Auch ohne Reus jede Menge Qualität

Fußball-Bundestrainer Joachim Löw hat am gestrigen Dienstag seinen endgültigen 23-köpfigen Kader für die anstehende Europameisterschaft (10. Juni – 10. Juli) in Frankreich benennen müssen. Mit der verletzungsbedingten Streichung von Marco Reus sorgte Löw für Aufsehen. Die F2F-Sportredaktion nimmt die EM-Fahrer mal genauer unter die Lupe.

Tor: Mit Manuel Neuer steht der wohl aktuell beste Torwart seiner Zunft zwischen den Pfosten. Seine Vertreter und gleichzeitigen EM-Debütanten Bernd Leno und Marc-André ter Stegen besitzen eine Menge Potenzial. Leno verdiente sich die Nominierung aufgrund seiner starken Leistungen am Ende der gerade abgelaufenen Bundesligasaison. Auch ter Stegen ist ein echter Meister seines Fachs, gewann 2015 mit dem FC Barcelona souverän die Champions League und wird nicht umsonst mit „Torwart-Titan“ Oliver Kahn verglichen. Das Kuriose: Mit dem Bundesadler auf der Brust machte der gebürtige Mönchengladbacher bislang alles andere als eine gute Figur. Erst bei der jüngsten 1:3-Testspielniederlage gegen die Slowakei rutschte ihm der Ball ungeschickt durch die Hände, um dann zwischen seinen Beinen hindurch die Torlinie zu überschreiten. Kleines Trostpflaster: Er konnte in einem Freundschaftsspiel gegen Argentinien einen Elfmeter von Lionel Messi sehenswert parieren.

Abwehr: Hier musste lediglich der als pflegeleicht und universell einsetzbar geltende Sebastian Rudy seine EM-Träume zu den Akten legen. Ansonsten verkörpert der Defensivverbund um Jérome Boateng, Jonas Hector, Benedikt Höwedes, Shkodran Mustafi, Antonio Rüdiger, Emre Can und dem noch angeschlagenen Mats Hummels jede Menge Qualität. Was außerdem Mut macht: Die Prognose für eine baldige Genesung des Weltklasseinnenverteidigers Hummels sind durchweg positiv. „Bei Mats wird es zwar noch ein paar Tage dauern, aber auch er wird uns beim Turnier zur Verfügung stehen“, ließ Löw verkünden.

Mittelfeld: Beim Turnier zur Verfügung stehen wird wohl auch Bastian Schweinsteiger. Der Held von Rio ist laut dem Bundestrainer „voll belastbar“ und trainiert bereits wieder mit der Mannschaft. Doch egal ob fit oder nicht. Auf die Führungsqualitäten eines Schweinsteigers kann der Löw bei so einem Turnier schlicht und ergreifend nicht verzichten. Somit ist die Nominierung völlig nachvollziehbar, selbst, wenn der Kapitän erst nach den drei Gruppenspielen bei 100 Prozent sein sollte. Die tragische Figur dagegen ist und bleibt Marco Reus. Der vom Boulevard aufgrund seines Fahrens ohne Führerscheins verschriene „Raser Reus“, drückt vor den großen Turnieren regelmäßig kräftig auf die Bremse. Verletzte sich der Star von Borussia Dortmund vor der WM 2014 schwer am Syndesmoseband, machen ihm nun langwierige Beschwerden an den Adduktoren Probleme. „Er hat massive gesundheitliche Probleme und kann im Moment nur geradeaus laufen“, sagte Löw. „Die Mediziner waren äußerst skeptisch, dass er in den nächsten Woche bei einem zehrenden Turnier voll belastet werden kann“, ergänzte er. So schlimm das auch für Reus ist, so gefasst kann Löw auf das Aus seines Tempodribblers reagieren. Die Qualität auf den offensiven Außenbahnen ist auch ohne Reus immer noch sehr hoch. André Schürrle zeigt klar ansteigende Form, Julian Draxler will endlich den internationalen Durchbruch schaffen, Leroy Sané ist ein großes Versprechen für die Zukunft und auch der schon fälschlicherweise zu oft abgeschriebene Veteran Lukas Podolski kann seine Qualitäten in die Mannschaft einbringen. Mit dem aktuellen Champions-League-Sieger Toni Kroos und Sami Khedira verfügt Deutschland außerdem über zwei echte Anführer und Taktgeber im defensiven Mittelfeld. Der bei Bayern München in dieser Saison oft verschmähte Mario Götze könnte auf der zehner Position seinen großen Auftritt haben, wenn Arsenal-Star Mesut Özil bei dem Turnier nicht so zünden sollte wie zuletzt im Verein. Die ebenfalls gestrichenen Julian Brandt und Karim Bellarabi (beide Bayer Leverkusen) werden laut Löw auch in den nächsten Monaten und Jahren noch eine Rolle bei der Nationalmannschaft spielen. Für sie nominierte der Bundestrainer Julian Weigl und Joshua Kimmich und entschied sich somit für die großen Entwicklungsmöglichkeiten der Beiden.

