Die Niederlande – Fahrradland Nummer eins?

Fahrradfahren ist für viele ein Hobby oder eine günstige, gesunde und umweltfreundliche Methode, um von einem Ort zu einem anderen zu kommen. Auch im Urlaub nutzen immer mehr dieses Fortbewegungsmittel, um möglichst viel von der Landschaft oder der entsprechenden Stadt zu sehen. Doch lässt sich eigentlich herausfinden, welches Land sich am besten für einen Urlaub mit Rad eignet oder Fahrradfahrern im Allgemeinen das Leben erleichtert?

Fahrradfreundliche Urlaubsländer

Der 1983 gegründete Europäische Radfahrer-Verband, kurz ECF, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Radfahren in Europa zu fördern. Dieser hat insgesamt fünf Kriterien aufgestellt, die ein Land als besonders fahrradfreundlich kennzeichnen: Fahrradnutzung (täglicher Gebrauch des Rads als Transportmittel), Sicherheit, Fahrradtourismus (Anzahl der Fahrradtouren im Land durch Touristen), Mitglieder in einem Fahrradverband und Größe des Marktes (verkaufte Fahrräder pro Jahr). Beim „ECF Cycling Barometer“, einer 2015 durchgeführten Untersuchung für EU-Länder, kam heraus, dass Luxemburg und Malta am meisten Sicherheit für Fahrradfahrer bieten. Genutzt wird das Rad hingegen am häufigsten in den Niederlanden. Der Fahrradtourismus ist in Finnland am stärksten, jedoch findet der größte Absatz dieses Fortbewegungsmittels in Slowenien statt. In Dänemark sind allerdings die meisten Menschen Mitglied in einem Fahrradverband. Die Gesamtauswertung hat schließlich ergeben, dass Dänemark, die Niederlande und Schweden die drei fahrradfreundlichsten Länder sind.

Fietsen in den Niederlanden

Es sind trotzdem die Niederlande, die am ehesten mit dem Fahrradfahren (Niederländisch: Fietsen) in Verbindung gebracht werden und sich sicherlich durch noch mehr als die vom ECF festgelegten Kriterien als Fahrradland auszeichnen. So gibt es zum Beispiel sehr gut ausgebaute Fahrradwege. Radfahrer können die Niederlande auf insgesamt über 30.000 Kilometer langen beschilderten Fahrradrouten erkunden. Hinzu kommt, dass Fahrradfahren in einem flachen Land – wie den Niederlanden – auch ohne große Anstrengung möglich ist. Interessant ist ebenfalls, dass in den Niederlanden etwa 22 Millionen Fahrräder existieren – und das bei nur ca. 17,1 Millionen Einwohnern.

Typisch Niederlande: Fahrräder an jeder Ecke (Foto: S. Holitzner)

Fahrradstadt Amsterdam

Insbesondere Amsterdam ist wohl DIE Fahrradstadt der Niederlande. Allein dort gibt es rund 800.000 Fahrräder. Die Stadt verfügt über 400 Kilometer Fahrradwege. Aufgrund der Bauweise und den vielen engen Straßen und Grachten kommt man in der Innenstadt nur schlecht mit dem Auto voran. Wer nicht mit dem Boot fährt oder zu Fuß geht, nimmt da am besten das Fahrrad. Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass 40% der gesamten Fortbewegung in dieser Stadt auf dem Rad erfolgt. Fahrräder haben daher in der Stadt so gut wie immer Vorrang, was gerade bei Touristen, die zu Fuß unterwegs sind, immer wieder für Verwirrung sorgt oder sogar zu kleineren Zusammenstößen führt. Seit Juni 2016 hat Amsterdam – als erste Stadt der Welt – sogar einen Fahrradbürgermeister bzw. eine Fahrradbürgermeisterin. Aktuell übt Anna Luten dieses Amt ehrenamtlich aus. Die Amtszeit beträgt zwei Jahre. Als „Stimme der Fahrradfahrer im Rathaus“ ist es die Aufgabe der Fahrradbürgermeisterin, sich bei der Gemeinde dafür einzusetzen, das Fahrradfahren in Amsterdam zu verbessern und international dafür zu werben.

