So vergeht der Flug wie im Flug

Nicht gerade als Wohlfühloase bekannt: Flugzeuge… Wir zeigen, wie die Zeit bis zum Urlaubsziel wie im Flug vergeht (Fotos: RainerSturm / pixelio.de)

Urlaub – für viele die schönste Zeit des Jahres. Bis wir aber schließlich am karibischen Strand in der Sonne liegen, auf dem Rücken eines Kamels die Wüste Afrikas erkunden oder im brasilianischen Regenwald auf Entdeckungstour gehen können, werden wir erstmal stundenlang im Flugzeug zusammengepfercht. Wer sein Handgepäck dabei clever zusammenstellt, für den vergeht die Zeit buchstäblich wie im Flug.

Wie viel darf ich mitnehmen?

Rucksack, Aktenkoffer oder ein kleiner Trolley – normalerweise sind solche Gepäckstücke im Flieger erlaubt. Allerdings hat jede Airline eigene Regeln, was die Maße des Handgepäcks angeht. Bevor es ans Packen geht, solltet ihr euch also informieren, was in eurem Fall erlaubt ist. HIER findet ihr eine Auflistung verschiedener Fluglinien und deren Vorschriften für Maße und Gewicht des Handgepäcks (Stand: Mai 2016).
Wichtig ist, dass eure Gepäckstücke (meist ist nur eins pro Person erlaubt – eine zusätzliche Jacke sollte aber kein Problem sein) gut zu verstauen sind. Schließlich wollt ihr die teilweise doch recht gering ausfallende Beinfreiheit nicht noch mit eurem Köfferchen teilen.

Fliegen kann so schön sein! Wenns mal nicht ganz so schön ist, hilft clever gepacktes Handgepäck (Foto: T. Gartner)

Wir müssen leider draußen bleiben!

Waffen sind im Handgepäck natürlich nicht erlaubt. Auch gefühlt harmlose, spitze Gegenstände mit einer Klingenlänge über sechs Zentimeter, wie Nagelscheren oder Stricknadeln, dürfen nicht mit an Bord gebracht werden. Außerdem gibt es länderspezifische Verbote, was die Mitnahme von Gegenständen betrifft. In Thailand darf beispielsweise keine Durian alias Stinkefrucht mit ins Flugzeug. Wer die Frucht schon einmal gerochen hat, weiß warum. HIER gibt´s einen Überblick, was alles nicht mit in den Flieger darf.

 

 

 

Die Handgepäck-Packliste:

  • Reisepass und ein wenig Geld, falls ihr vor dem Flug im Duty Free etwas kaufen oder am Zielflughafen unkompliziert an etwas Geld kommen wollt. Ein bisschen was schon am Startflughafen zu wechseln, kann hilfreich sein, wenn in eurem Urlaubsland keine Euro akzeptiert werden.
  • Zeitschriften/ Buch/ Gameboy (manchmal kostet das Entertainment-Programm extra – Sparfüchse, die nicht stundenlang aus dem Fenster starren wollen, können so vorsorgen)
  • Snacks, z.B. Salzstängel oder Chips, um die Zeit zwischen den Mahlzeiten zu überbrücken oder aber wenn das Flugzeugessen mal nicht ganz euren Geschmack trifft
  • Augenmaske und Ohrstöpsel, wenn ihr ungestört zu ein paar Stunden Schlaf kommen wollt
  • (Nacken-)Kissen, um es sich noch bequemer zu machen. Weniger Nackenschmerzen, weil der Kopf nicht ganz so abknickt, gibt´s übrigens mit dem J-Pillow, Gewinner der Britischen Erfindung des Jahres 2013 und von der Face2Face-Redaktion ausgiebig getestet und für gut befunden (kein Sponsoring!)
  • Kuschelsocken, damit ihr an Bord eure Schuhe loswerden und es euch so gemütlich wie irgend möglich machen könnt (keine Sorge wegen komischer Blicke – ihr seid bestimmt nicht die einzigen!)
  • Dicke Kleidung, denn vor allem bei Nachtflügen kann es im Flieger empfindlich kalt werden. Wenn man richtig Pech hat, wird man sogar direkt angepustet. Da hilft ein Hoodie und ein Schal – im Urlaub erkältet sein will schließlich niemand
  • Sonnenbrille je nach Reiseziel
  • Pille bzw. Medikamente, die um feste Uhrzeiten eingenommen werden müssen.
  • Zahnbürste und -pasta, damit ihr euch vor der Landung kurz frisch machen könnt
  • Kosmetik, wer sich ein bisschen aufhübschen will
  • Creme, da die Luft im Flieger sehr trocken ist, wird vor allem sonnengebräunte Haut auf dem Heimflug strapaziert.