Angriff: Klar hätte man Thomas Müller auch bereits schon im Mittelfeld aufzählen können. Ein Thomas Müller in Topform ist schließlich überall auf dem Platz zu finden. Da er aber aller Voraussicht nach wieder für die Tore der DFB-Elf verantwortlich sein wird, fühlt er sich hier bestimmt auch recht wohl. Ganz alleine ist der Thomas ja auch nicht. Mario Gomez, der beim Weltmeistertriumph 2014 wegen anhaltender Formschwäche fehlte, leistet ihm Gesellschaft. Der bullige Mittelstürmer, der bei Besiktas Istanbul zu seiner alten Stärke gefunden hat und mit 26 Treffern Torschützenkönig in der Türkei wurde, könnte ein wichtiger Mosaikstein im taktischen Gebilde des Bundestrainers sein. Vor allem gegen die in den Gruppenbegegnungen tief stehenden Ukrainer (12.06., 21 Uhr) und Nordiren (21.06. 18 Uhr) kann Gomez seine Kopfballstärke einbringen.

Der Kader im Gesamtüberblick:

Tor: Manuel Neuer (FC Bayern München, 64 Länderspiele/0 Tore), Bernd Leno (Bayer Leverkusen, 1/0), Marc-André ter Stegen (FC Barcelona, 6/0)

Abwehr: Jérome Boateng (FC Bayern München, 58/0), Emre Can (FC Liverpool, 5/0), Jonas Hector (1. FC Köln, 13/1), Benedikt Höwedes (FC Schalke 04, 33/2), Mats Hummels (Borussia Dortmund, 46/4), Shkodran Mustafi (FC Valencia, 10/0), Antonio Rüdiger (AS Rom, 10/0)

Mittelfeld:  Sami Khedira (Juventus Turin, 59/5), Toni Kroos (Real Madrid, 64/11), Bastian Schweinsteiger (Manchester United, 114/23), Julian Draxler (VfL Wolfsburg, 18/1), Joshua Kimmich (FC Bayern München, 1/0), Mario Götze (FC Bayern München, 51/17), Mesut Özil (FC Arsenal London, 72/19), André Schürrle (VfL Wolfsburg, 51/20), Lukas Podolski (Galatasaray Istanbul, 127/48), Julian Weigl (Borussia Dortmund, 1/0), Leroy Sané FC (FC Schalke 04, 2/0)

Angriff: Thomas Müller (FC Bayern München, 70/31), Mario Gomez (Besiktas Istanbul, 63/27)

Vorschau: Nächste Woche ist bei Face2Face mal wieder etwas Platz für ein bisschen Satire.          

Die Suche nach den Nationalspielern

Stell dir vor es ist Länderspiel und kein Star kommt hin. So oder so ähnlich muss sich Fußball-Nationaltrainer Joachim Löw vor der kommenden Länderspielreise in die USA fühlen. Wenn die DFB-Elf am Mittwoch, 22. Mai, ihren Trip nach Nordamerika startet, werden dem Bundestrainer nicht weniger als 17 Nationalspieler fehlen. Das Champions-League Finale zwischen Bayern München und Borussia Dortmund, das Pokalfinale zwischen München und dem VfB Stuttgart, die U-21-EM in Israel, die Bundesliga-Relegation und die spanische Liga reißen ein großes Loch in den Kader des 53-Jährigen. 