Fahrradparkhäuser lösen das Problem

Ungewöhnliches Parkhaus: Die „Fietsflat“ in Amsterdam (Foto: S. Holitzner)

Wer viel mit dem Rad unterwegs ist, braucht auch einen geeigneten Abstellplatz. Bei der großen Anzahl an Fahrrädern mangelt es aber oft an sicheren Möglichkeiten. Die Niederländer haben dafür die perfekte Lösung gefunden: Fahrradparkhäuser. In Amsterdam gibt es beispielsweise die sogenannte „Fietsflat“ (zu Deutsch: Fahrradwohnung), die 2001 eröffnet wurde. Diese befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Amsterdam Centraal, dem Hauptbahnhof der Stadt. Die drei Stockwerke des überirdischen Parkhauses bieten Platz für 2.500 Fahrräder. In der Nähe des Hinterausgangs des Bahnhofes ist der Fahrradparkplatz „Fietspont“ gelegen. Dort können rund 400 Fahrräder auf einem alten Schiff abgestellt werden.

Das größte Fahrradparkhaus der Welt

In Utrecht entsteht derzeit – nach einem Entwurf von Ector Hoogstad Architecten – das größte Fahrradparkhaus der Welt. Bereits im Juli 2014 wurde mit dem Bau begonnen. Am 7. August 2017 wurde ein Teil der neuen, überwachten Fahrradtiefgarage bereits eröffnet. Sie befindet sich an der Jaarbeurskant bei der Centraal Station, dem Hauptbahnhof von Utrecht. Momentan können Pendler und Besucher dort rund 6.000 Fahrräder unterstellen. Bis Ende 2017 sollen dort 7.500 Fahrräder Platz finden. Über eine App und Schilder in der Stadt bekommen Nutzer freie Stellplätze angezeigt. Um zu diesen zu gelangen, ist es sogar erlaubt, in der Tiefgarage Fahrrad zu fahren. Kosten für die Unterstellung fallen erst nach einem Tag an. Die Plätze sind nummeriert und farblich markiert. Pro Platz können zwei Fahrräder abgestellt werden: eins stehend und eins darüber hängend. Ende 2018 – nach Fertigstellung des Bauprojekts – soll das Fahrradparkhaus auf drei Stockwerken Platz für ca. 12.500 „Fietsen“ bieten.

Mit dem Fahrrad zum Hit

Die Liebe zum Fahrradfahren geht in den Niederlanden sogar soweit, dass ganze Lieder diesem Thema gewidmet werden. So handelt zum Beispiel der Song „Bagagedrager“ (zu Deutsch: Gepäckträger) der niederländischen Rapper Gers Pardoel und Sef davon, dass ein männlicher Protagonist gemeinsam mit seiner Traumfrau auf seinem neuen Fahrrad die Gegend erkundet und überlegt, wohin er zusammen mit ihr fahren kann. Dabei wird das Fahrrad als einzig wahres Fortbewegungsmittel, mit dem Frauen beeindruckt werden können, angepriesen. Das Lied wurde 2011 veröffentlicht und entwickelte sich zu einem großen Hit in den Niederlanden und Belgien. So erreichte der Song Platz zwei der niederländischen und Platz drei der belgischen Singlecharts.

Das Buch des Ryan

Noch in diesem Jahr soll das siebente Studioalbum von Rapper „Royce da 5’9″“, der mit bürgerlichem Namen Ryan Daniel Montgomery heißt, erscheinen. Es trägt den Titel „Book of Ryan“ (zu Deutsch: Buch des „Ryan“) und soll laut dem Künstler ein sehr persönliches Album sein.

Zahlen mit Bedeutung

Im Internet sind viele Spekulationen zu Montgomerys Künstlernamen zu finden. Viele meinen „5 inches 9 feet“ beziehe sich auf seine Körpergröße, welche in etwa 1,75m entsprechen würde. In Interviews betont er allerdings die Wichtigkeit der Zahlen fünf und neun in seinem Leben. An einem einzigen Tag verliert er seine innig geliebte Großmutter, wird zum ersten Mal Vater und lernt abends Grammy- und Oscarpreisträger Eminem kennen, der ihn entdeckt und ihm später zu seinem Erfolg verhilft. Die Zahlen fünf und neun stehen für die Stockwerke des Krankenhauses, indem seine Frau sein erstes Kind gebar und seine Großmutter später starb.

