Sneakermall – Willkommen im Turnschuh-Himmel

„Es war einmal ein weiser Mann, der hatte schöne Schuhe an …“ – So oder ähnlich könnte das Märchen von dieser Facebook-Gruppe beginnen, die zweifelsohne zu den nützlicheren Erfindungen zwischen all den Zeitvertreiben im sozialen Netzwerksog gehört. Protagonist in dieser Erfolgsgeschichte: Facebook-Nutzer Sascha SaXer, der es definitiv nicht bloß „for the fame“ getan hat. Seine Person im Hintergrund haltend, lenkt er den Fokus auf das Wesentliche: Den An-und Verkauf von Sneakers. Ein Angebot, das die schuhbesessene Community dankend anzunehmen scheint, betrachtet man einmal den rasanten Zuwachs von Gruppenmitgliedern seit der Gründung in 2009.

In ist, was drin ist: Bereits das Titelbanner, erstellt von einem User, lädt zum Schuh-Shopping ein. (Foto: Sneakermall)

Ich selbst erfuhr eher zufällig von der selbsternannten „buy/sell/ trade“-Plattform. Ein alter Schulkamerad und bekennender Verehrer sportlicher Fußbekleidung hat mich darauf gestoßen, als er erfuhr, dass ich mich seit geraumer Zeit vergebens darum bemühe, meine Nike Air Max endlich via Internet an den Mann beziehungsweise die Frau zu bringen. Dass sie nicht mehr als brandneues, sondern als getragenes, aber dafür dennoch gut in Schach gehaltenes Paar online gestellt werden sollen, schränkt die Verkaufsmöglichkeiten selbstverständlich ein. Nur gut, dass besagter Kenner mich an die SneakerMall verwies und mir eine kinderleichte Anleitung zum Posten meiner Schmuckstücke direkt mit an die Hand gab.

In der Tat erwies sich das Anbieten meines Artikels vorerst als problemlos: Foto hochladen, Marke, Modell und Preis angeben – und das war’s auch schon fast. Gestutzt habe ich kurz, als es daran ging, den Zustand meines Paares zu definieren. Offenbar vertraut das Konzept hier auf die die ehrliche Einschätzung des Verkäufers, denn es obliegt eben diesem, auf einer Skala von 1 bis 10 seine Schuhe zu bewerten, wobei 10 die Neuwertigkeit der Sneakers markiert und es bereits nach einmaligem Tragen nur noch zu einer 9 reicht. Ich habe meine Air Max im Übrigen mit einer 7 bezeichnet und mich dabei für ungeheuer fair gehalten. Einen Abnehmer habe ich dafür bislang trotzdem nicht gefunden.
Die Schuld dafür gebe ich zum einen dem erschreckend hohen Männeranteil auf der Seite – also bitte! Typen und Turnschuhe, das mag zwar gut zusammenpassen, ist aber heutzutage für die Damen der Schöpfung ebenfalls schwer angesagt – und zum anderen dem Aufbau der Gruppe selbst. Diese nämlich wird, ihrer besagten steigenden Beliebtheit sei Dank, schneller aktualisiert, als man „Nike“ sagen kann. Minutiös werden Bilder von den unterschiedlichen Modellen gepostet, wobei bei aufmerksamen Scrollen auffällig oft der bekannte Nike-Haken auf dem Schuh auftaucht. Die reale Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet mein Paar von einem der 14 580 Mitglieder (Stand: 22.Mai) entdeckt und gewollt wird, rechne ich mir daher als ziemlich gering aus. Einen Hoffnungsschimmer bieten mir dennoch die akurat angelegten Size-Ordner. Hier finden sich sämtliche Angebote der Größe nach sortiert.

