Höflichkeit bekommen wir abgewöhnt

Erst kürzlich las ich einen Artikel, indem darauf gedrängt wurde, dass Eltern ihre Kinder zu Höflichkeit erziehen sollen. Die Grundlage war ein Plakat, in dem die Eltern zur Verantwortung aufgerufen wurden. Verantwortung gegenüber ihren Kindern, Verantwortung gegenüber der Erziehung. Das Plakat, das in verschiedenen Sprachen durchs Internet flatterte, stammt dabei scheinbar aus einer portugiesischen Schule und führt als ersten Punkt auf, dass Kinder „hallo, danke, gern geschehen, Entschuldigung und danke“ im täglichen Gebrauch verwenden sollen. Die Meldung hat mich wütend gemacht, und auch traurig.

Das Kind ist unantastbar?
Mitziehen oder antreiben? Helikoptereltern fehlt das richtige Maß (Grafik: OpenClipart-Vectors / pixabay.de)

Mitziehen oder antreiben? Helikoptereltern fehlt das richtige Maß (Grafik: OpenClipart-Vectors / pixabay.de)

Mit seiner Grundaussage hat das Plakat leider vollkommen recht. Was Erziehung ist und wie sie gestaltet werden sollte, ist dabei so vielseitig, wie die Menschen an sich. Die sogenannten Helikoptereltern, die ihre Kinder nie aus den Augen lassen, sind da gar nicht die Vorreiter. Erzieher wie Lehrer klagen, dass sie keine Autoritätspersonen mehr sein können, wenn ihre Kritik am Verhalten des Kindes, genauso wie dessen schlechte Leistungen, von Eltern wiederum als Kritikpunkt am Lehrer/Erzieher vorgebracht wird. Das Kind kommt im Unterricht nicht mit? Schuld ist der Lehrer. Das Kind stört andere? Schuld ist der Lehrer. Die Unantastbarkeit des eigenen Kindes ist der krasse Gegenentwurf zur Unantastbarkeit der Lehrkraft. Und beides ist Mist. Seltsam, oder? Wo die einen ihren Sprössling noch bis in den Vorlesungssaal der Uni begleiten, könnte anzunehmen sein, sie rissen sich um Verantwortung. Dabei geht es hier nicht um Verantwortung. Es geht um Kontrolle. Wer alle Entscheidungen des Kindes trifft, muss nie verantworten, es auch mal eine falsche treffen zu lassen. Eins aber ist auf den ersten Blick klar: Weder Lehrer und Erzieher haben an diesen Extremeltern ihre Freude, noch die Kinder. Helikoptereltern stehen denen, die ihr Kind am Kindergartentor abgeben und dann geflissentlich ignorieren in dem Punkt also in nichts nach.

Der andere Strang
Kleines Wort, große Wirkung: ein höfliches Danke (Foto: artemtation / pixabay.de)

Kleines Wort, große Wirkung: ein höfliches Danke (Foto: artemtation / pixabay.de)

Und jetzt fahr ich mal einen Ganz zurück. Denn es gibt sie noch. Die ganz normalen Eltern, die ihre Kinder hinfallen lassen und nicht gleich bei jedem Problem mit dem Anwalt drohen. Ich kenne eine ganze Menge davon. Und denen wird jetzt mal so über den Kamm vorgeworfen, dass ihre Kinder kein „Bitte“ und „Danke“ sagen können. Grausig zum einen ist, wie die Medien das Original-Plakat einfach für ihre Zwecke benutzen. Es gibt eine große Meldung zur fehlenden Höflichkeit und irgendwo klein steht dann, dass der Ursprung eine kleine Schule in Portugal ist. Das ist eine mediale Begeisterung, die Klicks sucht, Überschriften, aber keine Inhalt. Mit Journalismus hat das wenig zu tun. Und daneben wird lediglich das angebliche Unvermögen von Eltern angeprangert, deren Kinder unhöflich sind. Ein allgemeiner Jammer des Bildungssystems, das bisweilen berechtigt, aber eben auch nicht so ganz korrekt ist.

Erziehung ist Gemeinschaftsaufgabe
Zwischen KiTa und Zuhause? Erziehung ist Gemeinschaftssache! (Foto: Obermann)

Zwischen KiTa und Zuhause? Erziehung ist Gemeinschaftssache! (Foto: Obermann)

Ein kleines Beispiel: Ich habe drei Kinder, die je zu unterschiedlichen Zeitpunkten in ihrem Leben in die KiTa gekommen sind. Bei jedem wurde ich noch in der Eingewöhnung darauf angesprochen, wie höflich die Kleinen doch seine, gerade WEIL sie immer „Bitte“ und „Danke“ sagten. Nach zwei Wochen in der KiTa war das vorbei. Ja, im Kindergartenalltag geht es hektisch zu, da werden auch mal Anfragen der Kinder schnell angefertigt. Doch immer wieder kämpfe ich darum zu Hause für „Bitte“ und „Danke“. Ein endloser Kreislauf. Ich bin absolut dafür, Kindern ein Grundmaß an Höflichkeit mit zugeben. Die Mitmenschen reagieren viel freundlicher, wenn ich ihnen diesen kleinen Respekt erweise und mir tut es ganz bestimmt nicht weh. Doch wenn das Bildungssystem, die Medien oder ein einzelner Alter auf seinem Schaukelstuhl darüber meckert, dass die heute Jugend unhöflich sei, soll er doch einfach mal das unhöfliche Getue lassen und mitmachen. Kinder werden zu Hause erzogen – aber nicht nur. Dafür sorgen auch Ganztageskindergartenplätze, Ganztagesschule, Hort, Tageseltern.

Gesunde Snacks für Schule, Uni und Arbeit, Teil 6: Roll it

Ihr legt Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung und habt keine Lust auf Mensa- oder Kantinenessen?

Face2Face hat für euch leckere Snackideen parat, die euch den Tag in der Schule, der Uni oder bei der Arbeit versüßen. Außerdem verraten wir euch, weshalb die Zutaten für unsere Snacks so gesund sind. Beim letzten Mal ging es an dieser Stelle um fruchtige Shakes. Heute gibt es wieder was zu Beißen.

Pancakes zum Frühstück – wer kann dazu schon nein sagen? Ihr auch nicht? Dann kann´s ja losgehen!

Kinderleicht: Für einen Pfannkuchenteig braucht ihr nur wenige Zutaten (Foto: T. Gartner)

Kinderleicht: Für einen Pfannkuchenteig braucht ihr nur wenige Zutaten (Foto: T. Gartner)

Ihr braucht (für 2-3 Pfannkuchen):

  • 1 Tasse Mehl
  • 1 Tasse Milch
  • 1 Ei
  • Eine Prise Salz

Das ist erst einmal das einfache Grundrezept für den Teig. Wer bereits hier nicht auf sein Lieblingsobst verzichten möchte, kann es einfach pürieren und zur Teigmasse dazugeben. Ob Banane, Himbeeren oder Mango – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für den Teig braucht ihr keinen Extrazucker – das beigemischte Obst beziehungsweise die Füllung geben ausreichend Süße, sodass ihr ein wenig Zucker einsparen könnt.