Sein persönlichstes Werk

Der 39-jährige hatte in der Vergangenheit mit vielen Höhen und Tiefen zu kämpfen. Diese verarbeitet er in seinem Album. Neben dem Verlust seiner Großmutter musste er auch damit umgehen, seinen Vater nie persönlich kennen lernen zu dürfen. Später wurde er zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr für Fahren unter Alkoholeinfluss verurteilt. Jahrelang litt der Ehemann und zweifache Vater an seiner Alkoholsucht, bevor er 2012 trocken wurde.

Rap und Hip-Hop aus Frankreich

Spätestens 1998, als keine geringere als Missy Misdemeanor Elliot mit Timabaland und Nicole Wray für ihre Hitsingle „All in my grill“ den französischen Rapper MC Solaar featurte, hatten französisch-sprachiger Rap und Hip-Hop auch international ihren Durchbruch erlangt.

Bereits in den 1980er Jahren bildeten sich die ersten Gruppen. Diese waren stark an US-Vorbildern orientiert. Hip-Hop und Rap wurden als Modewelle wahrgenommen, die schnell verebbten. Erst seit den frühen 1990ern gibt es wieder eine eigene Szene, die sich stärker von den USA absetzt und in Frankreich hauptsächlich in den Banlieues, den französischen Vorstädten und Stadträndern, verwurzelt ist.

1990 erschien der erste Rap-Sampler Rapattitude in einer größeren Auflage und wurde insgesamt 40.000 mal verkauft. MC Solaar und IAM waren die ersten erfolgreichen Rapper.

MC Solaar war ebenfalls der erste Rapper, der 1992 den nationalen Musikpreis „Victoire de la musique“ erhielt. Die Szene orientiert sich heute an künstlerischen Polen wie Suprême NTM im Pariser Norden oder 500 One im Pariser Süden. Wichtige Zentren der Szene sind Paris (Suprême NTM, La Cliqua), Marseille (IAM), Toulouse (KDD), Strasbourg (NAP) oder die Bretagne (Manau).

Die Szene und auch die meisten Gruppen sind im Gegensatz zu den US-amerikanischen Vorbildern absichtlich multikulturell und nicht ethnisch festgelegt. Sie selbst betiteln sich oft als Black-Blanc-Beur-Gruppen. Black für die Schwarzen, Blanc für die Weißen und Beur für die Araber aus dem Maghreb. Dennoch sind heutzutage die größten französischen Rap-Künstler meist Farbige mit Migrationshintergrund aus Nord- und Westafrika sowie den französischen Überseegebieten DOM und TOM; Aber auch einige Weiße französischer oder anderer Abstammung gelangten zu Bekanntheit, wie Rocking Squat von der Gruppe Assassin oder die Rapperin Diam’s. Sie orientieren sich am sogenannten Message oder Knowledge Rap, der sich an der Ostküste der USA parallel zum Gangsta-Rap der Westküste entwickelte.

Thematisch wurde in den französischen Rapsongs zunächst der Lebensalltag in der Banlieue beschrieben: Arbeitslosigkeit, Gewalt, Zurückweisung und Chancenlosigkeit, Rassismus, Drogenhandel und Beschaffungskriminalität sowie Kritik an der Polizei waren die Hauptthemen.

Diese Auseinandersetzung trug zur Identitätsfindung bei. Rapper haben in Frankreich meist einen gemeinsamen Erfahrungshorizont, sie werden von der Gesellschaft ausgeschlossen und haben kaum Lebensperspektiven. Rap bietet ihnen daher einem symbolischen, aber durchaus auch materiellen Entfaltungsraum. Diese Bedeutung des Rap für das eigene Leben wird in den Songs immer wieder thematisiert, zum Beispiel in „Petite Banlieusarde“ aus dem Album „Dans ma Bulle“ von Diam’s aus dem Jahr 2006.

