Eine Hommage an den inneren Schweinehund

Wir alle kennen ihn, den inneren Schweinehund. Das kleine Tier in uns, das uns erzählt „Es ist in Ordnung, noch ein Stück Schokolade zu essen“, „Sport wird wirklich überbewertet“ und „Der Wäschehaufen ist morgen immer noch da“. Wir alle hassen und lieben ihn – manchmal ist es schön, die Welt einfach sein zu lassen und sich zurückzulehnen. Es stimmt ja: die Wäsche ist auch morgen da und das eine Stück Schokolade macht den Bauch auch nicht dick(er).

Der innere Schweinehund: Manchmal bringt er uns dazu einfach nur faul sein zu wollen (Foto: Möller)

Dem Schweinehund in den Hintern treten

Doch manchmal muss man dem inneren Schweinehund auch Einhalt gebieten und an der Leine führen. Sonst liegt man ewig auf der Couch, vertilgt Unmengen ungesunden Essens und die Wäsche bekommt irgendwann Beine und absolviert das Training, für das man selber zu faul ist. Das kostet dann Überwindung: Ran an die Sportklamotten und weg mit der Schokolade. Ran an das Bügeleisen und weg mit der Wäsche. Motivationshilfen gibt es viele: Von dem entspannenden Bad, das nach dem Sport wartet, bis hin zum Glas Rotwein als Belohnung für das erfolgreiche Bügeln. Mit einer kleinen Motivationshilfe klappt das Überwinden viel leichter.

Mit dem Schweinehund leben

Das Gute an der Überwindung: Ist es erst einmal geschafft, fühlt man sich besser und der innere Schweinehund ist zufrieden. Denn er weiß: Seine Zeit wird wiederkommen. Manchmal muss man einfach auf seinen Schweinehund hören und die ganze Welt außen vorlassen. Dann kann man Kraft tanken für kommende Aufgaben – oder einfach mal abschalten. Das kleine Tier in einem drin wird es freuen.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir, wie ihr Fotos auf Holz übertragen könnt.

Neues Jahr – gleicher Schweinehund? Wie Neujahresvorsätze auch wirklich eingehalten werden.

Jedes Jahr kommt die gleiche Leier: Man nimmt sich pünktlich zu Silvester eine Reihe von guten Vorsätzen vor. Abnehmen, mehr Zeit mit der Familie, weniger Rauchen, mehr Sport und noch viele mehr. Spätestens nach einem Monat sind die Meisten der Vorsätze jedoch schon wieder im Alltagsrauschen untergegangen und werden erst 11 Monate später am nächsten Silvester wieder hervorgekramt. Damit euch das nicht passiert geben wir euch heute ein paar Tipps, wie ihr eure Vorsätze auch wirklich einhaltet:

1: Motivationshilfen

Neujahresvorsätze: Sie einzuhalten ist manchmal recht schwierig (©Daniela Berghold / pixelio.de)

Neujahresvorsätze: Sie einzuhalten ist manchmal recht schwierig (©Daniela Berghold / pixelio.de)

Ganz klassisch helfen kleine Anreize ein Ziel zu erreichen. Etwa die tolle Jeans, die leider etwas zu klein geworden ist und in die ich spätestens in zwei Monaten wieder reinpassen will. Oder das Konzert zu dem ich nur dann gehe, wenn ich bis dahin auch wirklich „Rauchfei“ bin. Setzt euch Ziele, schreibt sie auf und versucht, sie auch wirklich einzuhalten. Nicht nur könnt ihr euch an diesen Zielen aufrichten, wenn es gerade nach aufgeben aussieht, vielmehr habt ihr auch ein Erfolgserlebnis, wenn das Ziel erreicht wird.

2: Gruppenzwang

Versucht doch einmal eure Vorsätze zusammen mit Freunden durchzuziehen. Das ist meist leichter, als es alleine zu versuchen, da der innere Schweinehund einen selber leichter überzeugen kann, als andere. Zum Beispiel ist es schwerer einen festen Termin zum Sport mit Freunden abzusagen, als selber zu beschließen heute mal auf der Couch zu bleiben aber morgen dann bestimmt zum Sport zu gehen. Auch hilft die Kontrolle der Gruppe und nicht zuletzt der Vergleich mit anderen bei der Motivationssuche.

Mehr Ruhe und Entspannung: Auch das ist ein beliebter Vorsatz (Foto: Möller)

Mehr Ruhe und Entspannung: Auch das ist ein beliebter Vorsatz (Foto: Möller)

3: Feste Zeiten

Zuletzt hilft es auch, von Anfang an Rituale zu bilden, die helfen ein Ziel zu erreichen. Zum Beispiel eine feste Zeit für Sport zu etablieren oder einen festen Termin, um Freunde und Familie zu treffen. Dieser sollte aufgeschrieben werden z.B. im Handy oder Terminplaner und dann darf in dieser Zeit nichts anderes gemacht werden. Die Termine werden dann mit der Zeit zum Ritual und somit wid es leichter ein Ziel zu erreichen.

Vorschau:

Ein Monat, eine Geschichte, 50 000 Wörter

Gewappnet für den November: Das Logo des NaNoWriMo (mit freundlicher Genehmigung vom National Novel Writing Month)

Ja, wir müssen schon komplett durchgedreht sein, die, dir wir uns einlassen auf diese Aktion. Was kann schon Gutes dabei raus kommen, wenn wir 30 Tage lang Wort an Wort setzen, nur um die erlösende Marke zu erreichen? Ihr habt keine Ahnung, wovon ich schreibe? Vom National Novel Writing Month, dem NaNoWriMo.