WICHTIG: Alle Flüssigkeiten, also auch Zahnpasta und Handcreme, dürfen nicht mehr als 100 Milliliter umfassen und in einem durchsichtigen, wieder verschließbaren 1-Liter-Kunststoffbeutel verpackt sein. Kleine Größen eurer Lieblingscreme bekommt ihr beispielsweise bei DM – dort gibt es ein Extra-Regal, meist in der Nähe der Kasse, mit Mini-Portionen. HIER gibt´s weitere Infos zur Mitnahme von Flüssigkeiten.

Also dann: Guten Flug!

Vorschau: Am Samstag, 12. März beglückt uns Nina an dieser Stelle mit einer Hommage an den inneren Schweinehund.

Warum erholsamer Schlaf so wichtig ist

Wir brauchen den Schlaf wie die Luft zum Atmen, das ist klar. Fast ein Drittel unseres gesamten Lebens verbringen wir schlafend im Bett. Doch immer häufiger kämpfen wir gegen die Müdigkeit an und verkürzen bewusst unsere Schlummerphase. Wie wichtig Schlafen für ein ausgeglichenes und gesundes Leben ist, wird dabei häufig vergessen. Denn auf Dauer ist zu wenig Schlaf gefährlich und kann krank machen – chronische Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Depressionen, Herz-Kreislauf-Störungen und vor allem Stress und schlechte Laune sind die Folgen.

Die Tipps&Tricks-Redaktion will den World Sleep Day 2014 am Freitag, 14. März nicht verschlafen: Wir wollen den Aktionstag nutzen, um euch die wichtigsten Tipps für einen erholsamen Schlaf und ein gesundes Leben zu verraten.

Erholsamer Schlaf: Wichtig für Gesundheit und Leistungsfähigkeit (© Jörg Brinckheger/ pixelio.de)

Erholsamer Schlaf: Wichtig für Gesundheit und Leistungsfähigkeit (© Jörg Brinckheger/ pixelio.de)

  • Die perfekte Schlafdauer gibt es nicht – es gibt Menschen, die sich nach sechs Stunden absolut fit fühlen, aber auch Menschen, die über zehn Stunden Schlaf benötigen, um gut gelaunt in den Tag zu starten. Die meisten Menschen schlafen jedoch sieben bis acht Stunden in der Nacht. Ideal gilt übrigens die Schlafdauer von 7,5 Stunden, denn sie verspricht laut Untersuchungen ein langes Leben.
  •  Nach Möglichkeit immer zur selben Uhrzeit ins Bett gehen und wieder aufstehen. So gewöhnt sich die „innere Uhr“ an den Rhythmus und auch das frühe Aufstehen ist leichter. Vor allem bei Schlafstörungen sollte man sich an den Takt halten. Das lange Ausschlafen am Wochenende und Mittagschlaf sind dann tabu – der Körper wird es einem jedoch danken.
  •  Das Schlafzimmer vor der Nachtruhe gut lüften, so wird die Sauerstoffversorgung gewährleistet. Dabei besser bei niedrigerer Zimmertemperatur schlafen, denn nichts ist unangenehmer für den Körper als im Schlaf zu schwitzen. Die perfekte Zimmertemperatur beträgt 16 Grad Celsius.
  •  Wichtig für einen erholsamen Schlaf sind außerdem folgende Regeln: Direkt vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten essen – am besten sollten zwei Stunden vergangen sein. Außerdem mindestens drei Stunden vor dem Schlafengehen auf Alkohol verzichten: Zwar beschleunigt er meist das Einschlafen, beunruhigt jedoch enorm die spätere Schlafphase.
Nachtruhe: Entspannung für Körper und Geist  (© Andrea Kusajda/ pixelio.de)

