Die Fans bleiben ihm treu – Eloy de Jong im Interview

Letzte Woche hat uns Eloy de Jong bereits einiges über seinen Musikgeschmack und die Zeit mit Caught in the Act in den 1990er Jahren verraten. Im zweiten Teil unseres Interviews hat er mit uns über sein Wiedersehen mit Caught in the Act und seine Disney-Sammlung gesprochen.

Face2Face: Was hast du nach Caught in the Act alles gemacht?

Eloy: Ich habe erst Zeit gebraucht, um zu mir selbst zurückzufinden und mir ein Privatleben aufzubauen. Danach habe ich angefangen, beim Fernsehen zu arbeiten. Jetzt habe ich meine eigene Produktionsfirma und entwickle Fernsehformate. Ich bin sehr stolz, dass ich neben meiner Musikkarriere auch etwas anderes erfolgreich machen kann.

Ganz in seinem Element: Eloy de Jong bei einem seiner Auftritte (Foto: Nina Wilfonseder)

Ganz in seinem Element: Eloy de Jong bei einem seiner Auftritte (Foto: Nina Wilfonseder)

Face2Face: Nach 17 Jahren hast du die anderen Bandmitglieder von Caught in the Act im April und im August 2015 wiedergetroffen. Was war das für ein Gefühl?

Eloy: Es war unglaublich. Wir haben so viel miteinander erlebt, aber auch so lange Zeit nichts mehr miteinander zu tun gehabt. Es war dann eigentlich ganz schnell wieder wie früher. Wir haben einen großen Teil unseres Lebens zusammen erlebt. Das ist eine Beziehung, die man niemals verliert. Mit Bastiaan bin ich immer in Kontakt geblieben.

Face2Face: Was kannst du in Bezug auf das Comeback von Caught in the Act sagen?

Eloy: Ich bin superstolz auf unsere Fans. Es gibt immer noch so viele. Ich sehe das jetzt bei meinen Soloauftritten. Da kommen so viele Fans hin. Auf Facebook bekomme ich so viele Nachrichten. Ich hoffe, dass wir die Möglichkeit haben, die Vergangenheit zusammen feiern zu können mit all diesen Menschen.

Face2Face: Du warst in den 90ern ein großer Disney-Fan. Sammelst du immer noch alles von Disney und auf welches Stück aus deiner Disney-Sammlung bist du besonders stolz?

Eloy: Ich bin immer noch ein Disney-Fan. Ich habe jetzt auch eine Tochter und die ist total in „Frozen“ vernarrt. Wir gucken das oft zusammen. Von ganz vielen Disney-Klassikern habe ich den Original-Cel (Anm. d. Red.: ein Cel ist eine durchsichtige Folie, auf die Animationen per Hand gezeichnet worden sind). Die habe ich an meiner Wand hängen und die finde ich super.

Face2Face: Was ist für 2016 alles geplant und welche Konzerttermine stehen an?

Eloy: Ich hoffe, viel in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs sein zu können. Für weitere Infos und Termine geht ihr am besten auf meine Facebookseite oder auf die Facebookseite von ELOY Info.

Vorschau: Nächsten Samstag stellt euch Vanessa die deutsche Vertreterin für den diesjährigen Eurovision Song Contest in Schweden im Schnellcheck vor.

Rap und Hip-Hop aus Frankreich

Spätestens 1998, als keine geringere als Missy Misdemeanor Elliot mit Timabaland und Nicole Wray für ihre Hitsingle „All in my grill“ den französischen Rapper MC Solaar featurte, hatten französisch-sprachiger Rap und Hip-Hop auch international ihren Durchbruch erlangt.

Bereits in den 1980er Jahren bildeten sich die ersten Gruppen. Diese waren stark an US-Vorbildern orientiert. Hip-Hop und Rap wurden als Modewelle wahrgenommen, die schnell verebbten. Erst seit den frühen 1990ern gibt es wieder eine eigene Szene, die sich stärker von den USA absetzt und in Frankreich hauptsächlich in den Banlieues, den französischen Vorstädten und Stadträndern, verwurzelt ist.

1990 erschien der erste Rap-Sampler Rapattitude in einer größeren Auflage und wurde insgesamt 40.000 mal verkauft. MC Solaar und IAM waren die ersten erfolgreichen Rapper.

