebnis. Vorher waren mir die Massen an Müll, die selbst ein zweiköpfiger Haushalt verursacht, gar nicht so bewusst. Seitdem maße ich mir an verhältnismäßig stark auf Müllvermeidung oder -wiederverwertung zu achten. Vor allem Lebensmittel wandern bei mir nur sehr selten in die Tonne. Ein bisschen Kreativität und aus den Resten vom Vortag und ein paar frischen Zutaten wird eine angesagte Buddha-Bowl. Bei so einem Trend mache ich doch gerne mit! Aber es gibt ja immer noch Verbesserungspotenzial. Also habe ich einen Selbstversuch gestartet: Eine Woche Zero Waste mit Tipps, die ich zuvor so noch nicht kannte. Denkanstöße dafür kamen von Heike Mack, Inhaberin des Unverpackt Landau, und Nicole Pollakowsky, die sich als freie Journalistin dem Thema Nachhaltigkeit verschrieben hat. Lest hier, wie meine Zero Waste-Woche gelaufen ist:

Verpackungsmüll beim Lebensmitteleinkauf vermeiden

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche(Foto: T. Gartner)

Geht doch: (fast) müllfreier Einkauf in der Zero Waste-Woche (Foto: T. Gartner)

Meine Woche startet wie gewöhnlich mit einem Einkauf bei der Markthalle um die Ecke. Hier gibt es viel Regionales und das Tolle: Ich kann alles einzeln kaufen. Keine eingeschweißte Plastikschale voller Champignons, die wir zu zweit eh nicht schaffen würden, kein Netz Kartoffeln, wenn ich nur fünf brauche. Natürlich habe ich immer einen großen Korb dabei und inzwischen kennen mich auch die Verkäuferinnen und stöhnen nicht mehr, wenn sie alles einzeln raussortieren und wiegen müssen. Aber: Ein paar Sachen packe ich dann doch immer in Plastiktütchen. Zum Beispiel den Salat. Aber das geht in meiner Zero Waste-Woche logischerweise nicht. Also ziehe ich mit einer Schüssel, einem Pappkarton von irgendeinem Online-Kauf und ein paar Seiten Zeitung los. Meine sieben Champignons kommen direkt in eine Schüssel, den Salat wickle ich in das Zeitungspapier und die Kartoffeln und Zwiebeln landen im Pappkarton. Die Dunkelheit im Karton verhindert, dass die Pflanzen austreiben. Und das andere Gemüse hält sich in Papier bzw. in der Schüssel sogar länger als in den Plastiktüten, wie ich nach ein paar Tagen feststelle. So stolz war ich selten auf einen Einkauf. Abgelenkt durch mein Erfolgserlebnis greife ich an der Kasse dann aber doch noch zu Kresse im Plastikbehälter und bemerke meinen Fauxpas erst beim Nachhausefahren – zu früh gefreut. Aber der Anfang ist gemacht und meine neuen Shopping-Utensilien werden ab sofort fester Bestandteil meines montäglichen Obst- und Gemüseeinkaufs.

Peeling mit Grieß und Olivenöl

Lebensmittel für etwas anderes als zum Essen zu benutzen, widerstrebt mir. Die Idee ein Peeling aus Grieß und Olivenöl herzustellen, um Verpackung und Mikroplastik einzusparen, hat mich dann aber doch so neugierig gemacht, dass ich es einfach ausprobieren musste. Beide „Zutaten“ hatte ich ohnehin zuhause, sodass ich nichts extra kaufen musste. Ruckzuck ist das Peeling zusammengerührt. Der Geruch ist dank Olivenöl doch eher gewöhnungsbedürftig, der Peelingeffekt dafür umso erstaunlicher – ich wage sogar zu behaupten besser als bei meinem gekauften Peeling aus der Tube. Nach dem Einmassieren kommt das Abwaschen – dank Öl leider mit nur geringem Erfolg. Meine Haut glänzt fettig und der unangenehme Essensgeruch ist leider auch immer noch da… Ich wasche nochmal. Diesmal mit meinem Abschminkgel – besser! Das Ergebnis: Eine babypopozarte, glatte Haut. Das Gute beim Lebensmittel-Peeling: Um Mikroplastik, das sehr häufig in Kosmetikprodukten enthalten ist, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Und auch die Mengen, die man benötigt (halber Teelöffel Gries), sind in meinen Augen noch vertretbar. Beim nächsten Mal greife ich dann aber wohl doch eher zu Kokosöl – das wirkt nicht nur antibakteriell, sondern riecht auch noch gut.

Müsliriegel selbst backen

Puh, so eine Zero Waste-Woche kostet schon einiges an Zeit, wobei sich das Backen meiner eigenen Müsliriegel dann doch als weniger zeitaufwändig herausstellt als gedacht. Für die Basis greife ich zu einem einfachen Chefkoch-Rezept und ergänze das um die Zutaten, die ich ohnehin zuhause habe:

·       100g Mehl

·       250g Haferflocken

·       30g Zucker (ich habe Kokosblütenzucker verwendet)

·       1 Banane (mit einer Gabel zerdrücken)

·       1 TL Zimt

·       Ein paar Tropfen Vanillearoma

·       Eine Hand voll getrockneter Cranberries (hacken)

·       Eine Hand voll Erdnüsse (hacken)

·       Eine Hand voll Walnüsse (hacken)

·       Sesam

Alle Zutaten verrühre ich mit einem Löffel, dann kommt etwas Wasser dazu. Mit den Händen knete ich solange bis eine einheitliche, klebrige Masse entsteht. Die kommt dann auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech. Das klebrige Zeug zu einem maximal einen Zentimeter hohen Viereck zu formen ist eine kleine Herausforderung. Bei 180 Grad kommt das Ganze dann 30 bis 45 Minuten in den Backofen. Ich schaue immer wieder, ob es in der Mitte auch langsam fest wird. Bevor die Ränder verbrennen, kann „mein Werk“ raus. Nach einer kleinen Abkühlzeit, als die Masse noch lauwarm ist, schneide ich sie in Riegel – nicht gerade schön, aber sie duften schon mal gut. Natürlich kann ich mich nicht zusammenreißen und probiere direkt. Lecker! Mein Snack für die Woche steht! Und ein hübsches Geschenk sind die selbstgemachten Müsliriegel eigentlich auch – also vorausgesetzt ich gebe mir beim nächsten Mal mehr Mühe. In einer Tupperbox halten sie sich locker eine Woche – länger überleben sie bei mir auch gar nicht. Dass ich so wirklich viel Müll einsparen kann, glaube ich anfangs nicht. Wenn ich mir aber vorstelle, dass meine knapp 20 Riegel alle einzeln verpackt gewesen wären und das Ganze dann natürlich nochmal in einem Karton, bin ich doch ganz zufrieden mit dieser neuen Methode Müll einzusparen (und lecker zu naschen).

