32 Konzerte in 21 Ländern – Depeche Mode auf „Global Spirit Tour“

35 Jahre rocken sie bereits die Bühnen dieser Welt und im Mai geht es wieder los.  Die britische Synthie Pop-Gruppe  Depeche Mode  feierte schon zu ihren Anfängen große Erfolge: so enthält das zweite Album „Some Great Reward“, das sie herausbringen, die Nummer „People are People“, die in Deutschland auf Platz eins der Charts landet. In Ländern wie England und Österreich erreicht der Song ebenfalls die Top 10! Die Nummer ist mit elektronischen Klängen durchzogen und schon jetzt mit dem Markenzeichen der Band versehen: der klaren, marken Stimme von Frontmann Dave Gahan.

Internationaler Erfolg

Bereits in den Anfängen hat Depeche Mode Erfolg: Mit ihren düsteren, elektronisch angehauchten Klängen begeistert die Band nicht nur Europa. Denn auch in den USA treten Depeche Mode nach der Veröffentlichung ihrer LP „Music for the masses“ im Jahre 1984 vor großen Massen im Rahmen ihrer ersten Welttournee auf.

Tiefer Fall

Nach dem erfolgreichen Höhepunkt der Band kommen einige Tiefschläge: Alan Wilder, der Keyboarder und Schlagzeuger, verlässt die Band für eigene Soloprojekte. Sänger Dave Gahan unternimmt aufgrund seiner schweren Heroinsucht einen Suizid-Versuch. Dave Gahan fasst nach schwerer Leidenszeit den Entschluss einen Entzug zu machen und begibt sich mit den anderen beiden verbleibenden Bandkollegen, Andrew  Fletcher und Martin Gore, wieder ins Studio. Sie nehmen weitere Alben auf und gehen 1989 sogar wieder auf Welttournee.

Kämpfen für die Musik

2001, drei Jahre nach der großen Tour, erscheint das Album „Exitor“ des Trios, das sich nicht unterkriegen lässt und weiter seiner Leidenschaft – der Musik – nachgeht. Vier weitere Jahre später, im Jahre 2005, schaffen sie es mit „Playing the Angel“ in sage und schreibe 18 Ländern an die Spitze der Charts!

Sie gehen wieder auf Tour

Am vergangenen Freitag ist das 14. Studioalbum „Spirit“ erschienen. Im Anschluss an dieses wird die Band im Mai ihre „Global Spirit Tour“ starten. Bisher sind 32 Konzerte in 21 Ländern bestätigt worden. In Deutschland werden die drei in den Städten Köln, Dresden, München, Hannover, Gelsenkirchen, Leipzig, Frankfurt und Berlin auftreten. Es gibt noch Karten für die Konzerte. Lasst euch das nicht entgehen! Hier könnt ihr Tickets bestellen.

Freiheit auf Solopfaden – Benjamin Boyce im Interview

Benjamin Boyce war in den 1990er Jahren Mitglied der niederländisch-englischen Boygroup Caught in the Act, die sich 1998 trennte. Wie Face2Face berichtete, feierten Caught in the Act an Silvester 2015 ihren Neubeginn, allerdings ohne Benjamin. Er widmet sich ganz seinen Soloprojekten und ist erfolgreich auf seiner „One man, one mission“-Tour unterwegs. Am Freitag, den 30. September, hat Benjamin, der sich mittlerweile in Köln zuhause fühlt, nun endlich seine neue Single „I‘m free“ veröffentlicht. Diese thematisiert seine Vergangenheit, für die er dankbar ist. Aber sie handelt auch davon, dass die Dinge sich weiterentwickeln müssen sowie seinem heutigen Gefühl von Freiheit.

Face2Face: Wie würdest du deine neue Single vom Klang her beschreiben?

Benjamin: Das finde ich ehrlich gesagt sehr schwer zu beschreiben. Eine Mischung aus Pop und House, würde ich sagen. Es gefällt mir. Der Produzent hat gut auf meinen Text gehört und hat die passenden Elemente reingebracht, damit der Song auch wirklich frei und offen klingt. Das höre ich darin. Ein echt schönes Gefühl.

Gut gelaunt: Sänger Benjamin Boyce (Foto: S. Holitzner)

Gut gelaunt: Sänger Benjamin Boyce (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Warum ist „I‘m free“ deiner Meinung nach hörenswert?

Benjamin: Für den einen wegen des Textes, für den anderen vielleicht wegen der schönen Melodie. Aber ich hoffe natürlich am meisten, dass es jedem rundum gefällt und dass andere einfach die Gefühle, die ich dabei habe, auch haben. Vor allem das Gefühl von Freiheit.