Mit Marco Reus, Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Mario Götze, Marcel Schmelzer und Sven Bender fehlen sechs Spieler von Borussia Dortmund. Genauso viele werden es beim Finalgegner aus München sein. Die beiden Real-Stars Sami Khedira und Mesut Özil sind noch bis zum 1. Juni in der spanischen Liga aktiv. Torjäger Miroslav Klose spielt mit Lazio Rom um den italienischen Pokal (26. Mai) und auf die U-21-Spieler wie Patrick Hermann (Gladbach), Sebastian Rode (Frankfurt) oder Lewis Holtby (Tottenham) will Löw wegen der Vorbereitung auf die Europameisterschaft nicht zurückgreifen. Da auch mit Serdar Tasci, George Niedermeier oder Christian Gentner mögliche Kandidaten vom VfB Stuttgart aufgrund des Pokalfinales (1. Juni) ausfallen und auch hinter Lukas Podolski (FC Arsenal London) ein dickes Fragezeichen steht, verkommen die beiden TEST-Länderspiele gegen Ecuador (29. Mai) und die USA (2. Juni) zur Farce. 

Wen also nominieren? Laut dem „Kicker“ sollen Sydney Sam und Philipp Wollscheid (beide Bayer Leverkusen) vor ihrem Länderspieldebüt stehen. Kurios, dass auch die bereits aussortierten Andreas Beck (Hoffenheim), Aaron Hunt (Bremen) und Dennis Aogo (Hamburg) vor ihrem Comeback stehen sollen. Auch der bereits 30-Jährige und damit im Grunde genommen perspektivlose Alexander Meier (Frankfurt) soll Löw auf den letzten Seiten seines Notizbüchleins gefunden haben. Lückenbüßer, die eine Reise retten sollen, die schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist.

Von Schalke dürften Roman Neustädter, Benedikt Höwedes und Julian Draxler nominiert werden. Per Mertesacker (FC Arsenla London), Lars Bender und André Schürrle (beide Leverkusen) sind gesetzt. Dennoch wir die Steigerung der Beliebtheit und des Ansehens der Nationalmannschaft, von Beginn an das einzige Ziel dieses „Promotion-Trips“, ohne die Stars an Bord, nicht zu erfüllen sein. 

Immerhin war zuletzt spekuliert worden, dass Löw die Dortmunder-Spieler nachkommen lässt. Ein Tropfen auf den heißen Stein? So oder so stehen zwei neue Höhepunkte in der Reihe „Unsinnige Länderspiele“ an. Ach ja, auf Deutschlands erfolgreichsten Torjäger Stefan Kießling will Löw im Übrigen auch verzichten… 

Ähnlich spektakuläre Rumpfkader: 

  • Beim Confederations Cup 1999 nominierte Bundestrainer Erich Ribbeck nach zahlreichen Absagen die Profis Heiko Gerber, Ronald Maul, Mustafa Dogan und Michael Preetz. Nach einer 0:4-Pleite gegen Brasilien und der 0:2-Niederlga gegen die USA durfte die DFB-Mannschaft bereits nach der Vorrunde die Koffer packen.
  • Unter Bundestrainer Jürgen Klinsmann standen bei der Asien-Reise 2004 Spieler wie Marco Engelhardt und Thomas Brdaric in der Startelf. 

Vorschau: Nächste Woche erscheint ein Kommentar über den Profisport in Deutschland

E Viva Espania

 

Als der spanische Kapitän, Iker Casillas, am verganenen Sonntag, 01. Juli, den Siegerpokal in die Höhe stemmte, ging die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine zu Ende. Face2Face hat das Turnier analysiert und gibt einen Überblick über die Tops und Flops dieser EM.

Top:
Spanien: E Viva Espania! Der Welt- und Europameister hat Geschichte geschrieben. Als erste Mannschaft überhaupt konnte Spanien seinen Titel verteidigen. Der 4:0-Finalsieg gegen Italien war eine Demonstration. „El Roja“ spielt in einer eigenen Liga.