Kleiderkauf – Kleidertausch

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: "Alte" Klamotten (Foto: T. Gartner)

Aussortieren und dann mit Freunden tauschen: „Alte“ Klamotten (Foto: T. Gartner)

Gegen Ende der Woche soll es meinen Shoppinggewohnheiten an den Kragen gehen. Ich soll mir also vor jedem Kauf überlegen: Brauche ich das wirklich? Macht mich das glücklich? Außerdem gilt laut Müll-Experten: weniger kaufen, dafür hochwertiger. Schlecht für mich als Sparfuchs. Aber ich kann ja auch wirklich rein gar nichts dafür, dass gerade überall Winterschlussverkauf ist. Also erbeute ich drei Schnäppchen. Ganz objektiv betrachtet, brauche ich nur eines der drei Kleidungsstücke wirklich: Meine Lederimitathose ist nämlich kaputt. Müllfreier wäre natürlich Reparieren, aber die neue Hose ist halt auch noch schöner als die alte. Ein kleinwenig beruhigend für mein Gewissen ist die Tatsache, dass meine „alte“ Hose vorher meiner Schwester gehört hat, die sie auch schon ein paar Jahre getragen hat – immerhin. Also beim müllfreien Shoppen bin ich schon mal durchgefallen.
Jetzt kommt mein Kleiderschrank an die Reihe. Fehlkäufe und ungetragene Kleidung sollten natürlich nicht weggeworfen werden. Weiterverkaufen ist eine Methode, kostet aber viel Zeit. Deshalb entscheide ich mich für den Kleidertausch. Ich animiere also ein paar Freundinnen ihren Schrank ebenfalls auszumisten, dann treffen wir uns und durchstöbern die Sachen der jeweils anderen. Was für den einen Müll ist, ist für den anderen vielleicht ein kostenloser, kleiner Schatz! Meine Mädels freuen sich auf jeden Fall schon sehr auf unser Treffen. Was nach dem Kleidertausch übrig bleibt, bringe ich dann zum Warenkorb in Speyer – Wegwerfen ist bei Klamotten also wirklich keine Option!

Mein Fazit

Eine Woche Zero Waste. Eine Woche noch bewusster und achtsamer auf das Thema Müll schauen. Eine Woche voller Tipps, die auf den ersten Blick entweder leicht abgedreht – Stichwort Peeling – oder vielleicht sogar unangenehm wirken, zum Beispiel wenn es um die eigene Kleidung und Einkaufsgewohnheiten geht. Mal aus der Komfortzone herauskommen, Neues ausprobieren und dabei Lösungsansätze finden, die ohne großen Zeitaufwand zu einem müllfreieren Leben führen. Ich werde definitiv einige, wenn nicht sogar alle Tipps der Müll-Experten für die Zukunft übernehmen. Und wer weiß, vielleicht kann ich ja sogar den einen oder anderen von euch von einem ähnlichen Selbstversuch überzeugen. Was meint ihr?

 

Selbst ist die (Karriere-) Frau

Normalerweise bin ich ein sehr sozialer Mensch – ich nehme mir viel Zeit meine Freundschaften zu pflegen und stelle deshalb manchmal die Arbeit hinten an. Was passiert aber, wenn ich mich in verschiedenen Situationen meines Alttags so verhalten würde, wie man es von einer typischen Karrierefrau erwarten würde? Wie reagiert mein Umfeld und wie fühle ich mich selbst dabei? Startschuss für einen Selbstversuch!

Bücher und Definitionen statt Hanabi und Wizard



Als Karrierefrau stürze ich mich in die Arbeit und nehme keine Rücksicht auf mein Privatleben (Foto: M. Boudot)

Es ist Sonntagabend und in unserer WG ist mal wieder ein Spieleabend geplant. Normalerweise spiele ich mit Begeisterung mit, aber heute nehme ich keine Rücksicht auf mein Privatleben, sondern widme mich dem Stoff meines Studiums. Als „Karrierefrau“ steht die Arbeit bei mir nämlich an erster Stelle und Familie und Freunde finden da kaum Platz. Statt Hanabi, Wizard und Siedler zu spielen, versinke ich in meinen Büchern. Blöd nur, dass ich meine Mitbewohner immer wieder lachen höre. Sie scheinen einen spaßigen Abend zu haben – im Gegensatz zu mir. Nach getaner Arbeit bin ich zwar stolz auf meine Produktivität, aber ich gehe doch eher mit schlechterer Laune ins Bett. Am nächsten Morgen frustriert mich meine Abwesenheit am gestrigen Abend sogar noch mehr, denn das Erste, was mir meine Mitbewohner beim Frühstück mitteilen ist: „Du hast echt was verpasst!“

Herausgeputzt für Elyas M’Barek

Mein neues Outfit als Karrierefrau: Bluse, Blazer und Rock (Foto: M. Boudot)

Am Dienstag bin ich mit meinen Mädels im Kino verabredet. Da ich mitten im Selbstversuch stecke, nutze ich die Chance mich mal richtig herauszuputzen – eben wie eine typische Karrierefrau. Also krame ich Rock, Bluse, Blazer und hohe Schuhe aus dem Schrank und mache mich auf den Weg zum Kino. Schon unterwegs fühle ich mich etwas unwohl und werde vor allem von Jugendlichen angestarrt und begutachtet. Im Kino angekommen bekomme ich ein „Was hast du denn heute Abend noch vor?“ von meinen Freundinnen zur Begrüßung – na toll. Ist wohl nicht unbedingt das perfekte Outfit für „Fack ju Göhte“. Dass meine Abendgarderobe ein absoluter Fehlgriff war, wird mir während des Films bewusst. Der Bund vom Rock drückt auf meine Blase, mein Blazer stremmt und meine Schuhe sind auch alles andere als bequem. Das typische Selbstbewusstsein einer Karrierefrau strahle ich an diesem Abend also ganz bestimmt nicht aus.

Tennistraining à la Angelique Kerber

Zielstrebig, diszipliniert und ausdauernd – diese Merkmale einer Karrierefrau habe ich mir für mein Tennistraining am Mittwoch vorgenommen. Zehn Minuten vor Trainingsbeginn komme ich an der Halle an, um pünktlich umgezogen auf dem Platz zu erscheinen – mit vollster Motivation versteht sich. Während des Trainings tänzle ich immer wieder, bleibe nicht stehen und absolviere die Übungen öfter, als es die Trainerin gefordert hat, bis zu ihrem Kommentar „Du musst die Übungen doch garnicht so oft machen.“ Ich habe ihr nichts von meinem Selbstversuch erzählt, weshalb sich die Situation etwas merkwürdig und unangenehm anfühlt. Die Ansprüche an mich selbst habe ich bewusst extrem hochgeschraubt. Dadurch habe ich allerdings oft leichte Fehler gemacht und mich darüber geärgert. Trotzdem habe ich während des Trainings viel Lob von meiner Trainerin bekommen, habe mich am Ende richtig ausgepowert, aber gut gefühlt. Am Tag darauf folgte dann der Muskelkater…

Fazit meines Selbstversuchs

Eigenschaften einer Karrierefrau, wie schicke Kleidung zu tragen, keine Rücksicht auf das Privatleben nehmen oder diszipliniert und zielstrebig zu sein, für kurze Zeit in meinen Alltag zu integrieren, war keine schwere Aufgabe.
Allerdings möchte ich nicht immer auf Unternehmungen mit meinen Freunden verzichten und mich stattdessen in meiner Arbeit verlieren. Ich kann mir nämlich sehr gut vorstellen, dass man sich dadurch schnell einsam fühlt und das wäre nichts für mich.
Auch trage ich lieber bequemere Kleidung, als Rock und Bluse – Karrierefrauen wird nämlich nachgesagt, dass sie diese nicht nur auf der Arbeit, sondern auch in ihrer Freizeit tragen.
Zielstrebig und diszipliniert an etwas heranzugehen finde ich dagegen ein sehr gutes Merkmal. Karrierefrauen sind ja nicht ohne Grund erfolgreich. In Zukunft möchte ich versuchen diese Eigenschaften häufiger in meinen Alttag zu integrieren, ohne mich dabei selbst zu sehr unter Druck zu setzen.