Face2Face: Ist bald auch ein neues Album von dir geplant?

Benjamin: Ich hoffe, dass ein neues Album kommen wird. Das ist ein bisschen abhängig davon, wie das jetzt mit der neuen Single weitergeht. Aber wir haben es auf jeden Fall vor.

Face2Face: An welchem Ort würdest du gerne noch einmal auftreten?

Benjamin: Ich finde es immer ganz toll, in Berlin aufzutreten. Berlin verbinde ich immer mit einem sehr schönen Gefühl, denn in Berlin hat der Erfolg damals mit Caught in the Act angefangen. Da haben wir auch „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ gedreht, kurz bevor wir zum ersten Mal ganz groß in den Charts rausgekommen sind. Das Erfolgsgefühl ist immer in Berlin. Aber ich freue mich natürlich auch immer sehr in Köln aufzutreten, weil das jetzt meine Heimatstadt ist.

Mehr Informationen zu Benjamin Boyce gibt es auf seiner Facebook-Seite und seiner Homepage.

Freddie Mercury – Musikgeschichte der 70er und 80er Jahre

Anlässlich des 5. Septembers 2016, dem Tag an dem Freddie Mercury 70 Jahre alt geworden wäre, porträtiere ich sein Leben einmal kurz. Denn seine Songs sind heute noch fester Bestandteil in Hörfunk und Fernsehen, aber auch in unzähligen CD-Regalen in Wohnzimmern rund um den Globus.

Sein Leben

 An besagtem Tag im Jahre 1946 wird Farrokh Bulsara, so ist sein bürgerlicher Name, in dem heutigen Tansania geboren. Seine Familie stammt aus Indien und ist parsisch. Er besucht ein englischsprachiges Jungen-Internat. Dort bemerkt der Rektor früh Freddies – so wird er bereits im Internat von seinen Freunden genannt – musikalisches Talent.

Musikalische Anfänge

Bereits mit zwölf Jahren war Freddie in der Band The Hectics musikalisch aktiv. Sie traten vor allem bei schulischen Veranstaltungen auf. Während seines Kunststudiums unterstützte er die Band Smile als Roadie, wobei er dort einige Erfahrungen einer Konzerttour mitnahm. Nur ein Jahr später war Freddie dann Leadsänger der Band Ibex. Anschließend hatte er mit der Band Sour Milk Sea weitere Auftritte.

Gründung von Queen

1970 gründete Freddie mit seinen Freunden Brian May und Roger Taylor die Kult-Band Queen. John Deacon trat ein Jahr später bei. Fünf Jahre nach der Gründung belegte die Band mit der Nummer „Bohemian Rapsody“ über Wochen Platz eins der britischen Charts. Noch heute erklingt dieses musikalische Wunderwerk sowie unzählige andere Hits, wie „Killer Queen“ und „We will rock you“ in den internationalen Radios.

Privates Leben Mercurys

Freddie änderte mit Beginn von Queen auch seinen bürgerlichen Nachnamen. Er nannte sich nun „Mercury“, was an den Merkur, den sonnennächsten Planet erinnert.

Mercury lebte sechs Jahre mit der Verkäuferin Mary Austin zusammen. Nach der Trennung versuchte er vor allem seine männlichen Sexualbeziehungen privat zu halten. Bis zu seinem Tod bekannte er sich nicht zu der Homosexualität.

Am 24. November 1991 starb Freddie Mercury in Kensington an seiner HIV-Erkrankung. Seine Hits und Bühnenauftritte bleiben jedoch unvergessen.

Keywest – Irlands bodenständige Chartstürmer

Im Dubliner Stadtviertel Temple Bar sammelt sich am frühen Abend eine Menschenmenge. Sie tanzen begeistert und klatschen im Takt der nicht überhörbaren Musik. Das Viertel ist bekannt für seine Kultur-Institutionen und das heitere Nachtleben. Doch was sich hier abspielt ist besonders: Die irischen Chartstürmer Keywest geben ein Konzert auf Irlands Straßen!

Die junge Band arbeitet hart für ihren Erfolg

Die Band Keywest gründete sich 2009 in Dublin. Zunächst traten die beiden Gründer Andrew Glover und Andrew Kavanagh in Irlands Straßen und Pubs auf, um an Bekanntheit zu gewinnen. Ihren Namen gaben sie sich nach einem Gig in Florida. 2011 kamen Harry Sullivan, Sam Marder und James Lock zu Keywest. Noch heute sind die Jungs musikalisch in dieser Konstellation unterwegs.