MC Solaar war ebenfalls der erste Rapper, der 1992 den nationalen Musikpreis „Victoire de la musique“ erhielt. Die Szene orientiert sich heute an künstlerischen Polen wie Suprême NTM im Pariser Norden oder 500 One im Pariser Süden. Wichtige Zentren der Szene sind Paris (Suprême NTM, La Cliqua), Marseille (IAM), Toulouse (KDD), Strasbourg (NAP) oder die Bretagne (Manau).

Die Szene und auch die meisten Gruppen sind im Gegensatz zu den US-amerikanischen Vorbildern absichtlich multikulturell und nicht ethnisch festgelegt. Sie selbst betiteln sich oft als Black-Blanc-Beur-Gruppen. Black für die Schwarzen, Blanc für die Weißen und Beur für die Araber aus dem Maghreb. Dennoch sind heutzutage die größten französischen Rap-Künstler meist Farbige mit Migrationshintergrund aus Nord- und Westafrika sowie den französischen Überseegebieten DOM und TOM; Aber auch einige Weiße französischer oder anderer Abstammung gelangten zu Bekanntheit, wie Rocking Squat von der Gruppe Assassin oder die Rapperin Diam’s. Sie orientieren sich am sogenannten Message oder Knowledge Rap, der sich an der Ostküste der USA parallel zum Gangsta-Rap der Westküste entwickelte.

Thematisch wurde in den französischen Rapsongs zunächst der Lebensalltag in der Banlieue beschrieben: Arbeitslosigkeit, Gewalt, Zurückweisung und Chancenlosigkeit, Rassismus, Drogenhandel und Beschaffungskriminalität sowie Kritik an der Polizei waren die Hauptthemen.

Diese Auseinandersetzung trug zur Identitätsfindung bei. Rapper haben in Frankreich meist einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, sie werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben kaum Lebensperspektiven. Rap bietet ihnen daher einem symbolischen, aber durchaus auch materiellen Entfaltungsraum. Diese Bedeutung des Rap für das eigene Leben wird in den Songs immer wieder thematisiert, zum Beispiel in „Petite Banlieusarde“ aus dem Album „Dans ma Bulle“ von Diam’s aus dem Jahr 2006.

Auch wenn sich einige französische Rapper vom US-amerikanischen Gangsta-Rap inspirieren lassen, dem sogenannten Hardcore-Rap, in dem es hauptsächlich um Kriminalität und Gewalt geht sowie um die täglichen Erlebnisse und das Repräsentieren in den Stadtvierteln, gibt es in Frankreich nach wie vor Gruppen, die den engagierten Message Rap weiterführen. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägt metaphorischen Sprachgebrauch aus, der immer wieder zu Missverständnissen führt oder von Politik und der medialen Öffentlichkeit genutzt wird, um ein negatives Bild des Rap zu vermitteln.

Was in vielen Berichten und Studien in den Hintergrund tritt, ist die aktive Szene der in Frankreich rappenden Frauen. Sie waren, wenn auch in geringerer Zahl, von Anfang an dabei und sie reagieren auf die Konstruktion des Raps als eine männliche Domäne. So kam bereits 1995 die Rap-Compilation Lab’ Elles auf den Markt. 1999 brachten Lady Laistee, Diam’s, Bams und Princess Aniès ihre ersten Alben heraus.

Rapper und Crews wie zum Beispiel Booba, Rohff, Mc Solaar, IAM, dessen Album „L’école du micro d’argent“ sich über 1,5 Mio. mal verkaufte, Supreme NTM, Sinik und 113 verkauften jeweils schon Millionen von Alben, weshalb viele Künstler auch außerhalb von Frankreich wie zum Beispiel in Kanada, Belgien, Schweiz und weiteren französisch-sprachigen Ländern den Durchbruch schafften. Durch ihren internationalen Erfolg arbeiteten sie auch häufiger mit bekannten amerikanischen Rappern und Produzenten wie unter anderem Dr. Dre, Game, Wu-Tang Clan, Mobb Deep, Nas zusammen.

 Vorschau: Nächsten Samstag erscheint ein Bericht über Giorgio Moroder.