Nachtruhe: Entspannung für Körper und Geist (© Andrea Kusajda/ pixelio.de)

  •  Zuletzt solltet ihr  versuchen, Körper und Geist vor dem Schlafengehen in eine Ruhephase zu bringen. Schlafstörungen sind dann vorprogrammiert, wenn anstrengende geistige und körperliche Tätigkeiten kurz vorher geleistet werden – deshalb gilt es auf Sport, Horrorfilme oder anstrengende geistige Arbeit zu verzichten. Optimal ist es, ruhige Musik zu hören oder entspannt ein Buch zu lesen.

Ins Bett gehen, die Äuglein schließen, einschlafen und erholt aufwachen – das ist für unsere Gesundheit und Leistungsfähigkeit absolut notwendig und sollte nicht unterschätzt werden.

Vorschau: Nächste Woche verraten wir euch an dieser Stelle nützliche Tipps rund um das Thema TeamViewer.

 

Guten Schlaf auch

Ein Traum? Guter Schlaf, egal wo (Foto: Obermann)

Momentan ist der Wurm drin. Gut, wahrscheinlich liegt es mehr an einem kleinen Würmchen, oder auch zweien. Doch mein Schlaf leidet. Ungemein sogar. Ich drehe mich, so gut es geht, mache nächtliche Spaziergänge durch das Haus, warte im Halbdunkel auf das Klingeln meines Weckers. Was bei mir die körpereigene Vorbereitung auf den Schlafmangel durch ein Neugeborenes ist, ist aber bei vielen anderen Schlaflosen ein wesentlich größeres Problem. Mein Körper gönnt sich selbst immer wieder etwas weniger Schlaf, sorgt aber dennoch dafür, dass ich erholt bin. Diesen Segen haben andere nicht.

Doch wieso brauchen wir Schlaf überhaupt? Wieso leiden wir, wenn wir nicht genug davon bekommen und was können wir gegen Schlaflosigkeit tun? Keine leichten Fragen, auf die es einfache Antworten gibt. Denn die Lösung kann einfach sein, oder kompliziert. Guter Schlaf ist, wie die Menschen, die ihn wollen, sehr individuell. Trotzdem gibt es Tipps, die immer sinnvoll sind, wenn es um guten und erholsamen Schlaf geht. Einige davon hat die Tipps & Tricks Rubrik bereits für euch festgehalten und damit seid ihr schon einmal auf dem richtigen Weg.

Schlafen wie ein Baby: Guter Schlaf ist immer wichtig (Foto: Obermann)

Schlaf ist ein notwendiger Begleiter unseres Lebens. Auch wenn gerade junge Menschen dazu neigen, gerne mal Nächte durchzumachen oder zumindest die Schlafenszeit nach hinten zu verlegen, benötigen wir ihn zu Regeneration. Im Schlaf werden Informationen aus unserem Kurzzeitgedächtnis ins Langzeitgedächtnis übertragen. Unser Immunsystem wird durch Schlaf gestärkt und einzelne Stoffwechselreaktion laufen gerade dann auf Hochtouren. Wachstumshormone werden ausgeschüttet, die nicht nur in der Kindheit fürs Wachsen zuständig sind, sondern später auch für Fettverbrennung, also eine schlanke Linie. Immer wieder gibt es Studien, die behaupten, wer viel schläft, wäre schlanker, gesünder oder würde länger leben. Wieviel an den jeweiligen Thesen dran ist, kann man in Frage stellen. Tatsache aber ist: Nach einer erholsamen Nacht fühlen wir uns tatkräftig und fit, nach schlechtem Schlaf einfach nur mies. Nicht umsonst hat Robert Schneider den Protagonisten seines Romans „Schlafes Bruder“ Selbstmord begehen lassen, indem er aufgehört hat, zu schlafen.