Musikalisch: der Gitarrist Andrew Glover in Dublin (Foto: Teschner)

Musikalisch: der Gitarrist Andrew Glover in Dublin (Foto: Teschner)

Die Erfolge können sich sehen lassen

Nach Auftritten an Universitäten und im Radio spielte Keywest als Vorband für den Sänger Paolo Nutini. Im Jahre 2012 erschien ihr Debütalbum „The Message“. Anschließend spielten sie ihre erste ausverkaufte Tour. 2015 schoss ihr Album „Joyland“ direkt auf Platz eins der irischen Charts.

Sie bleiben ihren Wurzeln treu

Trotz ihres Erfolgs musizieren die fünf Jungs immer noch auf Irlands Straßen. Dort spielen sie derzeit Songs aus ihrem Nummer eins Album und verkaufen es für 10 Euro vor Ort an ihre Fans. Carina, 24, aus Deutschland, steht bei dem Straßenkonzert ganz vorne: „ Eigentlich war es Zufall, dass ich auf die britisch-irische Band aufmerksam wurde. Während eines Shoppingausflugs in der Dubliner Innenstadt baute Keywest gerade ihre Instrumente auf und testete den Sound. Es macht Spaß, zuzuhören, mitzusingen und zu tanzen. Keywest ist aber vor allem eins: bodenständig.“ Die Herzen der Fans hat die Band auf jeden Fall erobert.

Irlands Chartstürmer erleben

Für alle, die gerne mal eine Reise nach Irland unternehmen möchten, sei der Halt in der Dubliner Grafton Street auf jeden Fall geraten. Dort könnt ihr die vielfältige Kultur Irlands bestaunen und wenn ihr Glück habt, spielt vielleicht gerade die britisch-irische Pop-Rock-Band. Für alle unter euch, die sich einen Eindruck von den bodenständigen Jungs machen wollen, schaut doch mal auf deren Seite vorbei.

Vorschau: Nächste Woche präsentiert euch die Musik-Redaktion eine sonnige Sommer-Playlist.

 

Max Mutzke – Einblick in sein Leben

Stefan Raab hat schon so einige Talente hervorgebracht. So auch Max Mutzke. Er ist 2004 durch Raabs Castingshow „SSDSGPS“ („Stefan sucht den Super-Grand-Prix-Star“) bekannt geworden. Mit seiner Debütsingle „Can´t wait until tonight“ trat Mutzke im selben Jahr beim Eurovision Songcontest für Deutschland an und schaffte es auf den achten Platz. Seitdem sind einige Jahre vergangen und der Sänger hat sich musikalisch enorm weiterentwickelt. Das zeigt sich auch an seinem aktuellen Album „Max“, das man als das persönlichste seiner bisherigen Platten beschreiben kann.

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Sympathischer Sänger: Max Mutzke (Foto: S. Holitzner)

Vom Jazz wieder zurück zu Pop und Soul

Sein vorheriges Album „Durch Einander“ widmete Mutzke dem Jazz. Auf seiner aktuellen Platte „Max“ hingegen bewegt er sich musikalisch eher im Pop- und Soul-Bereich. Dabei handelt es sich um sein sechstes Studioalbum. Den schlichten Albumtitel hat der 34-Jährige nicht aus Mangel an Einfallsreichtum gewählt, sondern aufgrund der dreizehn autobiografischen Songs, die darauf enthalten sind. Schön ist die sprachliche Abwechslung auf „Max“, denn es sind sowohl deutsche als auch englische Songs dabei.

Überzeugende Songvielfalt

Der Song „Welt hinter Glas“ macht gute Laune und Lust auf Urlaub, denn Mutzke besingt darin nicht nur eine romantische Beziehung, sondern auch den Strand und das Meer. Besonders überzeugend ist auch „Unsere Nacht“. Diesen Track hat Mutzke gemeinsam mit dem Rapper Eko Fresh aufgenommen, der dem Song eine frische musikalische Note verleiht. Darin plädieren die beiden für mehr Toleranz. Bei „You are all around me“ und „Hier bin ich Sohn“ wird Mutzke besonders persönlich. Im ersten dieser Lieder geht es um den Tod seiner Mutter und seine Erinnerungen an sie, im zweiten um ihre Alkoholkrankheit. Beide Songs sind sehr emotional und berührend. Ein absoluter Ohrwurm ist „Magisch“. Darin singt Mutzke über die Einzigartigkeit einer Person.

Max“ gehört in jedes gute Plattenregal

Das sind nur fünf Songs von einem großartigen Album, das jeder, der gute deutsche Musik mag, in seinem Plattenregal stehen haben sollte. „Max“ überzeugt sowohl mit gefühlvollen als auch mit mitreißenden Texten. Kurzum: „Max“ von Max Mutzke ist mehr als hörenswert.