Auch wenn sich einige französische Rapper vom US-amerikanischen Gangsta-Rap inspirieren lassen, dem sogenannten Hardcore-Rap, in dem es hauptsächlich um Kriminalität und Gewalt geht sowie um die täglichen Erlebnisse und das Repräsentieren in den Stadtvierteln, gibt es in Frankreich nach wie vor Gruppen, die den engagierten Message Rap weiterführen. Sie zeichnen sich durch einen ausgeprägt metaphorischen Sprachgebrauch aus, der immer wieder zu Missverständnissen führt oder von Politik und der medialen Öffentlichkeit genutzt wird, um ein negatives Bild des Rap zu vermitteln.

Was in vielen Berichten und Studien in den Hintergrund tritt, ist die aktive Szene der in Frankreich rappenden Frauen. Sie waren, wenn auch in geringerer Zahl, von Anfang an dabei und sie reagieren auf die Konstruktion des Raps als eine männliche Domäne. So kam bereits 1995 die Rap-Compilation Lab’ Elles auf den Markt. 1999 brachten Lady Laistee, Diam’s, Bams und Princess Aniès ihre ersten Alben heraus.

Rapper und Crews wie zum Beispiel Booba, Rohff, Mc Solaar, IAM, dessen Album „L’école du micro d’argent“ sich über 1,5 Mio. mal verkaufte, Supreme NTM, Sinik und 113 verkauften jeweils schon Millionen von Alben, weshalb viele Künstler auch außerhalb von Frankreich wie zum Beispiel in Kanada, Belgien, Schweiz und weiteren französisch-sprachigen Ländern den Durchbruch schafften. Durch ihren internationalen Erfolg arbeiteten sie auch häufiger mit bekannten amerikanischen Rappern und Produzenten wie unter anderem Dr. Dre, Game, Wu-Tang Clan, Mobb Deep, Nas zusammen.

 Vorschau: Nächsten Samstag erscheint ein Bericht über Giorgio Moroder.

Musik für jede Lebenslage, Teil 4

Bestes Album national

Das beste deutsche Album ist und bleibt für mich „Nicht von dieser Welt“ von Xavier Naidoo. Ich erinnere mich an seine erste Single 1998, Sabrina Setlur stellte ihn im ursprünglich für sie komponierten Song „Frei sein“ vor. Sein erstes Soloalbum erschien noch im selben Jahr. Es steckt voller Liebe, Emotionen und zeitlosen Stücken. Produziert wurde das Album von keinem geringeren als Moses Pelham. Naidoo setzte damit das Fundament seiner Karriere. Seit 1998 inspiriert der frühere Gospelsänger als Solokünstler und als Mitglied verschiedener Projekte wie „Söhne Mannheims“, „Brothers Keepers“, „Rock gegen Rechts“-, und der Zusammenarbeit mit RZA, Stillmatic, Kool Savas, Cassandra Steen und Sabrina Setlur.

Album, das jeder im Schrank haben sollte

RnB-Sängerin und Schauspielerin Aaliyah hat mit ihrem gleichnamigen Album Wochen vor ihrem tragischen Tod im August 2001 ein wichtiges Erbe für die Musikwelt hinterlassen. Aaliyah ist das dritte und letzte Album der Künstlerin und spiegelt die Entwicklung der einst 14-Jährigen wider, die zur Zeit des Releases eine talentierte junge Frau war. Das Album wurde vom langjährigen Freund und Mentor Tim Mosley, besser bekannt als Timbaland, produziert. Von schnellen Clubsongs wie „More than a woman“-, bis zu traurigen Balladen wie „We need a resolution“ deckt das Album alles ab, was das Herz begehrt.

Bestes Geschenk

Das beste Geschenk war „The Score“ von der Hip Hop und Rap Gruppe „The Fugees“ der 90er Jahre. Mein beste Freundin Lisa hatte es damals auf einem Flohmarkt erstanden und mir mit gebracht. Ich freue mich noch heute über dieses Geschenk. Es gehört zu meinen liebsten Alben und steht für den wahren Hip Hop der 90er Jahre.