Ihr braucht (für die Füllung):

  • Obst eurer Wahl

Und so geht´s:
1. Mit einem Rührgerät zuerst das Ei verquirlen. Eier enthalten neben Vitaminen und Mineralstoffen, wie Kalzium und Eisen, vor allem viel Eiweiß, das vom menschlichen Körper sehr gut verwertet werden kann. Ihr wollt wissen woher euer Ei kommt und vor allem wie die Hühner gehalten werden? Dann findet ihr HIER hilfreiche Tipps und Links zum nachhaltigen Lebensmittelkonsum. Gebt nun die übrigen Zutaten hinzu und verrührt das Ganze zu einem Teig. Je nachdem wie dünn ihr eure Pfannkuchen wollt, könnt ihr entweder mehr Milch (dünner) oder weniger Milch (dicker) hinzugeben.

2. In einer beschichtete Pfanne etwas Öl oder Butter erwärmen.

3. Nun den Teig in die Pfanne geben und den Pfannkuchen ausbacken. Wenn die Oberfläche nicht mehr flüssig ist, kann er mit einem Kunststoffspatel (Metall zerkratzt die Beschichtung der Pfanne) gewendet werden.

4. Lasst die Pfannkuchen anschließend ein wenig auskühlen, sonst „schwitzen“ sie in euer Vesperdose und werden schlabbrig.

Lecker: Beerenmix als Füllung für den Pfannkuchen (Foto: T. Gartner)

Lecker: Beerenmix als Füllung für den Pfannkuchen (Foto: T. Gartner)

5. Jetzt könnt ihr die Pfannkuchen mit dem Obst eurer Wahl belegen oder/ und mit Marmelade bestreichen. Die Lieblingsvariante der Tipps&Tricks-Redaktion ist übrigens ein Bananen-Pancake mit frischer Erdbeernote. Dazu einfach eine Banane pürieren und in den Teig geben. Den fertigen Pfannkuchen dünn mit Erdbeermarmelade bestreichen und Bananenstücke darauf verteilen. Erdbeeren enthalten Eisen und Vitamin C. Außerdem binden sie krebserregende Stoffe und machen diese unschädlich. Die Banane sättigt aufgrund der vielen enthaltenen Kohlenhydrate nicht nur optimal, sondern liefert auch jede Menge wertvolles Magnesium, das zum Aufbau von Muskel-, Nerven- und Knochenzellen eingesetzt wird.

6. Rollt die Pfannkuchen und legt sie in eine niedrige, längliche Box so dicht aneinander, dass sie nicht aufgehen, sonst gibt es vermutlich eine ziemliche Sauerei. Wer in seine Vesperdose noch etwas anderes packen will oder keine passende hat, kann die gerollten Pfannkuchen in Alufolie einschlagen.

Die Tipps & Tricks-Redaktion wünscht guten Appetit!

Weitere Serienteile
Teil 1: Frühstücksvitaminbombe
Teil 2: Grünzeug
Teil 3: Süße Früchtchen
Teil 4: Herzhaftes
Teil 5: Obst mal anders

Vorschau: Nächste Woche gibt euch Gülcin Tipps für leckere Milkshakes und Lassies.

Gesunde Snacks für Schule, Uni und Arbeit, Teil 5: Obst mal anders

Ihr legt Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung und habt keine Lust auf Mensa- oder Kantinenessen?

Face2Face hat für euch leckere Snackideen parat, die euch den Tag in der Schule, der Uni oder bei der Arbeit versüßen. Außerdem verraten wir euch, weshalb die Zutaten für unsere Snacks so gesund sind. Nach dem herzhaften letzten Teil der Serie, wird es heute wieder fruchtig-süß.

Obst mal anders: Püriert und in Flaschen abgefüllt ist Obst der perfekte Snack (Foto: T. Gartner)

Obst mal anders: Püriert und in Flaschen abgefüllt ist Obst der perfekte Snack (Foto: T. Gartner)

Wer bei ganzen Früchten eher selten zugreift, kann Apfel, Banane und Co. auch einfach pürieren. Ein Frucht-Shake erfrischt, liefert Vitamine und Energie und schmeckt dazu noch richtig gut. Obst mal anders eben.

Kombinationsmöglichkeiten gibt es viele. Wir stellen euch heute drei Rezepte vor, die natürlich auch nach Belieben abgeändert werden können. Selbst pressen oder doch im Supermarkt einkaufen – je nachdem wieviel Zeit ihr in eure Shakes investieren wollt, könnt ihr zwischen einer aufwendigeren und eine weniger aufwendigen Methode wählen.

Urlaubsfeeling mit dem Virgin Colada:

  • Ananas (frisch oder aus der Dose): Die Ananas hält ein ganzes Arsenal an Mineralstoffen und Spurenelementen bereit, die unseren Körper fit und gesund halten. Das in ihr enthaltene Jod hilft uns beispielsweise beim Denken – nicht ungünstig, wenn man in der Schule, der Uni oder auch auf der Arbeit sitzt.
  • Kokosmilch: Kokosmilch enthält Fett – aber keine Sorge: Nicht das „böse“ Fett, das sich an Beinen, Bauch und Po ablagert. Die sogenannten mittelkettigen Fettsäuren der Kokosmilch werden vom Körper als schneller Energielieferant genutzt. Außerdem soll die Milch der Kokosnuss gegen Akne helfen.
  • Orangensaft (selbstgepresst oder selbst gekauft): In 100 Gramm Orangenfleisch stecken 50 Milligramm Vitamin C, das die Abwehrkräfte stärkt. Mit einer großen Orange, die ohne Schale etwa 200 Gramm wiegt, kann man den Tagesbedarf eines Erwachsenen decken.

Erfrischung pur:

  • Erdbeeren: Sie schmecken nicht nur den meisten von uns, sondern fördern mit ihrem hohen Gehalt an Ballaststoffen die Verdauung. Außerdem enthalten auch sie, wie die Orange, viel Vitamin C und stärken so die Abwehrkräfte.
  • Kokosmilch
  • Ananas (frisch oder aus der Dose) oder Ananassaft
  • Minze: Die Pfefferminze wirkt verdauungsfördernd, beruhigend und lindernd bei Kopfschmerzen – nicht umsonst wurde sie 2004 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt. Noch eine gute Nachricht: Pfefferminze ist sehr genügsam – ihr könnt sie also problemlos auf eurem Balkon oder Garten anpflanzen und euch für eure Shakes (oder einen frischen Tee) immer direkt bedienen.