Rohkost und Fitness – „FitnRaw“ im Selbstversuch

Fit werden mit Rohkost – geht das überhaupt? Sabine aus Remscheid, Gewinnerin des FitnRaw-Gewinnspiels, hat das für uns getestet. Vier Wochen lang „kochte“ und trainierte sich die 33-jährige Mediengestalterin durch das Fitness- und Ernährungsprogramm „FitnRaw“. Ihr unabhängiges Fazit – nur auf Face2Face.

Gesünder und ausgeglichener dank Rohkost?

Viermal die Woche mache ich Kraftsport – beim Fitness-Teil des Online-Kurses sehe ich also keine größeren Probleme auf mich zu kommen. Bauchschmerzen bereitet mir dagegen der Ernährungs-Part: Ich esse zwar bereits rein pflanzlich, aber komplett auf Rohkost umzustellen, wird sicher eine Herausforderung. Wieso ich „FitnRaw“ trotzdem unbedingt ausprobieren will?
Ich denke, dass ich mit dem richtigen Wissen über Rohkost noch einiges mehr an sportlicher Leistung und gesundheitlichem Wohlbefinden erreichen kann. Außerdem verspreche ich mir eine gesündere und ausgeglichenere Darmflora. Mal schauen, was sich innerhalb der kommenden vier Wochen tut!

Woche 1: Nicht zu streng mit sich sein

Kommt gut an: Rohkost-Pizza (Foto: Sabine)

Kommt gut an: Rohkost-Pizza (Foto: Sabine)

Mit einem Morgenritual in den Tag starten – das gefällt mir gleich zu Anfang richtig gut und lässt sich auch super in den Alltag integrieren. Bei den anderen Übungen fehlt es mir noch ein bisschen an Balance und Beweglichkeit, aber das kommt hoffentlich noch!
Eine Aufgabe der ersten Woche besteht darin, Rezepte für leckere Rohkost-Mahlzeiten zu suchen und sie dann auszuprobieren – das macht richtig Spaß. Weniger Spaß hatte ich dabei, meinem Partner warmes Essen vorzubereiten, während ich nur etwas Kaltes bekommen habe.
Der Appetit auf etwas Warmes war leider da – auch wenn alles, vor allem die grünen Smoothies, sehr lecker war. Außerdem hatte ich mit Verdauungsproblemen zu kämpfen und war zeitlich damit überfordert, meine Rohkosternährung richtig zu planen. Die erste Woche hat mich definitiv gelehrt, dass aller Anfang schwer ist. Aber ich habe auch gelernt, dass man nicht zu streng mit sich selbst sein darf, wenn etwas mal nicht so klappt. Also mache ich einfach weiter!

Woche 2: Altes loslassen und Platz für Neues schaffen

Die Rohkostpizza war ein Gedicht! Mein Partner war sogar neidisch, sodass ich am Wochenende nochmal eine zubereiten durfte. Neben Essen und Sport ging es die Woche auch ans Mindset: Bei einer Selbstdiagnose sollte ich unter anderem negative „Ich bin“-Aussagen treffen. Das ist mir eher schwergefallen, weil ich mich doch als sehr positiven Menschen bezeichnen würde.
Das Zubereiten der Speisen hat dagegen wieder sehr viel Spaß gemacht und ich bin wirklich überrascht, wie schnell man neue Gewohnheiten in seinen Alltag einbringen kann, wenn der Wille stark genug ist.
Ich fühle mich diese Woche viel besser als in der ersten. Die Verdauungsprobleme haben sich gelegt und ich spüre insgesamt eine Verbesserung.

Woche 3: Kleine Veränderungen, große Wirkung

Grüne Smoothie-Bowls: Richtig lecker, findet Sabine (Foto: Sabine)

Grüne Smoothie-Bowls: Richtig lecker, findet Sabine (Foto: Sabine)

Ich fühle mich super! In dieser Woche habe ich mich sehr mit Gewohnheiten und Veränderungen beschäftigt. Jeden Tag Liegestützen machen, das Handy auch mal auslassen oder den Schrank ausmisten – alles vermeintliche Kleinigkeiten, die aber doch richtig guttun.
Der sportliche Part hat mir die Woche auch sehr gut gefallen: Das leichte Beintraining ist super für zu Hause oder wenn man mal unterwegs ist, nicht so viel Zeit hat, sich aber trotzdem bewegen möchte. Insgesamt komme ich mit den Übungen gut zurecht, obwohl mir manchmal etwas die Puste fehlt. Da merke ich dann, dass Ausdauertraining auch wichtig ist.
Beim Essen bin ich zwiegespalten: Kürbissuppe schmeckt mir warm und mit Kokosmilch einfach besser als in der Rohkostversion. Dagegen waren die Zucchini-Karotten-Zoodles mit Tomatensauce und Hefeflocken richtig lecker.
Ich finde es toll, dass ich immer weiter an mir arbeiten kann, wenn ich nur erstmal die Blockaden in meinem Kopf löse.

Woche 4: Sonnengruß und Wirsing-Chips

Ich habe eine neue Lieblingsübung: Den Sonnengruß! Dabei kommt der Kreislauf in Schwung und der ganzen Körper wird gedehnt. Man kann die Übung auch einfach zwischendurch mal machen, wenn man sich gerade abgeschlagen oder müde fühlt, einem kalt ist und man sich etwas aufwärmen will. Perfekte Übung – Daumen hoch! Außerdem habe ich festgestellt, wie entspannend ein kleines Workout am Abend sein kann.
Essenstechnisch waren die marinierten Wirsing-Chips aus dem Dörrautomaten eine echte Offenbarung für mich: einfach eine super-leckere Knabberei für zwischendurch.

Fitter, frischer, wacher

Alltagstauglich: Sport im eigenen Wohnzimmer (Foto: Sabine)

Alltagstauglich: Sport im eigenen Wohnzimmer (Foto: Sabine)

Mein Fazit nach vier Wochen „FitnRaw“: Zu 100% Rohkost kann ich mir nicht vorstellen. Das wäre mir auf Dauer zu anstrengend. Vor allem das Essengehen mit Freunden und das spontane Eis in der Sonne oder Popcorn im Kino haben mir gefehlt.
Auf jeden Fall werde ich aber mehr Rohkost oder auch komplette Rohkosttage in meinen Alltag integrieren. Damit fühle ich mich einfach viel fitter, frischer und wacher.
„FitnRaw“ ist ein gutes Einsteigerprogramm: Nelly gibt einen spannenden Einblick in Sachen Rohkosternährung und Kay motiviert zum Sport und zu Veränderungen im gesamten Lebensstil.
Etwas gefehlt haben mir Angaben zu Kalorien, Nährstoffen und Vitaminen, damit ich auch weiß, wie viel von welchen Lebensmitteln ich zu mir nehmen sollte.
Was ich auf jeden Fall beibehalten werde, ist das Morgenritual, damit ich immer gut in den Tag starten kann, und die Motivation, etwas zu ändern, wenn ich es wirklich will.

Fit in den eigenen vier Wänden?