Mehr Infos zu Max Mutzke gibt es unter www.maxmutzke.de oder auf seiner Facebookseite.

Ausblicke auf den Festivalsommer – Preview der Festivals „Rock am Ring“ und „Rock im Park“

Weihnachten und Silvester liegen inzwischen hinter uns und mit dem grauen, regnerischen Wetter hat nun vielleicht schon bei dem ein oder anderen der Winterblues eingesetzt. Doch während wir aktuell noch in den dicken Wollpullis und einer kleinen Winterdepression stecken, lohnt sich jetzt schon ein Blick auf den kommenden Festivalsommer mit einem Preview der Highlights „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ vom 03.-05. Juni 2016 – denn Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude!

Dieses Jahr konnten die Veranstalter die Bands „Red Hot Chili Peppers“, „Black Sabbath“, „Volbeat“ und „Tenacious D“ als Headliner für „Rock im Park“ und „Rock am Ring“ begeistern. Besonders die Zusage des Rock-Duos Kyle Gass und Jack Black wird ihre Fans freuen – denn Tenacious D spielen die einzigen Festivalauftritte 2016 in Deutschland bei „Rock am Ring“ und „Rock im Park“ und machen diesen Headliner damit besonders interessant!

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Locken jedes Jahr tausende Besucher an: Die Bands auf den Bühnen der Festivalzwillinge. (Bild: http://www.rock-am-ring.com/media)

Doch auch abseits der be-kanntesten Bands haben die „Festival-Zwillinge“ dieses Jahr einiges zu bieten: Nachdem sich in den letzten Jahren immer mehr Musikstile hinzugesellt haben, steht dieses Jahr der „Rock“ auf dem Ring und im Park mit den Bands „Amon Amarth“, „Billy Talent“, „Bring Me The Horizon“, „Bullet For My Valentine“, „Disturbed“ oder auch „Heaven Shall Burn“, „Korn“ und „Panic! At The Disco“ wieder mehr im Vorder-grund. Dennoch bleibt das Gesamt-programm vielschichtig und abwechslungsreich – sodass so gut wie jeder Festival-Freund in Nürnberg oder Mendig auf seine Kosten kommen sollte. Für die richtige Mischung und die fetten Beats sorgen dabei unter anderem „Alligatoah“, „Fettes Brot“, „Frittenbude“ und „SDP“.

Bands wie „The 1975“, „Biffy Clyro“ und „Of Mice and Men“ runden das vielschichtige Gesamtprogramm ab. Außerdem gibt es noch zahlreiche weitere interessante Bands zu entdecken, das gesamte Line-Up könnt ihr euch hier nochmal anschauen.

Die Zusammenstellung der verschiedenen Bands und Künstler scheint mit dem besten Vorverkaufsstart seit Beginn der Festivals und bereits über 110.000 verkauften Tickets zu überzeugen. Sollte das auch bei euch der Fall sein, seid also lieber schnell – aktuell sind die Karten noch in der 2. Preisstufe für 195 € zu bekommen. Face2Face wird selbstverständlich ebenfalls vor Ort sein und anschließend über eines der Highlights des diesjährigen Festivalsommers berichten.

Stephanie Neigel – Sängerin mit viel Gefühl

Am 5. November war die Singer/Songwriterin Stephanie Neigel für ein Konzert zu Gast in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen. Volker Engelberth am Piano, Alex Merzkirch am Bass, Thomas Sauerborn an den Drums und Philipp Brämswig an der Gitarre begleiteten die sympathische Sängerin bei ihrem über 90-minütigen Konzert auf der Bühne des gemütlichen Gewölbekellers. Die Zuhörer durften sich über eine Mischung aus Jazz und Pop freuen. Höhepunkt des Abends war die gefühlvolle Ballade „The Book“. Über diesen Song und über ihren ganz persönlichen Musikgeschmack haben wir mit der 29-Jährigen gesprochen.

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Voll in ihrem Element: Stephanie Neigel bei ihrem Konzert in der Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wie fandest du dein Konzert in Frankfurt?

Stephanie: Sehr schön. Wir hatten viel Spaß. Es war ein sehr nettes Publikum hier. Alle haben super mitgesungen und mitgeklatscht. Das erwartet man überhaupt nicht direkt. Da freut man sich immer, wenn das passiert, denn das ist keine Selbstverständlichkeit.

Face2Face: Wie kamst du überhaupt zur Musik?