Frühstück aus der Flasche:

  • Kiwi: Zwei Kiwis decken den Tagesbedarf an Vitamin C. Außerdem enthält die grüne Frucht Kalium, das für die Reizübertragung an Muskeln und Nervenzellen sowie für die Blutdruckregulation zuständig ist.
  • Banane: „Gute Laune, die man essen kann“ titelt die Uni Marburg über die Banane. Durch ihren Verzehr kommt der Botschafter-Stoff Serotonin, der für Stimmung sorgt, auf Trab – Unlust-Gefühle adé! Außerdem enthalten Bananen eine ideale Mischung aus Kohlenhydraten und sogenannten Fitness-Mineralstoffen wie Kalium und Magnesium.
  • Orangen- oder Multivitaminsaft
Liefert Energie für lange Arbeitstage: Der Obst-Shake (Foto: T. Gartner)

Liefert Energie für lange Arbeitstage: Der Obst-Shake (Foto: T. Gartner)

Wer es etwas gehaltvoller möchte, kann nach dem Pürieren noch Haferflocken oder Leinsamen hinzugeben. Haferflocken sind besonders nährstoffreich. Hafer hat einen Eiweißgehalt von beinahe zwölf Prozent und setzt sich überwiegend aus essentiellen Aminosäuren zusammen, also Bausteinen, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Leinsamen regen die Verdauung an und helfen auch bei Verstopfung.

Übrigens: Wer sich an einen grünen Smoothie wagen will, wird HIER fündig.

Und so geht´s:
1. Alle Zutaten klein schneiden, gegebenenfalls schälen oder/ und entkernen und pürieren.
2. In Flaschen abfüllen und im Kühlschrank aufbewahren oder einfrieren.

Tipp:
Der Umwelt zuliebe solltet ihr eure Flaschen wieder verwerten. Ihr könnt zum Beispiel die Glas- oder Plastik-Flaschen von Smoothies aus dem Supermarkt auswaschen und immer wieder befüllen. Für Plastikflaschen ist die Spülmaschine zu heiß – sie verziehen sich und lassen sich nicht mehr schließen. Damit keine Rückstände in den Flaschen zurückbleiben, spült ihr sie am besten immer direkt nach dem Leertrinken mit klarem Wasser aus.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht guten Appetit!

Weitere Serienteile
Teil 1: Frühstücksvitaminbombe
Teil 2: Grünzeug
Teil 3: Süße Früchtchen
Teil 4: Herzhaftes

Vorschau: Nächste Woche gibt Nina Tipps, wie ihr die Spülmaschine effektiv einräumen könnt.

Gesunde Snacks für Schule, Uni und Arbeit, Teil 4: Herzhaftes

Es kann losgehen: Die Falafelmasse (links) kann jetzt geformt und in der Pfanne gebraten werden. Dazu gibt´s Guacamole (hier mit etwas Creme fraiche) (Foto: T. Gartner)

Es kann losgehen: Die Falafelmasse (links) kann jetzt geformt und in der Pfanne gebraten werden. Dazu gibt´s Guacamole (hier mit etwas Creme fraiche) (Foto: T. Gartner)

Ihr legt Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung und habt keine Lust auf Mensa- oder Kantinenessen?

Face2Face hat für euch leckere Snackideen parat, die euch den Tag in der Schule, der Uni oder bei der Arbeit versüßen sollen. Außerdem verraten wir euch, weshalb die Zutaten für unsere Snacks so gesund sind. Nach den Süßen Früchtchen aus dem letzten Teil, gibt´s heute was Herzhaftes.

Ihr braucht:
• Eine Packung Falafel (z.B. von Alnatura)
• 1 Karotte
• Reibe
• etwas Öl zum Anbraten (Raps- oder Olivenöl)
• Guacamole
• Eine große Tupperbox
• Eine kleine Tupperbox oder ein Glas (sollte sicher verschließbar sein)

Und so geht´s:
1. Die Falafel nach Packungsbeilage zubereiten. Geht zumindest beim Alnatura-Produkt super-fix: Einfach mit 260 ml kochendem Wasser aufgießen, umrühren und 15 Minuten quellen lassen. Hauptbestandteil der Falafel sind Kichererbsen. Fettarm und gleichzeitig reich an Ballaststoffen und Eiweiß eignet sie sich laut Deutschem Institut für Ernährungsforschung gut für die vegetarische Ernährung. Außerdem enthalten die orientalischen Bällchen Eisen, Magnesium und Vitamine. Falafel sind sozusagen ein Rundum-sorglos-Paket für die gesunde Ernährung.

2. Die Karotte waschen, schälen (einige Inhaltsstoffe befinden sich direkt unter der Schale und können durchs Schälen verloren gehen – mit gründlichem Waschen und Abbürsten/ Abrubbeln der Schale anstelle von Schälen verhindert ihr, dass wichtige Stoffe verloren gehen) und reiben. Anschließend unter die Falafelmasse mischen. Der Pflanzenwirkstoff Beta-Carotin ist nicht nur für die knallig-orangene Farbe der Karotte verantwortlich, sondern schützt den Körper auch vor schädlichen freien Radikalen, die die Genstruktur zerstören und so zur Entstehung von Krebs beitragen können. Außerdem wandelt der Körper es in Vitamin A um, das für die Sehkraft der Augen wichtig ist. Damit das Beta-Carotin seine Wirkung richtig entfalten kann, sind Hitze und Fett notwendig – mit beidem kommen unsere Karottenraspeln im Laufe der Zubereitung in Berührung.

Lecker und gesund: Falafel mit Guacamole als Snack für Schule, Uni oder Arbeit (Foto: T. Gartner)

Lecker und gesund: Falafel mit Guacamole als Snack für Schule, Uni oder Arbeit (Foto: T. Gartner)

3. Falafel haben meist eine runde Form, platzsparender ist es allerdings, wenn man mit den Händen kleine Küchlein formt. Diese dann in einer heißen Pfanne mit Öl anbraten. Wenn die Falafel von beiden Seiten leicht kross und gebräunt sind, könnt ihr sie aus der Pfanne nehmen und auskühlen lassen. Danach packt ihr die Falafel in die große Box und bewahrt sie bis zum Verzehr im Kühlschrank auf.

4. Guacamole zubereiten und in eine sicher verschließbare Tupperbox oder ein Glas abfüllen. Ein Rezept für Guacamole findet ihr HIER. Wer seinen Kollegen oder Kommilitonen gegenüber rücksichtsvoll sein will, lässt einfach den Knoblauch weg – die Guacamole schmeckt auch ohne. Hauptbestandteil des würzigen Guacamole-Dips ist die Avocado. Sie enthält gesunde, pflanzliche Fetten – fettlösliche Nährstoffe wie zum Beispiel das Beta-Carotin aus der Karotte können so optimal vom Körper aufgenommen werden. Zudem enthält die Avocado die lebenswichtigen Vitamine A – gut für Augen, Haut und Schleimhäute – und E, bekannt als Zellschutzvitamin. Schöne Haut und schöne Nägel – wer wünscht sich das nicht? Da kann das sogenannte Schönheitsvitamin Biotin helfen, das ebenfalls in der Avocado enthalten ist.