Unsere Schlafprobleme sind deswegen so individuell, weil sie oft an mehreren Dingen liegen. Jemand, der den Kopf nicht freibekommt, nascht vielleicht spät abends noch etwas – zur Ablenkung versteht sich – und kommt dann auch im Bett nicht zur Ruhe. Dann ist oft das Schlafzimmer viel zu warm, weil wir es beim Umziehen eben nicht so gerne nur 18 Grad haben. Wir sehen fern vor dem Zubettgehen und lesen im Bett noch ein spannendes Buch. Und regelmäßige Bettzeiten haben wir verlernt, seit Mama uns nicht mehr sagt, dass es Schlafenszeit ist. Wenn dann noch das Handy auf dem Nachttisch vor sich hin leuchtet, oder der Fernseher uns in den Schlaf führen soll, wird alles ganz schnell ungemütlich. Am ganzen Dilemma sind wir also oft selbst schuld. Oft, aber nicht immer.

Auch die einfachen Beschwerden können sich zu einer Schlafstörung entwickeln. Die Tiefschlafphasen werden geringer und der REM-Schlaf, die Zeit in der wir träumen, ändert sich. Andere Beschwerden können die Situation verschlimmern oder auch selbst auslösen. Beispielsweise Atembeschwerden, die sogenannte Schlafapnoe, die unterschiedliche Ausprägungen haben kann. Im schlimmsten Fall ist eine Nacht im Schlaflabor eine Möglichkeit, der Ursache auf den Grund zu gehen und weitreichende Folgen zu vermeiden. Wer also mit allen guten Ratschlägen dennoch keine geruhsame Nacht hat, sollte sich an den Arzt seines Vertrauens wenden und der Sache auf den Grund gehen.

Wer nun aber nur ab und zu schlaflose Nächte hat, sollte erst mal nicht besorgt sein. Oft liegt es dann doch nur an Stress, einem unausgedachten Gedanken oder einem zu reichhaltigen Abendessen. Damit sind wir dann auch nicht unbedingt in schlechter Gesellschaft. In seinem „Einschlafbuch für Hochbegabte“ berichtet Dietmar Bittrich von allerlei Berühmtheiten, ihren schlaflosen Nächten und ihren Mitteln dagegen. Dabei ist das Buch geradezu entspannend geschrieben. Die ideale Einschlafhilfe also.

Vorschau: Alexandra fragt sich nächste Woche: „Bin ich langweilig“ und überlegt, warum so viele Menschen plötzlich ihr Leben feiern.

„Wer schlafen kann, darf glücklich sein“ (Erich Kästner) – fünf Einschlaftipps

Es wird Nacht - schlafen kann trotzdem nicht jeder (Foto: Beutler)

Dem ein oder anderen dürfte das im Folgenden beschriebene Szenario durchaus bekannt vorkommen: Es ist Sonntag-Abend, ein turbulentes Wochenende – keinmal ging es vor drei Uhr früh ins Bett – liegt hinter einem und mit dem Gedanken an Schule, Uni oder Arbeit wälzt man sich nun unruhig von einer auf die andere Seite. Und obwohl man von den freizeitlichen Aktivitäten vollkommen erschöpft ist, will sich der rettende Schlaf einfach nicht einstellen.

 Im Rahmen einer Befragung von rund 3.000 Arbeitnehmern im Alter zwischen 35 und 65 Jahren hat die „Deutsche Angestellten Krankenkasse“, kurz DAK, ermittelt, dass sich beim Thema Schlafstörung etwa die Hälfte der Befragten betroffen fühlt. Auf die gesamte erwerbstätige Bevölkerung in Deutschland übertragen, hieße das, dass rund 20 Millionen Personen an leichten bis hin zu starken Schlafstörungen leiden.

 In dieser Situation aber gleich zu harten Medikamenten greifen, die einen bei überhöhter Dosierung womöglich das Weckerklingeln am nächsten Morgen verschlafen lassen – nein, danke. Deshalb hier: Die laut Internetrecherche fünf bewährtesten und am häufigsten empfohlenen Hausmittel bei Einschlafproblemen.