Stephanie: Ich glaube eher, dass die Musik zu mir kam. Meine Mama hat mir erzählt, dass ich als Baby nur eingeschlafen bin, wenn sie mir vorgesungen hat. Ich habe von Anfang an schon so eine große Affinität für Stimme und Klang gehabt. Wenn ich dann später auf Konzerten war, war das für mich einfach das Größte. Das war wirklich so eine beeindruckende Welt, Musik zu hören, die mir gefällt, und nachzusingen. Die Musik war einfach schon immer da.

Face2Face: Was zeichnet dein aktuelles Album „Capture Time“ aus?

Stephanie: Es klingt sehr akustisch, sehr bandsoundmäßig. Es sind alles echte Instrumente, die gespielt wurden. Wenn ich mir das Album manchmal anhöre, dann habe ich immer noch ziemlich viel Spaß. Dann sehe ich immer noch die groovende Band und freue mich einfach über gute, im Moment gemachte Musik. Die meisten Songs sind im letzten Jahr entstanden. Konkret daran gearbeitet haben wir ein Jahr.

Face2Face: „The Book“ ist eine sehr berührende Ballade. Worum geht’s und wie ist der Song entstanden?

Stephanie: „The Book“ ist an einem Tag entstanden, als ich auf einer Wiese saß und im Sonnenschein in den Himmel geguckt habe. Es war ein warmer, schöner Sommer. Ich saß da zwar alleine, aber ich habe mich gefragt, wie ist das mit dem Leben? Ist vielleicht einfach alles schon vorbestimmt oder ist alles komplett frei und wir sind wie Teilchen, die ganz zufällig aneinanderstoßen und wieder woanders hingestoßen werden wie Billardkugeln. Oder ist im Prinzip schon alles geschrieben und ich kann mir nur wünschen, dass ich mit gewissen Menschen noch lange in dieser Story verbunden sein werde? Ich habe mich gefragt, ob ich überhaupt die letzte Seite aufschlagen würde, wenn ich wissen könnte, was noch alles kommt. Das waren meine Gedanken und die habe ich dann aufgeschrieben. Ich hatte auch schon eine Melodie und Akkorde im Kopf.

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Sympathische Sängerin: Stephanie Neigel (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Was inspiriert dich im Allgemeinen zu deinen Songs?

Stephanie: Das kann ein Moment auf der Wiese sein, wo ich mich kurz frage, was hat das Leben mit mir gemacht, dass ich jetzt hier sitze. Es kann aber auch die schlaflose Nacht sein. Es können sehr persönliche Momente oder allgemeine Fragen sein, ganz banale Dinge. Ich plane das nicht. Das kommt mir einfach in den Kopf und wenn ein Thema stark genug in meinem Kopf ist, dann will es auch raus als Songtext.

Face2Face: Was hörst du selbst am liebsten für Musik?

Stephanie: Neulich hatte ich eine Amy Winehouse-Phase und habe eine Woche lang alles ausgecheckt, weil ich sie so beeindruckend fand und weil ich ganz viele Hintergrundinfos durch den Film, der jetzt gerade im Kino gelaufen ist, kennengelernt habe. Manchmal gibt es aber auch Phasen, da höre ich ganz alte Jazzladies. Auch höre ich John Mayer oder mal wieder was ganz Aktuelles, was vielleicht ein bisschen elektronisch ist. Immer wieder höre ich Joni Mitchell. Sie ist für mich eine sehr inspirierende Frau.

Face2Face: Hast du schon Pläne für 2016?

Stephanie: Nächstes Jahr im Frühling geht es weiter mit Konzerten durch ganz Deutschland. Vorher stehen noch ein paar Kooperationen an. Ich spiele mal wieder zusammen mit dem Jazzmusiker Daniel Stelter und dem Gitarristen und Sänger Kosho. Mit dem Frauen-a-capella-Quartett Les Brünettes bin ich auch immer viel unterwegs. Und dann bin ich jetzt so langsam am Planen, wie das nächste Album klingen kann. Ich bin schon ein bisschen am Schreiben.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Stephanie Neigel.

Vorschau: Nächsten Samstag gibt es einen Artikel zu Red Bull Flying Bach zu lesen.

Chris & Taylor – Ein ungewöhnliches Duo

Chris & Taylor. Das ist zunächst einmal Sänger Chris Hastrich aus Wiesbaden. Schon als Kind liebte der inzwischen 27-Jährige Musik. So sang er im Chor und tanzte leidenschaftlich gerne. Im Alter von 15 Jahren nahm er dann seine erste Gesangsstunde. Danach dauerte es nicht mehr lange, bis er sich ein Klavier und eine Gitarre kaufte. Kurz vor seinem Abi entschied sich Chris 2008, die Schule zu schmeißen und Musiker zu werden. Dazu zog er erst mal ein Jahr nach London und schrieb Songs. 2008 gründete er dort auch das Duo Chris & Taylor. Taylor ist seine Gitarre der Marke Taylor. 2009 ging es wieder zurück nach Deutschland, wo Chris sein erstes Album aufnahm. Eine EP und ein weiteres Album folgten. Jetzt ist die neue Platte „Wake up“ erschienen. Auf Konzerten erlebt man Chris & Taylor mal als Duo und mal mit Band.