Tipp:
Wenn euch die Falafel zu deftig und schwer sind, könnt ihr auch einfach ein bisschen Rohkost schnippeln. Karotte, Gurke, Pilze und Paprika kann man super in die Guacamole dippen – ein leichter und gesunder Snack für zwischendurch.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht guten Appetit!

Weitere Serienteile
Teil 1: Frühstücksvitaminbombe
Teil 2: Grünzeug
Teil 3: Süße Früchtchen

Vorschau: Nächsten Sonntag stellt euch Nina das Hausmittel Ingwer vor.

Gesunde Snacks für Schule, Uni und Arbeit, Teil 2: „Grünzeug“

Ihr legt Wert auf gesunde und ausgewogene Ernährung und habt keine Lust auf Mensa- oder Kantinenessen?

Face2Face hat für euch leckere Snackideen parat, die euch den Tag in der Schule, der Uni oder bei der Arbeit versüßen sollen. Außerdem verraten wir euch, weshalb die Zutaten für unsere Snacks so gesund sind. Nach der Frühstücks-Vitaminbombe vom letzten Mal geht es heute weiter mit jeder Menge „Grünzeug“.

Endlich Mittagspause! Und was eignet sich da besser als ein frischer, leichter Salat, um die Energiereserven wieder aufzutanken?

Die grünen Blätter, die von Kritikern auch gerne mal als „Grünzeug“ oder „Hasenfutter“ betitelt werden, sind in der Ernährungswissenschaft nicht unumstritten. Einerseits heißt es, der Nährwert sei so niedrig, dass man nicht vernünftig satt werden könne. Andererseits beugen die Inhaltsstoffe von Feldsalat und Co. angeblich Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Fest steht: Salat enthält viel Wasser – beim Kopfsalat sind es sogar 95 Gramm Wasser pro hundert Gramm – und wenige Kalorien.

Zudem ermittelten britischer Wissenschaftler in eine Metastudie, dass der Verzehr von grünblättrigem Gemüse aufgrund der enthaltenen Antioxidantien und des hohen Magnesiumgehalts das Diabetes-Risiko senkt.

Selbstverständlich gibt es diverse Möglichkeiten, einen Salat zuzubereiten. Seht das Rezept im Folgenden also einfach als variablen Vorschlag.

Ihr braucht:
• Zwei sicher verschließbare Tupper-Dosen – eine sehr kleine für die Soße, eine größere für den Salat (sehr praktisch: Kombi-Boxen, die beispielsweise aus einer großen und einer integrierten kleinen Dose plus wiederverwendbarem Plastikbesteck bestehen)
• 1 Tomate
• Zwei Hände voll Salatblätter nach Wahl
• Etwas Kresse
• Pinienkerne
• Salz und Pfeffer
• 1 Teelöffel Balsamico- oder ein beliebiger anderer Essig
• 2 Teelöffel Sonnenblumenöl oder ein beliebiges anderes Öl

Frisch, lecker und gesund: Salat alias "Grünzeug" (Foto: T. Gartner)

Frisch, lecker und gesund: Salat alias „Grünzeug“ (Foto: T. Gartner)

Und so geht´s:
1. Salatblätter, Tomaten und Kresse waschen.

2. Die Tomate in Würfel schneiden und in die große Box legen. Tomaten enthalten das Carotinoid Lycopin, das freie Radikale bekämpft (Anm. d. Red.: Laut Theorie handelt es sich bei freien Radikalen um Molekülfragmente, welche die Zellen schädigen und damit für den Alterungsprozess verantwortlich sind). Carotinoide sind fettlöslich, das heißt, dass der Körper sie nur in Kombination mit Fett verwerten kann. Durch das Öl im Salatdressing steht der Carotinoid-Aufnahme also nichts mehr im Wege.

3. Nun Salatblätter und Kresse, die übrigens reich an Vitamin C ist, auf die Tomaten legen – so wird das empfindliche „Grünzeug“ von den schweren Tomatenwürfeln nicht zerquetscht.

4. Pinienkerne in einer Pfanne ohne Öl anbraten, bis sie leicht gebräunt sind. Anschließend über den Salat streuen. Vitamin A, Phosphor, Selen – Pinienkerne sind eine wahre Schatzkammer, was gesunde Inhaltsstoffe angeht. Der Mineralstoff Phosphor sorgt für einen gesunden Zellaufbau und starke Knochen. Selen schützt unter anderem vor Infektionen, Herz-Kreislauf-Krankheiten und vorzeitiger Alterung.

5. Die große Box kann nun verschlossen werden und ihr könnt in der kleinen das Dressing aus Essig, Öl, Salz und Pfeffer zusammenmixen. Natürlich kann die Salatsauce noch nach Belieben mit Kräutern verfeinert werden. Indem Salat und Dressing getrennt voneinander zubereitet und erst kurz vor dem Essen vermengt werden, bleibt der Salat schön knackig. Am besten bewahrt ihr ihn bis zum Verzehr im Kühlschrank auf.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht guten Appetit!

Vorschau: Nächsten Sonntag zeigt euch Nina wie man eine Eule näht.

Praktisch für Arbeit, Uni und Schule: Gewinnt eine Salat & Go Box von Tupperware (Foto: Tupperware (R) )

Praktisch für Arbeit, Uni und Schule: Gewinnt eine Salat & Go Box von Tupperware (Foto: Tupperware (R) )

Gewinnspiel:
Ihr möchtet ab sofort euer „Grünzeug“ in einer praktischen Kombi-Box mit auf die Arbeit oder mit in die Vorlesung nehmen? Dann gewinnt mit Face2Face eine von insgesamt drei Salat & Go Boxen von Tupperware.

Was ihr dafür tun müsst: Schreibt bis einschließlich Freitag, 10. Oktober, 23:59 Uhr eine Mail an tatjana.gartner@face2face-magazin.de mit dem Betreff „Tupper“. Darin enthalten sein sollte euer Vor- und Nachnamen, eine Adresse (Straße, Hausnummer, Postleitzahl und Ort) sowie eine gültige E-Mail-Adresse! Verlost wird unter allen Einsendern. Mitarbeiter von Face2Face, sowie der Rechtsweg sind von der Verlosung ausgeschlossen. Die Bekanntgabe der Gewinner erfolgt dann am Montag, 13. Oktober via Mail. Die Versendung der Gewinne wird von Tupperware durchgeführt und kann einige Tage in Anspruch nehmen.

Die Tipps&Tricks-Redaktion wünscht allen Teilnehmern viel Glück!

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Nutzungsbedingungen

§ 1 Gewinnspiel (1) Das Gewinnspiel wird von der Online-Zeitschrift Face2Face durchgeführt.