Nichtsdestotrotz finde ich Gefallen am bloßen Durchstöbern der Gruppe und bin fasziniert an der ungeheuren Vielfalt an limitierten Modellen, die heutzutage den Markt kräftig aufzumischen scheinen. Andererseits ist es eigentlich kein Wunder, dass die Auswahl so gigantisch ist. Schließlich nutzen Facebook-User auf der ganzen Welt die Sneakermall zum Handel mit ihren Tretern. Dies dürfte auch erklären, wieso sämtliche Texte wie Anleitung oder FAQ ursprünglich auf Englisch verfasst und nur teilweise – und selbst dann noch mit diversen Rechtschreibfehlern gespickt – auf Deutsch hinzugefügt worden sind. Bei der Suche nach weiteren Informationen zur Gruppe sticht allerdings noch eine weitere Auffälligkeit ins Auge: Ein gewisser Marko Snkrzwrg scheint keine Mühen dabei zu scheuen, sich beinahe täglich um die Aktualisierung einer Art Danksagungsliste mit sämtlichen Nutzern, die sich im Zuge der Kaufabwicklung offenbar positiv bewährt haben, zu kümmern. Das Pendant dazu stellt ein Dokument mit dem trefflichen Namen “Wall of Shame“ dar – hier werden die Namen der schwarzen Schafe gelistet, mit denen man besser nicht ins Geschäft kommen sollte.

Ich werde wahrscheinlich meine Nikes noch einige Male posten müssen, ehe sie auch nur die Aufmerksamkeit irgendeines Nutzers erwecken. Doch da ich als Gruppenmitglied das Recht habe, pro Woche immerhin ein Mal durch das Verfassen eines Kommentars auf meinen Post hinzuweisen, möchte ich weiterhin fest daran glauben, dass auch meine Schuhe eines schönen Tages endlich den Besitzer wechseln. Wer weiß, vielleicht lasse ich mich früher oder später auch einmal selbst zum Kauf eines neuen Paars auf Sneakermall hinreißen. Wenn ich einmal die Zeit dafür aufbringen kann, gezielt nach Sneakers zu suchen, die weder mit horrenden Preisen – Shipping macht dabei einiges aus – ausgeschildert noch überhaupt verfügbar sind. Denn im Gegensatz zu einer echten „Mall“ hat die Sneakermall noch mit einem gravierenden Problem zu kämpfen, das der Adminstrator in seiner Drohung treffend auf den Punkt bringt: PLEASE DELETE YOUR SOLD SHOES! YOU MAY BE KICKED BY AN ADMIN IF NOT! (Bitte löscht eure verkauften Schuhe! Falls nicht, werdet ihr von einem Admin aus der Gruppe gekickt!)

Vorschau:  In der nächsten Woche lernen modische Männer die neuesten Sommertrends für 2013 kennen.

Individualistenmüsli und Orangenabo

Wir sind die sogenannten ‚digital natives‘. Wir posten und liken – und wir shoppen im Internet. Längst kommen viele Güter, die im Netz in virtuelle Einkaufswägen gelegt werden, per Paketdienst nach Hause. Bücher, CDs, Filme, Kleidung, … Und unser Essen?

Freie Wahl!? Individuelles Müsli aus dem Netz (© Rainer Sturm/pixelio.de)

Auch Nahrungsmittel können vermehrt im Internet gekauft werden. Bekannt ist mittlerweile Mymuesli.de. Ob zwischen fertig gemischten Sorten, die es in fast keinem Laden zu kaufen gibt (seit Neuestem gibt es mymuesli-Läden), oder eigenen Kreationen mit Zutaten, die kaum in einem ‚normalen‘ Müsli zu finden sind – hier kann der Kunde mehr, als nur wählen. Und durch die Möglichkeit, ein individuelles Müsli zu kreieren, bekommt er eben das Gefühl von Individualität. Er ist nicht mehr einer unter vielen, die alle zum gleichen Produkt im Regal greifen. Nein! Sein Produkt ist einzigartig, wie er selbst. Wie viele andere auf die Idee gekommen sind, gerade diese Zutaten zu mischen, ist dabei nebensächlich. Der Kunde hat gewählt, hat bestimmt und fühlt sich darum auch verstanden. Dass die Zutaten bei Mymueslie dabei aus biologischem Anbau stammen, sorgt dann noch für ein gutes Gewissen.

Der Trick ist mittlerweile weit verbreitet. Mischen kann man bei Green Cup Coffee zwar nicht, aber aus so exklusiven Sorten mit scheinbar unglaublichen Geschmäckern wählen, sodass ein Hauch von Luxus in der Luft liegt. Kaffee, der nach Schokolade oder Vanille schmeckt – und das von Natur aus – klingt einfach ein bisschen besonders. Die gesündere Alternative ist dann der selbstgepresste Orangensaft mit den frischen Orangen von OH!Saft. Monatlich im Abo kommen die Früchte nach Hause, die Saftpresse wird gestellt und los geht’s.