„Ein guter Vorsatz ist der erste Schritt“

Von links: Anja Rambacher, Denis Pollach, Janita Sharifi, Sebastian Spies und Alexandra Perlowa (Fotos: privat)

Mit dem Rauchen aufhören, das Studium erfolgreich beenden, mehr Zeit mit den Liebsten verbringen – zu Beginn des neuen Jahres werden fleißig gute Vorsätze gesammelt. Was aber nehmen sich die Face2Face-Mitarbeiter für 2013 vor? Und wie haben sie Silvester verbracht? Fünf Face2Face-Autoren packen aus:

 „Ich feiere Silvester lieber mit Freunden zu Hause als in Clubs oder auf großen Plätzen“, sagt Anja Rambacher. Die Leiterin der Face2Face-Sportredaktion bevorzugt lockere Atmosphäre und gemeinsame Feierei am letzten Tag des Jahres. „Ich habe die letzten Jahre immer mit etwa zwanzig Leuten bei einer gemeinsamen Freundin Silvester verbracht und jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, sprich bei den Vorbereitungen geholfen“, erzählt sie, „ in diesem Jahr gab es gleich doppelt Anlass zum Feiern: Ein Freund von mir hat am 1. Januar Geburtstag und das haben wir mit einer riesigen Hausparty gefeiert.“ Obwohl sie sich bisher noch nie Neujahrsvorsätze gemacht habe, habe sie sich für 2013 einen Klassiker vorgenommen: Bis zum Sommer möchte sie ein paar Kilo abspecken. „Ich esse leider viel zu gerne, deswegen möchte ich in Zukunft bewusster auf meine Ernährung achten“, fügt die 22-Jährige hinzu. Was man sich vornehme, müsse man aber auch wirklich wollen und es nicht nur einfach so dahersagen, aber „ein guter Vorsatz ist der erste Schritt zur Umsetzung“, so Rambacher.

Verbrachte Silvester mit seiner Verlobten in der Schweiz: Denis Pollach (Foto: privat)

 Auch Denis Pollach (22), der Face2Face beratend zur Seite steht, findet es gut Vorsätze zu haben. „Auch wenn man mal seinen Vorsatz nicht erreicht hat, so hat man dennoch einen Schritt in die richtige Richtung getan“, ist sich der Student sicher. Seine Vorsätze für 2012 – mehr Sport treiben und abnehmen – habe er erfolgreich umsetzen können: „Es ist ein gutes Gefühl zu wissen, dass man zur Abwechslung auch mal einen guten Vorsatz umgesetzt hat!“ Für 2013 nehme er sich vor seine Bachelorarbeit sehr gut abzuschließen und eine Arbeitsstelle zu bekommen, erzählt er. Auch möchte er weiterhin viel Sport treiben. Die Neujahrsnacht verbrachte er gemeinsam mit seiner Verlobten und einem befreundeten Pärchen in der Schweiz. „Wir haben gemütlich etwas gegessen und danach den Nachthimmel mit Feuerwerk beobachtet – ein rundum gelungenes Silvester“, findet er.

Beim gemeinsamen Silvesteressen mit Freunden: Janita Sharifi (links) (Foto: privat)

 „Feiertage wie Silvester – nein, danke!“, findet Tipps&Tricks-Mitarbeiterin Janita Sharifi. Im Dezember gebe es eindeutig zu viele Feiertage und von genießen könne da keine Rede sein, sagt sie. Die meisten befänden sich im Weihnachtsstress und jeder wolle an Silvester etwas Besonderes machen. „Was mir aber dennoch gut gefällt, ist die Tatsache, dass man zurückblicken kann“, erzählt die 22-Jährige, „selbst die Menschen verhalten sich viel herzlicher an dem Tag. Außerdem kann Silvester auch Hoffnung für ein erfolgreicheres nächstes Jahr mit noch mehr persönlichen Projekten geben.“ Deshalb hat die Studentin ein paar gute Vorsätze ins Auge gefasst: „Ich hoffe, dass ich 2013 meiner Familie und Freunden mehr Zeit widmen kann. Außerdem möchte ich noch mehr reisen, eine weitere Sprache lernen und einem weiteren sportlichen oder kreativen Hobby nachgehen. Vor allem aber, strebe ich das Organisieren eines klassischen Konzerts an.“ Vorsätze hält sie für sinnvoll, sofern die Ziele klar formuliert und realisierbar seien.

 Die Umsetzung seiner guten Vorsätze sei ihm 2012 „mehr oder weniger gelungen“, sagt Sebastian Spies, neues Mitglied der Musik-Redaktion. Für 2013 nimmt sich der 21-Jährige vor weiterhin fleißig seinen Weg zu gehen, aber auch nie zu vergessen woher er komme. „Gute Vorsätze sind in der Regel nicht schlecht“, findet er, „sie zeigen, dass sich Personen darum bemühen, sich positiv zu verändern.“ Silvester habe er gemeinsam mit Freunden in Landau verbracht. Obwohl es ein Tag wie jeder andere sei, komme es einem so vor, als würden die Karten neu gemischt – „man kann wieder mit neuem Mut neue Chancen wahrnehmen“. Weniger gut gefalle ihm, dass man meistens gar nicht weiß, wie man das vorherige Jahr eigentlich verbracht hat. „Es wird einem klar, dass man seine Vorsätze nicht eingehalten hat und dass man nicht alles tun konnte, was man vorhatte. Oft kommt es auch vor, dass man Schicksalsschläge des Jahres noch einmal durchlebt“, so der Auszubildende.