Tipp 1: Das richtige Getränk für süße Träume

Sie enthält nicht nur wertvolles Calcium, sondern auch die beruhigend wirkende Aminosäure Tryptophan: Milch ist ein wahres Wundermittel, wenn es um wohltuenden Schlaf geht. Vor dem Zubettgehen einfach eine Tasse warme Milch mit etwas Honig trinken. Die raffiniertere Variante: Mandelmilch. Dazu 20 Gramm Mandeln im Mixer zerkleinern, mit 200 Milliliter Milch und zwei Teelöffeln Honig erwärmen. Eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen trinken – süße Träume!


Tipp 2: Naschen erlaubt – aber wenn, dann richtig

Mit vollem Magen im Bett liegen? – Keine gute Idee. Hungrig ins Reich der Träume zu entfliehen, funktioniert aber meist auch weniger gut. Daher gilt: nach 18.00 Uhr möglichst nur noch zu den folgenden Lebensmittel greifen: Nüsse, Bananen, Datteln und Vollkornprodukte. Diese fördern die Produktion des Schlafhormons Melatonin.


Tipp 3: Hitzschlag oder Kältestarre

Auch die richtige Temperatur im Schlafzimmer kann sich positiv auf das Ein- und Durchschlafen auswirken. Das optimale Schlafklima liegt zwischen 15 und 18 Grad. Auch ein leichter Durchzug, beispielsweise durch ein schräg gestelltes Fenster kann förderlich sein.


Tipp 4: Sport ist Mord? – Nicht was das Einschlafen betrifft

Hat man das Gefühl einfach nicht zur Ruhe kommen zu könne, weil einem tausende von Gedanken durch den Kopf gehen, kann ein kleiner Spaziergang wahre Wunder wirken. Die Bewegung an der frischen Luft und die Möglichkeit die vergangenen Tage und Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen, können sich beruhigend auf Körper und Geist auswirken – so kann man entspannt ins Bett fallen. Hochleistungsport zu später Stunde sollte jedoch möglichst vermieden werden.


Tipp 5: Entspannung ist das A und O

 Mindestens eine Stunde vor dem Schlafengehen sollte man anstrengende Tätigkeiten vermeiden. Ein Buch lesen, die Lieblingsserie im Fernsehen anschauen oder wie in Tipp vier spazieren gehen, geben dem Körper die Möglichkeit sich zu entspannen – so fällt das Einschlafen später um einiges leichter. Die notwendige Entspannung kann aber auch mit einem Kräuterbad erreicht werden. Das Wasser sollt hierbei nicht zu heiß – höchsten 37 Grad – sein. Badezusätze wie Melisse, Lavendel oder Baldrian beruhigen zusätzlich. Kerzenlicht und Entspannungsmusik verwandeln das Badezimmer in eine wahre Wellness-Oase. Zehn Minuten in der warmen, duftenden Wanne sind völlig ausreichend. Also dann: Gute Nacht!

Vorschau: Wie schreibt man eigentlich eine Bewerbung? Und was zieht man zum Vorstellungsgespräch an? Diese Fragen und noch einige mehr wird euch Gülcin nächsten Sonntag an dieser Stelle beantworten.

Unfreiwillige Annäherung

Die Japaner schlafen gern – zu jeder Tageszeit und bevorzugt in der Öffentlichkeit. Sie dösen in Konferenzen, in Vorlesungen, im Park und liebend gerne auch im Zug. Die kleinen Schlafpausen zwischendurch heißen auf Japanisch „Inemuri“ und sollen laut Schlafforschern die Konzentrationsfähigkeit fördern und sogar das Herzinfarktrisiko senken.

Steigt man in Tokyo in die U-Bahn, sieht man überall Köpfe, die synchron im Rhythmus des Zuges wippen. Zugegeben – das monotone Ruckeln der japanischen Bahn (das sich vom Takt einer deutschen U-Bahn unterscheidet) verführt einen tatsächlich dazu, ein kleines Nickerchen zu halten. Doch verpassen die Japaner dann nicht ständig ihre Station? Nein, es scheint so, als hätten sie eine Art inneren Wecker entwickelt. Sobald der Zug in eine Station einfährt, öffnen sie automatisch die Augen, stehen auf und gehen hinaus, als wäre nie etwas gewesen. Das stellt für sie offensichtlich kein Problem dar, doch es gibt da ein anderes Kuriosum, das den schüchternen Japanern manchmal Schwierigkeiten bereitet.