Was per Post kommt, muss nur noch zubereitet werden: bei Hello Fresh (Foto: T. Gartner)

Ähnlich funktioniert auch Hello Fresh. Wöchentlich werden hier Lebensmittel samt Rezepte verschickt. Das lange Suchen im Supermarkt ist passé, der ewige Entscheidungskampf um das Abendessen erübrigt sich, gekocht wird, was auf dem Plan steht. Zwischen verschiedenen Kochboxen ist zu wählen, die Zutaten kommen per Post, nur gekocht werden muss noch. Mit der Obstbox ist dann auch für den Hunger zwischendurch gesorgt. Obwohl Naschkatzen vielleicht eher auf knusperreich.de klicken werden – Da gibt es feine Bio-Kekse in den unterschiedlichsten Geschmacksrichtungen. Die Individualisten können ihre eigene Wunschdose kreieren, einfachere Gemüter greifen gleich zur Lieblingssorte.

Vom Orangensaft und Frühstücksmüsli bis zum Vollwert-Abendessen mit Obstzwischenmahlzeit und Keksnachtisch, auch unser Essen kann heute vollständig im Internet bestellt werden. Der Schein von mehr Individualität wird gewahrt, wir können – theoretisch – immer mehr variieren. Wir sind bio und ökologisch, leben gesund und genießen dabei. Klingt irgendwie zu gut, um wahr zu sein. Dafür darf das Bio-Essen aus dem Netz auch mehr kosten und ist nicht wirklich für jeden erschwinglich. Andere könnten bemängeln, dass es gar nicht so ökologisch ist, Nahrungsmittel mit dem Paket-LKW kommen zu lassen, wenn ein Gemüsegeschäft mit Erzeugnissen aus der Region gleich um die Ecke ist. Zu meckern finden wir doch immer etwas, beim Internetessen oder den Produkten aus dem Garten. Wichtig ist am Ende doch nur, dass es schmeckt. Und über Geschmack lässt sich eben nicht streiten. Guten Appetit.

Vorschau: Alexandra schreibt nächste Woche über den ganz normalen haarigen Wahnsinn.

„Es ist fantastisch an solch einem Projekt beteiligt zu sein“

Am Mittwoch, 28. November wird der Speyerer Oberbürgermeister Hansjörg Eger die Postgalerie eröffnen. Nach der Fertigstellung nach etwa vier Jahren fiebern Speyerer und Besucher aus der umliegenden Region der Eröffnung entgegen. Jürgen Ehlen, der Centermanager, war an der Umsetzung des Großprojekts beteiligt. Mit Face2Face sprach Ehlen unter anderem über die Parkplatz-Situation, den besonderen Charme der Postgalerie und das gebotene Programm der Eröffnungsfeier.

Ein Stück Geschichte: die Speyerer Post im Jahr 1921 (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie hebt sich die Postgalerie von anderen Shoppingcenter, wie beispielsweise dem Viernheimer Rhein-Neckar-Zentrum oder der Ludwigshafener Rhein-Galerie, ab?
Ehlen: Die einzigartige Kombination aus historischer Außenhülle und modernem Shoppingcenter macht den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie aus. Hinzu kommt, dass der Branchen- und Markenmix genau auf die Bedürfnisse der Besucher zugeschnitten ist, was das Bummeln und Shoppen zu einem Erlebnis macht.

Face2Face: Sind Sie gespannt wie die Kunden und Besucher die Postgalerie wahrnehmen werden?
Ehlen: Ja, das sind wir! Wir haben im Vorfeld alles daran gesetzt, um die Erwartungen der Speyerer und Besucher aus der Umgebung zu erfüllen oder sogar noch zu übertreffen.

Verleiht Speyer neuen Glanz: die Speyerer Postgalerie zur Vorweihnachtszeit (Foto: Deobald)

Face2Face: Wie würden Sie den besonderen Charme der Speyerer Postgalerie beschreiben?
Ehlen: In der Postgalerie findet man Shops, die bisher noch nicht in Speyer vertreten waren, wie beispielsweise Hennes&Mauritz, Vero Moda, Jack&Jones, s.Oliver und viele mehr. Auch das kulinarische Angebot bietet für jeden Gaumen genau das Richtige: neben asiatischer Küche, italienischen Gerichten und türkischer Feinkost findet sich ein Donat- und Bagle-Shop.