Natürlich gibt es mittlerweile auch deutsch-sprachige Alternativen, Novemberschreiben, oder Ähnliches, das Konzept ist jedoch das Gleiche. In den 30 Novembertage, wenn es draußen ohnehin ungemütlich wird, sollen fleißige Schreiberlinge 50 000 Wörter zu einer Geschichte formen. Jeder für sich versteht sich. Die Geschichte muss dann noch lange nicht fertig sein, manch Autor verlängert sein Werk nach November gerne noch auf das Doppelte. Auch stimmig und ausgereift muss das gute Stück noch nicht sein, denn das Ziel des NaNoWriMo ist eben nicht, am Ende einen fertigen Roman in den Händen halten zu können, sondern es zu schaffen, sich ein Ziel zu setzen und daran festzuhalten Nachbearbeitung ist keine Schande. Wer seine Geschichte  später perfektionieren will, kann das immer gerne tun, lektorieren, ergänzen, kürzen. Wichtig ist, dass während des Schreibprozesses dieser nicht durch solche Bearbeitungen gestört wird. Erst mal schreiben, der Rest kommt schon noch von alleine.

Es muss nicht am Computer sein: Ob Feder, Bleistift, Kuli oder digital, es zählen die Wörter, die am Ende stehen (© Mika-Abey / pixelio.de)

Das klingt im ersten Moment einfach, immerhin müssen pro Tag 1667 Wörter geschrieben werden, so viel ist das nicht. Zum Vergleich: Dieser Artikel hat ganze 728 Wörter. An einem Tag mehr, am nächsten weniger, das ist doch zu schaffen. Ist es auch, aber ganz so leicht dann doch nicht. Hier ein kleines Szenario zum Vorstellen: Ihr kommt nach einem langen Tag heim, die Arbeit, Uni, Schule hat euch müde gemacht, das Wetter ist mies und ihr überlegt, wie der Abend aussehen könnte. Entweder ihr setzt euch vor den PC, fahrt ihn hoch und beginnt zu schreiben, oder ihr legt die Füße hoch und schaut fern, hört Musik, lest ein Buch. Und so sehen dann fünf Tage die Woche aus, am Wochenende steht eine Verabredung an, Einkaufen, Aufräumen, … Das summiert sich.

Dann gibt es noch kleine Schreibblockaden, wenn die Geschichte plötzlich in eine andere Richtung läuft, eine Erkältung bahn sich an,  Ausreden gibt es immer. Der olle Schweinehund ist es mal wieder, der uns abhält die 50 000 Wörter Marke zu knacken. „Ich kann ja morgen noch“, oder „Am Wochenende hab ich ja Zeit“. Manche schaffen es kaum das erste Wort zu schreiben, wohl wissend, dass noch 49 999 folgen müssen. Doch es gibt Hilfe. Das Schöne ist, dass nicht jeder alleine in diesen 30 Tagen schreibt. Wir schreiben zusammen und dabei jeder für sich. Ein Team für jedes Land kümmert sich um seine Schreiber. Für Deutschland sind das diese Jahr Regina, Karin und Micha, deren erster Motivationsbrief bereits geschickt wurde: „Ein entscheidender Faktor für das Erreichen der 50.000 Wörter ist aus unserer Sicht euer Engagement“ heißt es da.

Und weiter? Beim NaNoWriMo schreibt keiner allein, gegenseitige Motivation und Hilfe gehört dazu (© Wilhelmine Wulff / puxelio.de)

In den offiziellen Foren findet jeder Hilfe, der nicht mehr weiter weiß oder Hilfe braucht, um weiter zu machen. Dazu kommen  eigene Facebookgruppen und Schreibforen, wie die Schreibwerkstatt, die ihre Mitglieder noch mal selbst motiviert, denn hier kennen sich die schreibenden Leute untereinander. Für alle, die mit dem World Wide Web dann doch weniger anfangen können, gibt es Treffen, auf denen mit- einander oder neben-einander geschrieben wird. Ein reger Austausch hilft das nächste Wort auch noch schreiben zu wollen. Wir sind ein Team. „Wir haben Hürden überwunden, sind auch an einigen gestolpert und möchten euch gerne auch dieses Jahr wieder zur Seite stehen, wenn es heißt: ‚Don’t get it right. Get it written!’“, schreibt Micha in seiner ersten Mail. Jeder kennt die Probleme des anderen. Tipps und Kniffe, hier mal ein Gedicht einzubauen, da einen Artikel, dort eine Meldung aus den Nachrichte, einen wirren Traum einzubauen oder eine alte Kurzgeschichte, alles ist möglich. Es gibt keine Vorgaben.

Jeder Autor kann selbst wählen, ob er einen Fantasy-Roman oder einen Krimi schreiben will und was am Ende damit passiert, bleibt jedem selbst überlassen. Es ist ein Abenteuer, der selbst der erfahrenste Schreiber kann zu abgelenkt sein, um die 50 000 Wörter zu packen. Rüge gibt es keine, die Gewinner aber bekommen in jedem Fall eine kleine Urkunde zum runterladen und das gute Gefühl, durchgehalten zu haben, einen kleinen Roman in einem Monat zu schreiben. Wenn das mal nichts ist. Macht doch noch mit, es ist nie zu spät und nächstes Jahr wird es auch wieder heißen: „Don’t get it right. Get it written!“.