Unzertrennlich: Chris und seine Gitarre Taylor (Foto: T. Zak)

Unzertrennlich: Chris und seine Gitarre Taylor (Foto: T. Zak)

Face2Face: Wie definierst du deinen Musikstil?

Chris: Am liebsten gar nicht. Ich habe kein Problem damit, wenn andere Menschen meine Musik oder mich definieren möchten. Allerdings habe ich kein Interesse daran, es selbst zu tun. Meistens sage ich nur „Pop Singer/Song-writer mit Gitarre“ und der Rest ist dem Zuhörer selbst überlassen.

Face2Face: Welche Art von Songs beinhaltet dein neues Album „Wake up“?

Chris: „Wake up“ war eigentlich als EP mit vier Titeln in voller Bandbesetzung geplant, aber ich habe mich kurzfristig entschieden, noch drei weitere Titel in Unplugged-Version hinzuzufügen. Es wird meine vorerst letzte Platte in ausschließlich englischer Sprache sein. Ich hatte lange Zeit keine Lust darauf, deutsche Texte zu schreiben. Alin Coen, die eine befreundete Musikerin ist und geniale Texte in beiden Sprachen verfasst, hat mich schließlich dazu animiert, es mal zu versuchen. Seitdem habe ich Blut geleckt und nächstes Jahr wird mein erstes deutschsprachiges Album erscheinen.

Face2Face: Nach welchen Kriterien schreibst du deine Songs?

Chris: Kriterien gibt es nicht wirklich. Ich bin ein sehr intuitiver Songwriter. Meistens setze ich mich hin, spiele irgendwas auf der Gitarre und improvisiere dann Melodie und Text darüber. So passiert es oft, dass ich erst nach einiger Zeit und einem halbfertigen Lied anfange zu verstehen, worum es eigentlich geht. Mein Unterbewusstsein könnte die Frage sicherlich viel besser beantworten. Eine der wenigen bewussten Entscheidungen ist die der Sprache.

Face2Face: Woher nimmst du die Inspiration für deine Songs?

Chris: Auch hierzu kann ich nur sagen, dass ich die Themen meistens nicht plane. Aber grundsätzlich sind es Dinge, die mich mehr oder weniger bewusst beschäftigen. Das kann alles sein, von Alltagserfahrungen bis hin zu den verstecktesten Ängsten.

Face2Face: Was möchtest du mit deiner Musik erreichen?

Chris: Die Zuhörer berühren und mit dem ein oder anderen Lied zum Nachdenken anregen.

Face2Face: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Chris: Da gibt es verdammt viele, zum Beispiel Alin Coen, Max Prosa, Pink und Joni Mitchell. Ich höre Musik kreuz und quer und könnte in den meisten Genres mehrere Künstler nennen.

Face2Face: Du hast früher mal sechs Jahre lang im Jugendclubtheater (jetzt Junges Staatsmusical) des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden gespielt. Würdest du gerne mal wieder in einem Musical mitspielen und singen?

Chris: Definitiv. Ich hätte auch am Ende dieses Jahres bei einem Gastspiel des Jungen Staatsmusicals des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden in Ludwigshafen bei „Hair“ mitspielen sollen. Leider musste ich absagen, weil ich bei der Premiere und der Generalprobe bereits Auftritte habe. Aber ich bin mir sicher, dass ich es irgendwann nochmal zeitlich gebacken kriege, ein kleines Musical-Revival zu machen.

Face2Face: Was war das Verrückteste, das du je getan hast?

Chris: Oh je, da muss ich aus einer ziemlich langen und nicht immer vorbildhaften Liste wählen. Ich habe fünf Tage, nachdem ich mich entschieden hatte, nach London zu ziehen, die Koffer in die Hand genommen und bin rüber geflogen, ohne dort jemanden zu kennen oder genau zu wissen, was ich dort tun will außer „Musik machen“.

Mit Spaß dabei: Chris & Taylor mit Band (Foto: S. Holitzner)

Mit Spaß dabei: Chris & Taylor mit Band (Foto: S. Holitzner)

Face2Face: Wo würdest du gerne mal auftreten?