„Bodyweight-Training“ – so heißt ein Trend, der sich seit einigen Jahren wachsender Beliebtheit erfreut. Programme von bekannten Trainern wie Mark Lauren oder Paul Wade wollen zum Sporteln in den eigenen vier Wänden animieren. Sie versprechen Fitness mit wenig Kosten und Aufwand. Doch halten sie, was sie versprechen? Wir von Face2Face haben es ausprobiert.

Immer ins teure Fitnessstudio?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich?

Ist Muskelaufbau mit Übungen zu Hause wirklich möglich? (Foto: DrSJS/pixabay.de)

Als Radsportler habe ich immer wieder mit Problemen in Rücken und Oberkörper zu kämpfen. Wer mehr als 10.000 Kilometer pro Jahr in geduckter Haltung im Sattel hockt, vernachlässigt natürlich bestimmte Muskelgruppen und bekommt prompt die Quittung dafür. Ein ausgleichendes Kraftprogramm ist für Radfahrer deshalb Pflicht. Aber immer ins teure Fitnessstudio? Das ist mir persönlich nicht nur zu kostspielig, sondern auch zu stressig. Eine vielversprechende Alternative bietet das Buch „Fit ohne Geräte“ von Mark Lauren. Dort beschreibt der ehemalige US-Militär, wie man ohne Fitnessstudio und Geräte zu Hause fit werden kann. Das will ich gleich mal ausprobieren!

Einsteiger oder Fortgeschrittener?

Zunächst einmal muss ich mir aus den angebotenen Programmen ein passendes aussuchen. Es gibt vier Level: ein Einsteigerprogramm, „First Class“, „Master Class“ und „Chief Class“. Für jedes Programm ist auch angegeben, welche Übungen man schon schaffen sollte. Die Beinübungen könnte ich vielleicht sogar in der Master oder Chief Class packen, aber meine Arme sind alles andere als durchtrainiert. Deswegen bleibe ich realistisch und fange mit der Stufe „First Class“ an, das absolute Anfängerprogramm kommt mir doch zu einfach vor.

Einarbeiten und los geht’s!

Bei einem ersten Blick ins detaillierte Trainingsprogramm bin ich froh, dass ich durch mein intensives Rennradtraining schon ein gewisses Hintergrundwissen in Sachen Trainingslehre habe. Ansonsten wäre es schon eine Herausforderung, die Beschreibung zu Strukturen wie „Stufenintervall“ oder „Supersatz“ zu verstehen. Wer ganz neu mit eigenständigem Training anfängt, sollte also mit etwas Einarbeitungszeit rechnen. Es gibt zwar auch eine App parallel zum Buch, die zusätzliche Anleitung bietet. Dafür muss man aber extra bezahlen.

Tag 1: 120 Liegestützen

Ich überfliege die Programme nur kurz und entscheide mich dann etwas ungeduldig, sofort mit dem ersten Tagesprogramm zu starten. Zunächst ein paar Liegestütze – klingt ja sehr simpel. Aber nicht, wenn man sie so macht, wie vom Plan gefordert. Eine Liegestütze, Pause – zwei Liegestütze, Pause, drei… dieses Spiel geht immer weiter, bis man fast nicht mehr kann. Dann soll man rückwärts arbeiten, also zum Beispiel zehn Liegestütze Pause – neun Liegestütze, Pause, acht…. Insgesamt dauert der Spaß 7:30 Minuten lang. Ja, ganze 7:30 Minuten. Solche Schmerzen hatte ich in den Armen schon lange nicht mehr, summa summarum komme ich schließlich auf knapp 120 Liegestütze. Eine absolut ungewohnte Belastung für mich.

Minuspunkt: Sportgeräte selbst zusammenzimmern

Skepsis: Die Konstruktion zum "Umgekehrten Bankrdücken" scheint nicht sehr vertrauenserweckend

Zweifelhaft: Die Konstruktion zum „Umgekehrten Bankdrücken“ sieht nicht sehr stabil aus (Foto: Resch)

Die nächste Übung nennt sich „Umgekehrtes Bankdrücken“. Dazu brauche ich einen Besenstiel, den ich irgendwo so hinlegen soll, dass ich eine Art tiefes Reck erhalte. Als Vorschlag sind zwei Stühle abgebildet. Eigentlich heißt das Programm ja „Fit OHNE Geräte“ und jetzt muss ich mir doch irgendwie ein eigenes Reck zimmern. Das ist einfacher gesagt als getan. Wo finde ich schon zwei gleich hohe Flächen, die beide stabil genug sind, um Sportübungen auszuhalten? Hier ist definitiv Kreativität gefragt. Irgendwie schaffe ich es zwar, das Gerät aufzubauen, aber ich vertraue der Konstruktion nicht so ganz. Lieber folge ich dem Alternativtipp im Buch und ziehe mich an der Kante meines massiven Wohnzimmertisches hoch – sicher ist sicher.

Skepsis in Sachen Reisetauglichkeit

In den eigenen vier Wänden ist es irgendwie ja möglich, so ein Behelfsgerät zu basteln. Auf Reisen stelle ich mir das aber so gut wie unmöglich vor – wer schleppt schon einen Besenstiel im Koffer mit? Das enttäuscht mich schon ein bisschen, denn immerhin wirbt das Programm damit, auch auf Reisen problemlos machbar zu sein. Der Vorschlag mit dem Tisch ist zwar ganz gut und eher reisetauglich, trotzdem bin ich nicht völlig überzeugt.

Geschafft dank Fliegengewichts

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus

Überrascht: Die morsche Tür hält meine Klimmzüge anstandslos aus (Foto: Resch)

Nach einer weiteren Liegestütz-Variante – meine Arme schreien um Erbarmen – soll ich nun noch Klimmzüge an der Tür machen. Die Abbildung im Buch sieht interessant aus. Sehr interessant, wenn man bedenkt, dass in meiner Münchner Altbauwohnung die Türen schon bessere Zeiten gesehen haben. Was soll’s, ich probiere es trotzdem. Und siehe da, es funktioniert. Ich habe zwar insgesamt ein mulmiges Gefühl, aber die Tür und auch die sensiblen Scharniere tolerieren mein Gezerre. Zum Glück bin ich klein und durch meine alpine Radlerei ein Fliegengewicht. Bei einem durchschnittlich schweren 70 bis 80 Kilogramm-Mann würde meine Tür sicher kapitulieren.

Zu leicht oder doch zu schwer?

Nach dem ersten Workout weiß ich schon mal eines: Effektiv sind die Übungen, meine Arme brennen wie Feuer. Neugierig schaue ich mir das Programm der folgenden Tage an und probiere schon einmal ein paar Übungen aus. Mir wird schlagartig bewusst, dass ich tatsächlich etwas ungleichmäßig trainiert bin. Die Beinübungen aus diesem Programm sind mir viel zu leicht, während mich die Oberkörperübungen an den Rand meiner Möglichkeiten bringen. Das heißt für mich persönlich, dass ich ein bisschen umdisponieren muss. Immerhin möchte ich meine Beinkraft auch verbessern. Entsprechend muss ich das Programm etwas anpassen und aus dem Buch schwerere Beinübungen aussuchen. Obwohl ich von Training und der Theorie dahinter einiges verstehe, dauert das ein gutes Weilchen. Ohne entsprechendes Vorwissen dürfte ein individuelles Maßprogramm wohl unmöglich sein.

Nach knappen zwei Tassen Kaffee habe ich dann mein individuelles Programm zusammengebastelt. Mal schauen, ob es am Ende meine Erwartungen erfüllen wird.