Face2Face: Kommen wir nun Parkplatz-Situation: Einige Besucher haben sicher Zweifel, dass der Bedarf an umliegenden Parkplätzen gedeckt werden kann – gerade bei Anstürmen in der Vorweihnachtszeit. Wie schätzen Sie diese Bedenken ein?
Ehlen: Die Speyerer Innenstadt bietet rund 3.000 Parkplätze, die den Besuchern der Postgalerie zur Verfügung stehen. Wir verweisen auf die Shuttle-Busse, die im Zehn-Minuten-Takt vom Festplatz- und Technikmuseum-Parkplatz aus zum Postplatz fahren.

Face2Face: Wie fühlt es sich an Teil des eines derartigen Schaffensprozess zu sein?
Ehlen: Es ist eine fantastische Erfahrung, an einem solchen Projekt beteiligt zu sein und zu sehen, wie aus einem historischen Gebäude unter Beibehaltung der denkmalgeschützten Gebäudestruktur ein modernes Einkaufszentrum wird.

Face2Face: Morgen wird die Postgalerie eröffnet. Was erwartet die Besucher bei der Eröffnungsfeier?
Ehlen: Wir bieten jede Menge Musik, Spaß, Give aways und Programm für die ganze Familie, sodass die Eröffnung der Postgalerie zu dem Ereignis in der Region wird.

Vorschau: Face2Face backt für Kinder – nicht verpassen! Am Dienstag, 11. Dezember könnt ihr im Panorama den Nachbericht der Back-Aktion lesen.

Die soziale Bedrohung

„Shitstorm“ – was sich zunächst wie der Name eines Rockfestivals anhören mag, hat in erster Linie etwas mit sozialen Netzwerken zu tun. Dabei kommt die wörtliche Übersetzung des Begriffes seiner eigentlichen Bedeutung sehr nahe. Als „Shitstorm“ bezeichnet man eine soziale Kampagne bestimmter Interessengruppen in sozialen Netzwerken, Blogs und auf Homepages der initiierenden Organisationen. Dabei geht es gewöhnlich um Kritik an Unternehmen, Parteien oder auch Einzelpersonen, mitunter aufgrund ethischer Fragestellungen.

Gerade in der, trotz Nutzerprofils, relativ anonymen Welt des Internets fällt es leichter, seinem Ärger Luft zu machen. Was kann schon passieren? Ein Post oder eine Nachricht als Antwort? Nicht weiter schlimm. Die Tatsache, dass sich negative Nachrichten, vor allem im Bezug auf Unternehmen, in der Regel schneller verbreiten als positive und über das Internet unglaubliche Wellen schlagen, können für das Unternehmen oder die Organisation unangenehme Folgen haben. Besonders gefährdet ist die Reputation (Anm. d. Red.: der Ruf eines Unternehmens und seiner Tätigkeiten im Fachjargon). Die entstehende Eigendynamik der Kampagne führt häufig dazu, dass jeder neue Kommentar die Debatte weiter anheizt und die Äußerungen immer niveauloser und beleidigender werden.

Um die Entstehung und Verbreitung des „Shitstorms“ besser zu verstehen, betrachten wir hier einmal das Beispiel eines großen Unternehmens: Auslöser für die soziale Kampagne könnte ein Blog sein, in dem die Initiatoren zu offener Kritik an dem Unternehmen aufrufen. Besucher der Seite können diesem dann direkt eine E-Mail schreiben, werden aber auch dazu angehalten, andere Kanäle zu verwenden. Auf der offiziellen „Facebook“-Seite können sie Posts des Unternehmens kommentieren oder, falls die Firma ihre Seite dazu freigegeben hat, auch eigene Posts auf deren Pinnwand posten. Auch „Twitter“ und andere Netzwerke eignen sich zur Verbreitung der Kritik. Dennoch ist „Facebook“ zurzeit wohl die einflussreichste Community und mit der richtigen Platzierung der Posts kann dem Ruf eines Unternehmens erheblich geschadet werden.