Chris: Beim „Glastonbury Festival“ in Großbritannien, in der „Ellen DeGeneres Show“ in Los Angeles und bei den „Grammys“.

Face2Face: Was ist dieses Jahr noch alles geplant?

Chris: Ich gönne mir gerade eine kleine Auftrittspause, um Kräfte für´s neue Jahr zu sammeln und um mein erstes deutschsprachiges Album aufzunehmen. Ich werde jedoch am 11. und 12. Dezember im Kurhaus in Wiesbaden bei der „Night of Music“ mit Orchester singen.

Mehr Infos gibt es auf der Homepage oder der Facebookseite von Chris & Taylor.

Musik für jede Lebenslage, Teil 5

Mein erstes Album:

Wer wie ich in den 90ern aufgewachsen ist, kam an einem Phänomen nicht vorbei: den Boygroups. Eine hatte es mir ganz besonders angetan: Caught in the Act. So dauerte es nicht lange, bis Mitte der 90er meine erste CD in mein Regal wanderte. Dabei handelte es sich um „Caught in the Act of Love“. Noch heute höre ich diese und all die anderen Alben, die Caught in the Act im Laufe der Jahre veröffentlicht haben, immer noch gerne, um mich auf eine musikalische Zeitreise zurück in meine Kindheit zu begeben.

Bestes Album national:

Viele kennen Tom Beck aus der Serie „Alarm für Cobra 11“ oder aus Kinofilmen wie „Vaterfreuden“ und „Alles ist Liebe“. Beck ist aber nicht nur ein guter Schauspieler, sondern ein ebenso hervorragender Sänger. Nach zwei englischsprachigen Alben hat er im Februar diesen Jahres seine erste Platte komplett auf Deutsch veröffentlicht. Die nennt sich „So wie es ist“ und zeichnet sich durch großartige Songtexte aus. Auf Deutsch gelingt es Beck noch viel besser als auf Englisch über Themen wie Liebe, Freundschaft und die Beziehung zwischen Vater und Sohn zu singen. Man nimmt ihm jede einzelne Songzeile ab. „So wie es ist“ ist äußert authentisch und damit für mich das beste deutsche Album.

Ein Album, das in jede CD-Sammlung gehört – ganz klar:

Das Album „Yes!“ von Jason Mraz. Es ist sein fünftes Album und steckt voller positiver Energie. Die 14 Songs darauf sind sehr gefühlvoll und berühren den Hörer daher besonders. Was das Album zudem auszeichnet sind die durchweg akustischen Songs. Egal ob man eher Balladen wie „It´s so hard to say goodbye to yesterday“ oder schnellere Songs wie „Everywhere“ bevorzugt – auf „Yes!“ findet wohl jeder einen Lieblingssong, denn dieses Album ist rundum gelungen.

Bestes Album international:

Das meiner Meinung nach beste internationale Album ist „Herinneringen: Het beste van Nick & Simon“. Dabei handelt es sich um das 2014 erschienene Best-Of-Album der niederländischen Band Nick en Simon. Auf zwei CDs sind ihre 20 größten Hits, die von Fans bestimmt worden sind, sowie vier neue Tracks und einige Live-Aufnahmen ihres Konzerts „Sterker in GelreDome“ zu finden. Nick en Simon machen hervorragende niederländische Popmusik und daher ist auf dieser Platte durch die große Songauswahl für jeden etwas dabei, der mit Musik auf Niederländisch etwas anfangen kann.

Bestes Geschenk:

Das beste CD-Geschenk habe ich vor zwei Jahren von meinem Kumpel Chris zum Geburtstag bekommen: Das Album „We’re Not the Ones We Thought We Were“ von der Alin Coen Band. Chris hatte die Band zuvor live erlebt und war total begeistert von der Musik. Daher wählte er besagte CD als Geschenk für mich aus. Eine super Entscheidung, die er da getroffen hat, denn das Album gehört seitdem zu meinen liebsten.

Eine CD, die ich selbst verschenken würde, ist das gleichnamige Album der Band The Common Linnets. In Deutschland wurde die Band im letzten Jahr vor allem durch den Eurovision Song Contest (ESC) bekannt, als sie für die Niederlande Platz zwei erreichte. Natürlich darf auf dem Album daher auch der ESC-Hit „Calm after the storm“ nicht fehlen. Darüber hinaus überzeugt das Country-Pop-Album der Common Linnets sowohl durch mitreißende Songs wie „Lovers & Liars“ als auch durch emotionale, tief gehende Balladen wie „Love goes on“.