Mein Fazit zum Bodyweight-Training

Doch schon jetzt steht für mich fest: Sinnvoll ist das Training auf jeden Fall. Ich brauche keine Geräte im Fitness-Center, um mich so richtig müde zu machen. Zwar brauche ich auch beim Bodyweight-Training ein paar Hilfsmittel, aber mit ein bisschen Ideenreichtum kann man sich das alles zusammenbauen. Mit der Zweckentfremdung von Putzutensilien bleibt der Spaß auch kostenfrei. So spare ich definitiv Geld und auch Zeit, ich bin sehr flexibel, kann trainieren, wann ich will.

Das geht aber nur, weil ich schon ein bisschen Ahnung von Trainingslehre habe. Wer als kompletter Neuling anfängt, sollte entweder viel Zeit zum Einarbeiten einplanen oder sich den Rat von erfahrenen Sportlern suchen. Für ein individuelles und gesundes Programm muss man immerhin viele Dinge berücksichtigen. Muskuläre Dysbalancen, Gelenkprobleme, Haltungsfehler oder anderer Verletzungen muss man genauso beachten wie den eigenen Fitness-Stand und die persönliche Regenerationsfähigkeit.

Trotz kleiner Probleme im Detail, ist das Training mit dem eigenen Körpergewicht zweifelsohne einen Versuch wert. Ob man allein mit diesem Training wirklich fit werden kann, wage ich zwar zu bezweifeln. Irgendeine andere Sportart sollte man vielleicht doch machen, so wie ich definitiv meinem Rennrad treu bleiben werde, aber als Ausgleich vor allem im Winter ist es eine echt tolle Sache.

Selbstversuch: Inwiefern werden wir durch Wahlwerbung beeinflusst?

***Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Meinungsbeitrag. Er gibt die Ansichten der Autorin wieder, nicht jedoch die der gesamten Face2Face-Redaktion. Als unabhängiges Online-Magazin ermöglichen wir unseren Mitarbeitern eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit.***

Heute ist es soweit: Die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag findet statt. Schon seit Wochen werben die Parteien für ihre Programme und hoffen die Stimmen der Bürger für sich zu gewinnen. Aber wie genau sieht diese Werbung aus und vor allem: Wie sehr werden wir dadurch beeinflusst? Mit dieser Frage habe ich mich näher befasst und einen Selbstversuch gestartet. Bewusst habe ich darauf geachtet, wo man überall mit Werbung von Parteien konfrontiert wird und inwiefern diese mich hinsichtlich meiner Stimme manipulieren kann.

Ein wohlüberlegtes Kreuzchen
Schon einige Wochen vor der Wahl rühren die Parteien kräftig die Werbetrommel. Dadurch wird man früh mit der Bundestagswahl konfrontiert und macht sich Gedanken, wo man sein Kreuz machen wird. Das finde ich auch gut, denn schließlich sollte das keine unüberlegte Handlung sein. Wir haben nämlich das Recht auf eine Stimme, dank der wir Einfluss auf die Politik nehmen können.

Wahlplakate soweit das Auge reicht

Wahlplakate soweit das Auge reicht (Foto: M. Boudot)

Seit mehreren Wochen hängen an Straßen, Fahrrad- und Gehwegen dutzende Wahlplakate. Von überall lächeln mich diese herausgeputzten Menschen an, geben Versprechen ab und behaupten, dass ihre Partei die beste für Deutschland sei. So heißt es zum Beispiel von der SPD „Die Zukunft braucht neue Ideen und einen, der sie umsetzt“ oder von der CDU „Für ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“. Klingt doch beides auf den ersten Blick vielversprechend, aber können die Parteien ihre Versprechen auch einhalten? In diesem Punkt sind sie sich ausnahmsweise alle einig und von der Umsetzbarkeit ihrer Visionen vollkommen überzeugt.

Promis werben für „ihre“ Partei
Neben zahllosen Berichten im Fernsehen, Radio und in der Zeitung, rufen auf Social Media-Plattformen, wie Facebook, Twitter und Instagram auch Prominente dazu auf, das Kreuz für eine bestimmte Partei zu machen. Handelt es sich dabei um bezahlte Kooperation oder haben sich die Promis wirklich intensiv mit dem Wahlprogramm ihrer Partei auseinandergesetzt und sind davon überzeugt? Letzterem bin ich kritisch gestimmt, fühle mich von solcher Werbung nicht angesprochen und lasse mich dadurch auch nicht beeinflussen.

Politische Stolperfallen im Alltag
Vor allem in den letzten Wochen vor der Wahl zeigen sich die Parteien präsent. So schlendere ich an einem Samstagmorgen über den Flohmarkt und entdecke neben gebrauchter Kleidung einen Stand der SPD. Eigentlich eine gute Sache, den Bürgern in ihrem Alltag die Möglichkeit zu geben sich zu informieren. Aber muss man denn wirklich überall an die Wahl erinnert werden? Mein Vorhaben gedankenlos nach tollen Schnäppchen zu suchen ist somit nicht ganz aufgegangen.

Eine Woche später stoße ich, auf dem Weg zum Supermarkt, auf Stände der CDU und Grünen. Hier gibt es neben ehrbaren Versprechen auch Werbegeschenke. Ich freue mich über meinen neuen Kugelschreiber und Notizblock, fühle mich den Parteien gegenüber aber nicht schuldig und nicht dazu gezwungen ihnen dafür etwas zurückgeben zu müssen.

Eine ganz ähnliche Situation an einem anderen Tag: Ich genieße die letzten Sonnenstrahlen auf einer Liegewiese am Fluss. Am liebsten möchte ich die Seele baumeln lassen und mir über nichts Gedanken machen müssen. Doch kurze Zeit später baut die SPD einen Stand auf dem Rasen auf. Und schon wieder werde ich mit dem Thema Wahlen und mit Werbung einer Partei konfrontiert.

Alles freundliche Menschen, die das gleiche Ziel vor Augen haben – egal aus welcher Partei sie kommen: Meine Stimme für sich zu gewinnen und heute mein Kreuz vor ihrem Parteinamen zu erreichen. Gut ist, dass die Bevölkerung schon frühzeitig auf die bevorstehende Wahl aufmerksam gemacht wird und sich jeder somit rechtzeitig überlegen kann, welche Partei er in den Bundestag wählen möchte. Aber in meiner Freizeit will ich nicht dauerhaft mit dem Thema konfrontiert werden und ständig über Wahlwerbung stolpern.

Beeinflussung im engsten Kreis?
Während meines Selbstversuchs ist mir zudem aufgefallen, dass sogar meine Familie und Freunde mich hinsichtlich meiner Stimme in gewisser Weise beeinflussen können. Denn die Bundestagswahl ist in aller Munde und wird auch unter uns stark diskutiert. Familie und Freunde werben für „ihren“ Kandidaten. Der Vorteil: Ich werde auf einige Aspekte aufmerksam gemacht, die mir so vorher nicht bewusst waren und mich zum Nachdenken anregen.

Ich habe das Gefühl, dass vor allem die Meinung meiner Eltern mir hinsichtlich der Wahl und der Kandidaten wichtig ist. Denn sie sind für mich Vorbilder und nach den Normen und Werten, die sie mich gelehrt haben, strebe ich und lege Wert auf diese. So auch bei meiner Wahl eines Bundestagskandidaten.