 Grenzenloses Geböller in der Nacht, das den Schützen zudem leider oft zum Verhängnis werde, kann Kolumnistin Alexandra Perlowa nicht leiden. Die vielen guten Wünsche, die man zum Jahreswechsel erhält und überhaupt das Zwischenmenschliche an Neujahr gefallen der 20-Jährigen hingegen sehr gut. „An Silvester haben wir es auf dem Dorf mit Freunden ruhig angehen lassen“, erzählt sie. Die Nähe zu lieben Menschen habe in diesem Jahr im Vordergrund gestanden. Nachdem sie in 2012 mehr geschafft habe, als sie erwartet hätte, besteht ihr einziger Vorsatz für 2013 daraus der Faulheit den Kampf anzusagen. Vorsätze können ihrer Meinung nach Start- und Orientierungshilfe geben – „alles Weitere sollte man dem Schicksal überlassen!“

Vorschau: Am Dienstag, 22. Januar, gibt es im Panorama ein erstes Review zur Speyerer Postgalerie.

Über Stock und Stein: Orientierungslauf

In diesen Tagen findet im schweizerischen Lausanne eine Weltmeisterschaft in einem eher publikumsfernen Sport statt: Die weltbesten Orientierungsläufer treffen sich, um über Sprint, Mittel- und Langdistanz ihre Besten zu küren. Dieser nichtolympische Sport funktioniert so, dass die Athleten nur mit einer Karte und einem Kompass ausgerüstet einen Weg durchs freie Gelände finden müssen und dabei in einer bestimmten Reihenfolge festgelegte Kontrollpunkte ablaufen müssen.

Dabei wird nicht nur körperliche Fitness und Koordination verlangt, sondern auch gute kognitive Fähigkeiten, die für die Routenplanung und Krafteinteilung von Nöten sind. Um die abgelaufenen Kontrollpunkte zu kontrollieren, trugen die Sportler früher Kontrollkarten, die mittels an den Punkten angebrachten Lochzangen markiert werden mussten, heutzutage werden jedoch elektronische Hilfsmittel verwendet. So trägt jeder Läufer einen Chip, der am Kontrollpunkt automatisch markiert wird. Beim Orientierungslauf gibt es keinen Massenstart. Um ein einfaches Nachlaufen zu verhindern starten die Sportler in einem Abstand zwischen zwei und fünf Minuten, jeder erhält die Karte und die zusätzlichen Informationen, wie Gesamtstreckenlänge oder Höhenmeter, erst kurz vor dem Start.

Es gibt auch Wettkampfformen, in denen der Orientierungslauf als Staffel- oder Mannschaftswettbewerb ausgetragen wird. Beim Staffellauf bewältigen drei bis fünf Staffelmitglieder verschiedene Strecken nacheinander. Beim Mannschaftswettbewerb laufen alle Mitglieder gemeinsam los, teilen sich dann jedoch auf, um die verschiedenen Punkte ohne festgelegter Reihenfolge abzulaufen. Es zählt die Einlaufzeit des letzten Läufers.

Die Sportler tragen leichte, feste Schuhe mit kleinen Spikes und dazu meist Gamaschen oder verstärkte hohe Strümpfe, um das Verletzungsrisiko durch die Vegetation zu minimieren. Dennoch passieren die meisten Verletzungen in diesem Bereich, 90% der Sportler müssen unterhalb des Knies behandelt werden. Dabei sind Verstauchungen und Schürfwunden, sowie Prellungen und Bänderverletzungen am häufigsten und betreffen zumeist das Sprunggelenk.

Die erfolgreichsten Sportler kommen aus den skandinavischen Ländern, in dem dieser Sport auch den meisten Zulauf hat. So stammt der erfolgreichste Orientierungsläufer, Øyvin Thon, aus Norwegen. Er siegte sieben Mal bei Weltmeisterschaften, zwei Mal im Einzel über die Kurzdistanz, und fünf Mal in Folge mit der norwegischen Staffel. Ein weiterer sehr erfolgreicher Sportler ist der Franzose Thierry Gueorgiou, der auf der seit 2003 eingeführten Mitteldistanz (etwa fünf Kilometer) bereits ebenfalls siebenfacher Weltmeister wurde. Er gehört auch in diesem Jahr wieder zum absoluten Favoritenkreis über diese Strecke.