Ein Album, welches ich selbst verschenken würde, wäre „St. Elsewhere“ von Gnarles Barkley aus dem Jahr 2006. Einfach weil es so schön unkompliziert ist und weil es gute Laune bereitet. Auf „St. Elsewhere“ findet sich für jede Stimmung etwas. Ist der Text von „Crazy“ ein wenig düster, verleiht der Beat dem Song dennoch etwas Dynamisches. „Go Go Gospel Gadget“ und „Smiley Faces“ machen Lust auf Tanzen. Alles in allem stellt es ein gelungenes Geschenk da. Auch ich habe dieses Album einst geschenkt bekommen, und freue mich es in meiner Sammlung zu haben.

Nicki Minaj und der pinke Entwurf

„The Pink Print“ ist das dritte Studioalbum der US-amerikanischen Rapperin Nicki Minaj und von ihren Labeln Young Money, Cash Money und Republic Records und ist zum 15. Dezember zur Veröffentlichung geplant.

Im Unterschied zu ihrem letzten Album „Pink Friday: Roman Reloaded“ aus dem Jahr 2012 bewegt sich Minaj von Dance-Pop-Elementen mehr zum traditionellen Hip Hop, wo auch die Wurzeln ihrer Karriere liegen und sie deshalb den Namen „The Pink Print“ (zu Deutsch: Ursprung) ausgewählt hat.

Die aus Trinidad stammende Künstlerin arbeitete mit Produzenten wie Boi-1 da, Cirkut, Da Internz, Dr. Luke und Polow da Don zusammen, um ihren gewünschten Sound zu erlangen.

Singles wie „Pills n Potions“, „Anaconda“, „Only“ und „Bed of lies“ wurden bereits released. „Anaconda“ landete auf Platz 2 der US-amerikanischen Billboard Hot 100 und ist damit Minaj bislang erfolgreichster Hit.

Auf itunes kann das Album bereits vorbestellt werden.

Vorschau: Nächste Woche stellen wir euch Charity Songs zur Weihnachtszeit vor, alles unter dem Motto „Do they know its christmas time?“.

Ol‘ Dirty Bastard – 10 Jahre nach dem Tod des Skandalrappers

Russell Tyrone Jones, besser bekannt als Ol‘ Dirty Bastard oder ODB war eines der Gründungsmitglieder der US-amerikanischen Hip Hop- und Rap-Gruppe Wu-Tang-Clan.

Am 13. November 2014 jährte sich der Todestag des Rappers nun zum zehnten Mal.

Nach dem Erfolg des Wu-Tang-Clan in den 90ern und dem Etablieren in der Hip Hop-Szene, begann Jones bereits 1995 eine sehr erfolgreiche Solo-Karriere. Unter anderem agierte er auch als Producer, wo er unter anderem mit der Gruppe The Fugees zusammen arbeitete.

Er produzierte mit Größen wie The Neptunes, Rza und Kelis* zusammen und zählte Sängerin Mariah Carey und Unternehmer Damon Dash zu seinen engen Freunden.

Seine engen Freunde waren es auch, die ihn nach dem Absitzen seiner Haftstrafe im Gefängnis in Freiheit empfingen, da er immer wieder für einige Monate für seine Straftaten einsaß.

Trotz seines Erfolges nahm er immer liebevoll Stellung zum Wu-Tang-Clan und zweifelte nie an der Bedeutung seiner Wurzeln.

Hits wie „I got your money“ (feat. Kelis*) und „Shimmy shimmy ya“ werden heute noch in der Clubszene gefeiert und genießen auch zehn Jahre nach seinem Tod Kultstatus. ODB genoss das Leben, die Musik, das Geld und die Frauen. Trotz seiner häufigen Zusammenstöße mit dem Gesetz wegen Raub und Waffenbesitz, verlor Jones niemals sein Ziel vor Augen, wobei seine Markenzeichen die auffällig große Zahnlücke und seine hemmungslosen Interviews wurden.

Sein bis dahin einzigartiger Sprechgesang revolutionierte die Rap-Szene und setzte einen Meilenstein für die heutige Hip Hop und Rapmusik.