Zuschauer: Je ausgefallener die Aufmachung, desto größer ist die Chance, dass man in die Fernsehkameras winken darf. An der Spitze der Zuschauer liegen aber eindeutig die Iren. Jeodch nicht wegen ihren extravaganten Outfits, sondern wegen ihrem Gesang. Die Jungs von der Insel sangen sich unabhängig von der überschaubaren Leistung ihrer Mannschaft die Kehle aus dem Hals und feierten friedlich die Nächte hindurch. Die UEFA würdigte diese vorbildliche Leistung unlängst mit einem Sonderpreis.

Andrea Pirlo: Der geniale Spielmacher war und ist der Dreh- und Angelpunkt der italienischen Nationalmannschaft. Mit seinen tödlichen Pässen konnte der 33-Jährige ein Spiel entschieden. Der „Alt-Star“, den viele Experten vor diesem Turnier überhaupt nicht mehr auf der Rechnung hatten, überzeugte voll und ganz.

Cesc Fàbregas: „Der geheime Spielmacher“, die „falsche Neun“ oder einfach nur Cesc Fàbregas. Der Mann des FC Barcelona sorgte bereits beim ersten Gruppenspiel gegen Italien unfreiwillig für Aufsehen. Als hängende Spitze ohne echten Mittelstürmer wurde Fàbregas zum Hauptdarsteller des vielleicht ungewöhnlichsten Taktik-Konzepts dieser EM. Die spanische Presse schrieb sich über die „falsche Neun“ die Finger wund. Doch der junge Spanier kam mit der ihm zugewiesenen Rolle bestens zu Recht und trug einen großen Anteil zum erneuten Titelgewinn bei.

Andrés Iniesta: Wenn wir schon beim Aufzählen von spanischen Spitzenfußballern sind, und diese Liste wäre bis ins unermessliche zu führen, darf ein Mann nicht fehlen: Andrés Iniesta. Das 1,70m kleine Genie weis nicht nur beim FC Barcelona, sondern auch in der Nationalmannschaft zu überzeugen. Er ist einer dieser Spielertypen, die den Gegenspieler auf einem Bierdeckel austanzen können. Doch neben seiner fußballerischen Extravaganz und der Auszeichnung zum besten Spieler des Turniers, konnte Inesta auch noch mit einer anderen Geste auf sich aufmerksam machen: Er spendete seine, vom spanischen Verband überwiesene, Siegprämie von 300.000€ seinen Landsmännern, die aufgrund der heftigen Waldbrände in der Nähe von Valencia quasi „über Nacht“ obdachlos wurden. Vorbildlich!

Italien: Und täglich grüßt das Murmeltier. Wenn in der großen Fußballwelt mal wieder ein Turnier ansteht, kommt die italienische Liga, pünktlich wie eine Schweizer Taschenuhr, mit einem Manipulationsskandal um die Ecke. So auch in diesem Jahr, als die italienische Polizei eine Razzia im Trainingslager der „Squadra Azzurra“ durchführte. Dass Italien diesen Skandal scheinbar regelrecht braucht, um erfolgreich zu sein, bewiesen sie auch dieses Jahr wieder. Nach dem letzten großen Skandal, den die Mannschaft 2006 mit dem Weltmeistertitel beantwortete, hätte es in diesem Jahr fast schon wieder zu einem Titel gereicht. Doch die Spanier hatten etwas dagegen…

Sami Khedira: Der Mittelfeldmann von Real Madrid entpuppte sich bei diesem Turnier als geheimer Chef der deutschen Nationalmannschaft. Enorme Zweikampfstärke und unbändiger Wille trieben den 23-Jährigen zu Hochleistungen. Somit verwundert es nicht, dass der Schwabe nach dem Turnier ins Allstar-Team gewählt wurde.   

Ausländische Journalistin: Mit der Frage an den Neu-Dortmunder Marco Reus: „Hatt Ihnen eigentlich schon mal einer gesagt, dass sie die Haare noch schöner haben als Mario Gomez“, sorgte eine asiatische Journalistin für den komödiantischen Höhepunkt bei der deutschen Pressekonferenz in Danzig.

Stimmung und Stadien: Polen und die Ukraine sollen eine Fußball-EM austragen?! Ob das gut geht?! Es ging gut! Allen Schwarzmalern zum Trotz präsentierten sich die beiden Gastgeberländer aufgeschlossen und erstaunlich gut durchorganisiert. Von einer „Katastrophen-EM“, wie sie die meisten Fans im Vorfeld schon fast heraufbeschworen haben, war nichts zu merken – zum Glück!