§ 2 Teilnahme (1) Teilnahmeberechtigt sind alle Spielerinnen und Spieler in Deutschland, Österreich und der Schweiz. (2) Eine Person nimmt am Gewinnspiel teil, indem sie eine E-Mail an die von uns angegebene E-Mailadresse schreibt und dort ihren Namen bzw. die Namen der möglichen Gewinner sowie eine Adresse für die Übersendung des Gewinns hinterlässt. (3) Zur Teilnahme am Gewinnspiel ist unbedingt erforderlich, dass sämtliche Personenangaben der Wahrheit entsprechen. Andernfalls kann ein Ausschluss gemäß § 3 (3) erfolgen. (4) Mitarbeitern von Face2Face ist es nicht gestattet beim Gewinnspiel teilzunehmen. Ihre Einsendungen können beim Gewinnspiel nicht berücksichtigt werden.

§ 3 Ausschluss vom Gewinnspiel (1) Bei einem Verstoß gegen diese Teilnahmebe-dingungen behält sich die Online-Zeitschrift Face2Face das Recht vor, Personen vom Gewinnspiel dauerhaft auszuschließen. (2) Ausgeschlossen werden auch Personen, die sich unerlaubter Hilfsmittel bedienen oder sich anderweitig durch Manipulation Vorteile verschaffen. Gegebenenfalls können in diesen Fällen auch nachträglich Gewinne aberkannt und zurückgefordert werden. (3) Wer unwahre Personenangaben macht, kann des Weiteren vom Gewinnspiel ausgeschlossen werden. (4) Nach Ablauf des Gewinnspielzeitraums können keine weiteren Einsendungen berücksichtigt werden und werden somit gelöscht. (5) Stehen in der E-Mail mehr als die Anzahl der vorgeschriebenen Namen können die Teilnehmer nicht am möglichen Gewinn berücksichtigt werden. (6) Ebenfalls bei mehrmaliger Einsendung findet ein Ausschluss vom Gewinnspiel statt.

§ 4 Durchführung und Abwicklung (1) Die Gewinner werden von Face2Face am Tag der Bekanntgabe per Telefonanruf, über den schriftlichen Postweg oder E-Mail über ihren Gewinn informiert. Kann der Gewinner nicht telefonisch erreicht werden, wird der jeweilige Gewinner über seine angegebene E-Mail Adresse oder Postanschrift über seinen Gewinn informiert. (2) Eine Barauszahlung der Gewinne oder eines etwaigen Gewinnersatzes ist in keinem Falle möglich. (3) Der Anspruch auf den Gewinn oder Gewinnersatz kann nicht abgetreten werden. (4) Ist es aus zuvor nicht vorhersehbaren Gründen nicht möglich, dass das Meet&Greet, Konzert oder die Veranstaltung durchgeführt werden kann, hat der Gewinner in diesem Fall keinerlei Anspruch auf Ersatz. (5) Ist aus zuvor nicht vorhersehbaren sicherheitstechnischen Gründen nicht möglich den Besuch im Backstagebereich durchzuführen, besteht kein Anspruch auf Ersatz.

§ 5 Datenschutz (1) Durch die Teilnahme am Gewinnspiel erklärt sich der Teilnehmer ausdrücklich damit einverstanden, dass Face2Face die dazu erforderlichen Daten für die Dauer des Gewinnspiels speichern darf. Es steht dem Teilnehmer jederzeit frei, per Widerruf unter der angegebenen E-Mail-Adresse die Einwilligung in die Speicherung aufzuheben und somit von der Teilnahme zurückzutreten. (2) Die Teilnehmer erklären sich dazu bereit, dass im Falle eines Gewinnes die Namen öffentlich bekannt gegeben werden, beispielsweise über soziale Netzwerke oder die offizielle Homepage von Face2Face. (3) Face2Face verpflichtet sich, die gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes zu beachten und das Fernmeldegeheimnis zu wahren. (4) Nach Beendigung des Gewinnspiels werden alle einsandten E-Mails wieder gelöscht.

§ 6 Sonstiges (1) Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. (2) Es ist ausschließlich das Recht der Bundesrepublik Deutschland anwendbar. (3) Sollten einzelne dieser Bestimmungen ungültig sein oder werden, bleibt die Gültigkeit der übrigen Nutzungsbedingungen hiervon unberührt.

Schule aus?!

Nie wieder Schule? Eine der größten Lebenslügen (©Dieter Schütz / pixelio.de)

Nie wieder Schule? Eine der größten Lebenslügen (©Dieter Schütz / pixelio.de)

Ich weiß noch, es gab diese Zeit, da jubelten wir „nie wieder Schule“ und ließen die Tore der Bildungsstätte, an der wir unseren Abschluss gemacht hatten, hinter uns. „Nie wieder Schule“ – ein Satz, den jeder mal sagt, eine der größten Lebenslügen schlechthin. Denn nicht nur diejenigen, die eine Lehre beginnen und zur Berufsschule (aha) gehen, sind das Bildungswesen noch lange nicht los. Studenten können ihre Schule gerne Universität nennen, in Zeiten von Bachelor und Master ist das Studium dermaßen verschult, dass kaum eine Wimper mehr zucken wird, wenn die Uni „Schule“ genannt wird. Immerhin passiert es mir oft genug, dass mir von älteren Mitbürgern gesagt wird „Ah, sie gehen noch auf die Schul?!“, wenn ich von meinem Studium erzähle.

Der Beruf des Lehrers: Eine Schulzeit, die kein Ende kennt (©knipseline / pixelio.de)

Der Beruf des Lehrers: Eine Schulzeit, die kein Ende kennt (©knipseline / pixelio.de)

Ganz böse hat es aber die getroffen, die aus unerfindlichen Gründen beschlossen haben, Lehrer zu werden. Lehrer? Also ehrlich. In einer Gesellschaft, in der ein Bundeskanzler Lehrer einst mit faulen Säcken verglich und die Gemeinschaft glaubt, ein Lehrer hätte ja schön viel Freizeit und würde Noten würfeln. Noch dazu mit einer Bezahlung, die immer weniger gesichert ist, denn Verbeamtungen werden in nahezu allen Bundesländern zurückgefahren. Lehrer werden angestellt, zu den Sommerferien entlassen und mit etwas Glück danach wieder an der gleichen Schule eingestellt. Vielleicht aber auch nicht.

Mein Mann ist Lehrer. Mehr kann ich eigentlich schon gar nicht sagen, denn viel mehr darf ich nicht wissen, um Schule und Staat zu schützen. Tut mir Leid, hier gibt es keine witzigen Geschichten über Schüler zu lesen, die ihren Namen nicht richtig schreiben können oder Kollegen, die Angst haben, ihre Klassen zu betreten. Aber darum soll es hier auch nicht gehen. Stilblüten kann jeder überall sammeln. Aber einen Lehrer zum Ehemann zu haben ist mitunter keine leichte Aufgabe, vom Lehrersein ganz zu schweigen. Um mal die gängigsten Klischees abzuarbeiten:

Lehrer und Klischees: Nicht nur in der Schule ein Thema (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Lehrer und Klischees: Nicht nur in der Schule ein Thema (©Stefan Bayer / pixelio.de)

Um einst ist Feierabend? Pustekuchen. Dann folgen Besprechungen, Konferenzen, Vorbereitungen, Korrekturen, Elterngespräche, Elternemails (am liebsten so gegen 20:00). Ein Lehrer hat nie Feierabend. Er fängt übrigens auch oft vor der eigentlichen Arbeitszeit an. Vertretungsplan erstellen, Material besorgen, Kopien machen und dann noch vor der nervigen Kollegin, die jede Sekunde Zuspätkommen gleich im Direktorat vorträgt, im Klassenzimmer sein.