Wähle ich wirklich frei? – Mein Fazit
Meiner Meinung nach sollte sich jeder selbst eine Meinung bilden. Dabei schadet es allerdings nicht, gewissen Input von außerhalb, zum Beispiel durch den engsten Kreis, zu bekommen. So könnt ihr verschiedene Eindrücke bekommen, unterschiedliche Meinungen vergleichen und neue Blickwinkel gewinnen. Auch die Werbung der Parteien ist hilfreich bei der Entscheidung, vor allem durch den direkte Kontakt im Alltag. Hier können noch offene Fragen beantwortet werden und man bekommt einen ganz anderen Bezug zu der Partei – auch wenn es in diesem enormen Maß lästig werden kann.

Meine Entscheidung habe ich nicht zuletzt getroffen, indem ich mich im Vorfeld über die verschiedenen Wahlprogramme der Parteien informiert habe. Das hat die Auswahl schon mal etwas eingegrenzt. Außerdem haben mir einige Fernseh-, Radiobeiträge und Zeitungsartikel bei meiner Entscheidung geholfen – ebenso wie Gespräche mit Verwandten und Freunden. Am Ende zählt meiner Meinung nach vor allem die Sympathie, die man für einen Kandidaten aufbringt und wie sich dieser präsentiert.

Egal, wie man sich letzten Endes entscheidet, wichtig ist es überhaupt zu wählen und sich somit für seine politischen Anliegen einzusetzen – also auf in die Wahllokale!

Selbstversuch: Rad(t)los in einer Fahrradstadt

Ich lebe in Freiburg, einer der zahlreichen sogenannten „Fahrradstädte“ Deutschlands. Ein Drittel der dort lebenden Menschen bewegt sich mit dem Rad von A nach B – so auch ich. Normalerweise! Für Face2Face habe ich einen Selbstversuch gestartet und eine Woche auf mein Fahrrad verzichtet.

Wohlverdienter Urlaub für’s Fahrrad
Zum Zeitpunkt des Selbstversuchs mache ich ein Praktikum und muss dafür jeden Morgen etwa fünf Kilometer in die Innenstadt fahren. In der Regel nehme ich dafür das Fahrrad und brauche etwa 15 Minuten. Das soll sich jetzt ändern! Mein Rad wird für eine Woche im Keller stehen bleiben und ich bin auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen.

Startschuss!
Der erste Tag: Ich stehe wie gewöhnlich gegen acht Uhr auf, dann folgt die übliche Morgenroutine: Waschen, umziehen, frühstücken, packen, los! Nur eines ist heute anders: Anstatt mit dem Fahrrad werde ich, wie den Rest der Woche, mit der Straßenbahn zur Arbeit fahren. Dort soll ich jeden Morgen zwischen neun und zehn Uhr erscheinen. Die Haltestelle ist etwa sieben Minuten Fußweg entfernt. Um 9:10 Uhr mache ich mich auf den Weg. In der Straßenbahn angekommen, muss ich mir erst mal ein Wochenticket für 25 Euro kaufen. Das ist für mich viel Geld und ich ärgere mich, denn im Sommer brauche ich kein Semesterticket, da ich normalerweise immer mit dem Fahrrad unterwegs bin.

In einer Fahrradstadt kommt ein Rad selten allein (Foto:M. Boudot)

In der Straßenbahn ist es morgens um die Zeit angenehm ruhig. Die wenigen Fahrgäste lesen entweder in einer Zeitung oder einem Buch, haben Kopfhörer auf den Ohren oder schauen verträumt aus dem Fenster. Ich gehöre zur zweiten Fraktion, stecke mir die Knöpfe ins Ohr und lausche der Musik. Während der Fahrt merke ich, dass ich müde werde. Am liebsten würde ich die Augen schließen und weiter schlummern. Die Straßenbahn braucht circa 15 Minuten, bis sie die Stadtmitte erreicht. Dort hält sie nur ein paar Meter von meiner Arbeitsstelle entfernt. Heute komme ich zwar nicht, wie sonst, wenn ich mit dem Rad fahre, verschwitzt und etwas außer Atem an, aber dafür deutlich müder. Außerdem war ich um einiges länger unterwegs als sonst. Nach meinem Arbeitstag steige ich gegen 18 Uhr wieder in die Straßenbahn ein. Am Abend ist es deutlich voller und nur noch wenige Sitzplätze sind frei. Ich krame erneut meine Kopfhörer aus der Tasche und versinke in der Musik. Meine Augen sind schwer und die Fahrt kommt mir ewig vor. Zuhause angekommen bin ich geschaffen vom Tag und falle schon recht früh ins Bett.

Mein Fahrrad fehlt mir
Der zweite Tag verläuft ähnlich wie der erste. Am dritten Tag führe ich am Morgen in der Straßenbahn ein kurzes aber dennoch nettes Gespräch mit einer älteren Dame und bin froh über die Abwechslung zu meiner Musik. Abends bin ich erschöpft von der Arbeit und nicht gerade abgeneigt in die Straßenbahn zu steigen, mich gemütlich zurücklehnen und entspannen zu können. Dennoch fehlt mir mein Rad, vor allem die frische Luft und die Fahrt durchs Grüne. Ich merke, dass mir die sonst übliche, sportliche Bewegung guttut und mir sowohl am Morgen als auch am Abend neuen Schwung verleiht.

In trockenen Tüchern

Mein neues Transportmittel: Eine Straßenbahn in Freiburg (Foto: M. Boudot)

Am vierten Tag, dem Donnerstag, wache ich auf und freue mich zum ersten Mal sehr mit der Straßenbahn zu fahren, denn es regnet in Strömen. Normalerweise würde ich mich jetzt in meine Regenjacke wickeln und zur Arbeit radeln, wo ich klitschnass ankommen würde. Heute kann ich mit dem Schirm in der Hand zur Haltestelle laufen und finde in der trockenen Straßenbahn Zuflucht vor dem Regen. Auch am Abend, der immer noch Unwetter mit sich bringt, bin ich froh wieder in die Straßenbahn einzusteigen.

 

 

Absolut rad(t)los!
Der nächste Tag ist zum Glück wieder trocken und sonnig. Am Abend steige ich nach der Arbeit wie gewohnt in die Straßenbahn und starte ins Wochenende. Zuhause angekommen fällt mir auf, dass der Essensvorrat knapp wird. Normalerweise würde ich mir jetzt mein Fahrrad schnappen und zum Einkaufszentrum fahren, um einen Großeinkauf zu machen. Aber da das Fahrrad diese Woche tabu ist, entscheide ich mich für den kleinen Supermarkt um die Ecke. Ich habe außerdem keine Lust erneut zur Haltestelle zu laufen und mit der Bahn zu fahren, da das fast doppelt so lange dauern würde wie der Schwung auf’s Rad.

Keine Ausnahmen!
Am Samstag verabrede ich mich mit meiner Mitbewohnerin in der Stadt. Wie gerne würde ich bei dem schönen Wetter mit ihr gemeinsam dorthin radeln. Aber der Selbstversuch wird natürlich durchgezogen! Also fahren wir gemeinsam mit der Straßenbahn. Nach einer erfolgreichen Shoppingtour sind wir beide ziemlich geschafft und letztlich doch ganz froh, die Einkaufstüten nicht um den Fahrradlenker hängen zu müssen, sondern in der Bahn entspannt plaudern zu können.