In seinen letzten Interviews wirkt er immer etwas verwirrt und niemals nüchtern, seine Statements sind allerdings stets scharfsinnig, sarkastisch und sehr humorvoll.

Seine Freestyles, sein bemerkenswerter Flow und nicht zuletzt seine einzigartige Persönlichkeit sind ein unvergleichliches Erbe für die Musik.

Jones starb, zwei Tage vor seinem 36. Geburtstag am 13. November 2004 an einer Überdosis Drogen.

Rest in Peace, Dirty.

Vorschau: Am 13. Dezember gibt es einen Beitrag zu Charity Songs zur Weihnachtszeit – do they know its christmas time.

Lil Kim ist „Hard Core“ zurück!

Für ihr Mixtape „Hard Core“ hätte sich Rapperin und frisch gebackene Mutter Lil Kim kein dramatischeres Datum aussuchen können. Genau am 11. September erschien das neue Werk der gebürtigen New Yorkerin, für das sie seit Wochen bereits fleißig die Werbetrommel rührte.

Auf ihrer Facebook-Fanseite gab es im August schon Remixe von Sommerhits wie „Fancy“ von Iggy Azalea oder dem Kultsong „Hot Nigga“ von Bobby Shmurda.

Genau wie Nas zuvor mit „Illmatic XX“ veröffentlicht Lil Kim, mit gebürtigem Namen Kimberly Jones, ein Upgrade ihres Debütalbums „Hard Core“ aus dem Jahr 1996.

Die Songs versetzen den Hörer zurück zu den Anfängen der Skandalrapperin, welche dem Jahr 2014, mit Gastauftritten von unter anderem French Montana, Cassidy, Jadakiss und Yo Gotti, angepasst wurden.

Seit ihrem letzten Mixtape im Jahr 2011 war es ein wenig ruhig um Lil Kim geworden. Sie konzentrierte sich mehr auf die Nachwuchsrapperin Tiffany Foxx, eine ihrer eigenen Entdeckungen, nahm Tracks wie „Twisted“ mit ihr auf und nahm sie unter ihre mütterlichen Fitiche. Mütterlich ist buchstäblich zu nehmen, denn am 11. Juli diesen Jahres erst brachte die bereits 40-jährige mit ihrer Tochter Royal Reign (zu dtsch.: Königliche Herrschaft) auch ihr erstes Kind zur Welt.

Wer denkt, dass sich, die einst wegen Meineid für neu Monate im Jahr 2005 im Gefängnis sah, frisch gebackene Mutter zur Ruhe setzt und Windeln wechselt, täuscht sich.

Mit Verstärkung und gespitzter Zunge macht die einstige Frau an der Seite des toten Rappers Notorious B.I.G. deutlich, dass keine der jetzigen weiblichen Rapper so wie sie bereits seit fast zwei Jahrzehnten im Musikbusiness herrscht.

Vorschau: Am kommenden Samstag gibt es heute wieder beliebte Musik aus den 90ern.

Nas und die Renaissance des Hip Hop

Rapper Nas, mit gebürtigem Namen Nasir Bin Olu Dara Jones, veröffentlicht 20 Jahre und nach seinem Debütalbum „Illmatic“ aus dem Jahr 1994 sein elftes Album „Illmatic XX“.

Obwohl seine Karriere 1994 in Queensbridge, einem sozialen Brennpunkt in New York beginnt, gelingt ihm erst zwei Jahre später mit Lauryn Hill, Sängerin der Gruppe „The Fugees“ und „If I ruled the world“ aus seinem zweiten Album „It was written“ sein internationaler Durchbruch.

Sein Debüt vor 20 Jahren gilt auch heute noch als Meilenstein des Hip Hop der 90er Jahre. Nas war der erste seines Metiers, der sich durch Eloquenz und Aufgreifen sozialkritischer Themen auszeichnete. Sicherlich war sein Privatleben und das Leben in einem der kriminellsten Viertel New Yorks dafür ausschlaggebend.

Mit seinem Re-Release in diesem Jahr hat Nas bewiesen, dass sich die Tracks gut konserviert haben und für eine zeitlose Etablierung seines unvergleichbaren Raps stehen.