Mindestens sechs Wochen Ferien? Pustekuchen. Nachbereitungen, Vorbereitungen, neues Material sichten, Stundenplan erstellen, allzeit abrufbereit sein, gegebenenfalls Ferienprüfungen. Was unter der Woche gilt, gilt auch an Wochenenden und zu Ferienzeiten, Feierabend ist ein Gerücht. Da wird manch Lehrer auch schon mal für die Ferienwoche gesperrt, sprich, hat eben keine Freizeit, sondern Anwesenheit an der Schule.

Dass Lehrer bei diesem Aufwand nicht faul sein können, sollte klar sein. Dass ein Normalsterblicher bei diesem Druck und Arbeitsaufwand schnell die Grenzen des Möglichen erreicht, auch. Wie mein Mann es da schafft, noch mit etwas Elan und Engagement jeden Morgen zur Schule zu fahren, ist mir ein Rätsel. Und ehrlich: Als Schüler hat er mit Sicherheit nicht so viel für die Schule getan.

Erster Schultag: Davon erleben viele mehrere (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Erster Schultag: Davon erleben viele mehrere (©Tim Reckmann / pixelio.de)

Schüler, das ist seit einer Woche auch unser Ältester, was unsere zukünftige Ferienplanung so ziemlich in die Schranken weist. Denn jetzt müssen wir uns nicht nur an die Ferienzeiten eines Bundeslandes halten, sondern haben gleich zwei Jahrespläne, aus denen wir so schnell nicht mehr herauskommen. Und wo mein Mann erschöpft um vier nah Hause kommt und mit einem müden Lächeln nach einer Kaffeepause im Arbeitszimmer verschwindet, hole ich das Schulkind um 12 von der Schule oder um 14 Uhr von der Betreuung ab, er strahlt, macht mit Begeisterung seine Hausaufgaben (dauern momentan noch keine 10 Minuten) und erzählt immer wieder, wie schön die Schule ist. Nie wieder Schule? Pustekuchen! Wer Kinder hat wird früher oder später wieder Fuß in diese Einrichtung setzten müssen, der er abgeschworen hat, wird sich mit Lehrern und anderen Eltern rumärgern. Und bei all dem bin ich vor allem eines: neidisch. So als Erstklässler war der Ernst des Lebens doch wirklich gemütlich.

Vorschau: Nächste Woche erzählt euch Sascha hier, wie es so ist, ohne Taktgefühl durchs Leben zu tänzeln.

Zusammen ist man weniger allein – Willkommen im WG-Leben!

Wie sehnsüchtig habe ich den Moment der Einschulung damals erwartet. Schließlich hatte ich vom Kindergarten gegen Ende die Schnauze reichlich voll und wollte nicht einen Tag länger Mittagsschlaf neben zwanzig anderen Windelpupsern halten als nötig. Bevor es so weit war, sah mein Mini-Me sich jedoch gezwungen, hin und wieder gegen das System zu rebellieren, was sich zumeist in morgendlichem Versteckspielen vor meiner Mutter äußerte. Jedes Mal aufs Neue erstaunte es mich, in welch kurzer Zeit sie mein Geheimversteck – hinter dem Sofa hatte ich mich stets wie Iron Man in seiner Werkstatt gefühlt – entlarven konnte und mich schlussendlich an der Hand an den mir längst verhasst gewordenen Ort beförderte.

Als die mit unbändiger Vorfreude ersehnte Schulzeit endlich anbrach, wünschte ich mich allerdings nicht selten zurück in jene Kinderstube, die mich mit unbegrenzter Freizeit und Beihilfe auf dem Töpfchen verwöhnte. Ganz ähnlich verhielt es sich, als der Schulabschluss kurz bevor und ich somit vor der Entscheidung stand, wie es mit meinem – bis dahin nur mäßig selbstständigen Leben – weitergehen sollte: mit dem Unterschied, dass anstelle vom Lätzchen jetzt die Sorglosigkeit stand, die ich in der nächsten Zeit nur allzu bald aufgeben würde.

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Aller Anfang als schwer: Flügge zu werden bringt einige Herausforderungen mit sich. (Foto: C.Gartner)

Ich räume ein, dass die Bedingungen, unter denen ich auszog, um das Leben zu lernen, ziemlich zu meinem Vorteil ausfielen: Eine Wohnung in neiderregender Lage, die ich wider Erwarten direkt mein gemietetes Eigen nennen konnte. Hinzu kamen drei Mitbewohnerinnen, denen ich mich sogleich verbunden fühlte. Nichtsdestotrotz war ich mir der Tatsache von Beginn an bewusst, dass ich im gesamten Mietshaus das Küken und somit Hauptverdächtige bei sämtlichen Aus-, Un- und Vermissten-Fällen sein würde. Erstmals bestätigte sich letztere Vermutung, als das Gemeinschaftsgut Staubsauger für mehrere Tage spurlos verschwand. Wenn nun aber mein Frühjahrsputz ganz zufällig mit der heißen Klausurenphase kollidiert, bleibt für das Zurückstellen eines gewissen Haushaltsgeräts auch beileibe keine Zeit mehr! Daheim bei Mutti jedenfalls wurden früher im Treppenhaus nicht direkt verärgerte Vermisstenanzeigen aufgegeben, wenn mal etwas vergleichbar wichtiges, etwa Perlenohrstecker in ihrem Schmuckkästchen, fehlte. Es galt also, sich radikal umzugewöhnen, sprich entweder zu gestehen – ich kann erfahrungsgemäß nicht behaupten, dass die Schelte dann je milder ausgefallen wäre – oder anfängliche Faux-Pas miverschweigen beziehungsweise im Falle einer Konfrontation blütenweiße Unschuld beteuern.

Eine solche Strategie lässt sich allerdings weniger erfolgreich anwenden, wenn es um Extremsituationen in den privaten vier Wänden geht. So lässt sich niemand geringerer als man selbst dafür zur Rechenschaft ziehen, wenn sich das scheinbar harmlose Anwärmen eines Frottee-Handtuchs in der Mikrowelle plötzlich in einen Kleinbrand verwandelt. Ebenso wenig kann man sich als MieterIn aus Schuldzuweisungen herauswinden, wenn die zu ursprünglich wärmeren Füßen beitragende Schuheinlagen bei 600 Watt plötzlich Feuer fangen – nein, ich habe keinen Hang zur Pyromanie, nur einfach unsägliches Pech bei Benutzen der Mikrowelle in meinem Zimmer – und man sich nichts sehnlicher wünscht, als möglichst überzeugend anzugeben: Der Papa/Bruder/Schwester war’s!