Optimales Album für den Sommer:

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album  „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Gute-Laune-Musik für den Sommer: Das Album „Almost Hits“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Absolute Gute-Laune-Garantie bietet „Almost Hits“. Dabei handelt es sich um das Best-Of-Album der achtköpfigen Band Jamaram aus München, das im Frühjahr 2014 auf den Markt gekommen ist. Best-Of: Das soll in diesem Fall heißen, dass die Band selbst ihre Favoriten aus 14 Jahren Bandgeschichte ausgewählt hat. Nebst bekannten Songs haben es auch zwei neue Tracks, „La Mala“ und „Somewhere“, sowie vier Live-Versionen auf die Platte geschafft. Manche der Songs versetzen einen in Partystimmung, andere wiederum eignen sich bestens zum Chillen. Daher ist „Almost Hits“ optimal geeignet für den Sommer.

Musikalischer Geheimtipp:

Noch recht unbekannt in Deutschland und damit ein musikalischer Geheimtipp ist der US-amerikanische Sänger Tyrone Wells. Erstmals gesehen habe ich ihn beim Konzert von Nick Howard in Frankfurt letztes Jahr im Oktober. Dort hat er als Support-Act gespielt und mich von Anfang an mitgerissen. Von seinen Alben sind insbesondere „Where We Meet“ und „This Love“ zu empfehlen.

„Heavy Heavy“ – afrikanische Klänge treffen auf typischen Jamaram-Sound

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Musikalische Kooperation: Jamaram und die Acoustic Night Allstars (Foto: „Jamaram“)

Jamaram – das sind Tom Lugo, Sam Hopf, Murxen Alberti, Lionel Wharton, Benni Beblo, Nik Thäle, Hannes Beblo und Daniel Noske. Die achtköpfige Band aus München gibt es bereits seit 2000. Am 13. März 2015 haben Jamaram ihr neuntes Album veröffentlicht, das den Titel „Heavy Heavy“ trägt. Dabei handelt es sich um eine musikalische Kooperation mit den Acoustic Night Allstars. Das sind mehrere Sänger aus Harare in Simbabwe, die sich einmal pro Monat treffen, um sich öffentlich ihre neuesten Songs vorzuspielen.

Kennengelernt haben sich Jamaram und die Acoustic Night Allstars im Mai 2012, als sie zusammen auf dem Harare International Festival of the Arts (HIFA) in Simbabwe gespielt haben. 2013 luden Jamaram dann drei der Acoustic Night Allstars ein, um mit ihnen auf Deutschlandtour zu gehen. Dabei entstand die Idee zu einem gemeinsamen Album. Das wurde mit sechs Musikern der Acoustic Night Allstars im Sommer 2014 in Deutschland aufgenommen. Die Finanzierung des Albums erfolgte per Crowdfunding.

Herausgekommen ist eine Mischung aus dem typischen Jamaram-Sound – Reggae, Dub, Ska, Latin, Pop – und traditionellen, afrikanischen Klängen, die wiederum gepaart sind mit Soul, Hip Hop und Swing. Auch der Albumtitel „Heavy Heavy“ nimmt Bezug auf Afrika, denn „Heavy Heavy“ ist in Simbabwe eine typische Antwort auf die Frage „Wie geht’s dir?“ und bedeutet, dass alles in Ordnung ist.

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Neues Album: „Heavy Heavy“ von Jamaram (Foto: „Jamaram“)

Auf dem Album sind 16 Songs, die alle sehr unterschiedlich klingen. Das liegt vermutlich auch an den verschiedenen Songwritern, die entweder Mitglied von Jamaram oder von den Acoustic Night Allstars sind. Ein absoluter Ohrwurm auf dem Album ist der Song „I´m Ready“, den Murxen Alberti von Jamaram geschrieben hat. Aus der Feder des afrikanischen Künstlers Fungai Nengare stammt die großartige Soulnummer „Why“. „Go Away“ macht große Lust zum Tanzen. Den Song haben Sam Hopf und Nik Thäle von Jamaram geschrieben. Bei „Miles Away“ handelt es sich um ein besonders gefühlvolles Lied, das der afrikanische Musikers Prayersoul beigesteuert hat. Die traditionellen, afrikanischen Klänge kommen vor allem beim Track „Ndikakutarisa“ zum Ausdruck, den Rutendo Machiridza von den Acoustic Night Allstars geschrieben hat.

Doch das sind nur fünf Songs von einem empfehlenswerten Album, das einfach gute Laune macht. Zurzeit sind Jamaram auf Deutschlandtour und präsentieren ihr neues Album „Heavy Heavy“ live. Tourtermine und mehr Infos zur Band gibt es auf www.jamaram.de.