Vorschau: Nach langer Zeit wieder Nummer eins der Tennis-Weltrangliste: Über den Schweizer Tennisprofi Roger Federer erfahrt ihr nächste Woche an dieser Stelle mehr.

Bankgeheimnis und Hehlerei

Einmal mehr streitet Deutschland über Steuer-CDs, nachdem die Schweiz drei nordrhein-westfälische Steuerfahnder hat verhaften lassen. Diese Steuerfahnder hatten 2010 eine der Bank „Credit Suisse“ gestohlene CD für 2,5 Millionen Euro erworben. Der Vorwurf: Wirtschaftsspionage.

Die Diskussionen um Recht und Unrecht von Steuer-CDs sind eine der elementaren Grundfrage im Politikgeschehen. Die CDs enthalten Daten zu Steuerhinterziehungen im Zusammenhang mit Schweizer Banken. Der Staat hat selbstverständlich ein hohes Interesse am Erwerb dieser CDs, versprechen die Informationen über Steuersünder doch einen finanziellen Zuwachs für die Staatskasse. Denn: Wer erwischt wird, der muss nachzahlen.

Stein des Anstoßes: Steuer-CDs lösen seit einigen Jahren immer wieder kontrovers geführte Debatten aus (Foto: 110stefan / pixelio.de)

Problematisch am Erwerb der CDs ist jedoch, dass die darauf enthaltenen Daten nicht sauber sind. Die Datensammlungen werden von Bankmitarbeitern heimlich zusammengestellt, die sich durch ihren Verkauf bereichern wollen. Damit machen sich diese Bankiers jedoch strafbar, weil sie Daten verkaufen, die eigentlich von der Bank hätten geschützt werden sollen.

Die Frage lautet also: „Ist es gerechtfertigt, Geschäfte mit Kriminellen zu machen, um Steuervergehen aufzuklären?“

Die Bevölkerung ist einem Ankauf von Steuer-CDs regelmäßig positiv gesonnen, besonders aus den Reihen der Opposition wird der Ankauf begrüßt. Denn Steuerhinterziehung ist kein Kavaliersdelikt, im Gegenteil: Wie kaum ein anderes Verbrechen fügt sie der Gemeinschaft Schaden zu. Steuerhinterzieher sind meist Gutverdiener, die den Staat an ihrem Vermögen nicht beteiligen wollen. Um die Steuer zu umgehen, wandern Geldbeträge auf Konten in der Schweiz. Schädlich für die Gemeinschaft ist dieses Verhalten deshalb, weil die Steuerhinterzieher dann zwar in Deutschland wohnen, sich aber nicht an steuerfinanzierten Systemen beteiligen.

Um einen Handel mit Kriminellen zu vermeiden, hat die Bundesregierung in der Vergangenheit mehrfach angeboten, freiwillig geständigen Hinterziehern eine Strafe zu erlassen – wenn sie die Steuer nachzahlen. Würden die CDs gekauft, so hieß es, würden die Daten über Steuerhinterziehung früher oder später sowieso beim Finanzamt landen.

Der Schweiz, die als Finanz- und Bankenparadies gilt, gefällt dieses Vorgehen natürlich nicht. Schweizer Banken garantieren Sicherheit. Gelangen interne Daten dieser Banken in Umlauf, schwindet das Vertrauen in den Bankenstaat. Mehrfach gab es schon kleinere Konflikte zwischen Deutschland und der Schweiz, nun setzt die Schweiz ein Zeichen, indem sie die drei Steuerfahnder verhaftet, die am Ankauf einer CD beteiligt waren. Was die Banken dort verschleiern, bleibt von der Schweiz ungeachtet. Denn eine Intervention durch die Schweizer Regierung würde diesen ausgeprägten Wirtschaftszweig wohl vollkommen in sich zusammenbrechen lassen.

Auch in Deutschland stehen nicht alle geschlossen hinter der Entscheidung, die CDs zu erwerben. Insbesondere die Lager der CDU und FDP äußern sich skeptisch bis ablehnend zum Erwerb der Daten. Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble haben sich allerdings dafür ausgesprochen, Daten zu erwerben. Wie die Daten dann letztlich in Strafprozessen verwendet werden können, bleibt abzuwarten.