Affenfamilie

Ein starkes Team: Im trauten Heim kann man aufeinander zählen. (Foto: T.Gartner)

Ähnlich problematisch wird es, wenn ein penibler Feuermelder beim Braten delikater Schweineschnitzel interveniert und gleich das halbe Haus mitverpflichtet wird, wenn es darum geht, den Ausschalter an diesem verflixten Querulanten ausfindig zu machen. Gerade hier erweisen sich Mitbewohner als unerlässliche Komponenten im Reifeprozess und der Vorbereitung auf das hoffentlich eines Tages unabhängige Erwachsenenleben. Sie sind (aus)-helfende Hand, ob sie Milch für den Kaffee am Morgen borgen oder in Windeseile eingeschäumt und nicht selten schäumend aus dem Badezimmer gehüpft kommen, sobald der Feueralarm wieder einmal ertönt – wo immer es brennt, sie sind als temporärer Mutterersatz, ob wider Willen oder mit größtem Vergnügen, zur Stelle und helfen dem kürzlich erstmals flügge Gewordenen aus der Patsche. Ich kann behaupten, dass meine Wohnsituation die erste Zeit in einer neuen Umgebung mit neuen Hindernissen und Herausforderungen erleichtert und mir über das anfängliche Heimweh hinweggeholfen hat. Wann immer ich mich einsam fühlte, konnte ich schließlich an jemandes Tür klopfen und zu einem Plausch in der Gemeinschaftsküche bitten – eine komfortable Gelegenheit, die ich selbst heute, als alter WG-Hase, gerne noch nutze. Und wenn ich einmal keine Gesellschaft möchte – zum Beispiel, weil ich mich gerade dafür schäme, vor einer ein-wöchigen Abwesenheit am Kühlschrank dämlicher weise den Stecker gezogen und diesen folglich vor sich hinschimmeln gelassen zu haben – verstecke ich mich einfach hinter dem Sofa; so lange, bis Mama anruft und fragt, ob ich heute auch brav an der Uni gewesen, was ich gegessen und ob ich meine Miete für den kommenden Monate schon überwiesen habe.

Vorschau: In der nächsten Woche fragt sich Kolumnist Sascha, ob Männlichkeit und Poesie miteinander vereinbar sind.

Bin ich langweilig? Oder: Als plötzlich alle anfingen, ihr Leben zu feiern

Neulich telefonierte ich mit einer alten Freundin. Wie aus dem Nichts eröffnete sie mir, sie plane eine Auslandsreise – mal eben nach Australien. Drei Monate work and travel, ganz allein auf große Rundreise. Schön, schön, dachte ich mir. Noch so eine.

Mir begegnet das „Phänomen Ausland“, wie ich es nennen möchte, in letzter Zeit auffallend oft. Seien es nun die frischgebackenen Abiturienten, die beschließen, das mütterliche Nest zu verlassen, um in möglichst kurzer Zeit möglichst viel von der Welt zu sehen oder die Studenten, welche es ebenfalls nur allzu oft in die Ferne zieht. Es wundert mich einerseits kaum, dass mancherlei Jungspund die Gunst der Stunde nutzt, da sich, wie viele sagen, im Leben keine bessere Gelegenheit mehr dazu auftun würde. Nie werden wir freier, unabhängiger und risikofreudiger sein. Zumindest gilt das für die anderen. Meine Risikobereitschaft ist seit dem letzten Fahrradunfall, von dem sich meine optisch mächtig ramponierten Knie bis heute nicht erholen wollen, bereits ausgereizt. Ich wähne mich schon in völliger Freiheit, wenn ich mir abends vor dem Schlafengehen ein belegtes Brot gönne, obwohl ich doch eigentlich auf Kohlenhydrat-Diät bin. Da ich offensichtlich die einzige zu sein scheine, die es nicht beim nächstbesten Erasmus-Aushang neben der Bibliothek nach Südspanien zieht, sollte ich mir wohl unweigerlich die Frage stellen: Bin ich langweilig?

Über alle Berge: Jetzt nichts wie weg. (Foto:Föhr)

Ist ja nicht so, dass wir früher nicht alle gemeinsam unser Leben feiern konnten. Damals als Schulkinder waren wir alle (bis auf eine Handvoll Ausreißer, die sich über die Landesgrenzen, wenn nicht über den großen Teich, gewagt haben) genügsam und geduldig. Wir waren bereits froh, als wir länger als bis zwölf Uhr in der Nacht ausgehen durften und unsere Auslandsaufenthalte beschränkten sich auf zwei Wochen Ferien mit den Eltern am Bodensee oder am Mittelmeer. Hielt man allerdings erst einmal die langersehnten Hochschulzeugnisse in Händen, trugen einige bereits die Wanderstiefel unter dem Ballkleid. Schnurtracks nach draußen: In Urwäldern mit Affen turnen oder in Südafrika ein halbes Jahr lang Durchfall. Hauptsache kein 08-15-Lebenslauf, kein nahtloser Übergang vom Gymnasium zur Uni. Mir hat die Familie noch wochenlang applaudiert, nachdem ich meine Umzugskiste gepackt und 250km weit weg in eine Studenten-WG gezogen bin. Glücklicherweise sind meine Kommilitonen ähnlich ängstlich veranlagt. Da gelte ich als Ex-Nesthockerin schon beinahe als Volksheldin.

Doch nach und nach sollte ich die Fraktion Auslandssemester kennenlernen. Die einen wollen plötzlich im kommenden Semester nach Indonesien aufbrechen, die anderen liegen mit ihren wilden  England-Erfahrungen (ein ganzes Jahr voller Alkoholexzesse und nur zwei belegten Kursen im Hauptfach) in den Ohren. Ich halte dagegen mit Geschichten aus dem Sommerurlaub in der Hotelanlage mit meinem Freund. Und natürlich mit brav eingehaltener Regelstudienzeit plus dem ein oder anderen abendlichen Amusement im Club um die Ecke. Kein Grund, mich zu schämen, wie ich finde. Wenn alles glatt läuft, habe ich schon bald einen Beruf, bei dem ich mehr auf Achse sein werde als ein Skateboard. Vielleicht entwickele ich dann ja auch so etwas wie chronisches Fernweh. Bis dahin lausche ich weiter gespannt den Anekdoten meiner reiselustigen Freunde und statte eventuell dem nächsten Erasmus-Kneipenabend einen Besuch ab.

Und meine Freundin mit Down Under-Plänen? Die zieht bald mit ihrem Freund zusammen und fängt eine Ausbildung an. Nach Australien kann sie später schließlich immer noch, findet sie.