Letzten Sommer, als ich mit der U-Bahn in Tokyo unterwegs war, beobachtete ich folgende Szene:

Gegenüber von mir saß eine junge Frau, die aufmerksam in ihrem Buch las. Der Platz neben ihr war frei, doch nach einer Weile ließ sich ein Japaner im Anzug dort nieder. Es dauerte nur ein paar Minuten und er schloss die Augen. Sobald der Zug losfuhr, fingen wieder alle schlafenden Köpfe an im Takt zu schunkeln, doch der Kopf des jungen Japaner gegenüber mir, tanzte aus der Reihe und landete schließlich auf der gebrechlichen Schulter der bis dahin in ihrer Lektüre vertieften Japanerin. Da kommt wohl das physikalische Phänomen der Trägheit zum Tragen. Ich sah, wie ihr Blick für einen Moment erstarrte und sie leicht errötete, doch sie tat erst einmal so, als hätte sie nichts bemerkt. Man muss an der Stelle anmerken, dass für eine Japanerin, ein derartiger Körperkontakt mit einem fremden Mann in der Öffentlichkeit eine besonders beschämende Angelegenheit ist.

Da alle Plätze dicht belegt waren, hatte sie auch nicht die Möglichkeit wegzurutschen. Sie starrte zwar immer noch in ihr Buch, allerdings wirkte sie nicht mehr so konzentriert wie vorher. Ohne den Blick zu heben, versuchte sie unauffällig ihre Schulter wegzuziehen, wodurch er dann endlich erwachte und sich schließlich aufrichtete.

Nach einer Weile aber rollte der träge Kopf erneut zu ihr und auch diesmal schlief er einfach seelenruhig weiter. Ich habe mich gefragt, warum er jedes Mal ausgerechnet nach rechts fällt. Ob wohl seine rechte Gehirnhälfte schwerer ist als die linke? Jedenfalls wiederholte sich die Szene noch weitere Male bis auch er bei einer Station plötzlich die Augen aufschlug, sich erhob und hinaus lief, als hätte er niemals auf der Schulter dieser fremden Frau seinen Mittagsschlaf gehalten. Der jungen Japanerin, die sich nun wieder ungestört dem Lesen widmen konnte, sah man die Erleichterung deutlich an.

Solltet ihr also irgendwann mal nach Japan fahren, dann nehmt euch in acht vor den schwarzen pendelnden Köpfen in den U-Bahnen oder ihr beteiligt euch einfach selbst am kollektiven Nickerchen. Aber Vorsicht: Verschlaft eure Station nicht!

Vorschau: Nächste Woche geht es um eine kulinarische Spezialität aus Berlin. Lasst euch überraschen…

Anfang und Ende, Ende und Anfang

Unser Leben ist durchzogen von Anfängen und Enden. Mal ehrlich. Zuerst fangen wir an zu existieren, weil unsere Eltern zum Höhepunkt, zum Ende kamen. Ziemliche eindeutig, oder? So geht es immer weiter. Unsere Zeit im Mutterbauch endet, unser Leben fängt an. Das ist eine richtig krasse Umstellung. Kein Baby kommt aus Mamas Bauch, sieht sich um und sagt: Sieht genauso aus, wie da drinnen. Babys schreien. Weiß ich aus eigener Erfahrung. Kaum spürte Noah den ersten Luftzug, schrie er. Ich muss allerdings zugeben, dass er am Anfang echt leise geschrien hat. Als wäre er ewig weit entfernt. Ich hatte immer Angst, ich könnte ihn nicht hören, wenn er in einem anderen Raum war.

Dieses ganze Anfang-Ende Hin und Her hört nie auf. Die Semesterferien fangen an, die Klausuren enden, das Semester beginnt, die Ferien enden. Gerade gibt es bei mir mal wieder einige dieser Umstellungen. Mein Verlobter fängt mit dem Ref an – seine freie Zeit endet. Mein Sohn beginnt mit dem Kindergarten – seine Lümmelzeit zu Hause hört auf. Und auch bei mir fängt die Uni wieder an – die Ferien enden. Mein letzter Roman ist fertig geschrieben – jetzt beginnt die Arbeit des Verlagsuchens.