Das Album beinhaltet sämtliche Tracks seines Debüts, die trotz Remix für ein Stück Musikgeschichte des Hip Hops im New York der 90er Jahre stehen.

Und als wäre diese nostalgische Renaissance eines Masterpieces nicht genug, veröffentlicht Nas weiter einen Freestyle „The Stretch Armstrong and Bobbito Show on WKCR October 28, 1993″ und den Track „I’m a Villain“.

Sein Debüt, welches häufig als „Blueprint“, also bedeutender Vorreiter, des Hip Hop bezeichnet wird, steht für ein Stück scheinbar unzerstörbarer Kultur, die auch 20 Jahre später nichts an ihrer Wirkung verloren hat. Verkündete Nas im Jahr 2006 mit seinem Album „Hip Hop is Dead“, dass Hip Hop buchstäblich tot sei, trägt er jetzt höchstpersönlich zu einer Renaissance des Hip Hop bei.

Vorschau: Am 13. September 2014 erwartet euch ein Vergleich britischer und deutscher Casting Shows.

The Journey to Mother Moon

Weniger als ein Jahr nach dem Release von „Indicud“ überrascht der Rapper Kid Cudi mit „Satellite Flight: The Journey to Mother Moon“, seinem vierten Studioalbum und einer Fortsetzung seiner „Man on the Moon“-Reihe. Mit Satellite Flight versucht Kid Cudi, mit gebürtigem Namen Scott Mescudi an vergangene Erfolge der Alben „Man on the Moon“ part I und II anzuknüpfen. In einem Interview mit MTV im Januar erklärte Kid Cudi das neue Album für eine „Brücke“ zwischen „Indicud“ und „Man on the Moon“ part III, welches noch in Zukunft erscheinen soll. Doch bereits beim Produzieren von „Satellite Flight“ entschied er sich dafür, ein komplettes Album aus dem einst als Brücke angesehenen Rohmaterial zu machen.

War „Indicud“ ein aggressiver und düsterer Ausreißer seiner üblichen Musik, ist das neue Album wieder sehr entspannt und für Kid Cudi Verhältnisse sehr gefühlvoll. Seine Musik klingt wie Rap und Hip Hop aus der Zukunft, manchmal wie ein Flug ins All.

Im Oktober letzten Jahres und noch auf Tour kündigte Kid Cudi sein neues Projekt an und versprach, dass es schon bald neue Musik von ihm geben würde. Und so war das Album bereits am 25. Februar 2014 bei itunes erhältlich. Das Album liefert zehn Tracks, das Intro „Destination: Mother Moon“ und „In my dreams 2015“ sind sehr kurz gehalten, dafür sind Songs wie „Satellite Flight“, „Internal bleeding“ und „Balmain Jeans“ gewohnt gefühlvoll und lässt die Fans in die eigene kleine Welt des außergewöhnlichen Rappers aus Cleveland eintauchen.

Wie er über Twitter seinen Fans versprach, haben auch seine ehemaligen Kollegen wie WRZD und Dot da Genius maßgeblich an seinem neuen Album mitgearbeitet. Anhänger, die von seiner neuen, düsteren Musik von „Indicud“ irritiert, bis enttäuscht waren, können sich mit dem neuen Album auf den alten Mann auf dem Mond freuen. Nie war Kid Cudis Musik so wiedererkennbar und vertraut. In den US-Charts schoss das Album bereits in der ersten Woche auf Platz zwei und wurde 87.000 Mal in der ersten Woche online gekauft.

Vorschau: Am Samstag, dem 05. April gibt es eine Festivalreview zum Openin Festival Mannheim.

Mit Musik gegen die ganze Welt rebellieren

Ein Künstler mit dem Drang nach Veränderung: Rustler erschafft Welten.(Foto: NMDK Design und Darko Arts )

„Unterm Strich gibt es auf dieser Welt nur zwei Arten von Menschen. Du hast die Schwätzer und die Macher. Die meisten sind bloß Schwätzer, die können nichts als labern. Aber wenn alles gesagt ist, dann sind es die Macher, die diese Welt verändern. Und wenn sie das tun, verändern sie auch uns.“

Diese Worte stammen vom Tape eines Künstlers aus dem beschaulichen Stuttgart. Es ist die Einleitung in eine durch Musik geschaffene, eigene Welt, die einem die Augen öffnet und in einem satirischen Abschlussdialog endet.