Vorschau: In der nächsten Woche erklärt Kolumnist Sascha, was es mit der englischen Sprache hier bei uns auf sich hat und was sie für Schwierigkeiten mit sich bringt.

Vom Abitur zum Hype des Jahres: Sizarr

Wenn über eine Band schon vor der Veröffentlichung ihres Debut Albums so viel gesprochen, diskutiert und berichtet wird, dann gibt es zwei Möglichkeiten: die Band veröffentlicht ihr Debut Album und enttäuscht damit alle Hoffnungen, oder sie veröffentlicht ihr Debut Album und sprengt alle Erwartungen und wird zum Newcomer des Jahres.

Jung aber oho: Sizarr aus Landau (Foto: Pressefoto Sizarr)

Letztlich war diese zeitliche Verzögerung jedoch von Vorteil für Sizarr. Nach dem Abitur zogen sie erstmal nach Mannheim, beziehungsweise Heidelberg. Fabian und Philipp wohnen zusammen mit Produzenten Markus Ganter in einer WG im Jungbusch. Marc wohnt in Heidelberg, ebenfalls zusammen mit Musikern und Künstlern. Man kann sich vorstellen, was herauskommt, wenn hier WG Parties gefeiert werden. Womöglich ein Album wie das Debutalbum Psycho Boy Happy.

Das Debutalbum: Psycho Boy Happy (Foto: Sizarr Pressefoto)

Auf jeden Fall sind Sizarr der Beweis, dass die Musikindustrie auch noch richtig Gutes liefern kann. Weitab vom Mainstream, weitab von Castingbands. Manchmal braucht es eben nur ein wenig Zeit. In dieser Zeit kann man in aller Ruhe Abitur machen, umziehen und an den Songs arbeiten. Danach kann er kommen, der Durchbruch. Bei Sizarr wird er kommen, wenn er nicht schon da ist. Ganz bestimmt. 

Sizarr gehen auf Tour! Die Daten findet ihr unter: http://www.sizarr.com

Vorschau: Nächste Woche findet ihr hier Reviews über neue CDs.

Schulkampagne „Fair Future“

Die Aula ist gefüllt mit ungefähr 80 jugendlichen Schülern. Die meisten schauen interessiert nach vorne, nur ein paar Störenfriede gibt es. Der Biologe Stefan Simonis steht vor der Leinwand und spricht zu ihnen. Indem er den Schülern Fragen stellt, sie die Hand heben oder aufstehen lässt, bezieht er alle mit ein. Es geht um ein Thema, das jeden Menschen auf der Welt betrifft. Wie gerecht ist diese Welt? Wie stark beansprucht unsere Konsumgesellschaft die Ressourcen der Erde? Und was können wir tun, um unsere Welt nachhaltig zu verbessern?

Wie zukünftig ist unser Lebensstil? Das Logo des Fair Future Projekts. (c) die Multivision e.V. www.multivision.info www.FairFuture.net

 „Fair Future“ ist eine Schulkampagne, die den Jugendlichen genau diese Fragen beantworten soll und ihnen vermitteln, welche Verantwortung jeder für diese Welt trägt. Mehrere Verbände haben sich dafür zusammengeschlossen, nämlich Multivision, ein Verein für Jugend- und Erwachsenenbildung, der BUND (Bund für Umwelt- und Naturschutz Deutschland), Oxfam Deutschland, eine Hilfs- und Entwicklungsorganisation, und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie.

Das Projekt machte in vielen Teilen Deutschlands Halt und am 17.10.2012 war es in Speyer in der Burgfeldschule zu Gast. Um 11:30 Uhr war ein Vortrag für jugendliche Schüler aus der Johann-Joachim-Becher-Schule. Doch das war nicht der erste und auch nicht der letzte Vortrag. Bereits zwei Stunden später kamen Schüler aus der sechsten Klasse des Hans-Purrman-Gymnasiums ebenfalls in den Genuss.

Viele Schüler werden erreicht: Die Fünftklässler des Hans-Purrmann- Gymnasiums posieren für Face2Face.  Foto: Föhr

„Man erreicht schon viele Schüler“, sagt Stefan Simonis. Gegenüber Face2Face berichtet er, dass zwar nicht alle Schüler etwas von diesem Tag mitnehmen, jedoch ist sein Werk bereits getan, wenn es nur ein Teil ist. Natürlich könne man kleinere Kinder, wie die Fünftklässler nicht gleich für Klimaschutz und Umweltbewusstsein begeistern, doch gibt es auch andere Gegebenheiten. „Bei dem vorangegangenen Vortrag entwickelte sich danach eine große Diskussion, ich musste gar nichts mehr sagen.“, erklärte Simonis und war erfreut über so viel Anteilnahme.

Ein Vortrag verläuft folgendermaßen: Nachdem Simonis einige einleitende Worte erzählt, klärt er die wichtigen Grundbegriffe, wie Ressourcen und Nachhaltigkeit. Er zeigt, indem er das Publikum mit einbezieht, bildlich, dass ein Viertel der Weltbevölkerung drei Viertel aller Ressourcen verbrauchen. Er erklärt den ökologischen Fußabdruck, als ein Rechenmodell für den Ressourcenverbrauch. Danach folgt ein 47-minütiger Film, der noch genauer auf diesen ökologischen Fußabdruck eingeht und ebenfalls persönliche Schicksale von Menschen aus unterschiedlichen Bereichen der Erde darlegt.

Genaue Erklärung: Biologe Stefan Simonis bringt das Projekt den Schülern näher.  Foto: Föhr

Es wird klar, dass Menschen über ihre Verhältnisse leben. Sie verbrauchen in einem Jahr so viele Ressourcen, dass die Erde ein Jahr und vier Monate braucht, um diese zu produzieren. Würde jeder Mensch so leben wie ein durchschnittlicher Europäer, bräuchte man für die Bereitstellung der Ressourcen drei Planeten. Nachhaltig leben ist hier das Stichwort. Dies bedeutet, dass ein jeder nur so viele Ressourcen verbraucht, wie die Erde nachproduzieren kann. Wenn wir nicht bald handeln, ist es zu spät. Und jeder kann dazu beitragen und seinen persönlichen ökologischen Fußabdruck verringern. Dieser setzt sich aus Ernährung, Wohnen, Mobilität und sonstigem Konsum zusammen. Es ist wichtig, seinen eigenen Lebensstil anzupassen. Dazu gehört weniger tierrische Produkte und stattdessen lokal angebautes Gemüse essen, weniger Auto und mehr Fahrrad fahren, weniger Strom verbrauchen und Zuhause nicht immer die Heizung anlassen.

Nach dem Film machen sich die Jugendlichen sofort auf. Eine rege Diskussion findet hier selbst nicht statt. Doch das Projekt hat seine Wirkung nicht verfehlt. Denn nach diesem Tag sind wohl einige Schüler aufgeklärter als zuvor.

Vorschau: Nächste Woche geht es um den Weltvogelpark Walsrode