Flop:
Livebilder:
Wo live draufsteht, sollte auch eigentlich live drin sein. Von dieser Selbstverständlichkeit schienen die Verantwortlichen der Internationalen Regie allerdings nur sehr wenig zu halten. Vor allem den deutschen Fans ist es noch in bester Erinnerung, wie Bundestrainer Joachim Löw einem ukrainischen Balljungen spitzbubenartig den Ball von hinten aus der Hand schlug. Nicht wenige deutsche TV-Zuschauer werden sich in diesem Moment gewundert haben, wie locker der Bundestrainer mit dem auf ihm lasteten Druck umgeht. Dass diese Szene aber gar nicht, wie dem naiven Zuschauer vor dem Fernsehschirm weis gemacht werden sollte, in der 20. Spielminute stattfand, sondern sich bereits viel früher beim Warmmachen ereignete, ist ein absolutes Unding. Doch diese Szene blieb kein Einzelfall. Auch beim Zünden von sogenannten „Bengalos“ oder bei politisch kritischen Plakaten – also bei Allem, was nicht ins Weltbild dieses Turniers passte, wurden schnell Bilder von jubelnden Fans oder Ähnlichem eingespielt. Manipulation auf höchstem Niveau.

Torrichter: Über die Funktion des Torrichters wurde bereits im Vorfeld dieses Turniers heiß diskutiert. Die in Europacup- und Champions-League-Spielen bereits eingesetzten und sich als überflüssig erwiesenen Torrichter, gaben bei der EM ihre Premiere. Doch mehr, als sich ein internationales Fußballspiel am Spielfeldrand anzuschauen und dafür auch noch bezahlt zu werden, haben die zusätzlichen Unparteiischen bei dieser Europameisterschaft nicht geleistet. Weder klare Elfmeter, noch eindeutige Tore wurden von Torrichtern erkannt. Da passt der Satz eines Kollegen: „So, wie du arbeitest, würde ich gerne Mal Urlaub machen“, wie die Faust aufs Auge.

Boxershorts-Skandal: Der durchaus begabte dänische Stürmer Nicklas Bendtner hebt nach seinem Treffer zum 2:2-Unentschieden gegen Portugal sein Trikot an und lässt damit seine Boxershorts mit einem irischen Wettanbieter aufblitzen. Da dieser Wettanbieter aber nicht zu den offiziellen Sponsoren dieser EM gehört, bekommt der Däne eine saftige Geldstrafe aufgebrummt. Satte 100.000€ soll Bendtner an Strafe bezahlen. Nicht nur auf den ersten Blick, sondern auch im Verhältnis zu den Geldstrafen, die sonst während des Turniers an Spieler oder Verbände verhängt wurden, ein Unding! So musste zum Vergleich der kroatische Verband wegen rassistischen Beleidigungen seiner Fans eine Geldstrafe von 80. 000€ an die UEFA überweisen. Eine gerechte Verhältnismäßigkeit sucht man hier umsonst.

Holland: Als Topfavorit gehandelt, als begossener Pudel die frühe Heimreise angetreten. Die holländische Nationalmannschaft präsentierte sich zu keinem Zeitpunkt dieses Turniers als Einheit. Zu viele der zahlreichen Topstars kochten lieber ihr eigenes Süppchen und schadeten damit dem Image und dem eigenen Erfolg. Null Punkte und gerade einmal zwei geschossene Tore sind das Ergebnis einer miserablen Europameisterschaft aus holländischer Sicht.

Polen: Von vielen Experten als Geheimfavorit gehandelt, avancierte der Gastgeber sehr schnell zu einer Enttäuschung dieser EM. Polen schaffte es trotz drei Dortmunder-Doublegewinner, vier eingebürgerten Spielern und der bedingungslosen Unterstützung der eigenen Zuschauer nicht, ins Viertelfinale einzuziehen. In einer Gruppe, die vom fußballerischen Potenzial her die schlechteste war, belegten die Polen, ohne Sieg, den enttäuschenden letzten Platz.      

Vorschau:
  Nächste Woche setzten wir unsere Reihe „Randsportarten“ mit dem Thema Unterwasserrugby fort.