Der Name des Künstlers ist Rustler und nach zwei Jahren harter Arbeit hat er seine Offenbarung herausgebracht. „Das Neuste Testament“ heißt sein Werk.

„Ich will damit ausdrücken, dass eine neue Ära angebrochen ist! Eine Ära, die uns Menschen immer weniger Mensch bleiben lässt, stattdessen darauf abzielt uns im stressüberfluteten Alltag immer mehr wie Maschinen funktionieren zu lassen und sich der Umgebung anzupassen“, erzählt Rustler im Face2Face-Interview, als nach dem Titel gefragt wurde.

„Das Neueste Testament“ ist ein Tape mit einer Länge von 28 Minuten. Es ist ein Stück, das man im gesamten Paket hören und auf sich wirken lassen muss. Uns erwartet kein klassisches HipHop/ Rap Album. Es geht nicht um Sex, Gras und Geld. Die Texte sind sozialkritisch und sprechen sich gegen die Machthaber dieser Welt aus. Unterstrichen werden die Texte von Filmsnippets (Anm. d. Red: Filmsnippets sind Audioausschnitte aus Filme die viele Musiker benutzen um entweder einen roten Faden herzustellen oder um ihre Musik zu untermalen). Rustler beanstandet, dass die Menschen unterdrückt werden, in ihrem Tun, in ihrem Sein. Der Druck auf die Menschen steigt, die ständige Erreichbarkeit macht die Humanität untereinander kaputt.

Im Interview mit Face2Face sagt er unter anderem dazu: „Demnach haben sich auch die wirtschaftlichen Verhältnisse verstärkt verändert und in unflexible Abhängigkeiten zugespitzt. Diese Änderungsprozesse wirken sich damit mehr oder weniger direkt auf unsere Meinungsfreiheit aus. Sei es dem Leistungsdruck geschuldet oder durch den Abbau des Datenschutzes etc. Aber nicht nur Verbote, sondern vor allem falsch vorgelebte Moral- und Wertevorstellungen führen u.a. auch dazu, dass die mediale Verblendung für Regierungen einfach zu gestalten ist, indem man wichtige Informationen bewusst vorenthält oder irreführend in die Öffentlichkeit trägt.“

Das Tape regt einen dazu an sich etwas bewusster mit diesen Situationen auseinander zu setzen. Es zeigt einem eine Lösungsmöglichkeit, einen Weg zu rebellieren, aufzustehen und zu protestieren. Die Musik besteht nicht nur aus typischen HipHop- Beats, sondern auch aus elektronischen Einflüssen – so hört man die Dramatik untermalende Dubsteptöne und auch etwas härteres Drum and Bass ist kurz zu vernehmen. „Das Neueste Testament“ ist ein Kunstwerk in sich.

Und Rustler ist ein Künstler, der die Augen der Menschen mit seinen Texten und seiner Musik öffnen möchte. Am besten beschreibt er das aber immer noch selbst: „So wie auch das Alte oder das Neue Testament einen vergangenen Zeitgeist anprangern und gleichzeitig einen Neuen auszurufen anstrebten, so soll auch dieses Tape dazu beitragen die Menschen offener für unsere aktuellen und täglich präsenten globalen Geschehnisse zu machen und für ein Umdenken zu sensibilisieren. Ich weiß, dass ich allein nur den sterbenden Schwan spielen kann, aber vielleicht kann ich dazu beitragen etwas ins Rollen zu bringen. Vor allem will ich zeigen, dass jeder die Möglichkeit besitzt etwas zu sagen – er muss es nur auch tun.“.

Am besten ihr überzeugt euch selbst von dem genialen Werk des Künstlers. Das Tape „Das Neueste Testament“ findet ihr auf der Künstlerseite auf Facebook.

Vorschau: Und nächste Woche findet ihr an dieser Stelle einen ausgiebigen Bericht über die Elektroszene in Hamburg.