Eine Woche ohne Rad in Freiburg – mein Fazit

Nach einer Woche Selbstversuch bin ich sehr froh meinen Drahtesel wieder auszuführen (Foto: K. Ernst)

In einer Fahrradstadt eine Woche ohne Rad auszukommen ist zwar gut machbar, aber eher nichts für mich. Ich genieße die frische Luft und die Fahrt durch’s Grüne und merke, dass ich mich dadurch sowohl seelisch als auch körperlich besser fühle. Mit der Straßenbahn werde ich morgens einfach nicht so schnell wach und bin außerdem deutlich länger unterwegs. Aber natürlich hat sie auch ihre Vorteile. Bei schlechtem Wetter bleibt man trocken und wenn man mal besonders geschafft ist, kann man einfach eine entspannte Fahrt genießen. Außerdem bringt sie viele Menschen umweltfreundlich ans Ziel. Letztendlich bin ich aber doch sehr froh meinen Drahtesel nach einer Woche Selbstversuch wieder entstauben und an der frischen Luft ausführen zu können.

Von Spanferkel zu Tofu – ein Selbstversuch

Startschuss: Das große Fleischfressen vor der anstehenden veganen Woche (Foto: D. Pollach)

Der Grill knistert, die Hitze ist fast unerträglich. Immer wenn das Fett aus der angeschnittenen Schwarte des Spanferkels tropft, zischt es kurz. Und es durftet einfach so gut! Meine Vorfreude auf´s Essen ist unbeschreiblich groß – kein Wunder, nachdem ich „mein Schwein“ zehn Stunden lang immer wieder liebevoll mit einem Gemisch aus Apfelsaft und Salz eingepinselt habe. Und jetzt das: Eine Woche lang kein Fleisch und keinerlei tierische Produkte. Ein Selbstversuch.

Herausforderung angenommen!

Neben meiner Tätigkeit als IT-Manager bei Face2Face koche ich leidenschaftlich gerne. Natürlichkeit und Qualität ist mir dabei sehr wichtig. Nichts ist schrecklicher als ein schlechtes Essen, ein billiges Fleisch oder zu stark künstlich aufgezogenes Gemüse. Eine Woche lang auf Fleisch zu verzichten, stelle ich mir nicht so schwierig vor – aber auf Eier, Milch, Sahne und vor allem Käse? Könnte eine Herausforderung werden. Für euch dokumentiere ich jeden Tag meiner veganen Woche:

Tag 1:

Ein guter Start! Die Pizza Buscetta schmeckt, ist aber auch sehr nah an der Pizza, die ich sonst immer esse, nur eben ohne Mozzarella. Morgens gab es mein übliches Frühstück bestehend aus einem Apfel und einer Karotte.

Tag 2:

Frühstück wie immer, mittags einen Gazpacho-Salat und abends ein Gericht aus Tofu und Chicorée. Auch wenn die Kombination von Chicorée und Gemüse gut passt – Tofu ist einfach nicht mein Geschmack. Weder die Konsistenz sagt mir zu noch irgendetwas sonst. Durch das Marinieren schmeckt es zwar nach was, aber Eigengeschmack – Fehlanzeige.

Werden keine Freunde: Das Soja-Hack und ich (Foto: D. Pollach)

Tag 3:

Nachdem es mittags in der Firmenkantine vegane Paella gab, stand abends eine Gemüse-Lasagne auf dem Plan – mit Soja-Hack und Sour Cream aus Cashewnüssen. Dieses Mal war das Soja weit weniger schlimm als am Tag davor. Die Konsistenz war besser und man hat nur leicht gemerkt, dass es kein Fleisch ist. Die Sour Cream hingegen schmeckte komplett anders als echte, aber nicht schlecht. Geschmacklich wirklich spannend – das werde ich auch in mein Koch-Repertoire aufnehmen. Wie ich mich fühle? Satt!

Tag 4:

Heute Mittag musste ich eine kleine Ausnahme machen. Mitten in Basel unter Zeitdruck und mit knurrendem Magen habe ich mich dann zu Sandwiches mit Frischkäse verleiten lassen. Vegetarisch, aber eben nicht vegan. Ich denke das ist auch eine der größten Schwierigkeiten mit veganer Ernährung: Es ist nicht leicht sie überall und ohne große Mühen bzw. Vorbereitung hinzubekommen.
Zum Abendessen gab es dann Polenta mit Pilzen – ein gutes Gericht, bei dem mich auch die Sauce in veganer Variante überzeugt hat.

Tag 5:

Lecker! Den Kichererbsen-Eintopf mochte ich sehr! Ein bisschen Brot dazu, um es später in die Saucenreste zu dippen, macht das Gericht perfekt.

Vegan und lecker: Frischer Spinat, Linsencurry und Wildreis (Foto: D. Pollach)

Tag 6:

Das Linsen-Spinat-Curry, das es heute gab, kannte ich so ähnlich schon – ein gutes Gericht! Wie häufiger in der indischen Küche fällt dank der starken Würzung kaum auf, dass es vegan ist.

Tag 7:

Zum Abschluss der veganen Woche gab es Süßkartoffel-Pommes mit der Sour Cream aus Cashew-Nüssen und Salat. Im Plan ist es ursprünglich so vorgesehen, dass die beiden Gerichte mit der Cashew-Sour Cream direkt nacheinander kommen, sodass man nicht zweimal welche machen muss. Sie hält sich im Kühlschrank allerdings auch ein paar Tage.
Pommes sind für mich prinzipiell eher eine Beilage und keine vollwertige Mahlzeit, deshalb hat mir bei diesem Gericht tatsächlich noch etwas gefehlt. Vielleicht eine Tarte oder Ähnliches.

Nicht schlecht, aber anders

Mein Fazit nach einer Woche Selbstversuch: Veganes Essen schmeckt nicht schlecht, aber eben anders. Bestes Beispiel ist die Sour Cream aus Cashews: Sie schmeckt sehr gut, aber eben anders als eine normale Sour Cream und ist daher kein Ersatz, sondern eben ein anderes Gericht. Ich koche oft mit Käse, Schmand, Milch und Eier und habe diese Lebensmittel schon ein bisschen vermisst.
Das Soja-Hack enthält außerdem einige künstliche Stoffe – da glaube ich, dass das Schwein, das artgerecht aufgezogen und geschlachtet wurde, wahrscheinlich doch gesünder und natürlicher ist.

Vegan essen – ja oder nein?

Die größte Herausforderung ist mein Berufsalltag, da ich viel reise. Wenn ich mich da vegan ernähren würde, hieße das, dass ich beispielsweise auf Geschäftsessen mit Kollegen verzichten beziehungsweise mich bei der Wahl der Gerichte extrem stark einschränken müsste.
Es war toll neue Geschmackseindrücke zu bekommen, trotzdem könnte mich nichts dazu bewegen mich zukünftig ausschließlich vegan zu ernähren. Ich liebe einfach die Variation beim Kochen und Essen – da möchte ich mich nicht einschränken.

Vegan mit Plan

Der Plan hat mir bei meiner veganen Woche sehr geholfen! Alle Lebensmittel waren einfach zu bekommen und übersichtlich auflistet. Die Mengenverhältnisse kann man individuell anpassen, so dass ich zum Beispiel bei der Lasagne die doppelte Menge Soja-Hack verwendet habe. Aber die Rezepte waren einfach und verständlich und speziell die Anordnung der Gerichte hat es mir sehr leicht gemacht die Woche durchzukochen.