Ob ein „Shitstorm“ große Wellen schlägt, hängt von der Relevanz der Seiten und Netzwerke sowie der Anzahl und Platzierung der Kommentare ab. Ein negativer Kommentar unter einem Beitrag des Unternehmens, den hunderte Menschen „geliked“ haben, ist eine viel größere Bedrohung als ein eigenständiger Nutzerpost auf dessen Pinnwand, der gerade einmal fünf Fans „gefällt“. Diese Kommentare unter dem beliebten Beitrag des Unternehmens sieht dann nämlich jeder, der den „Gefällt mir“-Button unter diesem Post geklickt hat. Und eben nicht nur diejenigen Fans der Seite, die sich die Mühe machen, die Beiträge an der Pinnwand des Unternehmens zu lesen.

Dies ist auch der Grund, warum viele Unternehmen ihre „Facebook“-Seite für Kommentare Dritter öffnen. So können Kritiker sich direkt äußern. Dennoch hofft man, dass viele, die sich nicht mit den Dynamiken des sozialen Netzwerkes auskennen, diesen Weg bevorzugen und die Kritik dadurch eine geringere Reichweite hat. Mittlerweile gibt es jedoch eine Menge Nutzer, die sich bestens auskennen und Kommentare geschickt unter Beiträge mit vielen Likes platzieren.

Ein „Shitstorm“ erledigt sich jedoch gewöhnlich von selbst, wenn das Interesse der breiten Masse abnimmt und sich die Nutzer der Netzwerke wieder anderen Themen zuwenden. Die Gefahr einer sozialen Kampagne wird aber weiter steigen, da sich immer mehr Menschen sozial vernetzen und Unternehmen und Institutionen in den gleichen Netzwerken vertreten sind. Das Krisenmanagement sollte dementsprechend vorbereitet sein!

Von lieben Postboten und schlimmen Montagen

Alles geht schief? Manchmal gibt es einen Lichtblick. (Foto: Obermann)

Mein Montag war grausam. Irgendwie lief alles schief. Erst vergaß ich die Kindergartentasche des Kleinen, dann meinen Geldbeutel, und irgendwie lief alles nicht so rund. Am liebsten hätte ich mir so einen Bepper auf die Stirn geklebt :”I hate mondays”. Es war wirklich furchtbar. Sogar ein Gedicht habe ich diesem schrecklichen Tag gewidmet und damit wenigstens etwas Erfolg gehabt, denn dadurch ist nun mein drittes Notizbuch mit Gedichten gefüllt, die, die auf losen Blättern oder dem PC stehen mal nicht mitgerechnet.

 Und tatsächlich. Kaum war das Gedicht geschrieben, ging es mir besser und ich konnte am Dienstag “durchstaten”.

 Da ich grade etwas erkältet und auf dem Rad nicht so gut unterwegs bin, lief ich mit meinen Spatz zur Kita. Er fuhr, im Kinderwagen. Auf halbem Weg sehe ich unseren Postboten. Der ist wirklich ein Schatz. Er kommt auch zu meiner Mutter und kennt mich noch aus der Zeit, da ich zu Hause gewohnt habe. Da meine Mutter nun öfter mal ihre Pakete zu mir schicken lässt, dass sie auch angenommen werden können, kommt er des öfteren zu uns, und ist auch so lieb, wenn mal keiner da ist, die Pakete beim Sonnenstudio abzustellen.

 Am Dienstag hat er mir mal wieder bewiesen, was für ein Glück man mit einem guten Postboten haben kann. Er winkte mir ganz komisch zu, machte ein viereckige Geste mit der Hand und verwirrt blieb ich erst mal stehen. Zum Glück. Er fuhr neben ran und kam voller Elan aus dem Postauto gesprungen.

 “Ist jemand zu Hause?”, fragte er und ich schüttelte noch immer etwas perplex den Kopf. Kurzerhand drückte er mir ein Paket in die Hand und kaum hatte ich den Absender gesehen, hüpfte ich tatsächlich einmal durch die Straße. Es kam vom Noel-Verlag und darin, das wusste ich wohl, lagen die ersten, druckfrischen Exemplare meines neuen Kinderbuches “In Mamas Bauch”. Ja, ich hab schon glück mit meinem Postboten, sonst hätte ich glatt bis Nachmittags warten müssen, um mich freuen zu können. Und so ein bisschen Freude am Morgen tut uns doch allen gut!