Ganz normal also, oder? Oder nicht. Wieso tun wir uns so schwer mit Veränderungen. Mit diesen Enden und Neuanfängen. Jedes Mal reagieren wir ähnlich wie das Baby nach der Geburt. Wir schreien. Blöde Uni, stressiges Ref, böser Kindergarten, gemeine Verlage, kalte Welt, …

Mir reichts. Ich möchte echt mal etwas zu Ende bringen und etwas Neues anfangen, ohne gleich zu meckern, dass ich mich an neue Gewohnheiten gewöhnen muss. Veränderungen sind gut! So! Veränderungen bringen uns weiter. Auch eine im ersten Moment negative Veränderung kann toll werden und andersrum auch.

Wir machen ein kleines Gedankenexperiment. Stellt euch mal vor in eurem Lieblingslokal gibt es ein tolles Gericht. Beispielsweise Hühnerbrust mit Spinat-Ricotta-Füllung. (Gibt es tatsächlich im Vogelpark Schifferstadt und schmeckt himmlisch!) Ihr habt es einmal probiert und nächstes Mal wieder genommen, weil ihr ja wusstet, es schmeckt gut. Beim dritten Mal überlegt ihr, nehmt aber doch wieder das Huhn. Als ihr das vierte Mal kommt ist es fast schon Tradition und beim fünften Mal braucht ihr keine Karte mehr. Super. Ein wirklich leckeres Essen. Ihr seid zufrieden, der Koch ist zufrieden, alles ist bestens, herzlichen Glückwunsch.

Irgendwann aber kommt ihr in euer Lieblingsrestaurant und – oh Schreck – das Huhn ist aus. Ihr schmollt. Es gibt nur noch Bratwurst, Schnitzel, oder aber Tomatennudeln mit Lachs. Ihr starrt ewig auf die Karte, als könnte so das Huhn wie aus Zauberhand doch noch auftauchen. Euer Bauch grummelt, die Anderen warten. Nicht das Wurst und Schwein schlecht wären, aber ihr nehmt notgedrungen den Lachs und stellt fest: Gar nicht so schlecht. Etwas ganz anderes als Huhn mit Spinat und Ricotta. Absolut! Aber genauso lecker. Jetzt könnt ihr wählen und ihr wisst: Irgendwann kommt der Tag, an dem auch der Lachs aus ist. Was dann?

Nach dem Kindergarten kommt die Schule, außerdem auch die KiTa mal Ferien, die Lümmeltage kommen also wieder (Wer kennt die nicht?).

Nach dem Ref kommen auch Ferien und dann der Schuldienst.

Und nach dem Semester folgen Ferien, nach der Uni die Arbeit.

Eigentlich gibt es nicht wirklich andauernd Enden und Anfänge, es ist eher ein Zyklus, in den immer mal wieder eine Zwischenstation eingebaut wird.

Essen-Schlafen-Pupsen.

Essen-Spielen-Schlafen-Pupsen.

Essen-Spielen-Lernen-Schlafen-Pupsen.

Essen-Spielen-Lernen-Schaffen-Schlafen-Pupsen.

Essen-Spielen-Lernen-Schaffen-Meckern-Schlafen-Pupsen.

Essen-Spielen-Lernen-Schaffen-Meckern-Lieben-Schlafen-Pupsen.

Ich denke, das reicht als Anschauung. Legen wir es also auf. Wir regen uns andauernd über Veränderungen auf, dabei werden sie ganz schnell allzu normal und alltäglich für uns. Nichts geht dabei wirklich verloren, alles wird immer mal wiederholt. Alles – bis auf zwei Dinge.

Die Geburt und der Tod. Vielleicht gibt es ja doch noch mehr Sachen mit zwei Enden, nicht nur die Wurst. Und damit fange ich diese Kolumne mit diesem Beitrag an und Ende gleichzeitig diesen Text. Geschickt oder? Beides in einem.