Ihr wollte den Plan für die vegane Woche für zehn Euro kaufen? Dann klickt bitte HIER für weitere Infos.

 

Dein Plan für eine vegane Woche

Wir für euch: 7 vegane Rezepte und Snackideen plus Einkaufsliste im Face2Face-Plan für eine vegane Woche (Foto: T. Gartner)

Wir für euch: 7 vegane Rezepte und Snackideen plus Einkaufsliste im Face2Face-Plan für eine vegane Woche (Foto: T. Gartner)

Einfach und schnell vegan kochen mit Zutaten aus dem Supermarkt – dabei wollen wir dich unterstützen. Ganz egal, ob du vorhast, deine Ernährung dauerhaft umzustellen, oder einfach nur mal „reinschnuppern“ willst – mit unserem Plan für eine vegane Woche inklusive Einkaufsliste und Snackideen gelingt beides völlig stressfrei.

Spare Zeit!

Keine zeitraubende Suche nach guten Rezepten, stundenlanges In-der-Küche-stehen oder das Abklappern von drei verschiedenen Einkaufsläden – mit unserem Plan sparst du vor allem eins: wertvolle Zeit.

Eiweißquellen inklusive

Wo bekomme ich denn meine Proteine her ohne Fleisch und Eier? Keine Sorge – die Rezepte aus dem Plan enthalten Hülsenfrüchte und Sojaprodukte, also natürliche pflanzliche Eiweißquellen.

In den Einkaufswagen: Deine vegane Woche

Unseren Plan für eine vegane Woche plus Einkaufsliste und Snackideen könnt ihr für zehn Euro über diese E-Mail-Adresse bestellen: tatjana.gartner@face2face-magazin.de. Schreibt in den Betreff einfach „Vegane Woche“ und in die E-Mail euren vollständigen Namen plus Anschrift. Eure Daten werden nicht für Werbezwecke genutzt und nach Abwicklung der Bestellung wieder gelöscht.

Eure Vorteile auf einen Blick

  • 7 Hauptgerichte für zwei Personen
  • alle Zutaten gibt´s im Supermarkt
  • unkompliziert und schnell vegan kochen
  • Snackideen für zwischendurch
  • Zeit für die Zubereitung: max. 30min

Viel Spaß bei eurer veganen Woche!

Du liebst Fleisch und kannst dir ein Leben ohne tierische Produkte nicht vorstellen? Dann lies den Erfahrungsbericht unseres IT-Managers Denis. Er hat den Face2Face-Plan für eine vegane Woche ausprobiert und den Selbstversuch gewagt – von Spanferkel zu Tofu.

Mehr Tipps zum Thema „Ernährungsumstellung auf vegan“ findest du HIER.

eBook-Reader vs. traditionelles Buch – ein Selbstversuch

„Dass du dir noch keinen eBook-Reader angeschafft hast wundert mich, das wäredochperfekt für dich!“ Solche und ähnliche Sätze habe ich mir schon oft anhören müssen. Als leidenschaftliche Leseratte schleppe ich in einen zehntätigen Urlaub gut und gerne mal acht Bücher oder mehr in meinem Koffer mit mir herum. Wenn ich ein gutes Buch entdeckt habe, ist es teilweise am gleichen Tag noch verschlungen. Also, warum nicht auf ein eBook umsteigen, und sich den Platz und das Gepäck sparen?

Trotz bisheriger großer Ablehnung gegenüber den „Konkurrenten des guten alten Buches“ wurde ich langsam doch neugierig: Was ist, wenn an den Lobeshymnen meiner Freunde auf den eBook-Reader doch etwas dran ist? Aufgrund der Tatsache, dass diese immerhin auch alle begeisterte Bücherfans sind, ließ ich mich trotz größter Skepsis auf das Experiment „eBook“ ein.

Lässt sich bequem in jeder Handtasche verstauen: der handliche eBook-Reader von Sony. (Foto: Betz)

Lässt sich bequem in jeder Handtasche verstauen: der handliche eBook-Reader von Sony. (Foto: Betz)

Einmal den Entschluss gefasst, wurde auch direkt eifrig im Internet, ganz nach guter neuer Schule, recherchiert und verglichen. Mit einem „Klick“ landete am Ende das neueste Modell des Sony-Readers (PRS-T3) im Warenkorb und lag zwei Tage später für 130€ auf meinem Tisch. Nach kurzem Laden am Computer konnte es dann auch schon losgehen: Anmelden im eBook-Store, eine Adobe-ID einrichten und anschließend aus der großen Auswahl ein passendes Buch für den „1.Versuch“ auswählen.

Zunächst fiel mir positiv auf, dass der Store wirklich übersichtlich strukturiert ist und man für jeden Lese-Geschmack das richtige Buch findet. Außerdem sind besonders Krimis von eher unbekannten Autoren zu Schnäppchen-Preisen von bereits 0,99€ zu bekommen. Für mich als Thriller und Krimi-Fan ein Traum!

Dennoch entschied ich mich in diesem Fall nach längerem Stöbern in dem großen Angebot für den kürzlich erschienen Roman von Lori Nelson Spielman „Morgen kommt ein neuer Himmel“. Der Bezahlvorgang per Lastschrift erwies sich ebenfalls als ziemlich unkompliziert und kurze Zeit später konnte ich das Buch auch schon „downloaden“.  Jetzt wurde es Ernst: Kann ein eBook mit dem „echten“ Lesegefühl eines richtigen Buches mithalten?

eBook vs. "Klassiker": Wer hat die Nase vorn? (Foto:Betz)

eBook vs. „Klassiker“: Wer hat die Nase vorn? (Foto:Betz)

Mit einer Sonnenbrille und einem Glas Wasser machte ich es mir auf meiner Sonnenliege bequem und begann die erste Seite „aufzuschlagen.“ Nach kurzen „Startschwierigkeiten“, in denen ich mich an die ungewohnte Leichtigkeit und das Format des eBooks gewöhnen musste, hatte ich ziemlich schnell eine passende Haltung und damit auch den Einstieg in den Roman gefunden.

Nach drei Tagen, einem Roman und einigen Lesestunden später kann ich nur sagen:  Das eBook hat mich positiv überrascht! Obwohl ich dachte, mich niemals mit einem elektronischen Buch anfreunden zu können, gelang mir das Lesen auf dem Reader erstaunlich gut. Wenn man richtig in der Story gefangen ist, bemerkt man den Unterschied irgendwann kaum noch. Mir ist es sogar einige Male passiert, dass ich aus Reflex die Seite wie bei einem richtigen Buch umblättern wollte. Weitere Vorteile sind die Wörterbuch-Funktion, mit der man unverständliche Wörter direkt aufgrund der WLAN-Verbindung nachschlagen kann und die Möglichkeit, sich Notizen zu machen.

Mein Fazit: Das kleine Teil ist äußerst handlich und mit seinen Zusatzfunktionen sehr praktisch. An das „veränderte Lesegefühl“ gewöhnt man sich widererwartend nach kurzer Zeit ziemlich gut. Ein kleines „aber“ bleibt dennoch: Trotz der vielen positiven Eigenschaften ist es trotzdem nicht dasselbe, wie ein richtiges Buch. Betrachtet man den eBook-Reader allerdings nicht als Alternative zum Buch sondern als Ergänzung, hat man damit eine gute Wahl getroffen!

 

Vorschau: